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Übersicht über den CMIS-Konnektor (Content Management Interoperability Services) (SharePoint Server 2010)

SharePoint 2010
 

Gilt für: SharePoint Server 2010

Letztes Änderungsdatum des Themas: 2014-09-29

In diesem Artikel wird der CMIS-Konnektor (Content Management Interoperability Services) für Microsoft SharePoint Server 2010 erläutert, mit dessen Hilfe eine Interaktion zwischen SharePoint-Benutzern und Inhalt ermöglicht wird, der in einem beliebigen Repository gespeichert ist, das den CMIS-Standard implementiert hat. Mit dem Konnektor wird darüber hinaus SharePoint Server 2010-Inhalt für jede Anwendung zur Verfügung gestellt, die den CMIS-Standard implementiert hat. Der CMIS-Konnektor ist als Teil des SharePoint 2010 Administration Toolkits verfügbar. Weitere Informationen finden Sie unter SharePoint 2010 Administration Toolkit (SharePoint Server 2010).

Der CMIS-Konnektor für SharePoint Server 2010 umfasst zwei Features:

  • Das CMIS-Consumerwebpart (Content Management Interoperability Services)

  • Den CMIS-Producer (Content Management Interoperability Services)

Inhalt dieses Artikels

CMIS ist ein Webdienststandard, mit dem inhaltsfähige Anwendungen nahtlos mit einer Anwendung interagieren können, die diesen Standard implementiert hat. Durch die Bereitstellung des Zugriffs auf mehrere Repositorys mit dem CMIS-Producer und die Verwendung und das Rendern der Daten des CMIS-Consumerwebparts wird SharePoint Server 2010 zu einem mit CMIS kompatiblen System, das mit jeder Plattform funktionsfähig ist, die den CMIS-Standard implementiert.

Die CMIS-Schnittstelle kann über einem vorhandenen Content Management System (CMS) und seiner Programmierschnittstellen platziert werden. Sie definiert eine universelle, generische Gruppe von Funktionen, die von einem CMS bereitgestellt werden, und eine Gruppe von Diensten, die vom Entwurf her mit diesen Funktionen interagieren. Mit dem Standard soll nicht vorgegeben werden, wie spezifische Features in einem CMS implementiert werden sollen, und es sollen nicht alle Funktionen des Systems über die CMIS-Schnittstellen offen gelegt werden. Weitere Informationen finden Sie in der Spezifikation zu Content Management Interoperability Services (CMIS) Version 1.0 (http://go.microsoft.com/fwlink/?linkid=199562&clcid=0x407).

Der CMIS-Konnektor im Toolkit besteht aus zwei Komponenten:

  • Dem CMIS-Consumerwebpart (Content Management Interoperability Services), das jeder SharePoint-Seite hinzugefügt werden kann. Dieses Webpart zeigt den Inhalt eines mit CMIS kompatiblen Repositorys und ermöglicht die Interaktion mit diesem Inhalt.

  • Dem CMIS-Producer (Content Management Interoperability Services), der die programmgesteuerte Interaktion zwischen Anwendungen und SharePoint-Listen und -Dokumentbibliotheken ermöglicht, indem die im CMIS-Standard definierten Schnittstellen verwendet werden.

Sind diese Komponenten in SharePoint Server 2010 installiert, unterstützt der Server CMIS mit Konnektoren, die eine Verbindung mit CMIS-Webdiensten herstellen und Listenansichten der Daten aus ausgewählten, mit CMIS kompatiblen Datenquellen, oder Repositorys für authentifizierte Benutzer anzeigen.

In der CMIS-Spezifikation sind Informationen zum Datenmodell, zu Diensten, zur Restful AtomPub-Bindung, zu Erweiterungen, Auflistungen, Feeds, Ressourcen und Webdienstbindungen definiert. Eine Datenquelle ist mit CMIS kompatibel, wenn sie der CMIS-Spezifikation entspricht. Die CMIS-Komponenten im Toolkit entsprechen der CMIS-Spezifikation.

HinweisNote
Zur Konfiguration des CMIS-Producers und des CMIS-Consumerwebparts müssen die erwarteten Adressformate, die Authentifizierungsoptionen und die Terminologie bekannt sein, die in der CMIS-Spezifikation definiert sind. Weitere Informationen zu Einzelheiten, die in diesem Artikel nicht erläutert werden, finden Sie in der CMIS-Spezifikation.

