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Häufig gestellte Fragen zum Anwendungsserver

Letzte Aktualisierung: Mai 2008

Betrifft: Windows Server 2008

Anwendungsserver ist eine Serverrolle im Betriebssystem Windows Server® 2008, die eine integrierte Umgebung zum Bereitstellen und Ausführen von mit Microsoft .NET Framework 3.0 erstellten benutzerdefinierten Geschäftsanwendungen zur Verfügung stellt. Anwendungsserver umfasst Dienste, die für COM+, Message Queuing, Webdienste und verteilte Transaktionen entwickelte Anwendungen unterstützen.

Inhalt dieser Seite

Übersicht und Anforderungen

Migration

Verwaltung und Entwicklung

Übersicht und Anforderungen

F: Was ist Anwendungsserver?

A: Anwendungsserver ist eine Konfiguration, die eine integrierte Umgebung zum Bereitstellen und Ausführen von mit Microsoft .NET Framework 3.0 erstellten benutzerdefinierten Geschäftsanwendungen bereitstellt. Sie können beim Installieren der Anwendungsserverrolle Dienste auswählen, die für COM+, Message Queuing, Webdienste und verteilte Transaktionen entwickelte Anwendungen unterstützen.

Anwendungsserver verfügt über Folgendes:

  • Eine Kernlaufzeit, mit der Hochleistungsgeschäftsanwendungen effektiv bereitgestellt und verwaltet werden können

  • Die .NET Framework-Entwicklungsumgebung mit einem vereinfachten Programmierungsmodell und einem Hochleistungsausführungsmodell für serverbasierte Anwendungen

    Mit .NET Framework werden Webdienste und neue Anwendungen in vorhandene Anwendungen sowie in vorhandene Infrastruktur integriert.

  • Ein benutzerfreundlicher Installationsassistent bietet Auswahlmöglichkeiten für zahlreiche Rollendienste und Features, die zum Ausführen von Anwendungen im Unternehmen erforderlich sind.

  • Von der Installationsfunktionalität werden die Features für einen gegebenen Rollendienst automatisch installiert

Typischerweise profitieren Anwendungen, die auf dem Anwendungsserver bereitgestellt und ausgeführt werden, von mindestens einem der Folgenden:

  • Internetinformationsdienste (IIS) (der in Windows Server eingebaute HTTP-Server)

  • .NET Framework, Version 3.0 und 2.0

  • MS DTC (Microsoft Distributed Transaction Coordinator)

  • ASP.NET

  • COM+

  • Message Queuing

  • Mit WCF (Windows Communication Foundation) erstellte Webdienste

Weitere Informationen zur Anwendungsserverrolle finden Sie im Thema zum Anwendungsserver (http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkID=48544, möglicherweise in englischer Sprache).

F: Welche Technologien gehören zur Anwendungsserverrolle?

A: Die folgenden Technologien werden vom Administrator während der Serverrolleninstallation für Anwendungsserver als Rollendienste ausgewählt.

Application Server Foundation

Application Server Foundation ist die Gruppe von Technologien, die standardmäßig beim Installieren der Anwendungsserverrolle installiert werden. Im Grunde handelt es sich bei Application Server Foundation um .NET Framework 3.0.

Windows Server 2008 enthält unabhängig von den installierten Serverrollen .NET Framework 2.0. .NET Framework 2.0 enthält die CLR (Common Language Runtime), die eine Umgebung zum Ausführen von Code bereitstellt, die eine sichere Ausführung von Code, vereinfachte Codebereitstellung und Unterstützung für Interoperabilität mehrerer Sprachen sowie umfangreiche Bibliotheken zum Erstellen von Anwendungen bietet.

.NET Framework 3.0 besteht aus den folgenden grundlegenden Komponenten:

  • .NET Framework

  • WCF

  • WPF (Windows Presentation Foundation)

  • WF (Windows Workflow Foundation)

Application Server Foundation ergänzt die .NET Framework 3.0-Features um die grundlegenden .NET Framework 2.0-Features. Weitere Informationen zum .NET Framework 3.0 finden Sie im .NET Framework Developer Center (http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=81263, möglicherweise in englischer Sprache).

Webserver

Durch Aktivieren dieser Option bei der Installation von Anwendungsserver wird der in Windows Server 2008 integrierte Webserver IIS 7.0 hinzugefügt. IIS ist schon viele Jahre in Windows Server verfügbar, wurde jedoch für Windows Server 2008 erheblich überarbeitet, und stellt so Verbesserungen der Leistung, Sicherheit, Verwaltung, Unterstützung, Zuverlässigkeit und Modularität zur Verfügung.

