(0) exportieren Drucken
Alle erweitern

Grundlegendes zu Clienteinschränkungsrichtlinien

Exchange 2010
 

Gilt für: Exchange Server 2010 SP3, Exchange Server 2010 SP2

Letztes Änderungsdatum des Themas: 2012-11-30

Microsoft In Exchange Server 2010 werden Clienteinschränkungsrichtlinien verwendet, um die Leistung Ihrer Exchange-Organisation zu verwalten. Hierzu werden von Exchange die Ressourcen nachverfolgt, die jeder Benutzer verbraucht, und bei Bedarf werden Grenzwerte für die Verbindungsbandbreite erzwungen.

Unter anderem können Sie mithilfe der Clienteinschränkung Folgendes sicherstellen:

  • Benutzer können das System nicht absichtlich übermäßig strapazieren.

  • Benutzer können das System nicht unabsichtlich übermäßig strapazieren.

  • Benutzer verschiedener Verbindungsmethoden nutzen Ressourcen proportional gemeinsam.

In Exchange Server 2010 SP1 werden alle Clienteinschränkungsrichtlinien standardmäßig aktiviert. Falls Probleme auftreten, die möglicherweise durch diese Richtlinien verursacht wurden, können Sie Clienteinschränkungen deaktivieren. Zum Deaktivieren von Clienteinschränkungen können Sie alle Richtlinienparameter auf $Null festlegen.

Inhalt

Standardmäßige und nicht standardmäßige Richtlinien

Grundlegendes zu Richtlinienparametern

Befehle und Parameter der Exchange-Verwaltungsshell

Häufige Verwaltungsaufgaben für Einschränkungsrichtlinien

Leistungsindikatoren für Einschränkungen

Ausweichrichtlinie

Beim Erstellen einer Exchange-Organisation wird automatisch eine Standardeinschränkungsrichtlinie erstellt, die implizit für alle Benutzer in dieser Organisation gilt. Auch wenn die Standard-Clienteinschränkungsrichtlinie normalerweise ausreicht, um die im Exchange-System anfallende Last zu verwalten, können Sie auf der Basis der Anforderungen Ihrer Organisation die Standardrichtlinie anpassen oder zusätzliche Richtlinien hinzufügen.

Wenn Sie mehrere Mandanten in Ihrer Exchange-Organisation hosten, können Sie eine akzeptable Last für jeden Benutzer eines Mandanten definieren. Zusätzlich können Sie in einer Organisation, in der die Benutzer sich lokal am Standort befinden, pro Benutzer eine akzeptable Auslastung definieren. Mithilfe von Richtlinien wertet Exchange aus, wie jeder Benutzer das System verwendet, und es wird sichergestellt, dass die sich ergebende Last je Benutzer innerhalb akzeptabler Grenzen gemäß der Definition in der Richtlinie des Benutzers bleibt. Durch das Clienteinschränkungssystem wird die Systemauslastung auf Benutzerbasis nachverfolgt, und mithilfe der Einschränkungsrichtlinie, die diesem Benutzer zugeordnet ist, wird bestimmt, ob Einschränkungen erfolgen müssen.

In Exchange 2010 Enterprise-Installationen gibt es eine einzige Standardeinschränkungsrichtlinie mit der Bezeichnung "Erste Organisation". In Bereitstellungen mit mehreren Mandanten verfügt jeder Mandant über eine eigene Standardeinschränkungsrichtlinie.

Das Einschränkungssystem wurde zum Schutz der Exchange-Ressourcen konzipiert. Wenn die nicht dem Standard entsprechende Richtlinie daher beschädigt ist oder fehlt, weicht die Einschränkungsrichtlinie zunächst auf die Standardeinschränkungsrichtlinie für die Organisation aus. Wenn die Standardrichtlinie jedoch beschädigt ist oder fehlt, greift die Einschränkungsrichtlinie auf die Ausweichrichtlinie zurück. Da die Ausweichrichtlinie in Exchange eingebettet ist, ist ein Fehler weniger wahrscheinlich.

Die Ausweichrichtlinie wird außerdem auf authentifizierte Konten angewendet, beispielsweise Computerkonten, gesamtstrukturübergreifende Kontakte und Active Directory-Konten ohne Postfächer. Diesen Konten werden die Werte der Ausweichrichtlinie zugewiesen. Da diese Konten die Ausweichrichtlinie verwenden, können die Richtlinienwerte nicht verändert werden.

