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Auswählen von Exchange Server 2003-Hardware für die Wiederverwendung mit Exchange Server 2007

 

Letztes Änderungsdatum des Themas: 2006-04-18

Bei der Auswahl von Hardware für die Computer, auf denen Microsoft® Exchange Server ausgeführt werden soll, müssen Sie einige Aspekte in Betracht ziehen. Zwei der kritischsten Ressourcen sind der Prozessor und der Arbeitsspeicher (RAM).

In diesem Artikel erhalten Sie grobe Richtlinien für Prozessor- und Arbeitsspeicherkonfigurationen, die eine gute Leistung für Exchange Server 2003 sowie eine leistungsfähige Plattform für Exchange Server 2007 bieten. Es werden außerdem Empfehlungen gegeben, wie Serverhardware, die für Exchange 2003-Funktionen bereitgestellt wurde, für Exchange 2007 auf Basis der einzelnen Serverfunktionen wiederverwendet werden kann (z. B. die Serverfunktionen Mailbox und ClientAccess). Mit diesen Faktoren im Hinterkopf habe ich versucht, sichere oder zumindest höchst zuverlässige Voraussagen hinsichtlich der Prozessor- und Arbeitsspeicherkonfigurationen zu treffen, die gut für Exchange 2007-Serverfunktionen geeignet sind, um so Administratoren bei der Wartung aktueller Exchange 2003-Umgebungen im Hinblick auf zukünftige Entwicklungen zu unterstützen.

noteAnmerkung:
Diese Informationen werden unter dem Vorbehalt bereitgestellt, dass sich Exchange 2007 noch in der Entwicklungsphase befindet und dass sich die Werte von Prozessoren und Arbeitsspeicher ändern können. Die vorliegenden Informationen werden im Rahmen der Definition von bewährten Methoden ("Best Practices") für Exchange 2007 noch aktualisiert.

Der primäre Unterschied bei der Hardware für Exchange 2003 und für Exchange 2007 liegt im Wechsel von einer 32-Bit-Plattform (Exchange 2003) zu einer 64-Bit-Plattform (Exchange 2007). Exchange 2007 wird in Produktionsumgebungen nur unterstützt, wenn es unter einer x64-basierten Version von Windows Server 2003 ausgeführt wird.

Der Wechsel von einer 32-Bit-Plattform zu einer 64-Bit-Plattform erfordert einen neuen Ansatz bei der Auswahl von Serverhardware für Exchange, insbesondere bei Prozessor und Arbeitsspeicher.

Wir empfehlen die Wahl eines Prozessors, auf dem sowohl 32-Bit- als auch x64-basierte Versionen von Windows 2003 ausgeführt werden können. Die folgenden Prozessoren unterstützen 32-Bit- und x64-basierte Versionen von Windows 2003. Auf diese Weise werden gleichzeitig aktuelle Bereitstellungen von Exchange 2003 sowie zukünftige Bereitstellungen von Exchange 2007 unterstützt:

  • AMD Opteron
  • Intel Xeon mit EM64-Technologie
    noteAnmerkung:
    In diesem Thema enthaltene Informationen von Drittanbieter-Websites werden als Unterstützung zum Auffinden der benötigten technischen Informationen zur Verfügung gestellt. Die URLs können ohne vorherige Ankündigung geändert werden.

Jeder dieser Hersteller liefert auch x64-fähige Desktopprozessoren, auf denen x64-basierte Versionen von Windows 2003 ausgeführt werden können (z. B. AMD Athlon64 und Intel Pentium D mit EM64T). Aus Gründen der Einfachheit konzentriert sich dieser Artikel aber auf Prozessoren, die vom Design her auf Serverbereitstellungen ausgelegt sind.

