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Anpassung und Optimierung von Windows: Mythos und Wirklichkeit

Veröffentlicht: 4. August 2010

Es gibt viele Websites, die das Verhalten oder die Einstellungen von Windows verändern. Einige deaktivieren sogar Dienste oder Funktionen. Es ist interessant, dass auf beinahe keinen dieser Sites die Vorteile einer Windows-Anpassung wirklich erklärt werden. Sie sehen vielleicht Zusicherungen wie „das Betriebssystem scheint wesentlich schneller zu werden“ oder das Versprechen, die Leistung um 10 bis 20 Prozent zu steigern. Ich habe auf einer dieser Websites sogar das Versprechen gesehen, die Geschwindigkeit von Windows um bis zu 50 % steigern zu können!

Es ist jedoch schwierig, messbare Ergebnisse zu finden. Auf wenigen Websites finden Sie wirkliche Daten zu den Ergebnissen, und wenn dies der Fall ist, dann zeigen diese vor allem schnellere Startzeiten. [Ich ignoriere hier die Änderung des Windows Hardware Abstraction Layer (HAL) während der Installation zur 486C-Kompatibilität, da dies eine Täuschung ist.] Sie können zwar möglicherweise die Startzeit verkürzen. Es gibt jedoch keine wesentlichen Abhängigkeiten zwischen der Startzeit und der Leistung. Der Startvorgang wirkt sich auf die Arbeitsprozesse in unterschiedlicher Weise aus. Die Verkürzung der Startzeit kann darüber hinaus zu längeren Startzeiten für Anwendungen führen.

Gibt es Metriken, die die wahren Auswirkungen von Anpassungen zeigen? In der Theorie gibt es diese. In der Praxis nicht.

Zu Zeiten von Windows 98 führte ich eine  Studie zum Einfluss des ConservativeSwapfileUsage-Registryschlüssels auf die Systemleistung insgesamt durch und verwendete zur Analyse der Ergebnisse mathematische Statistikverfahren. Ich stellte fest, dass ich Hunderte von Tests durchführen musste, um korrekte und zuverlässige Ergebnisse zur Systemleistung zu erhalten. Denken Sie, dass jemand eine Woche oder zwei Wochen damit verbringen kann, Testergebnisse zu sammeln, um die Auswirkungen der Anpassungen von Windows zu ermitteln? Ich glaube, dass die Antwort „Nein“ heißt.

Windows ist ein komplexes Betriebssystem mit Hintergrundprozessen, die die Ergebnisse der Leistungstests beeinflussen können. Daher können die Ergebnisse aus wiederholten Tests um 2 bis 3 % und mehr voneinander abweichen. Die Vorteile durch Anpassungen betragen in der Regel weniger als 2 bis 3 %. Nach ein oder zwei Tests ist es jedoch schwierig zu entscheiden, ob es wirkliche Unterschiede bei den Ergebnissen gibt oder ob es sich lediglich um zufällige Abweichungen handelt.

Wie sieht es also mit Aussagen wie den oben genannten aus: "Das Betriebssystem scheint wesentlich schneller zu werden.“ Sind diese Aussagen falsch? Nein, denn das Betriebssystem kann wirklich nach der Anpassung schneller erscheinen. In Wirklichkeit ist es jedoch möglicherweise gar nicht schneller. Wir tendieren dazu, Dinge zu sehen, die wir glauben möchten, unabhängig davon, ob sie wirklich existieren.

Haben Sie einmal Weintester bei der Arbeit gesehen? Sie probieren die Weine, indem diese mit Zahlen und nicht mit dem wirklichen Namen gekennzeichnet sind. Das Blindverfahren sorgt dafür, dass der Vergleich zuverlässig ist. Wenn Sie jedoch wissen, was Sie vergleichen, gibt es keine Möglichkeit, unbewusste Reaktionen zu vermeiden. Leider ist dies auch der Grund, warum sich nutzlose Programme sehr gut verkaufen lassen. Sie müssen nur glauben, dass der Computer schneller ausgeführt wird. Dann werden Sie dies wahrscheinlich auch so wahrnehmen.

