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Tools für Performance-Stress-Tests mit Servercomputern mit Exchange 2003

 

Letztes Änderungsdatum des Themas: 2006-03-09

Von Nino Bilic

Dieser Artikel behandelt mehrere Tools, die nun öffentlich verfügbar sind und für Performance-Stress-Tests bei Servern mit Microsoft® Exchange Server 2003 verwendet werden können. Dieser Überblick soll bei Server-Stress-Tests helfen, um die Leistung bei hoher Auslastung zu messen.

Microsoft Exchange Server Load Simulator 2003 (LoadSim 2003) ist ein Benchmarkingtool zum Testen des Reaktionsverhaltens eines Servers auf E-Mail-Nachrichtenlasten. Mithilfe von LoadSim 2003 können Sie die Übermittlung mehrerer Messaginganforderungen von MAPI-Clients an einen Exchange-Server simulieren. Zum Simulieren der Übermittlung dieser Messaginganforderungen führen Sie LoadSim-Tests auf Clientcomputern durch. In diesen Tests werden mehrere Messaginganforderungen an den Exchange-Server gesendet und dadurch eine Nachrichtenlast erzeugt.

LoadSim 2003 kann nur in Domänen ausgeführt werden, in denen Exchange Server 2003 installiert ist. Ein Grund hierfür ist, dass es für LoadSim 2003 erforderlich ist, dass die Domäne mit dem Exchange Server 2003-Schema aktualisiert wird. Um LoadSim mit älteren Versionen von Exchange zu verwenden, verwenden Sie frühere Versionen von LoadSim, wie z. B. LoadSim 2000 für Exchange 2000 Server oder LoadSim 5.5 für Exchange Server 5.5.

LoadSim 2003 enthält die folgenden Verbesserungen im Vergleich zu früheren Versionen:

  • Neues Benutzerprofil   LoadSim 2003 enthält ein zusätzliches Clientprofil, das die Aufgaben von Microsoft Office Outlook® 2003-Benutzern simuliert, die im Cachemodus arbeiten.
  • RPC über HTTP   LoadSim 2003 ermöglicht die vollständige Simulation von RPC-über-HTTP-Bereitstellungen. Sie können mit LoadSim beispielsweise RPC über HTTP in einer Bereitstellung mit aktivierter SSL-Verschlüsselung (Secure Sockets Layer) simulieren.
  • Outlook 2003-spezifische Aufgaben   LoadSim 2003 erlaubt die Simulation der neuen Aufgaben Intelligente Ordner, Offlineadressbuch und Ordner synchronisieren, um echte Benutzer realitätsnäher simulieren zu können.
  • Unterstützung für abfragebasierte Verteilergruppen   LoadSim 2003 unterstützt die Verwendung von abfragebasierten Verteilergruppen, die manchmal auch als dynamische Verteilerlisten bezeichnet werden zum Senden von E-Mail innerhalb der Topologie.
  • Regeln   LoadSim 2003 ermöglicht Ihnen das Auffüllen von Benutzern mit serverseitigen Regeln sowie die Simulation der Art, in der Benutzer diese im Laufe der Zeit erstellen und löschen. Alle von LoadSim erstellten Regeln sind in Outlook 2003 sichtbar und können damit bearbeitet werden.
  • Profilverbesserungen   LoadSim 2003 erweitert die Simulationsfunktionen der Benutzerprofile „Medium“ und „Heavy“. Diese Verbesserungen der Profile „Medium“ und „Heavy“ umfassen das Geöffnethalten von Nachrichten und das Laden von Nachrichteneigenschaften in konsistenter Weise mit Outlook 2003. Beachten Sie, dass die MMB2-Profilsimulationsfunktionen in LoadSim 2003 nicht erweitert wurden.
  • Individuelle Anmeldungen   LoadSim 2003 simuliert Benutzer, die sich bei ihren Postfächern mit ihren eigenen Konten anmelden, was auch als benutzerweise Anmeldung bezeichnet wird. Individuelle Anmeldungen werden standardmäßig verwendet, statt das Konto LoadSim zu verwenden.
  • HTML-Textkörper in Nachrichten   LoadSim 2003 simuliert Nachrichtentexte in HTML, dem von Outlook 2003 verwendeten Standardformat.
  • Kennworteinstellung   LoadSim 2003 umfasst ein Feature, das Ihnen die Angabe eines Kennworts erlaubt, das von Ihren LoadSim-Benutzern für die Anmeldung bei Exchange verwendet wird. Sie können mithilfe dieses Features ein Kennwort angeben, das die Sicherheitsanforderungen Ihrer Organisation erfüllt. Zusätzlich kann das Kennwort jederzeit zurückgesetzt werden, um die Anforderungen Ihrer Organisation an das Zurücksetzen von Kennwörtern zu erfüllen.

