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Exchange Server 2007 – Erste Schritte: Serverfunktionen

 

Letztes Änderungsdatum des Themas: 2007-02-06

Mit der vor Kurzem veröffentlichten Betaversion 2 von Microsoft® Exchange Server 2007 (früherer Codename "Exchange 12") können Sie Exchange 2007 installieren und die neuen Technologien, Features und Dienste kennen lernen, die zur Microsoft Exchange-Produktlinie hinzugefügt wurden. Es werden die Exchange 2007-Serverfunktionen erläutert, und der neue Entwurf von Exchange 2007 wird als bisher umfassendste und flexibelste verfügbare Messaginglösung vorgestellt.

Exchange 2007 weist einen neuen Entwurf auf und verfügt über umfangreiche neue Features und Funktionen sowie eine verbesserte Verwaltung. Zur Unterstützung dieser verbesserten Verwaltung umfasst Exchange 2007 fünf verschiedene Serverfunktionen. Jede dieser Funktionen stellt besondere Funktionalität und Features bereit. Die folgenden Serverfunktionen sind verfügbar: ClientAccess, Edge-Transport, Hub-Transport, Mailbox und UnifiedMessaging. Diese Serverfunktionen können mit Ausnahme der Serverfunktion Edge-Transport abhängig von den Anforderungen des Unternehmens auf einem einzelnen physischen Server installiert oder auf mehrere Server verteilt werden. Aufgrund dieser modularen Vorgehensweise für Installation, Bereitstellung und Verwaltung von Exchange haben Sie jetzt die Möglichkeit, die in Microsoft Exchange enthaltenen Features effektiver zu steuern.

Wenn in früheren Versionen von Microsoft Exchange eine Front-End- und Back-End-Exchange-Topologie konfiguriert wurde, führten die beiden Server sehr unterschiedliche Funktionen aus. Der Front-End-Server fungierte als Gateway oder Proxy, über den Internetmailclients wie Microsoft Office Outlook® Web Access und RPC über HTTP auf einen Back-End-Server zugreifen konnten. Auf dem Back-End-Server waren die Postfach- und Öffentlichen Ordner-Datenbanken gespeichert. Er unterstützte mithilfe verschiedener Clients (einschließlich Outlook und Outlook Web Access) interne Nachrichtenanforderungen direkt über ein LAN. Der Back-End-Server verarbeitete außerdem externe Anforderungen vom Front-End-Server für Internet-E-Mail-Clients.

Exchange 2007 bietet fünf Serverfunktionen, die sich an der typischen Bereitstellung und Verteilung von Messagingsystemen orientieren. Eine Serverfunktion ist eine Einheit, in der die erforderlichen Features und Komponenten logisch zusammengefasst sind, die zum Ausführen einer bestimmten Funktion in der Messagingumgebung benötigt werden. Jede Serverfunktion verfügt über Features zur Unterstützung der Funktion sowie die zugehörigen Konfigurations- und Sicherheitseinstellungen und eine Liste vordefinierter Tasks für die Verwaltung und Konfiguration dieser Features. Mithilfe der Serverfunktionen von Exchange 2007 können Sie Ihre Messagingumgebung besser steuern und sichern. Die Serverfunktionen von Exchange 2007 installieren nur die Dienste, die für die jeweilige Funktion erforderlich sind.

In den folgenden Abschnitten finden Sie einen Überblick über die einzelnen Serverfunktionen von Exchange 2007 sowie eine Beschreibung der jeweiligen Features und Funktionen.

Die Exchange Server 2007-Serverfunktion Mailbox verwaltet die Datenbanken für Postfächer und Öffentliche Ordner und bietet Kalenderzugriff für Benutzer und die Verwaltung von Nachrichtendatensätzen (Messaging Records Management, MRM). Die Serverfunktion Mailbox ist erforderlich, wenn auf einem Servercomputer mit Exchange 2007 Benutzerpostfächer und/oder Öffentliche Ordner verwaltet werden sollen. Wenn Sie jedoch alle Features und Funktionen von Exchange 2007 implementieren möchten, müssen Sie auch alle anderen Serverfunktionen installieren.

noteAnmerkung:
Die Serverfunktion Edge-Transport darf nicht auf dem gleichen Computer wie eine der anderen Serverfunktionen vorhanden sein.

