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Assistent für die Hybridkonfiguration

 

Gilt für: Exchange Server 2013, Exchange Online

Letztes Änderungsdatum des Themas: 2014-02-20

Das Erstellen und Konfigurieren einer Hybridbereitstellung mit dem Assistenten für die Hybridkonfiguration ist jetzt ein einziger Prozess in Microsoft Exchange Server 2013. Anstatt zwei Assistenten zu verwenden, um das Objekt HybridConfiguration wie in Exchange Server 2010 SP2 zu erstellen und anschließend zu konfigurieren, werden diese Schritte im Assistenten für die Hybridkonfiguration in Exchange 2013 zusammengefasst. Der Assistent für die Hybridkonfiguration unterstützt jetzt auch die Konfiguration von Edge-Transport-Servern in Hybridbereitstellungen.

In diesem Thema finden Sie eine Übersicht über die Konfiguration von Exchange 2013-Hybridbereitstellungen, verfügbare Hybridbereitstellungsfeatures und -optionen und das Modul für die Hybridkonfiguration, mit dem die Hauptaktionen beim Konfigurieren und Aktualisieren einer Hybridbereitstellung ausgeführt werden.

Weitere Informationen zu Hybridbereitstellungen finden Sie unter Hybridbereitstellungen in Exchange Server 2013.

WichtigWichtig:
Diese Funktion von Exchange Server 2013 ist derzeit mit Office 365 über 21Vianet in China nicht vollständig kompatibel. Weitere Informationen finden Sie unter Verwenden von Office 365 mit 21Vianet.

Inhalt

Hybridkonfiguration

Features der Hybridkonfiguration

Hybridkonfigurationsoptionen

Modul für die Hybridkonfiguration

Im Folgenden können Sie sich einen raschen Überblick über den Assistenten für die Hybridkonfiguration verschaffen. Zuerst erstellt der Assistent das Objekt HybridConfiguration im lokalen Active Directory. Dieses Active Directory-Objekt speichert die Informationen zur Hybridkonfiguration für die Hybridbereitstellung und wird mithilfe des Assistenten für die Hybridkonfiguration aktualisiert. Anschließend erfasst der Assistent vorhandene lokale Konfigurationsdaten der Exchange- und Active Directory-Topologie, Office 365-Mandanten- und Exchange Online-Konfigurationsdaten, definiert verschiedene Organisationsparameter und führt dann eine Vielzahl von Konfigurationstasks in der lokalen und der Exchange Online-Organisation aus.

WichtigWichtig:
Es gibt verschiedene wichtige Überlegungen und Voraussetzungen, die berücksichtigt bzw. erfüllt werden müssen, bevor Sie den Assistenten für die Hybridkonfiguration verwenden können. Sie müssen die unter Voraussetzungen für die Hybridbereitstellung beschriebenen Anforderungen für Hybridbereitstellungen erfüllen. Dann können Sie mithilfe des Assistenten für die Hybridkonfiguration die Exchange-Organisation für die Hybridbereitstellung konfigurieren.

Die Hybridbereitstellungskonfiguration umfasst folgende allgemeine Phasen:

  1. Überprüfen der Voraussetzungen und Durchführen von Topologieüberprüfungen   Der Assistent für die Hybridkonfiguration überprüft, ob die lokale und die Exchange Online-Organisation eine Hybridbereitstellung unterstützen können. Einige der vom Assistenten in einer lokalen und einer Exchange Online-Organisation überprüften Elemente sind:

    • Lokale Exchange-Serverversionen

    • Exchange Online-Version

    • Active Directory-Synchronisierung und -Konfiguration

    • Verbund- und akzeptierte Domänen

    • Vorhandene Verbundvertrauensstellungen und Organisationsbeziehungen

    • Virtuelle Verzeichnisse von Webdiensten

    • Exchange-Zertifikate

  2. Testen der Kontoanmeldeinformationen   Bestimmte lokale Konten und Konten der Microsoft Office 365-Mandantenorganisation für die Hybridverwaltung greifen auf die lokale und die Exchange Online-Organisation zu, um erforderliche Überprüfungsinformationen zu erfassen und Konfigurationsänderungen an den Organisationsparametern zum Aktivieren der Funktionalität der Hybridbereitstellung auszuführen. Der Assistent für die Hybridkonfiguration überprüft, ob die Konten die richtigen Anmeldeinformationen aufweisen und eine Verbindung mit der lokalen und der Exchange Online-Organisation herstellen können. Die Konten für die Verwaltung der Hybridbereitstellung der lokalen und der Office 365-Organisation müssen Mitglied der Rollengruppe "Organisationsverwaltung" sein, damit der Assistent für die Hybridkonfiguration die Tasks erfolgreich abschließen kann.

  3. Ausführen der Änderungen an der Hybridkonfiguration   Nach dem Testen der Konten für die Hybridverwaltung, dem Überprüfen der Voraussetzungen und dem Durchführen von Topologieüberprüfungen sowie dem Erfassen der im Rahmen des Assistenten definierten Konfigurationsinformationen führt der Assistent für die Hybridkonfiguration die Konfigurationsänderungen aus, um die Hybridbereitstellung zu erstellen und zu aktivieren. Alle Änderungen an der Hybridkonfiguration werden automatisch im Protokoll der Hybridkonfiguration gespeichert. Standardmäßig befindet sich das Protokoll der Hybridkonfiguration auf dem lokalen Postfachserver unter "C:\Programme\Microsoft\Exchange Server\V15\Logging\Update-HybridConfiguration".

    WichtigWichtig:
    Die Übermittlung eingehender Nachrichten wird vom MX-Eintrag der Organisation gesteuert. Eingehende Internet-E-Mail für eine Hybridbereitstellung wird nicht vom Assistenten für die Hybridkonfiguration konfiguriert.

Der Assistent für die Hybridkonfiguration aktiviert bei jeder Ausführung standardmäßig automatisch alle Features der Hybridbereitstellung. Wenn Sie ein bestimmtes Feature der Hybridkonfiguration deaktivieren möchten, müssen Sie die Exchange-Verwaltungsshell und das Cmdlet Set-HybridConfiguration verwenden. Die folgenden Funktionen der Hybridkonfiguration werden standardmäßig vom Assistenten aktiviert:

  • Freigabe von Frei/Gebucht-Informationen   Dieses Feature ermöglicht, dass Kalenderinformationen zwischen lokalen und Exchange Online-Organisationsbenutzern freigegeben werden. Die Funktion wird im Rahmen der Konfiguration von Verbundfreigaben und Organisationsbeziehungen für die lokale und die Exchange Online-Organisation aktiviert. Weitere Informationen finden Sie unter Freigabe.

  • Nachrichtenverfolgung   Dieses Feature zeichnet die SMTP-Transportaktivitäten aller Nachrichten auf, die an die lokalen Postfachserver und von diesen zwischen der lokalen und der Exchange Online-Organisation übertragen werden. Sie können Nachrichtenverfolgungsprotokolle für forensische Nachrichtenanalysen, Nachrichtenübermittlungsanalysen, die Berichterstellung und die Problembehandlung verwenden. Weitere Informationen finden Sie unter Grundlegendes zur Nachrichtenverfolgung.

  • E-Mail-Infos   E-Mail-Infos sind informative Meldungen, die Benutzern beim Erstellen einer Nachricht angezeigt werden. Durch Aktivieren von E-Mail-Infos in der Hybridbereitstellung können lokale und Exchange Online-Absender die verfasste Nachricht korrigieren, um unerwünschte Situationen oder Unzustellbarkeitsberichte (Non-Delivery Reports, NDRs) zwischen den Organisationen zu vermeiden. Weitere Informationen finden Sie unter E-Mail-Infos.

