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Verwenden von Exchange Server 2003-Belastungstools in einer Testumgebung

 

Letztes Änderungsdatum des Themas: 2009-04-02

In diesem Artikel wird erläutert, wie Sie eine Unternehmensumgebung mit Microsoft® Exchange Server 2003 vor der Implementierung in einer Produktionsumgebung in einer nicht zu Produktionszwecken verwendeten Testumgebung testen können. Wenn Sie Exchange Server 2003 zum ersten Mal bereitstellen oder ein Upgrade auf Exchange Server 2003 von früheren Versionen von Exchange ausführen möchten, sollten Sie den Bereitstellungsplan in einer Umgebung testen, die mit der Produktionsumgebung vergleichbar ist. Auch bei einem Upgrade auf neue Hardware oder eine neue Speicherlösung sollten Sie Exchange in der neuen Umgebung testen, bevor Sie die neue Hardware oder neue Speichergeräte in der Produktionsumgebung implementieren.

Wenn Sie Tests in einer Entwurfsumgebung ausführen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

  • Sie können überprüfen, ob die Hardwareanforderungen erfüllt werden.
  • Sie können einen reibungslosen Übergang für die Benutzer vorsehen.
  • Sie können die Leistungsverbesserungen messen, die mit der neuen Hardware oder Software erzielt werden.

In diesem Artikel finden Sie Informationen zum Planen, Einrichten, Implementieren und Analysieren Ihrer Tests mithilfe verschiedener Tools, die als Downloads für Exchange Server 2003 zur Verfügung gestellt werden. Weitere Informationen zu allen Downloads für Exchange finden Sie unter "Downloads für Exchange 2003" (http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=25097).

In diesem Artikel finden Sie z. B. Folgendes:

  • Richtlinien zum Abstimmen der einzelnen, für die Tests verfügbaren Belastungstools, sodass Sie die tatsächliche Produktionsumgebung ziemlich genau simulieren können.
  • Erläuterungen zu den verschiedenen Belastungstools und einen Vergleich dieser Tools, um ermitteln zu können, welche Sie am besten in den verschiedenen Phasen der Topologieüberprüfung und des Tests verwenden.
  • Informationen dazu, welche Tools zusammen zu verwenden sind, um die Produktionsumgebung zu simulieren.
  • Erläuterungen zum Überwachen der Tools und der Exchange-Server während der Tests.
  • Empfehlungen und Richtlinien zum Anpassen der Tests, falls erforderlich, basierend auf den Aktivitäten auf den einzelnen Exchange-Servern.

Dieser Artikel enthält keine Schritt-für-Schritt-Anleitungen zum Verwenden der Tools, die zum Ausführen von Belastungstests auf Exchange-Servern verfügbar sind. Stattdessen werden Links zu Dokumenten bereitgestellt, in denen Sie ausführliche Anweisungen zu den einzelnen Tools finden.

Testen Sie Ihre Exchange Server 2003-Bereitstellung mithilfe der folgenden Tools:

  • Exchange Server 2003 Jetstress-Tool
  • Exchange Server Load Simulator (LoadSim) 2003
  • Exchange Server Stress and Performance (ESP) 2003

Mit jedem dieser Tools wird ein anderer Bereich Ihres Exchange Server 2003-Bereitstellungsplans überprüft. Wenn Sie die drei Tools zusammen verwenden, können Sie die zugrunde liegende Speicherlösung sowie die Gesamtleistung der Server und der Speicherlösung bei Benutzeraktivität testen.

Der Belastungstest einer umfangreichen Exchange-Umgebung in einer Testumgebung wird in zwei Phasen unterteilt. In der ersten Phase wird die Speicherlösung, z. B. SAN-Geräte (Storage Area Network), Datenträgerarrays und interne Datenträger, auf denen Exchange-Daten gespeichert werden, dahingehend getestet, ob sie Ihre Anforderungen hinsichtlich Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit erfüllt. In der zweiten Phase wird das gesamte System, u. a. die Exchange-Serverhardware, Netzwerkfunktionen, Speicherlösung und Clientzugriff, geprüft, während Tests ausgeführt werden, die die Exchange-Benutzeraktivität simulieren.

