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Leistung von Exchange Server 2003: Zehn Punkte, die Sie berücksichtigen sollten

 

Letztes Änderungsdatum des Themas: 2006-06-13

Die Leistung von Microsoft® Exchange-Servern ist ein komplexes Thema, das aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet werden kann. Zur Vereinfachung dieses Themas habe ich zehn Überlegungen betreffend den Entwurf, die Implementierung und den Betrieb einer Exchange Server 2003-Plattform für maximale Leistungsfähigkeit angestellt und hier zusammengetragen. Darüber hinaus enthält dieses Dokument auch Links zu anderen Ressourcen, in denen Sie weitere Details finden. Diese Liste bezieht sich in erster Linie auf Exchange Server 2003, aber es gibt auch grundlegende Prinzipien, die ebenso für Exchange 2000 Server und Exchange Server 5.5 gelten.

Eine robuste Architektur für die Bereitstellung von Exchange-Servern ist wie ein solides Fundament für den Hausbau. Wenn die Bodenplatte Risse hat, spielt es keine Rolle, wie gut das darauf errichtete Haus ist.

Wie bereits im Handbuch Planen eines Exchange Server 2003-Messagingsystems erwähnt, müssen vor der Planung eines auf Exchange basierenden Nachrichtenübermittlungssystems Daten zum Unternehmen und auch technische Daten gesammelt werden. Exchange ist von einer Vielzahl von Infrastrukturtechnologien wie dem TCP/IP-Netzwerk, den Namensauflösungsdiensten (DNS und NetBIOS), dem Verzeichnisdienst Active Directory® und den Internetinformationsdiensten (Internet Information Services, IIS) abhängig. Wenn eine oder mehrere dieser Infrastrukturkomponenten ausfallen, überlastet oder beeinträchtigt werden, kann dies negative Auswirkungen auf die Exchange-Leistung haben oder, was noch schlimmer ist, die Endbenutzer oder Kunden sind nicht in der Lage, das E-Mail-System zu verwenden.

Daher ist es besonders wichtig sicherzustellen, dass für die Exchange-Server und die Outlook-Clients ein globaler Katalogserver zur Verfügung steht und dass ausreichend Netzwerkbandbreite zur Verfügung steht.

Alle Exchange-Server und -Benutzer sollten einen schnellen Zugriff auf einen globalen Katalogserver haben. Die Nähe des globalen Katalogservers zum Exchange-Server und zum Clientcomputer beeinflusst die Leistung des Clients. Mindestens ein globaler Katalogserver muss in jeder Domäne mit Exchange-Servern installiert werden. Um optimale Leistung in großen Organisationen zu erreichen, sind weitere globale Katalogserver erforderlich. Darüber hinaus sollten Sie die Verwendung des Registrierungswerts Closest GC auf dem Outlook-Client in Betracht ziehen, wenn sich der Exchange-Server und der Microsoft Outlook®-Client nicht am gleichen Active Directory-Standort befinden.

Zwischen den Prozessoren für Exchange und den Prozessoren für globale Katalogserver sollte ein Verhältnis von 4:1 bestehen, vorausgesetzt, die Prozessoren haben ähnliche Geschwindigkeiten. Es können jedoch weitere globale Katalogserver erforderlich werden, wenn diese stärker beansprucht werden, eine große Active Directory-Implementierung vorhanden ist, die Anwendungen häufig verwendet oder umfangreiche Verteilerlisten verwaltet werden müssen. Mit Exchange 2003 können globale Katalogserver mit bis zu acht installierten Prozessoren verwendet werden.