In Exchange 2007 ist die Serverfunktion Mailbox besser mit dem Active Directory®-Verzeichnisdienst integriert als in früheren Versionen von Exchange. Durch diese verbesserte Integration werden Bereitstellungs- und Betriebsaufgaben stark vereinfacht.

Die Serverfunktion Mailbox erweitert und verbessert die Hochverfügbarkeit und Wiederherstellung von Postfachservern in einem Cluster durch Features wie fortlaufende lokale Replikation (Local Continuous Replication, LCR), fortlaufende Clusterreplikation (Cluster Continuous Replication, CCR) und Einzelkopiecluster (Single Copy Cluster, SCC). Diese Hochverfügbarkeitsfeatures bieten verbesserte Wiederherstellungsmöglichkeiten, um die erforderliche Verfügbarkeit zu gewährleisten. Die Serverfunktion Mailbox verbessert außerdem die Arbeitserfahrung von Wissensarbeitern durch umfassendere Kalenderfunktionalität, Ressourcenmanagement und effizienteren Downloads von Offlineadressbüchern.

Die Serverfunktion ClientAccess unterstützt Outlook 2007 und frühere Versionen, Outlook Web Access und Exchange ActiveSync sowie die Protokolle POP3 (Post Office Protocol, Version 3) und IMAP4 (Internet Message Access Protocol, Version 4rev1). Die Serverfunktion ClientAccess ermöglicht außerdem die Verwendung von Exchange 2007-Features, z. B. Offlineadressbuch, AutoErmittlungsdienst und Verfügbarkeitsdienst. In jeder Exchange 2007-Organisation muss die Serverfunktion ClientAccess installiert sein. Die Serverfunktion ClientAccess verarbeitet die Kommunikation zwischen Clients und Microsoft Exchange. Outlook kommuniziert zwar direkt mit dem Postfachserver, verwendet jedoch die Serverfunktion ClientAccess für das Herstellen einer Verbindung mit Exchange-Postfächern, wenn Sie Outlook Anywhere (früher als RPC über HTTP bezeichnet) verwenden, sowie für Dienste wie beispielsweise den AutoErmittlungsdienst und den Verfügbarkeitsdienst. Die Serverfunktion ClientAccess ermöglicht Benutzern außerdem, Unified Messaging-Features wie etwa "Wiedergabe über Telefon" zu verwenden.

Nachfolgend finden Sie eine kurze Erklärung der Funktionen und Features der Serverfunktion ClientAccess:

  • Outlook Web Access   Outlook Web Access in Exchange 2007 ermöglicht den Zugriff auf E-Mails über einen beliebigen Webbrowser. Die Anwendung enthält neue Features wie z. B. intelligentes Buchen von Besprechungen, verbesserte Erinnerungen und Benachrichtigungen sowie Integration in Microsoft Windows SharePoint® Services und Windows-Dateifreigaben.
    Zwei Versionen von Outlook Web Access sind in Exchange 2007 verfügbar: der Outlook Web Access Premium-Client, der über alle Features verfügt, und der Outlook Web Access Light-Client. Outlook Web Access Premium setzt Internet Explorer 6 oder eine höhere Version voraus und weist viele Verbesserungen sowie neue Funktionen in der Benutzeroberfläche auf. Outlook Web Access Light stellt weniger Features zur Verfügung und ist manchmal schneller. Benutzer sollten den Light-Client verwenden, wenn sie eine langsame Verbindung nutzen oder einen Computer mit ungewöhnlich strengen Browsersicherheitseinstellungen verwenden. Wenn ein anderer Browser als Internet Explorer 6 oder höher verwendet wird, kann nur der Light-Client verwendet werden.
  • Exchange ActiveSync   Microsoft Exchange ActiveSync® ermöglicht das Synchronisieren von Daten zwischen einem Mobilgerät und Exchange Server 2007. Sie können E-Mails, Kontakte, Kalenderinformationen und Aufgaben synchronisieren. Geräte mit Microsoft Windows Mobile®-Software, einschließlich Pocket PC 2003 mit Windows Mobile und Geräte mit Windows Mobile 5.0, werden unterstützt. Exchange ActiveSync wird außerdem auf mobilen Geräten von Drittanbietern unterstützt. Weitere Informationen finden Sie in der Dokumentation zu Ihrem Gerät.
    Wenn Sie ein Gerät mit installiertem Windows Mobile 5.0 und Messaging Security and Feature Pack verwenden, unterstützt Ihr mobiles Gerät Direct Push. Direct Push ist eine in Exchange ActiveSync integrierte Technologie, mit deren Hilfe ein mobiles Gerät mit einem Exchange-Postfach durchgängig synchron bleibt.
  • POP3 und IMAP4   Neben Exchange ActiveSync- und HTTP-Clients unterstützt Exchange 2007 POP3- und IMAP4-Clients. Standardmäßig werden POP3- und IMAP4-Dienste installiert, nicht jedoch aktiviert, wenn Sie die Serverfunktion ClientAccess installieren.
  • AutoErmittlung   Microsoft Exchange Server 2007 umfasst einen neuen Exchange-Dienst namens AutoErmittlungsdienst. Der AutoErmittlungsdienst verwendet die E-Mail-Adresse und das Kennwort eines Benutzers, um Profileinstellungen für Outlook 2007-Clients sowie unterstützte Geräte bereitzustellen.
    Der AutoErmittlungsdienst vereinfacht das Konfigurieren von Outlook 2007. In früheren Versionen von Exchange und Outlook mussten Sie alle Benutzerprofile manuell konfigurieren, um auf Exchange zugreifen zu können. Es war zusätzlicher Aufwand erforderlich, um diese Profile bei Änderungen der Messagingumgebung zu verwalten, oder die Outlook-Clients funktionierten nicht mehr ordnungsgemäß.
    Der AutoErmittlungsdienst ermöglicht Outlook 2007-Clients das automatische Herstellen von Verbindungen mit Microsoft Exchange- und Exchange-Features wie etwa dem Verfügbarkeitsdienst oder Unified Messaging, ohne dass ihr Outlook-Profil manuell konfiguriert werden muss.
  • Outlook Anywhere   Mit dem Outlook Anywhere-Feature für Microsoft Exchange 2007 können Outlook 2007- und Outlook 2003-Clients über das Internet mithilfe der Windows-Netzwerkkomponente "RPC über HTTP" eine Verbindung mit ihren Servercomputern mit Microsoft Exchange herstellen.
    Diese Technologie schließt RPCs (Remote Procedure Calls, Remoteprozeduraufrufe) in eine HTTP-Schicht ein. Auf diese Weise kann der Datenverkehr Netzwerkfirewalls durchlaufen, ohne dass RPC-Ports geöffnet sein müssen. Exchange 2007 verringert die Schwierigkeiten der Bereitstellung und Verwaltung dieses Features erheblich. Um Outlook Anywhere in Ihrer Exchange-Messagingumgebung bereitstellen zu können, müssen Sie mindestens einen Clientzugriffsserver mithilfe des Assistenten "Outlook Anywhere aktivieren" aktivieren.

Die Edge-Transport-Server mit Exchange 2007 werden im Umkreisnetzwerk der Organisation eingesetzt und verarbeiten den gesamten Nachrichtenfluss mit dem Internet, ermöglichen Schutz vor Spam und stellen sichere Nachrichtenpfade zwischen Geschäftspartnern zur Verfügung.

Spammer oder böswillige Absender verwenden eine Vielzahl von Techniken, um Spam in Ihre Organisation zu senden. Kein einzelnes Tool und kein einzelner Vorgang kann Spam vollständig beseitigen. Exchange 2007 baut auf der Grundlage von Exchange Server 2003 auf, um einen mehrschichtigen, diversifizierten und facettenreichen Ansatz zur Verringerung von Spam und Viren zur Verfügung zu stellen. Exchange 2007 enthält eine Vielzahl von Antispam- und Antivirenfunktionen, die zusammen arbeiten, um das Spamvolumen zu verringern, das in Ihre Organisation gelangt. Exchange 2007 enthält außerdem eine verbesserte Infrastruktur für Antivirenanwendungen. Server mit den Exchange 2007 Edge-Transport-Diensten verhindern durch eine Reihe von Agents, die zusammen verschiedene Ebenen für Spamfilterung und -schutz bilden, dass Benutzer in der Organisation Spam erhalten.

