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Grundlegendes zu POP3 und IMAP4

Exchange 2010
 

Gilt für: Exchange Server 2010 SP3, Exchange Server 2010 SP2

Letztes Änderungsdatum des Themas: 2012-11-06

Standardmäßig sind POP3 und IMAP4 in Microsoft Exchange Server 2010 deaktiviert. Zur Unterstützung von Clients, die diese Protokolle weiterhin verwenden, müssen Sie die POP3- und IMAP4-Dienste auf dem Exchange 2010-Clientzugriffsserver starten. Sie müssen außerdem SMTP für Ihre POP3- und IMAP4-Clients konfigurieren, damit diese E-Mail senden können.

Genaue Anweisungen zum Aktivieren des POP3- und IMAP4-Diensts finden Sie unter Aktivieren von POP3 in Exchange 2010 und Aktivieren von IMAP4 in Exchange 2010.

Standardmäßig können Benutzer, die Postfächer auf Computern mit Exchange 2010 haben, über Microsoft Outlook oder Outlook Web App, Microsoft Exchange ActiveSync oder Outlook Voice Access auf ihre Postfächer zugreifen. Outlook, Outlook Web App und Outlook Voice Access ermöglichen Ihren E-Mail-Benutzern das Verwenden der umfassenden Funktionen, die Clients zur Verfügung stehen, die Postfächer auf Exchange 2010-Servern haben.

Inhalt

Übersicht über die Funktionalität von POP3 und IMAP4

Standortübergreifende Verbindungen mit POP3 und IMAP4

Verwalten von POP3 und IMAP4 mit Exchange 2003

Verwenden nicht standardmäßiger Konten mit POP3 und IMAP4

Verständnis der Unterschiede zwischen POP3 und IMAP4

Sende- und Empfangsoptionen für POP3- und IMAP4-E-Mail-Anwendungen

POP3- und IMAP4-Anwendungen

Benutzereinstellungen zum Konfigurieren des POP3- oder IMAP4-Zugriffs auf Exchange 2010-Postfächer

In diesem Abschnitt wird die Funktionalität von POP3 und IMAP4 für Exchange 2010 beschrieben.

Diese beiden Protokolle weisen die folgenden Vorteile und Einschränkungen auf:

  • POP3   POP3 wurde entwickelt, um die Offlineverarbeitung von E-Mails zu unterstützen. Mit POP3 werden E-Mail-Nachrichten vom Server entfernt und auf dem lokalen POP3-Client gespeichert, sofern der Client nicht so konfiguriert wurde, dass Nachrichten auf dem Server verbleiben. Dadurch wird die Verantwortung für die Datenverwaltung und Sicherheit auf den Benutzer übertragen. POP3 bietet keine erweiterten Funktionen für die Zusammenarbeit, wie z. B. Kalender, Kontakte und Aufgaben.

  • IMAP4   IMAP4 bietet sowohl Offline- als auch Onlinezugriff, wie POP3 bietet jedoch auch IMAP4 keine erweiterten Funktionen für die Zusammenarbeit, wie z. B. Kalender, Kontakte und Aufgaben.

POP3 und IMAP4 können nicht zum Senden von Nachrichten von einer Clientanwendung an den E-Mail-Server verwendet werden. E-Mail-Anwendungen, die POP3 und IMAP4 zum Senden von Nachrichten verwenden, stützen sich beim Nachrichtenversand auf das SMTP-Protokoll. Der Connector zum Empfangen von E-Mail-Übermittlungen von Clientanwendungen, die POP3 oder IMAP4 verwenden, wird auf jedem Hub-Transport-Server automatisch erstellt. Weitere Informationen zu Connectors finden Sie unter Grundlegendes zu Empfangsconnectors.

In früheren Versionen von Exchange mussten Sie Ihre POP3- und IMAP4-Clients manuell konfigurieren, um eine Verbindungsherstellung von einem Standort in Ihrer Organisation zu ermöglichen, wenn sich die Postfächer an einem anderen Standort in Ihrer Organisation befanden. Exchange 2010 führt standardmäßig eine Proxyweiterleitung von einem Clientzugriffsserver in einem Standort an den richtigen Server aus.

Wenn Sie Clientzugriffsserver zur Unterstützung von Clients bereitstellen, die POP3 und IMAP4 verwenden, und die zugehörigen Postfächer sich auf Exchange Server 2003-Back-End-Servern befinden, müssen Sie die Standardauthentifizierung verwenden. Außerdem ist es nicht möglich, die SSL-Verschlüsselung (Secure Sockets Layer) zu nutzen. Stattdessen müssen Sie IPsec (Internet Protocol Security) verwenden, um die Kommunikation zwischen diesen Servern zu schützen.