Beim Testen der Speicherlösung sollte das Datenträgersubsystem in der Testumgebung dem Datenträgersubsystem der Produktionsumgebung möglichst ähnlich sein. Überprüfen Sie mithilfe des Jetstress-Tools, ob die Speicherkonfiguration der Last, die Exchange auf die Datenträger ausübt, angemessen ist.

Jetstress simuliert die Exchange-Datenträger-E/A-Last. Das Tool simuliert keine realen Benutzeraktivitäten. Vielmehr simuliert es die Last für Exchange-Datenbankdateien und Protokolldateien, die sich durch eine anzugebende Anzahl Benutzer ergibt. Weitere Informationen zum Ausführen von Jetstress-Tests finden Sie unter "Exchange Server 2003 Jetstress Tool" (http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=27883, in englischer Sprache).

Wenn Sie die Jetstress-Tests beendet und das Datenträgersubsystem überprüft haben, sollten Sie die durch das Tool erstellten Datenbank-und Protokolldateien löschen.

So löschen Sie durch Jetstress erstellte Datenbank- und Protokolldateien
  1. Wenn Sie Jetstress 2004 verwendet haben, löschen Sie das Verzeichnis c:\jetstress mit seinem gesamten Inhalt.

  2. Wenn Sie die Befehlszeilenvariante von Jetstress verwendet haben, löschen Sie die folgenden Verzeichnisse und ihren gesamten Inhalt:

    • C:\jetstress
    • G:\Jetstress_db1
    • H:\Jetstress_db2
    • I:\Jetstress_log1
    • J:\Jetstress_log2

Beim Benutzersimulationstest wird die Exchange-Umgebung in einer Testumgebung mit Belastungstools getestet, um zu überprüfen, ob das System unter Last die gewünschte Leistung erbringt. Für das Testen der Belastung auf Exchange-Server durch simulierte Benutzer werden zwei Tools empfohlen: LoadSim 2003 und ESP 2003. Diese Tools führen Aufgaben von einem Clientcomputer aus, wie sie auch von Benutzern auf einem E-Mail-Client ausgeführt werden. In den von den Tools ausgeführten Aufgaben werden Aktionen auf dem Exchange-Server simuliert. Wenn Sie LoadSim 2003 und ESP 2003 in einer der Produktionsumgebung ähnlichen Umgebung einsetzen, können Sie das für die Benutzer wahrnehmbare Leistungsverhalten der Exchange-Organisation überprüfen.

LoadSim 2003 simuliert Microsoft Office Outlook® 2003-Aufgaben und sendet Remoteprozeduraufrufe (RPCs) an einen Exchange-Server. Diese vom Client an den Server gesendeten RPCs verwenden das MAPI-Protokoll, das direkt auf den Exchange-Speicher zugreift. Weitere Informationen zum Ausführen von LoadSim finden Sie unter "Microsoft Exchange Server 2003 Load Simulator (LoadSim)" (http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=27882, in englischer Sprache).

Informationen zum optimalen Ausführen der LoadSim-Tests finden Sie unter "Zeit- und ressourcenintensive Aufgaben" weiter unten in diesem Artikel.

Benutzerprofile

LoadSim enthält vier Standardbenutzerprofile:

  • Heavy
  • Medium
  • Cached Mode
  • MMB3

Das Profil Heavy simuliert sehr genau Benutzer, die als Information Worker eingestuft sind und Outlook in großem Umfang verwenden. Benutzer mit diesem Profil erhalten ca. 210 Nachrichten pro Tag und senden ca. 50 Nachrichten pro Trag.

Benutzer mit dem Profil Medium erhalten ca. 140 Nachrichten pro Tag und senden ca. 30 Nachrichten pro Trag.