  • Für ein Optimum an Leistung müssen bestimmte Anforderungen an die Bandbreite erfüllt werden. Bei MAPI-Clients kann die Anzahl der gleichlaufenden Benutzer mit 2.5 Kbit/s multipliziert werden, um die Anforderungen and die verfügbare Bandbreite einschätzen zu können. Bei intensiver Nutzung der MAPI-Schnittstelle kann der Wert stattdessen auch mit 3,0 Kbit/s multipliziert werden. Darüber hinaus sollten Sie auch sicherstellen, dass die verfügbare Netzwerkbandbreite mindestens 20 Prozent höher als die für die Client/Server- und die Server/Server-Kommunikation erforderliche Bandbreite ist, um ein Optimum an Leistung sicherzustellen.
  • Für eine optimale Leistung von Outlook Web Access möchten Sie ggf. Internet Explorer 6 mit Service Pack 1 bereitstellen. Zur Sicherstellung, dass die Komprimierung von Outlook Web Access aktiviert wird, müssen Sie HTTP 1.1 aktivieren (HTTP 1.1 über Proxyverbindungen in Fällen, in denen Proxyserver verwendet werden). Weitere Informationen über die Steigerung der Leistung für die Benutzer von Outlook Web Access finden Sie im Microsoft Knowledge Base-Artikel 327675, HOW TO: Increase Outlook Web Access Performance (in englischer Sprache).

Eine sehr häufige Frage von Exchange Server-Architekten lautet: Wie viele Benutzer kann ein einziger Exchange 2003-Server unterstützten, ohne dass die Leistung beeinträchtigt wird? Oder, was meine Freunde mich häufig fragen, Ich habe X Benutzer, kannst du mir nicht einfach sagen, wie viele Server ich brauche? Wie Sam Khavari schon in seinem Blog im Mai 2004 sagt, ist es schwierig, eine einfache Antwort auf die Frage nach der Serverauslegung zu geben. Die minimalen Systemanforderungen für Exchange 2003 sind die gleichen wie die für Exchange 2000, d. h. wenn ein Umstieg von Exchange 2000 auf Exchange 2003 ansteht, besteht keine Notwendigkeit zum Aktualisieren der Hardware. Sie müssen jedoch darüber nachdenken, ob Sie die Server nach der Installation von Exchange 2003 in anderer Weise nutzen werden. Wenn Sie beispielsweise planen, mit abfragebasierten Verteilergruppen zu arbeiten, benötigen Sie ggf. leistungsfähigere Hardware für den/die Server, damit die Abfragen erweitert werden können.

In fast allen Fällen benötigen Sie nicht mehr als 4 GB physischem Speicher in einem Exchange Server. Exchange kann nicht mehr als 3 GB physischen Speicher nutzen, und es werden keine Erweiterungsspeichertechnologien wie physische Adresserweiterungen unterstützt. Wenn ein Exchange-Server über 4 GB RAM verfügt, werden 3 GB normalerweise für Exchange genutzt, und das verbleibende eine GB wird für Microsoft Windows® und zusätzliche Anwendungen (wie Datensicherung, Antivirenprogramm, Verwaltung und weitere Unterstützungssoftware) verwendet.

Stellen Sie sicher, dass Sie die für Exchange 2003 geeignete Hardware verwenden:

Wenn Sie präzisere Spezifikationen benötigen, verwenden Sie die folgenden Tools für die Hardwareauslegung:

Die Zielsetzung der Optimierung eines Exchange-Servers besteht darin, die Reaktionszeit des Servers zu verringern, während gleichzeitig die Anzahl der unterstützten Benutzer erhöht wird. Ein Optimum an Leistung wird erzielt, wenn jeder Exchange-Server ordnungsgemäß eingestellt und konfiguriert wird.

Beginnen Sie bei der Optimierung eines Exchange-Servers mit der Hardware, und stellen Sie zwei Fragen:

  • Gibt es irgendwelche BIOS-, Firmware- oder Treiberaktualisierungen, die eingespielt werden müssen? Informieren Sie sich beim Hersteller Ihrer Hardware, ob irgendwelche Aktualisierungen für das BIOS des Servers, das BIOS und die Firmware des Controllers, die Firmware der Netzwerkkarte, des Bandlaufwerks, die Rückwandplatine usw. gibt. Viele Firmwareaktualisierungen beinhalten Treiberaktualisierungen, die zuerst eingespielt werden müssen, also sollten Sie sichergehen, dass Sie auch diese anwenden. Bevor Sie auf Ihren Systemen Aktualisierungen einspielen, prüfen Sie diese in einer Testumgebung, die ein Abbild Ihrer Produktionsumgebung darstellt. Wenn keine Testumgebung zur Verfügung steht, sollten Sie in Betracht ziehen, die Tests in einer virtuellen Umgebung durchzuführen, die mit Microsoft Virtual PC 2004 oder Microsoft Virtual Server 2005 eingerichtet werden kann.
  • Gibt es irgendwelche Hardwarekomponenten, die justiert oder deaktiviert werden können, um Ressourcen zu sparen oder die Angriffsfläche (bzw. den RASQ [Relative Attack Surface Quotient]) des Systems zu minimieren? Möglicherweise gibt es Hardwarekomponenten in den Servern, die nicht unbedingt benötigt werden. COM-Anschlüsse, parallele Anschlüsse und USB-Anschlüsse sind Beispiele hierfür. Zugegeben, solche Anschlüsse können bei der erweiterten Fehlerbehebung oder in einer unbeaufsichtigten Umgebung hilfreich sein; wenn Sie mit solchen Aktivitäten jedoch nicht befasst sind, benötigen Sie diese Anschlüsse nicht. Das Deaktivieren dieser Anschlüsse kann zudem die physische Sicherheit erhöhen, weil sich dadurch die Anzahl der E-/A-Kanäle des Systems verringert.

Gibt es Möglichkeiten zur Feinabstimmung von Windows zwecks Leistungssteigerung? Aber klar. Beginnen Sie damit, alle nicht benötigten Dienste anzuhalten. Eine Liste der Standarddienste und von deren Startwerten finden Sie unter Default settings for services (in englischer Sprache) in der Produktdokumentation zu Windows Server 2003. Eine der Liste der für Exchange Server 2003 benötigten Windows-Dienste finden Sie zudem in Kapitel 2, „Abhängigkeiten von Exchange Server 2003“ des Technischen Referenzhandbuchs für Exchange Server 2003 und im Exchange Server 2003-Sicherheitshandbuch. Zu den nicht benötigten Diensten gehören in der Regel folgende:

  • Browser
  • DFS (Distributed File System)
  • Client für die Verfolgung von verteilten Links
  • MSDTC (Microsoft Distributed Transaction Coordinator) (außer in einem Exchange-Cluster)
  • Druckspooler (außer auf einem Exchange Server, der auch als Terminal Server verwendet wird)
  • Aufgabenplaner
  • Drahtloskonfiguration

Möglicherweise möchten Sie basierend auf der Rolle des Exchange-Servers und der Anzahl der im System vorhandenen Postfächer auch die Einstellung für die Datei- und Druckerfreigabe für Microsoft-Netzwerke anpassen (auch als Speicherverwaltung bezeichnet). Auf Front-End-Server, Bridgeheadservern und Servern für Postfächer oder Öffentliche Ordner mit weniger als 500 Client sollten Sie die Speicherverwaltung für das Dateicaching anpassen. Auf Servern für Postfächern und Öffentliche Ordner mit 500 oder mehr Clients sollten Sie die Speicherverwaltung für Netzwerkanwendungen anpassen.

Wenn Exchange auf einigen oder allen Messagingservern bereits ausgeführt wird, besteht die einfachste Möglichkeit zum Prüfen, ob Exchange und Windows ordnungsgemäß angepasst wurde, darin, das Microsoft Exchange Server Best Practices Analyzer Tool (ExBPA) herunterzuladen und zu verwenden.

Exchange 2003 unterstützt XML, WebDAV und Active Server Pages sowie Datenzugriffstechnologien wie OLE DB und ActiveX Data Objects (ADO). Eine vollständige Liste der verfügbaren Exchange-Entwicklungstechnologien finden Sie im Exchange Server 2003 Software Development Kit. Im Allgemeinen gilt, dass umso mehr E/As pro Benutzer benötigt werden, je mehr Anwendungen zum Bearbeiten von Daten genutzt werden (aufgrund von vergrößerten Indizes, Suchordnern, Inhaltskonvertierung sowie eines Anstiegs der Anzahl Anforderungen pro Benutzer).