IIS bietet die folgenden Vorteile:

  • IIS ermöglicht es Anwendungsserver, interne oder externe Websites oder Dienste mit statischen oder dynamischen Inhalten zu hosten.

  • IIS bietet Unterstützung für ASP.NET-Anwendungen, auf die von einem Webbrowser aus zugegriffen wird.

  • IIS bietet Unterstützung für mit WCF oder ASP.NET erstellte Webdienste.

Weitere Informationen zu IIS 7.0 finden Sie im gleichnamigen Thema (http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=100708, möglicherweise in englischer Sprache).

COM+-Netzwerkzugriff

Durch Aktivieren dieser Option bei der Installation von Anwendungsserver wird COM+-Netzwerkzugriff für den Remoteaufruf von in COM+ erstellten und gehosteten Anwendungskomponenten hinzugefügt. Solche Anwendungskomponenten werden manchmal auch als Enterprise Services-Komponenten bezeichnet.

COM+-Netzwerkzugriff ist eine Fähigkeit zum Remoteaufruf, die seit Windows 2000 Server in Windows Server und auch weiterhin in Windows Server 2008 unterstützt wird. Neuere Anwendungen unterstützen Remoteaufruf normalerweise mittels WCF, da diese eine plattformübergreifende Interoperabilität zusammen mit einer lockeren Kopplung bietet, wodurch integrierte Systeme unabhängiger voneinander werden.

Windows-Prozessaktivierungsdienst

Durch Aktivieren dieser Option bei der Installation der Anwendungsserverrolle wird der Windows-Prozessaktivierungsdienst (Windows Process Activation Service, WAS) hinzugefügt. WAS ist der neue Prozessaktivierungsmechanismus für Windows Vista® und das Betriebssystem Windows Server 2008. In WAS wird das gewohnte IIS 6.0- Prozessmodell beibehalten (Anwendungspools und nachrichtenbasierte Prozessaktivierung) sowie Hostingfeatures (beispielsweise schneller Ausfallschutz, Systemüberwachung und Wiederverwendung). Jedoch wurde aus der Aktivierungsarchitektur die Abhängigkeit von HTTP entfernt. In IIS 7.0 wird WAS zur meldungsbasierten Aktivierung über HTTP verwendet. In WCF können auch nicht-HTTP-Protokolle verwendet werden, die von WAS unterstützt werden, beispielsweise TCP, Message Queuing und Named Pipes, um zusätzlich zu HTTP meldungsbasierte Aktivierung zur Verfügung zu stellen. Dadurch profitieren Anwendungen, in denen Kommunikationsprotokolle verwendet werden, von IIS-Features, beispielsweise Prozesswiederverwendung, schneller Ausfallschutz und das gemeinsame Konfigurationssystem, das zuvor nur in HTTP-basierten Anwendungen zur Verfügung stand.

Net.TCP-Portfreigabe

Net.TCP-Portfreigabe ist ein neuer Dienst in Windows Server 2008. Durch Aktivieren dieser Option bei der Installation von Anwendungsserver wird der Net.TCP-Portfreigabedienst hinzugefügt. Dieser Rollendienst ermöglicht die Verwendung eines einzigen TCP-Ports von mehreren Anwendungen für eingehende Kommunikationsvorgänge. Beispielsweise können mehrere Anwendungen in einer mit WCF erstellten SOA denselben Port verwenden. Die Portfreigabe ist häufig erforderlich, wenn aufgrund von Firewallkonfigurationen oder Netzwerkeinschränkungen nur eine begrenzte Anzahl offener Ports zugänglich ist, oder wenn mehrere unterschiedliche Instanzen einer WCF-Anwendung gleichzeitig ausgeführt werden und verfügbar sein müssen.

Durch den Net.TCP-Portfreigabedienst wird Multiplexing ausgeführt, sodass von mehreren WCF-Anwendungen Ports gleichzeitig verwendet werden können (auch als Multiplexing bezeichnet). Vom Net.TCP-Portfreigabedienst werden eingehende Verbindungsanfragen angenommen, in denen TCP verwendet wird. Anschließend werden eingehende Anfragen vom Dienst automatisch an die unterschiedlichen WCF-Dienste basierend auf den Zieladressen der Anfragen weitergeleitet. Portfreigabe funktioniert nur dann, wenn die WCF-Anwendungen das net.tcp-Protokoll für eingehende Kommunikationsvorgänge verwenden.

