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Informationen zum auf Active Directory-Standorten basierenden Routing

 

Gilt für: Exchange Server 2007 SP3, Exchange Server 2007 SP2, Exchange Server 2007 SP1, Exchange Server 2007

Letztes Änderungsdatum des Themas: 2007-08-20

Microsoft Exchange Server 2007-Hub-Transport-Server sind für die Weiterleitung von Nachrichten an Postfächer in der Organisation verantwortlich. Außerdem sind Hub-Transport-Server für die Weiterleitung von Nachrichten zuständig, die einem Connector in einer Remotedomäne zugestellt werden sollen, der für die Verarbeitung der Nachrichtenzustellung für diese Remotedomäne konfiguriert ist. In Exchange 2007 basieren die organisationsinterne Nachrichtenroutingtopologie und die Routingentscheidungen auf der vorhandenen Standorttopologie des Active Directory-Verzeichnisdiensts. In diesem Thema wird erläutert, wie Exchange 2007 das auf Active Directory-Standorten basierende Routing zwischen Transportservern in der gleichen Exchange-Organisation implementiert.

Routingentscheidungen werden während der Nachrichtenkategorisierung getroffen. Das Kategorisierungsmodul ist eine Komponente des Microsoft Exchange-Transportdiensts, die alle eingehenden Nachrichten verarbeitet und basierend auf Informationen zu den vorgesehenen Empfängern bestimmt, was mit den Nachrichten geschehen soll. Das Kategorisierungsmodul verarbeitet Nachrichten in mehreren voneinander abhängigen Phasen und verwendet auch andere Komponenten des Microsoft Exchange-Transportdiensts während der Nachrichtenverarbeitung. Nachdem eine Nachricht von einem Exchange 2007-Transportserver empfangen wurde und die vorbereitende Verarbeitung bis zum Abschluss des SMTP-Empfangs durchgeführt wurde, wird die Nachricht der Übermittlungswarteschlange zugestellt. Nachrichten durchlaufen das Kategorisierungsmodul aus der Übermittlungswarteschlange in den folgenden Phasen:

  • Agent-Verarbeitung übermittelter Nachrichten   Agent-Verarbeitung auf dem Hub-Transport-Server findet statt,, wenn die Nachricht für die Kategorisierung empfangen wird. Die Agents, die in dieser Phase angewendet werden, sind z. B. der optionale Antivirus-Agent von Forefront Security für Exchange Server sowie der Journal-Agent.
  • Empfängerauflösung   Während dieser Phase wird die E-Mail-Adresse des Empfängers aufgelöst, um zu bestimmen, on der Empfänger ein Postfach in der Exchange-Organisation oder eine externe E-Mail-Adresse besitzt.
  • Routing   Nachdem die Informationen zum Empfänger aufgelöst wurden, ermittelt die Routingkomponente des Kategorisierungsmoduls das Endziel für die Nachricht sowie die Route zu diesem Ziel, wählt das nächste Segment oder den Hop für das Nachrichtenrelay aus und löst die Informationen zum nächsten Hop in eine Liste physikalischer Server und IP-Adressen auf.
  • Inhaltskonvertierung   Bevor eine Nachricht mittels Relay an den nächsten Hop weitergeleitet wird, findet die Inhaltskonvertierung statt, damit die Nachricht in einem Format gesendet werden kann, das für den Empfänger lesbar ist. Die Inhaltskonvertierung wandelt E-Mail-Nachrichten aus einem Format in ein anderes Format aus Gründen der Nachrichtenübermittlung oder der Speicherung um, z. B. aus MAPI in MIME oder aus UUENCODE- in Base64-Codierung, oder zum Zwecke der geeigneten, E-Mail-Client-spezifischen Darstellung, wie z. B. HTML in RTF in Nur-Text.
  • Agent-Verarbeitung weitergeleiteter Nachrichten   Nachdem die Routingentscheidungen für eine bestimmte Nachricht getroffen wurden, werden der Agent für Transportregeln und der Journal-Agent auf dem Hub-Transport-Server angewendet. Der Journal-Agent wird bei der Übermittlung der Nachricht und beim Weiterleiten angewendet, damit alle Änderungen, die vom Agent für Transportregeln an der Nachricht vorgenommen werden (z. B. die Änderung einer Zustelladresse oder die Anwendung einer nachrichtenspezifischen Journalanforderung), dem Journal-Agent nicht entgehen.
  • Nachrichtenverpackung und DSN-Generierung   Die endgültige, kategorisierte Nachricht wird zusammengestellt in eine Zustellungswarteschlange verschoben. Eine Benachrichtigung über den Übermittlungsstatus wird während dieser Phase ggf. ebenfalls generiert.

Anschließend werden die Nachrichten von SMTP Send, dem Informationsspeichertreiber oder dem Verbindungshandler für das fremde Gateway verarbeitet. Die Vorgehensweise hängt vom Endziel ab. Der Verbindungshandler des fremden Gateways ist eine Komponente des Microsoft Exchange-Transportdiensts, die die Zustellung von Nachrichten in DROP-Verzeichnisse verwaltet, die für die Verwendung durch fremde Connectors konfiguriert sind. Wenn eine Route für einen Empfänger nicht gefunden werden kann, werden die Nachrichten in die Nicht erreichbar-Warteschlange eingereiht. Jede Zustellungsswarteschlange stellt das nächste Hopziel dar.

Abbildung 1 zeigt, wie die Nachrichtenverarbeitung in den verschiedenen Routingphasen durchgeführt wird und wie Nachrichten für die Übermittlung an das nächste Hopziel in Warteschlangen eingereiht werden.

Abbildung 1   Routingkontext bei der Nachrichtenübermittlung

Routingkontext bei Nachrichtenübermittlung
noteHinweis:
Dieses Thema befasst sich mit der Routingphase der Kategorisierung sowie mit den Topologiekomponenten und der Logik, die für die Weitergabe von Nachrichten zwischen Active Directory-Standorten verwendet werden. Weitere Informationen zum Nachrichtenrouting an bestimmte Empfängertypen finden Sie unter den folgenden Themen:
Weiterleitung an externe Domänen
Internes Nachrichtenrouting
Nachrichtenrouting in einer Koexistenzumgebung
Weiterleiten von Nachrichten an Öffentliche Ordner

Die Routingtopologie und die Komponenten von Exchange 2007 weichen erheblich von Exchange Server 2003 und Exchange 2000 Server ab, können jedoch allgemein auf folgende Weise zugeordnet werden:

  • Der Active Directory-Standort entspricht Routinggruppen in Exchange 2003 und Exchange 2000.
  • IP-Standortverknüpfungen entsprechen dem Konzept von Routinggruppenconnectors.
  • Die Funktionsweise der Serverfunktion Hub-Transport in Exchange 2007 entspricht der Funktion eines dedizierten Bridgeheadservers in Exchange 2003 und Exchange 2000.