Berücksichtigen Sie im Zusammenhang mit der Leistung Folgendes, ungeachtet der verwendeten Technologie oder Sprache:

  • Deep Traversals   Da bei Deep Traversals potenziell jeder Ordner in der Hierarchie geprüft wird, sollten sie nur sparsam eingesetzt werden, um die Arbeitslast des Servers zu reduzieren. Im Allgemeinen sollten Deep Traversals zum Durchsuchen großer Öffentlicher Ordner und deren Hierarchien vermieden werden.
  • Suchen zur Nachrichtenverfolgung mithilfe der Windows-Verwaltungsinstrumentation (WMI)   Mit den Nachrichtenverfolgungsfunktionen von Exchange 2003 können Administratoren Nachrichten verfolgen, die über Exchange-Transporte weitergeleitet werden. Unter anderem ermöglicht die Nachrichtenverfolgung die Diagnose von Nachrichtenübermittlungsproblemen und die Sicherstellung, dass die Exchange-Routingkonfiguration ordnungsgemäß funktioniert. Exchange-Administratoren können WMI für den programmgesteuerten Zugriff auf die Exchange_MessageTrackingEntry-Klasse verwenden. In diesem Fall empfiehlt sich die Verwendung von Datums- und Uhrzeiteinschränkungen. Ohne solche Einschränkungen werden alle Nachrichtenverfolgungseinträge durchsucht, wodurch die gesamte Serverleistung negativ beeinflusst wird.
  • Registrieren von Speicherereignissenken   Wenn eine Ereignissenke für alle Postfächer in einem Speicher registriert werden muss, sollte die Ereignissenke für speicherweite Ereignisse registriert werden. Nach dem Start sucht und lädt Exchange alle registrierten Ereignissenken, was einige Zeit in Anspruch nimmt. Werden anstelle eines einzigen speicherweiten Ereignisregistrierungselements viele einzelne Ereignissenkenregistrierungen verwendet, wird die Startzeit des Servers erheblich erhöht.
  • Verwenden von Speicherereignissenken   Gehen Sie beim Ausführen von Speicherereignissenken immer umsichtig vor, besonders, wenn Sie synchrone Ereignissenken verwenden. Eine synchrone Ereignissenke wird nach einer Datenanforderung an den Exchange-Speicher ausgelöst, bevor das Element an den Speicher übergeben wird. Während der Verarbeitung des Elements liegt die exklusive Steuerung hierüber bei der synchronen Ereignissenke. Daher kann eine komplexe oder schlecht programmierte Senke dafür sorgen, dass eine Ressource für einige Zeit blockiert wird oder sogar bewirken, dass die Leistung des Exchange-Servers vollständig einbricht.
  • Verwenden von Suchordnern für wiederholte Suchanfragen   Wenn Sie häufig mit der gleichen Suchabfrage arbeiten, empfiehlt sich die Verwendung von Suchordnern. Beim Erstellen eines Suchordners geben Sie eine SQL-Abfrage an, anhand derer der Exchange-Speicher den Ordner mit Elementen füllt. Nach dem Füllen des Ordners werden Verknüpfungen zu allen Elementen, die Ihrer Anforderung entsprechen, in den Ordner gesetzt. Die SQL-Abfrage wird im Hintergrund ausgeführt, und der Ordner wird regelmäßig aktualisiert, wodurch die Systemressourcen effizienter genutzt werden. Dennoch sollten nicht mehr Suchordner als nötig verwenden. Verwenden Sie, sofern möglich, kleine Bereiche für Ihre Suchläufe.
  • MAPI-Objektbeschränkungen   Vor der Entwicklung von MAPI-basierten Anwendungen für Exchange 2003 sollten Sie sich mit den MaxObjsPerMapiSession-Beschränkungen vertraut machen. Jedes über MAPI angeforderte Objekt belegt Ressourcen auf dem Server (genauer gesagt, Speicher im Adressraum des Speichers). Wenn sich eine Anwendung nicht an die konfigurierten Beschränkungen hält, wird eine unverhältnismäßige Menge an Ressourcen belegt, wodurch die Leistung beeinträchtigt wird.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass auf einem Exchange-Server Anwendungen ausgeführt werden, die direkt mit Exchange zusammenarbeiten. Beispiele hierfür sind Antivirenprogramme oder Antispamprogramme sowie Anwendungen für das Filtern von Inhalten und Anlagen, für die Datensicherung sowie für Workflow und Zusammenarbeit. Sie müssen daher sicherstellen, dass jede Drittanbieteranwendung, die auf den Exchange-Servern installiert ist, mit Exchange 2003 kompatibel ist und dass immer die neueste Version (einschließlich Service Packs und Hotfixes) verwendet wird. Im Idealfall sollten Sie zur Sicherstellung der Kompatibilität die gesamte Softwareinteraktion in einer Testumgebung testen, bevor Sie die Software in der Produktionsumgebung implementieren.

