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Ausführliche Entwurfs- und Systemspezifikationsverfahren für eine virtuelle SharePoint 2013-Farm

 

Gilt für: SharePoint Server 2013, SharePoint Foundation 2013

Letztes Änderungsdatum des Themas: 2013-12-18

Zusammenfassung: Informationen zum Implementieren eines Prozesses zur Erstellung eines detaillierten Topologieentwurfs und einer Systemanforderungsspezifikation für die SharePoint 2013-Farm und Hyper-V-Hostcomputer.

Dieser Artikel bietet ein Beispiel, das Sie zum Erstellen einer detaillierten Architektur und von Systemanforderungen für eine virtualisierte SharePoint 2013-Farm befolgen können. Diese Architektur besteht aus den virtuellen Computern, die für Farmserverrollen verwendet werden, physischen Computern, die ggf. als Farmserver genutzt werden, und den Virtualisierungshostcomputern. Ihr detaillierter Entwurf ist eine Abbildung der Dualität einer virtuellen Umgebung und muss den Einschränkungen und Anforderungen der virtuellen Computer, Virtualisierungshostcomputer, des Netzwerksbetriebs und der Speicherung gerecht werden.

Der detaillierte Entwurf muss alle geschäftlichen und technischen Kriterien (und Erwartungen) für die neue SharePoint-Farm in einer Produktionsumgebung erfüllen. Ein guter Entwurf berücksichtigt auch die Unterstützung betrieblicher Abläufe, laufende Wartungsaktivitäten und künftige Upgrades.

Inhalt dieses Artikels:

In diesem Artikel werden bewährte Vorgehensweisen beim Durchlaufen des Prozesses befolgt, der zum Erstellen einer detaillierten Farmtopologie, Virtualisierungsarchitektur und Systemanforderungsspezifikation für die virtuellen Computer und Computer mit Windows Server 2008 Hyper-V-Technologie erforderlich ist. Es wird empfohlen, dem Ansatz zu folgen, der im Abschnitt über das Bestimmen von Anforderungen für virtuelle Farm unter Erstellen eines Virtualisierungsplans für SharePoint 2013 beschrieben wird. Behandeln Sie die Topologie und Server genau so, als würden Sie eine Farm entwerfen, die auf einer physischen Plattform bereitgestellt wird. Da SharePoint 2013-Anforderungen technologieunabhängig sind, müssen Virtualisierungselemente erst behandelt werden, nachdem Sie genügend Informationen gesammelt haben, um die Topologie- und Systemspezifikationen auf die zugrunde liegende virtuelle Ebene auszudehnen. Empfohlen wird auch, dass Sie einen schrittweisen Prozess zum Erstellen und Optimieren Ihres Entwurfs wählen, der mit dem Bestimmen obligatorischer und wichtiger Anforderungen beginnt, z. B. an Verfügbarkeit und Leistung. Dies ist eine häufig befolgte und bewährte Vorgehensweise zum Erfassen der Informationen, die zum Optimieren und Fertigstellen eines Entwurfs erforderlich sind.

Im Rahmen des Entwurfsprozesses müssen Sie auch Bewertungskriterien festlegen, um zu bestimmen, ob die Farmtopologie und Systemspezifikationen für die erste (der Produktion vorgelagerte) Bereitstellungsstufe akzeptabel sind, bei der es sich zumeist um eine Umgebung für den Machbarkeitsnachweis oder eine Pilotumgebung handelt.

HinweisHinweis:
Was die Leistung angeht, bietet dieser Artikel keine detaillierten Informationen zum Erstellen und Durchführen von Benchmarktests und auch nicht zum Analysieren und Interpretieren von Benchmarkdaten.

Setzen Sie nach dem Bestimmen Ihrer Anforderungen den Entwurfs- und Spezifikationsprozess mit der folgenden Schrittfolge fort.

  1. Befolgen Sie die SharePoint 2013-Lösungs- und Architekturanleitung zum Erstellen einer Topologie, die sich für die Lösung, die Sie bereitstellen möchten, am besten eignet.

  2. Bestimmen Sie anhand der Entwurfstopologie die Anzahl der benötigten Farmserver, und dokumentieren Sie die Mindestanforderungen an die Konfiguration der einzelnen Server gemäß ihrer Rolle. Bedenken Sie, dass dies nur ein Ausgangspunkt und nicht die endgültige Farmentwurfs- und Konfigurationsspezifikation ist.

  3. Erweitern Sie die Farmtopologie durch Einbeziehen der Virtualisierungsinfrastruktur. Halten Sie sich wiederum an bereits veröffentlichte Anleitungen zum Bestimmen der optimalen Verteilung von Farmserverrollen auf die Virtualisierungshostcomputer. Ermitteln Sie in diesem Schritt die Ressourcen, die Hostcomputer zur Unterstützung der virtuellen Computer benötigen, die sie auf diesen bereitstellen möchten.

    HinweisHinweis:
    Die Architektur muss die Möglichkeiten und Einschränkungen der Virtualisierungshostcomputer abbilden.
  4. Optimieren Sie die Topologie weiter, bis zu einem Entwurf gelangen, der sich zum Bereitstellen einer Testfarm in einer Präproduktionsumgebung eignet. Parallel zur Optimierung der Topologie können Sie Systemspezifikationen anpassen, sobald Sie weitere Informationen zu Konfigurationsanforderungen an die virtuellen Farmcomputer bzw. die Hostcomputer erhalten. Außer wenn Sie über Benchmarkdaten aus einer früheren Bereitstellung verfügen, stellen Systemspezifikationen eine Schätzung dar. Sinnvolle Anpassungen sind erst nach Benchmarktests möglich.

Der Schwerpunkt dieses Artikels liegt auf der Anleitung zum Installieren und Konfigurieren von SharePoint-Produkte mithilfe einer Windows Server 2008 Hyper-V-Technologie-Lösung. Sie können jedoch Ihre Strategie auf beliebige Virtualisierungslösungen übertragen, die vom Server Virtualization Validation Program (SVVP) als gültig erachtet werden. Weitere Informationen finden Sie unter Server Virtualization Program FAQ

Dieser Artikel bietet keine detaillierten Informationen zur Installation und Konfiguration eines Virtualisierungshostcomputers oder der virtuellen Computer, die für eine SharePoint-Produkte-Farm benötigt werden. Weitere Informationen finden Sie unter Anwenden bewährter Konfigurationsmethoden für virtuelle SharePoint 2013-Computer und Hyper-V-Umgebung.

HinweisHinweis:
Bei dieser Version von SharePoint 2013 werden die Virtualisierungsänderungen und -features in Windows Server 2012 nicht unterstützt.

Die folgenden Themen werden in diesem Artikel mit unterschiedlichem Detailgrad behandelt. Detaillierte Informationen zu jedem Themenbereich finden Sie in gesonderten Artikeln.

  • Geschäftskontinuität - Hochverfügbarkeit und Notfallwiederherstellung für eine virtuelle Umgebung

  • Sicherheit - Bewährte Methoden zum Schützen von Hyper-V-Virtualisierungshostcomputern

  • Leistung und Kapazität

  • Wartung und Betrieb

Der Ausgangspunkt für einen Detailentwurf ist das Bestimmen, Prüfen und Priorisieren der funktionellen, technischen und betrieblichen Anforderungen an SharePoint 2013 und die unterstützende Virtualisierungsinfrastruktur. Sie müssen Prioritäten festlegen, da die Prioritäten der Nutzer der Lösung in Konflikt stehen. Es wird signifikante Unterschiede bei den Anforderungen (eigentlich Erwartungen) der verschiedenen Unternehmenseinheiten geben. Beispielsweise erwarten die normalen Benutzer stets eine schnelle Antwortzeit, während die IT-Sicherheitsabteilung einen Entwurf fordert, der das Risiko von Sicherheitslücken minimiert.