Alle Exchange-Serverversionen unterscheiden sich jedoch hinsichtlich der Methode, die zum Bestimmen der Routingpfade verwendet wird. Weitere Informationen zu den Auswirkungen dieser Unterschiede auf das Routing, wenn mehrere Versionen von Exchange Server in der gleichen Organisation bereitgestellt werden, finden Sie unter Nachrichtenrouting in einer Koexistenzumgebung.

Um standortbasiertes Active Directory-Routing zu implementieren, muss Exchange 2007 auf Konfigurationsinformationen zugreifen, die in Active Directory gespeichert sind. Auf einem Edge-Transport-Server werden Konfigurationsinformationen in der Instanz des Active Directory Application Mode-Verzeichnisdiensts auf dem lokalen Server gespeichert. Der Zugriff darauf erfolgt ebenfalls aus diesem Dienst. Die Microsoft Windows- und Exchange 2007-Dienste arbeiten zusammen, um Zuordnungen der Konfigurationsdaten zu erstellen. Diese Zuordnungen werden in Routingtabellen zwischengespeichert. Exchange 2007 verweist beim Treffen von Routingentscheidungen auf diese Tabellen. Der Cache wird aktualisiert, wenn sich die Routingtopologie ändert. Die Exchange-Dienste, die während des Nachrichtentransports verwendet werden, sind für die Serverfunktion Hub-Transport und die Serverfunktion Edge-Transport gleich. Die Serverfunktion Edge-Transport speichert jedoch keine Informationen zur Active Directory-Topologie zwischen.

Die folgende Konfiguration und die folgenden Dienstkomponenten sind für das interne Nachrichtenrouting wichtig:

  • Active Directory-Standorte   Ein Active Directory-Standort stellt die Routinggrenze für Hub-Transport-Server dar. Ein Hub-Transport-Server stellt Postfachservern, Servern für die Aufgliederung von Verteilergruppen und Quellservern für Connectors am lokalen Active Directory-Standort sowie Edge-Transport-Servern, die diesen Standort abonniert haben, Nachrichten direkt zu. Ein Hub-Transport-Server muss jedoch Nachrichten mittels Relay an einen anderen Hub-Transport-Server für Empfänger, Server für die Aufgliederung von Verteilergruppen und Connectors weiterleiten, die sich an Active Directory-Remotestandorten befinden. Die Serverfunktion Hub-Transport muss an jedem Active Directory-Standort bereitgestellt werden, der andere Exchange 2007-Serverfunktionen enthält.
  • Active Directory-IP-Standortverknüpfungen   Active Directory-IP-Standortverknüpfungen definieren logische Pfade zwischen Active Directory-Standorten. Exchange 2007 verweist auf die IP-Standortverknüpfungsobjekte, um den kostengünstigsten Pfad von Active Directory-Remotestandorten zu bestimmen.
  • Sendeconnectors   Sendeconnectors werden zum Weiterleiten von Nachrichten an Adressräume verwendet. Wenn eine Nachricht einer externen Domäne zugestellt wird, ist das Routingziel normalerweise ein Sendeconnector. Eine Exchange-Organisation, die Nachrichten für mehrere E-Mail-Domänen akzeptiert, kann Sendeconnectors erstellen, die für die einzelnen Adressräume reserviert sind. Weitere Informationen zur Auswahl von Sendeconnectors finden Sie unter Weiterleitung an externe Domänen.
  • Routinggruppen   Routinggruppen stellen eine Routinggrenze für Exchange 2003 und Exchange 2000 dar. Wenn Exchange 2007 in einer vorhandenen Organisation bereitgestellt wird, muss das Routing den Standort von Servern in Routinggruppen berücksichtigen, um eine Nachricht einem Postfach oder einem Connector zuzustellen, das bzw. der eine frühere Version von Exchange Server verwendet. Um Kompatibilität mit früheren Versionen von Exchange Server zu implementieren, gehören alle in der Organisation bereitgestellten Computer, die Exchange 2007 ausführen, zu einer einzigen, globalen Routinggruppe.
  • Routinggruppenconnectors   Routinggruppenconnectors definieren logische Pfade zwischen Exchange-Routinggruppen. Wenn Exchange 2007 in einer vorhandenen Exchange 2003- oder Exchange 2000-Organisation bereitgestellt wird, werden Nachrichten zwischen Serverversionen durch Routinggruppenconnectors weitergeleitet. Wenn der erste Hub-Transport-Server bereitgestellt wird, fordert Sie der Installationsprozess auf, einen Routinggruppenconnector von der globalen Exchange 2007-Routinggruppe zu einer Legacyroutinggruppe zu erstellen. Weitere Informationen zum Nachrichtenrouting in einer Umgebung, in der mehrere Versionen von Exchange Server bereitgestellt werden, finden Sie unter Nachrichtenrouting in einer Koexistenzumgebung.
  • Microsoft Exchange-Transportdienst   Der Microsoft Exchange-Transportdienst ist der SMTP-Anbieter (Simple Mail Transfer Protocol) für Exchange 2007 und steuert alle Komponenten der Nachrichtenverarbeitung von SMTP IN bis zu SMTP OUT. Eine Reihe konfigurierbarer SMTP-Empfangs-Agents werden von verschiedenen SMTP-Ereignissen ausgelöst. Der Microsoft Exchange-Transportdienst ermöglicht diesen Agents die Verarbeitung der Nachrichten, wenn sie den SMTP-Transport durchlaufen. Dabei werden Antispam-, Antiviren- und weitere Tasks ausgeführt, bevor die Nachrichten an das Kategorisierungsmodul übermittelt werden.
    Bei der Kategorisierung erfolgt die Empfängerauflösung, das Routing und die Inhaltskonvertierung. An diesem Punkt der Transportpipeline werden weitere Agents ausgelöst. Der Microsoft Exchange-Transportdienst verwendet außerdem das Topologieerkennungsmodul für die Exchange-Topologieerkennung. Weitere Informationen zu den Komponenten und der Verarbeitung, die vom Microsoft Exchange-Transportdienst bereitgestellt werden, finden Sie unter Microsoft Exchange Server 2007-Transportarchitekturdiagramme.
  • Microsoft Exchange Active Directory-Topologiedienst   Der Microsoft Exchange Active Directory-Topologiedienst ist für das Ermitteln der Domänencontroller und globalen Katalogserver verantwortlich, die Exchange 2007 zum Abrufen von Konfigurations- und Empfängerdaten aus Active Directory verwenden kann. Der Microsoft Exchange Active Directory-Topologiedienst ist außerdem dafür verantwortlich, die Active Directory-Standortaffinität für einen Servercomputer mit Exchange 2007 aktuell zu halten.
  • Routingtabellen   Die Routingtabellen enthalten die Informationen, die die Routingkomponente verwendet, um Routingentscheidungen zu treffen. Die Routingtabelle besteht aus einer Zuordnung der Topologiekomponenten und ihrer Beziehungen zueinander.
  • DNS    Exchange 2007 verwendet einen erweiterten DNS-Client (Domain Name System), eine Komponente des Microsoft Exchange-Transportdiensts, um die Auswahl der nächsten Hops in eine Liste von Zielservernamen aufzulösen. Der DNS-Standardclient wird zum Auflösen dieser Liste von Servernamen in IP-Adressen verwendet. Erweitertes DNS stellt außerdem Lastenausgleichsfunktionen für Exchange 2007-Transportserver mithilfe von Round-Robin zur Verfügung.
  • SMTP   SMTP wird für die Kommunikation verwendet, wenn Nachrichten mittels Relay zwischen SMTP-Servern weitergeleitet werden. Ein SMTP-Server kann ein Hub-Transport -Server, ein Edge-Transport-Server, ein Servercomputer mit Exchange 2000, ein Servercomputer mit Exchange 2003 oder sogar ein Smarthost sein. Ein Hub-Transport-Server verwendet RPCs (Remote Procedure Calls, Remoteprozeduraufrufe), um Nachrichten an Postfachserver zuzustellen, die die gleiche Active Directory-Standortmitgliedschaft wie der Hub-Transport-Server aufweisen.