Probleme mit Antivirenprogrammen sowie mit Anwendungen für die Inhaltsfilterung und die Datensicherung usw. sind ggf. schwer zu beheben, da sie sich möglicherweise als Probleme mit Exchange oder Windows manifestieren. Ich habe einige Fälle erlebt, in denen Antivirensoftware bewirkt hat, dass der Microsoft Exchange-Informationsspeicherprozess (Store.exe) übermäßige Mengen an CPU-Zeit in Anspruch genommen hat. Und ich habe weiterhin erlebt, dass anderes Software auf einem Exchange-Server dazu geführt hat, dass der Windows-LSA-Prozess (lokale Sicherheitsautorität, Lsass.exe) übermäßige Mengen an Speicher und CPU-Zeit in Anspruch genommen hat.

Wenn Sie vermuten, dass eine Anwendung die Leistung eines Exchange-Servers beeinträchtigt, besteht der erste Schritt darin, die Anwendung vorübergehend zu deaktivieren, um zu prüfen, ob die Leistung so wieder auf das erwartete Niveau ansteigt. Auch wenn Sie den Microsoft Software Service anrufen, um Unterstützung bei der Lösung eines Leistungsproblems zu erhalten, werden die Mitarbeiter Ihnen wahrscheinlich als Erstes empfehlen, zunächst alle Drittanbieteranwendungen zu deaktivieren.

Exchange, IIS und Windows veröffentlichen eine umfassende Liste an Leistungsobjekten und -indikatoren, die verwendet werden können, um Basisdaten und Trends zu ermitteln und die vier „Futtergruppen“ eines jeden Servers proaktiv zu überwachen: Prozessor, Speicher, Datenträger und Netzwerk. Viele der mit Exchange zusammenhängenden Indikatoren, die Sie möglicherweise überwachen möchten, sind in Anhang B, „Definitionen der Leistungsindikatoren“, des Handbuchs zur Leistung und Skalierbarkeit von Exchange Server 2003 aufgeführt. Einzelheiten zum Isolieren von Leistungsabfällen und zur Verwendung der vorhandenen Tools und Produkte (wie Systemmonitor, Load Simulator 2003, Exchange Server Stress and Performance 2003, Netzwerkmonitor und Filemon) finden Sie unter Behandlung von Exchange Server 2003-Leistungsproblemen.

Mit der Kenntnis, welche Indikatoren überwacht werden müssen, ist die Schlacht allerdings erst halb geschlagen. Sie müssen auch wissen, wann diese Leistungsindikatoren überwacht werden sollen. Wenn ein Exchange-Server zum ersten Mal online geschaltet wird, befindet er sich in einem Übergangszustand. Die Länge des Übergangszustands eines jeden Exchange-Servers hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, wie der Anzahl der Prozessoren, der Größe des installierten Speichers und der vom Server zu verarbeitenden Arbeitslast. Die Dauer dieses Übergangszustands liegt im Allgemeinen zwischen zwei Stunden und einem Tag.

Nach dieser Phase wechselt Exchange in einen stetigen Zustand, in dem er eine gleichmäßige Leistung mit vorhersagbaren Abweichungen liefern sollte. Dieser Zustand hält an, bis sich die Arbeitslast ändert oder bis diverse externe Ereignisse wie nächtliche Datensicherung, Datenwiederherstellung, Datenpflege usw. eintreten.