Verteilte Transaktionen

Verteilte Transaktionen werden in Windows Server seit Microsoft Windows NT® Server 4.0 unterstützt. Diese Unterstützung besteht in Windows Server 2008 weiter. Bei Anwendungen, die mit mehreren Datenbanken oder Transaktionsressourcen verbunden sind und dort Aktualisierungen ausführen, könnte es erforderlich sein, dass diese Aktualisierungen mit einer "all-or-none"-Transaktionssemantik ausgeführt werden. Dabei handelt es sich um eine Technologie, durch die sichergestellt wird, dass jeder Teil der Transaktion vollständig ist, oder dass für die gesamte Transaktion ein Rollback auf den ursprünglichen Status ausgeführt wird. Diese Datenbanken und Transaktionsressourcen können sich auf einem einzelnen Computer befinden oder über ein Netzwerk verteilt sein. Der DTC in Windows Server 2008 stellt diese Transaktionssemantik zur Verfügung.

F: Welche Funktionen werden bei dieser Serverrolle dem Betriebssystem hinzugefügt?

A: Wenn Sie die Anwendungsserverrolle mithilfe des Assistenten zum Hinzufügen von Serverrollen im Server-Manager installieren, wird der Server als ein Anwendungsserver konfiguriert, der die Funktionen und Rollendienste zur Verfügung stellt, die zum Ausführen von benutzerdefinierten Geschäftsanwendungen erforderlich sind.

Während der Installation der Anwendungsserverrolle wählen Sie nur die Rollendienste und Funktionen aus, die zum Ausführen Ihrer Anwendungen erforderlich sind. Dies wird aus Sicherheitsgründen empfohlen, da auf diese Weise die Angriffsfläche für böswillige Benutzer verringert wird. Außerdem wird so sichergestellt, dass die Serverleistung nicht durch nicht verwendete Dienste beeinträchtigt wird.

Administratoren, die mit .NET Framework 3.0 über erstellte Branchenanwendungen verfügen, stellen möglicherweise fest, dass sich das Einrichten einer Hostumgebung für solche Anwendungen mithilfe dieser Serverrolle einfacher gestaltet. Der Assistent zum Hinzufügen von Rollen führt den Administrator durch die Auswahl der Rollendienste oder unterstützenden Funktionen, die zum Ausführen bestimmter Branchenanwendungen erforderlich sind.

Eine vollständige Liste der Anwendungsservertechnologien finden Sie in diesem Dokument unter "Welche Technologien gehören zur Anwendungsserverrolle?"

F: Was ist der Unterschied zwischen einem Webserver und Anwendungsserver bzw. zwischen der Webserverrolle und der Anwendungsserverrolle?

A: Ein Webserver (wie der in Windows Server 2008 enthaltene IIS 7.0) hostet Inhalte, die Benutzer in einem Browser anzeigen und dort mit den Inhalten interagieren. Die Webserverrolle installiert den Webserver und unterstützende Rollendienste, die zum Ausführen von (z. B. mit ASP.NET erstellten) Webanwendungen erforderlich sind.

Ein Anwendungsserver hostet Anwendungen, die (anstatt nur in einem Browser) systemeigen auf dem Server und dem Client ausgeführt werden. Diese Anwendungen können die umfangreiche Auswahl an Technologien und Protokollen nutzen, die in Windows verfügbar sind, einschließlich HTTP-fremder Technologien, wie RPC (Remote Procedure Call, Remoteprozeduraufruf), COM (Component Object Model), DTC und Message Queuing. In Windows Server 2008 enthält der ganz neue Anwendungsserver Standarddienste zum Ausführen verwalteter verteilter Anwendungen (z. B. Anwendungen, die mit .NET Framework 3.0 und WCF erstellt wurden). Außerdem bietet er die Möglichkeit, Unterstützung für Dienste zu installieren (wie verteilte Transaktionen und Webdienste). Die Anwendungsserverrolle installiert Anwendungsserver und die unterstützenden Rollendienste zum Ausführen dieser Arten von Anwendungen.

Zum Hosten von mit WCF erstellten Anwendungen, die auch IIS und ASP.NET verwenden, installieren Sie Anwendungsserver und wählen dann während der Installation Webserver-Unterstützung (IIS) aus. Diese Konfiguration von Anwendungsserver stellt eine flexible Hostumgebung bereit, die über die Vorteile beider Serverrollen verfügt.

F: Was ist der Unterschied zwischen Anwendungsserver und der Anwendungsserverrolle?

A: Die Anwendungsserverrolle ist eine der Serverrollen, die Sie mithilfe des Server-Managers installieren können. Wenn die Anwendungsserverrolle mithilfe des Assistenten zum Hinzufügen von Rollen auf einem Computer installiert wird, wird dieser Computer zu einem Anwendungsserver.