Ein Active Directory-Standort ist eine logische Konfigurationskomponente, die auf den physikalischen Aspekten des Netzwerks basiert. Der Hauptzweck, dem die Erstellung eines Active Directory-Standorts dient, besteht in der Definition, welche Subnetze im Netzwerk so verbunden sind, dass die Steuerung des Active Directory-Replikationsverkehrs optimiert wird. Der Replikationsverkehr an einem Active Directory-Standort kann ohne die Verwendung von Connectors oder Zeitplanung erfolgen. Wenn der Replikationsverkehr jedoch zwischen Active Directory-Standorten übermittelt werden muss, wird er durch die Konfiguration von Active Directory-Standortverknüpfungen gesteuert. Active Directory-Standorte können als Host für Server aus mehreren Domänen fungieren. Eine Domäne kann auch an mehreren Active Directory-Standorten vertreten sein.

Der Active Directory-Standort stellt eine Routinggrenze für Exchange 2007 dar. Computer, auf denen die Serverfunktion Hub-Transport installiert ist, treffen Routingentscheidungen basierend auf der Active Directory-Standorttopologie.

Standardmäßig enthält eine Active Directory-Gesamtstruktur nur einen Active Directory-Standort. Der Standardname für diesen Active Directory-Standort lautet "Default-First-Site-Name". Wenn keine weiteren Active Directory-Standorte erstellt werden, sind alle Domänenmitgliedscomputer in der Gesamtstruktur Mitglieder von "Default-First-Site-Name". Und Sie müssen keine Zuordnung zwischen Subnetz und Standort konfigurieren. Wenn zusätzliche Active Directory-Standorte erstellt werden, müssen Sie die Subnetze angeben, die dem betreffenden Active Directory-Standort zugeordnet sind.

Jeder Active Directory-Standort ist mindestens einem IP-Subnetz zugeordnet. Ein Administrator weist die Active Directory-Standortmitgliedschaft Computern zu, die als Domänencontroller und globale Katalogserver konfiguriert sind. Anderen Domänenmitgliedscomputern, z. B. Servercomputern mit Exchange, wird die Active Directory-Standortmitgliedschaft automatisch zugewiesen, wenn sie für die Verwendung einer IP-Adresse konfiguriert werden, die sich in einem IP-Subnetz befindet, das einem Active Directory-Standort zugeordnet ist. Bei Computern, die die gleiche Active Directory-Standortmitgliedschaft besitzen, wird davon ausgegangen, dass sie über eine gute Netzwerkverbindung verfügen. Ein Server ist immer Mitglied eines einzelnen Active Directory-Standorts.

Wenn eine Anwendung die Active Directory-Standortmitgliedschaft des Computers bestimmen kann, auf dem sie installiert ist, sowie anderer Computer in der Gesamtstruktur, und diese Informationen zum Steuern des Kommunikationsflusses verwenden kann, handelt es sich um eine standortaktivierte Anwendung. Wenn standortaktivierte Anwendungen die Dienste eines anderen Servers verwenden müssen, z. B. eines Domänencontrollers oder eines globalen Katalogsservers, erhalten die Server mit der gleichen Active Directory-Standortmitgliedschaft wie der Computer, der diese Dienste anfordert, Priorität.

Exchange 2007 ist eine standortaktivierte Anwendung und verwendet die Active Directory-Topologie für Nachrichtenrouting und die Kommunikation mit den Diensten, die auf Computern ausgeführt werden, auf denen andere Exchange 2007-Serverfunktionen installiert sind. Der Active Directory-Standort ist nicht nur die Routinggrenze. Er ist auch die Diensterkennungsgrenze.

Die Bestimmung der Standortmitgliedschaft für einen Domänenmitgliedscomputer hängt von einer Reihe von DNS-Abfragen ab, um die lokale IP-Adresse mit definierten Untermengen zu vergleichen und dann die entsprechende Standortmitgliedschaftszuordnung zu ermitteln. Um den Mehraufwand zu verringern, der mit DNS-Abfragen verbunden ist, enthalten die Exchange 2007 Active Directory-Schemaerweiterungen das Attribut msExchServerSite für das Exchange-Serverobjekt. Der Wert dieses Attributs ist der DN (Distinguished Name) des Active Directory-Standorts eines Servercomputers mit Exchange. Dieses Attribut ist eine Eigenschaft jedes Exchange-Serverobjekts. Wenn die Standortmitgliedschaftsaffinität als ein Attribut des Serverobjekts gespeichert wird, kann die aktuelle Topologie direkt aus Active Directory gelesen werden, anstatt DNS-Abfragen verwenden zu müssen, und eine Standortmitgliedschaftszuordnung wird für einen Nicht-Domänencomputer aktiviert, z. B. für einen abonnierten Edge-Transport-Server.