Der CMIS-Producer empfängt dieselben Ergebnisse von SOAP- und REST-Webdiensten. Der CMIS-Webdienst legt SharePoint-Listen als CMIS-Repositorys offen. Bei Verarbeitung einer Anforderung lädt der CMIS-Producer ein CMIS-Repositoryobjekt mit den grundlegenden Listeninformationen. Der Producer gibt Daten im Format einer CMIS-Antwortstruktur zurück, und bei Bedarf werden auch Daten im Textkörper der Antwort zurückgegeben.

Das CMIS-Consumerwebpart stellt eine Verbindung mit dem CMIS-Producer her und ruft Repositoryinformationen auf der Grundlage von Adress- und Authentifizierungsinformationen ab, die im entsprechenden Abschnitt der Verbindungsoptionen eingegeben werden.

Der CMIS-Konnektor wird mit dem SharePoint 2010 Administration Toolkit installiert. Informationen zum Installieren des Toolkits finden Sie unter Installieren des SharePoint 2010 Administration Toolkits (SharePoint Server 2010). Bei der Installation des Toolkits werden der CMIS-Producer und das CMIS-Consumerwebpart automatisch installiert.

Nach Abschluss der Installation können Sie den CMIS-Producer und das CMIS-Consumerwebpart wie folgt aktivieren und konfigurieren.

So können Sie die Features des CMIS-Connectors aktivieren und bereitstellen
  1. Stellen Sie sicher, dass die folgenden Mindestanforderungen erfüllt sind: Weitere Informationen finden Sie unter Add-SPShellAdmin.

  2. Klicken Sie im Startmenü auf Alle Programme.

  3. Klicken Sie auf Microsoft SharePoint 2010-Produkte.

  4. Klicken Sie auf SharePoint 2010-Verwaltungsshell.

  5. Geben Sie an der Eingabeaufforderung von Windows PowerShell den folgenden Befehl ein, um die Lösung dem Lösungskatalog der Farm hinzuzufügen:

    Add-SPSolution -LiteralPath 'C:\Program Files\Microsoft\SharePoint 2010 Administration Tookit\Content Management Interoperability Services (CMIS) Connectors\spcmis.wsp'
    
  6. Klicken Sie zum Bereitstellen der Lösung auf der Website für die SharePoint Server 2010-Zentraladministration auf Systemeinstellungen, und klicken Sie dann auf Farmlösungen verwalten.

  7. Klicken Sie auf spscmis.wsp, wählen Sie die entsprechenden Bereitstellungseinstellungen aus, und klicken Sie dann auf Lösungen bereitstellen.

    HinweisNote
    Nach Abschluss der Bereitstellung sollte in den Eigenschaften der Lösung angezeigt werden, dass die Lösung auf allen Zielwebsites bereitgestellt worden ist.
    WichtigImportant
    Denken Sie bei Auswahl der Lösungsdetails daran, welche Website Sie als Producer angeben möchten. Wenn Sie die Fehlermeldung vermeiden möchten, dass die Lösung nicht aktiviert werden kann, öffnen Sie den IIS-Manager, und stellen Sie sicher, dass die Webanwendung, die den Producer hosten wird, nur einen Kopfzeileneintrag im Abschnitt Bindungen enthält.
  8. Klicken Sie im Menü Websiteaktionen der Website, die den zu verwendenden Inhalt enthält, auf Websiteeinstellungen, wählen Sie Websitesammlungs-Features verwalten aus, und klicken Sie dann auf Aktivieren, um das Feature CMIS-Producer zu aktivieren.

  9. Klicken Sie im Menü Websiteaktionen der Website, der das CMIS-Consumerwebpart hinzugefügt wird, auf Websiteeinstellungen, wählen Sie Websitesammlungs-Features verwalten aus, und klicken Sie dann auf Aktivieren, um das Feature CMIS-Consumerwebpart zu aktivieren.

So fügen Sie das CMIS-Consumerwebpart einer Seite in der Consumer-Websitesammlung hinzu
  1. Wechseln Sie auf der Seite in den Bearbeitungsmodus, klicken Sie auf dem Menüband auf Einfügen, und wählen Sie CMIS-Consumerwebpart aus.