F: Was ist der Unterschied zwischen Anwendungsserver in Windows Server 2003 und Anwendungsserver in Windows Server 2008?

A: Anwendungsserver wurde für Windows Server 2008 von Grund auf neu erstellt. Zunächst einmal ist die neue Anwendungsserverrolle leichter zu installieren, da sie zu den Serverrollen gehört, die von Administratoren mithilfe des Assistenten zum Hinzufügen neuer Rollen (im neuen Server Manager) installiert werden kann.

Außerdem wird bei Anwendungsserver standardmäßig die Application Server Foundation installiert, bei der es sich im Wesentlichen um einen Satz von Technologien handelt, aus denen das NET Framework 3.0 besteht. Application Server Foundation fügt der bereits in Windows Server 2008 aktivierten .NET Framework 2.0-Basis die .NET Framework 3.0-Features hinzu. Weitere Informationen zum .NET Framework 3.0 finden Sie im .NET Framework Developer Center (http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=81263, möglicherweise in englischer Sprache).

Anwendungsserver ist die richtige Plattform zum Ausführen vernetzter Anwendungen in einer dienstorientierten Architektur (Service-Oriented Architecture, SOA). Anwendungen, z. B. mit WCF erstellte Anwendungen, verwenden Webdienste, um miteinander zu kommunizieren. Die Fähigkeit zum Ausführen von Anwendungen in einer SOA-Umgebung wird im Geschäftsbereich immer wichtiger. Weitere Informationen zu WCF finden Sie unter "Was versteht man unter Windows Communication Foundation?" (http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=81260, möglicherweise in englischer Sprache).

Anwendungsserver installiert den in Windows Server 2008 integrierten Webserver IIS 7.0. IIS ist schon viele Jahre in Windows Server verfügbar, wurde jedoch für Windows Server 2008 erheblich überarbeitet, und stellt so Verbesserungen der Leistung, Sicherheit, Verwaltung, Unterstützung, Zuverlässigkeit und Modularität zur Verfügung. Weitere Informationen zu IIS 7.0 finden Sie im gleichnamigen Thema (http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=100708, möglicherweise in englischer Sprache).

Der Windows-Prozessaktivierungsdienst (Windows Process Activation Service, WAS) ist ein neuer Dienst in Windows Server 2008. Er ist Bestandteil von Anwendungsserver. WAS kann Anwendungen anhand von Nachrichten, die über das Netzwerk mittels HTTP, Message Queuing, TCP und Named Pipes empfangen werden, dynamisch starten und beenden. Durch dynamisches Starten und Beenden von Anwendungen können Serverressourcen effizienter genutzt werden. Weitere Informationen zu WAS finden Sie im Thema zur WAS-Aktivierungs-Architektur (http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=100709, möglicherweise in englischer Sprache).

Anwendungsserver verfügt über eine Option zum Aktivieren des Net.TCP-Portfreigabediensts. Net.TCP-Portfreigabe ist ein neuer Dienst in Windows Server 2008.Durch diesen Rollendienst kann ein einziger TCP-Port von mehreren Anwendungen für eingehende Kommunikation verwendet werden. So kann zum Beispiel ein mit WCF erstellter Dienst den gleichen Port verwenden. Die Portfreigabe ist häufig erforderlich, wenn aufgrund von Firewallkonfigurationen oder Netzwerkeinschränkungen nur eine begrenzte Anzahl offener Ports zulässig ist oder wenn mehrere unterschiedliche Instanzen einer WCF-Anwendung gleichzeitig ausgeführt werden und verfügbar sein müssen.

F: Was ist die Microsoft-Anwendungsplattform, und wie passt sich da die Anwendungsserverrolle ein?

A: Die Microsoft-Anwendungsplattform ist eine Zusammenstellung von Technologiefähigkeiten, Kernprodukten und Empfehlungen, die IT- und Entwicklungsabteilungen beim Erreichen geschäftlicher Erfolge mit ihren Geschäftsorganisationspartnern in fünf wichtigen Investitionsbereichen helfen kann:

  • Datenverwaltung: Erhöhen Sie die Leistung Ihrer Anwendungen mit einer verlässlichen, skalierbaren Dateninfrastruktur und Verwaltungsprozessen.

  • Geschäftliche Informationen: Ermöglichen Sie informierte Geschäftsentscheidungen, indem Sie alle Ebenen Ihrer Organisation mit Daten versorgen.

  • Geschäftsprozess und SOA: Verbessern Sie die Prognostizierbarkeit durch Einrichten flexibler, wiederholbarer und kooperativer Geschäfts- und IT-Prozesse.