Der Wert für das Attribut msExchServerSite wird vom Microsoft Exchange Active Directory-Topologiedienst mit Daten aufgefüllt und aktuell gehalten. Wenn ein Windows-basierter Computer gestartet wird, bestimmt der Netzwerkanmeldungsdienst die Standortmitgliedschaft für den Computer. Der Netzwerkanmeldungsdienst verwendet diese Informationen, um Domänencontroller zu ermitteln, die sich am gleichen Active Directory-Standort wie der lokale Computer befinden, und leitet dann Autorisierungs- und Authentifizierungsanforderungen an diese Server um. Der Microsoft Exchange Active Directory-Topologiedienst verwendet den API-Aufruf DsGetSiteName zum Abrufen des Werts der Standortmitgliedschaf aus dem Netzwerkanmeldungsdienst und schreibt den DN des Active Directory-Standorts in das Attribut msExchangeServerSite für das Exchange-Serverobjekt in Active Directory.

Tabelle 1 zeigt, wie eine Organisation Active Directory-Standorte definieren kann. In diesem Beispiel werden drei Active Directory-Standorte definiert, und jedem Active Directory-Standort sind mehrere IP-Subnetze zugeordnet.

Tabelle 1   Beispiel für eine Active Directory-Zuordnung des Standorts zu Subnetzen

 

Name des Active Directory-Standorts Zugeordnete IP-Subnetze

Standort A

192.168.1.0/24

192.168.2.0/24

Standort B

192.168.3.0/24

192.168.4.0/24

Standort C

192.168.5.0/24

192.168.6.0/24

Wenn ein Server namens HubTransportA die IP-Adresse 192.168.1.1 besitzt, ist er Mitglied von Standort A. Durch Ändern der IP-Adresse eines Servers ändern Sie ggf. seine Standortmitgliedschaft. Wenn Sie die IP-Adresse von HubTransportA in 192.168.2.1 ändern, ändert dies die Active Directory-Standortmitgliedschaft des Servers nicht, weil dieses Subnetz ebenfalls Standort A zugeordnet ist. Wenn Sie den Server jedoch verschieben, und die IP-Adresse ändert sich in 192.168.3.1, wird der Server als Mitglied von Standort B betrachtet.

Eine Änderung der Standortmitgliedschaft kann auch auftreten, wenn Sie die Zuordnung der Subnetze zu Active Directory-Standorten ändern. Wenn Sie z. B. das Subnetz 192.168.3.0 aus der Zuordnung zu Standort B entfernen und dann Standort A zuordnen, ändert sich auch die Standortmitgliedschaft eines Servers mit der IP-Adresse 192.168.3.1 in Standort A. Bei jeder Änderung einer Standortmitgliedschaft muss Exchange 2007 die Konfigurationsdaten aktualisieren, damit die Änderung berücksichtigt wird, wenn Exchange 2007 Routingentscheidungen trifft. Es entsteht eine Wartezeit zwischen den Zeitpunkt, zu dem eine Änderung in einer Active Directory-Standortmitgliedschaft stattfindet, und dem Zeitpunkt, zu dem die Topologieänderung vollständig übermittelt sind. Die folgende Kommunikation muss in der angegebenen Reihenfolge stattfinden, um Topologieänderungen zu übermitteln:

  1. Die Änderung der Standortmitgliedschaft wird auf einen Domänencontroller geschrieben. Die aktualisierten Informationen werden zwischen den Domänencontrollern an jedem Active Directory-Standort in der Gesamtstruktur repliziert. Die Zeitspanne, die erforderlich ist, bis die Änderung in der gesamten Gesamtstruktur vollständig übermittelt wurde, hängt von der durch Standortverknüpfungen definierten Active Directory-Replikationstopologie und dem -zeitplan ab.
  2. Der Netzwerkanmeldungsdienst wird auf allen Windows-basierten Computern ausgeführt und fragt regelmäßig Änderungen in der Active Directory-Standortmitgliedschaft ab. Der Netzwerkanmeldungsdienst führt diese Abfrage alle fünf Minuten durch. Aus diesem Grund wird die Änderung von Netzwerkanmeldungsdienst innerhalb von fünf Minuten erkannt, nachdem der lokale Domänencontroller die Aktualisierung empfangen hat.
  3. Der Microsoft Exchange Active Directory-Topologiedienst fragt den Netzwerkanmeldungsdienst in Intervallen von 15 Minuten ab, um die Active Directory-Standortmitgliedschaft des lokalen Servercomputers mit Exchange zu bestimmen. Wenn eine Änderung erkannt wird, aktualisiert der Microsoft Exchange Active Directory-Topologiedienst das Attribut MsExchServerSite.
  4. Der geänderte Wert des Standortattributs des Exchange-Serverkonfigurationsobjekts wird dann in die gesamte Organisation repliziert. Die Servercomputer mit Exchange in der Organisation erkennen diese Änderung. Anschließend werden die Routingtabellen mit dem neuen Wert des Attributs für die Active Directory-Standortmitgliedschaft aktualisiert.

Es entstehen Wartezeiten zwischen dem Zeitpunkt, zu dem eine Änderung der Active Directory-Standortmitgliedschaft wirksam wird, und dem Zeitpunkt, zu dem die aktualisierten Informationen für einen anderen Servercomputer mit Exchange 2007 verfügbar sind. Weitere Informationen dazu, wie Exchange 2007 diese Art von Konfigurationsänderung verarbeitet, finden Sie weiter unten in diesem Thema unter "Erneutes Routing und die Nicht erreichbar-Warteschlange".

Standortverknüpfungen sind logische Pfade zwischen Active Directory-Standorten. Ein Standortverknüpfungsobjekt stellt eine Gruppe von Standorten dar, die zu einheitlichen Kosten über einen angegebenen Transportmechanismus zwischen den Standorten kommunizieren können. Standortverknüpfungen entsprechen nicht dem tatsächlichen Pfad, den Netzwerkpakete im physikalischen Netzwerk durchlaufen. Die der Standortverknüpfung durch den Administrator zugewiesenen Kosten stehen jedoch normalerweise mit der zugrunde liegenden Netzwerkzuverlässigkeit, der Geschwindigkeit und der verfügbaren Bandbreite in Zusammenhang. Der Active Directory-Administrator würde z. B. einer Netzwerkverbindung mit einer Geschwindigkeit von 100 Megabit pro Sekunde (Mbps) niedrigere Kosten zuweisen als einer Netzwerkverbindung mit 10 Mbps.