Vor zehn Jahren habe ich ein Programm geschrieben, um die Leistung von Windows auf Computern mit dem Pentium I-Prozessor und bestimmter Hardware zu verbessern. Das Programm funktionierte mit keiner anderen Hardware. Die Beschreibung war jedoch so überzeugend, dass ich mehrere E-Mails von Benutzern erhielt, die die Macht der Vorstellungskraft belegen. Die E-Mails enthielten Feedback wie: „Die Protokolldatei meldet, dass es nicht installiert ist. Ich bin mir jedoch SICHER, dass dies der Fall ist, denn das System erscheint SEHR VIEL schneller.“

Wenden wir uns nun einem anderen Aspekt des Anpassungsmythos zu. Glauben Sie, dass sich Entwickler die Chance entgehen lassen würden, die Leistung von Windows zu verbessern, oder dass sie keine Anpassungen in Betracht ziehen? Ich glaube das nicht. Das für die Leistungsoptimierung von Windows bei Microsoft zuständige Team führt eine große Zahl von Leistungsbenchmarks und -tests auf einem breiten Spektrum von Computern durch.

Zunächst scheinen die Ergebnisse dieser Anstrengungen für mehr Leistung möglicherweise nicht sehr beeindruckend zu sein. Ein Unterschied von 5 % bei der Leistung macht jedoch einen großen Unterschied. Und einige einfache und leichte Anpassungen können zu Leistungssteigerungen von bis zu 10 Prozent führen.

Es mag Ihnen nicht so vorkommen, dass eine Leistungsverbesserung von 5 bis 10 Prozent wirklich einen Unterschied bedeuten kann. Dies ist jedoch tatsächlich der Fall. Die primäre Aufgabe eines Betriebssystems besteht in der Ausführung der Benutzeranwendungen. Je weniger Ressourcen das Betriebssystem verwendet, desto schneller werden die Anwendungen ausgeführt. Nehmen Sie an, Windows (n-1) verwendet normalerweise 10 Prozent der Computerressourcen, und eine Anwendung verwendet die restlichen 90 Prozent. Nehmen Sie nun an, Windows (n+1) ist doppelt so effizient (eine große Leistung) und verwendet 5 Prozent der Computerressourcen. In diesem Fall wird die Anwendung 95/90 = 1,056-mal schneller ausgeführt. Dieses Beispiel zeigt, dass ein deutlicher Unterschied bei der Entwicklung des Betriebssystems zu einem insgesamt nur geringen Leistungsgewinn führen kann. Und dies steht in großem Widerspruch zu der Annahme, dass Anpassungen die Leistung wesentlich verbessern können. Anpassungen können einfach nicht die gewünschten Ergebnisse erzielen.

Ich habe Michael Fortin, Distinguished Engineer for Windows, gefragt, ob das Windows-Team veröffentlichte Anpassungen und Tipps analysiert. Michael Fortin sagte mir, dass er eine Reihe von Teammitgliedern gefragt hat und über die Antwort etwas überrascht war. Er stellte fest, dass die meisten dies tun, dass jedoch allgemein der Eindruck herrscht, dass viel Lärm um nichts gemacht wird. Es gäbe jedoch eine Ausnahme: die Installation von Funktionen, die nicht verwendet werden.

Daher schließe ich daraus, dass beinahe alle Windows-Anpassungen ziemlich nutzlos sind, wenn es darum geht, den Computer schneller zu machen. Um wesentliche Fortschritte zu erzielen, müssen Sie einen neuen Computer kaufen oder den vorhandenen Computer upgraden. Mindestens jedoch müssen Sie selten verwendete Programme deinstallieren.

Schließlich möchte ich Ihnen noch einige Tipps im Hinblick auf einige häufig vorgeschlagene „Optimierungen“ geben:

  • Wenn Sie den Tipp sehen, den SecondLevelDataCache-Registryschlüssel zu setzen, denken Sie daran, dass dieser seit Windows 2000 SP1 nicht mehr verwendet wird.
  • Wenn Sie die Aussage sehen, dass der DisablePagingExecutive-Schlüssel die Leistung steigern kann, dann ist diese Aussage falsch. Dieser Schlüssel kann die Gesamtleistung sogar reduzieren. Da er jedoch die Antwortzeiten verkürzt, erscheint das System schneller.
  • Die Einrichtung des Prozessors oder der Kernzahlen in Msconfig kann die Startzeit nicht verkürzen, da per Voreinstellung alle Kerne verwendet werden.

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