Während Sie sich durch das Bestimmen und Priorisieren von Anforderungen durcharbeiten, müssen Sie außerdem Bewertungskriterien entwickeln, um zu ermitteln, ob der Entwurf für eine Farm geeignet ist, die Sie in einer Präproduktionsumgebung bereitstellen können.

Es gibt zahlreiche Ansätze und Tools zum Priorisieren Ihrer Anforderungen, und für jedes Szenario kann ein anderer Ansatz der beste oder richtige sein. Eine beliebte Möglichkeit ist das Kategorisieren von Anforderungen als obligatorisch, sehr wichtig usw. Ein anderer Weg ist das Arbeiten mit einem Gewichtungssystem oder einer Bewertungsskala zum Festlegen von Prioritäten. Sie sollten auf jeden Fall einen Ansatz wählen, über den Sie glaubhafte Prioritäten festlegen und den Sie beim Bestimmen und Verfeinern Ihrer Anforderungen durchgängig befolgen können.

Es wird empfohlen, Ihre Anforderungen in Hauptkategorien zu gruppieren und anschließend jede Kategorie weiter zu unterteilen, um mehr Details zu bestimmten Anforderungen bereitzustellen. Sicherheit ist beispielsweise eine sehr umfassende Kategorie, denn detaillierte Informationen zu den benötigten Benutzerberechtigungsstufen und zum Zugriff auf Farmfeatures und -komponenten sind sehr wichtig für das Verstehen, Entwerfen und Umsetzen eines sicheren Systems.

HinweisHinweis:
Die Vorteile der Kategorisierung von Anforderungen bestehen darin, dass Sie sich besser auf relevante Details konzentrieren und die Möglichkeiten einschränken können, etwas zu vergessen. Kategorien sind jedoch nicht isoliert, da es stets Überlagerungen oder Abhängigkeiten gibt. Sie müssen einen ganzheitlichen Entwurfsansatz wählen, der diese Überlagerungen und wichtigen Abhängigkeiten erkennt und integriert.

In diesem Artikel wird mit vier Hauptkategorien zum Gruppieren von Entwurfsanforderungen gearbeitet, deren Priorität wie folgt ist:

  • Hohe Verfügbarkeit

  • Sicherheit

  • Leistung

  • Kapazität

HinweisHinweis:
Uns ist die gegenseitige Abhängigkeit von Leistung und Kapazität bewusst, doch zum Erhöhen des Informationsgehalts für die Leser haben wir uns entschlossen, diese beiden Kategorien zu trennen.

Der erste Schritt beim Entwurf für eine hohe Verfügbarkeit ist das Bestimmen des Grads der SharePoint-Verfügbarkeit, den Ihre Organisation für einen ordnungsgemäßen Geschäftsbetrieb benötigt. In der Regel wird die Anforderung einer hohen Verfügbarkeit einer Organisation vom Typ des Unternehmens, dem Grad der Globalisierung, der Kunden und Partner bestimmt. Aus interner Sicht müssen Sie den Grad der Verfügbarkeit dokumentieren, der zusätzlich zu einzelnen Unternehmenseinheiten für die Organisation als Ganzes erforderlich ist.

HinweisHinweis:
Hohe Verfügbarkeit und Notfallwiederherstellung sind Untergruppen einer übergeordneten Strategie für das Geschäftskontinuitätsmanagement und den dazugehörigen Prozess. Der Schwerpunkt dieses Artikels liegt auf den unmittelbaren Entwurfselementen, die für eine Überführung der Farm in die Produktion erforderlich sind. Anforderungen an die Notfallwiederherstellung sind sehr wichtig und dürfen während des Architekturentwurfsprozesses nicht ignoriert werden. Wir haben uns entschlossen, die Notfallwiederherstellung als gesonderte Archivierung im Anschluss an die Bereitstellung zu behandeln, um detaillierter auf die dazugehörigen Anforderungen, bewährten Methoden und Optionen einzugehen.

Die nächsten Schritte umfassen das Bewerten aller Farmkomponenten zum Bestimmen ihrer potenziellen Auswirkungen auf die Verfügbarkeit, das Überprüfen der Optionen für die Bereitstellung hoch verfügbarer Komponenten und das Entscheiden, welche Option für Ihre Architektur am besten ist.

HinweisHinweis:
Kosten sind für Unternehmen stets ein Faktor. Sie müssen diese Kosten jedoch gegen die potenziellen Folgen einer verringerten Verfügbarkeit für Ihren Geschäftsbetrieb abwägen.

Es wird empfohlen, zumindest die folgenden Farmkomponenten aus Sicht der Hochverfügbarkeit zu untersuchen:

  • SharePoint-Datenbanken

  • Anwendungsserver

  • Front-End-Webserver

  • SharePoint-Dienste und -Features wie den Suchdienst

  • Für die Farm genutzte virtuelle Computer

  • Verteilung von Farmserverrollen auf die Virtualisierungshostcomputer

  • Virtualisierungshostcomputer

  • Infrastrukturelemente wie Router und Hardware-Lastenausgleichsmodule

Durch Virtualisierung wird eine weitere Sicherheitsebene eingeführt, die berücksichtigt werden muss. Der Virtualisierungshostcomputer stellt einen einzelnen Zugriffspunkt für die von ihm gehosteten virtuellen Computer dar, wodurch sich die Angriffsfläche vergrößert. Darüber hinaus ergeben sich durch das virtuelle Netzwerk weitere Anforderungen an die Absicherung des Farmnetzwerks.

Ihre Organisation verfügt bereits über Richtlinien, Verfahren und Tools zum Verwalten der Sicherheit und Authentifizierung für die IT-Systeme und -Infrastruktur. Sie müssen Ihren Virtualisierungsserver mithilfe derselben Maßnahmen schützen, mit denen Sie auch andere Server mit Windows Server 2008 oder Windows Server 2008 R2 absichern würden. Sie müssen außerdem weitere Maßnahmen umsetzen, um die virtuellen Computer, Konfigurationsdateien und Daten zu schützen. Weitere Informationen zur Absicherung von Windows Server 2008-Arbeitslasten finden Sie im Windows Server 2008-Sicherheitshandbuch).

SharePoint 2013 bietet neue, umgestaltete und erweiterte Features, weshalb sich die Leistungsmerkmale und Ressourcenanforderungen von Farmservern von den Anforderungen für SharePoint 2010-Produkte unterscheiden. Sie müssen mit den Änderungen an SharePoint 2013 umfassend vertraut sein, um die Ressourcenanforderungen der einzelnen Farmserver zu verstehen. Ein Verständnis der Auswirkungen dieser Änderungen ist besonders in Szenarien wichtig, in denen die Systemspezifikationen von Farmservern auf zuvor erfassten Daten basieren sollen: entweder auf Nutzungsprofilen oder Leistungsdaten. Weitere Informationen zur Leistung finden Sie unter Planen von Leistung und Kapazitätsverwaltung in SharePoint Server 2013.

Nutzungsdaten

Bereits erfasste Nutzungsdaten vereinfachen das Ableiten von Testparametern, die Sie für Basistests verwenden können. Doch wenn Sie diese Daten bewerten, muss dies im Kontext der neuen SharePoint 2013-Features erfolgen. Bestimmen Sie, wie sich diese Features auf Benutzerverhaltensmuster auswirken können. Beispiel:

  • Eine typische Folge von Verbesserungen an einem vorhandenen Feature ist, dass es von mehr Personen häufiger und länger verwendet wird.