LoadSim 2003 ist ein Tool, das die Auslastung durch MAPI-Clients simuliert. Es ist ein nützliches Tool für Administratoren, die Server dimensionieren und einen Bereitstellungsplan validieren möchten. Insbesondere können Sie mit LoadSim ermitteln, ob jeder der Server die für ihn vorgesehene Last verarbeiten kann. Ein weiterer Zweck von LoadSim besteht darin, Sie beim Überprüfen der Gesamtlösung zu unterstützen.

importantWichtig:
LoadSim sollte nur in Laborumgebungen verwendet werden, die nicht mit der Produktionsumgebung verbunden sind. Das Tool darf auf keinen Fall in einer Produktionsumgebung bzw. einer unternehmenskritischen Umgebung oder einer Umgebung, die wichtige Informationen jeglicher Art an einem beliebigen Ort im Netzwerk enthält, verwendet werden.
noteAnmerkung:
LoadSim simuliert nur Auslastung durch MAPI-Clients.

LoadSim erstellt zahlreiche Benutzerpostfächer, um die simulierte Postfachlast zu simulieren. Da Postfächer Teil des Kontos eines Domänenbenutzers sein müssen, erstellt das LoadSim-Tool somit zahlreiche Domänenbenutzerkonten, um diese Benutzerpostfächer zu unterstützen. Weil das Tool diese Konten in einem Massenvorgang erstellt, weist es allen Benutzerkonten dasselbe Kennwort zu. Dies dürfte höchstwahrscheinlich nicht den Sicherheitsanforderungen Ihrer Organisation entsprechen, weshalb empfohlen wird, dieses Tool nur in isolierten Testnetzwerken zu verwenden, die nicht mit dem Produktionsnetzwerk verbunden sind, um jegliches Risiko zu vermeiden.

Da die Lastsimulation durch Belegen von Systemressourcen erfolgt, ist LoadSim nicht für die Verwendung in Produktionsnetzwerken geeignet, weil es Produktionsvorgänge beeinträchtigen könnte, indem es um diese Ressourcen konkurriert. Aus diesem Grund sollte das LoadSim-Tool auf Produktionssystemen nicht vorhanden sein.

Sie müssen wissen, dass LoadSim nicht alle Aspekte berücksichtigt, die notwendig sind, um Server vollständig zu dimensionieren. Die folgenden Faktoren werden von LoadSim nicht simuliert und können Einfluss auf Ihre Serverkapazitätsplanung haben:

  • Eingehende Spam-E-Mails aus dem Internet
  • Eingehende von SMTP-E-Mails (Simple Mail Transfer Protocol) aus dem Internet oder von anderen Standorten innerhalb Ihrer Organisation
  • Verwendung von Nicht-MAPI-Protokollen für den Kontozugriff. Beispielsweise POP3 (Post Office Protocol, Version 3) oder IMAP4
  • Verwendung mobiler Geräte
  • Nutzung von Öffentlichen Ordnern

Darüber hinaus liefert LoadSim keine vollständigen Informationen hinsichtlich der vom Benutzer wahrgenommenen Leistung. Die Testergebnisse dürfen in dieser Hinsicht nicht gewertet werden.

Informationen zum Herunterladen des LoadSim 2003-Tools und anderer Exchange Server 2003-Tools finden Sie unter Exchange 2003-Downloads.

Beachten Sie, dass das LoadSim-Paket ein Whitepaper enthält, in dem detailliert auf die ordnungsgemäße Konfiguration von LoadSim eingegangen wird.

Microsoft Exchange Server 2003 beansprucht viel Festplattenspeicher und erfordert für den ordnungsgemäßen Betrieb ein schnelles und zuverlässiges Datenträgersubsystem. Mithilfe des Jetstress-Tools (Jetstress.exe), einem von der Microsoft Exchange-Produktgruppe entworfenen Programm, können Administratoren vor dem Einsatz des Exchange-Servers in der Produktionsumgebung die Leistung und Stabilität des Datenträgersubsystems in Exchange überprüfen.

