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Grundlegendes zum Verfügbarkeitsdienst

Exchange 2010
 

Gilt für: Exchange Server 2010 SP3, Exchange Server 2010 SP2

Letztes Änderungsdatum des Themas: 2012-10-24

Der Microsoft Exchange Server 2010-Verfügbarkeitsdienst wird verwendet, um Microsoft Office Outlook 2007- und Outlook Web App-Clients Frei/Gebucht-Informationen zur Verfügung zu stellen. Der Verfügbarkeitsdienst verbessert die Benutzererfahrung der Information-Worker bei Kalenderfunktionen und bei der Besprechungsplanung, indem sichere, konsistente und aktuelle Frei/Gebucht-Informationen zur Verfügung gestellt werden. Dieser Dienst wird standardmäßig zusammen mit Exchange 2010 installiert.

Outlook 2007 und Outlook Web App verwenden den Verfügbarkeitsdienst zur Durchführung der folgenden Aufgaben:

  • Abrufen aktueller Frei/Gebucht-Informationen für Exchange 2010-Postfächer

  • Abrufen aktueller Frei/Gebucht-Informationen aus anderen Exchange 2010-Organisationen

  • Abrufen veröffentlichter Frei/Gebucht-Informationen aus Öffentlichen Ordnern für Postfächer auf Servern, die frühere Versionen von Exchange als Exchange 2010 ausführen

  • Anzeigen der Geschäftszeiten des Teilnehmers

  • Anzeigen von Vorschlägen zum Besprechungstermin

Der Verfügbarkeitsdienst ruft Frei/Gebucht-Informationen direkt aus dem Zielpostfach für Benutzer mit Exchange 2010 und Exchange 2007 ab und kann so konfiguriert werden, dass Frei/Gebucht-Informationen für Benutzer mit früheren Versionen von Exchange abgerufen werden. Für Topologien mit Exchange 2007- oder Exchange 2010-Postfächern, in denen alle Clients Outlook 2007 ausführen, wird der Verfügbarkeitsdienst zum Abrufen der Frei/Gebucht-Informationen verwendet.

HinweisAnmerkung:
Wenn Sie Outlook 2007-Clients verwenden , die für Exchange Server 2003-Postfächer ausgeführt werden, verwendet Outlook 2007 Öffentliche Ordner zum Abrufen der Frei/Gebucht-Informationen.

Outlook 2007 verwendet den Exchange Server 2010-AutoErmittlungsdienst zum Abrufen der URL des Verfügbarkeitsdiensts. Weitere Informationen zum AutoErmittlungsdienst finden Sie unter Verwalten des AutoErmittlungsdiensts.

Der Verfügbarkeitsdienst ist Teil der Exchange 2010-Programmierschnittstelle. Er steht als öffentlicher Webdienst zur Verfügung, mit dem Entwickler Drittanbietertools für Integrationszwecke entwickeln können.

Sie können den Verfügbarkeitsdienst über die Exchange-Verwaltungsshell konfigurieren. Die Exchange-Verwaltungskonsole kann nicht zum Konfigurieren des Verfügbarkeitsdiensts verwendet werden.

In der folgenden Abbildung wird der Prozessablauf für den Verfügbarkeitsdienst dargestellt.

Verfügbarkeitsdienst (Prozessablauf)

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In der folgenden Tabelle werden die Verbesserungen der Frei/Gebucht-Funktionen aufgelistet, die Exchange 2010 und Exchange 2007 im Vergleich zu Exchange 2003 bietet.

Frei/Gebucht-Verbesserungen

Frei-/Gebucht-Komponente Outlook 2003 mit Exchange 2003 Outlook 2007 unter Exchange 2010 oder Exchange 2007

Aktuelle Informationen

Es konnte nicht gewährleistet werden, dass die Frei/Gebucht-Informationen aktuell waren. Mehrere Faktoren führten dazu, dass die Frei/Gebucht-Informationen nicht aktuell waren:

  • Standardmäßig aktualisierte Outlook Frei/Gebucht-Informationen nur alle 45 Minuten. Aufgrund von Bandbreiten- und Skalierbarkeitsproblemen konnte dieses Intervall auch nicht verringert werden.

  • Es kam zu Wartezeiten, die sich aus der Replikation Öffentlicher Ordner ergaben.

