(0) exportieren Drucken
Alle erweitern

Grundlagen von Szenarien mit nicht zusammenhängenden Namespaces in Exchange 2007

 

Gilt für: Exchange Server 2007 SP3, Exchange Server 2007 SP2, Exchange Server 2007 SP1, Exchange Server 2007

Letztes Änderungsdatum des Themas: 2009-08-19

Jeder Computer, der mit dem Internet verbunden ist, verfügt über einen DNS-Namen (Domain Name System). Dieser wird auch als Computername oder Hostname bezeichnet. Jeder Computer, auf dem das Betriebssystem Microsoft Windows mit Netzwerkfähigkeit ausgeführt wird, weist außerdem einen NetBIOS-Namen auf.

Ein Computer, der Windows in einer Domäne mit dem Verzeichnisdienst Active Directory ausführt, weist sowohl einen DNS-Domänennamen und einen NetBIOS-Domänennamen auf. Der DNS-Domänenname besteht aus einer oder mehreren Unterdomäne(n), die durch einen Punkt (.) getrennt und mit einem Domänennamen auf oberer Ebene abgeschlossen sind. Beispielsweise sind im DNS-Domänennamen corp.contoso.com corp und contoso die Unterdomänen, und der Domänenname der oberen Ebene ist com. Normalerweise ist der NetBIOS-Domänenname die Unterdomäne des DNS-Domänennamens. Wenn beispielsweise der DNS-Domänenname contoso.com ist, ist der NetBIOS-Domänenname contoso. Wenn der DNS-Domänenname corp.contoso.com ist, ist der NetBIOS-Domänenname corp.

Ein Computer in einer Active Directory-Domäne weist außerdem ein primäres DNS-Suffix auf und kann über weitere DNS-Suffixe verfügen. Standardmäßig ist das primäre DNS-Suffix gleich dem DNS-Domänennamen. Ausführliche schrittweise Anweisungen zum Ändern des primären DNS-Suffixes finden Sie in den Verfahrensweisen weiter unten in diesem Thema.

Der DNS-Domänenname und der NetBIOS-Domänenname einer Active Directory-Domäne werden beim Konfigurieren des ersten Domänencontrollers in der Domäne festgelegt. Weitere Informationen über das Konfigurieren von Domänencontrollern finden Sie in Domänencontrollerfunktion: Konfigurieren eines Domänencontrollers (englischsprachig).

In der folgenden Abbildung ist die Seite im Windows Server 2003 Active Directory-Installations-Assistenten abgebildet, auf der die Definition des DNS-Domänennamens einer Active Directory-Domäne erfolgt.

DNS-Domänenname

Active Directory-Installation,Neuer Domänenname (Seite)

In der folgenden Abbildung ist die Seite im Windows Server 2003 Active Directory-Installations-Assistenten abgebildet, auf der die Definition des NetBIOS-Domänennamens einer Active Directory-Domäne erfolgt.

NetBIOS-Domänenname

Active Directory-Installation,NetBIOS-Domänenname

Die Vorgehensweisen in diesem Abschnitt beschreiben, wie die folgenden Elemente auf einem Computer mit Windows Server 2008 oder Windows Server 2003 angezeigt werden:

  • DNS-Hostname

  • Primäres DNS-Suffix

  • DNS-Domänenname

  • NetBIOS-Name

  • NetBIOS-Domänenname

Anzeigen des DNS-Hostnamens, des primären DNS-Suffix, des DNS-Domänennamens, des NetBIOS-Namens und des NetBIOS-Domänennamens eines Computers, auf dem Windows Server 2008 ausgeführt wird
  1. Klicken Sie auf Start, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Computer, und klicken Sie dann auf Eigenschaften.

  2. Unter System werden der DNS-Hostname und das primäre DNS-Suffix unter Einstellungen für Computernamen, Domäne und Arbeitsgruppe neben Vollständiger Computername angezeigt. Der DNS-Domänenname wird neben Domäne angezeigt.

  3. Klicken Sie auf Einstellungen ändern.

  4. Klicken Sie in Systemeigenschaften auf der Registerkarte Computername auf Ändern.

  5. Klicken Sie in Computernamen- bzw. -domänenänderungen auf Weitere. Das primäre DNS-Suffix wird unter Primäres DNS-Suffix dieses Computers angezeigt. Der NetBIOS-Computername wird unter NetBIOS-Computername angezeigt.

    Um das primäre DNS-Suffix zu ändern, geben Sie das neue primäre DNS-Suffix unter Primäres DNS-Suffix dieses Computers ein, und klicken Sie dann auf OK.

  6. Geben Sie in einem Fenster der Eingabeaufforderung set ein. Der DNS-Domänenname wird in der Variablen USERDNSDOMAIN angezeigt. Der NetBIOS-Domänenname wird in der Variablen USERDOMAIN angezeigt.

Anzeigen des DNS-Hostnamens, des primären DNS-Suffix, des DNS-Domänennamens, des NetBIOS-Namens und des NetBIOS-Domänennamens eines Computers, auf dem Windows Server 2003 ausgeführt wird
  1. Klicken Sie auf Start, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Arbeitsplatz, und klicken Sie dann auf Eigenschaften.