Das Profil Cached Mode simuliert Benutzer, die Outlook im Exchange-Cachemodus ausführen. Mit diesem Profil werden die Aufgaben Offline Address Book und Synchronize Folders aktiviert und die Aufgaben Process Inbox und Browse Mail deaktiviert. Benutzer mit diesem Profil erhalten ca. 160 Nachrichten pro Tag und senden ca. 45 Nachrichten pro Trag.

Das Profil MMB3 wird als Benchmark für das Vergleichen von Hardware- und Softwareprodukten verwendet. Hiermit soll kein bestimmter Typ von Benutzer in einer Produktionsumgebung simuliert werden.

Wenn Sie die Benutzerprofildaten aus der Produktionsumgebung erfasst haben, können Sie anhand dieser Daten Ihr eigenes Benutzerprofil anpassen.

So passen Sie Ihr Benutzerprofil an
  1. Start Sie LoadSim.

  2. Klicken Sie im Menü Configuration auf Test Properties.

  3. Wählen Sie im Feld User Groups eine Benutzergruppe aus, und klicken Sie dann auf Customize Tasks.

  4. Bearbeiten Sie auf der Registerkarte Tasks die Aufgaben in der Liste Tasks, sodass diese den Profildaten entsprechen, die Sie in der Produktionsumgebung gesammelt haben.

Postfachgröße

Die durchschnittliche Größe im Standardsatz von Nachrichten, die von LoadSim verwendet wird, beträgt ca. 100 KB. Sie können die Initialisierungsparameter in LoadSim anpassen, um eine Topologie zu erstellen, in der Benutzerpostfächer in einer Größe verwendet werden, die der mittleren Postfachgröße in der Produktionsumgebung entspricht. Damit die Postfächer während des LoadSim-Tests ungefähr dieselbe Größe beibehalten, können Sie die Anzahl von Nachrichten beschränken, die LoadSim in den Posteingängen und anderen Ordnern der Benutzer aufbewahrt. Indem Sie diese Anzahl auf die Anzahl von Nachrichten festlegen, die Sie in der Initialisierung festlegen, behalten die Benutzerpostfächer ungefähr die gleiche Größe.

So beschränken Sie die Anzahl von Nachrichten, die LoadSim im Posteingang und in anderen Ordnern eines Benutzers aufbewahrt
  1. Start Sie LoadSim.

  2. Klicken Sie im Menü Configuration auf Test Properties.

  3. Wählen Sie im Feld User Groups eine Benutzergruppe aus, und klicken Sie dann auf Customize Tasks.

  4. Wählen Sie auf der Registerkarte Tasks in der Liste Tasks die Option Process Inbox aus.

  5. Legen Sie im Feld Maximum Messages in Inbox die Option Limit to X messages fest, wobei X die Anzahl von Nachrichten ist, die sich zu einer bestimmten Zeit im Posteingang befinden dürfen.

  6. Wählen Sie in der Liste Tasks die Option Browse Mail aus.

  7. Legen Sie im Feld Maximum Messages in Folders die Option Limit to X messages fest, wobei X die Anzahl von Nachrichten ist, die sich zu einer bestimmten Zeit in allen anderen Ordnern befinden dürfen.

  8. Klicken Sie auf OK.

Zeit- und ressourcenintensive Aufgaben

Manche Aktivitäten in den LoadSim-Profilen sind für den Server äußerst zeit- und ressourcenintensiv. Wenn der Exchange-Server überlastet ist, können Sie die Aufgaben im LoadSim-Profil anpassen, um die Belastung des Exchange-Servers zu verringern. Die in diesem Abschnitt beschriebenen Aufgaben sind zeit- oder ressourcenintensiv und setzen den Exchange-Server der größten Belastung aus.

Eine Aufgabe, bei der der Exchange-Server einer extremen Belastung ausgesetzt wird, ist das Hinzufügen dynamischer Verteilerlisten zu Nachrichten.

So fügen Sie Nachrichten, die von LoadSim-Benutzern gesendet werden, dynamische Verteilerlisten hinzu
  1. Start Sie LoadSim.