  • Entwicklung: Reagieren Sie auf Geschäftsprioritäten, indem Sie im Softwareentwicklungsprozess für das richtige Ausmaß an Sichtbarkeit, Zusammenarbeit und Steuerung sorgen.

  • Bedienbarkeit: Erreichen Sie eine anpassbare und überlegene Bedienbarkeit, um die Produktivität, die Kundentreue und das Geschäftswachstum zu fördern.

Die Kernprodukte der Microsoft-Anwendungsplattform sind Microsoft SQL Server™ 2005, Visual Studio® 2005 und BizTalk® Server 2006.

Sie können mit der Microsoft-Anwendungsplattform benutzerdefinierte Hochleistungsanwendungen für Ihr Unternehmen entwickeln. Das Betriebssystem Windows Server 2008 hilft Ihnen sicherzustellen, dass Sie Ihre Server leicht konfigurieren, verwalten, überwachen und für die Anforderungen Ihres Geschäftsbetriebs optimieren können.

Anwendungsserver passt sich als Bestandteil der Infrastruktur- und Verwaltungsebene in die Microsoft-Anwendungsplattform ein. Administratoren können die Anwendungsserverrolle leicht installieren und als verlässliche Middle-Tier-Ebene zum Entwickeln und Ausführen von hochleistungsfähigen, serverbasierten Geschäftsanwendungen konfigurieren. Diese Anwendungen können Anforderungen von Remoteclientsystemen einschließlich Webbrowsern, die Verbindungen über das öffentliche Internet oder über ein Firmennetzwerk oder Intranet herstellen, und Remotecomputersystemen, die Anforderungen in Form von Nachrichten senden können, verarbeiten. Clients interagieren mit den Anwendungen auf dem Anwendungsserver, der dann mit der Microsoft-Anwendungsplattform interagiert.

Im entsprechenden Thema unter http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=100712 (möglicherweise in englischer Sprache) erfahren Sie mehr über die Microsoft-Anwendungsplattform.

F: Wann sollte die Anwendungsserverrolle installiert werden? Unter welchen Umständen wäre das nützlich?

A: Die Anwendungsserverrolle ist erforderlich, wenn unter Windows Server 2008 Anwendungen ausgeführt werden, die von Diensten oder Features abhängen, die Teil der integrierten Anwendungsserverrolle sind und während des Installationsprozesses ausgewählt werden. So könnten Sie zum Beispiel eine bestimmte Konfiguration von Microsoft BizTalk® Server installieren, von der verschiedene Rollendienste oder Features verwendet werden, die Bestandteil der Anwendungsserverumgebung sind.

Normalerweise ist die Anwendungsserverrolle erforderlich, wenn Sie eine Geschäftsanwendung bereitstellen, die in der Organisation (oder von einem unabhängigen Softwarehersteller für die Organisation) entwickelt wurde, und der Entwickler angegeben hat, dass bestimmte Rollendienste erforderlich sind. Beispiel: Ihre Organisation verfügt über eine Anwendung zum Bearbeiten von Bestellungen, die auf Kundeneinträge zugreift, die in einer Datenbank gespeichert sind. Die Anwendung greift über einen Satz WCF-Webdienste (Windows Communication Foundation) auf die Kundeninformationen zu. In diesem Fall können Sie einen Windows Server 2008-Computer als Anwendungsserver konfigurieren und die Datenbank auf dem gleichen oder auf einem anderen Computer installieren.

Nicht für jede Anwendung ist die Installation der Anwendungsserverrolle für eine ordnungsgemäße Rolle erforderlich. Beispielsweise ist die Anwendungsserverrolle zum Unterstützen von Microsoft Exchange Server oder SQL Server unter Windows Server 2008 nicht erforderlich.

Zum Bestimmen, ob die Anwendungsserverrolle für die Geschäftsanwendungen der Organisation erforderlich ist, sollten die Administratoren eng mit den Entwicklern der Anwendung zusammenarbeiten, damit die Anforderungen der Anwendung deutlich werden. Beispielsweise ist zu klären, ob .NET Framework 3.0- oder COM+-Komponenten verwendet werden.

F: Muss zum Ausführen von Anwendungen wie BizTalk Server die Anwendungsserverrolle installiert werden?

A: Für Serveranwendungen wie BizTalk Server ist Anwendungsserver zum ordnungsgemäßen Ausführen nicht unbedingt erforderlich. Das hängt ganz von der Konfiguration der BizTalk Server-Anwendung ab. Wenn eine BizTalk Server-Anwendung die von Anwendungsserver bereitgestellten Rollendienste oder Features nicht verwendet, ist Anwendungsserver nicht erforderlich.

