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Grundlegendes zur Transportpipeline

Exchange 2010
 

Gilt für: Exchange Server 2010 SP3, Exchange Server 2010 SP2

Letztes Änderungsdatum des Themas: 2011-04-28

In Microsoft Exchange Server 2010 besteht die Transportpipeline aus einer Sammlung von Exchange 2010-Serverrollen, Verbindungen, Komponenten und Warteschlangen, die zusammenarbeiten, um alle Nachrichten an ein Kategorisierungsmodul auf einem Hub-Transport-Server innerhalb der Organisation weiterzuleiten. Nachrichten von außerhalb der Organisation gelangen über einen Empfangsconnector auf einem Edge-Transport-Server in die Transportpipeline und werden dann an einen Hub-Transport-Server innerhalb der Organisation weitergeleitet. Nachrichten innerhalb der Organisation gelangen mit einer der folgenden Methoden in die Transportpipeline auf einem Hub-Transport-Server:

  • Über einen Empfangsconnector

  • Aus dem PICKUP-Verzeichnis oder dem Wiedergabeverzeichnis

  • Durch direkte Platzierung in der Übermittlungswarteschlange durch den Informationsspeichertreiber

  • Mithilfe der Agentenübermittlung

Jede Nachricht, die von einem Exchange 2010-Client gesendet oder empfangen wird, muss auf einem Hub-Transport-Server kategorisiert werden, bevor sie weitergeleitet und zugestellt werden kann. Nach der Kategorisierung wird die Nachricht in einer Zustellungswarteschlange platziert, um an ein Postfach am gleichen Active Directory-Standort wie der Hub-Transport-Server zugestellt zu werden, auf dem die Nachricht kategorisiert wurde, oder zwecks Zustellung an einen Empfänger an einem anderen Active Directory-Standort oder in einer anderen -Gesamtstruktur oder an einen Empfänger außerhalb der Organisation.

Die Exchange 2010-Transportpipeline umfasst die folgenden Komponenten und Prozesse:

  • SMTP-Empfang   Wenn Nachrichten auf dem Edge-Transport-Server empfangen werden, filtern Antispam- und Antivirenfilter die Verbindungen und den Nachrichteninhalt und helfen, den Absender und den Empfänger der Nachricht zu identifizieren, während die Nachricht von der Organisation entgegengenommen wird. Wenn Nachrichten auf einem Hub-Transport-Server eingehen, werden Transportregeln angewendet, und wenn Antispam- und Antiviren-Agenten konfiguriert sind, stellen diese eine zusätzliche Schutzebene gegen Spam und Viren bereit.

    Die SMTP-Sitzung umfasst eine Reihe von Ereignissen, die in einer bestimmten Reihenfolge zusammenarbeiten, um den Inhalt von Nachrichten zu prüfen, bevor diese von der Organisation akzeptiert werden. Wenn eine Nachricht den SMTP-Empfang vollständig durchlaufen hat und nicht aufgrund von Empfangsereignissen oder von einem Antispam- oder Antivirus-Agent zurückgewiesen wird, erfolgt die Platzierung in der Übermittlungswarteschlange.

  • Übermittlung   Als Übermittlung wird der Vorgang bezeichnet, mit dem Nachrichten in die Übermittlungswarteschlange gesetzt werden. Vom Kategorisierungsmodul wird jeweils eine Nachricht zwecks Kategorisierung entnommen. Es gibt vier Übermittlungstypen:

    • SMTP-Übermittlung über einen Empfangsconnector

    • Übermittlung über das PICKUP-Verzeichnis oder das Wiedergabeverzeichnis. Diese Verzeichnisse befinden sich auf dem Hub-Transport-Server oder dem Edge-Transport-Server. Ordnungsgemäß formatierte Nachrichtendateien, die in das PICKUP- oder Wiedergabeverzeichnis kopiert werden, werden direkt in die Übermittlungswarteschlange gestellt.

    • Übermittlung durch den Informationsspeichertreiber, der Nachrichten aus dem Postausgang eines Absenders entnimmt, wenn diese gesendet werden

    • Übermittlung durch einen Agent

    Auf dem Edge-Transport-Server erfolgt die Übermittlung generell nur über den Empfangsconnector. Auf dem Hub-Transport-Server kann die Übermittlung über einen Empfangsconnector, das PICKUP-Verzeichnis, das Wiedergabeverzeichnis oder den Informationsspeichertreiber erfolgen.