  2. Klicken Sie im Menü Configuration auf Test Properties.

  3. Wählen Sie im Feld User Groups eine Benutzergruppe aus, die dynamische Verteilerlisten hinzufügen können soll, und klicken Sie dann auf Customize Tasks.

  4. Wählen Sie auf der Registerkarte Tasks in der Liste Tasks die Option Send Mail aus.

  5. Wählen Sie die Option Add a single DDL to X % of messages sent aus, und legen Sie den Prozentsatz im Feld an.

  6. Klicken Sie auf OK.

Durch das Hinzufügen einer dynamischen Verteilerliste zu Nachrichten wird dem Exchange-Server eine erhebliche Last hinzugefügt, insbesondere, wenn die dynamischen Verteilerlisten sehr umfangreich sind. Wenn Sie dynamische Verteilerlisten verwenden möchten, sollten Sie am besten zunächst dynamische Verteilerlisten mit wenigen Aliasen verwenden und eine dynamische Verteilerliste einem kleinen Prozentsatz von Nachrichten hinzufügen. Erstellen Sie beispielsweise eine dynamische Verteilerliste pro Postfachspeicher, und fügen Sie die dynamische Verteilerliste nur einem kleinen Prozentsatz von Nachrichten hinzu, z. B. 1 Prozent.

So können Sie dynamische Verteilerlisten erstellen oder die Größe von dynamischen Verteilerlisten ändern
  1. Start Sie LoadSim.

  2. Klicken Sie im Menü Configuration auf Topology Properties.

  3. Aktivieren Sie auf der Registerkarte Distribution Lists das Kontrollkästchen Use dynamic distribution lists.

  4. Wählen Sie entweder Create one for all LoadSim users, Create one per Server oder Create one per MDB aus.

  5. Klicken Sie auf OK.

  6. Klicken Sie im Menü Run auf Create Topology. Wenn Sie bereits Verteilerlisten und dynamische Verteilerlisten erstellt haben, werden diese gelöscht und mit den neuen Einstellungen neu erstellt.

Um die Last zu verringern, die auf den Exchange-Server ausgeübt wird, der Nachrichten an dynamische Verteilerlisten sendet, legen Sie einen separaten Server als Server für die Aufgliederung der Verteilerlisten für die einzelnen dynamischen Verteilerlisten fest, sodass die umfangreichen dynamischen Verteilerlisten nicht auf dem sendenden Server erweitert werden. Weitere Informationen zur Verwendung von Aufgliederungsservern finden Sie im Microsoft Knowledge Base-Artikel 328791 „SO WIRD'S GEMACHT: Use Expansion Servers in Exchange 2000“ (http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkID=3052&kbid=328791) (Seite in englischer Sprache).

Eine weitere LoadSim-Aufgabe, die zu einer erheblichen Belastung des Exchange-Servers führen kann, ist das Übernehmen von wahlfreien Sichten und Sortierreihenfolgen für Posteingang und andere Ordner. Sie können diese Aufgabe für den Posteingang in der Aufgabe Process Inbox und für andere Ordner in der Aufgabe Browse Mail konfigurieren.

Erhebliche Belastung für den Exchange-Server bedeutet auch, wenn der Parameter für die Anzahl von Terminen für die einzelnen Benutzer nicht korrekt konfiguriert ist. LoadSim erstellt sowohl einmalige Termine als auch wiederkehrende Termine. Ausschlaggebend ist der Prozentsatz von wiederkehrenden Terminen, der in der Aufgabe Make Appointments festgelegt ist. Alle von LoadSim erstellten wiederkehrenden Termine haben kein Enddatum. Daher sollte die Gesamtanzahl von Elementen im Kalender eines Benutzers sehr viel höher sein als die auf der Registerkarte Initialization angegebene Anzahl, wenn ein gewisser Prozentsatz von Terminen wiederkehrend ist. Kalenderaufgaben können sowohl zeit- als auch ressourcenintensiv sein, wenn der Kalender sehr groß ist.

