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Einblick ins Setup – Praktische Problembehandlung für Windows-Bereitstellungen

Veröffentlicht: 15. September 2010

Es ist sicherlich eine gute Erfahrung, dass so viele Unternehmen zu Windows 7 und Windows Server 2008 R2 migrieren. Es ist jedoch auch gut zu sehen, dass diese die neuen Bereitstellungstools nutzen, die während des gleichen Zeitraums veröffentlicht wurden. Die Bereitstellung der neuen Windows-Plattform unterscheidet sich erheblich von der Bereitstellung von Windows XP und Windows Server 2003. In diesem Artikel gebe ich Ihnen einige Tipps, wie Sie häufige Probleme bei Windows-Bereitstellungen schnell lösen können, und zwar sowohl mittels zentraler Setuptools als auch mittels Bereitstellungslösungen wie  Microsoft Deployment Toolkit (MDT) und  Microsoft System Center Configuration Manager (Configuration Manager).

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Das Windows-Setupmodul

Unabhängig von dem Tool, das Sie für die Bereitstellung von Windows 7 oder Windows Server 2008 R2 verwenden, wird zu einem bestimmten Zeitpunkt das neue Windows-Setupmodul ausgeführt werden. Dabei kann es sich um die vollständige Setupumgebung handeln, die Ihnen bei der Ausführung von setup.exe bereitgestellt wird, oder um die Minimallösung, wenn Sie ein Sysprep-Windows-Abbild mittels Tools wie ImageX aus dem  Windows Automated Installation Kit (AIK) angewendet haben. Wenn Setup ausgeführt wird, benötigt es Informationen zur Konfiguration. Möglicherweise werden zur Angabe der Informationen aufgefordert. In der Regel wird jedoch eine Antwortdatei (unattend.xml) nach den Informationen abgefragt. Das Setupmodul protokolliert alle Aktionen in einer Protokolldatei (in der Datei setupact.log). Diese Datei muss angezeigt werden, wenn ein Fehler für das Windows-Setup auftritt.

Problem 1: Windows-Setupmeldungen mit ungewöhnlichen Fehlercodes

Im unten gezeigten Szenario wird Windows 7 mittels der Datei unattend.xml bereitgestellt. Es gibt jedoch einen Fehler in der Mitte des Setupvorgangs, und die folgende ungewöhnliche Fehlermeldung wird angezeigt:

Screenshot der Fehlermeldung für das Windows-Setup

Lösung:

Klicken Sie nicht auf „OK“. Drücken Sie stattdessen die Tasten UMSCHALT-F10, um die Datei setupact.log zu suchen. (Diese Datei befindet sich an unterschiedlichen Speicherorten, abhängig von dem Zeitpunkt, an dem der Fehler für das Setup auftritt.) In diesem Fall besteht der Fehler darin, dass wir in unattend.xml einen nicht korrekten Computernamen angegeben haben. Dies erkennen wir anhand von setupact.log. Dies sind die Zeilen aus setupact.log. Ich habe absichtlich einen Computernamen mit mehr als 16 Zeichen in der Datei unattend.xml angegeben (ich habe Kunden gehabt, bei denen dies vorkam), und dies hat zum Fehler für das Setup geführt.

Screenshot für den Fehlertext in Bezug auf den Computernamen

Tipp! Eine Liste der möglichen Speicherorte der Datei setupact.log finden Sie in diesem  Artikel

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Verwendung von MDT 2010 Lite Touch für die Bereitstellung von Windows

Bei der Verwendung von MDT 2010 Lite Touch für die Bereitstellung von Windows ist die Fehlerbehebung schwieriger. Dies liegt daran, dass MDT dem zentralen Setupmodul eine weitere Schicht von Tools und Skripts sowie die Windows AIK-Tools hinzufügt. MDT stellt jedoch auch zusätzliche Tools zur Fehlerbehandlung sowie Protokolldateien bereit, die helfen können, den Fehler zu finden. Daher sind wir für die Fehlerbehebung nun besser gerüstet. Um die Fehlerbehebung besser zu verstehen, müssen Sie den Ablauf des Prozesses berücksichtigen, wenn Sie Windows mittels des MDT bereitstellen.

Bei der Verwendung von MDT für die Bereitstellung von Windows wird eine so genannte Tasksequenz verwendet. Die Tasksequenz stellt die Liste der Schritte oder Aktionen dar, die während der Bereitstellung durchgeführt werden müssen. Einige häufig verwendete Schritte sind die Formatierung des Laufwerks, das Hinzufügen von Treibern, die Ausführung des Windows-Setups mittels einer Antwortdatei, die Installation von Anwendungen sowie die Installation von Updates.

Der Bare-Metal-Bereitstellungsprozess von MDT 2010 Lite Touch sieht folgendermaßen aus:

  1. Das Bootabbild wird vom CD-, USB- oder PXE-Anschluss aus gestartet. Anschließend stellt es eine Verbindung mit dem Bereitstellungsserver her.
  2. Der Bereitstellungs-Assistent wird gestartet. Dieser liest die Bereitstellungseinstellungen (Bereitstellungsregeln) auf dem Server und startet die Bereitstellung entweder automatisch oder fordert Sie zur Eingabe von Informationen auf (abhängig von den Einstellungen auf dem Server). Die Einstellungen werden im Arbeitsspeicher gespeichert.
  3. Die ausgewählte Tasksequenz wird gestartet und beginnt mit der Ausführung der in ihr enthaltenen Aktionen oder Schritte. Um beispielsweise sicherzustellen, dass das Setup die korrekten Einstellungen erhält, werden die folgenden Aktionen durchgeführt:

    a. Sammeln – Liest die Bereitstellungseinstellungen
    b. Konfigurieren – Aktualisiert die Datei unattend.xml mit den entsprechenden Einstellungen
    c. Betriebssystem anwenden – Führt die Datei setup.exe mittels der aktualisierten unattend.xml aus

  4. Nach der Anwendung des Betriebssystemabbilds wird der Computer durch die Tasksequenz neu gestartet. Der Vorgang wird nach dem Neustart an der gleichen Stelle fortgesetzt.

