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Grundlegendes zu TLS-Zertifikaten

Exchange 2010
 

Gilt für: Exchange Server 2010 SP3, Exchange Server 2010 SP2

Letztes Änderungsdatum des Themas: 2011-11-04

In Hinsicht auf die Verschlüsselung handelt es sich bei dem Zertifikat und zugehörigen privaten Schlüsseln, die vom Cmdlet New-ExchangeCertificate generiert werden, um TLS-Schlüssel. Mit dem Cmdlet New-ExchangeCertificate können Sie Metadaten zum Zertifikat angeben, sodass verschiedene Dienste dasselbe Zertifikat und denselben privaten Schlüssel verwenden können. Bevor Sie Zertifikate oder Zertifikatsanforderungen für Exchange-Dienste erstellen, die TLS verwenden, sollten Ihnen die Metadaten bekannt sein, die von den Zertifikaten für SSL- und TLS-Dienste verwendet werden. Diese Metadaten werden als "Felder" im generierten Zertifikat bezeichnet.

Zum Anzeigen der Felder von Computerzertifikaten auf einem bestimmten Computer können Sie das Cmdlet Get-ExchangeCertificate in der Exchange-Verwaltungsshell verwenden. Sie können auch das Zertifikat-Manager-Snap-In in Microsoft Management Console (MMC) verwenden.

Möchten Sie wissen, welche Verwaltungsaufgaben es im Zusammenhang mit TLS-Zertifikaten gibt? Weitere Informationen finden Sie unter Zertifikate.

Inhalt

Von Zertifikaten für TLS-Dienste verwendete Felder

Zertifikatauswahl

Erstellen von TLS-Zertifikaten

Referenzen

Wenn Sie das Cmdlet New-ExchangeCertificate zum Generieren einer Zertifikatsanforderung für eine Zertifizierungsstelle eines Drittanbieters oder einer anderen Public-Key-Infrastruktur (PKI) verwenden, müssen Sie prüfen, welche Zertifikatsfelder und welches Zertifikatsformat für die Zertifizierungsstelle erforderlich sind.

In diesem Abschnitt werden die wichtigsten Zertifikatsfelder erläutert, und es werden einige bewährte Methoden zum Generieren von Zertifikaten und Zertifikatsanforderungen genannt.

Der Subjektname eines TLS-Zertifikats ist das Feld, das von DNS-gestützten Diensten verwendet wird. Mit dem Feld für den Subjektnamen wird ein Zertifikat an einen bestimmten Server- oder Domänennamen gebunden.

Ein Subjektname ist ein X.500 DN (Distinguished Name), der sich aus ein oder mehreren RDNs (Relative Distinguished Name) zusammensetzt. In der folgenden Tabelle sind häufig verwendete RDNs zur Angabe von Organisationen oder Serverentitäten aufgeführt.

 

Name Abkürzung Typ Max. Größe Häufigkeit max./empfohlen in Zertifikat/Anforderung Reihenfolge in Subjekt

Country/Region (Land/Region)

C

ASCII

2

1\1

1

Domain Component (Domänenkomponente)

DC

ASCII

255

Viele

1

State or Province (Bundesland oder Kanton)

S

Unicode

128

1

2

Locality (Ort)

L

Unicode

128

1

3

Organization (Organisation)

O

Unicode

64

1\1

4

Organizational Unit (Organisationseinheit)

OU

Unicode

64

Viele/Viele

5

Allgemeiner Name

CN

Unicode

64

Viele/1

6

Bei den Codes für Land/Region handelt es sich um die ISO 3166-1-Codes. Weitere Informationen finden Sie unter Englische Ländernamen und Codeelemente (möglicherweise in englischer Sprache).

Die Domänenkomponente und Land/Region schließen sich aufgrund der Konvention gegenseitig aus. Eine bewährte Methode besteht darin, auf den Namen entweder mit Land/Region oder mit einem DNS-Namen (Domain Name System) zu verweisen. Sie müssen außerdem darauf achten, dass es sich bei der maximalen Größe der Domänenkomponente (255 Zeichen) um die Summe aller Werte für die Domänenkomponente handelt.