Die Ausweichrichtlinie verwendet folgende Werte:

 

Zugriffstyp

MaxConcurrency

PercentTimeinAD

PercentTimeinCAS

PercentTimeinRPC

Sonstige

Anonymous

1

$null

$null

$null

EAS

10

$null

$null

$null

10 (maxDevices)
$null ($MaxDeviceDeletesPerMonth

EWS

10

50

90

60

5000 (maxSubscription)
60 (fastSearchTimeout)1000 (findCountLimit)

IMAP

$null

$null

$null

$null

OWA

5

30

150

150

POP

20

$null

$null

$null

PowerShell

18

$null (maxTenantConcurrency)
$null (maxCmdletsTime$null (MaxCmdlets)
Period)
$null (ExchangeMaxCmdlets)
$null (maxCmdletQueueDepth)
$null (maxDestructiveCmdlets)
$null (maxDestructiveCMdletsTimePeriod)

RCA

2000

5

205

200

CPA

20

205

200

Allgemein

$null (MessageRateLimit)
$null (RecipientRateLimit)
$null (ForwardeeLimit)
$null (cpuStartPercent)

Standardmäßige und nicht standardmäßige Richtlinien

Sie können die Einstellungen von Einschränkungsrichtlinien über die Exchange-Verwaltungsshell mithilfe der Cmdlets Get-ThrottlingPolicy, Set-ThrottlingPolicy, New-ThrottlingPolicy und Remove-ThrottlingPolicy verwalten.

Die akzeptable Auslastung für eine Einschränkungsrichtlinie wird mithilfe der Werte der Cmdlet-Parameter für diese Einschränkungsrichtlinie definiert. Für folgende Komponententypen sind Einschränkungsrichtlinien möglich:

  • Microsoft Exchange ActiveSync

  • Exchange-Webdienste

  • IMAP

  • Outlook Web App

  • POP

  • Windows PowerShell

Mit Ausnahme des Komponententyps Windows PowerShell verfügen alle aufgeführten Komponententypen über Richtlinienparameter mit ähnlicher Funktionsweise.

Die allgemeinen Komponententypen werden durch vier Richtlinienparameter gesteuert: <Component Acronym>MaxConcurrency, <Component Acronym>PercentTimeInAD, <Component Acronym>PercentTimeInCAS und -<Component Acronym>PercentTimeInMailboxRPC. Den Parameternamen ist das Komponententypakronym als Präfix vorangestellt. In der folgenden Tabelle sind die Komponententypakronyme aufgeführt, die für die Parameter in den Einschränkungsrichtlinien-Cmdlets verwendet werden.

In Einschränkungsrichtlinien-Cmdlets verwendete Komponententypakronyme

Komponentenakronym Beschreibung Beispiel

EAS

Exchange ActiveSync

Im Parameter EASPercentTimeInCAS stellt das Komponentenakronym EAS die Komponente Exchange ActiveSync dar.

EWS

Exchange-Webdienste

Im Parameter EWSPercentTimeInCAS stellt das Komponentenakronym EWS die Komponente Exchange-Webdienste dar.

OWA

Outlook Web App

Im Parameter OWAPercentTimeInCAS stellt das Komponentenakronym OWA die Komponente Outlook Web App dar.

IMAP

IMAP4

Im Parameter IMAPPercentTimeInCAS stellt das Komponentenakronym IMAP die IMAP4-Komponente dar.

POP

POP3

Im Parameter POPPercentTimeInCAS stellt das Komponentenakronym POP die POP3-Komponente dar.

HinweisAnmerkung:
Unified Messaging-Benutzer werden als Benutzer von Exchange-Webdiensten betrachtet, und ihre Verbindungen zum Exchange-Server werden durch Exchange-Webdienste-Parameter wie EWSMaxConcurrency, EWSPercentTimeInAD, EWSPercentTimeInCAS und EWSPercentTimeInMailboxRPC eingeschränkt.