Bei der Behebung von Fehlern für MDT 2010 Lite Touch werden ebenfalls Protokolldateien verwendet. Diese werden jedoch an anderen Orten als setupact.log gespeichert. Jedes MDT-Skript generiert eine eigene Protokolldatei. Die Datei BDD.log enthält jedoch eine Übersicht über alle anderen MDT-Protokolldateien. Die Protokolldateien werden in X:\MININT\SMSOSD\OSDLOGS, C:\MININT\SMSOSD\OSDLOGS oder C:\Windows\Temp\DeploymentLogs gespeichert, abhängig von dem Zeitpunkt, an die Bereitstellung zu einem Fehler führt. BDD.log ist die Masterprotokolldatei. Die Datei SMSTS.log enthält jedoch möglicherweise zusätzliche Informationen zu den Gründen, warum eine Lite Touch-Bereitstellung misslingt. (Die Protokolldateien werden im Übrigen so formatiert, dass sie mittels des trace32-Hilfsprogramms gelesen werden können.)

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Problem 2: MDT 2010 Lite Touch kann keine Verbindung mit dem Server herstellen

Dies ist ein ziemlich häufiger Fehler. Wie kann er jedoch behoben werden? In diesem Fall weiß ich, dass der Benutzer und das Kennwort korrekt sind.

Screenshot für Fehler bei den Benutzeranmeldeinformationen

Im nächsten Schritt drücke ich die Taste F8, um eine Befehlszeilenaufforderung anzuzeigen. Da dieser Fehler verhältnismäßig früh im Prozess auftritt, gibt es kein Laufwerk C:, um Protokolldateien zu speichern. Daher speichert MDT diese im Arbeitsspeicher. Nach dem Öffnen von BDD.LOG mittels trace32 (oder Notepad) in X:\MININT\SMSOSD\OSDLOGS (dem RAM-Laufwerk) wird Folgendes angezeigt:

Screenshot für Eingabefehler bei Regeln

Der Fehler besteht darin, dass wir bei der Eingabe der Regeln einen Fehler gemacht haben. Das Bereitstellungsverzeichnis wird als „MDTProduction$“ freigegeben. Wir haben in den Regeln jedoch „MDTProducton$“ (ohne das „i“) eingegeben.

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Verwendung von Configuration Manager 2007 für die Bereitstellung von Windows

Wie im Fall der Verwendung von MDT 2010 Lite Touch für die Bereitstellung von Windows wird durch das Hinzufügen von Configuration Manager 2007 die Bereitstellung komplexer und die Fehlerbehebung schwieriger, verglichen mit der Verwendung der Windows 7-DVD. Die MDT 2010-Zero-Touch-Komponenten reduzieren die Probleme jedoch, indem Configuration Manager 2007 mehr als 100 häufig gewünschte Funktionen hinzugefügt werden, darunter zusätzliche Fehlerbehandlungen. MDT reduziert die Komplexität der Betriebssystembereitstellung mittels Configuration Manager, im Gegensatz zu verbreiteten Annahmen.

Bei der Bereitstellung von Windows mittels Configuration Manager 2007 speichert Configuration Manager die zusätzlichen Protokolldateien in X:\Windows\Temp, C:\_SmsTaskSequence\SMSOSD\OSDLOGS und C:\Windows\System32\CCM\Logs oder C:\Windows\SysWOW64\CCM\Logs, abhängig von der Plattform. Die Masterprotokolldatei in Configuration Manager ist SMSTS.log. Die MDT-Protokolldateien enthalten jedoch möglicherweise ebenfalls nützliche Informationen. Um auf die Protokolldateien auf dem Client zuzugreifen, markieren Sie das Feld Enable command support (testing only) (Befehlsunterstützung aktivieren (nur Tests) in den Eigenschaften für das Bootabbild. Dadurch wird die Taste F8 in Windows PE aktiviert.

Screenshot für das Dialogfeld für Zero-Touch

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Weitere nützliche Protokolldateien bei der Bereitstellung von Windows

  • Cbs.log – für die Behebung von Fehlern bei DISM-Befehlen zum Hinzufügen von Treibern, Sprachpaketen, Updates usw.
  • Setupapi.dev.log – für die Fehlerbehandlung von Treibern
  • Netsetup.log – für die Behandlung von Fehlern beim Domänenanschluss
  • WindowsUpdate.log – für die Behandlung von Fehlern bei Windows Update-Installationen

Viel Erfolg bei der Fehlerbehebung!

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Der Autor

Johan Arwidmark – Foto Johan Arwidmark, MCSE und MVP für Setup & Deployment, ist ein Berater und Allroundexperte, der sich auf Bereitstellungslösungen für Windows in Unternehmen spezialisiert hat. Er hält mehrfach im Jahr auf weltweiten Konferenzen, darunter MMS und TechEd, und ist aktives Mitglied in Bereitstellungscommunitys wie deployvista.com, deploymentcd.com und myitforum.com.

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