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Neue Mobilitätsfeatures in Exchange Server 2003 SP2

 

Letztes Änderungsdatum des Themas: 2005-10-14

Microsoft® Exchange Server 2003 Service Pack 2 (SP2) enthält viele neue Mobilitätsfeatures, darunter Microsoft Exchange ActiveSync®, Exchange-Direct Push-Technologie, Remotezurücksetzung, Nachschlagevorgänge in der globalen Adressliste (GAL) und Richtlinienbereitstellung. In diesem Artikel werden einige der neuen Features in Exchange Server 2003 SP2 erläutert. Weitere Informationen zu Features in Exchange Server 2003 SP2 finden Sie unter Why Try Service Pack 2 for Exchange Server 2003? (in englischer Sprache).

Exchange ActiveSync ist ein Exchange-Synchronisierungsprotokoll, das für den Umgang mit Netzwerken mit langen Wartenzeiten und niedriger Bandbreite sowie Clients mit niedriger Kapazität (unzureichender Arbeitsspeicher, Speicher und geringe Prozessorkapazität) optimiert wurde. Das Protokoll basiert auf HTTP und XML. Mit Exchange Server ist es nun möglich, für ActiveSync aktivierte mobile Geräte so zu konfigurieren, dass alle fünf Minuten eine Synchronisierung mit dem Exchange Server-Postfach ausgeführt wird.

Exchange ActiveSync bietet die folgenden Vorteile:

  • Exchange ActiveSync ist in Exchange Server integriert, d. h., zusätzliche Software oder Server werden nicht benötigt.
  • Mit Exchange ActiveSync steht den Benutzern in der gesamten Benutzerumgebung die vertraute Microsoft Office Outlook®-Oberfläche bereit.
  • Für Exchange ActiveSync ist keine Desktopsoftware oder Verbindungssoftware erforderlich.
  • Für Exchange ActiveSync sind keine speziellen Datentarife oder Abonnements erforderlich. Ein Benutzer kann über einen Standarddatentarif ein beliebiges Datenvolumen erwerben und die mobilen Geräte weltweit verwenden.

Auf der Grundlage des Feedbacks von Kunden in Bezug auf die Beschränkungen, die mit der Verwendung von SMS zum Benachrichtigen eines unterstützten Geräts einhergehen, wurden die Funktionen in Exchange Server 2003 SP2 erweitert. Mit der neuen Exchange-Direct Push-Technologie werden die folgenden Vorteile erzielt:

  • Für die Synchronisierung mit Exchange Server benötigen Sie als einziges Abonnement einen Standarddatentarif.
  • Die Technologie funktioniert weltweit.
  • In der Exchange Server-Umgebung muss keine zusätzliche Infrastruktur bereitgestellt werden.
  • Weder SMS-Benachrichtigung noch andere "Out-of-band"-Schemas sind erforderlich.
  • Das mobile Gerät muss nicht speziell konfiguriert werden.

Direct Push ist standardmäßig aktiviert. Eine direkte Auswirkung von Direct Push ist eine erhöhte Anzahl von offenen Verbindungen, die vom Server verarbeitet werden muss. Durch diesen Anstieg an Verbindungen erhöht sich zwar der Druck auf den Speicher, nicht aber unbedingt auf die CPU. Aufgrund der Verbesserung des Speichers in Windows Server™ 2003 SP1 wir empfohlen, Exchange Server 2003 SP2 unter dieser Version des Windows®-Betriebssystems auszuführen.

Direct Push wurde entwickelt, um die Auswirkungen auf den E-Mail-Verkehr zu minimieren. Beispielsweise werden die Synchronisierungsvorgänge über Direct Push nur für die Ordner ausgeführt, in denen Änderungen ausgeführt wurden, d. h., es werden keine leeren Synchronisierungen übermittelt, wie das bei einer geplanten oder manuellen Synchronisierung der Fall wäre. Es gibt weitere Optimierungen, die sowohl vom Server als auch vom mobilen Gerät ausgeführt werden.

Exchange ActiveSync unterstützt SecurID. Allerdings müssen Sie für jede Anforderung an den Server den SecurID-Schlüssel erneut eingeben. Dadurch kann effektiv verhindert werden, dass Direct Push oder die geplante Synchronisierung verwendet wird, weil das mobile Gerät in diesen Fällen die Synchronisierung ohne Benutzereingriffe ausführen sollte.

Mit dem Webtool Microsoft Exchange ActiveSync Mobile Administration wird in SP2 das Feature für die Remotezurücksetzung hinzugefügt. Mithilfe dieses Tools können Administratoren und Helpdeskmitarbeiter verlorene, gestohlene oder auf andere Weise gefährdete mobile Geräte remote bereinigen. Nach Beendigung der Remotezurücksetzung erhält der Administrator eine Bestätigung, dass das mobile Gerät zurückgesetzt wurde. Die Möglichkeit einer Remotezurücksetzung ist hilfreich, wenn ein mobiles Gerät verloren geht oder das Gerät gestohlen wird und das Risiko besteht, dass auf persönliche oder vertrauliche Informationen zugegriffen wird.

