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MAPI über HTTP

 

Letztes Änderungsdatum des Themas: 2014-06-18

MAPI (Messaging Application Programming Interface) über HTTP ist ein neues Transportprotokoll, das in Microsoft Exchange Server 2013 Service Pack 1 (SP1) und Microsoft Outlook 2013 SP1 implementiert ist. MAPI über HTTP verbessert die Zuverlässigkeit und Stabilität der Outlook- und Exchange-Verbindungen durch Verschieben der Transportschicht auf das HTTP-Modell nach Industriestandard. Dies ermöglicht bessere Sichtbarkeit von Transportfehlern sowie verbesserte Wiederherstellbarkeit. Die weitere Funktionalität umfasst die Unterstützung für eine explizite Funktion zum Anhalten und Fortsetzen. Dies ermöglicht unterstützten Clients das Ändern des Netzwerks oder das Fortsetzen aus dem Ruhezustand heraus unter Beibehaltung desselben Serverkontexts.

Die Implementierung von MAPI über HTTP bedeutet nicht, dass dies das einzige Protokoll ist, das in Outlook für den Zugriff auf Exchange verwendet werden kann. Outlook-Clients, die MAPI über HTTP nicht ausführen können, können weiterhin Outlook Anywhere (RPC über HTTP) zum Zugriff auf Exchange über einen MAPI-fähigen Clientzugriffsserver verwenden.

MAPI über HTTP bietet die folgenden Vorteile für Clients, die Outlook 2013 SP1 verwenden:

  • Ermöglicht künftige Authentifizierungsneuerungen durch Verwendung eines HTTP-basierten Protokolls.

  • Bietet schnellere Neuverbindungen nach einer Kommunikationsunterbrechung, da nur TCP-Verbindungen (keine RPC-Verbindungen) erneut aufgebaut werden müssen. Beispiele für eine Kommunikationsunterbrechung:

    • Gerät im Ruhezustand

    • Wechsel von einem verkabelten zu einem Drahtlos- oder Mobilfunknetzwerk

  • Bietet Sitzungskontext, der unabhängig von der Verbindung ist. Der Server behält den Sitzungskontext für einen konfigurierbaren Zeitraum bei – selbst wenn der Benutzer das Netzwerk wechselt.

Beachten Sie die folgenden Anforderungen zur Aktivierung von MAPI über HTTP.

  • Unterstützung   Stellen Sie sicher, dass Ihre gewünschten Konfigurationsversionen unterstützt werden.

  • Voraussetzungen   Vergewissern Sie sich, dass Ihre Umgebung für MAPI über HTTP aktualisiert und vorbereitet wurde.

  • Konfiguration   Konfigurieren Sie die virtuellen Verzeichnisse, und aktivieren Sie MAPI für Ihre Organisation.

Verwenden Sie die folgende Matrix, um sicherzustellen, dass Ihre Clients und Server MAPI über HTTP unterstützen.

 

Produkt Exchange 2013 SP1 Exchange 2013 RTM Exchange 2010 SP3 Exchange 2007 SP3

Outlook 2013 SP1

  • MAPI über HTTP

  • Outlook Anywhere

Outlook Anywhere

  • RPC

  • Outlook Anywhere

  • RPC

  • Outlook Anywhere

Outlook 2013 RTM

Outlook Anywhere

Outlook Anywhere

  • RPC

  • Outlook Anywhere

  • RPC

  • Outlook Anywhere

Outlook 2010

Outlook Anywhere

Outlook Anywhere

  • RPC

  • Outlook Anywhere

  • RPC

  • Outlook Anywhere

Outlook 2007

Outlook Anywhere

Outlook Anywhere

  • RPC

  • Outlook Anywhere

  • RPC

  • Outlook Anywhere

Führen Sie die folgenden Schritte aus, um die Clients und Server für die Unterstützung von MAPI über HTTP vorzubereiten.

  1. Führen Sie ein Upgrade der Outlook-Clients auf Outlook 2013 SP1 aus.

  2. Aktualisieren Sie die Clientzugriffs- und Postfachserver auf Exchange 2013 SP1. Weitere Informationen zum Upgrade finden Sie unter Aktualisieren von Exchange 2013 auf das neueste kumulative Update oder Service Pack.

    HinweisAnmerkung:
    Alle Clientzugriffsserver müssen auf Exchange 2013 SP1 aktualisiert werden, bevor Sie MAPI über HTTP aktivieren. Andernfalls kann Outlook keine Verbindung zu den Postfächern herstellen.
    Falls nicht alle Postfachserver in der Datenbankverfügbarkeitsgruppe (DAG) aktualisiert werden, kann es zu Mailverzögerungen oder einer Neustartanforderung für Outlook auf dem Client bei Datenbank-Failover kommen.
  3. Sie müssen für jeden Exchange 2013 SP1-Server, der nicht unter Windows Server 2012 R2 ausgeführt wird, ein Upgrade von Microsoft .NET Framework auf 4.5.1 ausführen. Weitere Informationen finden Sie unter Installieren von .NET Framework 4.5, 4.5.1.

  4. Installieren Sie auf allen Exchange 2013 SP1-Servern eines der folgenden Hotfix-Rollups für das .NET Framework 4.5.1.

  5. Fügen Sie auf allen Exchange 2013 SP1 Clientzugriffs-Servern den folgenden Registrierungsschlüssel hinzu.

    Windows Registry Editor Version 5.00
    
    [HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\.NETFramework]
    "DisableRetStructPinning"=dword:00000001
    
    
  6. Fügen Sie auf allen Exchange 2013 SP1-Clientzugriffs-Servern anhand der folgenden Schritte die COMPLUS_DisableRetStructPinning-Windows-Umgebungsvariable hinzu.