Standardmäßige und nicht standardmäßige Richtlinien

Der Wert für einen MaxConcurrency-Richtlinienparameter gibt an, wie viele gleichzeitige Verbindungen ein angegebener Benutzer zu einem bestimmten Zeitpunkt mit einem Exchange-Server unterhalten darf. Eine Verbindung besteht von dem Moment an, in dem eine Anforderung eingeht, bis zu dem Moment, an dem die gesamte Antwort an den Requestor gesendet wurde. Wenn Benutzer versuchen, mehr gleichzeitige Anforderungen zu stellen, als ihre Richtlinie zulässt, schlägt der erneute Verbindungsversuch fehl. Die bestehenden Verbindungen bleiben jedoch gültig. Für den Parameter <Component Acronym>MaxConcurrency sind Werte zwischen 0 und 2147483647 zulässig. Wenn für <Component Acronym>MaxConcurrency keine Einschränkung gelten soll, muss der Wert auf $null festgelegt werden.

WichtigWichtig:
Legen Sie den Wert für Einschränkungsrichtlinienparameter nur dann auf $null fest, wenn dies aus geschäftlichen Gründen erforderlich ist. Benutzer ohne Einschränkungen können absichtlich oder unabsichtlich hohe Auslastungen für den Server verursachen.

Der Wert für den Parameter PercentTimeInCAS, PercentTimeInAD oder PercentTimeInMailboxRPC einer Richtlinie zeigt an, wie viel Prozent einer Minute für Folgendes aufgewendet werden darf:

  • Ausführen von Code des Clientzugriffsservers (<Component Acronym>PercentTimeInCAS)

  • Ausführen von LDAP-Anforderungen (<Component Acronym>PercentTimeInAD)

  • Ausführen von Postfach-RPC-Anforderungen (<Component Acronym>PercentTimeInMailboxRPC)

Ein Wert von 100 gibt an, dass der Prozess die entsprechende Ressource für jedes einminütige Zeitfenster 60 Sekunden lang in Anspruch nehmen kann. Zwar scheint es so, als würde für einen Prozess niemals eine Einschränkung auftreten, wenn ein Wert auf 100 festgelegt ist; Sie müssen jedoch die Auswirkungen gleichzeitiger Anforderungen berücksichtigen. Wenn ein Prozess zwei gleichzeitige Anforderungen stellt, die jeweils 60 Sekunden lang Code auf dem Clientzugriffsserver ausführen, hat der Prozess effektiv 120 Sekunden in einem Zeitfenster von 60 Sekunden beansprucht. Dies stellt einen Wert von 200 % für <Component Acronym>PercentTimeInCAS dar.

Um anzugeben, dass für PercentTimeInCAS, PercentTimeInAD und PercentTimeInMailboxRPC keine Einschränkung gelten soll, muss der jeweilige Wert auf $null festgelegt werden.

WichtigWichtig:
Legen Sie den Wert für Einschränkungsrichtlinienparameter nur dann auf $null fest, wenn dies aus geschäftlichen Gründen erforderlich ist. Benutzer können absichtlich oder unabsichtlich hohe Auslastungen für den Server verursachen.

Beachten Sie, dass <Component Acronym>PercentTimeInCAS eine überlappende Obermenge von <Component Acronym>PercentTimeInAD und <Component Acronym>PercentTimeInMailboxRPC ist. Dies bedeutet, dass der Aufwand an Verarbeitungszeit auf dem Clientzugriffsserver immer größer ist als der Aufwand in <Component Acronym>PercentTimeInAD und <Component Acronym>PercentTimeInMailboxRPC. Dies liegt daran, dass die Exchange-Komponente bereits Clientzugriffsserver-Code ausführen muss, um einen Active Directory- oder RPC-Aufruf ausgeben zu können. Darüber hinaus fällt weiterhin Aufwand in Form von Verarbeitungszeit für <Component Acronym>PercentTimeInCAS an, während LDAP- oder RPC-Aufrufe ausgeführt werden. Obwohl die Anforderung möglicherweise synchron auf eine Antwort von Active Directory oder dem Exchange-Speicher wartet, beansprucht der Prozess immer noch einen Thread auf dem Server, und diese Auslastung sollte weiterhin in Rechnung gestellt werden. Demzufolge muss der Wert <Component Acronym>PercentTimeInCAS auf einen höheren Wert als <Component Acronym>PercentTimeInAD und <Component Acronym>PercentTimeInMailboxRPC festgelegt werden.