Edge-Transport-Server bieten die folgenden Features:

  • Anlagenfilterung   Die Anlagenfilterung filtert Nachrichten basierend auf dem Dateinamen der Anlage, der Erweiterung des Dateinamens oder dem MIME-Inhaltstyp der Datei. Sie können die Anlagenfilterung so konfigurieren, dass Nachrichten und ihre Anlagen blockiert werden, die Anlage entfernt und die Nachricht zugestellt oder die Nachricht samt Anlage ohne Benachrichtigung gelöscht wird.
  • Verbindungsfilterung   Die Verbindungsfilterung untersucht die IP-Adresse des Remoteservers, der Nachrichten zu senden versucht, um zu bestimmen, welche Aktion ggf. für eine eingehende Nachricht ausgeführt wird. Die Remote-IP-Adresse steht dem Verbindungsfilter-Agent als Nebenprodukt der zugrunde liegenden TCP/IP-Verbindung zur Verfügung, die für die SMTP-Sitzung (Simple Mail Transfer Protocol) erforderlich ist. Die Verbindungsfilterung verwendet eine Vielzahl von IP-Sperrlisten, IP-Zulassungslisten sowie Anbieterdienste für geblockte IP-Adressen oder Anbieterdienste für zugelassene IP-Adressen um zu bestimmen, ob die Verbindung von der jeweiligen IP-Adresse in der Organisation geblockt wird oder zulässig ist.
  • Inhaltsfilterung   Die Inhaltsfilterung verwendet Microsoft SmartScreen®-Technologie, um den Inhalt einer Nachricht zu bewerten. Der Intelligente Nachrichtenfilter ist die Basistechnologie für Exchange-Inhaltsfilterung. Der Intelligente Nachrichtenfilter basiert auf patentierter Technologie für maschinelles Lernen von Microsoft Research. Der intelligente Nachrichtenfilter hat während seiner Entwicklung gelernt, zwischen den Merkmalen erwünschter E-Mails und Spam zu unterscheiden. Regelmäßige Aktualisierungen durch den Microsoft Exchange-Antispamaktualisierungsdienst gewährleisten, dass immer die aktuellsten Informationen berücksichtigt werden, wenn der Intelligente Nachrichtenfilter ausgeführt wird. Der Intelligente Nachrichtenfilter erkennt auf der Grundlage der Merkmale mehrerer Millionen Nachrichten die Indikatoren von legitimen und von Spamnachrichten wieder. Der Intelligente Nachrichtenfilter kann die Wahrscheinlichkeit genau beurteilen, ob eine eingehende E-Mail-Nachricht eine legitime Nachricht oder Spam ist.
    Das Spam-Quarantänepostfach ist ein Feature des Inhaltsfilter-Agents, das das Risiko verringert, legitime Nachrichten zu verlieren, die fälschlicherweise als Spam klassifiziert wurden. Das Spam-Quarantänepostfach stellt einen temporären Speicherort für Nachrichten zur Verfügung, die als Spam identifiziert wurden und nicht einem Benutzerpostfach innerhalb der Organisation zugestellt werden sollten.
    Die Inhaltsfilterung arbeitet auch mit dem Feature "Aggregation von Listen sicherer Adressen" zusammen. Die Aggregation von Listen sicherer Adressen ruft Daten aus den Antispamlisten sicherer Adressen ab, die Benutzer von Outlook und Outlook Web Access konfigurieren, und stellt diese Daten dem Inhaltsfilter-Agent auf dem Computer zur Verfügung, auf dem die Serverfunktion Edge-Transport in Exchange 2007 installiert.
    Wenn ein Exchange-Administrator die Aggregation von Listen sicherer Adressen aktiviert und ordnungsgemäß konfiguriert, übergibt der Inhaltsfilter-Agent sichere E-Mail-Nachrichten ohne weitere Verarbeitung an das Unternehmenspostfach. E-Mail-Nachrichten, die Outlook-Benutzer von Kontakten erhalten, oder die diese Benutzer ihren Outlook-Listen sicherer Absender hinzugefügt haben bzw. die vertrauenswürdig sind, werden vom Inhaltsfilter-Agent als sicher klassifiziert. Als Ergebnis werden als sicher eingestufte Nachrichten nicht als Spam klassifiziert und versehentlich aus dem Messagingsystem gefiltert.
  • Empfängerfilterung   Die Empfängerfilterung vergleicht die Nachrichtenempfänger im RCPT TO: SMTP-Befehl mit einer vom Administrator definierten Empfängersperrliste. Wird dabei eine Übereinstimmung gefunden, darf die Nachricht nicht in die Organisation eingehen. Der Empfängerfilter vergleicht außerdem Empfänger in eingehenden Nachrichten mit dem lokalen Empfängerverzeichnis um zu bestimmen, ob die Nachricht an gültige Empfänger adressiert ist. Wenn einen Nachricht nicht an gültige Empfänger adressiert ist, kann die Nachricht am Netzwerkumkreis der Organisation zurückgewiesen werden.
  • Absenderfilterung   Die Absenderfilterung vergleicht den Absender im MAIL FROM: SMTP-Befehl mit einer von einem Administrator definierten Liste von Absendern oder Absenderdomänen, die keine Nachrichten an die Organisation senden dürfen, um zu bestimmen, welche Aktion ggf. für eine eingehende Nachricht ausgeführt wird.