  • Online-Archivierung   Diese Funktion ermöglicht es der Exchange Online-Organisation, Benutzer-E-Mail-Archive für lokale und Exchange Online-Benutzer zu hosten. Weitere Informationen finden Sie unter Konfigurieren der Exchange Online-Archivierung.

  • Umleitung für Outlook Web App   Mit der Umleitung für Outlook Web App wird eine einzige, allgemeine URL für den Zugriff auf lokale und Exchange Online-Postfächer bereitgestellt. Clientzugriffsserver leiten Outlook Web App-Anforderungen automatisch an die lokalen Postfachserver um oder stellen Benutzern einen Link zu ihrem Postfach in der Exchange Online-Organisation bereit.

  • Sichere E-Mail   Diese Funktion aktiviert die sichere Nachrichtenübermittlung über das TLS-Protokoll (Transport Layer Security) zwischen der lokalen und der Exchange Online-Organisation. Die lokale und die Exchange Online-Organisation werden gegenseitig über die Antragsteller digitaler Zertifikate authentifiziert, und E-Mail-Kopfzeilen und die RTF-Nachrichtenformatierung werden organisationsübergreifend beibehalten.

Der Assistent für die Hybridkonfiguration ermöglicht eine Auswahl bestimmter Optionen in verschiedenen Bereichen für die Hybridbereitstellung. Wenn Sie bestimmte Hybridkonfigurationsoptionen aktualisieren möchten, nachdem zuerst die Hybridbereitstellung konfiguriert wurde, können Sie entweder den Assistenten für die Hybridkonfiguration oder die Exchange-Verwaltungsshell zur Auswahl verschiedener Konfigurationsoptionen verwenden.

Die Tabelle unten beschreibt die Hauptoptionen, die der Assistent für die Hybridkonfiguration ändert und konfiguriert.

 

Konfigurationsbereich Beschreibung

Domänen

Der Assistent fügt der lokalen Organisation eine akzeptierte Domäne für die Hybridnachrichtenübermittlung und Anfragen der AutoErmittlung für die Cloud-Organisation hinzu. Diese Domäne wird als Koexistenzdomäne bezeichnet und als sekundäre Proxydomäne zu allen Richtlinien für E-Mail-Adressen hinzugefügt, die PrimarySmtpAddress-Vorlagen für im Assistenten für die Hybridkonfiguration ausgewählte Domänen aufweisen. In der Standardeinstellung ist das die Domäne "<Domäne>.mail.onmicrosoft.com".

Sie können die akzeptierte Domäne anzeigen, indem Sie den folgenden Befehl in der Shell der Cloud-Organisation ausführen.

Get-AcceptedDomain | FL DomainName, IsCoexistenceDomain

Zertifikat für sichere E-Mail

Im Assistenten müssen Sie ein bestimmtes Zertifikat auswählen, das von einer externen Zertifizierungsstelle stammt und mit dem sichere E-Mail-Nachrichten, die zwischen lokalen und Exchange Online-Organisationen gesendet werden, authentifiziert werden.

Exchange-Verbundfreigabe

Der Assistent überprüft, ob für die lokale Organisation eine vorhandene Verbundvertrauensstellung mit dem Windows Azure-AD-Authentifizierungssystem vorliegt. Wenn ja, wird die vorhandene Verbundvertrauensstellung zur Unterstützung der Hybridbereitstellung verwendet. Wenn nicht, erstellt der Assistent für die lokale Organisation eine Verbundvertrauensstellung mit dem Windows Azure-AD-Authentifizierungssystem. Der Assistent fügt zudem der Verbundvertrauensstellung alle im Assistenten für die Hybridkonfiguration ausgewählten Domänen hinzu.