Es ist wichtig, dass Sie zur Kenntnis nehmen, dass der Prozessor Intel Itanium (IA64) x64-basierte Versionen von Windows 2003 nicht unterstützt, weshalb er auch nicht für Bereitstellungen von Exchange 2007 geeignet ist. Exchange 2007 ist so konzipiert, dass es nur auf x64-fähigen Prozessoren (wie die oben aufgeführten) ausgeführt werden kann. Exchange 2007 kann nicht auf Itanium-basierten Systemen ausgeführt werden.

Ungeachtet, für welchen Serverprozessor Sie sich entscheiden, ist es unerlässlich, dass Sie das Serverprodukt den Tests unter Designed for Windows unterziehen, um sicherzustellen, dass es von Microsoft unterstützt wird. Server, die unter Windows Server Catalog aufgeführt sind, entsprechen diesen Kriterien. Wenn Ihr Server dort nicht aufgeführt wird, sollten Sie bei Ihrem Lieferanten nachfragen, ob der "Designed for Windows"-Logotest zurzeit durchgeführt wird, oder ob der Server den Test bereits bestanden hat und lediglich die Website noch nicht aktualisiert wurde.

In TechNet finden Sie in der x64 Newsgroup (in englischer Sprache) eine Vielzahl weiterer Informationen zum Umstieg von 32-Bit-Windows auf 64-Bit-Windows.

Die Antwort ist einfach: ja. Umfangreiche Tests mit Doppelkernprozessoren haben gezeigt, dass Exchange von der Doppelkerntechnologie profitiert. Der Leistungsvorteil für Exchange aufgrund der Doppelkerntechnologie hängt vom im Einzelnen verwendeten Prozessor ab. Die Ergebnisse der Tests mit Exchange 2003 auf Doppelkernprozessoren haben wir im Microsoft Knowledge Base-Artikel 827281, CPU and memory scalability for Exchange Server 2003 and for Exchange 2000 Server (in englischer Sprache), zusammengefasst. Darüber hinaus lässt sich die Leistungssteigerung bestimmter Doppelkernimplementationen gut zeigen, indem die MMB3-Ergebnisse eines Servers mit 4 Prozessoren auf Einzelkernbasis mit denen eines Servers mit 2 Prozessoren auf Doppelkernbasis verglichen werden. Diese Ergebnisse wurden auf der Website Performance Benchmarks for Computers Running Exchange Server 2003 (in englischer Sprache) veröffentlicht.

Heutzutage stellen Doppelkernprozessoren hinsichtlich Kosten und Leistung eine attraktive Alternative für Server mit Exchange 2003 und Exchange 2007 dar. Wenden Sie sich an Ihren Serverlieferanten, um Informationen über die Vorteile der Doppelkerntechnologie für Exchange bei einer ganz bestimmten, vorgegebenen Hardwarearchitektur zu erhalten.

Exchange 2007 ermöglicht aufgrund der 64-Bit-Architektur eine wesentlich bessere Speicherausnutzung als Exchange 2003. Wegen der Einschränkungen durch den virtuellen Adressraum bei einer 32-Bit-Plattform ist bei Exchange 2003 die Verwendung von physikalischem Arbeitsspeicher auf maximal 4 GB begrenzt. Im Gegensatz dazu kann Exchange 2007 unter einer x64-basierten Version von Windows 2003 bis zu 16 GB Arbeitsspeicher und mehr (Mailbox-Funktion) effizient verwalten. Diese Veränderung muss bei der Zusammenstellung der Serverhardware für Exchange 2003, die migrationsfähig zu Serverfunktionen von Exchange 2007 sein soll, berücksichtigt werden. Die folgenden Faktoren müssen in Betracht gezogen werden:

  • Maximale Arbeitsspeicherkonfiguration des Servers   Unterschiedliche Serverarchitekturen haben verschiedene Grenzwerte für Arbeitsspeicher. Es wird empfohlen, die folgenden technischen Spezifikationen des Servers zu überprüfen, um die Kriterien zu ermitteln, die sich auf die maximale Arbeitsspeicherkonfiguration auswirken. Auf diese Weise kann sichergestellt werden, dass Arbeitsspeicherweiterungen von Exchange 2003 zu Exchange 2007 wirtschaftlich sinnvoll vollzogen werden können:
    • Geschwindigkeit des Arbeitsspeichers   Manche Serverarchitekturen erfordern langsameren Speicher, um die Speichermenge bei einem bestimmten Server bis hin zu zweistelligen Gigabytemengen erweitern zu können (z. B. ist der maximale Serverarbeitsspeicher bei PC3200-RAM auf 16 GB bzw. auf 32 GB bei Verwendung von PC2700-RAM begrenzt). Versichern Sie sich beim Hersteller, dass Ihr Konfigurationsziel für den Arbeitsspeicher sowohl für Exchange 2003 als auch für Exchange 2007 hinsichtlich der Geschwindigkeit kompatibel ist.
    • Größe der Speichermodule   Welche Speichermodulgröße wird von dem Server maximal unterstützt? Im Allgemeinen gilt die Regel, dass die größten Speichermodule auch die kostspieligsten sind. Zwei DDR SDRAM-Speichermodule mit je 1 GB sind normalerweise billiger als ein einzelnes DDR SDRAM-Modul mit 2 GB. Stellen Sie bei der Planung für einen Server mit Exchange 2003 sicher, dass die maximal unterstützte Speichermodulgröße ebenfalls die Zielanforderungen für den Arbeitsspeicher unter Exchange 2007 erfüllt. Es ist durchaus sinnvoll, beim Erwerb leistungsfähigerer Arbeitsspeichermodule für eine Exchange 2003-Bereitstellung mehr Geld auszugeben, damit sichergestellt ist, dass die Anforderungen an den Arbeitsspeicher unter Exchange 2007 auch in Zukunft noch erfüllt werden.
    • Gesamtzahl der Speicherbänke   Wie viele Speichermodule werden von einem bestimmten Server unterstützt? Die Multiplikation der Gesamtzahl der Speicherbänke mit der maximal unterstützten Speichermodulgröße ergibt die maximale Arbeitsspeicherkonfiguration für den Server. Berücksichtigen Sie dabei, dass Arbeitsspeichermodule in manchen Fällen paarweise installiert werden müssen.
  • Arbeitsspeichererweiterungs-Pfad von Exchange 2003 zu Exchange 2007   Wenn Sie die Anforderungen eines bestimmten Servers hinsichtlich des Arbeitsspeichers kennen, können Sie gleichzeitig mit den optimalen Arbeitsspeicherkonfigurationen für Exchange 2003 einen Erweiterungspfad für Exchange 2007 entwerfen.
    Beispiel   In diesem Beispiel nehmen wir an, dass ein Server für Exchange 2003 (Back-End/Mailbox-Funktion) gekauft werden soll. Die bewährte Praxis für maximalen Arbeitsspeicher unter Exchange 2003 sieht 4 GB vor. Sie möchten aber sicherstellen, dass der Arbeitsspeicher bei der Bereitstellung von Exchange 2007 auf 16 GB erweitert werden kann. Bei Analyse der technischen Herstellerangaben finden Sie Folgendes heraus:
    • Geschwindigkeit des Arbeitsspeichers   Laut Spezifikation werden bei PC3200-RAM 16 GB unterstützt, aber für 32 GB wird PC2700-RAM benötigt.
    • Größe der Speichermodule   Laut Spezifikation beträgt die maximal unterstützte Speichermodulgröße 4 GB.
    • Gesamtzahl der Speicherbänke   Laut Spezifikation sind insgesamt acht Speicherbänke vorhanden (8*4 GB = 32 GB maximale Arbeitsspeicherkonfiguration). In den Spezifikationen wird außerdem darauf hingewiesen, dass Arbeitsspeicher immer paarweise installiert werden muss.