Sie können sich nicht mithilfe des anonymen Kontos oder des Kontos Gast über POP3 oder IMAP4 bei einem Exchange 2010-Postfach anmelden. Diese Zugangsart ist aufgrund von Sicherheitsrisiken bei der Verwendung nicht standardmäßiger Konten für den POP3- und IMAP4-Zugriff blockiert. Darüber hinaus können Sie über POP3 oder IMAP4 keine Verbindung mit dem Administratorpostfach herstellen. Diese Einschränkung wurde in Exchange 2010 eingeführt, um die Sicherheit für das Administratorpostfach zu erhöhen. Um auf das Administratorpostfach zuzugreifen, müssen Sie Microsoft Office Outlook oder Outlook Web App verwenden.

POP3 ist ein häufig verwendetes E-Mail-Internetprotokoll. Wenn POP3-E-Mail-Anwendungen E-Mail-Nachrichten auf einen Clientcomputer herunterladen, werden die heruntergeladenen Nachrichten standardmäßig vom Server entfernt. Wenn keine Kopie der E-Mail-Nachrichten Ihrer Benutzer auf dem E-Mail-Server gespeichert bleibt, können diese nicht von mehreren Computern aus auf die gleiche E-Mail-Nachricht zugreifen. Einige POP3-E-Mail-Anwendungen können jedoch so konfiguriert werden, dass Kopien der Nachrichten auf dem Server gespeichert werden, damit von anderen Computern aus auf die gleichen E-Mail-Nachrichten zugegriffen werden kann. POP3-Clientanwendungen können nur zum Herunterladen von Nachrichten vom E-Mail-Server in einen einzigen Ordner (normalerweise in den Ordner Posteingang) auf dem Clientcomputer verwendet werden. Das POP3-Protokoll kann nicht mehrere Ordner auf dem E-Mail-Server mit mehreren Ordnern auf dem Clientcomputer synchronisieren. POP3 unterstützt außerdem keinen Zugriff auf Öffentliche Ordner.

E-Mail-Clientanwendungen, die IMAP4 verwenden, sind flexibler und bieten im Allgemeinen eine größere Anzahl von Funktionen als E-Mail-Clientanwendungen, die POP3 verwenden. Wenn IMAP4-E-Mail-Anwendungen E-Mail-Nachrichten auf einen Clientcomputer herunterladen, verbleibt standardmäßig eine Kopie der heruntergeladenen Nachrichten auf dem E-Mail-Server. Da eine Kopie der E-Mail-Nachrichten Ihrer Benutzer auf dem E-Mail-Server gespeichert bleibt, können diese von mehreren Computern aus auf die gleiche E-Mail-Nachricht zugreifen. Mit IMAP4-E-Mail können Benutzer auf mehrere E-Mail-Ordner auf dem E-Mail-Server zugreifen bzw. diese erstellen. Die Benutzer können dann auf alle Nachrichten auf dem Server von Computern an mehreren Standorten aus zugreifen. Die meisten IMAP4-Anwendungen können z. B. so konfiguriert werden, dass eine Kopie der gesendeten Elemente des Benutzers auf dem Server verbleibt, damit die gesendeten Elemente auf einem beliebigen anderen Computer angezeigt werden können. IMAP4 unterstützt zusätzliche Funktionen, die von den meisten IMAP4-Anwendungen unterstützt werden. Einige IMAP4-Anwendungen enthalten z. B. eine Funktion, mit deren Hilfe Benutzer nur die Kopfzeilen ihrer E-Mail-Nachrichten (Absender und Betreff der Nachricht) auf dem Server anzeigen und dann nur die Nachricht herunterladen können, die sie lesen möchten. IMAP4 unterstützt keinen Zugriff auf öffentliche Ordner.

HinweisAnmerkung:
IMAP4- und POP3-Clients haben eingeschränkten Zugriff auf Kalenderinformationen für Exchange. Weitere Informationen finden Sie unter Konfigurieren von Kalenderoptionen für IMAP4 und Konfigurieren von Kalenderoptionen für POP3.

Mit POP3- und IMAP4-E-Mail-Anwendungen können Benutzer auswählen, wann eine Verbindung mit dem Server zum Senden und Empfangen von E-Mail hergestellt werden soll. In diesem Abschnitt werden einige der gängigsten Verbindungsoptionen behandelt. Außerdem werden einige Aspekte erläutert, die Ihre Benutzer beim Auswählen der Verbindungsoptionen in ihren POP3- und IMAP4-E-Mail-Anwendungen berücksichtigen sollten.