Das Jetstress-Tool überprüft die Datenträgerleistung durch Simulieren einer Exchange-Datenträger-E/A-Last. Insbesondere wird mit dem Jetstress-Tool die Belastung der Exchange-Datenbank und der Protokolldateien simuliert, die bei einer bestimmten Anzahl von Benutzern auftritt. Sie können den Systemmonitor, die Ereignisanzeige und Datenbankdienstprogramme für Exchange Server (Eseutil) zusammen mit Jetstress verwenden, um zu überprüfen, ob das verwendete Datenträgersubsystem die von Ihnen definierten Leistungskriterien erfüllt oder übertrifft.

Sie können mit dem Jetstress-Tool zwei Arten von Tests durchführen: den Jetstress-Test für die Datenträgerleistung und den Jetstress-Belastungstest für das Datenträgersubsystem. Der Test für die Datenträgerleistung dauert zwei Stunden und ermöglicht Aussagen über die Leistung und die erforderliche Größe Ihrer Speicherlösung. Der Belastungstest für das Datenträgersubsystem dauert 24 Stunden und ermöglicht das ausführliche Testen der Serverspeicherzuverlässigkeit innerhalb eines signifikanteren Zeitraums. Es empfiehlt sich, beide Tests auszuführen, um die Integrität und Leistung des Datenträgersubsystems gründlich zu testen.

Nach dem erfolgreichen Abschluss des Jetstress-Tests für die Datenträgerleistung und des Belastungstests für das Datenträgersubsystem in einer Testumgebung können Sie mit dem nächsten Schritt im Exchange Server 2003-Bereitstellungsprozess beginnen. Sie haben sichergestellt, dass das Exchange Server 2003-Datenträgersubsystem in Bezug auf die geplante Benutzeranzahl und das geplante Benutzerprofil über eine angemessene Größe verfügt und die von Ihnen festgelegten Leistungskriterien erfüllt.

noteAnmerkung:
Jetstress wird nur unterstützt, wenn es mit Ese.dll ausgeführt wird, die zu Exchange Server 2003 oder Exchange 2000 Server gehört. Aufgrund dieser eingeschränkten Unterstützung wird Jetstress auch lediglich unter Microsoft Windows Server™ 2003, Windows® 2000 Server, Windows 2000 Advanced Server und Windows 2000 Datacenter Server unterstützt. Windows NT® Server 4.0 und frühere Betriebssystemversionen werden nicht unterstützt.

Dieses Tool ist nur für die Simulation von Exchange-Datenträger-E/A-Aktivität gedacht. Netzwerk- und Clientaktivitäten können mit LoadSim simuliert werden, wodurch das Datenträgersystem indirekt auch getestet wird. Jetstress dagegen konzentriert sich ganz auf das Datenträgersystem.

Für die Verwendung von Jetstress muss Exchange nicht installiert sein. Sie können einige Dateien auf einen Server kopieren und mit den Tests beginnen. Jetstress generiert eine Testdatenbank in der von Ihnen gewünschten Größe. Normalerweise müssen Sie zur Erzielung gültiger Ergebnisse nur eine Datenbank generieren, deren Größe 5 % der beabsichtigten Produktionsdatenbank beträgt. Jetstress kann dann angewiesen werden, dieselben Änderungen an der Datenbank vorzunehmen, die auch im normalen Betrieb vorkommen. Datensätze werden der Datenbank hinzugefügt, sie werden gelöscht, ersetzt und gelesen. Mithilfe des Systemmonitors können Sie bestimmen, wie hoch die tatsächliche Exchange-Last ist, die von Ihren Datenträgern verarbeitet werden kann. Sie können die Datenträgerkonfigurationen ändern und denselben Test erneut ausführen, um den Unterschied zu ermitteln.

Es wird normalerweise empfohlen, Jetstress mindestens zwei Stunden lang auszuführen, wenn Sie testen möchten, welchen nachhaltigen Durchsatz ihr Datenträgersystem verarbeiten kann. Bei Stabilitätstests beträgt die empfohlene Ausführungsdauer 24 Stunden.