Zum Bestimmen, ob die Anwendungsserverrolle für die Geschäftsanwendungen der Organisation erforderlich ist, sollten die Administratoren eng mit den Entwicklern der Anwendung zusammenarbeiten, um die Anforderungen der Anwendung zu verstehen.

Unter http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=100723 (möglicherweise in englischer Sprache) im BizTalk Server TechCenter erfahren Sie mehr über die Features und Vorteile von BizTalk Server.

F: Ist für mit .NET Framework 2.0 erstellte Anwendungen Anwendungsserver erforderlich?

A: Nein, für mit .NET Framework 2.0 erstellte Anwendungen ist Anwendungsserver nicht erforderlich. Der Grund hierfür ist, dass .NET Framework 2.0 in Windows Server 2008 unabhängig von installierten Serverrollen enthalten ist.

.NET Framework 2.0 enthält die CLR, die eine Umgebung zum Ausführen von Code bereitstellt, die eine sichere Ausführung von Code, vereinfachte Codebereitstellung und Unterstützung für Interoperabilität mehrerer Sprachen sowie umfangreiche Bibliotheken zum Erstellen von Anwendungen bietet.

F: Ist für mit .NET Framework 3.0 erstellte Anwendungen Anwendungsserver erforderlich?

A: Ja, für mit .NET Framework 3.0 erstellte Anwendungen sollte Anwendungsserver installiert werden.

Application Server Foundation ergänzt die .NET Framework 3.0-Features um die grundlegenden .NET Framework 2.0-Features. Weitere Informationen zum .NET Framework 3.0 finden Sie im .NET Framework Developer Center (http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=81263, möglicherweise in englischer Sprache).

Während der Installation können Sie zusätzliche Dienste aus einem Satz optionaler Rollendienste auswählen. Es wird empfohlen, dass Sie nur die Rollendienste hinzufügen, die für Ihre Anwendungen erforderlich sind. Nicht verwendete Dienste können die Angriffsfläche des Systems vergrößern und sollten daher vermeiden werden.

F: Wann ist die Application Server Foundation ausreichend, d. h. wann ist es nicht erforderlich, zusätzliche Rollendienste zu konfigurieren?

A: Wenn eine Anwendung mit .NET Framework 3.0-Komponenten (wie WCF, WF oder WPF) erstellt wurde und zusätzliche Rollendienste (wie Unterstützung für IIS, COM+-Netzwerkzugriff, WAS, TCP-Portfreigabe oder verteilte Transaktionen) für die Anwendung nicht erforderlich sind, installieren Sie die Anwendungsserverrolle, ohne dabei die optionalen Rollendienste auszuwählen. Standardmäßig enthält die Anwendungsserverrolle die Application Server Foundation – eine Gruppe von Technologien, aus denen das NET Framework 3.0 besteht.

F: Ist es mit der Anwendungsserverrolle möglich, eine bestimmte Anwendung automatisch für Clientcomputer freizugeben?

A: Nein. Die Anwendungsserverrolle enthält Systemkomponenten und Dienste zum Unterstützen der Entwicklung und Ausführung verteilter Anwendungen. Damit jedoch von der Anwendungsserverrolle profitiert werden kann, muss eine Anwendung so geschrieben sein, dass sie die in der Anwendungsserverrolle enthaltenen Technologien nutzt.

Migration

F: Werden Anwendungen nach einer Migration von Windows Server 2003 zu Windows Server 2008 noch funktionieren?

A: Die meisten Anwendungen werden nach der Migration genauso wie zuvor funktionieren. Weitere Informationen über das Migrieren von Anwendungen in Windows Server 2008 werden bekanntgegeben, sobald sie verfügbar sind.

F: Wird die Anwendungsserverrolle von Windows Server 2003 zu Windows Server 2008 migriert?

A: Nein. Anwendungsserver für Windows Server 2008 wurde komplett neu erstellt und verfügt nun über standardmäßige Unterstützung für Anwendungen, die mit .NET Framework 3.0-Komponenten (wie WCF, WF und WPF) erstellt wurden. Anwendungsserver bietet optionale Rollendienste, die neue Features in Windows Server 2008 ermöglichen (z. B. WAS-Unterstützung für HTTP-fremde Protokolle, TCP-Portfreigabe und Unterstützung für IIS 7.0). Da die Rollenfunktionalität vollständig neu ist, sollten Administratoren wissen, dass es keinen Migrationspfad für die Anwendungsserverrolle aus Windows Server 2003 oder früheren Betriebssystemen gibt.

