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POP3 und IMAP4

 

Gilt für: Exchange Server 2013

Letztes Änderungsdatum des Themas: 2014-04-21

Standardmäßig sind POP3 und IMAP4 in Microsoft Exchange Server 2013 deaktiviert. Zur Unterstützung von POP3-Clients, die weiterhin diese Protokolle voraussetzen, müssen Sie zwei POP3-Dienste starten: den Microsoft Exchange-POP3-Dienst und den Microsoft Exchange-POP3-Back-End-Dienst. Zur Unterstützung von IMAP4-Clients, die weiterhin diese Protokolle voraussetzen, müssen Sie zwei IMAP4-Dienste starten: den Microsoft Exchange-IMAP4-Dienst und den Microsoft Exchange-IMAP4-Back-End-Dienst.

Genaue Anweisungen zum Aktivieren des POP3- und IMAP4-Diensts finden Sie unter Aktivieren von POP3 in Exchange 2013 und Aktivieren von IMAP4 in Exchange 2013.

Standardmäßig können Benutzer, die Postfächer auf Computern mit Exchange 2013 haben, über Microsoft Outlook oder Outlook Web App, Microsoft Exchange ActiveSync oder Outlook Voice Access auf ihre Postfächer zugreifen. Outlook, Outlook Web App und Outlook Voice Access ermöglichen Ihren E-Mail-Benutzern das Verwenden der umfassenden Features, die Benutzern bereitstehen, die über Postfächer auf Exchange 2013-Servern verfügen.

Inhalt

Übersicht über die Funktionalität von POP3 und IMAP4

Standortübergreifende Konnektivität mit POP3 und IMAP4

Verwenden von nicht standardmäßigen Konten mit POP3 und IMAP4

Grundlegendes zu den Unterschieden zwischen POP3 und IMAP4

Sende- und Empfangsoptionen für POP3- und IMAP4-E-Mail-Anwendungen

POP3- und IMAP4-Anwendungen

Benutzereinstellungen zum Konfigurieren des POP3- oder IMAP4-Zugriffs auf Exchange 2013-Postfächer

In diesem Abschnitt wird die Funktionalität von POP3 und IMAP4 für Exchange 2013 beschrieben.

Das POP3- und das IMAP4-Protokoll weisen folgende Vorteile und Einschränkungen auf:

  • POP3   POP3 wurde entwickelt, um die Offlineverarbeitung von E-Mails zu unterstützen. Mit POP3 werden E-Mails vom Server entfernt und auf dem lokalen POP3-Client gespeichert, sofern der Client nicht so konfiguriert wurde, dass Nachrichten auf dem Server verbleiben. Dadurch wird die Verantwortung für die Datenverwaltung und Sicherheit auf den Benutzer übertragen. POP3 bietet keine erweiterten Funktionen für die Zusammenarbeit, wie z. B. Kalender, Kontakte und Aufgaben.

  • IMAP4   IMAP4 bietet sowohl Offline- als auch Onlinezugriff, doch wie POP3 bietet auch IMAP4 keine erweiterten Features für die Zusammenarbeit, wie Kalenderfunktionen, Kontakte und Aufgaben.

POP3- und IMAP4-E-Mail-Anwendungen verwenden zum Versenden von Nachrichten an den E-Mail-Server weder POP3 noch IMAP4. E-Mail-Anwendungen, die POP3 und IMAP4 verwenden, versenden Nachrichten mit dem SMTP-Protokoll. Der Connector zum Empfangen von E-Mail-Übermittlungen von Clientanwendungen, die POP3 oder IMAP4 verwenden, wird bei der Installation von Exchange automatisch erstellt. Weitere Informationen zu Connectors finden Sie unter Empfangsconnectors.

HinweisAnmerkung:
Immer wenn ein Benutzer ein POP- oder IMAP-basiertes E-Mail-Programm zum Öffnen seiner Office 365-E-Mail nutzt, kommt es zu einer mehrsekündigen Verzögerung. Deren Ursache ist die Verwenden eines Proxyservers, der einen weiteren Hop für die Authentifizierung hinzufügt. Der Proxyserver untersucht zunächst den zugewiesenen PoD-Sever (Clientzugriffsserver), bei dem eine Authentifizierung erfolgt.

In früheren Versionen von Exchange mussten Sie Ihre POP3- und IMAP4-Clients manuell konfigurieren, um eine Verbindungsherstellung von einem Standort in Ihrer Organisation zu ermöglichen, wenn sich die Postfächer an einem anderen Standort in Ihrer Organisation befanden. Exchange 2013 führt standardmäßig eine Proxyweiterleitung von einem Clientzugriffsserver in einem Standort an den richtigen Server aus.