WichtigWichtig:
Zwar können Zertifikate mehrere Felder für den allgemeinen Namen aufweisen, doch werden einige Dienste unter der Voraussetzung implementiert, dass nur ein allgemeiner Name vorhanden ist. Daher können mehrere allgemeine Namen zu Problemen bei der Interoperabilität führen. Es wird empfohlen, das Zertifikat oder die Zertifikatsanforderung mit nur einem allgemeinen Namen zu erstellen.

Beim Erstellen von Zertifikatsanforderungen werden Subjektnamen im Cmdlet New-ExchangeCertificate als einzelner Parameter angegeben, der sich aus einer Reihe durch Komma getrennter Werte zusammensetzt. Jeder Name wird durch die Abkürzung für den RDN angegeben. Im folgenden Beispiel ist der Subjektname als Land/Region = US, Organisation = Contoso Corp und Allgemeiner Name = mail1.contoso.com angegeben:

-SubjectName "C=US o=contoso corp, CN=mail1.contoso.com"

Weitere Beispiele für Subjektnamen, die denselben Server darstellen können, sind:

-SubjectName  "O=contoso corp, CN=mail1.contoso.com"
-SubjectName "DC=contoso, DC=com, CN=mail1.contoso.com"
-SubjectName "DC= contoso, DC=com, O=contoso corp, CN=mail1.contoso.com"

Wenn Sie über einen registrierten DNS-Namen verfügen, der zum Senden von SMTP-Mail verwendet wird, besteht eine bewährte Methode darin, die Konvention für die Domänenkomponente und den DNS-Namen als Zertifikatsnamen zu verwenden, z. B. "DC=contoso", "DC=com", "CN=mail1.contoso.com".

Wenn Sie eine Zertifikatsanforderung für einen Anbieter einer Zertifizierungsstelle generieren, müssen Ihnen die Anforderungen für das Feld "Subjektname" der Zertifizierungsstelle und Ihre besonderen PKI-Anforderungen bekannt sein. In einigen Fällen müssen Sie möglicherweise den Code für Land/Region ("C") verwenden. Wenn dies der Fall ist, müssen Sie den RDN bei einer X.500-Registrierungsstelle registrieren.

Bei Subjektnamen, die ASCII-fremde Zeichen enthalten, können Sie den Parameter SubjectName als einen in Anführungszeichen eingeschlossenen DN (Distinguished Name) wie folgt eingeben:

-SubjectName "C=ES,O=Diversión de Bicicleta,CN=mail1. DiversiondeBicicleta.com"

Gemäß der Konvention kann ein allgemeiner Name einen vollqualifizierten Domänennamen (Fully Qualified Domain Name, FQDN) enthalten. Obwohl diese Praxis weit verbreitet ist, sind bei diesem Ansatz die beiden folgenden Probleme zu beachten.

Erstens: Die maximale Größe des Felds für den allgemeinen Namen beträgt 64 Zeichen. Dies sind weniger Zeichen als die maximale Größe eines FQDN. Daher müssen Sie bei einem FQDN mit mehr als 64 Zeichen den Domänennamen unter dem alternativen Subjektnamen angeben. Mit dem Parameter DomainName wird eine Zuordnung zum alternativen Subjektnamen im generierten Zertifikat erstellt.