Wenn Sie bereit für eine Überwachung Ihrer Server sind, finden Sie unter Behandlung von Exchange Server 2003-Leistungsproblemen verschiedene Leistungsindikatoren und die dazugehörigen, akzeptablen Grenzwerte. Es gibt unterschiedliche Methoden zum Erfassen und Überwachen der Daten von Leistungsindikatoren:

  • Das in Windows integrierte Tool Systemmonitor (auch als Leistungskonsole und Leistungsprotokolle und Warnungen bezeichnet)
  • Die Beispiel-WMI-Skripts, die für Exchange 2003 zur Verfügung stehen
  • Der Assistent für die Leistungsüberwachung. Hierbei handelt es sich um ein relativ neues Tools, das das Erfassen von Systemmonitorprotokollen vereinfacht. Mit diesem Tool können Protokolle für die Problembehandlung des Betriebssystems oder zum Behandeln von Leistungsproblemen bei Exchange-Servern erstellt werden.

Darüber hinaus gibt es auch das Tool Server Performance Advisor, mit dem Sie die grundlegenden Ursachen von Leistungsproblemen auf einem Server unter Windows Server 2003 einschließlich von Leistungsproblemen bei IIS 6.0 und Active Directory diagnostizieren können.

Wenn Ihr Unternehmen mit Microsoft Operations Manager (MOM) arbeitet, erzielen Sie eine noch umfangreichere Zustandsüberwachung für Exchange, wenn Sie das Exchange Server 2003 Management Pack für MOM 2000 verwenden. Einzelheiten zu den Regeln, die mit diesem Management Pack zur Verfügung stehen, finden Sie in den folgenden Handbüchern:

Nicht geplante Ausfälle einer von Exchange oder Outlook verwendeten Infrastrukturkomponente (wie einem globalen Katalogserver) können zu einem erheblichen Leistungsabfall führen. Eine Möglichkeit, solche Ausfälle zu minimieren, besteht darin, bestimmte Richtlinien im Hinblick auf Betrieb, Änderungsverwaltung und Konfigurationsverwaltung verbindlich vorzugeben und einzuhalten. Dies kann zudem dazu beitragen kann, die Gesamtzahl ungeplanter Ausfälle zu reduzieren. Solche Richtlinien werden von Microsoft seit mehr als zehn Jahren in zwei einander ergänzenden und gut integrierten Frameworks veröffentlicht und weiterentwickelt: im Microsoft Operations Framework (MOF) und im Microsoft Solutions Framework (MSF).

Ungeachtet, ob Sie der der einzige IT-Administrator in Ihrem Unternehmen oder Teil einer IT-Abteilung sind, sollten Sie sich die folgenden Fragen stellen:

  • Werden im Unternehmen routinemäßig zahlreiche Änderungen an der vorhandenen Infrastruktur (Server, Arbeitsstationen und Anwendungen) vorgenommen?
  • Hat Ihr Unternehmen häufig mit Infrastruktur- und Anwendungsproblemen in der Produktionsumgebung zu kämpfen?
  • Haben Sie den Eindruck, dass das Wiederherstellen von Diensten im Unternehmen zu lange dauert, weil die Eskalationspfade nicht klar definiert sind?
  • Sind in Ihrem Unternehmen Probleme mit unzureichender Exchange-Leistung oder Ausfällen von Exchange aufgrund eines Ausfalls von Personal oder Prozessen aufgetreten?

Wenn Sie irgendeine dieser Fragen mit Ja beantworten, finden Sie die Antworten möglicherweise in MOF und/oder MSF. Weitere Informationen zu MOF und dessen Beziehung zu Exchange und der Exchange-Leistung finden Sie im Exchange Server 2003-Betriebshandbuch.

Eine schnelle (und in manchen Fällen dauerhafte) Problemlösung kann die Leistung von Exchange dramatisch steigern. Sowohl Exchange als auch Windows stellen Tools für die Problembehandlung und Fehlerberichterstellungsfunktionen für die Diagnose und Behebung von Problemen bereit. Und beide Produkte beinhalten Dokumentation zu den Vorgehensweisen bei der Problembehandlung. Es kann allerdings schwierig sein festzustellen, welches Tool wann verwendet werden sollte, besonders wenn Sie im Hinblick auf die Problemlösung unter Zeitdruck stehen.