Standardmäßige und nicht standardmäßige Richtlinien

In diesem Abschnitt werden die folgenden Windows PowerShell-Parameter behandelt:

  • PowerShellMaxConcurrency

  • PowerShellMaxCmdlets

  • PowerShellMaxCmdletsTimePeriod

  • PowerShellMaxCmdletQueueDepth

Im Kontext der Remoteshell gibt der Parameter PowerShellMaxConcurrency die maximale Anzahl von Remoteshellsitzungen an, die für einen Remoteshellbenutzer gleichzeitig geöffnet sein dürfen. Im Kontext der Webdienste definiert der Parameter PowerShellMaxConcurrency die maximale Anzahl von Cmdlets, die ein Benutzer gleichzeitig ausführen darf. Dieser Wert entspricht nicht unbedingt der Anzahl der Browser, die der Benutzer geöffnet hat.

Der Parameter PowerShellMaxCmdlets definiert die Anzahl der Cmdlets, die pro Zeitraum ausgeführt werden können, ohne dass eine Einschränkung erzwungen wird. Dieser Parameter hängt direkt von dem Wert ab, der durch den Parameter PowerShellMaxCmdletsTimePeriod definiert wird. Beide Werte müssen gleichzeitig festgelegt werden.

Der Parameter PowerShellMaxCmdletsTimePeriod definiert den Zeitraum in Sekunden, für den ein Benutzer die im Parameter PowerShellMaxCmdlets definierte Anzahl Cmdlets ausführen darf.

Der Parameter PowerShellMaxCmdletQueueDepth definiert die Anzahl der Vorgänge, die ein Benutzer gleichzeitig ausführen darf. Dieser Wert wirkt sich unmittelbar auf das Verhalten der Parameter PowerShellMaxCmdlets und PowerShellMaxConcurrency aus. Beispielsweise werden vom Parameter PowerShellMaxConcurrency mindestens zwei der Vorgänge verwendet, die vom Parameter PowerShellMaxCmdletQueueDepth definiert werden, aber auch zusätzliche Vorgänge werden bei jeder Ausführung des Cmdlets im Vergleich zum Einschränkungsgrenzwert gezählt. Die Anzahl der Vorgänge, die im Vergleich zum Einschränkungsgrenzwert gezählt werden, hängen von den ausgeführten Cmdlets ab. Es wird empfohlen, den Wert für den Parameter PowerShellMaxCmdletQueueDepth auf einen mindestens um das Dreifache höheren Wert als der Wert für den Parameter PowerShellMaxConcurrency festzulegen. Dieser Parameter hat keine Auswirkungen auf Vorgänge, die mithilfe der Exchange-Systemsteuerung oder über die Exchange-Webdienste ausgeführt werden.

Standardmäßige und nicht standardmäßige Richtlinien

In der Exchange-Verwaltungsshell können Sie die Einstellungen für Clienteinschränkungsrichtlinien mit den in der folgenden Tabelle erläuterten Cmdlets anzeigen und ändern.

Cmdlets für die Verwaltung von Clienteinschränkungsrichtlinien auf einem Clientzugriffsserver

Cmdlet-Name Beschreibung

New-ThrottlingPolicy

Mit diesem Cmdlet wird eine neue Einschränkungsrichtlinie erstellt.

Remove-ThrottlingPolicy

Mit diesem Cmdlet wird eine Einschränkungsrichtlinie entfernt.

Get-ThrottlingPolicy

Mit diesem Cmdlet können Sie die Einstellungen einer Einschränkungsrichtlinie anzeigen.

Set-ThrottlingPolicy

Mit diesem Cmdlet werden alle verfügbaren Einstellungen für eine Einschränkungsrichtlinie geändert.

Syntax- und Parameterinformationen zu diesen Cmdlets finden Sie unter New-ThrottlingPolicy, Remove-ThrottlingPolicy, Get-ThrottlingPolicy und Set-ThrottlingPolicy.

Sie können eine Einschränkungsrichtlinie einem bestimmten Objekt zuordnen. Bei dem Objekt kann es sich um einen Benutzer mit Postfach, um einen Benutzer ohne Postfach, um einen Kontakt oder um ein Computerkonto handeln. Syntax- und Parameterinformationen zu diesen Cmdlets finden Sie unter Get-ThrottlingPolicyAssociation und Set-ThrottlingPolicyAssociation.