  • Kategorisierungsmodul   Das Kategorisierungsmodul entnimmt der Übermittlungswarteschlange immer nur jeweils eine Nachricht. Auf dem Edge-Transport-Server ist die Kategorisierung ein kurzes Verfahren, bei dem die Nachricht direkt in die Zustellungswarteschlange gesetzt wird. Aus der Zustellungswarteschlange wird die Nachricht an einen Computer in der Organisation weitergeleitet, auf dem die Hub-Transport-Serverrolle ausgeführt wird.

    Auf dem Hub-Transport-Server durchläuft das Kategorisierungsmodul die folgenden Schritte:

    • Empfängerauflösung, wozu auch die Adressierung auf oberster Ebene, die Aufgliederung und Verzweigung gehört

    • Routingauflösung

    • Inhaltskonvertierung

    Darüber hinaus werden von der Organisation definierte Nachrichtenübermittlungsregeln angewendet. Nachdem die Nachrichten kategorisiert wurden, erfolgt deren Platzierung in einer Zustellungswarteschlange. Von einer Postfachzustellungswarteschlange wird die Nachricht mithilfe des Informationsspeichertreibers an ein lokales Postfach übermittelt. Eine Remotezustellungswarteschlange übermittelt die Nachricht über einen Sendeconnector an einen Remoteempfänger.

  • Lokale Zustellung   Nur Nachrichten, die an einen Empfänger mit einem Postfach am gleichen Active Directory-Standort wie der Hub-Transport-Server gesendet werden, auf dem die Kategorisierung erfolgt ist, werden lokal übermittelt. In diesem Fall bedeutet lokale Zustellung die Zustellung am gleichen Active Directory-Standort. Alle lokal zugestellten Nachrichten werden vom Informationsspeichertreiber aus einer Zustellungswarteschlange entnommen und im Posteingang eines Empfängers auf einem Postfachserver gespeichert.

  • SMTP-Sendevorgang   Nachrichten, die an Empfänger an Active Directory-Standorten gesendet werden, die sich vom Standort des Computers mit der Hub-Transport-Serverrolle unterscheiden, auf dem die Kategorisierung erfolgt ist, werden an Remotestandorte oder an einen Standort außerhalb der Organisation übermittelt. Alle Nachrichten, die an einen anderen Active Directory-Standort, an ein Postfach auf einem Computer mit einer früheren Version von Exchange oder an ein Postfach in einer anderen Active Directory-Gesamtstruktur gesendet werden, müssen über einen Sendeconnector an einen Hub-Transport-Server weitergeleitet werden, der die Nachricht an den gewünschten Empfänger übermitteln kann. Alle Nachrichten, die über das Internet zugestellt werden müssen, müssen über einen Sendeconnector an einen Edge-Transport-Server weitergeleitet werden, der die Nachricht zwecks Zustellung an einen Standort außerhalb der Organisation an das Internet senden kann.

  • Clientzugriffs- und Unified Messaging-Szenarien   In mehreren Clientzugriffs- und Unified Messaging-Szenarien ist eine direkte Interaktion mit der Transportpipeline nicht möglich. Benutzer von Microsoft Outlook 2007, Outlook 2003, Outlook Web App, Outlook Voice Access und Exchange ActiveSync können zum Zugreifen auf das eigene Postfach direkt mit der Clientzugriffs- und der Unified Messaging-Serverrolle sowie mit der Postfachserverrolle interagieren. Beim Senden einer E-Mail-Nachricht wird diese in allen Fällen im Namen des Absenders von Outlook oder dem Clientzugriffsserver im Postausgang des Absenders direkt auf dem Postfachserver platziert.

    HinweisAnmerkung:
    Outlook Voice Access setzt die Interaktion mit dem Clientzugriffsserver und dem Postfachserver über den Unified Messaging-Server voraus.

    Nach der Platzierung der Nachricht im Postausgang des Absenders wird der Informationsspeichertreiber vom Microsoft Exchange-Mailübergabedienst benachrichtigt, der die Nachricht aus dem Postausgang des Absenders abruft und dann in der Übermittlungswarteschlange auf einem Hub-Transport-Server platziert, der sich am gleichen Active Directory-Standort wie das Postfach befindet, aus dem die Nachricht abgerufen wurde.

In der folgenden Abbildung werden die Beziehungen zwischen den Komponenten in der Exchange 2010-Transportpipeline dargestellt.

Übersicht über die Transportpipeline in Exchange 2010

Übersicht über die Transportpipeline (Diagramm)

Möchten Sie wissen, welche Verwaltungsaufgaben es im Zusammenhang mit Transportservern gibt? Weitere Informationen finden Sie hier: Verwalten von Transportservern.

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