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Grundlegendes zu Speicherkonfigurationen und Exchange-Leistung

Exchange 2010
 

Gilt für: Exchange Server 2010 SP3, Exchange Server 2010 SP2

Letztes Änderungsdatum des Themas: 2012-04-23

Dieses Thema enthält Richtlinien für Speicherkonfigurationen, die gute Leistung und eine leistungsfähige Plattform für Microsoft Exchange Server 2010 bieten. Ausführliche Anleitungen und empfohlene Konfigurationen für Prozessoren finden Sie unter Grundlegendes zu Prozessorkonfigurationen und Exchange-Leistung.

Bei der Auswahl von Hardware für Exchange 2010 wird empfohlen, die maximale Arbeitsspeicherkonfiguration für den Server zugrunde zu legen. Verschiedene Serverarchitekturen weisen unterschiedliche Speichergrenzwerte auf. Es wird empfohlen, die folgenden technischen Spezifikationen des Servers zu überprüfen, um die kosteneffizienteste maximale Arbeitsspeicherkonfiguration für die Server zu ermitteln:

  • Speichertakt   Einige Serverarchitekturen erfordern langsamer getaktete Arbeitsspeichermodule, damit eine Skalierung anhand des maximalen unterstützten Arbeitsspeicherumfangs in einem bestimmten Server möglich ist. Beispielsweise kann der maximale Arbeitsspeicher eines Servers auf 32 GB mit PC3 10666 (DDR3 1333) oder auf 128 GB mit PC2 6400 (DDR2 800) begrenzt sein. Sie sollten sich beim Hersteller vergewissern, dass das Arbeitsspeicher-Konfigurationsziel für Exchange 2010 hinsichtlich des Speichertakts kompatibel ist.

  • Speichermodulgröße   Berücksichtigen Sie die maximale Speichermodulgröße, die vom Server unterstützt wird. Allgemein gilt: je größer das Speichermodul, desto teurer ist es. So kosten z. B. zwei 2 GB DDR-SDRAM-Speichermodule im Allgemeinen viel weniger als ein 4 GB DDR-SDRAM-Speichermodul, und zwei 4 GB DDR-SDRAM-Speichermodule kosten im Allgemeinen viel weniger als ein 8GB DDR-SDRAM-Speichermodul. Stellen Sie sicher, dass die maximale Speichermodulgröße das Erfüllen Ihrer Zielanforderungen an den Arbeitsspeicher für Exchange 2010 zulässt.

  • Gesamtanzahl von Speichersteckplätzen   Berücksichtigen Sie, wie viele Speichermodule ein bestimmter Server unterstützt. Die Gesamtanzahl von Speichersteckplätzen, multipliziert mit der maximalen Speichermodulgröße, ergibt die maximale Arbeitsspeicherkonfiguration für den Server. Berücksichtigen Sie, dass Speichermodule manchmal paarweise installiert werden müssen.

Beachten Sie, dass manche Server eine Leistungsverbesserung zeigen, wenn mehr Speichersteckplätze belegt sind, während bei anderen ein Leistungsabfall eintritt. Wenden Sie sich an Ihren Hardwareanbieter, um Informationen zu diesem Effekt für Ihre Serverarchitektur zu erhalten.

Nachdem die Anzahl von Prozessorkernen, die schätzungsweise pro Serverrolle erforderlich sind, ermittelt wurde, können grundlegende Empfehlungen in Bezug auf den Speicher angewendet werden. In der folgenden Tabelle sind die Mindestanforderungen und die empfohlenen Speicherkonfigurationen für Exchange 2010-Serverrollen angegeben.

Nachfolgend sind die Mindestanforderungen und die empfohlenen Maximalkonfigurationen beschrieben.

Unterstützes Minimum   Hierbei handelt es sich um die minimale geeignete Speicherkonfiguration für Exchange 2010-Server. Die Mindesthardwareanforderungen müssen erfüllt sein, um Unterstützung vom Microsoft-Kundendienst und -Support zu erhalten.

Empfohlenes Maximum   Hierbei handelt es sich um die empfohlene Speicherkonfiguration für bestimmte Serverrollen. Das empfohlene Maximum ist als oberer Grenzwert von zulässigen Prozessor- und Speicherkonfigurationen auf Basis von Preis und Leistung definiert. Bei der empfohlenen maximalen Konfiguration handelt es sich um einen Richtwert. Dies ist kein Supportkriterium, und der Wert berücksichtigt nicht die Ressourcenanforderungen für Anwendungen von Drittanbietern, die möglicherweise auf den Server zugreifen oder auf diesem installiert sind. Die empfohlene maximale Konfiguration kann sich im Lauf der Zeit aufgrund von Preisänderungen und technologischen Weiterentwicklungen ändern.

In der folgenden Tabelle sind die unterstützen minimalen und die empfohlenen maximalen Speicherkonfigurationen für Exchange 2010-Serverrollen angegeben.