Sie können sich nicht mithilfe des anonymen Kontos oder des Kontos Gast über POP3 oder IMAP4 bei einem Exchange 2013-Postfach anmelden. Diese Zugangsart ist aufgrund von Sicherheitsrisiken bei der Verwendung nicht standardmäßiger Konten für den POP3- und IMAP4-Zugriff blockiert. Darüber hinaus können Sie über POP3 oder IMAP4 keine Verbindung mit dem Administratorpostfach herstellen. Diese Einschränkung wurde in Exchange 2013 eingeführt, um die Sicherheit für das Administratorpostfach zu erhöhen. Um auf das Administratorpostfach zuzugreifen, müssen Sie Microsoft Office Outlook oder Outlook Web App verwenden.

POP3 ist ein häufig verwendetes E-Mail-Internetprotokoll. Wenn POP3-E-Mail-Anwendungen E-Mails auf einen Clientcomputer herunterladen, werden die heruntergeladenen Nachrichten standardmäßig vom Server entfernt. Wenn keine Kopien der E-Mails des Benutzers auf dem E-Mail-Server gespeichert werden, kann der Benutzer nicht von mehreren Computern aus auf diese E-Mails zugreifen. Einige POP3-E-Mail-Anwendungen können jedoch so konfiguriert werden, dass Kopien der Nachrichten auf dem Server gespeichert werden, damit von anderen Computern aus der Zugriff auf die E-Mails möglich ist. POP3-Clientanwendungen können nur zum Herunterladen von Nachrichten vom E-Mail-Server in einen einzigen Ordner (in der Regel in den Ordner "Posteingang") auf dem Clientcomputer verwendet werden. Das POP3-Protokoll kann nicht mehrere Ordner auf dem E-Mail-Server mit mehreren Ordnern auf dem Clientcomputer synchronisieren.

E-Mail-Clientanwendungen, die IMAP4 verwenden, sind flexibler und bieten im Allgemeinen eine größere Anzahl von Features als E-Mail-Clientanwendungen, die POP3 verwenden. Wenn IMAP4-E-Mail-Anwendungen E-Mails auf einen Clientcomputer herunterladen, verbleibt standardmäßig eine Kopie der heruntergeladenen Nachrichten auf dem E-Mail-Server. Da eine Kopie der E-Mails des Benutzers auf dem E-Mail-Server gespeichert wird, kann der Benutzer von mehreren Computern aus auf diese E-Mails zugreifen. Bei Verwendung von IMAP4 kann der Benutzer auf mehrere E-Mail-Ordner auf dem E-Mail-Server zugreifen bzw. mehrere dieser Ordner erstellen. Die Benutzer können dann auf alle Nachrichten auf dem Server von Computern an mehreren Standorten aus zugreifen. Die meisten IMAP4-Anwendungen können z. B. so konfiguriert werden, dass eine Kopie der gesendeten Elemente des Benutzers auf dem Server verbleibt, damit die gesendeten Elemente auf einem beliebigen anderen Computer angezeigt werden können. IMAP4 unterstützt zusätzliche Funktionen, die von den meisten IMAP4-Anwendungen unterstützt werden. Einige IMAP4-Anwendungen enthalten z. B. ein Feature, mithilfe dessen Benutzer nur die Kopfzeilen ihrer E-Mails (Absender und Betreff der Nachricht) auf dem Server anzeigen und anschließend nur die Nachrichten herunterladen können, die sie lesen möchten.

HinweisAnmerkung:
IMAP4- und POP3-Clients haben eingeschränkten Zugriff auf Kalenderinformationen für Exchange. Weitere Informationen finden Sie unter Konfigurieren von Kalenderoptionen für POP3 und Konfigurieren von Kalenderoptionen für IMAP4.

Mit POP3- und IMAP4-E-Mail-Anwendungen können Benutzer auswählen, wann eine Verbindung mit dem Server zum Senden und Empfangen von E-Mails hergestellt werden soll. In diesem Abschnitt werden einige der gängigsten Konnektivitätsoptionen behandelt. Außerdem werden einige Aspekte erläutert, die Ihre Benutzer beim Auswählen der Verbindungsoptionen in ihren POP3- und IMAP4-E-Mail-Anwendungen berücksichtigen sollten.

Drei der am häufigsten verwendeten Verbindungseinstellungen können wie folgt für eine POP3- oder IMAP4-Clientanwendung festgelegt werden:

  • Senden und Empfangen von Nachrichten bei jedem Start der E-Mail-Anwendung. Bei Verwendung dieser Option wird Mail nur beim Start der E-Mail-Anwendung gesendet und empfangen.