  • Neue oder erweiterte Features haben dieselben Auswirkungen wie verbesserte Features. In manchen Fällen, insbesondere wenn stark angeforderte Features nicht verfügbar waren, ist der Anstieg der SharePoint-Nutzung sehr signifikant.

  • Eine wesentliche Vergrößerung des Benutzerstamms, beispielsweise als Folge einer Fusion oder Übernahme, wirkt sich ebenfalls auf das Nutzungsprofil aus.

Änderungen an Nutzungsmustern, z. B. die Anzahl gleichzeitiger Verbindungen oder durchschnittliche Verbindungsdauer, können einen wesentlichen Effekt auf die gesamten Systemanforderungen haben.

Leistungsdaten

Leistungsdaten stellen eine Messgröße dafür dar, wie gut ein Server die SharePoint-Verarbeitungslast gemäß seiner Rolle zusätzlich zu den Computerressourcen (z. B. CPU-Nutzung oder Arbeitsspeicher) verarbeitet, die genutzt werden, während das System seine Aufgaben erledigt. (Sie können auch den Gesamtdurchsatz einer Gruppe von Farmservern als weitere Leistungsmessgröße verwenden.) Zum Erzielen einer optimalen Leistung müssen für die Verarbeitung der Last genügend Computerressourcen verfügbar sein. In der Spezifikation der Systemanforderungen muss (Softwarevoraussetzungen ausgenommen) die Konfiguration jedes Servers angegeben werden, um die Last verarbeiten zu können, die Sie für die jeweilige Serverrolle erwarten. Die endgültige Konfiguration ist das Ergebnis schrittweiser Tests (Benchmarks), bei denen Leistungsdaten erfasst werden, wenn vordefinierte Aufgaben unter verschiedenen Lasten ausgeführt werden. Die Tester in Ihrem Projektteam vergleichen die Benchmarkdaten mit den Basisdaten, um zu prüfen, wie sich Lasten und Aufgaben auf die Leistung auswirken. Wenn bereits Daten erfasst wurden, ist das Erstellen der Datenbasis für Leistungstests einfacher.

WichtigWichtig:
Vergewissern Sie sich, dass die Leistungsmerkmale aller neugestalteten bzw. aktualisierten Features sorgfältig getestet werden und ihre Auswirkung auf die Gesamtsystemleistung nachvollziehbar ist. Einige dieser Features sorgen ggf. nicht wesentlich oder spürbar für eine Steigerung der Leistungsanforderungen. Die Last, die durch ein Feature verursacht wird, kann jedoch auf eine andere Farmserverrolle verlagert worden sein. Etwaige Annahmen, die Sie für eine bestimmte Rolle haben, müssen mithilfe neuer Benchmarktests geprüft werden.

Wenn die SharePoint-Farm die erste Bereitstellung in Ihrer Organisation ist, verfügen Sie nicht über bereits erfasste Daten als Referenzpunkt zum Festlegen einer Leistungsbasis. Sie müssen die Basis anhand der Anleitungen und Einschränkungen für SharePoint 2013 entwickeln. Unabhängig davon, wie Sie Ihre Basis festlegen, müssen Sie verschiedene Benchmarktests zum Erfassen spezifischer Daten durchführen, um Ihren Architekturentwurf und die Spezifikationen der Systemanforderungen zu optimieren.

WichtigWichtig:
Leistungstests und -analysen für jede Serverrolle müssen kombiniert werden, um ein Leistungsprofil für die allgemeine Farmleistung zu erstellen, mit dessen Hilfe Leistungsengpässe in der Farm einfacher ermittelt werden können.

Nachdem Sie die Kapazitätsanforderungen einer SharePoint 2013-Farm bestimmt haben, ist der nächste Schritt die Bestimmung der Größe der Farm, ihrer Server und der Virtualisierungsinfrastruktur. Die beiden Hauptbereiche, auf die sich Farmarchitekten konzentrieren, sind die Inhaltsspeicherung und Farmleistung. Weitere Informationen zur Kapazität finden Sie unter Kapazitätsverwaltung und Dimensionierung für SharePoint Server 2013.

SharePoint 2013 ist bekannt für seine Fähigkeit, einen vielfältigen Querschnitt von Inhaltstypen verarbeiten zu können, die von einfachen Textdateien BIS zu großen Mediendateien reichen. Diese Fähigkeit bezieht sich u. a. auch auf die Erstellung und Bearbeitung von Inhalten, die Freigabe für die Zusammenarbeit, kurz- und langfristige Speicherung und Archivierung. Aus Sicht der Größe muss Ihr Entwurf so dimensioniert sein, dass kurzfristige Anforderungen erfüllt werden. Sobald die Inhaltsdatenbank anwächst, können Sie die Farm vertikal skalieren, um dieses Wachstum zu unterstützen.

Die Fähigkeit einer Farm, die erforderliche Leistung stets zu erfüllen oder zu übertreffen, ist ein zweiter wichtiger Aspekt bei der Kapazität. Leistungskapazität wird zumeist als die Art von Last definiert und bewertet, der Farmserver im Vergleich zu vordefinierten Gruppen von Schwellenwerten unterliegen. Schwellenwerte sind konfigurierbare Grenzwerte, die zum Bestimmen akzeptabler Lasten und auch für Lasten verwendet werden, durch die die Farm instabil wird, sobald ein Grenzwert überschritten wird. Weitere Informationen finden Sie unter Softwarebeschränkungen und -grenzen für SharePoint 2013.

HinweisHinweis:
Zur Leistungskapazität gehören meist auch Messungen der Inhaltsbereitstellung, z. B. Seitenladezeit.

Die Leistungskapazität der Farm wird von der Größe der Farm (basierend auf den unterstützten Lösungen) und den Merkmalen der zahlreichen Farmkomponenten bestimmt. Zu diesen Komponenten zählen u. a. die Farmserver selbst, Netzwerkbandbreite und -latenz, Seitendesign und benutzerdefinierter Code, um nur einige zu nennen.

Wie schon bei der Leistung bestimmt die Tatsache, ob diese Farm die erste SharePoint 2013-Bereitstellung in Ihrer Organisation ist oder schon eine vorhanden ist, Ihre Strategie für die Kapazitätsplanung.

Eine überlegt definierte Architektur einer virtuellen Farm (beginnend mit der Hardwareebene) umfasst die Virtualisierungshostcomputer, die Netzwerkinfrastruktur, das Speichersystem und die virtuellen Computer, die zur SharePoint 2013-Umgebung gehören. (Ein heterogener Architekturentwurf bezieht die physischen Farmserver ein.) Nutzen Sie die bereitgestellte Entwurfsabbildung als Leitfaden zum Einrichten Ihres eigenen Prozesses und von Kriterien zum Anlegen einer detaillierten Architektur und von Systemspezifikationen. Passen Sie Ihren Ansatz an die Anforderungen Ihrer Organisation und auch an die der SharePoint-Produkte-Lösung an, die Sie in einer virtuellen Umgebung bereitstellen möchten.

Unsere Entwurfsstrategie basiert auf Modellen und Schritten, um zu einer virtuellen Farmarchitektur und Systemspezifikationen zu gelangen, die für Livetests bereit sind.

Die Modellerstellung ist ein sehr nützliches Instrument zur Visualisierung, mit dessen Hilfe Sie alle Komponenten einer SharePoint-Produkte-Farmbereitstellung für Ihre Lösung anzeigen können. Wenn das Modell Systemspezifikationen enthält, ermöglicht es auch eine Überprüfung, ob alle erforderlichen Spezifikationen bestimmt und dokumentiert sind. Da das Modell ein kleines Dokument ist, kann es mühelos an Projektbeteiligte gesendet und von diesen geprüft und kommentiert werden.