  2. Klicken Sie in Systemeigenschaften auf die Registerkarte Computername. Der DNS-Hostname und das primäre DNS-Suffix werden neben Vollständiger Computername angezeigt. Der DNS-Domänenname wird neben Domäne angezeigt.

  3. Klicken Sie auf der Registerkarte Computername auf Ändern.

  4. Klicken Sie auf der Seite Computernamen ändern auf Weitere. Das primäre DNS-Suffix wird unter Primäres DNS-Suffix dieses Computers angezeigt. Der NetBIOS-Computername wird unter NetBIOS-Computername angezeigt.

    Um das primäre DNS-Suffix zu ändern, geben Sie das neue primäre DNS-Suffix unter Primäres DNS-Suffix dieses Computers ein, und klicken Sie dann auf OK.

  5. Geben Sie in einem Fenster der Eingabeaufforderung set ein. Der DNS-Domänenname wird in der Variablen USERDNSDOMAIN angezeigt. Der NetBIOS-Domänenname wird in der Variablen USERDOMAIN angezeigt.

noteHinweis:
Sie können auch den Befehl ipconfig /all an einem Eingabeaufforderungsfenster eingeben, um das primäre DNS-Suffix anzuzeigen. Wenn auf Ihrem System jedoch eine Richtlinie eingerichtet ist, die das primäre DNS-Suffix außer Kraft setzt, zeigt dieser Befehl nicht das richtige primäre DNS-Suffix an.

In den meisten Domänentopologien ist das primäre DNS-Suffix der Computer in der Domäne gleich dem DNS-Domänennamen. Die folgende Abbildung veranschaulicht ein typisches Namespace-Szenario, in dem das primäre DNS-Suffix, der DNS-Domänenname und der NetBIOS-Domänenname übereinstimmen.

Typischer Namespace (nicht unzusammenhängend)

primäres DNSsuffix, DNS-Domäne, NetBIOS-Domänenname

In einigen Fällen kann jedoch die Verschiedenheit dieser Namespaces erforderlich sein. Dies wird als nicht zusammenhängender Namespace bezeichnet. Zum Beispiel kann ein Firmenzusammenschluss oder eine Firmenübernahme zu einer Topologie mit einem nicht zusammenhängenden Namespace führen. Darüber hinaus kann eine Topologie mit nicht zusammenhängendem Namespace erforderlich werden, wenn die DNS-Verwaltung in Ihrem Unternehmen zwischen Administratoren, die Active Directory, und Administratoren, die Netzwerke verwalten, aufgeteilt ist.

Ein nicht zusammenhängender Namespace ist ein Szenario, in dem das primäre DNS-Suffix eines Computers nicht dem Suffix des Domänennamens der Domäne entspricht, in der der Computer enthalten ist. Der Computer mit dem primären DNS-Suffix, das nicht übereinstimmt, wird als disjunkt bezeichnet. Ein anderes Szenario mit nicht zusammenhängendem Namespace tritt ein, wenn der NetBIOS-Domänenname eines Domänencontrollers nicht dem DNS-Domänennamen entspricht.

In Microsoft Exchange Server 2007 existieren drei unterstützte Szenarien für das Bereitstellen von Exchange in einer Domäne mit einem nicht zusammenhängenden Namespace. Dies sind die unterstützten Szenarien:

  • Szenario 1   Das primäre DNS-Suffix des Domänencontrollers ist nicht gleich dem DNS-Domänennamen. Computer, die Mitglieder der Domäne sind, können entweder disjunkt oder nicht disjunkt sein.

  • Szenario 2   Ein Mitgliedscomputer in einer Active Directory-Domäne ist disjunkt, obwohl der Domänencontroller nicht disjunkt ist.

  • Szenario 3   Der NetBIOS-Domänenname des Domänencontrollers ist nicht gleich der Unterdomäne des DNS-Domänennamens dieses Domänencontrollers.

Diese Szenarien werden in den folgenden Abschnitten ausführlich behandelt.

In diesem Szenario ist das primäre DNS-Suffix des Domänencontrollers nicht gleich dem DNS-Domänennamen. Der Domänencontroller ist in diesem Szenario disjunkt. Computer, die Mitglieder der Domäne sind, einschließlich Exchange-Servern und Microsoft Outlook-Clientcomputern, können ein primäres DNS-Suffix aufweisen, das entweder dem primären DNS-Suffix des Domänencontrollers oder dem DNS-Domänennamen entspricht.

Domänencontroller und Mitgliedscomputer sind disjunkt

Domänencontroller; DNS-Suffix stimmt nicht mit Domäne überein

Um Exchange 2007-Servern den Zugriff auf Domänencontrollern zu ermöglichen, die disjunkt sind, müssen Sie das Attribut msDS-AllowedDNSSuffixes Active Directory auf dem Container des Domänenobjekts ändern. Dem Attribut müssen beide DNS-Suffixe hinzugefügt werden. Detaillierte Schritte zum Ändern des Attributs finden Sie in Das primäre DNS-Suffix des Computers entspricht nicht dem FQDN der Domäne, in der sich der Computer befindet.