Bei der Analyse eines grundlegenden Problems ist es wichtig, so schnell wie möglich den Bereich zu ermitteln, in dem das Problem auftritt. Hiermit lässt sich nicht nur die Zeit zur Lösung des Problems verkürzen, sondern häufig reduziert sich auch die Anzahl der verwendeten Ressourcen, sodass die Benutzer, deren Problem gelöst werden soll, schneller zufriedengestellt werden. In Kapitel 3, „Isolieren der Ursachen einer Leistungsverschlechterung“ des Handbuchs Troubleshooting Microsoft Exchange Server 2003 Performance (in englischer Sprache) finden Sie Informationen zum Isolieren der Ursache von Leistungsverschlechterungen. Die in diesem Handbuch aufgeführten Leistungsindikatoren sind ebenfalls bei der Behandlung von Leistungsproblemen hilfreich.

Unverzichtbar: Sichern Sie Ihre Exchange-Infrastruktur! Im Umgang mit Exchange nimmt Sicherheit zahlreiche Formen an: Berechtigungen und Rollen, Antiviren- und Antispamprogramme, Absicherungen, sicheres Messaging und sicherer Remotezugriff, um nur einige zu nennen. Neben der Gefährdung der Integrität des Systems, der Zerstörung von Daten und dem Diebstahl von vertraulichen Informationen oder geistigem Eigentum können falsche sicherheitsbezogene Einstellungen auch eine erhebliche Leistungsminderung bewirken.

Lesen Sie den Artikel Die vier wichtigsten Sicherheitsempfehlungen für Exchange Server für weitere Informationen, wie Sie eine optimale Leistung der Exchange-Infrastruktur sicherstellen können. Wie bei allen auf Windows basierenden Servern und Arbeitsstationen möchten Sie wahrscheinlich sicherstellen, dass auf Ihren Systemen die neuesten Sicherheitsupdates installiert sind.

Da unerwünschte E-Mail-Nachrichten Ressourcen beanspruchen und die Leistung beeinträchtigen können, sollten Sie sich mit den Antispamfunktionen von Exchange 2003 vertraut machen und auch den intelligenten Nachrichtenfilter Exchange Intelligent Message Filter einsetzen. Je weniger unerwünschte E-Mail-Nachrichten von den Exchange-Servern verarbeitet werden müssen, umso besser ist deren Leistung.

Abschließend empfehle ich, die folgenden sicherheitsbezogenen Dokumente zu lesen:

Wenn es um die Exchange-Leistung geht, ist der Datenspeicher nicht nur Ihr Freund, sondern Ihr bester Freund. Ihre Speicherlösung ist für die Leistung von ausschlaggebender Bedeutung. Tatsächlich ist die Hauptursache von RPC-bezogenen Kommunikationsproblemen zwischen Outlook und Exchange die Speicherlatenz. Beim Entwurf und bei der Implementierung einer hochleistungsfähigen Speicherlösung für Ihre Exchange-Server müssen Sie mehrere Faktoren berücksichtigen. Hierzu gehören u. a.:

  • Reaktionszeiten bei den Benutzern
  • Reaktionsgeschwindigkeit des Systems
  • Nachrichtendurchsatz
  • Betriebszeit und Verfügbarkeit
  • Vereinbarungen zum Servicelevel betreffend Datensicherungsfenster und Datenwiederherstellung
  • Allgemeine Kundenzufriedenheit

Sie haben wahrscheinlich schon festgestellt, dass Kapazität hier nicht aufgeführt wird. Wenn es um Exchange-Speicherlösungen geht, besteht ein häufig begangener Fehler darin, dass Datenträger und Datenträgersubsysteme allein basierend auf der Kapazität erworben werden. Die Erstellung einer hochleistungsfähigen Exchange-Speicherlösung erfordert mehr als die Kenntnis, wie viel Plattenspeicher benötigt wird.

Vor dem Kauf einer Speicherlösung für Ihre(n) Exchange-Server empfiehlt sich das Studium der folgenden Ressourcen:

Wenn Sie ein Optimum an Leistung für Ihre Exchange-basierten Messagingsysteme sicherstellen wollen, müssen zahlreiche Infrastrukturkomponenten berücksichtigt und analysiert werden. Exchange Server 2003 hängt aufgrund der engen Integration von zahlreichen externen Faktoren ab, und dementsprechend ist auch die Exchange-Leistung teilweise vom Entwurf und vom Zustand dieser externen Faktoren abhängig.

 
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