Die Anmeldung von Benutzern kann zeitintensiv sein. Wenn Sie festlegen, dass Benutzer sich direkt zu Beginn des Tests anmelden sollen, melden sich alle Benutzer möglichst schnell an, und auf einem Clientcomputer werden andere Aufgaben erst gestartet, wenn alle Benutzer dieses Clients angemeldet sind. Die Anmeldung von 1.000 Benutzern sollte keine zehn Minuten dauern. Wenn Sie das Kontrollkästchen Log on immediately at the very beginning of the test aktivieren, beginnt LoadSim unmittelbar nach der Anmeldung eines Benutzers mit dem Ausführen anderer Aufgaben für diesen Benutzer. In diesem Fall kann es u. U. mindestens eine Stunde dauern, bis 1.000 Benutzer angemeldet sind. Zwar ist die Vorgehensweise schneller, wenn sich die Benutzer zu Beginn des Tests anmelden, aber sie simuliert nicht die Art und Weise, in der Benutzer sich in einer Produktionsumgebung anmelden. In einer Produktionsumgebung melden sie sich zu unterschiedlichen Zeiten an und beginnen mit der Ausführen von Aufgaben, sobald sie angemeldet sind.

So konfigurieren Sie die Benutzeranmeldung
  1. Start Sie LoadSim.

  2. Klicken Sie im Menü Configuration auf Test Properties.

  3. Wählen Sie im Feld User Groups eine Benutzergruppe aus, für die die Anmeldung konfiguriert werden soll, und klicken Sie dann auf Customize Tasks.

  4. Aktivieren bzw. deaktivieren Sie auf der Registerkarte Test/Logon das Kontrollkästchen Log on immediately at the very beginning of the test.

  5. Klicken Sie auf OK.

Problembehandlung

Informationen zum Behandeln von Problemen und Fehlern mit LoadSim finden Sie im Abschnitt "Troubleshooting and Q & A" des Load Simulator 2003-Dokuments, das mit dem LoadSim 2003-Tool heruntergeladen wird (in englischer Sprache).

ESP 2003 kann die folgenden Protokolle simulieren:

  • HTTP/DAV (auch als WebDAV bezeichnet)
  • Internet Message Access Protocol, Version 4rev1 (IMAP4)
  • Lightweight Directory Access Protocol (LDAP)
  • OLEDB
  • Post Office Protocol, Version 3 (POP3)
  • Simple Mail Transfer Protocol (SMTP)
  • Network News Transfer Protocol (NNTP)
  • Outlook Mobile Access Browse
  • MobileSync (auch als Exchange Server ActiveSync bezeichnet)

Weitere Informationen zu Exchange Server Stress and Performance 2003, finden Sie unter "Exchange Server Stress and Performance 2003" (http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=27881, in englischer Sprache).

Welcher Art der Protokollbelastung Sie in den Tests verwenden, hängt auf der Kombination der Clientsoftware ab, die Sie für die Produktionsumgebung vorgesehen haben. Wenn die Benutzer auf ihre Postfächer von IMAP4-Clients oder POP3-Clients aus zugreifen, sollten diese Protokolle in das Testszenario einbezogen werden. Wenn die Benutzer über Outlook eine Verbindung mit dem Exchange-Server herstellen, legen Sie den Schwerpunkt des Testszenarios auf das Testen mit LoadSim fest, wobei Outlook-Aufrufe an den Server simuliert werden. Wenn die Benutzer auf ihre Nachrichten remote über Microsoft Outlook Web Access, Outlook Mobile Access Browse oder MobileSync zugreifen können, sollten diese Protokolle in den Test einbezogen werden. Die Höhe der Belastung von diesen mobilen Clients, die Sie auf den Server im Test ausüben, sollte auf der voraussichtlichen Nutzung in der Produktion basieren. Diese kann sich im Laufe der Zeit ändern. Stellen Sie also sicher, Szenarien zu testen, in denen beim mobilen Zugriff zukünftige Nutzungssteigerungen berücksichtigt werden.