Der Detailgrad des Modells hängt ganz von Ihnen ab. Das Modell, mit dem wir den Entwurfsprozess veranschaulichen, besteht aus den Farmservern, den SharePoint-Produkte-Komponenten, die auf den einzelnen Servern installiert und konfiguriert sind, und den Systemspezifikationen für jeden Server. Die SharePoint-Produkte-Verarbeitungsworkflows oder die Netzwerkinfrastruktur haben wir weggelassen, damit das Modell zwar so einfach wie möglich, aber dennoch zweckdienlich ist.

Der schrittweise Entwurfsprozess ist ein anerkanntes und bewährtes Verfahren für den Anwendungs- und Systementwurf. Dieser Prozess hat viele Vorteile, z. B. folgende:

  • Ermöglicht das Ermitteln fehlender oder falscher Informationen.

  • Vereinfacht das Bestimmen fraglicher Entwurfselemente oder Systemspezifikationen, die einer weiteren Untersuchung bedürfen.

In der folgenden Aufgabenliste sind die wesentlichen Schritte zum Erstellen, Konfigurieren und Bereitstellen einer virtuellen Farm und der unterstützenden Infrastruktur beschrieben:

  1. Erstellen eines Architekturmodells und Bestimmen von Systemspezifikationen für eine auf physischen Servern bereitgestellte Farm

  2. Nutzen Sie die physische Architektur und Systemspezifikationen als Vorlage zum Erstellen der vorläufigen virtuellen Farmarchitektur und der erforderlichen unterstützenden physischen Plattform.

    TippTipp:
    Stellen Sie detailliertes technisches Referenzmaterial (z. B. technische Whitepaper und Knowledge Base-Artikel) für SharePoint 2013, SQL Server und Hyper-V zusammen. Nutzen Sie diese Informationen zum Anlegen einer technischen Wissensdatenbank, die Sie als Entwurfsinstrument nutzen können. Diese Wissensdatenbank ist während der Präproduktionstests sehr nützlich, wenn das Testteam die beste Lösung zum Beheben eines Leistungsproblems bestimmen muss.
  3. Fügen Sie die Virtualisierungshostcomputer und ihre Systemspezifikationen dem Modell hinzu.

  4. Starten Sie den schrittweisen Entwurfsprozess. Analysieren Sie das Architekturmodell, um zu prüfen, ob das Modell alle Element bestimmt, die für die Farmlösung benötigt werden. Führen Sie einen Vergleichstest mit den Systemspezifikationen der einzelnen Farmserver durch. Bestimmen und rufen Sie fehlende oder unvollständige Informationen ab, damit Sie diese zum Anpassen des Farmentwurfs oder von Spezifikationen nutzen können.

  5. Optimieren Sie die Architektur basierend auf dem Ergebnis Ihrer Analyse und durch Integrieren neuer bzw. aktualisierter Informationen.

  6. Starten Sie einen weiteren Durchlauf, und nehmen Sie nach erfolgter Überprüfung Änderungen vor. Setzen Sie das Bewerten und Optimieren der Architektur und Spezifikationen fort, bis Sie zuversichtlich sind, dass alle Aspekte der virtuellen Farm Ihre Kriterien zum Bereitstellen und Testen der Farm in einer Präproduktionsumgebung sowie in einer Umgebung zum Machbarkeitsnachweis oder eingeschränkten Pilotumgebung erfüllt sind.

  7. Stellen Sie die Farm bereit.

Erstellen Sie ein Modell der physischen Architektur entweder mithilfe verfügbarer bereits erfasster Daten oder anhand der Anforderungen und Anleitungen, die für SharePoint 2013 bereitgestellt sind. Bei Nutzen bereits erfasster Daten wird empfohlen, diese Daten mit neuen Informationen zu Anforderungen und aktualisierten Anleitungen zu ergänzen, damit Ihr Entwurf alle neuen oder aktualisierten Features abdeckt.

WichtigWichtig:
Es wird empfohlen, denselben Aufwand wie bei der Installation und Konfiguration von SharePoint-Produkte auf physischen Servern zu betreiben. Dieser Aufwand zahlt sich aus, wenn Sie den physischen Entwurf und die Systemspezifikationen auf eine virtuelle Umgebung übertragen. Zudem werden dadurch unnötige Topologie- und Größenänderungen an den virtuellen Computern und Virtualisierungshostcomputern vermieden.

Wenn Sie sicher sind, dass dieses Modell solide ist und die Anforderungen der neuen Farm angemessen erfüllt, können Sie die physische Sicht einer virtuellen Umgebung zugeordnen.

Unsere Beispielfarm

Zum Veranschaulichen der Erstellung und Optimierung eines Farmentwurfs und der Systemspezifikationen verwenden wir eine kleine bis mittelgroße Farm, die für die Verwendung des Suchdiensts konfiguriert ist. Aus Gründen der Übersichtlichkeit fügen wir keine der anderen Dienstanwendungen hinzu, die Sie für Ihren eigenen Entwurf in Betracht ziehen müssen.

Die folgende Abbildung zeigt unsere auf physischen Computern bereitgestellte Beispielfarm. Dies ist der Ausgangspunkt für das Entwickeln einer virtuellen Farmarchitektur und von Systemspezifikationen, die für die Bereitstellung als Machbarkeitsnachweis oder Pilotfarm geeignet sind.

Abbildung 1. Kleine bis mittelgroße auf physischen Computern bereitgestellte Beispielfarm

Architektur für Farm auf physischen Servern
HinweisHinweis:
Die nummerierten Beschriftungen (1X - 6X) in Abbildung 1 gehören zu Farmkomponenten oder Serverkonfigurationen, die untersucht werden müssen.

Verwenden Sie den Topologieentwurf einer physischen Farm und die Systemspezifikationen als Leitfaden für das Modell der virtuellen Umgebung, die die Hyper-V-Hostcomputers enthält.

HinweisHinweis:
Vergewissern Sie sich, dass die Funktionsmöglichkeiten und möglichen Einschränkungen der Virtualisierungshostcomputer durchgängig bekannt sind und im Entwurfsplan Berücksichtigung finden.

Führen Sie zum Entwickeln des virtuellen Modells die folgenden Aufgaben in der angegebenen Reihenfolge aus:

  1. Führen Sie eine endgültige Überprüfung des physischen Modells und der Systemspezifikationen durch, um zu bestätigen, dass das virtuelle Modell auf einem soliden Entwurf mit ordnungsgemäß dimensionierten Komponenten basiert.

    Bevor Sie Spezifikationen aus dem physischen Modell übertragen, notieren Sie auffallende Konfigurationen, und überprüfen Sie anschließend die SharePoint 2013-Anforderungen, damit Sie Konfigurationen oder fehlende Informationen bestätigen können. Notieren Sie anhand unseres Beispiels Folgendes:

    1. Die Front-End-Webserver (FE-1, FE-2) sind für die Nutzung von 24 GB Arbeitsspeicher (RAM) konfiguriert. Diese Arbeitsspeicherkonfiguration scheint zunächst hoch, insbesondere im Vergleich zu den Anwendungsservern, die Suchdienstkomponenten hosten.

    2. Zwei der Anwendungsserver (SA-1 und SA-2) sind für das Hosten von Suchdienstkomponenten konfiguriert. Die Arbeitsspeicherkonfiguration scheint angemessen. Die Festplattenkapazität für den Index kann ggf. unzureichend sein.

