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Grundlegendes zu Remotedomänen

Exchange 2010
 

Gilt für: Exchange Server 2010 SP3, Exchange Server 2010 SP2

Letztes Änderungsdatum des Themas: 2012-07-23

Sie können Remotedomäneneinträge erstellen, um die Einstellungen für die Nachrichtenübertragung zwischen der MicrosoftExchange Server 2010-Organisation und Domänen außerhalb Ihrer Active Directory-Gesamtstruktur zu definieren. Durch das Erstellen eines Remotedomäneneintrags steuern Sie die Nachrichtentypen, die an diese Domäne gesendet werden. Sie können zudem auch Nachrichtenformatrichtlinien anwenden und zulässige Zeichensätze für Nachrichten angeben, die von Benutzer Ihrer Organisation an die Remotedomäne gesendet werden. Bei den Einstellungen für Remotedomänen handelt es sich um globale Konfigurationseinstellungen für die Exchange-Organisation.

Die Remotedomäneneinstellungen werden während der Kategorisierung auf Nachrichten angewendet. Bei der Empfängerauflösung wird die Empfängerdomäne mit den konfigurierten Remotedomänen verglichen. Wenn durch die Konfiguration einer Remotedomäne verhindert wird, dass ein bestimmter Nachrichtentyp an Empfänger in dieser Domäne gesendet werden kann, wird die Nachricht gelöscht. Wenn Sie für die Remotedomäne ein bestimmtes Nachrichtenformat festlegen, werden Nachrichtenkopfzeile und -inhalt geändert. Die Informationen über die Konfiguration einer Remotedomäne sind in Active Directory gespeichert. Die Einstellungen gelten für alle Nachrichten, die von der Exchange-Organisation verarbeitet werden.

HinweisAnmerkung:
Wenn Sie Nachrichteneinstellungen auf Benutzerbasis konfigurieren, wird die Organisationskonfiguration durch diese Einstellungen außer Kraft gesetzt.

Standardmäßig gibt es nur einen einzigen Remotedomäneneintrag. Der Adressraum der Domäne wird als Sternchen (*) konfiguriert. Das Sternchen steht für alle Domänen. Wenn Sie keine weiteren Remotedomäneneinträge erstellen, gelten für alle Nachrichten, die an alle Empfänger in allen Remotedomänen gesendet werden, die gleichen Einstellungen.

Beim Konfigurieren von Remotedomänen können Sie verhindern, dass bestimmte Nachrichtentypen an diese Domäne übermittelt werden. Zu diesen Nachrichtentypen gehören Abwesenheitsnachrichten, automatische Antwortnachrichten, Unzustellbarkeitsberichte (Non-Delivery Reports, NDRs) und Weiterleitungsbenachrichtigungen für Besprechungen. In einer Umgebung mit mehreren Gesamtstrukturen möchten Sie die Übermittlung dieser Nachrichtentypen an solche Domänen ggf. zulassen. Wenn Sie allerdings eine Domäne identifiziert haben, aus der Spam gesendet wird, empfiehlt es sich in der Regel, die Übermittlung solcher Nachrichtentypen an die Remotedomänen zu sperren.

Sie können das Nachrichtenformat und den Zeichensatz angeben, das bzw. der für E-Mail-Nachrichten verwendet werden soll, die an Remotedomänen gesendet werden. Diese Einstellungen können hilfreich sein, um sicherzustellen, dass die aus Ihrer Domäne an die Remotedomäne gesendeten E-Mail-Nachrichten mit dem empfangenden E-Mail-System kompatibel sind. Wenn Sie beispielsweise wissen, dass das Messagingsystem der Remotedomäne Exchange ist, können Sie angeben, dass immer das Exchange-RTF-Format verwendet werden soll. Weitere Informationen finden Sie unter Grundlegendes zur Inhaltskonvertierung.

An automatischen Antworten, die früher als Abwesenheitsantworten bezeichnet wurden, sind beginnend mit Exchange Server 2007 erhebliche Änderungen vorgenommen worden. In Exchange 2010 und Exchange 2007 können Benutzer unterschiedliche automatische Antworten für interne und externe Empfänger angeben. Darüber hinaus sind die in der Organisation verfügbaren Typen von automatischen Antworten auch von der verwendeten Microsoft Outlook-Version abhängig.

In Exchange 2010 stehen drei Typen von automatischen Antworten zur Verfügung:

  • Extern   Wird von Exchange 2010 und Exchange 2007 unterstützt. Kann nur von Outlook 2010 oder Office Outlook 2007 oder mithilfe von Microsoft OfficeOutlook Web App festgelegt werden.

  • Intern   Wird von Exchange 2010 und Exchange 2007 unterstützt. Kann nur von Outlook 2010 oder Outlook 2007 oder mithilfe von Outlook Web App festgelegt werden.