HinweisAnmerkung:
Um eine Einschränkungsrichtlinie einem einzelnen Benutzer oder einer Gruppe von Benutzern zuzuweisen, verwenden Sie den Parameter ThrottlingPolicy der Cmdlets New-Mailbox und Set-Mailbox.

Sie können den Parameter ThrottlingPolicy der Cmdlets Set-Mailbox und New-Mailbox in der Exchange-Verwaltungsshell verwenden, um Clienteinschränkungsrichtlinien einem Benutzer oder einer Gruppe von Benutzern zuzuweisen, indem Sie Eigenschaften ihres Postfachs ändern. Weitere Informationen finden Sie unter Set-Mailbox und New-Mailbox.

Standardmäßige und nicht standardmäßige Richtlinien

Im Folgenden werden einige Möglichkeiten für die Verwaltung von Clienteinschränkungsrichtlinien aufgeführt.

Für Clienteinschränkungsrichtlinien ist der Parameter IsDefault standardmäßig auf "true" festgelegt. Sie können die Standardeinschränkungsrichtlinie mithilfe des Filters where-object abrufen. Im folgenden Beispiel wird veranschaulicht, wie Sie die Standardeinschränkungsrichtlinie abrufen.

Get-ThrottlingPolicy | where-object {$_.IsDefault -eq $true}

Sie können Einschränkungsrichtlinien für einzelne Benutzer festlegen. Daher möchten Sie möglicherweise die Richtlinie abrufen, der ein bestimmter Benutzer unterliegt. Sie können den Parameter ThrottlingPolicy vom Postfach des betreffenden Benutzers abrufen und ihn an das Cmdlet Get-ThrottlingPolicy übergeben. Im folgenden Beispiel wird das Postfach des Benutzers Thorsten Scholl verwendet.

$policy = $null;
$policyLink = (Get-Mailbox tonysmith).ThrottlingPolicy;
if ($policyLink -eq $null)
{ 
    $policy = Get-ThrottlingPolicy | ? {$_.IsDefault};
}
else
{
    $policy = $policyLink | Get-ThrottlingPolicy;
}

Standardmäßige und nicht standardmäßige Richtlinien

Um eine neue, nicht standardmäßige Einschränkungsrichtlinie zu erstellen, führen Sie das Cmdlet New-ThrottlingPolicy aus, und legen Sie dabei die gewünschten Parameter fest. Alle dabei ausgelassenen Parameter erben die Werte der Standardeinschränkungsrichtlinie. Im folgenden Beispiel wird die neue Einschränkungsrichtlinie ClientThrottlingPolicy2 erstellt. Die Einstellungen der neuen Richtlinie sind fast identisch mit denen der Standardeinschränkungsrichtlinie. Der Unterschied besteht darin, dass für die neue, nicht standardmäßige Einschränkungsrichtlinie ClientThrottlingPolicy2 der Wert von EWSPercentTimeInCAS auf 80 festgelegt und die EWSPercentTimeInAD-Einschränkung deaktiviert wird.

New-ThrottlingPolicy -Name ClientThrottlingPolicy2 -EWSPercentTimeInCAS 80 -EWSPercentTimeInAD $null;

Um einem Benutzer eine nicht standardmäßige Einschränkungsrichtlinie zuzuweisen, verwenden Sie das Cmdlet Set-Mailbox wie folgt.

$b = Get-ThrottlingPolicy ClientThrottlingPolicy2;
Set-Mailbox -Identity tonysmith -ThrottlingPolicy $b;

Wenn ein Benutzer einer nicht standardmäßigen Einschränkungsrichtlinie unterliegt und Sie möchten, dass für den Benutzer die Standardrichtlinie verwendet wird, gehen Sie möglicherweise davon aus, dass Sie diese Änderung vornehmen können, indem Sie den Parameter ThrottlingPolicy auf $null festlegen. Durch Festlegen des Parameters ThrottlingPolicy auf $null wird das Postfachobjekt jedoch nicht geändert. Damit die Standardeinschränkungsrichtlinie auf den Benutzer angewendet wird, müssen Sie sie explizit mit dem folgenden Befehl für den Benutzer festlegen.

$policy = Get-ThrottlingPolicy | where-object {$_.IsDefault -eq $true};
Set-Mailbox -Identity tonysmith -ThrottlingPolicy $policy;

Standardmäßige und nicht standardmäßige Richtlinien

Wenn Sie herausfinden möchten, welche Benutzer einer bestimmten Einschränkungsrichtlinie unterliegen, führen Sie das Cmdlet Get-Mailbox aus, und filtern Sie die Einschränkungsrichtlinienidentität, wie im folgenden Beispiel gezeigt. In diesem Beispiel filtern Sie nach der Richtlinie $policy.