Zweitens: Der FQDN ist auf eine Teilmenge des ASCII-Zeichensatzes beschränkt. Der allgemeine Name unterstützt jedoch Unicode. Daher können Sie ein gültiges Zertifikat mit einem CN erstellen, der wie ein DNS-Name erscheint, jedoch als DNS-Name ungültig ist. Eine Software, die nach einem FQDN in einem CN eines Zertifikats sucht, gibt nicht das richtige Ergebnis zurück, wenn der CN Nicht-ASCII-Zeichen enthält. Wenn Sie z. B. ein Zertifikat mit einem Subjektnamen mit "CN=mail.mïcrosoft.com" erstellen, wird der Name als FQDN ignoriert, da er ein Unicode-Zeichen enthält (das Zeichen "ï" mit diakritischem Zeichen (x00ef)). Der Unicode-CN leicht für einen FQDN gehalten werden, da nur ein geringer Unterschied zwischen dem Zeichen "ï" mit diakritischem Zeichen (x00ef) und dem ASCII-Zeichen "i" (x0069) besteht. Für den Exchange-Zertifikatstask muss der CN des Subjekts kein gültiger FQDN sein. Dies bedeutet, dass mit dem Cmdlet standardmäßig der FQDN des Servers als Standard-CN eingefügt wird.

Bei TLS müssen Zertifikate DNS-Namen enthalten, da TLS auf der DNS-Auflösung beruht. Clients prüfen den DNS-Namen des Servers, mit dem sie eine Verbindung herstellen, anhand des DNS-Namens, mit dem eine Verbindung erwartet wird. Dies gilt für Webbrowser, die eine Verbindung zu einer Website über HTTPS herstellen, und für SMTP-Server, die E-Mail über das Internet oder Intranet übertragen.

Ein einzelner Server kann mehrere DNS-Namen aus folgenden Gründen unterstützen:

  • Ein SMTP-Server unterstützt mehrere akzeptierte Domänen.

  • Ein Client kann auf einen E-Mail-Server mit dem Servernamen, dem Domänennamen, einem lokalen FQDN-Namen oder mit einem Namen für den Lastenausgleich zugreifen.

Wenn eine TLS-Verbindung hergestellt wurde und der Client den gesuchten Namen findet, werden die anderen Namen im Zertifikat vom Client ignoriert. Es können mehrere Domänen- und Servernamen zum Feld für den alternativen Subjektnamen eines TLS-Zertifikats hinzugefügt werden. Mit dem Parameter DomainName im Cmdlet New-ExchangeCertificate können Sie ein Zertifikat erstellen, das mehrere alternative Subjektnamen enthält. Der Parameter DomainName ist mehrwertig und kann daher mehrere Namen enthalten.

X.509-Zertifikate können keinen, einen oder mehrere DNS-Namen in der Zertifikatserweiterung für den alternativen Subjektnamen (SubjectAltName) enthalten. DNS-Namen in der Erweiterung "SubjectAltName" weisen dieselben Einschränkungen wie ein DNS-Name auf. Sie dürfen nicht mehr als 255 Zeichen umfassen und müssen sich aus den Zeichen A-Z, a-z, 0-9 und einem Gedankenstrich (-) zusammensetzen.

Die Logik für den Zertifikatnamensvergleich für die Funktion "Domänensicherheit" überprüft beim Senden von Mail an eine Domäne, ob ein Domänenname im erhaltenen Zertifikat mit dem Domänennamen übereinstimmt. Der FQDN der Empfängerdomäne "woodgrovebank.com" dient als Beispiel. Die Logik für den Zertifikatnamensvergleich durchsucht alle DNS-Namen in den Zertifikaten. Stimmt mindestens ein DNS-Name überein, wird das Zertifikat als Entsprechung für die angegebene Domäne verifiziert.

In diesem Beispiel akzeptiert die Logik für den Zertifikatnamensvergleich ein Zertifikat mit einer genauen Domänenübereinstimmung, z. B. "woodgrovebank.com". Die Verwendung von Domänennamen mit Platzhalterzeichen in Zertifikaten wird ebenfalls unterstützt, sodass beispielsweise ein Zertifikat mit dem DNS-Namen "*.woodgrovebank.com" als Entsprechung akzeptiert wird. Weitere Informationen zu Domänennamen mit Platzhalterzeichen finden Sie unter "Domänennamen mit Platzhalterzeichen " weiter unten in diesem Thema.