Auf den installierten Serverrollen basierende Speicherkonfigurationen für Servercomputer mit Exchange 2010

Exchange 2010-Serverrolle Unterstütztes Minimum Empfohlen Maximum

Edge-Transport

4 GB

1 GB pro Kern (mindestens 4 GB)

Hub-Transport

4 GB

1 GB pro Kern (mindestens 4 GB)

Clientzugriff

4 GB

2 GB pro Kern (mindestens 8 GB)

Unified Messaging

4 GB

2 GB pro Kern (mindestens 4 GB)

Postfach

4 GB

4-GB-Basis plus zusätzlicher Speicher basierend auf der Benutzerprofil- und der Datenbankcachegröße.

Weitere Informationen zum Ermitteln des insgesamt erforderlichen Speichers finden Sie unter Grundlegendes zum Postfachdatenbankcache.

Kombinierte Rolle "Clientzugriff/Hub-Transport" (Clientzugriffs- und Hub-Transport-Serverrolle, die auf demselben physikalischen Server ausgeführt werden)

4 GB

2 GB pro Kern (mindestens 8 GB)

Mehrere Serverrollen (Kombinationen von Hub-Transport-, Clienzugriffs- und Postfachserverrollen)

8 GB

4 GB plus 3-30 MB zusätzlicher Speicher pro Postfach:

Der gesamte erforderliche Speicher basiert auf dem Benutzerprofil und der Größe des Datenbankcaches. Weitere Informationen zum Bestimmen des erforderlichen Gesamtspeichers finden Sie unter Grundlegendes zum Postfachdatenbankcache.

Die Edge-Transport-Serverrolle und die Hub-Transport-Serverrolle erfordern keine großen Mengen an Arbeitsspeicher, um unter optimalen Bedingungen ausgeführt zu werden. Im Allgemeinen ist 1 GB RAM pro Prozessorkern (mindestens 4 GB gesamt) zur Verarbeitung auch großer Lasten ausreichend. Die meisten Bereitstellungen sind mit der empfohlenen Speicherkonfiguration von 1 GB pro Prozessorkern (mindestens 4 GB gesamt) optimal konfiguriert.

Im Allgemeinen verhält sich die Speicherauslastung auf den Clientzugriffsservern linear zur Anzahl der Clientverbindungen und der Transaktionsrate. Basierend auf den aktuellen Empfehlungen von 2 GB pro Prozessorkern und den Arbeitsspeicherkonfigurationen ist die Arbeitsspeicher- und Prozessorauslastung eines Clientzugriffsservers ausgeglichen, und dieser wird ungefähr zur gleichen Zeit prozessorgebunden, zu der er arbeitsspeichergebunden wird.

Diese Empfehlungen basieren auf der Exchange 2010-Funktion für den RPC-Clientzugriff. Für diese Funktion ist eine Konfiguration mit größerem Arbeitsspeicher und stärkeren Prozessoren erforderlich, um die höheren Lasten der Clientzugriffs-Serverrolle zu verwalten.

Der Prozess der Speicherkonfiguration ist für die Postfachserverrolle komplexer als für die anderen Serverrollen, da die optimale Speicherkonfiguration von den installierten Serverrollen, der Anzahl der Postfächer und dem Clientprofil (ähnlich wie bei den Anforderungen für Prozessorkernen) sowie der Anzahl der aktiven Datenbanken abhängt.

Die Skalierung des Speichers für die Postfachserverrolle ist für die Reduzierung der Datenträger-E/A auf dem Server von entscheidender Bedeutung. Je mehr Speicher dem Postfachserver hinzugefügt wird, desto weniger Datenträger-E/A wird von Exchange erzeugt. Es gibt jedoch einen Punkt, ab dem sich der Nutzen verringert und das weitere Hinzufügen von Speicher zum Server in Hinsicht auf das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht mehr gerechtfertigt ist. Bei den unter "Empfohlene Speicherkonfigurationen" weiter oben in diesem Thema angegebenen Empfehlungen wird das sich verschlechternde Preis-Leistungs-Verhältnis berücksichtigt, und sie basieren auf den aktuellen Preis- und Leistungszahlen für Speicher.

Weitere Informationen zum Ermitteln des geeigneten Arbeitsspeicherumfangs für die Postfachserverrolle finden Sie in den folgenden Themen:

Bei der Ermittlung der Arbeitsspeicheranforderungen für Serverkonfigurationen mit mehreren Rollen müssen Sie die Anforderungen der Hub-Transport-, Clientzugriffs- und Postfachserverrollen berücksichtigen. Als Hilfestellung haben wir in der vorstehenden Tabelle die errechneten Arbeitsspeicheranforderungen zusammengefasst. Weitere Informationen finden Sie in den folgenden Artikeln:

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