    3. Der dritte Anwendungsserver (AP-1) hostet zusätzlich zu den anderen Anwendungsserverrollen der Farm die restlichen Suchdienstkomponenten. Es gibt keine Vorkehrung für Hochverfügbarkeit.

    4. Der Anwendungsserver AP-1 hat genügend Arbeitsspeicher. Die Festplattenkapazität kann allerdings unzureichend sein.

    5. Die Datenbankserver (SQ-1 und SQ-2) verfügen über keine Informationen zu den Festplattenanforderungen, und ggf. ist zu wenig Arbeitsspeicher konfiguriert.

    6. Eine Anforderung hoch verfügbarer Datenbanken ist angegeben, doch es werden keine spezifischen Informationen zu der Hochverfügbarkeitslösung bereitgestellt.

  2. Identifizieren Sie die Anzahl der benötigten virtuellen Computer, und ordnen Sie die Rolle des jeweiligen virtuellen Computers dem entsprechenden Server im physischen Modell zu.

  3. Verwenden Sie die Spezifikationen der physischen Server, um die Konfiguration der einzelnen virtuellen Computer zu dokumentieren (Anzahl der Prozessoren, Größe von Arbeits- und Festplattenspeicher). Notieren Sie bei der Übertragung von Spezifikationen aus dem physischen Modell Konfigurationen, die Ihnen auffallen, und überprüfen Sie anschließend die SharePoint 2013-Anforderungen, um fragliche Konfigurationen zu bestätigen.

    HinweisHinweis:
    Vergessen Sie nicht, die SQL Server-Anforderungen zu bestätigen, während Sie die Spezifikationen der Server in der SharePoint 2013-Farm überprüfen.
  4. Bestimmen Sie die Verteilung virtueller Computer auf den Hostcomputern. Berücksichtigen Sie dabei die folgenden Faktoren: Anforderungen an die Farmverfügbarkeit, die empfohlene Verteilung von Rollen zur Optimierung der Leistung, die Mindestanzahl von Hostcomputern und die Hostkapazität (sofern bekannt).

  5. Untersuchen Sie die Verteilung von Farmdiensten auf die Virtualisierungshostcomputer, um zu prüfen, ob beliebige dieser Dienste bei einem Hostcomputerausfall ausfallgefährdet sind.

  6. Bestimmen Sie anhand der Kapazitätsanforderungen an die virtuellen Computer die Mindestsystemanforderungen an die Hostcomputersysteme (Anzahl der Prozessorkerne, Arbeitsspeicher, lokale Festplatten und Netzwerkspeicher).

    HinweisHinweis:
    Wählen Sie bewährte Konfigurationen für die virtuellen Computer und Virtualisierungshostcomputer. Weitere Informationen finden Sie unter Anwenden bewährter Konfigurationsmethoden für virtuelle SharePoint 2013-Computer und Hyper-V-Umgebung .
  7. Bestimmen Sie allgemeine Netzwerk-, Speicher- und Stromversorgungsanforderungen im Zusammenhang mit den folgenden Entwurfszielen: Verfügbarkeit, Leistung und Kapazität.

    Wie im Abschnitt "Wählen einer Entwurfsstrategie und Bestimmen der wichtigsten Aufgaben" halten wir das Modell so einfach wie möglich. Aus diesem Grund werden Netzwerk- und Speicheranforderungen nicht behandelt.

  8. Überprüfen Sie die Architektur- und Systemspezifikationen, und ermitteln Sie nicht fest zugeordnete Ressourcen auf den einzelnen Hyper-V-Hostcomputern. Überschüssige Hostcomputerkapazität bestimmt den Grad, mit dem Sie virtuelle Computer auf einem Hostcomputer vertikal skalieren oder die Farm horizontal skalieren können, indem Sie einem Hostcomputer einen virtuellen Computer hinzufügen.

Nachdem Sie die erste Version des Modells der virtuellen Architektur und die Systemspezifikationen entwickelt haben, wird empfohlen, den schrittweisen Prozess zum Optimieren von Architektur und Systemspezifikationen zu starten. Ziel ist eine Überprüfung der Entwurfsanforderungen und von Annahmen bei der Erstellung des Entwurfs auf Gültigkeit. In diesem Prozess können Sie auch die Funktionsanforderungen (an die Lösung und Farm) überprüfen, um zu bestätigen, dass keine weiteren Änderungen vor der Verfeinerung des Modells erwogen werden müssen. Wenn schließlich neue Benchmarkdaten und aktualisierte Produktspezifikationen vorliegen, können Sie diese Informationen in ein überarbeitetes Modell einarbeiten.

Während der Analyse der Architektur der SharePoint 2013-Farm und der Systemspezifikationen müssen Sie bedenken, dass sich die Farmtopologie und Serverkonfigurationen vor (und zu einem gewissen Grad) nach der Bereitstellung der Farm in der Produktionsumgebung ändern. Ausmaß und Grad der Änderung variieren je nach Lösung. Rechnen Sie jedoch unbedingt damit, dass Änderungen erfolgen werden, und berücksichtigen Sie dies für Ihre Strategie zur Überprüfung des Entwurfs.

Die folgende Abbildung zeigt den ersten Entwurf unserer virtuellen Architektur gemäß den Topologie- und Systemspezifikationen, die für die physische Farm entwickelt wurden. Dieselbe Anzahl von Farmservern wird als virtuelle Computer implementiert, und ihnen werden dieselben Rollen wie den physischen Servern zugewiesen. Die virtuellen Computer werden auf zwei Hyper-V-Hostserver verteilt. Mindestens zwei Hyper-V-Hosts sind erforderlich, um dem Hochverfügbarkeitsentwurf im physischen Modell zu entsprechen.

WichtigWichtig:
Die Systemspezifikationen für die virtuellen Computer und Hyper-V-Hostcomputer im folgenden Diagramm dienen nur der Veranschaulichung und sind nicht vorschreibend.
Die virtuellen Computer sind gemäß den Mindestanforderungen für jede Serverrolle konfiguriert (siehe den Artikel Hardware- und Softwareanforderungen für SharePoint 2013).

Abbildung 2. Topologie der virtuellen Farm mit zwei Hyper-V-Hostcomputern

Ausgangsarchitektur für virtualisierte Farm
HinweisHinweis:
Die nummerierten Beschriftungen (1X - 5X) in Abbildung 2 gehören zu Farmkomponenten oder Serverkonfigurationen, die untersucht werden müssen.

Unser Ansatz zur Überprüfung des Entwurfs in diesem Artikel umfasst drei Phasen (bzw. Kategorien) und bildet die Grundlage des Entwurfs. Befolgen Sie die folgenden Anleitungen zum Entwickeln eines eigenen Prozesses zur Entwurfsüberprüfung.

  1. Überprüfen Sie den Entwurf der Architektur der virtuellen Farm und der unterstützenden physischen Plattform.

  2. Untersuchen Sie die Systemspezifikationen der virtuellen Computer und Virtualisierungshostcomputer.

  3. Überprüfen Sie die Architektur- und Systemspezifikationen als einzelne Einheit.

    HinweisHinweis:
    Unterteilen Sie Hauptüberprüfungsschritte oder -kategorien den Anforderungen entsprechend, um zu dem Detailgrad zu gelangen, den Sie für die Verfeinerung der Architektur und Systemspezifikationen benötigen.