  • In gesamtstrukturübergreifenden Szenarien traten Verzögerungen auf, wenn das Microsoft Exchange-Tool für die Replikation zwischen Organisationen zum Replizieren der Frei/Gebucht-Informationen über Gesamtstrukturen hinweg verwendet wurde.

Es ist gewährleistet, dass Frei/Gebucht-Informationen für alle abgerufenen Daten nicht älter als 60 Sekunden sind.

Granularität

Die vier Besprechungsstatus (Frei, Mit Vorbehalt, Gebucht und Abwesend) waren in einem Datenstrom verfügbar. Um Besprechungsdetails abzurufen, waren zusätzliche MAPI-Aufrufe erforderlich.

Standardmäßig zeigen Frei/Gebucht-Informationen die Anfangs- und Endzeiten für einzelne Termine an. Durch den Verfügbarkeitsdienst kann auf zusätzliche Kalendereigenschaften (z. B. Betreff und Ort) zugegriffen werden.

Sicherheit

Für jeden authentifizierten Benutzer waren alle Frei/Gebucht-Daten in einem Öffentlichen Ordner verfügbar. Dies bedeutete, dass jeder beliebige authentifizierte Benutzer die Frei/Gebucht-Informationen eines anderen Benutzers löschen, ändern oder veröffentlichen konnte.

Die Frei/Gebucht-Informationen bieten eine erhöhte Sicherheit, ähnlich wie die allgemeine Kalenderfreigabe. In Übereinstimmung mit der Richtlinie Ihres Unternehmens können Sie den Umfang der Frei/Gebucht-Informationen angeben, der für einen bestimmten Benutzer freigegeben werden soll. Da der Verfügbarkeitsdienst Daten direkt aus dem Postfach eines Benutzers liest, kann ein Benutzer die Frei/Gebucht-Informationen eines anderen Benutzers nicht ändern oder veröffentlichen.

Veröffentlichungshäufigkeit

Outlook 2003 verwendet ein Standardveröffentlichungsintervall von 45 Minuten.

In einer Exchange 2010- oder Outlook 2007-Organisation ist keine Veröffentlichung erforderlich.

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Der Verfügbarkeitsdienst bietet auch den Zugriff auf automatische Antwortnachrichten, die von Benutzern gesendet werden, wenn sie abwesend oder für einen längeren Zeitraum unterwegs sind.

Information-Worker verwenden die Funktion "Automatische Antworten" (früher als Abwesenheitsfunktion bekannt) in Outlook und Outlook Web App, um andere Benutzer darüber zu informieren, dass sie zurzeit keine E-Mail-Nachrichten beantworten können. Mithilfe dieser Funktion können automatische Antworten sowohl für Information-Worker als auch für Administratoren einfacher eingerichtet und verwaltet werden.

Weitere Informationen finden Sie unter Verwalten von automatischen Antworten.

Anhand der unter MSExchange-Verfügbarkeitsdienst aufgeführten Leistungsindikatoren des Systemmonitors können Sie Leistungsdaten für den Verfügbarkeitsdienst von lokalen oder Remotecomputern, die Exchange 2010 ausführen, automatisch erfassen.

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In Exchange 2010 wird die Erweiterung von Verteilergruppen auf dem Exchange 2010-Server und nicht auf dem Outlook-Client verarbeitet. In Exchange 2007 wird die Erweiterung von Verteilergruppen auf dem Exchange 2007-Server verarbeitet. Der Hauptvorteil besteht im Bereitstellen konsistenten Verhaltens für alle Benutzer des Verfügbarkeitsdiensts, wenn die Erweiterung von Verteilergruppen nach Exchange 2010 verschoben wird. In Exchange 2003 und früheren Versionen von Exchange wurden die Frei/Gebucht-Informationen für die Mitglieder der Verteilergruppe bei der Erweiterung nicht angezeigt, wenn die Anzahl der Benutzer in der Verteilergruppe zu groß war.

In Exchange 2010 wurden die folgenden Verbesserungen an der Verarbeitung von Verteilergruppen vorgenommen:

  • Der Verfügbarkeitsdienst erweitert eine Verteilergruppe unabhängig von der Gesamtanzahl der Verteilergruppenmitglieder nur bis zu einer Tiefe von zwei Ebenen.

  • Die Frei/Gebucht-Daten einer Verteilergruppe können bis zu einer maximalen Anzahl von hundert Mitgliedern erweitert werden.