Neben der Konfiguration der Verbundvertrauensstellung erstellt und konfiguriert der Assistent Organisationsbeziehungen für die lokale und die Exchange Online-Organisation. Diese Organisationsbeziehungen ermöglichen dem Assistenten die Aktivierung mehrerer Funktionen der Hybridbereitstellung, u. a. Freigabe von Frei/Gebucht-Informationen, Outlook Web App-Umleitung, Nachrichtenverfolgung und E-Mail-Infos.

Nachrichtenübermittlung

Im Assistenten können Sie Clientzugriffs- oder Edge-Transport-Server auswählen und konfigurieren, sodass der sichere E-Mail-Transport zwischen der lokalen und der Exchange Online-Organisation sichergestellt wird.

Der Assistent konfiguriert lokale Clientzugriffsserver und Microsoft Exchange Online (EOP) in der Office 365-Organisation für das Hybridnachrichtenrouting. Durch die Konfiguration von neuen und vorhandenen Sende- und Empfangsconnectors in der lokalen Organisation und von eingehenden und ausgehenden Connectors in Microsoft Exchange Online können Sie auswählen, ob ausgehende Nachrichten, die von der Exchange Online-Organisation an das Internet zugestellt werden, direkt an externe E-Mail-Empfänger gesendet oder über die lokalen Exchange-Server in der Hybridbereitstellung geroutet werden.

WichtigWichtig:
Die Übermittlung eingehender Nachrichten wird vom MX-Eintrag der Organisation gesteuert. Eingehende Internet-E-Mail für eine Hybridbereitstellung wird nicht vom Assistenten für die Hybridkonfiguration konfiguriert.

Das Modul für die Hybridkonfiguration führt die Hauptaktionen beim Konfigurieren und Aktualisieren einer Hybridbereitstellung aus. Es ist für die Verarbeitung der Update-HybridConfiguration-Cmdlet-Aktionen zuständig und vergleicht den Zustand des HybridConfiguration Active Directory-Objekts mit aktuellen lokalen Exchange- und Exchange Online-Konfigurationseinstellungen. Danach führt es Aufgaben zum Zuordnen der Konfigurationseinstellungen für die Bereitstellung zu den Parametern aus, die im HybridConfiguration Active Directory-Objekt definiert sind. Wenn der aktuelle Konfigurationszustand der lokalen Exchange- und Exchange Online-Bereitstellung bereits den im HybridConfiguration Active Directory-Objekt definierten Einstellungen entspricht, werden vom Modul für die Hybridkonfiguration weder an der lokalen noch an der Exchange Online-Organisation Änderungen ausgeführt.

Beim Aktualisieren einer vorhandenen Hybridbereitstellung werden vom Modul für die Hybridkonfiguration die folgenden Schritte ausgeführt:

  1. Das Update-HybridConfiguration-Cmdlet löst das Modul für die Hybridkonfiguration aus, sodass es gestartet wird.

  2. Das Modul für die Hybridkonfiguration liest den "gewünschten Zustand", der im HybridConfiguration Active Directory-Objekt gespeichert ist.

  3. Das Modul für die Hybridkonfiguration ermittelt Topologiedaten und die aktuelle Konfiguration aus der lokalen Exchange-Organisation.

  4. Das Modul für die Hybridkonfiguration ermittelt Topologiedaten und die aktuelle Konfiguration aus der Exchange Online-Organisation.

  5. Basierend auf gewünschtem Zustand, Topologiedaten und aktueller Konfiguration stellt das Modul für die Hybridkonfiguration den "Unterschied" zwischen der lokalen Exchange- und der Exchange Online-Organisation fest und führt dann Konfigurationstasks aus, um den gewünschten Zustand zu erreichen.

Die folgende Abbildung enthält eine Übersicht darüber, wie das Modul für die Hybridkonfiguration während der Hybridbereitstellung Konfigurationseinstellungen des lokalen Exchange-Servers und von Exchange Online in Office 365 abruft und ändert.

Flussdiagramm des Moduls für die Hybridkonfiguration
 
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