Bewertung des Entwurfs der virtuellen und physischen Architektur

Für die virtuelle Architektur wird die Verfügbarkeitsstrategie für bestimmte Farmserverrollen wie beim physischen Modell umgesetzt. Die Redundanz bei den Front-End-Webservern wird ebenso wie die Anforderung nach Hochverfügbarkeit der Datenbanken beibehalten. Verfügbarkeit wird auch für die beiden Anwendungsserver (SA-1, SA-2) gewährleistet, die Suchabfrage- und Suchindexkomponenten hosten.

HinweisHinweis:
Wenngleich die virtuelle Architektur den Verfügbarkeitsentwurf der physischen Architektur beibehält, sorgt sie nicht für eine Verbesserung der Verfügbarkeit, was Teil einer Virtualisierungsstrategie sein sollte.

Durch das Verteilen von Farmserverrollen auf zwei Hostcomputer werden zwei Dinge erreicht. Zunächst ist sichergestellt, dass die meisten Farmserver keine einzelne Fehlerquelle aufweisen. Darüber hinaus wird durch eine Verteilung von Rollen auch die Verarbeitungslast verteilt, was zu einer besseren Farmleistung beiträgt.

Entwurfsschwächen

Die folgenden Aspekte des Entwurfs müssen angesprochen werden:

  • Der Grad der Redundanz für die Front-End-Webserver ist für Präproduktionsumgebungen geeignet, muss aber vor der Überführung in die Produktion erneut überprüft werden. Durch den Ausfall eines der Front-End-Webserver wird die Fähigkeit der Farm, Inhalte bereitzustellen, um 50 % reduziert. Es gibt keine Hochverfügbarkeitsoption für die Virtualisierungshostcomputer. Wenn HOST-2 ausfällt, kann die Farm ggf. weiter funktionieren. Bei einem Ausfall von HOST-1 ist das jedoch nicht der Fall.

  • Es gibt keine Hochverfügbarkeitsoption für alle Anwendungsserver. Die Suchverwaltungs- und Suchanalysekomponenten auf AP-1 sind ausfallgefährdet, da beiden Instanzen auf demselben Hyper-V-Host ausgeführt werden.

  • Es gibt keine Hochverfügbarkeitsoption für die Virtualisierungshostcomputer. Sollte Host-2 ausfallen, funktioniert die Farm ohne Diensteinschränkungen weiter. Wenn jedoch Host-1 ausfällt, stehen wichtige Dienste wie das Durchforsten des Inhalts oder die Analyseverarbeitung nicht zur Verfügung.

Untersuchung der Systemspezifikationen der virtuellen Computer

Die Systemspezifikationen der virtuellen Computer basieren auf den Konfigurationen der Server im physischen Modell. Nach Überprüfung dieser Spezifikationen gibt es zwei Konfigurationen, die unseren Vergleichstest nicht bestehen. Zu den folgenden Servern werden weitere Informationen benötigt:

  • Den Front-End-Webservern. Nach erneuter Überprüfung der SharePoint 2013-Anforderungen haben wir die Arbeitsspeicherkonfiguration auf 8 GB verkleinert. Dies ist das empfohlene Minimum für ein System, das Inhalte bereitstellt. Ein weiterer Aspekt der Webserverkonfiguration ist die Anzahl virtueller Prozessoren. Wir müssen prüfen, ob diese Server vier virtuelle Prozessoren benötigen.

  • Den Datenbankservern. Die Arbeitsspeicherangabe scheint für diese Server niedrig. Das Modell bietet allerdings auch keine Informationen zum erwarteten Volumen oder den Typen von Datenbanktransaktionen.

  • Der Datenspeicher ist auch ein Bereich, der weiter untersucht werden muss. Bei den Datenbankservern ist nur eine Anforderung angegeben (für die Systemfestplatte). Für die anderen Datenbankfestplatten sind keine Kapazitätsanforderungen angegeben.

Untersuchung der Systemspezifikationen der Hyper-V-Hostcomputer

Die folgende Tabelle (Systemspezifikationen der Hyper-V-Hostcomputer [Host-1 und Host-2]) enthält eine Analyse der Leistungsfähigkeit der Virtualisierungshostcomputer für die Kriterien Arbeitsspeicher, Prozessorkonfiguration und Skalierbarkeit.

Systemspezifikationen der Hyper-V-Hostcomputer (Host-1 und Host-2)

Spezifikationen Analyse

Arbeitsspeicher

Host-1: 96 GB Arbeitsspeicher (RAM)

Insgesamt sind 68 GB Arbeitsspeicher erforderlich (4 GB für weitere Verwaltungsaufgaben und 64 GB für die virtuellen Computer), sodass 28 GB RAM für die vertikale Skalierung virtueller Computer oder die horizontale Skalierung der Farm verfügbar sind).

HinweisHinweis:
Der nötige Arbeitsspeicher für weitere Verwaltungsaufgaben für einen Hyper-V-Virtualisierungshost wird meist auf 2 GB geschätzt. Für eine virtualisierte SharePoint-Produkte-Umgebung werden beim Berechnen der Arbeitsspeicheranforderungen allerdings 4 GB empfohlen.

Host-2: 96 GB Arbeitsspeicher (RAM)

Insgesamt sind 48 GB Arbeitsspeicher erforderlich (4 GB für weitere Verwaltungsaufgaben und 44 GB für die virtuellen Computer), sodass 48 GB RAM für die vertikale Skalierung virtueller Computer oder die horizontale Skalierung der Farm verfügbar sind).

Prozessoren

Das Verhältnis virtueller und logischer CPUs ist 2:1 auf Host-1 und 1,5:1 auf Host-2. Diese Verhältnisse liegen innerhalb akzeptabler Grenzwerte.

HinweisHinweis:
In einer virtualisierten SharePoint-Produkte-Umgebung hat die Zuordnung von Arbeitsspeicher zu virtuellen Computern eine wesentliche größere Auswirkung auf die Leistung als eine überlastete CPU auf dem Virtualisierungshostcomputer.

Skalierbarkeit

Beide Hostcomputer verfügen über genügend Ressourcen, um virtuelle Computer vertikal oder die Farm durch Hinzufügen virtueller Computer horizontal zu skalieren.

HinweisHinweis:
CPU-Architektur der Hyper-V-Hostcomputer
Das Überlasten der CPU auf den Hyper-V-Hosts ist ohne Belang. Nützlich ist es jedoch zu wissen, ob die CPU-Architektur der Virtualisierungshosts die Hyperthreading-Technologie (HT) unterstützt, da hierdurch die Leistung verbessert wird.

Unsere Überprüfung ergibt, dass wir mehr Informationen benötigen, bevor wir die Architektur und Systemspezifikationen aktualisieren können. Im nächsten Schritt ermitteln wir Informationen zu den folgenden Aspekten der Farm:

  • Anforderungen an die Datenbankkapazität

    Die Größe der Farmdatenbank und insbesondere der Inhaltsdatenbank ist ein entscheidender Faktor für das Ermitteln der Anzahl der zu verwendenden Datenbankdateien und ihrer Verteilung im Speichersystem. Andere nützliche Informationen sind u. a. die zu speichernden Datentypen (Dokumente, Medien usw.), die vorherrschenden Datenbankaktivitäten (Lesen, Aktualisieren usw.), Steuerungsvorkehrungen und die Anforderungen durch erwartetes Wachstum.

  • Anforderungen an lokalen und gemeinsam genutzten Speicher

    Zur allgemeinen Speichereinrichtung werden weitere Informationen benötigt. An dieser Stelle ist noch nicht bekannt, ob der gesamte Speicher lokal ist oder ob lokaler und gemeinsam genutzter Netzwerkspeicher genutzt werden sollen. Die Front-End-Webserver und die Server mit der Suchdienstanwendung (SA-1, SA-2) scheinen über genügend Speicher für SharePoint-Produkte-Binärdateien und den Index zu verfügen, doch die Speicheranforderungen für die Suchdienstkomponenten und alle anderen Dienste auf dem anderen Anwendungsserver (AP-1) müssen überprüft werden.