  • Sender ID   Sender ID verwendet die IP-Adresse des sendenden Servers und die PRA (Purported Responsible Address) des Absenders zum Bestimmen, ob der Absender ggf. gefälscht ist. Die PRA wird basierend auf den folgenden Nachrichtenkopfzeilen berechnet:
    • Resent-Sender:
    • Resent-From:
    • Sender:
    • From:
  • Absenderzuverlässigkeit   Die Absenderzuverlässigkeit verwendet die vorhandenen Daten zur IP-Adresse des sendenden Servers um zu bestimmen, welche Aktion ggf. für eine eingehende Nachricht ausgeführt wird. Der Protokollanalyse-Agent ist der zugrunde liegende Agent, der die Absenderzuverlässigkeitsfunktion implementiert. Ein SRL-Wert (Sender Reputation Level, Absenderzuverlässigkeitsgrad) wird aus mehreren Absendermerkmalen berechnet, die aus der Nachrichtenanalyse und externen Tests angeleitet werden. Absender, deren SRL-Wert einen konfigurierbaren Schwellenwert überschreitet, werden vorübergehend geblockt. Alle ihre zukünftigen Verbindungen werden für bis zu 48 Stunden zurückgewiesen. Neben der lokal berechneten Zuverlässigkeit der IP-Adresse nutzt Exchange 2007 auch Antispamaktualisierungen der IP-Absenderzuverlässigkeit, die über Microsoft Update verfügbar sind und Absenderzuverlässigkeitsinformationen zu IP-Adressen bereitstellen, die als Spamabsender bekannt sind.
  • Domänensicherheit   Domänensicherheit bezieht sich auf die Funktionssammlung in Exchange 2007 und Outlook 2007, die eine relativ günstige Alternative to S/MIME oder anderen Sicherheitslösungen auf Nachrichtenebene zur Verfügung stellt. Die Aufgabe des Features "Domänensicherheit" besteht darin, Administratoren ein Verfahren zum Verwalten gesicherter Nachrichtenpfade über das Internet mit Geschäftspartnern an die Hand zu geben. Nachdem diese gesicherten Nachrichtenpfade konfiguriert wurden, werden Nachrichten, die den gesicherten Pfad von einem authentifizierten Absender erfolgreich durchlaufen haben, Benutzern als "Domänengesichert" in der Benutzeroberfläche von Outlook und Outlook Web Access angezeigt.
  • Adressumschreibung   Durch die Adressumschreibung, die vom Adressumschreibungs-Agent auf Edge-Transport-Servern bereitgestellt wird, können Sie die Adressen von Absendern und Empfängern ändern, die in eine Exchange 2007-Organisation eingehen bzw. diese verlassen. Sie können die Adressumschreibung verwenden, um ein konsistentes Erscheinungsbild für externe Nachrichtenempfänger aus Ihrer Exchange 2007-Organisation zu gewährleisten. Die Adressumschreibung kann für Organisationen hilfreich sein, die Drittanbieter verwenden, um E-Mail-Unterstützung und Dienste bereitzustellen. Kunden und Partner erwarten, dass Nachrichten von der Organisation stammen, nicht von einem Drittanbieter. Auch nach einer Fusion oder Übernahme wünscht eine Organisation ggf., dass alle E-Mail-Nachrichten von der neuen Einzelorganisation zu stammen scheinen. Die Adressumschreibungsfunktion versetzt Organisationen in die Lage, ihre Unternehmenssegmente nach Geschäftsanforderungen anstatt nach technischen Anforderungen oder Einschränkungen strukturieren zu können.
  • Edge-Transport-Regeln   Transportregeln, die auf Edge-Transport-Servern ausgeführt werden, sind ein weiteres Tool zur Verringerung der Viren, denen Ihre Organisation ausgesetzt ist. Da Viren in Umlauf gelangen können, bevor die Hersteller von Antivirensoftware die Möglichkeit haben, ihre Software zu aktualisieren, kann sich ein Zeitfenster ergeben, in dem Viren unerkannt in Ihre Organisation gelangen können. Mithilfe von Transportregeln auf Edge-Transport-Servern können Sie Transportregeln erstellen, die mit Viren infizierte Nachrichten erkennen und diese entfernen oder isolieren.
    Sie können Edge-Transport-Regeln auch verwenden, um die Auswirkungen von DoS-Angriffen (Denial-of-Service) auf Ihre Organisation zu verringern, indem Sie die Übermittlung dieser Angriffe an Ihrem Netzwerkumkreis blockieren oder zurückweisen. Auf diese Weise werden die Auswirkungen auf Netzwerkressourcen sowie die Folgekosten dieser Angriffe verringert.
    Schließlich können Edge-Transport-Regeln auch Ihre Kunden und Partner schützen, indem verhindert wird, dass unerwünschte oder schädliche Nachrichten Ihre Organisation verlassen. Da interne Clientcomputer durch ein Virus infiziert werden und vireninfizierte Nachrichten senden können, ermöglicht Exchange, dass Sie die gleichen Transportregeln auf ausgehende Nachrichten anwenden können, damit verhindert wird, dass diese Ihren Partnern und Kunden zugestellt werden.