Die Logik für den Zertifikatnamensvergleich durchsucht den DNS außerdem einen Knoten tief. Daher wird "mail1.woodgrovebank.com" auch als Entsprechung für "woodgrovebank.com" akzeptiert. DNS-Namen mit einer Tiefe von mehr als zwei Knoten werden jedoch nicht akzeptiert. "mail1.us.woodgrovebank.com" würde demnach z. B. nicht als Entsprechung für "woodgrovebank.com" akzeptiert.

Wenn Sie ein Zertifikat oder eine Zertifikatsanforderung für einen Edge-Transport-Server mit SMTP-TLS über das Internet erstellen, sollte die folgende Gruppe von Domänennamen in der Anforderung enthalten sein:

  • Der vollqualifizierte Internetdomänenname des Servers   Dieser kann sich vom internen FQDN unterscheiden, der zwischen Edge-Transport-Servern und Hub-Transport-Servern verwendet wird, und sollte dem A-Datensatz entsprechen, der auf dem Internet-DNS-Server (öffentlichen DNS-Server) veröffentlicht ist. Dieser Name sollte als CN in den Parameter SubjectName im Cmdlet New-ExchangeCertificate eingegeben werden.

  • Alle Namen akzeptierter Domänen der Organisation   Verwenden Sie den Parameter IncludeAcceptedDomains des Cmdlets New-ExchangeCertificate, um den alternativen Subjektnamen für das generierte Zertifikat auszufüllen.

  • Der FQDN für den Connector, wenn dieser nicht durch eines der vorherigen Elemente abgedeckt ist   Verwenden Sie den Parameter DomainName im Cmdlet New-ExchangeCertificate, um den alternativen Subjektnamen für das generierte Zertifikat auszufüllen.

Bei Domänennamen mit Platzhalterzeichen handelt es sich um eine spezielle Art von Domänennamen, die mehrere Unterdomänen repräsentieren. Domänennamen mit Platzhalterzeichen können Zertifikate vereinfachen, da ein einziger Domänenname mit Platzhalterzeichen alle Unterdomänen für diese Domäne repräsentiert. Sie werden durch ein Sternchen (*) im DNS-Knoten dargestellt. So steht z. B. *.contoso.com für contoso.com und alle Unterdomänen von contoso.com. Wenn Sie ein Platzhalterzeichen verwenden, um ein Zertifikat oder eine Zertifikatsanforderung für alle akzeptierten Domänen zu erstellen, können Sie die Anforderung wesentlich vereinfachen.

Abhängig vom Typ der SMTP-Verbindung führt Exchange unterschiedliche Zertifikatauswahlprozesse durch.

Wenn Hub-Transport-Server untereinander oder mit Edge-Transport-Servern in Ihrer Organisation kommunizieren, werden anonyme TLS-Zertifikate verwendet. Weitere Informationen finden Sie unter Auswahl von eingehenden anonymen TLS-Zertifikaten und Auswahl von ausgehenden anonymen TLS-Zertifikaten.

Wenn ein SMTP-Host oder -Client eine Verbindung zu Edge- oder Hub-Transport-Servern herstellt, wird der STARTTLS-Zertifikatauswahlprozess verwendet. Weitere Informationen finden Sie unter Auswahl von eingehenden STARTTLS-Zertifikaten.

In Exchange 2010 wird während der Installation ein selbstsigniertes Zertifikat erstellt, das alle Server- und Domänennamen verwendet, die Exchange zum Zeitpunkt der Installation bekannt sind. Sie können dieses Zertifikat zur Verwendung auf weiteren Servern klonen oder durch Zertifikate ersetzen, die von einer Zertifizierungsstelle von Drittanbietern ausgegeben wurden. Die folgenden Themen enthalten schrittweise Anweisungen für die einzelnen Aufgaben:

Weitere Informationen zu Kryptografie und Zertifikattechnologien und -konzepten finden Sie in den folgenden englischsprachigen Veröffentlichungen und unter folgendem Link:

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