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Häufig gestellte Fragen: Behandlung von Problemen bei der Übermittlung eingehender Nachrichten in Exchange Server 2003

 

Letztes Änderungsdatum des Themas: 2005-02-06

Die Übermittlung eingehender Nachrichten umfasst alle Nachrichten, die über den virtuellen SMTP-Server empfangen werden und für einen Empfänger auf dem lokalen Server bestimmt sind, auf dem Exchange Server 2003 ausgeführt wird.

In den folgenden Informationen finden Sie Antworten auf die am häufigsten zur Übermittlung eingehender Nachrichten gestellten Fragen.

Eingehende Nachrichten werden wie folgt durch eine Exchange Server-Bereitstellung geleitet:

  1. Der sendende SMTP-Server führt eines Abfrage des DNS (Domain Name System) aus, um nach dem Ressourceneintrag für Mail-Exchanger (MX) des SMTP-Mailservers des Empfängers zu suchen. Der MX-Eintrag wird in einen entsprechenden Hosteintrag (A) aufgelöst, der wiederum die IP-Adresse des SMTP-Mailservers des Empfängers auflöst.
  2. Der sendende SMTP-Server initiiert einen Dialog mit dem SMTP-Empfänger des Senders (an Port 25). Der SMTP-Server des Empfängers ist auf einem Exchange Server-Gateway der virtuelle SMTP-Server für den Exchange-Server, der für den Empfang eingehender Nachrichten konfiguriert ist.
  3. Wenn die Nachricht für einen Empfänger aus der zugehörigen SMTP-Maildomäne bestimmt ist, nimmt der SMTP-Server die eingehende Nachricht entsprechend der Definition durch Empfängerrichtlinien an. Weitere Informationen zur Definition von Empfängerrichtlinien finden Sie in den folgenden Microsoft Knowledge Base-Artikeln:
  4. Wenn die Nachricht angenommen wird, wird sie im Ordner \Queue auf dem Exchange-Server gespeichert. Der virtuelle SMTP-Server sendet die Nachricht an das erweiterte Warteschlangenmodul, von wo aus die Nachricht an das Nachrichtenkategorisierungsmodul übermittelt wird. Weitere Informationen zum erweiterten Warteschlangenmodul finden Sie in den folgenden Microsoft Knowledge Base-Artikeln:
  5. Das Nachrichtenkategorisierungsmodul überprüft die Empfänger der Nachricht, sucht nach den korrekten Empfängerattributen, wendet Beschränkungen und Einschränkungen an, kennzeichnet die Nachricht für die lokale Übermittlung und sendet die Nachricht dann zurück an das erweiterte Warteschlangenmodul.
  6. Vom erweiterten Warteschlangenmodul wird die Nachricht an die lokale Übermittlungswarteschlange gesendet.
  7. Von dort wird die Nachricht in den Exchange-Speicher übertragen.
  8. E-Mail-Nachrichten werden an den Client (z. B. Outlook, Outlook Express oder Outlook Web Access) gesendet.

Die folgenden Mindestanforderungen müssen für die Übermittlung eingehender Nachrichten erfüllt sein:

  • Exchange Server muss an Port 25 auf das Internet zugreifen können. Dieser Zugriff darf weder durch Firewalls noch durch andere Netzwerkeinstellungen blockiert werden. Anonyme Verbindungen sollten zulässig sein.
  • Der virtuelle SMTP-Server für Exchange Server muss mit den Standardeinstellungen konfiguriert sein. Weitere Informationen zum Konfigurieren des SMTP-Server für Exchange Servers finden Sie im Microsoft Knowledge Base-Artikel 266686, How to Configure a SMTP Virtual Server Part 1 (in englischer Sprache).
  • Der auf dem öffentlichen DNS-Dienst konfigurierte öffentliche Ressourceneintrag für Mail-Exchanger (MX) muss für alle anderen Internetdomänen verfügbar sein. Der MX-Eintrag muss auf den Exchange-Server verweisen und muss identifiziert werden, bevor Nachrichten gesendet oder empfangen werden können.
  • Empfängerrichtlinien müssen korrekt konfiguriert und angewendet werden. Empfängerrichtlinien versehen den virtuellen SMTP-Server und das Postfach des Empfängers mit der korrekten E-Mail-Adresse.