  • Manuelles Senden und Empfangen von Nachrichten. Bei Verwendung dieser Option werden Nachrichten nur dann gesendet und empfangen, wenn der Benutzer auf den Befehl Senden und Empfangen in der Clientbenutzeroberfläche klickt.

  • Senden und Empfangen von Nachrichten immer nach einer festgelegten Anzahl von Minuten. Bei Verwendung dieser Option stellt die Clientanwendung immer nach Ablauf eines in Minuten festgelegten Zeitraums eine Verbindung mit dem Server her, um Nachrichten zu senden und neue Nachrichten herunterzuladen.

Informationen zum Konfigurieren dieser Einstellungen für die von Ihnen verwendete E-Mail-Anwendung finden Sie in der Hilfedokumentation zur jeweiligen E-Mail-Anwendung.

Wenn das Gerät oder der Computer, auf dem eine POP3- oder IMAP4-E-Mail-Anwendung ausgeführt wird, immer mit dem Internet verbunden ist, möchten Benutzer ihre E-Mail-Anwendung ggf. so konfigurieren, dass Nachrichten in einem festgelegten Minutenintervall gesendet und empfangen werden. Durch regelmäßige Verbindungen mit dem Server wird sichergestellt, dass die E-Mail-Anwendung des Benutzers mit den neuen Informationen auf dem Server aktualisiert wird. Wenn das Gerät oder der Computer, auf dem eine POP3- oder IMAP4-E-Mail-Anwendung ausgeführt wird, jedoch nicht immer mit dem Internet verbunden ist (z. B. wenn der Internetzugang mithilfe einer DFÜ-Verbindung erfolgt), möchten Benutzer die E-Mail-Anwendung ggf. so konfigurieren, dass Nachrichten manuell gesendet und empfangen werden. In einem DFÜ-Szenario kann das manuelle Senden und Empfangen von Nachrichten möglicherweise die Zeitdauer verringern, für die der Benutzer mit dem Internet verbunden ist.

HinweisAnmerkung:
Wenn der Benutzer eine mit IMAP4 kompatible E-Mail-Anwendung verwendet, die den Befehl "IMAP4 IDLE" unterstützt, ist er ggf. in der Lage, E-Mails nahezu in Echtzeit an das Exchange-Postfach zu senden und von diesem zu empfangen. Damit diese Verbindungsmethode funktioniert, müssen sowohl die E-Mail-Server- als auch die Clientanwendung den Befehl "IMAP4 IDLE" unterstützen. In den meisten Fällen müssen Benutzer keine Einstellungen in ihrer IMAP4-Anwendung konfigurieren, um diese Verbindungsmethode verwenden zu können.

Da Exchange 2013 POP3 und IMAP4 unterstützt, können Benutzer jede Anwendung, die POP3- und IMAP4-Clientanwendungen unterstützt, dazu verwenden, eine Verbindung mit Exchange 2013 herzustellen. Zu diesen Anwendungen zählen Outlook, Windows Live Mail, Microsoft Outlook Express, Entourage und zahlreiche Anwendungen von Drittanbietern, wie Mozilla Thunderbird und Eudora. Die von den einzelnen E-Mail-Clientanwendungen unterstützten Features variieren. Informationen zu den jeweiligen Funktionen, die von bestimmten POP3- und IMAP4-Clientanwendungen zur Verfügung gestellt werden, finden Sie in der jeweiligen Dokumentation zur betreffenden Anwendung.

Nachdem Sie den POP3- und IMAP4-Clientzugriff aktiviert haben, müssen Sie die Benutzer darüber informieren, wie sie sich über die von ihnen verwendeten E-Mail-Programme mit ihrem Exchange 2013-Postfach verbinden können. Sie benötigen die folgenden Informationen:

Soll eine Verbindung aus dem Unternehmensnetzwerk hergestellt werden, benötigen Benutzer die folgenden Informationen:

  • Interner Name des POP3- oder IMAP4-Servers

  • Interne Nummer des POP3- oder IMAP4-Ports

  • Interne POP3- oder IMAP4-Verschlüsselungsmethode

  • Interner SMTP-Name (Ausgangsserver)

  • Interne SMTP-Portnummer (Ausgangsserver)

  • Interne SMTP-Verschlüsselungsmethode (Ausgangsserver)

Soll eine Verbindung aus dem Internet hergestellt werden, benötigen Benutzer die folgenden Informationen:

  • Externer Name des POP3- oder IMAP4-Servers

  • Externe Nummer des POP3- oder IMAP4-Ports

  • Externe POP3- oder IMAP4-Verschlüsselungsmethode

  • Externer SMTP-Name (Ausgangsserver)

  • Externe SMTP-Portnummer (Ausgangsserver)

  • Externe SMTP-Verschlüsselungsmethode (Ausgangsserver)

Diese Einstellungen können Sie den Benutzern über E-Mail oder andere manuelle Kommunikationsmethoden bereitstellen. Sie können außerdem Exchange so konfigurieren, dass Benutzer mithilfe von Outlook Web App ihre eigenen Einstellungen nachschlagen können.