Exchange kann auf Ihrem Server komplexe zufällige E/A-Vorgänge ausführen. Wenn Computersysteme bis an die Grenzen ihrer getesteten Leistungsfähigkeit gebracht werden und riesige Mengen von Daten das System durchlaufen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es zu Ausfällen oder Fehlern bei der Fähigkeit Ihres Systems kommt, Daten zuverlässig zu verarbeiten und zu bewahren. Jetstress gestattet Ihnen die Belastung des Systems, bis es an so schnell wie möglich ausgeführt wird, und hält dabei die Arbeitslast kontinuierlich hoch, um zu testen, ob das System sowohl beim Speichern als auch beim Abrufen von Daten zuverlässig bleibt.

Informationen zum Herunterladen des Jetstress-Tools und anderer Exchange Server 2003-Tools finden Sie unter Exchange 2003-Downloads.

Beachten Sie, dass das Jetstress-Paket ein Whitepaper enthält, in dem detailliert auf die ordnungsgemäße Konfiguration von Jetstress eingegangen wird.

Exchange Stress and Performance (ESP) 2003 ist ein hoch skalierbares Belastungs- und Leistungstool, mit dessen Hilfe Sie Exchange Server 2003 Stress-Tests unterziehen können. Sie können mithilfe von ESP eine große Anzahl von Clientsitzungen simulieren, die gleichzeitig auf einen oder mehrere Servercomputer mit Exchange Server 2003 zugreifen. ESP umfasst mehrere Module, mit denen Sie eine große Vielzahl von Protokollen und Lasten simulieren können.

Sie können Module gleichzeitig auf mehreren Hosts ausführen, wodurch die Realitätsnähe der Simulierung physikalisch getrennter Clientcomputer steigt. Die Anzahl der Computer im Netzwerk, auf denen sich ESP-Module befinden können, ist unbegrenzt. Daher wird die Last, der Sie Ihre Testumgebung unterziehen können, nur durch die verfügbare Hardware begrenzt. In Abhängigkeit von der Hardware und der von jedem Skript auferlegten Auslastung ist es möglich, 5.000 und mehr Endbenutzer auf einem einzelnen Hostcomputer zu simulieren.

noteAnmerkung:
Das ESP-Tool verfügt über keine Funktion zum Erstellen von Benutzern. Wenn Sie also einen Test erstellen möchten, bei dem auch tatsächliche einzelne Benutzer und nicht nur einfach Clientsitzungen simuliert werden sollen, empfehlen wir daher die Verwendung von ESP zusammen mit anderen Tools, die Benutzer erstellen können, z. B. Load Simulator 2003.

ESP ist modular und erweiterbar. Microsoft bietet zurzeit Module an, die das Testen der ausgeübten Belastung für die meisten Internetprotokolle ermöglichen. ESP enthält kein Modul zum Testen der Belastung durch MAPI-Clients, die Outlook verwenden.

ESP enthält Module, die Clientsitzungen über die folgenden Internetprotokolle und APIs simulieren:

  • HTTP-DAV und Outlook Web Access
  • IMAP4
  • LDAP
  • OLEDB
  • NNTP
  • POP3
  • SMTP
  • Outlook Mobile Access Synchronization
  • Outlook Mobile Access Browse

ESP 2003 ist das Tool der Wahl für die Simulation von Benutzern, die Nicht-MAPI-Protokolle verwenden, auch als Internetprotokolle bezeichnet. ESP 2003 kann keine MAPI-Arbeitslast simulieren.

importantWichtig:
ESP 2003 sollte nur in Laborumgebungen verwendet werden, die nicht mit der Produktionsumgebung verbunden sind. Das Tool darf nicht in einer Produktionsumgebung bzw. einer unternehmenskritischen Umgebung oder einer Umgebung, die wichtige Informationen an einem beliebigen Ort im Netzwerk enthält, verwendet werden.

Informationen zum Herunterladen des ESP 2003-Tools und anderer Exchange Server 2003-Tools finden Sie unter Exchange 2003-Downloads.

Beachten Sie, dass das ESP-Paket ein Whitepaper enthält, in dem die ordnungsgemäße Konfiguration von ESP detailliert beschrieben wird.

Weitere Informationen finden Sie im folgenden Exchange Server-Blogartikel:

  • How to test the disks on your Exchange server (englischsprachig)
    noteAnmerkung:
    Links zu Blogs werden bereitgestellt, um Ihnen beim Auffinden der benötigten technischen Informationen behilflich zu sein. Die Inhalte der einzelnen Blogartikel und ihre URL können ohne vorherige Ankündigung geändert werden.
 
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