Der Verfügbarkeitsdienst ist Teil der Exchange 2010-Programmierschnittstelle. Er steht als Webdienst zur Verfügung, mit dem Entwickler Drittanbietertools für Integrationszwecke entwickeln können.

Mithilfe des Netzwerklastenausgleichs auf Ihren Clientzugriffsservern, die den Verfügbarkeitsdienst ausführen, können Sie die Leistung und Zuverlässigkeit für Ihre Benutzer steigern, die auf Frei/Gebucht-Informationen angewiesen sind. Outlook 2007 erkennt die URL des Verfügbarkeitsdiensts mithilfe des AutoErmittlungsdiensts. Damit Sie den Netzwerklastenausgleich zusammen mit dem Verfügbarkeitsdienst verwenden können, müssen Sie Änderungen an der Konfiguration vornehmen.

Die interne URL wird vom Intranet aus und die externe URL vom Internet aus verwendet. Wenn Sie die gleiche URL sowohl für den internen als auch für den externen Datenverkehr verwenden möchten, müssen Sie sicherstellen, dass das DNS (Domain Name System) für die Weiterleitung des internen Datenverkehrs direkt zur internen URL ordnungsgemäß konfiguriert ist. Vergewissern Sie sich außerdem, dass auf die URL sowohl intern als auch extern ordnungsgemäß zugegriffen werden kann. Für das ordnungsgemäße Funktionieren des AutoErmittlungs- und Verfügbarkeitsdiensts muss das DNS so konfiguriert werden, dass "mail.<domänenname>.com" und "autodiscover.mail.<domänenname>.com" auf das NLB-Array (Network Load Balancing, Netzwerklastenausgleich) von Clientzugriffsservern verweisen, wobei <domänenname> den Namen Ihrer Domäne angibt.

HinweisAnmerkung:
Weitere Informationen finden Sie unter Netzwerklastenausgleich – Technische Referenz (möglicherweise in englischer Sprache) und Cluster für den Netzwerklastenausgleich. Sie können auch nach Websites von Drittanbietern suchen, die Software für den Netzwerklastenausgleich anbieten.

Informationen finden Sie unter Konfigurieren des Verfügbarkeitsdiensts für Computer mit Netzwerklastenausgleich.

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In den folgenden Tabellen sind die verschiedenen Methoden zum Abrufen der Frei/Gebucht-Informationen aus unterschiedlichen Topologien mit einer einzelnen Gesamtstruktur aufgeführt.

 

Client Frei/Gebucht-Informationen abrufendes Postfach ist aktiv Zielpostfach ist aktiv Frei/Gebucht-Abrufmethode

Outlook 2007

Exchange 2010 oder  Exchange 2007

Exchange 2010 oder Exchange 2007

Der Verfügbarkeitsdienst liest die Frei/Gebucht-Informationen aus dem Zielpostfach.

Outlook 2007

Exchange 2010 oder Exchange 2007

Exchange 2003

Der Verfügbarkeitsdienst stellt HTTP-Verbindungen zum virtuellen Verzeichnis /public des Exchange 2003-Postfachs her.

Outlook 2003

Exchange 2010 oder Exchange 2007

Exchange 2010 oder Exchange 2007

Frei/Gebucht-Informationen werden in lokalen Öffentlichen Ordnern veröffentlicht.

Outlook 2003

Exchange 2010 oder Exchange 2007

Exchange 2003

Frei/Gebucht-Informationen werden in lokalen Öffentlichen Ordnern veröffentlicht.

Outlook Web App

Exchange 2010 oder Exchange 2007

Exchange 2010 oder Exchange 2007

Outlook Web App in Exchange 2010 oder Outlook Web Access in Exchange 2007 rufen die Verfügbarkeitsdienst-API auf, die die Frei/Gebucht-Informationen aus dem Zielpostfach liest.

Outlook Web App

Exchange 2010 oder Exchange 2007

Exchange 2003

Outlook Web App in Exchange 2010 oder Outlook Web Access in Exchange 2007 rufen die Verfügbarkeitsdienst-API auf, die HTTP-Verbindungen zum virtuellen Verzeichnis "/public" des Exchange 2003-Postfachs herstellt.

Beliebig

Exchange 2003

Exchange 2010 oder Exchange 2007

Frei/Gebucht-Informationen werden in lokalen Öffentlichen Ordnern veröffentlicht.

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