    Darüber hinaus müssen wir die übergeordnete Speicherstrategie verstehen, um die Speicheranforderungen der Virtualisierungshostcomputer (Host-1, Host-2) bestimmen zu können. Basierend auf dem Modell hat es den Anschein, dass nur lokaler Speicher verwendet wird, was sich auf die Festplattenanordnung und Platzierung virtueller Computer auswirkt.

  • Konfigurationen virtueller Festplatten

    Die Konfiguration virtueller Festplatten hat einen direkten Einfluss auf die Speicheranforderungen und -konfigurationen von Hostcomputern. Wenn ein Host beispielsweise lokalen Speicher nutzt, wird mithilfe eines direkt angeschlossen physischen Datenträgers (auch Pass-Through-Datenträger genannt) der gesamte Datenträger für den virtuellen Computer reserviert. Datenträgerkonfigurationen virtueller Computer wirken sich auch auf die Sicherungs- und Wiederherstellungsoptionen aus (z. B. SAN-Momentaufnahmen) und können die Hochverfügbarkeitskonfiguration von Virtualisierungshostcomputern beeinflussen.

     

  • Hohe Verfügbarkeit

    Wir benötigen mehr Informationen, um den Mangel an Hochverfügbarkeit für die Anwendungsserver zu korrigieren. Hochverfügbarkeit ist als eine Anforderung für die Datenbankserver angegeben, doch wir benötigen bestimmte Details zur Lösung, die zum Einsatz kommt (z. B. Clusterbildung im Vergleich zur Spiegelung), denn diese hat Auswirkungen auf die Architektur und sehr wahrscheinlich auch auf die Datenbanksystemspezifikationen.

Weitere Änderungen am Modell

Umfang und Ausmaß von Änderungen an der Architektur und den Systemspezifikationen werden von den Ergebnissen der Überprüfung des Erstentwurfs und der Analyse der Systemspezifikationen bestimmt.

Ihr Implementierungsplan kann auch eine Rolle in dem Prozess spielen, da mit seiner Hilfe die umzusetzenden Änderungen und die Priorität jeder Änderung bestimmt werden können. Für die folgenden Szenarien sind ggf. keine Änderungen erforderlich, insbesondere wenn keine wesentlichen und quantifizierbaren Vorteile ersichtlich sind. Beispiel:

  • Die vorläufige Architektur ist für frühe Tests in den Phasen "Machbarkeitsnachweis" und "Pilotbereitstellung" geeignet.

  • Die Virtualisierungshostcomputer sind nur für Tests gedacht, und der Plan sieht vor, sie für die Tests der Benutzerakzeptanz auszutauschen. Dadurch müssen keine Skalierbarkeits- oder Verfügbarkeitsprobleme behoben werden.

  • Die Farm dient für Tests und Auswertungen und wird nach Abschluss dieser Aktivitäten außer Betrieb genommen.

TippTipp:
Erwägen Sie die Archivierung der virtuellen Computer, damit Sie die Farm für künftige Testaktivitäten neu erstellen können.

Nach Befolgen der Empfehlungen und Erfüllen der Informationsanforderungen, die sich aus der Überprüfung des Entwurfs und der Systemspezifikationen ergeben haben, können wir das Modell und die Systemspezifikation aktualisieren.

Die folgende Abbildung zeigt ein überarbeitetes Modell mit den hinzugefügten fehlenden Informationen und Details und empfohlenen Änderungen. Die folgende Abbildung zeigt eine überarbeitete Architektur, die für eine Produktionsfarm besser geeignet ist.

Abbildung 3. Die überarbeitete Architektur für die virtuelle Farm

Überarbeitete Architektur für virtualisierte Farm

Bewertung des Entwurfs der virtuellen und physischen Architektur

In der überarbeiteten virtuellen und physischen Architektur wurden mehrere Änderungen als Reaktion auf Bedenken umgesetzt, die während der vorherigen Überprüfung aufkamen. Für die überarbeitete Architektur entschlossen wir uns, die Virtualisierungshostplattform horizontal zu skalieren, anstatt die beiden Hosts wie im ersten Modell vertikal zu skalieren.

HinweisHinweis:
Die Entscheidung zur horizontalen oder vertikalen Skalierung der Virtualisierungshostcomputer unterliegt der Hardwarestrategie Ihrer Organisation, die auf Faktoren wie IT-Standards, Geschäftszielen und Budget basiert. Beide Ansätze zum Bereitstellen von mehr Kapazität mittels Skalierung sind möglich und weisen Vor- und Nachteile auf.

Die neue Architektur ist zudem so konzipiert, dass die folgenden Ziele erreicht werden:

  • Bereitstellen von Hochverfügbarkeit für alle Farmserver und Steigern des Verfügbarkeitsgrads.

  • Bessere Skalierbarkeit durch Ermöglichen einer horizontalen oder vertikalen Skalierung der Farm und ihrer Komponenten.

  • Bereitstellen von mehr Flexibilität zum Verschieben virtueller Computer zwischen den Hyper-V-Hosts, um bei Bedarf die Verarbeitungslast neu zu verteilen und um eine Livemigration zu ermöglichen, wenn aufgrund eines Kapazitäts- oder Hardwareausfalls die Funktionsfähigkeit der virtuellen Hostcomputer eingeschränkt ist.

Durch die folgenden Änderungen werden unsere Ziele erreicht:

  • Die Anzahl der Front-End-Webserver wird auf vier erhöht, um einen besseren Lastenausgleich und mehr Verfügbarkeit für die jeweilige Farmserverrolle bereitzustellen.

  • Die Anzahl der Virtualisierungshostcomputer wird auf vier erhöht. Darüber hinaus wird die Kapazität aller dieser Computer mithilfe der folgenden Konfigurationen erhöht:

    • CPU: 16 Kerne plus Hyperthreading

    • Arbeitsspeicher: 96 GB

  • Hochverfügbarkeit für die Datenbankserver über SQL Server 2012-AlwaysOn-Verfügbarkeitsgruppen

    Bei zwei weiteren Hostcomputern gibt es genügend Kapazität, um einen Hyper-V-Host (Host-3) dem primären Replikat (PR) der Verfügbarkeitsgruppe AG-1 fest zuzuordnen. Das sekundäre Replikat (SR) wird auf Host-2 installiert, das auch der Ausführung von SQL Server 2012 fest zugeordnet ist. Auf diese Weise werden die Kapazität und Leistung der Datenbankserver der Farm gesteigert. Die Folge sind allerdings nicht ausgelastete Virtualisierungshostcomputer. Nach dem Erhöhen des Arbeitsspeichers des virtuellen Computers mit der Datenbank auf 32 GB gibt es immer noch 60 GB nicht zugeordneten Arbeitsspeicher. Das Verhältnis von virtuellen zu logischen Prozessoren ist nur 1:4, sodass beide Virtualisierungshostcomputer signifikant unterlastet sind.

    Wir entschieden uns für eine Datenbankkonfiguration, bei der die Hyper-V-Hosts besser genutzt, die Datenbankleistung durch einen bessere Verteilung der Verarbeitungslast optimiert und die Verfügbarkeit erhöht wurde. Diese Konfiguration arbeitet mit zwei Verfügbarkeitsgruppen (AG-1 und AG-2). Das primäre Replikat für AG-2 nutzt Host-2 gemeinsam mit dem sekundären Replikat für AG-1, und das sekundäre Replikat für AG-2 nutzt Host-3 gemeinsam mit dem primären Replikat für AG-1.