Wenn Sie einen Server von Windows Server 2003 oder einem früheren Betriebssystem auf Windows Server 2008 aktualisieren und die Möglichkeiten der Anwendungsserverrolle verwenden möchten, müssen Sie die Anwendungsserverrolle mithilfe des Assistenten zum Hinzufügen von Rollen im Server-Manager erneut installieren. Solange Sie Windows Server 2008 mithilfe des Assistenten zum Hinzufügen von Rollen im Server-Manager mit den richtigen Anwendungsdiensten konfigurieren, werden Anwendungen auch nach dem Verschieben aus Windows Server 2003 nach Windows Server 2008 problemlos funktionieren.

Verwaltung und Entwicklung

F: Wie wird die Anwendungsserverrolle nach dem Installieren verwaltet?

A: Nachdem Sie die Anwendungsserverrolle mithilfe des Assistenten zum Hinzufügen von Rollen aus dem Server-Manager installiert haben, können Sie mit dem Server-Manager Rollendienste hinzufügen oder entfernen und die Anwendungsserverrolle entfernen, wenn sie nicht mehr benötigt wird.

Anwendungsserver verfügt nicht über eine separate Verwaltungskonsole oder ein MMC-Snap-In.

F: Wie wird Windows Server 2008 eine heruntergeladene Anwendung hinzugefügt? Wird dies von Anwendungsserver durchgeführt?

A: Der Server-Manager und die Anwendungsserverrolle enthalten keine Funktionen zum Installieren und Konfigurieren von Anwendungen.

Der Server-Manager besitzt eine Schnittstelle zum Installieren und Verwalten von Serverrollen (einschließlich der Anwendungsserverrolle). Er stellt eine Reihe von Rollendiensten und Features bereit, die für Anwendungen zum korrekten Ausführen erforderlich sein können.

F: Wo befinden sich Informationen zur Entwicklung für die Anwendungsserverrolle?

A: In der folgenden Tabelle sind Links aufgeführt, unter denen Entwickler Informationen zu Anwendungsservertechnologien erhalten.

 

Technologie oder Feature Beschreibung Informationen für Entwickler

.NET Framework 3.0

.NET Framework 3.0. stellt Entwicklern ein vereinfachtes Programmiermodell für vernetzte Serveranwendungen bereit. Entwickler verwenden die integrierten .NET Framework-Bibliotheken für viele Anwendungsfunktionen, einschließlich Eingabe/Ausgabe (E/A), Verarbeitung von Zahlen und Texten, Datenbankzugriff, XML-Verarbeitung, Transaktionssteuerung, Workflow und Webdienste.

.NET Framework Developer Center (http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=81263, möglicherweise in englischer Sprache)

Windows Communication Foundation (WCF)

Mit WCF können Entwickler die verschiedenen Technologien, die derzeit zum Erstellen verteilter Anwendungen (COM+- und .NET Enterprise-Dienste, Message Queuing, .NET Remoting, ASP.NET Web Services und Web Services Enhancements (WSE)) verfügbar sind, gemäß den geschäftlichen Anforderungen ihrer Organisation und Computerumgebung zusammenstellen oder kombinieren.

Was versteht man unter Windows Communication Foundation? (http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=81260, möglicherweise in englischer Sprache)

WF (Windows Workflow Foundation)

Bei WF handelt es sich um das Programmiermodell und Modul zum schnellen Erstellen von workflowaktivierten Anwendungen unter Windows Server 2008. Ein Workflow ist ein Satz Aktivitäten, der einen realen Prozess, beispielsweise einen Bestellungsprozess, beschreibt. Ein Workflow wird im Allgemeinen grafisch beschrieben und dargestellt – ungefähr wie ein Flussdiagramm. Die Beschreibung des Workflows wird oft als "Modell" bezeichnet. Arbeitselemente durchlaufen das Workflowmodell von Anfang bis Ende.

Windows Workflow Foundation (http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=82119, möglicherweise in englischer Sprache)

WPF (Windows Presentation Foundation)

WPF wird vorwiegend in clientbasierten Anwendungen verwendet. Es bildet das Fundament zum Erstellen von Anwendungen und einer exakten Bedienbarkeit in Windows Vista, indem es Benutzeroberflächen von Anwendungen, Dokumente und Medieninhalte unter Ausnutzung der gesamten Leistung des Computers miteinander mischt. WPF-Funktionen erstrecken sich bis hin zur Unterstützung für Tablet PC-Eingaben und andere Formen von Eingaben, eine modernere Bild- und Druckpipeline, Infrastruktur für Eingabehilfen und Benutzeroberflächenautomatisierung, datenorientierte Benutzeroberfläche und Visualisierung sowie Integrationspunkte zum Einbinden von Anwendungen in die Windows-Shell.