Drei der am häufigsten verwendeten Verbindungseinstellungen können wie folgt für eine POP3- oder IMAP4-Clientanwendung festgelegt werden:

  • Senden und Empfangen von Nachrichten bei jedem Start der E-Mail-Anwendung. Bei Verwendung dieser Option wird E-Mail nur beim Start der E-Mail-Anwendung gesendet und empfangen.

  • Manuelles Senden und Empfangen von Nachrichten. Bei Verwendung dieser Option werden Nachrichten nur dann gesendet und empfangen, wenn der Benutzer auf den Befehl Senden und Empfangen in der Clientbenutzeroberfläche klickt.

  • Senden und Empfangen von Nachrichten immer nach einer festgelegten Anzahl von Minuten. Bei Verwendung dieser Option stellt die Clientanwendung immer nach Ablauf eines in Minuten festgelegten Zeitraums eine Verbindung mit dem Server her, um Nachrichten zu senden und neue Nachrichten herunterzuladen.

Informationen zum Konfigurieren dieser Einstellungen für die von Ihnen verwendete E-Mail-Anwendung finden Sie in der Hilfedokumentation zur jeweiligen E-Mail-Anwendung.

Wenn das Gerät oder der Computer, auf dem eine POP3- oder IMAP4-E-Mail-Anwendung ausgeführt wird, immer mit dem Internet verbunden ist, möchten Benutzer ihre E-Mail-Anwendung ggf. so konfigurieren, dass Nachrichten in einem festgelegten Minutenintervall gesendet und empfangen werden. Durch regelmäßige Verbindungen mit dem Server wird sichergestellt, dass die E-Mail-Anwendung des Benutzers mit den neuesten Informationen auf dem Server aktualisiert wird. Wenn das Gerät oder der Computer, auf dem eine POP3- oder IMAP4-E-Mail-Anwendung ausgeführt wird, jedoch nicht immer mit dem Internet verbunden ist (z. B., wenn der Internetzugang mithilfe einer DFÜ-Verbindung erfolgt), möchte der Benutzer die E-Mail-Anwendung ggf. so konfigurieren, dass Nachrichten manuell gesendet und empfangen werden. In einem DFÜ-Szenario kann das manuelle Senden und Empfangen von Nachrichten möglicherweise die Zeitdauer verringern, für die der Benutzer mit dem Internet verbunden ist.

HinweisAnmerkung:
Wenn der Benutzer eine mit IMAP4 kompatible E-Mail-Anwendung verwendet, die den IMAP4 IDLE-Befehl unterstützt, ist er ggf. in der Lage, E-Mail-Nachrichten beinahe in Echtzeit an das Exchange-Postfach zu senden und von diesem zu empfangen. Damit diese Verbindungsmethode funktioniert, müssen die E-Mail-Server- und Clientanwendung den IMAP4 IDLE-Befehl unterstützen. In den meisten Fällen müssen Benutzer keine Einstellungen in ihrer IMAP4-Anwendung konfigurieren, um diese Verbindungsmethode verwenden zu können.

Da Exchange 2010 POP3 und IMAP4 unterstützt, können Benutzer jede Anwendung, die POP3- und IMAP4-Clientanwendungen unterstützt, dazu verwenden, eine Verbindung mit Exchange 2010 herzustellen. Zu diesen Anwendungen gehören Outlook, Windows Mail, Microsoft Outlook Express, Entourage und viele Anwendungen von Drittanbietern, wie Mozilla Thunderbird und Eudora. Die von den einzelnen E-Mail-Clientanwendungen unterstützten Funktionen variieren. Informationen zu den jeweiligen Funktionen, die von bestimmten POP3- und IMAP4-Clientanwendungen zur Verfügung gestellt werden, finden Sie in der jeweiligen Dokumentation zur betreffenden Anwendung.

Nachdem Sie den POP3- und IMAP4-Clientzugriff auf Ihren Clientzugriffsservern aktiviert haben, müssen Sie die Benutzer darüber informieren, wie sie sich über die von ihnen verwendeten E-Mail-Programme mit ihrem Exchange 2010-Postfach verbinden können. Sie benötigen die folgenden Informationen:

Soll eine Verbindung aus dem Unternehmensnetzwerk hergestellt werden, benötigen Benutzer die folgenden Informationen:

  • Interner Name des POP3- oder IMAP4-Servers

  • Interne Nummer des POP3- oder IMAP4-Ports

  • Interne POP3- oder IMAP4-Verschlüsselungsmethode

  • Interner SMTP-Name (Ausgangsserver)

  • Interne SMTP-Portnummer (Ausgangsserver)

  • Interne SMTP-Verschlüsselungsmethode (Ausgangsserver)