Get-Mailbox | where-object {$_.ThrottlingPolicy -eq $policy.Identity}

Sie können nur Einschränkungsrichtlinien entfernen, die keine Standardrichtlinien und keinen Postfächern zugeordnet sind. Führen Sie hierfür das Cmdlet Remove-ThrottlingPolicy aus, und übergeben Sie die Identität der Einschränkungsrichtlinie mithilfe des folgenden Befehls.

Remove-ThrottlingPolicy ClientThrottlingPolicy2

Wenn Sie über eine Einschränkungsrichtlinie verfügen, die Benutzern zugeordnet ist, müssen Sie diese Benutzer zunächst einer anderen Richtlinie zuweisen und dann die gewünschte Richtlinie entfernen. Im folgenden Beispiel wird dieser Vorgang veranschaulicht.

$policy = Get-ThrottlingPolicy ClientThrottlingPolicy2;
$mailboxes = Get-Mailbox | where-object {$_.ThrottlingPolicy -eq $policy.Identity};
$defaultPolicy = Get-ThrottlingPolicy | where-object {$_.IsDefault -eq $true};
foreach ($mailbox in $mailboxes)
{
Set-Mailbox -Identity $mailbox.Identity -ThrottlingPolicy $defaultPolicy;
}
Remove-ThrottlingPolicy ClientThrottlingPolicy2;

Standardmäßige und nicht standardmäßige Richtlinien

Um eine vorhandene Einschränkungsrichtlinie (einschließlich der Standardeinschränkungsrichtlinie) zu ändern, führen Sie das Cmdlet Set-ThrottlingPolicy aus und geben dabei die zu ändernden Parameter an. Um beispielsweise den Wert des Parameters EWSMaxConcurrency für die Standardeinschränkungsrichtlinie in 4 zu ändern, können Sie den folgenden Befehl verwenden.

$a = Get-ThrottlingPolicy | where-object {$_.IsDefault -eq $true}
$a | Set-ThrottlingPolicy -EWSMaxConcurrency 4

Da Einschränkungen dazu beitragen, die Gesamtauslastung von Exchange-Komponenten auf einem Exchange-Server zu steuern, ist es oftmals hilfreich, die Auswirkungen der Einschränkungen auf das System zu untersuchen. Exchange stellt je Prozess einen Satz mit Einschränkungsleistungsindikatoren bereit. So verfügt beispielsweise ein Exchange-Prozess wie Outlook Web App über einen eigenen Satz an Leistungsindikatoren, und dasselbe gilt für die Exchange-Webdienste. Im Windows-Leistungstool werden diese Leistungsindikatoren als Instanzen bezeichnet.

Standardmäßig ist die Einschränkungsprotokollierung für den RPC-Clientzugriffsdienst deaktiviert. Daher sehen Sie keine Einschränkungsinformationen in den Protokollen für den RPC-Clientzugriff. Gehen Sie folgendermaßen vor, um die Einschränkungsprotokollierung zu aktivieren:

  1. Öffnen Sie die folgende Datei mithilfe eines Texteditors, z. B. mit Editor: C:\Programme\Microsoft\Exchange Server\V14\Bin Microsoft.Exchange.RpcClientAccess.Service.exe.config

  2. Suchen Sie in der Datei den Abschnitt <add key="LoggingTag" value="ConnectDisconnect, Logon, Failures, ApplicationData, Warnings" />.

  3. Geben Sie Throttling in der durch Kommas getrennten Zeichenfolge ein. Geben Sie beispielsweise Throttling in der Zeichenfolge ein, die der folgenden ähnelt: <add key="LoggingTag" value="ConnectDisconnect, Logon, Failures, ApplicationData, Warnings, Throttling" />.

    Speichern und schließen Sie die Datei.

  4. Starten Sie den RPC-Clientzugriffsdienst neu.

Standardmäßige und nicht standardmäßige Richtlinien

 © 2010 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.
Fanden Sie dies hilfreich?
(1500 verbleibende Zeichen)
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Anzeigen:
© 2014 Microsoft