Konfigurieren von Exchange, sodass Benutzer ihre POP3-, IMAP4- und SMTP-Servereinstellungen nachschlagen können

Standardmäßig ist es Benutzern nicht möglich, über Outlook Web App ihre POP3-, IMAP4- und SMTP-Servereinstellungen nachzuschlagen. Damit Benutzer ihre POP3- und IMAP4-Servereinstellungen über Outlook Web App nachschlagen können, müssen die Cmdlets Set-PopSettings und Set-ImapSettings verwendet werden. Damit Benutzer ihre (ausgehenden) SMTP-Servereinstellungen nachschlagen können, muss das Cmdlet Set-ReceiveConnector verwendet werden.

Gehen Sie wie folgt vor, damit es Benutzern möglich ist, ihre POP3-, IMAP4- und SMTP-Einstellungen nachzuschlagen

  • POP3-Einstellungen   Führen Sie das Cmdlet Set-POPSettings mit dem Parameter ExternalConnectionSettings aus. Verwenden Sie das Format Set-POPSettings -ExternalConnectionSetting {<FQDN>:995:SSL}. Führen Sie beispielsweise Set-PopSettings -ExternalConnectionSetting {Dublin01.Contoso.com:995:SSL} aus, wenn Clients, die sich mit dem FQDN "Dublin01.Contoso.com" mit dem Server verbinden, das Nachschlagen ihrer POP-Einstellungen möglich sein soll.

    Sie müssen IIS nach dem Anwenden dieser Einstellung neu starten.

  • IMAP4-Einstellungen   Führen Sie das Cmdlet Set-IMAPSettings mit dem Parameter ExternalConnectionSettings aus. Verwenden Sie das Format Set-ImapSettings -ExternalConnectionSetting {<FQDN>:993:SSL}. Führen Sie beispielsweise Set-IMAPSettings -ExternalConnectionSetting {Dublin01.Contoso.com:993:SSL} aus, wenn Clients, die sich mit dem FQDN "Dublin01.Contoso.com" mit dem Server verbinden, das Nachschlagen ihrer IMAP-Einstellungen möglich sein soll.

    Sie müssen IIS nach dem Anwenden dieser Einstellung neu starten.

  • SMTP-Einstellungen   Führen Sie das Cmdlet Set-ReceiveConnector mit dem Parameter AdvertiseClientSettings aus. Verwenden Sie das Format Set-ReceiveConnector "Client Frontend <Server Name>" -AdvertiseClientSettings $True -FQDN <FQDN>. Führen Sie beispielsweise Set-ReceiveConnector "Client Frontend <Server Name>" -AdvertiseClientSettings $True -FQDN Dublin01.Contoso.com aus, wenn Clients, die sich mit dem FQDN "Dublin01.Contoso.com" mit dem Server verbinden, das Nachschlagen ihrer SMTP-Einstellungen möglich sein soll.

    Sie müssen IIS nach dem Anwenden dieser Einstellung neu starten.

Nachdem die Standardeinstellungen durch Ausführen der Cmdlets Set-POPSettings, Set-IMAPSettings und Set-ReceiveConnector geändert wurden, können Benutzer ihre externen POP-, IMAP- und SMTP-Servereinstellungen in Outlook Web App durch Klicken auf Einstellungen > Optionen > Konto > Mein Konto > Einstellungen für den Zugriff über POP oder IMAP nachschlagen.

Beibehalten von Nachrichtenkopien auf dem Server

Einige E-Mail-Programme sind standardmäßig so eingestellt, dass sie nach dem Abrufen von Nachrichten keine Kopien der Nachrichten auf dem Server beibehalten. Sie sollten Ihren Benutzern unbedingt empfehlen, ihr jeweiliges E-Mail-Programm so zu konfigurieren, dass Kopien aller Nachrichten, die der Client abgerufen hat, auf dem Server beibehalten werden. Werden Nachrichtenkopien auf dem Server beibehalten, können die Benutzer aus anderen E-Mail-Programmen auf ihre Nachrichten zugreifen.

 
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