Aus diesen Informationen lässt sich ableiten, dass PC2700- oder PC3200-Speichermodule mit jeweils 2 GB eine gute Arbeitsspeicherkonfiguration für Exchange 2003 bereitstellen (2 x 2 GB). Darüber hinaus kann der Server auf 16 GB (8 x 2 GB) erweitert werden, um die E/A-Belastung eines Exchange 2007-Mailbox-Servers in der Zukunft deutlich zu verringern. Würden für die Exchange 2003-Konfiguration Speichermodule mit 1 GB gewählt, könnte der Server nicht auf 16 GB erweitert werden, ohne die 1-GB-Speichermodule zu entfernen und durch 2-GB-Module zu ersetzen. Bei dieser Planungsmethode ist zu berücksichtigen, dass manche Server bei einer höheren Anzahl belegter Speicherbänke eine Leistungssteigerung erfahren, während dies bei anderen Servern zu einer Verringerung der Leistung führen kann. Vergewissern Sie sich bei Ihrem Hardwarelieferanten, wie es bei einer bestimmten Serverarchitektur um diesen Effekt bestellt ist.

Die folgende Tabelle kann Ihnen beim Kauf von Serverhardware helfen, die für die Verwendung mit Serverfunktionen von sowohl Exchange 2003 als auch von Exchange 2007 gedacht ist. Ziel dieser Tabelle ist es, Ihnen eine Obergrenze für praktikable Prozessor-/Arbeitsspeicherkonfigurationen für Exchange 2007 an die Hand zu geben. Es handelt sich hierbei nicht um die Formulierung einer bewährten Methode, sondern lediglich um eine einfache Richtlinie für den Kauf von Serverhardware für Exchange 2003, die ebenfalls mit Exchange 2007 verwendet werden kann. Die Effektivität hinsichtlich Hardwarekosten und Leistung für jede Exchange 2007-Serverfunktion muss noch ermittelt werden.

 

Exchange 2003     Exchange 2007    

Funktion

Max. Prozessorkonfiguration

Max. Speicherkonfiguration

Funktion

Max. Prozessorkonfiguration

Max. Speicherkonfiguration

Gateway/Bridgehead

2 x Doppelkern

2 GB

Edge-Transport/Hub-Transport

2 x Doppelkern

8 GB

Front-End-Server (FE)

2 x Doppelkern

2 GB

ClientAccess-Server/UnifiedMessaging-Server

2 x Doppelkern

8 GB

Back-End-Mailbox-Server (BE)/Public Folder-Server

4 x Doppelkern

4 GB

Mailbox-Server

4 x Doppelkern

32 GB

Beispiel   Bei der Auswahl einer Serverplattform für einen Exchange 2003-Mailbox-BE-Server, der auch als Exchange 2007-Mailbox-Server wiederverwendet werden soll, wäre es sinnvoll, einen Server zu wählen, der über eine maximale physikalische Arbeitsspeicherkapazität von 32 GB für eine erweiterte Bereitstellung (ca. 4000 Postfächer pro Server) verfügt. Die Wahl eines Servers mit einer maximalen physikalischen Arbeitsspeicherkapazität von 8 GB wäre für diese Funktion äußerst unglücklich, weil beim Übergang zum Exchange 2007-Betrieb eine wirksame Reduzierung der E/A-Belastung durch 16 GB oder 32 GB Arbeitsspeicher nicht möglich wäre. Die oben umrissenen Maximalkonfigurationen für Exchange 2007 stellen keine "optimalen" Konfigurationen dar, sondern die aktuellen Maximalwerte an denen sich die Exchange Product Group bei der Entwicklung orientiert.

Ich hoffe es ist mir gelungen, Ihnen zumindest einen Einblick zu gewähren, wie Serverhardware für Exchange 2003, die auch in zukünftigen Bereitstellungen von Exchange 2007 wiederverwendbar ist, gewählt werden sollte. Durch eine effektive Planung, die sich an den grundlegenden Anforderungen beider Versionen an Prozessor und Arbeitsspeicher orientiert, können Sie von den heutigen Investitionen in aktuelle Exchange 2003-Infrastrukturen auch noch zukünftig unter Exchange 2007 profitieren.

 
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