Soll eine Verbindung aus dem Internet hergestellt werden, benötigen Benutzer die folgenden Informationen:

  • Externer Name des POP3- oder IMAP4-Servers

  • Externe Nummer des POP3- oder IMAP4-Ports

  • Externe POP3- oder IMAP4-Verschlüsselungsmethode

  • Externer SMTP-Name (Ausgangsserver)

  • Externe SMTP-Portnummer (Ausgangsserver)

  • Externe SMTP-Verschlüsselungsmethode (Ausgangsserver)

Diese Einstellungen können Sie den Benutzern über E-Mail oder andere manuelle Kommunikationsmethoden bereitstellen. Sie können außerdem Exchange so konfigurieren, dass Benutzer mithilfe von Outlook Web App ihre eigenen Einstellungen nachschlagen können.

Konfigurieren von Exchange, sodass Benutzer ihre internen POP3-, IMAP4- und SMTP-Servereinstellungen nachschlagen können

Benutzer können ihre POP3- und IMAP4-Servereinstellungen standardmäßig mithilfe von Outlook Web App nachschlagen. Wenn Sie den Benutzern auch ermöglichen möchten, auf die internen SMTP-Servereinstellungen (Ausgangsserver) zugreifen zu können, müssen Sie das Cmdlet Set-ReceiveConnector mit dem Parameter AdvertiseClientSettings ausführen. Nachdem Sie diesen Befehl ausgeführt haben, können die Benutzer ihre internen POP3-, IMAP4- und SMTP-Servereinstellungen in Outlook Web App nachschlagen, indem sie auf den Dropdownpfeil neben dem Fragezeichen (Hilfe) und dann auf Info klicken.

Ausführliche Informationen zum Konfigurieren dieser Einstellung finden Sie unter Zulassen der Anzeige von POP3-, IMAP4- und SMTP-Servereinstellungen durch Endbenutzer in Outlook Web App.

Konfigurieren von Exchange, sodass Benutzer ihre externen POP3-, IMAP4- und SMTP-Servereinstellungen nachschlagen können

Externe POP3-, IMAP4- und SMTP-Servereinstellungen sind für die Benutzer standardmäßig nicht in Outlook Web App verfügbar. Sie können diese Standardeinstellung wie folgt ändern:

  • Führen Sie das Cmdlet Set-POPSettings mit dem Parameter ExternalConnectionSettings aus, um den Benutzern das Nachschlagen ihrer eigenen externen POP3-Einstellungen zu ermöglichen.

  • Führen Sie das Cmdlet Set-IMAPSettings mit dem Parameter ExternalConnectionSettings aus, um den Benutzern das Nachschlagen ihrer eigenen externen IMAP4-Einstellungen zu ermöglichen.

  • Führen Sie das Cmdlet Set-ReceiveConnector mit dem Parameter AdvertiseClientSettings aus, um den Benutzern den Zugriff auf die externen SMTP-Servereinstellungen zu ermöglichen.

Nachdem Sie Ihre Standardeinstellungen durch Ausführen der Cmdlets Set-POPSettings, Set-IMAPSettings und Set-ReceiveConnector geändert haben, können die Benutzer ihre externen POP-, IMAP- und SMTP-Servereinstellungen in Outlook Web App wie folgt nachschlagen:

  • Wenn Sie Exchange Server 2010 SP1 ausführen, können die Benutzer ihre Einstellungen in Outlook Web App nachschlagen, indem sie auf Optionen > Alle Optionen anzeigen > Konto > Mein Konto > Einstellungen für POP-, IMAP- und SMTP-Zugriff klicken.

  • Wenn Sie die RTM-Version von Exchange 2010 ausführen, können die Benutzer ihre Einstellungen in Outlook Web App nachschlagen, indem sie auf den Dropdownpfeil neben dem Fragezeichen (Hilfe) und dann auf Info klicken.

Ausführliche Informationen zum Konfigurieren dieser Einstellung finden Sie unter Zulassen der Anzeige von POP3-, IMAP4- und SMTP-Servereinstellungen durch Endbenutzer in Outlook Web App.

Behalten von Nachrichtenkopien auf dem Server

Einige E-Mail-Programme sind standardmäßig so eingestellt, dass sie nach dem Abrufen von Nachrichten keine Kopien der Nachrichten auf dem Server belassen. Sie sollten Ihren Benutzern unbedingt empfehlen, ihr jeweiliges E-Mail-Programm so zu konfigurieren, dass es Kopien aller Nachrichten, die der Client abgerufen hat, auf dem Server belässt. Werden Nachrichtenkopien auf dem Server belassen, können die Benutzer aus anderen E-Mail-Programmen auf ihre Nachrichten zugreifen.

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