Die Microsoft Exchange Server 2007-Serverrolle Hub-Transport wird im Active Directory-Verzeichnisdienst der Organisation bereitgestellt. Sie verarbeitet den gesamten internen Nachrichtenfluss, wendet die Richtlinien der Organisation für das Nachrichtenrouting an und sorgt für die Zustellung von Nachrichten an das Postfach eines Empfängers. Nachfolgend finden Sie eine kurze Erklärung der Funktionen und Features der Serverfunktion Hub-Transport.

  • Nachrichtenfluss   Der Hub-Transport-Server verarbeitet sämtliche Nachrichten, die innerhalb der Exchange Server 2007-Organisation gesendet werden, bevor die Nachrichten an den Posteingang eines internen Empfängers übermittelt oder an Ziele außerhalb der Exchange-Organisation weitergeleitet werden. Es gibt keine Ausnahmen von dieser Regel; Nachrichten durchlaufen immer einen Hub-Transport-Server, weil der Hub-Transport-Server die Nachrichtenwarteschlangen sowie die zugehörigen Sendeconnectors und Empfangsconnectors enthält, die für den Nachrichtentransport verwendet werden. Dies gilt selbst dann, wenn die Empfänger und Absender auf dem gleichen Postfachserver gespeichert sind.
  • Nachrichtenkategorisierung   Das Kategorisierungsmodul sorgt für Empfängerauflösung, Routingauflösung und Inhaltskonvertierung aller Nachrichten, die einen Hub-Transport-Server durchlaufen.
  • Lokale Nachrichtenzustellung   Nur Nachrichten, die an einem Empfänger mit einem Postfach am gleichen Active Directory-Standort wie der Hub-Transport-Server gesendet werden, auf dem die Kategorisierung stattgefunden hat, werden lokal zugestellt. Alle lokal zugestellten Nachrichten werden vom Informationsspeichertreiber aus einer Zustellungswarteschlange entnommen und im Posteingang eines Empfängers auf einem Postfachserver gespeichert.
  • Remotenachrichtenzustellung   Die Remotenachrichtenzustellung tritt für Nachrichten auf, die an Empfänger an Active Directory-Standorten gesendet werden, die sich vom Hub-Transport-Server unterscheiden, auf dem die Kategorisierung stattgefunden hat, oder für Empfänger, die außerhalb der Exchange-Organisation vorhanden sind. Alle Nachrichten, die an einen anderen Active Directory-Standort, an ein auf einem Computer mit einer früheren Version von Exchange gespeicherten Postfach oder an ein Postfach gesendet werden, das in einer anderen Active Directory-Gesamtstruktur gespeichert ist, müssen durch einen Sendeconnector auf einen Hub-Transport-Server weitergeleitet werden, der die Nachricht dem beabsichtigten Empfänger zustellen kann. Alle, Nachrichten, für die Zustellung über das Internet erforderlich ist, müssen durch einen Sendeconnector an einen Edge-Transport-Server weitergeleitet werden, der Nachrichten an das Internet für die Zustellung außerhalb der Organisation senden kann, oder an einen Hub-Transport-Server, der direkt mit dem Internet verbunden ist.