  2. Bearbeiten Sie die Eigenschaften Darstellung, Layout und Erweitert.

  3. Bearbeiten Sie die Angaben in Verbindungsoptionen.

  4. Geben Sie die entsprechende WSDL-Adresse in das Feld WSDL-Adresse angeben ein, wie in der folgenden Tabelle gezeigt. Der CMIS-Konnektor unterstützt nur SOAP-WSDL.

    HinweisNote
    Wenn Sie den CMIS-Konnektor eines Drittanbieters verwenden, können Sie ihn mit der REST ATOM Service-Bindung verbinden, wenn Sie die Adresse der Producer-Website, die GUID der Liste oder Bibliothek und den CMIS-Befehl kennen, den Sie zur Interaktion mit REST ATOM Service verwenden möchten. Weitere Informationen finden Sie in der CMIS-Spezifikation.

     

    Protokoll URL-Format Beschreibung

    SOAP WSDL

    http://webURL/_vti_bin/CMISSoapwsdl.aspx

    webURL stellt die URL dar, an der sich SPList auf der Producer-Website befindet.

    REST Atom Service

    http://web/_vti_bin/cmis/rest/[repositoryid]?command

    web stellt die Producer-Website dar. [repository id] gibt die GUID der Liste oder Bibliothek an, und command ist ein Befehl, der in der CMIS-Spezifikation vorhanden ist (z. B. getRepositoryInfo).

  5. Aktivieren Sie das Kontrollkästchen WS-Sicherheit erforderlich, und klicken Sie auf Standard oder Digest, je nachdem, für welchen Typ von CMIS-Authentifizierung das CMIS-Repository eingerichtet ist. Weitere Informationen hierzu finden Sie im Abschnitt "Bindungen und Berechtigungen" weiter unten in diesem Artikel.

  6. Klicken Sie auf Repositoryliste abrufen, um den CMIS-Producer abzufragen und eine Liste der verfügbaren mit CMIS kompatiblen Repositorys zurückzugeben.

    HinweisNote
    Falls beim Anmelden am Repository ein Fehler auftritt (wenn z. B. der Hauptschlüssel nicht abgerufen werden kann), müssen Sie das einmalige Anmelden konfigurieren. Weitere Informationen finden Sie unter Konfigurieren von Secure Store Service (SharePoint Server 2010).
  7. Wählen Sie aus der Liste Repository auswählen das Repository mit den Daten aus, die im CMIS-Consumerwebpart angezeigt werden sollen.

  8. Klicken Sie auf OK, um die Einstellungen zu übernehmen und die Änderungen zu speichern.

Der CMIS-Standard definiert ein Domänenmodell, Webdienste und Restful AtomPub-Bindungen, die von Anwendungen zum Arbeiten mit mindestens einem Inhaltsverwaltungsrepository verwendet werden können. Die in der CMIS-Spezifikation definierten SOAP- und AtomPub-Bindungen sind von der Funktion her identisch und konsistent. Jedes Protokoll definiert lediglich die Syntax für den Aufruf der Methoden und die Formatierung von Antworten. Unabhängig vom verwendeten Protokoll wird dieselbe CMIS-Funktionalität offen gelegt.

HinweisNote
Der CMIS-Producer verwendet eine ASPX-Seite zum Generieren von WSDL, nicht die standardmäßige integrierte SharePoint 2010-WSDL-Umleitungslogik. Viele Producer-Endpunkte sind in der Datei Web.config definiert, mit deren Hilfe der richtige Endpunkt auf der Grundlage der Autorisierungseinstellungen der Webanwendung bestimmt wird.

Der CMIS-Standard besitzt die beiden folgenden Konzepte für Berechtigungen:

  • Standardberechtigungen schließen Lesen, Schreiben und Alle ein. Ein Benutzer mit Leseberechtigungen kann Daten aus einem Repository nur anzeigen. Ein Benutzer mit Schreibberechtigungen kann einen Beitrag zu einem Repository leisten, und ein Benutzer mit allen Berechtigungen hat Vollzugriff.

  • Bei Digestberechtigungen handelt es sich um die Berechtigungen, die von einem Repository definiert und ausgedrückt werden. Diese Berechtigungen besitzen keine Bedeutung, die in der CMIS-Spezifikation explizit definiert ist. Sie können zur Laufzeit mithilfe von CMIS-Schnittstellen nachgeschlagen werden.

