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OAB Version 4 in Exchange Server 2003 Service Pack 2

 

Letztes Änderungsdatum des Themas: 2012-10-02

Von Dave Goldman

Dieser Artikel bietet eine Übersicht über die Features des Offlineadressbuchs Version 4 (OAB v4). OAB v4 wird auf Servern mit Microsoft® Exchange Server 2003 Service Pack 2 (SP2) erstellt. In OAB v4 sind zahlreiche Verbesserungen enthalten, die in diesem Artikel vorgestellt werden.

OAB v4 ist eine neue Ergänzung der Offlineadressbuch-Infrastruktur. Auf Ihrem Computer mit Exchange Server muss Exchange Server 2003 SP2 installiert sein, damit Sie die neuen Features von OAB v4 nutzen können. OAB v4 wurde konzipiert, um die meisten mit dem Download des Microsoft Office Outlook® Offlineadressbuchs verbundenen Probleme zu beheben. Kunden mit Outlook 2003 müssen allerdings Outlook 2003 SP2 verwenden, um die neuen Features von OAB v4 nutzen zu können.

Diese Lösung umfasst die folgenden Änderungen:

  1. Exchange Server generiert jetzt einen neuen OAB v4-Ordner auf dem Server, auf dem sich die neue Datei "Data.oab" befindet. Die Datei "Data.oab" enthält alle Informationen, die für die Neuerstellung der Indizes für das Durchsuchen und die Auflösung mehrdeutiger Namen auf dem Client erforderlich sind.
  2. In Outlook wird am ersten Tag die Datei "Data.oab" vom Server heruntergeladen. Anschließend wird nur die Datei "Binpatch.oab" vom Server heruntergeladen.
  3. Um das Offlineadressbuch zu aktualisieren, lädt Outlook alle "Binpatch.oab"-Dateien vom Server herunter, damit ein Upgrade auf diese Version ausgeführt wird. Anschließend werden sie auf die Datei "Data.oab" angewendet.
  4. Nachdem die Updates auf die Datei "Data.oab" angewendet wurden, erzeugt Outlook die Indizes für das Durchsuchen und die Auflösung mehrdeutiger Namen auf dem Client basierend auf dem Benutzergebietsschema für das Windows®-Betriebssystem auf dem Client neu.

In den folgenden Abschnitten werden die neuen Ergänzungen zu OAB v4 erläutert.

In Exchange Server 2003-Umgebungen vor Service Pack 2 gab es zwei Szenarien, die zu einem vollständigen Herunterladen des Offlineadressbuchs führten.

Wenn ein PDN (Parent Distinguished Name) im Active Directory®-Verzeichnisdienst hinzugefügt oder entfernt wird, kann dies das vollständige Herunterladen des Offlineadressbuchs verursachen. Wenn bei der Generierung eines Offlineadressbuchs (OABGen) eine Adressliste erstellt wird, werden die exchangeLegacyDN- und SMTP-Adressen (Simple Mail Transfer Protocol) separat aufgeführt. Derzeit treten bei der Generierung eines Offlineadressbuchs Probleme beim Hinzufügen und Entfernen von PDNs auf, wodurch bei OABGen die Differenzerstellung eines Tages übersprungen wird.

  • Endergebnis bei Szenario 1
    Wenn ein Outlook-Client versucht, die Dateien des Offlineadressbuchs herunterzuladen, und erkennt, dass die Differenzdatei fehlt, muss der Outlook-Client das gesamte Offlineadressbuch herunterladen.

Umfassende Verzeichnisänderungen, die ein Achtel der Größe des Offlineadressbuchs überschreiten, können zu einem vollständigen Download des Offlineadressbuchs führen. Dieses Problem ist eines der größten Probleme bei der Clientleistung. Je größer die Offlineadressbuchdateien sind, desto länger dauert das Herunterladen auf den Client. In der ursprünglich veröffentlichten Version von Exchange Server 2003 enthalten Differenzdateien eines Offlineadressbuchs alle Benutzerdatensätze, auch wenn nur minimale Änderungen vorgenommen wurden.

  • Endergebnis bei Szenario 2
    Clients sind gezwungen, das gesamte Offlineadressbuch herunterzuladen.

In OAB v4 wird die binäre Deltakomprimierungstechnologie (Binpatch) verwendet, um die oben genannten Probleme zu beheben. Lesen Sie weiter.

Exchange Server 2003 Service Pack 2 führt zwei neue Dateien ein, "Binpatch.oab" und "Data.oab". Die Technologie hinter diesen Dateien ermöglicht die Anwendung von Differenzdateien mehrerer Tage auf einen Client.

  • Binpatch.oab   Enthält die inkrementellen Änderungen vom Vortag.
  • Data.oab   Enthält die Daten aus allen zusammengeführten Differenzdateien.

Im folgenden Workflow wird das neue Format erläutert, das für das Herunterladen und Anwenden von Offlineadressbuchdateien auf einen Outlook-Client verwendet wird.