  • Nachrichtenübermittlung   Die Nachrichtenübermittlung ist der Vorgang, bei dem Nachrichten in die Übermittlungswarteschlange auf einem Hub-Transport-Server eingereiht werden. Das Kategorisierungsmodul entnimmt dann jeweils eine Nachricht für die Kategorisierung. Vier Arten von Nachrichtenübermittlung werden unterschieden:
    • SMTP-Übermittlung über einen Empfangsconnector.
    • Übermittlung über das PICKUP-Verzeichnis oder das Wiedergabeverzeichnis. Ordnungsgemäß formatierte Nachrichtendateien, die in das PICKUP-Verzeichnis oder das Wiedergabeverzeichnis kopiert werden, werden direkt in der Übermittlungswarteschlange gespeichert.
    • Übermittlung durch den Informationsspeichertreiber, der Nachrichten aus dem Postausgang eines Absenders entnimmt, wenn diese gesendet werden.
    • Übermittlung durch einen Agent.
  • Antivirus und Antispam   Um in der Organisation zusätzliche Ebenen zum Schutz vor Spam und Viren bereitzustellen, können Hub-Transport-Dienste konfiguriert werden. Diese Konfiguration wird nur für kleine Organisationen empfohlen, die den Edge-Transport-Server nicht im Umkreisnetzwerk ausführen. Diese Konfiguration wird mithilfe von Tasks in der Exchange-Verwaltungsshell vorgenommen.
  • Transportregeln   Hub-Transport-Server ermöglichen die Anwendung von Transportregeln auf alle Nachrichten, die in der Organisation gesendet und empfangen werden. Durch diese Transportregeln, die vom Transportregel-Agent auf Hub-Transport-Servern angewendet werden, ermöglichen Ihnen das Steuern oder Ändern der Zustellung und des Inhalts von Nachrichten basierend auf den von Ihnen konfigurierten Bedingungen und Ausnahmen. Verzichtserklärungen, ethische "Absperrungen", Rechteverwaltung und vieles mehr kann auf einfache Weise auf Nachrichten angewendet werden, die Ihre Organisation durchlaufen. Auf Hub-Transport-Servern erstellte Transportregeln werden automatisch mithilfe von Active Directory auf alle Hub-Transport-Server in der Organisation repliziert. Auf diese Weise wird gewährleistet, dass die gleichen Messagingrichtlinien problemlos auf Ihre gesamte Organisation angewendet werden.
  • Journale   Exchange 2007 hat die Journalfunktion für Nachrichten erheblich verbessert, die in Ihrer Organisation gesendet und empfangen werden. Sie können nun Journalregeln zielgerichtet auf bestimmte Absender oder Empfänger, Verteilerlisten und sogar Nachrichten anwenden, die an Empfänger oder von Empfängern außerhalb der Organisation gesendet werden. Sie können angeben, ob Journalberichte an ein Exchange 2007-Postfach, an Microsoft Exchange Hosted Services oder an eine Archivierungslösung eines Drittanbieters gesendet werden. Die Journalfunktion wird auf den Hub-Transport-Servern durch den Journal-Agent ausgeführt, und alle Hub-Transport-Server enthalten aufgrund der Active Directory-Replikation die gleiche Journalkonfiguration. Da alle Nachrichten in Ihrer Organisation einen Hub-Transport-Server durchlaufen, werden alle Nachrichten vom Journal-Agent verarbeitet. Auf diese Weise nutzen Sie eine nahtlose Journallösung, die in der gesamten Organisation angewendet werden kann.