Von der CMIS-Spezifikation werden zulässige Aktionen den ACL-Berechtigungen (Access Control List, Zugriffssteuerungsliste) zugeordnet, die für ein Repository definiert sind. Von einer Clientanwendung kann erkannt werden, wie sich die vom Repository offen gelegten Berechtigungen auf die Aktionen auswirken, die ein Benutzer mittels CMIS ausführen kann. Auch andere Faktoren können sich darauf auswirken, ob ein Benutzer eine Aktion ausführen kann. Zum Auschecken eines Objekts aus dem Repository benötigt ein Benutzer z. B. die entsprechende Berechtigung, und das Element darf noch nicht ausgecheckt sein.

In der CMIS-Standardspezifikation wird spezifische Terminologie verwendet, die Entsprechungen in SharePoint Server 2010 besitzt. In der folgenden Tabelle sind die wichtigsten CMIS-Konzepte definiert und ihre Zuordnung zu den Entsprechungen in SharePoint aufgeführt.

 

Konzept in der CMIS-Spezifikation Definition Entsprechung in SharePoint

Repository

Das Repository stellt den konzeptuellen Stamm der CMIS-Serverinstanz dar und auch den Stammserver des CMIS-Inhalts. Alle anderen Konzepte in CMIS gelten lokal innerhalb einer Repositoryinstanz.

Die Objekte SPList (T:Microsoft.SharePoint.SPList) und SPDocumentLibrary (T:Microsoft.SharePoint.SPDocumentLibrary)

Objekttyp

Definition der Objekttypen, die im Repository zulässig sind oder verwendet werden.

Das Objekt SPContentType (T:Microsoft.SharePoint.SPContentType)

Dokumentobjekt

Das Objekt in einem CMIS-Repository, dessen Objekttyp ein untergeordnetes Objekt des Basisobjekttyps Folder ist. Das Folder-Objekt kann Ordner enthalten.

Das Objekt SPFolder (T:Microsoft.SharePoint.SPFolder)

Versionsreihe

Die Auflistung von Objekten im Versionsverlauf eines Dokumentobjekts.

Die Objekte SPListItem (T:Microsoft.SharePoint.SPListItem) und SPListItemVersion (T:Microsoft.SharePoint.SPListItemVersion)

HinweisNote
SPListItem deckt sowohl Dokumente in einer Dokumentbibliothek als auch Listenelemente in einer Liste ab.

Abfrage

Eine Abfrage, die vom CMIS-Consumer mithilfe der CMIS-SQL-Abfragegrammatik übermittelt wird und die zum Abrufen einer Auflistung von Ergebnissen für Objekte im Repository verwendet wird, die den in der Abfrage angegebenen Kriterien entsprechen.

Das Objekt SPQuery (T:Microsoft.SharePoint.SPQuery)

Änderungsprotokoll

Eine Auflistung von Änderungsereigniseinträgen, die Änderungen am Inhalt eines Repositorys erfassen. Die Auflistung wird auf der Grundlage des Zeitpunkts, an dem das Ereignis aufgetreten ist, in aufsteigender Reihenfolge sortiert.

Das Objekt SPChangeCollection (T:Microsoft.SharePoint.SPChangeCollection)

Zulässige Aktionen

Eine Enumeration boolescher Werte, die die Gruppe von Aktionen darstellt, die der aktuelle Benutzer für ein bestimmtes Objekt zu einem bestimmten Zeitpunkt ausführen darf. Ob eine Aktion zulässig ist, wird durch eine Kombination der Berechtigungen des aktuellen Benutzers und des aktuellen Status des Objekts bestimmt.

Nicht unterstützt

Zugriffssteuerungseintrag (Access Control Entry, ACE)/Zugriffsteuerungsliste (Access Control List, ACL)

In einem Zugriffssteuerungseintrag ist eine Gruppe von Berechtigungen aufgeführt, die ein Prinzipal, z. B. ein Benutzer oder eine Gruppe, für ein Objekt besitzt.

Nicht unterstützt

Inhaltsdatenstrom

Siehe Abschnitt 3.1.7 der CMIS-Spezifikation.

Das Objekt SPFile (T:Microsoft.SharePoint.SPFile), das einem Objekt SPListItem (T:Microsoft.SharePoint.SPListItem) zugeordnet ist

Pfad

Die URL-Eigenschaft (Web-relative URL) des SPFolder-Objekts.

Das Objekt SPFolder (T:Microsoft.SharePoint.SPFolder)

Beziehung

Nicht zutreffend.

Nicht unterstützt

Darstellung

Nicht zutreffend.

Nicht unterstützt

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