  1. Exchange Server generiert täglich mithilfe der aktuellen Datei "Data.oab" und der Datei "Binpatch.oab" aus der Datei "Data.oab" des vorherigen Tages eine Binpatch.oab v4-Datei. Dieses neue OAB v4-Format folgt derselben Sequenznummerierung wie die aktuelle Technologie, wenn diese neuen Dateien verwendet werden. Die Datei "Binpatch.oab" ist die Differenz aus der Datei "Data.oab" und der vorhergehenden Datei "Data.oab". Sie ist völlig unabhängig von geänderten Eigenschaften oder Datensätzen.
  2. In Outlook wird am ersten Tag die Datei "Data.oab" vom Server heruntergeladen. Anschließend wird nur die Datei "Binpatch.oab" vom Exchange-Server heruntergeladen.
  3. Damit ein Outlook-Client ein Update des Offlineadressbuchs ausführt, muss der Client alle Binpatch.oab-Dateien vom Server herunterladen und ein Upgrade auf diese Version ausführen. Nachdem dieser Download abgeschlossen ist, wendet Outlook diese Dateien auf die Datei "Data.oab" an.
  4. Nachdem die Updates auf die Datei "Data.oab" angewendet wurden, erzeugt der Outlook-Client die neuen Indizes für das Durchsuchen und die Auflösung mehrdeutiger Namen basierend auf dem Benutzergebietsschema für das Betriebssystem auf dem Client neu.

Mit der Einführung von OAB v4 können Outlook-Clients jetzt, wenn ein Administrator Vorlagendateien zum Exchange-Server hinzufügt oder diese ändert, die neuen Vorlagendateien während des Downloads der Differenzdatei herunterladen.

In OAB v4 erzwingt Exchange Server nicht länger vollständige Downloads auf Outlook-Clients, indem absichtlich keine Offlineadressbuch-Differenzdatei generiert wird. Derzeit treten beim OABGen-Vorgang Probleme beim Hinzufügen oder Entfernen von PDNs auf, wodurch bei der Generierung eines Offlineadressbuchs die Differenzerstellung eines Tages übersprungen wird. Wenn ein PDN hinzugefügt oder entfernt wird und der Outlook-Client versucht, die Differenzdateien herunterzuladen, erkennt Outlook die Änderung und veranlasst einen vollständigen Download der Offlineadressbuchdateien durch den Client. Dieses Problem wird durch die Verwendung der Binpatch-Technologie vermieden.

noteAnmerkung:
Trotzdem kann noch ein vollständiger Download auftreten. Tritt beim Herunterladen einer der Offlineadressbuchdateien ein Fehler oder ein Problem durch eine beschädigte Datei auf, führt der Outlook-Client einen vollständigen Download aus.

In OAB v4 erzwingt Exchange Server jetzt Grenzwerte, um sicherzustellen, dass das OAB v4 nicht unnötigerweise größer wird. Wenn jetzt Attribute erkannt werden, die einen der vorgegebenen Grenzwerte überschreiten, entfernt Exchange Server diese Attribute aus dem Offlineadressbuch. Nachdem das Attribut entfernt wurde, fügt Exchange Server einen Indikator hinzu, damit Outlook erfährt, dass einige Eigenschaften entfernt wurden. Outlook 2003 SP2 behandelt die entfernten Eigenschaften im Datensatz als "nicht vorhanden".

Wenn notwendige Attribute aus Active Directory entfernt werden, die Outlook benötigt, um E-Mails zu senden, verfügt der Exchange-Prozess zur Generierung von Offlineadressbüchern über zusätzliche Überprüfungen, um sicherzustellen, dass diese Attribute nie aus dem Offlineadressbuch entfernt werden.

Bei der Erstellung eines Offlineadressbuchs in den Vorgängerversionen (OAB v2 und OAB v3a) wurden durch das Gebietsschemas des Servers die Indizes für die Offlineadressbuchdateien erstellt. In OAB v4 generiert jetzt der Client die gebietsschemaspezifischen Indizes aus der OAB v4-Datei "Data.oab", unabhängig von den auf dem Server festgelegten Gebietsschemas.

Nach der Installation von Exchange Server 2003 Service Pack 2 auf dem Exchange-Server können OAB v4-Ordner erstellt werden. Die folgende Abbildung zeigt den Speicherort für diesen neuen Container.

Screenshot mit dem Speicherort des Ordners für OABv4

Aufgrund der neu hinzugefügten Funktionalität können Outlook-Benutzer jedoch die neuen OAB v4-Dateien erst dann nutzen, wenn Outlook 2003 SP2 installiert wurde.

Einige der neuen Features in OAB v4:

  • Gebietsschemaspezifische Indizes können basierend auf dem Offlineadressbuch generiert werden.
  • Durch die Verwendung der neuen Binpatch-Logik können Differenzdateien mehrerer Tage angewendet werden.
  • Verwendung der neuen LZX-Komprimierung. Dies ist dieselbe Komprimierung wie beim Herunterladen von Windows-Updates-Inhalten aus dem Internet.
  • Sortierreihenfolgen für Dateien für ANR und zum Durchsuchen.

Damit ein Outlook-Client ein Unicode-Offlineadressbuch erhält, muss das Outlook-Profil für die Verwendung von Unicode konfiguriert sein.

  • Wenn Outlook im Unicode-Modus ausgeführt wird, erhält Outlook ein Unicode-Offlineadressbuch. Ist dieses Offlineadressbuch nicht verfügbar, wird ein Fallback auf ein ANSI-Offlineadressbuch in Outlook ausgeführt.
  • Wenn Outlook im ANSI-Modus ausgeführt wird, verwendet Outlook immer ein ANSI-Offlineadressbuch.

Der Modus kann wie in der folgenden Abbildung beschrieben über die Registerkarte Erweitert in Microsoft Exchange Server überprüft werden.

Bildschirm zu OAB-Version 4, E-Mail-Konto, Registerkarte "Erweitert"

Weitere Informationen zu OAB Version 4 finden Sie in den folgenden Exchange Server-Ressourcen und Microsoft Knowledge Base-Artikeln:

 
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