Die Standardkosten für eine Standortverknüpfung sind 100. Gültige Standortverknüpfungskosten werden durch einen beliebigen Wert zwischen 1 und 99.999 angegeben. Wenn Sie redundante Verknüpfungen angeben, wird die Verknüpfung mit den niedrigsten zugewiesenen Kosten immer bevorzugt.

Standardmäßig sind alle Standortverknüpfungen transitiv. Dies bedeutet, dass Standort A transitiv mit Standort C verknüpft ist, wenn Standort A eine Verknüpfung mit Standort B besitzt, und Standort B eine Verknüpfung mit Standort C besitzt. Die transitive Verknüpfung zwischen Standort A und Standort C wird auch als Standortverknüpfungsbrücke bezeichnet.

Eine Active Directory-Standortverknüpfung kann für die Verwendung von IP oder von SMTP als Transportprotokoll für die Kommunikation konfiguriert werden. Exchange 2007 berücksichtigt beim Treffen von Routingentscheidungen nur IP-Standortverknüpfungen. Eine SMTP-Standortverknüpfung schränkt die Datentypen ein, die mithilfe des betreffenden Protokolls repliziert werden können, und stellt einen Speicherungs- und Weiterleitungsmechanismus für die Replikation zwischen Active Directory-Standorten bereit, die über keine zuverlässige Netzwerkverbindung verfügen. Eine IP-Standortverknüpfung schränkt die Datentypen nicht ein, die repliziert werden können. Exchange 2007 verwendet ausschließlich IP-Standortverknüpfungen, um die Routingtopologie zu bestimmen. Die Kosten, die der IP-Standortverknüpfung zugewiesen werden, werden von der Routingkomponente von Exchange 2007 beim Berechnen einer Routingtabelle berücksichtigt. Diese Kosten werden zum Berechnen des kostengünstigsten Routingpfads zum Endziel einer Nachricht verwendet.

noteHinweis:
Einer IP-Standortverknüpfung kann auch ein Zeitplan und ein Replikationsintervall zugewiesen werden. Diese Attribute wirken sich nicht auf die Exchange 2007-Nachrichtenübermittlung aus.

Jedem Active Directory-Standort muss mindestens eine IP-Standortverknüpfung zugewiesen werden. Es ist eine IP-Standardstandortverknüpfung namens DEFAULTIPSITELINK verfügbar. Wenn Sie einen Active Directory-Standort erstellen, müssen Sie diesen Standort einer IP-Standortverknüpfung zuordnen. Sie können zusätzliche IP-Standortverknüpfungen erstellen, um die gewünschte Topologie zu implementieren, oder Sie können jeden Active Directory-Standort der Standardverknüpfung DEFAULTIPSITELINK zuordnen. Jeder Active Directory-Standort, der Teil einer IP-Standortverknüpfung ist, kann direkt mit jedem anderen Standort in dieser Verknüpfung zu einheitlichen Kosten kommunizieren. Eine IP-Standortverknüpfung ermöglicht immer die Kommunikation zwischen Servern in beide Richtungen. Wenn keinen zusätzlichen IP-Standortverknüpfungen erstellt werden und alle Active Directory-Standorte DEFAULTIPSITELINK zugeordnet sind, wird das Ergebnis als vollständig vernetzte Topologie bezeichnet. Eine vollständig vernetzte Topologie ist eine Netzwerkarchitektur, in der jedes Netzwerksegment jedes andere Netzwerksegment direkt über eine physikalische Punkt-zu-Punkt- oder eine logische Verbindung erreichen kann.

In Abbildung 2 sind vier Active Directory-Standorte in der Gesamtstruktur konfiguriert. Jeder Standort wurde der Standardverknüpfung DEFAULTIPSITELINK zugeordnet. Daher kommuniziert jeder Active Directory-Standort direkt mithilfe der gleichen Kostenstruktur mit jedem anderen Standort. Es sind mehrere Kommunikationspfade angegeben, es ist jedoch nur eine IP-Standortverknüpfung definiert.

Abbildung 2   Vollständig vernetzte Topologie mit einer einzelnen IP-Standortverknüpfung

Vollständig vernetzte Topologie mit einzelner IP-Standortverknüpfung

In Abbildung 3 sind vier Active Directory-Standorte in der Gesamtstruktur konfiguriert. In dieser Topologie hat der Administrator IP-Standortverknüpfungen konfiguriert, um eine Hub-and-Spoke-Topologie der Active Directory-Standorte zu erstellen. Jeder Spokestandort kann direkt mit dem zentralen Standort kommunizieren, und die Spokestandorte können miteinander über transitive IP-Standortverknüpfungen kommunizieren.

Abbildung 3   Hub-and-Spoke-Topologie von Active Directory-IP-Standortverknüpfungen

Hub-and-Spoke-Topologie von IP-Standortverknüpfungen

Ein Active Directory-Administrator implementiert die Topologie, die am besten für die Verbindungs- und Kommunikationsanforderungen der Gesamtstruktur geeignet ist. Da die gleiche Topologie von Exchange 2007 verwendet wird, müssen Sie sicherstellen, das die aktuelle Topologie effiziente Messagingkommunikation unterstützt. Ein Exchange-Organisationsadministrator kann einer IP-Standortverknüpfung Exchange-spezifische Kosten zuweisen. Wenn einer IP-Standortverknüpfung Exchange-Kosten zugewiesen wurden, werden diese von Exchange 2007 verwendet. Andernfalls werden die Active Directory-Kosten verwendet. Weitere Informationen zum Festlegen von Exchange-Kosten für eine IP-Standortverknüpfung finden Sie unter "Steuern der IP-Standortverknüpfungskosten" weiter unten in diesem Thema. Ein Administrator, der Mitglied der Gruppe Unternehmensadministratoren ist, kann zusätzliche IP-Standortverknüpfungen erstellen.

Weitere Informationen zur Active Directory-Standortkonfiguration finden Sie unter Entwerfen der Standorttopologie.

Die Exchange 2007-Topologie ist von der Active Directory-Standorttopologie abhängig und besitzt keine eigene Konfiguration. Die Active Directory-Topologie wird für Exchange 2007 durch die folgenden erforderlichen Elemente bereitgestellt:

  • Den Microsoft Exchange Active Directory-Topologiedienst 
  • Das Topologieerkennungsmodul im Microsoft Exchange-Transportdienst

Der Microsoft Exchange Active Directory-Topologiedienst wird für alle Exchange 2007-Serverfunktionen mit Ausnahme der Serverfunktion Edge-Transport ausgeführt. Diese Servercomputer mit Exchange 2007 verwenden den Microsoft Exchange Active Directory-Topologiedienst zum Ermitteln der Domänencontroller und globalen Katalogserver, die von den Servercomputern mit Exchange zum Lesen und Schreiben von Active Directory-Daten verwendet werden können. Exchange 2007 stellt eine Bindung mit den erkannten Verzeichnisservern her, wenn Microsoft Exchange Daten aus Active Directory gelesen oder in Active Directory geschrieben hat.