Beispiel für einen Multiprotokolltest

Im Folgenden finden Sie ein Beispiel für ein Testszenario für eine Multiprotokoll-Testumgebung. Der Exchange-Server in diesem Szenario hat 1.000 Benutzer, die in starkem Maße Outlook-Funktionen für E-Mail und Kalender verwenden. Eben diese Benutzer greifen gelegentlich über Outlook Web Access auf ihre Postfächer zu. Ungefähr 10 Prozent der Benutzer in diesem Beispiel verfügen auch über mobile Geräte und verwenden von Zeit zu Zeit Outlook Mobile Access Browse und MobileSync. Manche Benutzer dieses Szenarios greifen auch über POP3-Clients auf ihre Postfächer zu, wieder andere über IMAP4-Clients.

Der Test sollte 1.000 Benutzer mit dem LoadSim-Profil Heavy umfassen. In den Test sollten zudem die folgenden ESP-Module einbezogen werden: DAV, Outlook Mobile Access Browse, MobileSync, POP3 und IMAP4. Dieses werden während des LoadSim-Belastungstests ausgeführt.

Die Anzahl von gleichzeitigen DAV-Instanzen im Test sollte auf ca. 100 pro Exchange-Server beschränkt werden. Diese Anzahl von DAV-Instanzen trägt der Tatsache Rechnung, dass die Benutzer in diesem Beispiel normalerweise über Outlook eine Verbindung mit ihren Postfächern herstellen und Outlook Web Access als Sekundärclient verwenden.

Die Anzahl von gleichzeitigen Outlook Mobile Access Browse-Instanzen und MobileSync-Instanzen für den Test sollte sich auf je ca. 30 belaufen. Diese Anzahl von Outlook Mobile Access Browse- und MobileSync-Instanzen trägt der Tatsache Rechnung, dass in diesem Beispiel nur etwa 10 Prozent der Benutzer in der Organisation über mobile Geräte verfügen. Von diesen ist weniger als die Hälfte gleichzeitig verbunden.

Bevor Sie die Anzahl von gleichzeitigen POP3-Instanzen bestimmen, müssen Sie wissen, dass POP3 kein verbundenes Protokoll ist. Das bedeutet, dass Benutzer nicht ständig mit dem Server verbunden sind. Ein POP3-Client stellt eine Verbindung mit dem Server her, führt einige Aufgaben aus und trennt dann die Verbindung wieder. Die Anzahl von gleichzeitigen POP3-Verbindungen mit dem Exchange-Server ist also jederzeit relativ klein. Daher sollte sich die Anzahl von POP3-Instanzen für diesen Test auf fünf belaufen.

IMAP4 ist ein verbundenes Protokoll. Anders als POP3 bleiben IMAP4-Clients mit dem Exchange-Server auch während Leerlaufzeiten verbunden. Daher spiegelt die Anzahl von gleichzeitigen Verbindungen die voraussichtliche IMAP4-Nutzung wider. Die Anzahl von gleichzeitigen IMAP4-Instanzen für diesen Test sollte sich auf 100 belaufen.

Damit ein Test dieser Größenordnung mit mehreren verschiedenen Protokollen erfolgreich ausgeführt werden kann, beginnen Sie zunächst mit einer geringen Belastung, und steigern Sie dann die Belastung durch die Verwendung mehrerer Protokolle. Testen Sie zunächst jedes Protokoll einzeln, um sicherzustellen, dass die Konfiguration und Ihre Annahmen hinsichtlich der Höhe der Belastung mit der Hardware- und der Speicherkonfiguration übereinstimmen. Beginnen Sie bei Protokollen mit einer großen Anzahl von gleichzeitigen Verbindungen mit einer relativ kleinen Anzahl, ungefähr 10-20 Prozent der Gesamtanzahl von Verbindungen oder Benutzern. Lassen Sie die Belastung zwei Stunden lang bestehen, sodass sich die Aktivität auf dem Server nach der anfänglichen Anmeldung der Benutzer ausgleichen kann. Wenn die Server reibungslos ausgeführt werden, erhöhen Sie die Anzahl von Verbindungen in gleichbleibenden Schritten. Erhöhen Sie die Anzahl von Verbindungen so lange, bis die Gesamtanzahl von Verbindungen für den Test erreicht ist. Nachdem auf dieses Weise alle Protokolle getestet wurden, erhöhen Sie die Belastung, indem Sie mehrere Protokolle gleichzeitig hinzufügen. Erhöhen Sie auch hier die Anzahl von Verbindungen in gleichbleibenden Schritten.