Bei Unified Messaging (UM) handelt es sich um eine neue Funktion in der Microsoft Exchange-Produktlinie. Die Serverfunktion UnifiedMessaging ermöglicht das Speichern von Voicemail-, E-Mail- und Faxnachrichten in einem einzigen Benutzerpostfach. Die Benutzer können über ein Telefon oder einen Computer auf ihr Exchange 2007-Postfach zugreifen.

Mithilfe der Serverfunktion UnifiedMessaging können Benutzer auf Voicemail-, E-Mail-, Faxnachrichten und Kalenderinformationen über einen E-Mail-Client, etwa Microsoft Outlook oder Outlook Web Access, über ein mobiles Gerät mit Exchange ActiveSync, etwa ein Smartphone mit Windows Mobile® oder einen PDA (Personal Digital Assistant), oder über ein Telefon zugreifen.

Aktuell verwalten viele Benutzer und IT-Abteilungen ihre Voicemail- und Faxnachrichten getrennt von ihrer E-Mail. Voicemail- und E-Mail-Nachrichten werden auf getrennten Servern gehostet, auf die über den Desktopcomputer für E-Mail und über Telefon für Voicemail zugegriffen wird. Faxnachrichten werden nicht im Posteingang eines Benutzers, sondern von eigenständigen Faxgeräten oder von einem zentralen Faxserver empfangen. Unified Messaging stellt einen integrierten Informationsspeicher für alle Nachrichten sowie Zugriff auf Nachrichten durch Benutzer über den Computer und das Telefon bereit.

Exchange 2007 Unified Messaging bietet einen einzelnen Nachrichtenverwaltungspunkt für die Exchange-Administratoren einer Organisation. Mit den in der Serverfunktion UnifiedMessaging enthaltenen Funktionen und Features können Administratoren die folgenden Aufgaben ausführen:

  • Verwalten der Voicemail-, E-Mail- und Faxsysteme über eine einzige Verwaltungsplattform.
  • Verwalten von Unified Messaging mithilfe von skriptfähigen Befehlen.
  • Erstellen hoch verfügbarer und zuverlässiger Unified Messaging-Infrastrukturen.

Unified Messaging in Exchange 2007 bietet Benutzern z. B. die folgenden Features:

  • Automatische Telefonzentrale   Eine automatische Telefonzentrale ist eine Sammlung von Sprachansagen und Systemmenüs, die Benutzern den Zugang zum Exchange 2007 Unified Messaging-System ermöglicht. Mithilfe einer automatischen Telefonzentrale können Anrufer die Telefontastatur oder Spracheingaben verwenden, um in der Menüstruktur zu navigieren, einen Benutzer anzurufen oder einen Benutzer zu suchen und dann einen Anruf an diesen Benutzer vorzunehmen.
  • Anrufannahme   Mit dem Feature "Anrufannahme" werden eingehende Anrufe im Auftrag eines Benutzers beantwortet, persönliche Begrüßungen wiedergegeben, Nachrichten aufgezeichnet und Nachrichten von einem anderen Anrufer übermittelt, die dem Benutzerpostfach als E-Mail-Nachricht zugestellt werden.
  • Faxempfang   Mithilfe des Faxempfangsfeatures können Benutzer Faxnachrichten in ihrem Postfach empfangen.
  • Outlook Voice Access   Das Feature "Outlook Voice Access" ermöglicht den Einwahlzugriff über ein Telefon für UM-aktivierte Benutzer in einer Organisation. Teilnehmer oder UM-aktivierte Benutzer können sich in ein Exchange 2007 Unified Messaging-System einwählen und mithilfe von Outlook Voice Access auf ihr Postfach zugreifen. Benutzer von Outlook Voice Access können auf das Unified Messaging-System und ihr Postfach mithilfe der Tonwahl oder mithilfe von Spracheingaben zugreifen.

Die Bandbreite der neuen Features, die durch die neuen Serverfunktionen in Exchange 2007 eingeführt werden, ist beeindruckend. Hoffentlich war dieser Überblick über die Serverfunktionen von Exchange 2007 für Sie von Interesse. Wir würden uns über Ihre Kommentare freuen. Sie können Ihre Vorschläge und Kommentare gerne jederzeit an exwcfb@microsoft.com senden.

 
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