Das Topologieerkennungsmodul ist Teil des Microsoft Exchange-Transportdiensts und stellt Informationen zur Active Directory-Topologie für Servercomputer mit Exchange bereit. Diese API erkennt die Servercomputer mit Exchange sowie die Serverfunktionen in der Organisation und ermittelt ihre Beziehung zu den Active Directory-Konfigurationsobjekten. Die Konfigurationsdaten werden aus Active Directory abgerufen und dann zwischengespeichert, damit die auf dem Computer ausgeführten Exchange-Dienste darauf zugreifen können.

Das Topologieerkennungsmodul führt die folgenden Schritte aus, eine Exchange-Routingtopologie zu generieren:

  1. Daten werden aus Active Directory gelesen. Die folgenden Objekte werden abgerufen:
    • Active Directory-Standorte.
    • IP-Standortverknüpfungen.
    • Alle Servercomputer mit Exchange. Dies beinhaltet Informationen zu den Exchange 2007-Serverfunktionen, die auf diesen Servern bereitgestellt werden.
  2. Die in Schritt 1 abgerufenen Daten werden zum Erstellen der anfänglichen Topologie und zum Verknüpfen und Zuordnen der in Beziehung stehenden Konfigurationsobjekte verwendet.
  3. Servercomputer mit Exchange werden Active Directory-Standorten durch Abrufen des Werts des Standortattributs aus dem Exchange-Serverobjekt zugeordnet, das in Active Directory gespeichert ist.
  4. Routingtabellen werden mit der abgerufenen Informationssammlung aktualisiert.

Durch diesen Vorgang wird jeder Servercomputer Exchange 2007 für die anderen Servercomputer mit Exchange in der Organisation aktiviert und über die Entfernung der Servercomputer mit Exchange voneinander informiert.

Wenn der Microsoft Exchange-Transportdienst gestartet wird, berechnet er eine Sammlung von Routingtabellen, die auf dem Snapshot der Informationen basieren, die aus Active Directory (oder auf einem Edge-Transport-Server aus ADAM) abgerufen werden. Die in ADAM gespeicherten Konfigurationsinformationen beinhalten die verfügbaren Connectors und akzeptierten Domänen, nicht jedoch die Topologiedaten.

Die Routingkomponente ermittelt anhand der Routingtabellen, wie Nachrichten an Empfänger weitergeleitet werden. Wenn Konfigurationsänderungen vorgenommen werden, werden die Routingtabellen erneut erstellt. Die neuen Routingtabellen werden zum Weiterleiten neuer eingehender Nachrichten verwendet. Nachrichten in Remotezustellungswarteschlangen werden ebenfalls erneut weitergeleitet, wenn die Routingkomponente feststellt, dass diese von den Konfigurationsänderungen betroffen sind. Weitere Informationen zum erneuten Routing von Nachrichten finden Sie weiter unten in diesem Thema unter "Erneutes Routing und die Nicht erreichbar-Warteschlange".

Die folgenden Konfigurationsdaten werden aus Active Directory abgerufen und der Routingkomponente von Hub-Transport-Servern zur Verfügung gestellt:

  • Active Directory-Standorte
  • Active Directory-IP-Standortverknüpfungen
  • Servercomputer mit Exchange und ihre Beziehung zu Active Directory-Standorten
  • SMTP-Connectors
  • Nicht-SMTP-Connectors. Dies beinhalte fremde Exchange 2007-Connectors und beliebige Nicht-SMTP-Connectors, die von Exchange 2003 oder Exchange 2000 gehostet werden.
  • Routinggruppen
  • Routinggruppenconnectors
  • Postfachspeicher (private Nachrichtendatenbanken [MDB-Dateien])
  • Informationsspeicher für Öffentliche Ordner (öffentliche MDB-Dateien)
  • Öffentliche Ordner-Hierarchien

Basierend auf diesen Informationen füllt die Routingkomponente des Microsoft Exchange-Transportdiensts Routingtabellen mit Daten auf, um die Routingentscheidungen zu optimieren. Die Routingtabelle setzt die Daten miteinander in Beziehung, um eine Topologiezuordnung zu erstellen. Diese Topologiezuordnung enthält die folgenden Elemente:

  • Zuordnung verknüpfter Connectors   Diese Zuordnung setzt die Bezeichner von Empfangsconnectors auf dem lokalen Server mit dem verknüpften Sendeconnector in Beziehung.
  • Serverzuordnung   Alle Exchange 2007-Hub-Transport-Server, -Edge-Transport-Server, -Postfachserver und Servercomputer mit Exchange 2000 und Exchange 2003 in der Organisation sind in der Serverzuordnung enthalten. Diese Zuordnung setzt den DN (Distinguished Name) jedes Servercomputers mit Exchange mit Serverroutingdaten in Beziehung. Dabei werden die Gesamtkosten berücksichtigt, zu denen der betreffende Server erreicht werden kann.
  • Legacyserverzuordnung   Alle Exchange 2007-Hub-Transport-Server, -Edge-Transport-Server, -Postfachserver und Servercomputer mit Exchange 2000 und Exchange 2003 in der Organisation sind in der Legacyserverzuordnung enthalten. Diese Zuordnung setzt den Legacy-DN (Distinguished Name) jedes Servercomputers mit Exchange mit Serverroutingdaten in Beziehung. Dabei werden die Gesamtkosten berücksichtigt, zu denen der betreffende Server erreicht werden kann. Diese Zuordnung unterstützt Speicherüberschreibfunktionen. Speicherüberschreibfunktionen sind für Öffentliche Ordner spezifisch. Weitere Informationen finden Sie unter Weiterleiten von Nachrichten an Öffentliche Ordner.
  • MDB-Zuordnung   Alle MDB-Dateien in der Organisation sind in der MDB-Zuordnung enthalten. Diese Zuordnung setzt den DN (Distinguished Name) jeder MDB-Datei mit Serverroutingdaten in Beziehung. Dabei werden die Gesamtkosten berücksichtigt, zu denen der betreffende Server erreicht werden kann.
  • Active Directory-Standortzuordnung   Diese Zuordnung setzt jeden Active Directory-Standort mit einer Struktur in Beziehung, die den kostengünstigsten Routingpfad vom lokalen Standort zu jedem anderen Standort enthält. Die Zuordnung enthält alle Hub-Standorte entlang des kostengünstigsten Routingpfads. Jeder Routingpfadhop identifiziert außerdem alle Hub-Transport-Server an diesem Standort, die von der erweiterten DNS-Komponente verwendet werden.
  • Routinggruppenzuordnung   Diese Zuordnung weist die Gesamtkosten und den Routinggruppenconnector für den ersten Hop für den kostengünstigsten Routingpfad aus der Exchange 2007-Routinggruppe zu jeder Legacyroutinggruppe zu.
  • Sendeconnectorzuordnung   Diese Zuordnung identifiziert die in der Organisation konfigurierten Sendeconnectors und die Quellserver für jeden Connector.