Dieses Feature wird über eine Webanwendung aktiviert, auf die standardmäßig nur Exchange-Administratoren zugreifen können. Weitere Benutzer können bei Bedarf hinzugefügt werden. Über die Webanwendung können Sie die folgenden Aufgaben ausführen:

  • Anzeigen einer Liste aller mobilen Geräte, die von den Unternehmensmitarbeitern verwendet werden
  • Senden von Befehlen zur Remotezurücksetzung an mobile Geräte bzw. Abbrechen dieser Befehle
  • Anzeigen des Status ausstehender Anforderungen zur Remotezurücksetzung für die einzelnen mobilen Geräte
  • Anzeigen eines Transaktionsprotokolls, in dem angegeben wird, welche Administratoren Befehle zur Remotezurücksetzung ausgegeben haben – zusätzlich zu den mobilen Geräten, die von den Befehlen betroffen sind
  • Löschen einer alten oder nicht verwendeten Partnerschaft zwischen Geräten und Benutzern

Das Webtool Microsoft Exchange ActiveSync Mobile Administration ist im Download Center für Tools für Exchange Server 2003 unter Tools für Exchange Server 2003 verfügbar.

Mit Exchange Server 2003 SP2 können Sie die Kontakteigenschaften für einzelne Personen in der globalen Adressliste (GAL) auf dem genehmigten mobilen Gerät empfangen. Mithilfe dieser Eigenschaften können Sie schnell nach einer Person suchen und die Informationen abrufen, die Sie benötigen, um eine Verbindung mit dem Kontakt herzustellen.

Nachschlagevorgänge werden am besten mithilfe von Aliasname, Anzeigename, Vor- oder Nachname ausgeführt. Die Anzahl von Ergebnissen ist auf 100 Elemente beschränkt. Es ist daher sinnvoll, Abfragen einzugrenzen.

Die Suchabfrage ist eine Zeichenfolge, die verschiedene Eigenschaften des Active Directory®-Verzeichnisdiensts wie Anzeigename, Bürostandort, Alias und Vorname bezeichnet. Die Abfragezeichenfolge wird dann auf dem Server verwendet, um eine Präfixsuche nach indizierbaren Eigenschaften für die Auflösung mehrdeutiger Namen (Ambiguous Name Resolution, ANR) für alle E-Mail-aktivierten Objekte auf dem Exchange-Server auszuführen. Die Objekte, deren indizierbare ANR-Eigenschaften mit der Suchabfrage übereinstimmen, werden als Ergebnisse der Antwort zurückgegeben.

Mit der Antwort werden folgende 10 nicht anpassbare Eigenschaften bereitgestellt: Vorname, Nachname, Anzeigename, Bürostandort, Position, Unternehmen, Telefon Büro, Mobiltelefon, Alias und E-Mail-Adresse.

Zum Ausführen dieses Features müssen keine besonderen Anforderungen erfüllt oder Schritte ausgeführt werden. GAL-Nachschlagevorgänge sind standardmäßig installiert und aktiviert und können nicht deaktiviert werden.

Bislang gab es keine Lösung für das Erzwingen von Kennwörtern bei der Verwendung von Exchange Server. In SP2 wird diese Funktion nun bereitgestellt, indem eine zentrale Richtlinie zum Erzwingen eines Kennworts auf dem mobilen Geräte konfiguriert wird.

Wenn Sie die Richtlinie aktiviert haben, können Sie die folgenden Optionen für die Gerätesicherheit konfigurieren:

  • Minimale Kennwortlänge (Zeichen)   Mit dieser Option wird die Länge des Kennworts für das Gerät angegeben. Die Standardeinstellung ist 4 (dies ist auch die minimale Länge). Sie können bis zu 18 Zeichen angeben.
  • Zahlen und Buchstaben erforderlich   Mit dieser Option wird die Kennwortsicherheit festgelegt. Sie können die Verwendung eines Zeichens und/oder Symbols im Kennwort erzwingen.
  • Leerlaufzeit (Minuten)   Mit dieser Option wird festgelegt, wie lange das Gerät ohne Aktivität sein muss, bevor der Benutzer zur Eingabe des Kennworts aufgefordert wird.
  • Gerät nach Fehlversuchen entfernen (Versuche)   Mit dieser Option können Sie angeben, ob der Gerätespeicher nach mehreren fehlgeschlagenen Anmeldeversuchen zurückgesetzt werden soll.
  • Einstellungen auf dem Gerät aktualisieren (Stunden)   Mit dieser Option wird das Gerät gezwungen, die Richtlinien zu festgelegten Intervallen zu überprüfen und erneut herunterzuladen.
  • Zugriff für Geräte zulassen, die die Kennworteinstellungen nicht unterstützen Wählen Sie diese Option aus, wenn Sie angeben möchten, ob Geräte, die die Gerätesicherheitseinstellungen nicht vollständig unterstützen, mit Exchange Server synchronisieren können.
  • Ausnahmen   Wenn Sie diese Option auswählen, können Sie Benutzer angeben, für die die konfigurierten Einstellungen nicht gelten. Dazu fügen Sie die Benutzer der Liste für die Gerätesicherheitsausnahmen hinzu.

Weitere Informationen zum Verwenden der Richtlinie in der Benutzeroberfläche im Exchange-System-Manager sowie zu anderen Aufgaben hinsichtlich der Mobilität finden Sie in der aktualisierten Hilfe zu Exchange Server 2003 SP2 (die mit Exchange Server 2003 SP2 installiert wird).

 
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