Darüber hinaus muss die Suchliste für jeden Computer in der disjunkten Domäne konfiguriert werden, um sicherzustellen, dass die Suchliste für DNS-Suffixe alle in der Organisation bereitgestellten DNS-Namespaces enthält. Die Liste der Namespaces soll nicht nur das primäre DNS-Suffix des Domänencontrollers und den DNS-Domänennamen enthalten, sondern auch alle weiteren Namespaces für andere Server, mit denen Exchange zusammenarbeiten soll (wie etwa Überwachungsserver oder Server für Anwendungen von Drittanbietern). Dies kann durch Festlegen der Gruppenrichtlinie für die Domäne erfolgen. Weitere Informationen zu Gruppenrichtlinien finden Sie unter den folgenden Themen:

Ausführliche Anweisungen zum Konfigurieren der Gruppenrichtlinie für die DNS-Suffix-Suchliste finden Sie unter Konfigurieren der Suchliste für DNS-Suffixe für einen nicht zusammenhängenden Namespace.

In diesem Szenario ist das primäre DNS-Suffix eines Mitgliedscomputers, auf dem Exchange 2007 installiert ist, nicht gleich dem DNS-Domänennamen, obwohl das primäre DNS-Suffix des Domänencontrollers gleich dem DNS-Domänennamen ist. In diesem Szenario liegt ein Domänencontroller vor, der nicht disjunkt ist, und ein Mitgliedscomputer, der disjunkt ist. Mitgliedscomputer, auf denen Outlook ausgeführt wird, können ein primäres DNS-Suffix aufweisen, das entweder dem primären DNS-Suffix des disjunkten Exchange-Servers oder dem DNS-Domänennamen entspricht.

Der Mitgliedscomputer ist disjunkt

Domänencontroller, Exchange-Server, anderer DNS

Um disjunkten Exchange 2007-Servern den Zugriff auf Domänencontroller zu ermöglichen, müssen Sie das Attribut msDS-AllowedDNSSuffixes Active Directory auf dem Container des Domänenobjekts ändern. Dem Attribut müssen beide DNS-Suffixe hinzugefügt werden. Detaillierte Schritte zum Ändern des Attributs finden Sie in Das primäre DNS-Suffix des Computers entspricht nicht dem FQDN der Domäne, in der sich der Computer befindet.

Darüber hinaus muss die Suchliste für jeden Computer in der disjunkten Domäne konfiguriert werden, um sicherzustellen, dass die Suchliste für DNS-Suffixe alle in der Organisation bereitgestellten DNS-Namespaces enthält. Die Liste der Namespaces soll nicht nur das primäre DNS-Suffix des disjunkten Mitgliedscomputers und den DNS-Domänennamen enthalten, sondern auch alle weiteren Namespaces für andere Server, mit denen Exchange zusammenarbeiten soll (wie etwa Überwachungsserver oder Server für Anwendungen von Drittanbietern). Dies kann durch Festlegen von Gruppenrichtlinien für die Domäne erfolgen. Weitere Informationen zu Gruppenrichtlinien finden Sie unter den folgenden Themen:

Ausführliche Anweisungen zum Konfigurieren der Gruppenrichtlinie für die DNS-Suffix-Suchliste finden Sie unter Konfigurieren der Suchliste für DNS-Suffixe für einen nicht zusammenhängenden Namespace.

In diesem Szenario ist der NetBIOS-Domänenname des Domänencontrollers nicht gleich dem DNS-Domänennamen eben dieses Domänencontrollers.

Der NetBIOS-Domänenname entspricht nicht dem DNS-Domänennamen

Domänencontroller; DNS-Name stimmt nicht mit NetBIOS überein

Die Ausführung von Exchange 2007 wird in allen in diesem Thema beschriebenen Szenarien mit nicht zusammenhängenden Namespaces unterstützt. Wenn bei Ihnen ein Szenario mit nicht zusammenhängenden Namespaces vorliegt, das nicht von einem der in diesem Thema beschriebenen Szenarien abgedeckt ist, müssen Sie mit Microsoft Services zusammenarbeiten, um Exchange 2007 bereitzustellen. Weitere Informationen finden Sie unter Microsoft Services.

Im September 2007 hat die Microsoft Sustained Engineering- und Microsoft-Produktteams einen nicht zusammenhängenden DNS-Namespace und einen Testplan mit mehreren Strukturen erstellt. Beides kann von Kunden zum Testen von DNS-Namespaceumgebungen verwendet werden, die von Exchange 2007 ggf. nicht unterstützt werden. 

Weitere Informationen finden Sie unter DNS Disjoint Namespace and Multi Tree Test Plan (englischsprachig).

importantWichtig:
Es wird empfohlen, alle Szenarien mit einem nicht zusammenhängenden DNS-Namespace in einer Laborumgebung zu testen, bevor die Bereitstellung in einer Produktionsumgebung erfolgt.
 
Fanden Sie dies hilfreich?
(1500 verbleibende Zeichen)
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Anzeigen:
© 2014 Microsoft