Probleme bei der Nachrichtenübermittlung bestehen oftmals darin, dass E-Mails vom Client nicht gesendet oder empfangen werden können. Bestimmte Probleme können unterschiedliche Ursachen haben, so kann es z. B. vorkommen, dass eine Warteschlange gesichert wird oder E-Mails als unzustellbar zurückgesendet werden. Anhand der Antworten auf die folgenden Fragen können Sie den Bereich eines Problems in der Exchange Server-Organisation einfacher ermitteln:

  • Sind von dem Problem einige oder alle Exchange Server-Benutzer betroffen? Wenn nur einige Benutzer betroffen sind: Gibt es eine gemeinsame Variable? Verwenden sie beispielsweise die gleiche Clientanwendung, oder nutzen sie alle gemeinsam einen lokalen Exchange-Server?
  • Sind von dem Problem ein oder mehrere Exchange-Server betroffen? Wenn mehrere Exchange-Server betroffen sind: Wurden zentrale Windows Server-Komponenten (wie DNS) ordnungsgemäß für Exchange Server konfiguriert?
  • Sind von dem Problem mehrere Benutzer auf mehreren Exchange-Servern betroffen? Sind alle vom Exchange-Server gehosteten SMTP-Domänen betroffen? Sind alle Benutzer betroffen?
  • Wann ist das Problem zum ersten Mal aufgetreten? Ist das Problem zum ersten Mal aufgetreten, als Sie es bemerkt haben, oder bestand es ggf. bereits, ohne dass Sie davon Notiz genommen haben?
  • Falls Sie jetzt ein Problem mit einem bestimmten Feature bzw. einer bestimmten Technologie von Exchange Server haben: Konnte dieses Feature bzw. diese Technologie in Ihrer Bereitstellung jemals fehlerfrei ausgeführt werden? Wenn ja: Wann ist das Problem aufgetreten? Wann hat das Feature bzw. die Technologie zum letzten Mal korrekt funktioniert?
  • Was wurde geändert? Es muss eine Änderung vorgenommen worden sein, wenn das Feature bzw. die Technologie bislang fehlerfrei ausgeführt werden konnte. Wurden Postfächer verschoben? Wurden neue Benutzer erstellt? Ist an einem Router ein Fehler aufgetreten? Kann ein Dienst nicht ausgeführt werden? Werden Warteschlangen gesichert?
  • Welche Version von Exchange Server wird ausgeführt? Wurden Service Packs oder Updates angewendet? Wenn ja: Wurden sie auf alle Server mit derselben Version in der Organisation angewendet?
  • Wird Drittanbietersoftware ausgeführt, z. B. eine Antivirensoftware? Haben Sie Anpassungen vorgenommen, in denen Ereignissenken wie Antivirenfilter verwendet werden?
  • Werden Windows Server-Komponenten wie DNS, Active Directory, IIS und SMTP korrekt ausgeführt? Werden die Windows Server zugeordneten (und von Exchange Server verwendeten) Dienste ausgeführt? Weitere Informationen zu den von Exchange Server verwendeten Diensten finden Sie unter "Von Exchange verwendete Dienste" im Microsoft Exchange Server 2003-Administratorhandbuch.
  • Wurde der MX-Eintrag auf dem Exchange-Server korrekt konfiguriert? Informationen zu MX-Einträgen finden Sie im Microsoft Knowledge Base-Artikel 203204, Wie Erhalten von Internet Mail Exchanger Datensätzen mit dem Nslookup.exe Utility.
  • Wurden die Empfängerrichtlinien korrekt konfiguriert? Informationen zum Konfigurieren von Empfängerrichtlinien finden Sie unter "Konfigurieren von Empfängerrichtlinien" im Kapitel "Herstellen einer Verbindung mit dem Internet" im Transport- und Routing-Handbuch für Microsoft Exchange Server 2003.
  • Können Benutzer Nachrichten senden?
  • Können Benutzer Nachrichten empfangen?

Berücksichtigen Sie die folgenden Punkte, wenn alle Benutzer von einem Problem bei der Übermittlung eingehender Nachrichten betroffen sind:

  • Firewall   Haben Sie eine Firewall installiert? Wurden an der Firewall Änderungen vorgenommen? Wenn Sie kürzlich Änderungen vorgenommen haben, laden Sie eine zuvor gespeicherte, funktionierende Konfiguration der Firewall. Starten Sie die Firewall oder Firewalldienste neu. Wenn die Nachrichtenüberwachung von ISA Server (Internet Security and Acceleration) aktiviert ist, stellen Sie sicher, dass die Nachrichtenüberwachung korrekt konfiguriert ist. Ist TCP-Port 25 an der Firewall offen? (Port 25 muss offen sein, damit die Exchange Server-Nachrichtenübermittlung ordnungsgemäß funktioniert.) Funktioniert die Nachrichtenübermittlung hinter der Firewall korrekt?
  • Internetdomänen   Können von Internetdomänen Nachrichten an Sie gesendet werden? Wenn von keiner externen Domäne E-Mails gesendet werden können, überprüfen Sie den MX-Eintrag auf dem Exchange-Server und ob die dem MX-Eintrag zugeordnete IP-Adresse die IP-Adresse des Exchange-Servers oder der Firewall ist. Erhalten Sie Unzustellbarkeitsberichte, wenn von manchen Domänen keine E-Mails gesendet werden können? Ist der SMTP-Connector korrekt konfiguriert? Weitere Information zum Überprüfen, ob von Domänen E-Mails gesendet werden können, finden Sie in dem Microsoft Knowledge Base-Artikel 153119, XFOR: Verbinden via Telnet mit Port 25 zum Testen der SMTP-Kommunikation.
  • Von Exchange Server gehostete Domänen   Sind alle Domänen betroffen? Wenn ja: Überprüfen Sie die Empfängerrichtlinie, und stellen Sie sicher, dass der Exchange-Server für alle gehosteten Domänen autorisierend ist. Ist Port 25 an der Firewall offen? Überprüfen Sie, ob Absender Unzustellbarkeitsberichte erhalten. Wenn manche Domänen betroffen sind: Wird in der Empfängerrichtlinie angegeben, dass die Exchange Server-Organisation für die betroffene Domäne autorisierend ist? Wurde eine Empfängerfilterung konfiguriert, durch die ggf. verhindert wird, dass E-Mails die betroffene Domäne erreichen?
  • Empfang von Nachrichten   Versuchen Sie, den Zeitpunkt festzulegen, zu dem das Problem aufgetreten ist, wenn Sie zuvor Nachrichten empfangen konnten. Welche Änderungen gehen dem Problem voraus? Neue Software? Neue Konfiguration? Neue Benutzer? Tritt das Problem zeitweilig auf? Wenn ja, tritt es in einem bestimmten Muster auf? Tritt das Problem im Zusammenhang mit bestimmten Diensten, Komponenten oder Anwendungen von Drittanbietern auf? Wenn nicht: Überprüfen Sie die MX-Einträge, stellen Sie sicher, dass Port 25 korrekt konfiguriert ist und dass die IP-Adresse für den Exchange-Server von einem anderen Computer im Netzwerk erkannt wird.

Berücksichtigen Sie die folgenden Punkte, wenn nur einige Benutzer von einem Problem bei der Übermittlung eingehender Nachrichten betroffen sind:

  • Dienste   Die folgenden Exchange Server-Dienste müssen ausgeführt werden, damit die Übermittlung eingehender Nachrichten korrekt funktioniert:
    • Microsoft Exchange-Systemaufsicht
    • Microsoft Exchange-Informationsspeicher
    • Microsoft Exchange-Routingmodul
    • Simple Mail Transfer Protocol (SMTP)
    Falls einer dieser Dienste beendet wurde, starten Sie ihn neu. Überprüfen Sie dann im Ereignisprotokoll, warum der Dienst beendet wurde.
  • Warteschlangen   Können Nachrichten eine Warteschlange nicht verlassen? Weitere Informationen finden Sie unter "Welche Warteschlangen sollten überwacht werden?" weiter unten in diesem Artikel.
  • Client   Häufig kann die Clientsoftware die Ursache sein, wenn nur bei wenigen Benutzern auf demselben Exchange-Server ähnliche Probleme auftreten. Wenn dies der Fall ist, überprüfen Sie, ob alle Benutzer Nachrichten an sich selbst (oder einen anderen Benutzer auf demselben Server) unter Verwendung der Clientsoftware senden können, die normalerweise zur Verfügung steht.
  • Verwaltungsoptionen   Wurden von Administratoren Einschränkungen für die bestimmte Benutzergruppe konfiguriert? Gilt eine Größenbeschränkung für eingehende Nachrichten? Gelten Speichergrenzwerte für das Postfach eines bestimmten Benutzers? Können die betroffenen Benutzer Nachrichten von jeder Domäne empfangen, oder tritt das Problem nur bei einer bestimmten Domäne auf? Verwenden Sie die Nachrichtenverfolgung, und senden Sie eine Nachricht an diesen Benutzer. Verfolgen Sie dann den Pfad der Nachricht durch die Exchange Server-Organisation.