    Ein weiterer Aspekt der überarbeiteten Architektur und Systemspezifikationen ist die Entscheidung, Pass-Through-Datenträger für die virtuellen Computer mit den Datenbanken zu verwenden. Diese Konfiguration befolgt die bewährten Methoden zum Konfigurieren von Datenträgern für virtuelle Computer mit SQL Server. Die empfohlene Hyper-V-Datenträgerkonfiguration für Datenbankserver basiert auf Pass-Through-Datenträgern. Wenngleich Pass-Through-Datenträger nur eine geringfügig bessere Leistung als Datenträger fester Größe bieten, sind Pass-Through-Datenträger eine bessere Wahl, wenn große Datenträger benötigt werden. Dies gilt auch für Anwendungen, die E/A-intensiv auf dem Datenträger sind (ein bekanntes Merkmal von SharePoint-Produkte-Datenbanken). Darüber hinaus gibt es bei Pass-Through-Datenträgern keine Datenträgerkonflikte, da andere virtuelle Datenträger nicht auf den physischen Datenträger zugreifen können.

  • Eine horizontale Skalierung der Virtualisierungshosts bietet für den Verarbeitungslastenausgleich virtueller Computer mehr Flexibilität.

  • Das Verwenden von vier Virtualisierungshostcomputern bietet eine gute Grundlage für die Implementierung von Failoverclustern zusätzlich zur Schnell- und Livemigration für die virtuellen Computer. Weitere Informationen finden Sie unter "Grundlegendes zu Hyper-V und virtuellen Computern im Kontext eines Clusters" (http://technet.microsoft.com/de-de/library/dd759249.aspx).

Untersuchung der Systemspezifikationen der Virtualisierungshostcomputer

Die folgende Tabelle (überarbeitete Systemspezifikationen der Virtualisierungshostcomputer [Host-1, Host-2, Host-3, Host-4]) enthält eine Analyse der Leistungsfähigkeit der Virtualisierungshostcomputer für die Kriterien Arbeitsspeicher, Prozessorkonfiguration und Skalierbarkeit.

Überarbeitete Systemspezifikationen der Virtualisierungshostcomputer [Host-1, Host-2, Host-3, Host-4]

Spezifikationen Analyse

Arbeitsspeicher

Nach dem Einrichten jedes Virtualisierungshostcomputers mit 4 GB RAM hat der nicht zugeordnete Arbeitsspeicher für die Hyper-V-Hostcomputer folgende Größe:

  • Host-1: 36 GB

  • Host-2: 28 GB

  • Host-3: 28 GB

  • Host-4: 36 GB

Der nicht zugeordnete Arbeitsspeicher auf allen Hostcomputern lässt genügend Kapazität für die Skalierung oder Livemigration.

Prozessoren

Als Folge der überarbeiteten Architektur ist das Verhältnis virtueller und logischer Prozessoren wie folgt:

  • Host-1: Das Verhältnis virtueller und logischer Prozessoren ist 1:1.

  • Host-2: Das Verhältnis virtueller und logischer Prozessoren ist 1:2.

  • Host-3: Das Verhältnis virtueller und logischer Prozessoren ist 1:2.

  • Host-4: Das Verhältnis virtueller und logischer Prozessoren ist 1:1.

Diese Verhältnisse liegen innerhalb akzeptabler Grenzwerte.

Skalierbarkeit

Die überarbeitete Architektur unterstützt Skalierbarkeit für die gesamte Farm und alle ihre Komponenten.

Die Änderungen am Architekturentwurf und den Systemspezifikationen haben gegenüber dem ersten Modell Verbesserungen gebracht. Für die folgenden Aufgaben ist jedoch noch ein weiterer Durchgang erforderlich:

  • Bereitstellen detaillierter Spezifikationen für die Speicherstrategie (lokal oder freigegebenes Netzwerk) für die virtuellen Computer der Datenbankserver. Hierfür sind weitere Informationen zum Volumen und Typ der Inhalte nötig, die die Farm speichern soll.

  • Verfeinern der Spezifikationen für die Front-End-Webserver. Dies erfordert das Abrufen von Informationen zur erwarteten Nutzung, z. B. zur Anzahl gleichzeitiger Verbindungen oder durchschnittlichen Länge der Verbindungsdauer.

Es gibt keine vorgeschriebene oder optimale Anzahl von Überprüfungs- und Überarbeitungsdurchgängen. Fahren Sie so lange fort, bis Sie eine Stufe erreichen, auf der der Entwurf oder die Systemspezifikationen durch weitere Überarbeitungen nicht wesentlich verbessert werden. Dies ist der Punkt, an dem Sie die Farm in einer Liveumgebung testen müssen.

Ungeachtet Ihrer Gewissenhaftigkeit ist es Tatsache, dass die gesamte Architektur und alle Systemspezifikationen blanke Theorie sind, bis Sie die Farm in einer Präproduktions-Testumgebung bereitstellen und eine Reihe von Benchmarktests durchführen. Die Anzahl der Benchmarktests hängt von der Hardwarestrategie Ihrer Organisation ab. Wenn diese Strategie eine Übererfüllung der Anforderungen vorsieht, sind weniger Benchmarktests erforderlich.

TippTipp:
Wägen Sie die Kosten und Zeit für umfassende Benchmarktests gegen die Kosten von Hardware ab, die die geforderten Kapazitäts- und Leistungswerte bietet. Je nach Situation ist die Investition in Hardware die bessere Lösung.

Benchmarktests liefern die Daten, die Sie benötigen, um geeignete plattformübergreifende Änderungen zu bewerten und anschließend umzusetzen. Anhand der ersten Gruppe von Benchmarkdaten können Sie den Umfang, die Art und das Ausmaß erforderlicher Änderungen bestimmen. Die ersten Änderungen, die Bereitstellungsteams üblicherweise in Erwägung ziehen, sind die Folgenden (ohne bestimmte Prioritäten):

  • Ändern der Architektur der Farmtopologie zum besseren Verteilen von Verarbeitungslasten

  • Horizontales Skalieren der virtuellen Computer oder vertikales Skalieren der Farm durch Hinzufügen virtueller Computer

  • Horizontales Skalieren der Hyper-V-Hostcomputer oder vertikales Skalieren der Hardwareplattform durch Hinzufügen weiterer Computer

Das Bereitstellungsteam muss die Priorität, den potenziellen Nutzen und die Auswirkungen dieser Änderungen bestimmen. Die verfügbaren Daten sind ggf. nicht ausreichend, um diese Informationen zu erhalten. Deshalb sind ggf. weitere Benchmarktests erforderlich, die Sie u. U. auch modifizieren müssen, um die gewünschten Daten zu erhalten.

HinweisHinweis:
Es wird empfohlen, die Überwachungs- und Berichtsstrategie (samt Tools) zu testen, die Sie in der Produktionsumgebung verwenden möchten. Tests in Präproduktionsfarmen ermöglichen Ihnen voll funktionsfähige Überwachungs- und Berichterstellungsfunktionen, wenn die Farm in der Produktionsumgebung aktiviert wird.

Zum Schluss kann gesagt werden, dass Ihre Architektur und Systemspezifikationen sich beim Schritt aus den Präproduktionsphasen in die Produktionsumgebung weiterentwickeln werden. Empfohlen wird, dass Sie Benchmarktests so lange ausführen, bis der Betrieb der Farm in der Produktionsumgebung stabil ist.

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