Achten Sie beim Heraufsetzen der Belastung auf Fehler in den Tools und in der Ereignisanzeige. Überprüfen Sie die Datei loadsim.out auf dem Client auf Fehler. Überprüfen Sie das Ausgabefenster von LoadSim auf Warteschlangen mit ausstehenden Aufgaben. Wenn die Anzahl im Zähler Tasks Pending immer größer wird, kann der Exchange-Server die durch LoadSim generierte Last nicht verarbeiten. Untersuchen Sie die Ursache dieses Problems, bevor Sie den Test mit allen Protokollen starten. Wenn Sie Fehler in der Datei loadsim.out finden, lesen Sie den Abschnitt "Troubleshooting and Q&A" in Exchange Server Load Simulator 2003 (http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=27882, in englischer Sprache). Wenn Sie ESP ausführen, sollten Sie eine Protokolldatei führen und diese auf Verbindungsfehler, Fehler im Skript oder weiteren Dateien oder ESP-Konfigurationsfehler überprüfen.

So führen Sie eine Protokolldatei in Exchange Server Stress and Performance (ESP)
  1. Starten Sie ESP.

  2. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Host, und klicken Sie dann auf Properties.

  3. Doppelklicken Sie auf der Registerkarte Options auf das Wertfeld neben dem Parameter Log Results, und geben Sie Yes in dieses Feld ein.

  4. Wenn die Protokolldateien bei jedem Starten eines ESP-Moduls archiviert werden sollen, doppelklicken Sie auf das Wertfeld neben dem Parameter Archive Log, und geben Sie dann Yes in das Feld ein.

  5. Überprüfen Sie, ob der Wert für Log File Path korrekt ist.

  6. Klicken Sie auf OK.

Im Folgenden finden Sie Tipps zur Behandlung von Fehlern in ESP:

  1. Versuchen Sie, das gesamte Skript mit einer einzigen Instanz und ohne sleep-Befehle im Skript auszuführen. Wenn der Vorgang erfolgreich ausgeführt werden kann, fügen Sie schrittweise weitere Instanzen hinzu, bis Sie die erforderliche Anzahl von Instanzen erreicht haben.
  2. Versuchen Sie, die Aktion, die in ESP Fehler verursacht, manuell auszuführen. Wenn z. B. ein Fehler im DAV-Modul auftritt, melden Sie sich beim Postfach eines Benutzers an, indem Sie einen Webbrowser öffnen und die Webadresse [Exchange-Server]/exchange/[Benutzername] aufrufen. Tritt das Problem beim POP3-Modul auf, öffnen Sie eine TCP-Verbindung an Port 110, und versuchen Sie, sich anzumelden und die Aktion abzuschließen, die Fehler verursacht. Manuelle Tests sind oft hilfreich, um zu erkennen, wo ein Problem auftritt.

Erstellen Sie auf jeden Fall Systemmonitorprotokolle auf dem Exchange-Server, während Sie die Tests mit steigernder Belastung und die eigentlichen Tests ausführen. Informationen zu den zu protokollierenden Indikatoren und zu beachtenden Schwellenwerten finden Sie unter Behandeln von Leistungsproblemen bei Microsoft Exchange Server 2003 (http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=22811).

 
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