Windows Presentation Foundation (http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=78407, möglicherweise in englischer Sprache).

Windows-Prozessaktivierungsdienst (WAS)

WAS ist der neue Prozessaktivierungsmechanismus für Windows Server 2008. Er ist auch in Windows Vista verfügbar. In WAS wird das gewohnte IIS 6.0- Prozessmodell beibehalten (Anwendungspools und nachrichtenbasierte Prozessaktivierung) sowie Hostingfeatures (beispielsweise schneller Ausfallschutz, Systemüberwachung und Wiederverwendung). Jedoch wurde aus der Aktivierungsarchitektur die Abhängigkeit von HTTP entfernt. In IIS 7.0 wird WAS zur meldungsbasierten Aktivierung über HTTP verwendet. Es gibt jedoch WCF-Zusatzkomponenten, die sich in WAS einklinken, um nachrichtenbasierte Aktivierung über die anderen von WCF unterstützten Protokolle (wie TCP, Message Queuing und Named Pipes) zu ermöglichen. Dies ermöglicht es Anwendungen, in denen Kommunikationsprotokolle verwendet werden, IIS-Features (wie Prozesswiederverwendung, schneller Ausfallschutz und das gemeinsame Konfigurationssystem) zu nutzen, die zuvor nur in HTTP-basierten Anwendungen zur Verfügung standen.

Für diese Hostoption muss WAS entsprechend konfiguriert werden, es muss jedoch kein Hostcode für die Anwendung geschrieben werden.

Thema über das Hosten eines WCF-Diensts in WAS (http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=100728, möglicherweise in englischer Sprache)

TCP-Portfreigabe

WCF stellt ein neues TCP-basiertes Netzwerkprotokoll (net.tcp://) für Hochleistungskommunikation bereit. Außerdem enthält WCF eine neue Systemkomponente – den Net.TCP-Portfreigabedienst – mit dem net.tcp-Ports zwischen mehreren Benutzerprozessen freigegeben werden können.

Thema über die Net.TCP-Portfreigabe (http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkID=93614, möglicherweise in englischer Sprache)

Webserver-Unterstützung (IIS 7.0)

Der in Windows Server 2008 integrierte Webserver IIS 7.0 wurde erheblich überarbeitet und bei der Leistung, Sicherheit, Verwaltung, Unterstützbarkeit, Verlässlichkeit und Modularität verbessert.

IIS 7.0 zeichnet sich durch Folgendes aus:

  • IIS ermöglicht es Anwendungsserver, interne oder externe Websites oder Dienste mit statischen oder dynamischen Inhalten zu hosten.

  • IIS bietet Unterstützung für ASP.NET-Anwendungen, auf die von einem Webbrowser aus zugegriffen wird.

  • IIS bietet Unterstützung für mit WCF oder ASP.NET erstellte Webdienste.

Thema über Internetinformationsdienste 7.0 (http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=100708, möglicherweise in englischer Sprache)

COM+-Netzwerkzugriff

COM+-Netzwerkzugriff ermöglicht den Remoteaufruf von in COM+ erstellten und gehosteten Anwendungen und Enterprise Services-Komponenten. Solche Anwendungskomponenten werden manchmal auch als Enterprise Services-Komponenten bezeichnet.

COM+-Netzwerkzugriff ist eine der in Windows Server 2008 unterstützten Remoteaufruffähigkeiten.

Thema zu Neuigkeiten in COM+ 1.5 (http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkID=81264, möglicherweise in englischer Sprache)

Distributed Transaction Coordinator (DTC)

DTC stellt eine Transaktionssemantik vom Typ "alle-oder-keine" für Anwendungen bereit, die Aktualisierungen an Transaktionsressourcen (wie Datenbanken, Dateisystem und Registrierung) vornehmen.

Thema zu DTC (Distributed Transaction Coordinator) (http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkID=93847, möglicherweise in englischer Sprache)

F: In den häufig gestellten Fragen fand sich keine Antwort auf eine gestellte Frage. Wo lassen sich eigene Fragen einreichen?

A: Es gibt etliche Ressourcen für Antworten auf Fragen zu Windows Server 2008. Wenn Sie Experten in den Windows Server 2008-Foren eine Frage stellen möchten, wechseln Sie in die TechNet-Foren Windows Server 2008 (http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkID=90920, möglicherweise in englischer Sprache).

Weitere Informationen zur Anwendungsserverrolle finden Sie im Thema zum Anwendungsserver (http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkID=48544, möglicherweise in englischer Sprache).

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