  • Legacy   Wird von Exchange 2010, Exchange 2007 und Exchange Server 2003 unterstützt. Kann nur mithilfe von OfficeOutlook 2003 oder früher festgelegt werden.

In der folgenden Tabelle werden die verschiedenen Kombinationen aus Clients und Servern sowie die Typen von automatischen Antworten aufgeführt, die in den einzelnen Szenarien verwendet werden können.

Client- und Serverunterstützung für automatische Antworten

 

Clientversion Exchange-Version Unterstützte automatische Antworten

Outlook 2010 oder Outlook 2007

Exchange 2010 Exchange 2007

Interne, externe

Outlook Web App

Exchange 2010 Exchange 2007

Intern, Extern

Outlook 2003

Exchange 2010 Exchange 2007

Ältere

Outlook 2010, Outlook 2007 oder Outlook 2003

Exchange 2003

Legacy

Outlook Web Access

Exchange 2003

Legacy

Für Remotedomänen können Sie eine der folgenden Optionen zum Senden von automatischen Antworten festlegen:

  • Nichts zulassen   Wenn Sie diese Option auswählen, werden keine automatischen Antworten an Empfänger in der Remotedomäne gesendet.

  • Nur externe Abwesenheitsnachrichten zulassen   Wenn Sie diese Option auswählen, werden nur externe automatische Antworten an die Remotedomäne gesendet.

  • Externe Abwesenheitsnachrichten oder ältere Abwesenheitsnachrichten zulassen (die mit Outlook 2003 oder früheren Clients bzw. für Exchange 2003-Postfächer konfiguriert wurden)   Wenn Sie diese Option auswählen, werden sowohl externe als auch ältere automatische Antworten an die Remotedomäne gesendet.

  • Interne Abwesenheitsnachrichten und ältere Abwesenheitsnachrichten zulassen (die mit Outlook 2003 oder früheren Clients bzw. für Exchange 2003-Postfächer konfiguriert wurden)   Wenn Sie diese Option auswählen, werden sowohl interne als auch ältere automatische Antworten an die Remotedomäne gesendet.

Wie schon zu Beginn dieses Themas erwähnt, können Sie verhindern, dass Unzustellbarkeitsberichte an eine Remotedomäne gesendet werden. Durch das Blockieren von Unzustellbarkeitsberichten für eine Remotedomäne verhindern Sie, dass die im Unzustellbarkeitsbericht enthaltenen Daten Ihre Organisation verlassen, und schränken dadurch die Informationen ein, die ein böswilliger Benutzer über Ihre Organisation erhalten kann. Dadurch erhalten aber auch berechtigte Absender keine Unzustellbarkeitsberichte, was zu Verwirrung und Produktivitätseinbußen führen kann.

Mit Exchange 2010 SP1 können Sie detaillierter steuern, welche Inhalte eines Unzustellbarkeitsberichts für eine Remotedomäne bestimmt sind. Mit Exchange 2010 SP1 können Sie Unzustellbarkeitsberichte für eine Remotedomäne zulassen und gleichzeitig alle Diagnoseinformationen entfernen. Auf diese Weise verhindern Sie, dass Informationen zur Exchange-Bereitstellung Ihre Organisation verlassen, und stellen gleichzeitig externen Absendern Unzustellbarkeitsbenachrichtigungen zur Verfügung.

Diese Funktion wird über den neuen Parameter NDRDiagnosticInfoEnabled des Cmdlets Set-RemoteDomain gesteuert. Diese Einstellung kann für jede Remotedomäne konfiguriert werden. Daher können Sie je nach Bedarf unterschiedliche Einstellungen vornehmen. Sie können beispielsweise die Diagnoseinformationen im Unzustellbarkeitsbericht für die Standardremotedomäne entfernen, sie jedoch für die Remotedomänen Ihrer Partner zulassen.

Weitere Informationen zu dieser neuen Einstellung finden Sie unter Set-RemoteDomain.

Exchange 2010 SP1 unterstützt standortübergreifende Bereitstellungen, bei denen die Exchange-Organisation in lokale Server und einen Cloud-basierten Dienst (z. B. Microsoft Office 365) unterteilt ist. In diesem Bereitstellungsszenario wird der Teil Ihrer Organisation, der sich im Cloud-basierten Dienst befindet, durch ein Remotedomänenobjekt dargestellt. Diese Remotedomäne unterscheidet sich von allen anderen Remotedomänen, die möglicherweise vorhanden sind, weil sie als interne Remotedomäne betrachtet wird.

Zum Bestimmen einer Remotedomäne als Office 365-Bereitstellung können Sie entweder die Shell oder die Exchange-Verwaltungskonsole verwenden. Weitere Informationen finden Sie unter Konfigurieren der Eigenschaften von Remotedomänen.

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