    1. Führen Sie in einem Eingabeaufforderungsfenster systempropertiesadvanced aus, und klicken Sie auf Umgebungsvariablen.

    2. Klicken Sie im Abschnitt Systemvariablen auf Neu, und geben Sie die folgenden Informationen ein.

      • Name der Variable   COMPLUS_DisableRetStructPinning

      • Wert der Variable   1

    3. Klicken Sie nach Abschluss des Vorgangs auf OK.

Führen Sie die folgenden Schritte aus, um MAPI über HTTP für Ihre Organisation zu konfigurieren.

  1. Virtuelle Verzeichniskonfiguration   Standardmäßig erstellt Exchange 2013 SP1 ein virtuelles Verzeichnis für MAPI über HTTP. Verwenden Sie das Cmdet Set-MapiVirtualDirectory, um das virtuelle Verzeichnis zu konfigurieren. Sie müssen eine interne URL, eine externe URL oder beides konfigurieren. Weitere Informationen finden Sie unter Set-MapiVirtualDirectory.

    Führen Sie beispielsweise folgenden Befehl aus, um das virtuelle Standard-MAPI-Verzeichnis auf dem lokalen Exchange-Server durch Festlegen des internen URL-Wertes auf "https://contoso.com/mapi" und Negotiate als Authentifizierungsmethode zu konfigurieren:

    Set-MapiVirtualDirectory -Identity "Contoso\mapi (Default Web Site)" -InternalUrl https://Contoso.com/mapi -IISAuthenticationMethods Negotiate
    
  2. Zertifikatkonfiguration   Das von der Exchange-Umgebung verwendete Zertifikat muss dieselben Werte für InternalURL und ExternalURL enthalten, die im virtuellen MAPI-Verzeichnis definiert sind. Weitere Informationen zur Exchange 2013-Zertifikatverwaltung finden Sie unter Digitale Zertifikate und SSL. Stellen Sie sicher, dass das Exchange-Zertifikat auf der Outlook-Clientarbeitsstation vertrauenswürdig ist und dass keine Zertifikatfehler vorliegen, vor allem wenn Sie die im virtuellen MAPI-Verzeichnis konfigurierten URLs aufrufen.

  3. Aktualisieren der Serverregeln   Stellen Sie sicher, dass der Lastenausgleich, Reverse-Proxyserver und Firewalls für den Zugriff auf das virtuelle MAPI über HTTP-Verzeichnis konfiguriert sind.

  4. Aktivieren von MAPI über HTTP in Ihrer Exchange-Organisation

    HinweisAnmerkung:
    Wenn Sie in Ihrer Organisation MAPI über HTTP aktivieren, sind Outlook 2013 SP1-Clients, die eine Verbindung über Exchange 2013 SP1-Clientzugriffsserver herstellen, möglicherweise nicht mehr in der Lage, auf öffentliche Ordner in derselben Gesamtstruktur auf Exchange 2010- oder Exchange 2007-Servern zuzugreifen. Aktivieren Sie MAPI über HTTP in Ihrer Organisation erst dann, wenn die öffentlichen Ordner auf Exchange 2013-Server migriert wurden. Weitere Informationen finden Sie unter Versionshinweise zu Exchange 2013.
    Nachdem Sie den unten angegebenen Befehl ausgeführt haben, wird Clients, die Outlook 2013 SP1 mit aktiviertem MAPI über HTTP verwenden, eine Aufforderung zum Neustart von Outlook angezeigt, damit sie MAPI über HTTP verwenden können.

    Führen Sie den folgenden Befehl aus:

    Set-OrganizationConfig -MapiHttpEnabled $true
    

Sie können die End-to-End-Verbindung mit MAPI über HTTP mithilfe des Cmdlets Test-OutlookConnectivity testen. Um das Cmdlet Test-OutlookConnectivity verwenden zu können, muss der Microsoft Exchange-Integritätsdienst (MSExchangeHM) gestartet werden.

Im folgenden Beispiel wird die MAPI über HTTP-Verbindung von einem Exchange-Server namens ContosoMail getestet.

Test-OutlookConnectivity -RunFromServerId ContosoMail -ProbeIdentity OutlookMapiHttpSelfTestProbe

Wenn der Test erfolgreich ist, ähnelt die Ausgabe dem folgenden Beispiel:

MonitorIdentity                                          StartTime              EndTime                Result      Error     Exception
---------------                                          ---------              -------                ------      -----     ---------
OutlookMapiHttp.Protocol\OutlookMapiHttpSelfTestProbe    2/14/2014 7:15:00 AM   2/14/2014 7:15:10 AM   Succeeded

Weitere Informationen finden Sie unter Test-OutlookConnectivity.

Protokolle für MAPI über HTTP-Aktivitäten befinden sich in den folgenden Verzeichnissen:

  • %ExchangeInstallationspfad%Logging\MAPI Address Book Service\

  • %ExchangeInstallationspfad%Logging\MAPI Client Access\

  • %ExchangeInstallationspfad%Logging\HttpProxy\Mapi\

Sie können die MAPI über HTTP-Konfiguration mithilfe der folgenden Cmdlets verwalten:

 
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