Nachrichten durchlaufen bei der Übermittlung eingehender Nachrichten die folgenden Warteschlangen. Wenn bei den Warteschlangen Probleme auftreten, werden Nachrichten ggf. nicht übermittelt. Ziehen Sie die Verwendung der Warteschlangenanzeige im Exchange-System-Manager in Betracht, um den Status und den Zustand der folgenden Warteschlangen zu überwachen:

  • Nachrichten mit ausstehender Übertragung   Wird auch als Warteschlange vor der Übermittlung bezeichnet. In dieser Warteschlange sind Nachrichten enthalten, die vom SMTP-Dienst angenommen wurden. Nachrichten in dieser Warteschlange wurden noch nicht vom Nachrichtenkategorisierungsmodul verarbeitet. Wenn sich in dieser Warteschlange Nachrichten sammeln, kann dies auf ein Leistungsproblem auf dem Exchange-Server oder auf ein Problem mit einer Ereignissenke (z. B. benutzerdefinierter SMTP-Verarbeitungscode zur Virenschutzüberprüfung) hinweisen.
  • Nachrichten warten auf Verzeichnissuche   Wird auch als Warteschlange vor der Kategorisierung bezeichnet. In dieser Warteschlange sind Nachrichten enthalten, die die Warteschlange vor der Übermittlung durchlaufen haben und auf die Verarbeitung im Nachrichtenkategorisierungsmodul warten. In dieser Warteschlange sammeln sich Nachrichten an, wenn das Nachrichtenkategorisierungsmodul Nachrichten nicht verarbeiten kann. Zu den Gründen dafür, dass das Nachrichtenkategorisierungsmodul Nachrichten nicht verarbeiten kann, zählen die folgenden:
    • Das Kategorisierungsmodul kann möglicherweise nicht auf den globalen Katalog zugreifen, um Empfängerinformationen abzurufen.
    • Die globale Katalogsuche wird ggf. sehr langsam ausgeführt.
    • Wenn es sich um einen Front-End-Server handelt, ist der erforderliche Postfachspeicher auf dem Front-End-Server möglicherweise deaktiviert.
  • Lokale Übermittlung   Enthält Nachrichten für Empfängerpostfächer, die sich auf dem lokalen Exchange 2003-Server befinden. Die Nachrichten sammeln sich in dieser Warteschlange an, wenn der Microsoft Exchange-Informationsspeicherdienst keine Nachrichten akzeptiert oder Leistungsprobleme aufweist.
  • Nachrichten in Warteschlange für verzögerte Übermittlung   Enthält Nachrichten, die für die spätere Übermittlung in der Warteschlange platziert werden. Zu den Gründen dafür, dass Nachrichten in dieser Warteschlange platziert werden, zählen die folgenden:
    • Nachrichten werden von früheren Versionen von Microsoft Outlook (z. B. Outlook 2000) gesendet.
    • Eine Nachricht wird an das Postfach eines Benutzers gesendet, während das Postfach verschoben wird.
    • Der Benutzer hat noch kein Postfach, und für den Benutzer ist keine Hauptkonto-Sicherheits-ID (SID) vorhanden.
    • Die Konfiguration des SMTP-Nachrichtenroutings kann eine Nachrichtenschleife verursachen (Nachrichtenschleifen werden in diese Warteschlange verschoben).
  • DSN-Nachrichten mit ausstehender Übertragung   Enthält Benachrichtigungen über den Übermittlungsstatus, die von Exchange übermittelt werden können. Bei Unzustellbarkeitsberichten handelt es sich beispielsweise um Benachrichtigungen über den Übermittlungsstatus. Zu den Gründen dafür, dass sich Nachrichten in dieser Warteschlange sammeln, zählen die folgenden:
    • Der Microsoft Exchange-Informationsspeicherdienst ist nicht verfügbar oder wird nicht ausgeführt.
    • Es wurde kein Postfachspeicher bereitgestellt.
    • In der Exchange-Informationsspeicherkomponente IMAIL sind Probleme aufgetreten.
  • Nachrichten mit fehlerhafter Übermittlung   Enthält Nachrichten, bei deren Übertragung in die Warteschlange ein Fehler aufgetreten ist. Bei der Übermittlung einer Nachricht kann aus verschiedenen Gründen ein Fehler auftreten, z. B. kann die Nachricht beschädigt sein, oder es sind keine ausreichenden Systemressourcen vorhanden. Wenn Nachrichten in dieser Warteschlange angezeigt werden, überprüfen Sie die Serverkonfiguration, um zu ermitteln, ob nicht von Microsoft stammende Programme oder Ereignissenken installiert sind (z. B. Virenscanner), die zu einem Konflikt mit den Warteschlangenfunktionen führen. Wenn das System verzögert antwortet, ermitteln Sie im Windows-Task-Manager die Prozesse, die Systemressourcen beanspruchen. Durch einen Neustart der Internetinformationsdienste (IIS) kann das Problem ggf. vorübergehend behoben werden, sodass Sie mehr Zeit haben, die eigentliche Ursache des Problems zu ermitteln.

Weitere Informationen zum Verwenden der Warteschlangenanzeige finden Sie im Microsoft Knowledge Base-Artikel 823489, So verwenden Sie die Warteschlangenanzeige, um Probleme mit dem E-Mail-Verkehr in Exchange Server 2003 zu beheben.

 
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