Die Routingtabellen werden bei jedem Start eines Transportserver erstellt und erneut berechnet, wenn Konfigurationsänderungen empfangen werden. Konfigurationsänderungen können durch Folgendes erkannt werden:

  • Active Directory-Änderungsbenachrichtigungen   Zwischen dem Zeitpunkt, zu dem eine Benachrichtigung empfangen wird, und dem Zeitpunkt, zu dem die Änderung in die Routingtabellen geschrieben wird, liegt eine Verzögerung. Durch diese Verzögerung kann die Routingkomponente die Änderungen zu einem Batch zusammenfassen und mehrere Änderungen in einem einzigen Vorgang verarbeiten. Standardmäßig veranlasst jede Benachrichtigung die Routingkomponente dazu, die Verarbeitung der Benachrichtigung um fünf Sekunden zu verzögern. Wenn z. B. fünf Benachrichtigungen genau eine Sekunde nach der vorherigen Benachrichtigung empfangen werden, verzögert das Routing die Verarbeitung der Änderung um insgesamt neun Sekunden.
  • Durch Dienststeuerungsbefehle bewirktes erneutes Laden der Konfiguration   Die Routingkomponente lädt die Konfigurationsdaten, wenn der Microsoft Exchange-Transportdienst neu gestartet wird.
  • Regelmäßiges erneutes Laden, um Änderungen zu verfolgen, die nicht durch Active Directory-Benachrichtigungen unterstützt werden   Standardmäßig lädt das Routing die Konfigurationsdaten regelmäßig erneut, damit sichergestellt ist, dass alle Änderungen verfolgt werden. Das erneute Laden der Konfigurationsdaten findet in Intervallen von sechs Stunden statt.

Die Informationen in den Routingtabellen werden in Routingprotokollen protokolliert. Diese Protokolle werden standardmäßig im Ordner C:\Programme\Microsoft\Exchange Server\TransportRoles\Logs\Routing gespeichert. Bei jeder Berechnung der Routingtabellen wird ein neues Protokoll generiert. Wenn der Hub-Transport-Server aus irgendeinem Grund keine Verbindung mit Active Directory herstellen kann, fällt das Routing Routingentscheidungen basierend auf den aktuell zwischengespeicherten Daten, auch wenn diese ggf. nicht mehr aktuell sind. Weitere Informationen finden Sie unter Verwalten der Routingtabellenprotokollierung.

Eine Nachricht kann von einem Hub-Transport-Server aus einer der folgenden Quellen empfangen werden:

  • Von einem Edge-Transport-Server, der eine Nachricht mittels Relay in die Organisation weiterleitet.
  • Übermittlung durch einen Postfachserver.
  • Das PICKUP-Verzeichnis oder das Wiedergabeverzeichnis.
  • Von einem Unified Messaging-Server.
  • Intern generierte Systemnachrichten, z. B. eine DSN-Nachricht.
  • Von einem anderen Hub-Transport-Server.
  • Von einem Servercomputer mit Exchange 2003 oder Exchange 2000.
  • Von fremden Gateways, die Nachrichten an das PICKUP-Verzeichnis übermitteln.
  • Von SMTP-Drittanbieterservern.

Wenn eine Nachricht von einem Hub-Transport-Server empfangen wird, muss die Nachricht kategorisiert werden. Die erste Phase der Nachrichtenkategorisierung ist die Empfängerauflösung. Nachdem der Empfänger aufgelöst wurde, kann das Endziel bestimmt werden. In der nächsten Phase – dem Routing – wird bestimmt, wie dieses Ziel am besten erreicht werden kann. Eine einzelne, deterministische Route wird ausgewählt. Diese Route wird nur dann erneut berechnet, wenn sich die Routingkonfiguration ändert.

Aus der Perspektive des sendenden Servers stellt jede Zustellungswarteschlange das Ziel für eine bestimmte Nachricht dar. Wenn der Hub-Transport-Server oder der Edge-Transport-Server das Ziel für eine Nachricht auswählt, wird das Ziel als Attribut NextHopSolutionKey auf den Empfänger gestempelt. Wenn eine einzelne Nachricht an mehrere Empfänger gesendet wird, verfügt jeder dieser Empfänger über das Attribut NextHopSolutionKey. Der empfangende Server führt ebenfalls Nachrichtenkategorisierung durch und reiht die Nachricht für die Zustellung in eine Warteschlange ein. Nachdem eine Nachricht in einer Warteschlange gespeichert wurde, können Sie den Zustellungstyp für eine bestimmte Warteschlange untersuchen, damit Sie bestimmen können, ob eine Nachricht nochmals mittels Relay weitergeleitet wird, wenn sie das nächste Hopziel erreicht.

Das Ziel für eine Nachricht kann als einer der folgenden Zustellungstypen klassifiziert werden:

  • DNS-Connectorzustellung   Die Nachrichten werden für die Übermittlung an einen externen Empfänger mithilfe eines SMTP-Sendeconnectors, für den der lokale Server ein Quellserver ist, in einer Warteschlange gespeichert. Der Connector ist für die Verwendung von DNS zum Auflösen der Empfängeradressen konfiguriert.
  • Nicht-SMTP-Gatewayzustellung   Die Nachrichten werden für die Übermittlung an einen externen Empfänger mithilfe eines fremden Connectors, für den der lokale Server ein Quellserver ist, in einer Warteschlange gespeichert. Dieser Zustellungstyp wird nur verwendet, wenn die Nachrichten dem Dropverzeichnis des fremden Connectors auf dem lokalen Server zugestellt werden.
  • Smarthost-Connectorzustellung   Die Nachrichten werden für die Übermittlung an einen externen Empfänger mithilfe eines SMTP-Sendeconnectors, für den der lokale Server ein Quellserver ist, in einer Warteschlange gespeichert. Der Connector ist für die Verwendung eines Smarthosts für die Zustellung konfiguriert.
  • SMTP-Relay in einem Active Directory-Standort an einen Edge-Transport-Server   Die Nachrichten werden für die Zustellung an einen externen Empfänger mithilfe eines SMTP-Sendeconnectors, für den der Quellserver ein Edge-Transport-Server ist, der den lokalen Active Directory-Standort abonniert hat, in einer Warteschlange gespeichert.
  • MAPI-Zustellung   Die Nachrichten werden für die Zustellung an das Postfach eines Empfängers, an einen Öffentlichen Ordner oder einen Informationsspeicher für Öffentliche Ordner, der sich auf einem Postfachserver befindet, der sich am lokalen Active Directory-Standort befindet, in einer Warteschlange gespeichert.
  • SMTP-Relay in einem Active Directory-Standort   Die Nachrichten werden für die Zustellung an einen Hub-Transport-Server in einer Warteschlange abgelegt, der sich am gleichen Active Directory-Standort wie der lokale Server befindet. Der Zielserver kann der Quellserver für einen Sendeconnector oder einen fremden Connector, der Quellserver eines Routinggruppenconnectors oder ein Server für die Aufgliederung von Verteilergruppen sein.
  • SMTP-Relay an einen Active Directory-Remotestandort   Die Nachrichten werden für die Zustellung an einen Hub-Transport-Server, der sich an einem Active Directory-Remotestandort befindet, in einer Warteschlange abgelegt. Der Zielserver am Active Directory-Remotestandort kann einer der folgenden Servertypen sein:
    • Der Quellserver für einen Connector, der für den Transport von Nachreichten für externe Empfänger konfiguriert ist.
    • Der Quellserver für einen Routinggruppenconnector.
    • Ein Server für die Aufgliederung der Verteilergruppe.
    • Ein Postfachserver, der sich am Active Directory-Remotestandort befindet.
    Die Nachrichten werden an einen der Hub-Transport-Server am Zielstandort übermittelt. Der empfangende Server leitet die Nachrichten mittels Relay innerhalb des Active Directory-Standorts weiter, falls dies erforderlich ist.
  • SMTP-Relay an eine Legacyroutinggruppe   Die Nachrichten werden für die Zustellung an den Routinggruppenconnector für den ersten Hop, der für das Erreichen einer Exchange 2003- oder Exchange 2000-Routinggruppe verwendet wird, in einer Warteschlange gespeichert. Der Zielserver kann einer der folgenden Servertypen sein:
    • Der Quellserver für einen Connector.
    • Ein Aufgliederungsserver.
    • Ein Exchange 2003-Bridgeheadserver, der Nachrichten zustellt, die an Postfachempfänger adressiert sind, die sich in der Routinggruppe befinden.
  • Nicht erreichbar   Eine Route zum Empfänger konnte nicht bestimmt werden, und die Nachrichten befinden sich in der Nicht erreichbar-Warteschlange.

Wenn mehrere Routingpfade zu einem Ziel vorhanden sind, verwendet das Exchange 2007-Routing deterministische Algorithmen, um einen einzigen, deterministischen Routingpfad auszuwählen, über den die Nachricht weitergeleitet wird. Abhängig vom individuellen Nachrichtenroutingszenario beeinflussen die folgenden Faktoren ggf. die Auswahl eines kostengünstigsten Routingpfads:

  • Verknüpfte Connectors   Wenn der Empfangsconnector, auf dem die Nachricht empfangen wird, mit einem Sendeconnector verknüpft ist, werden Nachrichten unabhängig von den Kosten an diesen Sendeconnector weitergeleitet. Diese Konfiguration besitzt immer Vorrang.
  • Die den IP-Standortverknüpfungen und Routinggruppenconnectors, die zum Erreichen des Ziels durchlaufen werden müssen, zugewiesenen Kosten   Wenn mehrere Routingpfade zwischen einem Quellserver und einem Zielserver vorhanden sind, wird der Routingpfad mit den geringsten Gesamtkosten ausgewählt.
  • Der einem Active Directory-Standort zugewiesene Name   Wenn mehrere Routingpfade die gleichen Gesamtkosten aufweisen, führt die Routingkomponente einen alphanumerischen Vergleich des Namens der Active Directory-Standorte durch, die dem Zielstandort auf jedem Routingpfad vorausgehen. Es wird dann der Routingpfad verwendet, bei dem der Active Directory-Standort, der dem Ziel am nächsten ist, in der alphanumerischen Reihenfolge am niedrigsten ist.
  • Der einem Routinggruppenconnector zugewiesene Name   Wenn mehrere Routingpfade die gleichen Gesamtkosten aufweisen, führt die Routingkomponente einen alphanumerischen Vergleich des Namens der Routinggruppenconnectors durch, die vor dem Ziel auf jedem Routingpfad liegen. Es wird dann der Routingpfad verwendet, bei dem der Routinggruppenconnector, der dem Ziel am nächsten ist, in der alphanumerischen Reihenfolge am niedrigsten ist.
  • Der einem Sendeconnector zugewiesene Adressraum   Der Sendeconnector mit der genauesten Adressraumentsprechung zum Ziel wird ausgewählt.
  • Die dem auf einem Sendeconnector konfigurierten Adressraum zugewiesenen Kosten   Wenn mehreren Sendeconnectors der gleiche Adressraum zugewiesen wurde, vergleicht die Routingkomponente die dem Adressraum zugewiesenen Kosten. Der Sendeconnector mit den geringsten Kosten wird ausgewählt.
  • Der Connectorstatus   Die Routingkomponente von Exchange 2007 berücksichtigt beim Berechnen des Routingpfads nur aktivierte Connectors. Frühere Versionen von Exchange Server berücksichtigen den Connectorstatus jedoch nicht. Weitere Informationen finden Sie unter Nachrichtenrouting in einer Koexistenzumgebung.
  • Connectorbereich   Ein Connector kann auf die Verwendung durch Servercomputer mit Exchange 2007 beschränkt sein, die sich am gleichen Active Directory-Standort wie die Quelltransportserver für den Connector befinden. In früheren Versionen von Exchange Server konnte der Connectorbereich auf Server beschränkt sein, die Mitglied in der gleichen Routinggruppe sind.
  • Beschränkungen der Nachrichtengröße   Der Wert der für einen Connector festgelegten Beschränkung der Nachrichtengröße muss größer als die Größe der weitergeleiteten Nachricht sein. Connectors mit einer Beschränkung der Nachrichtengröße, die kleiner als die Größe der Nachricht ist, werden bei der Routingauswahl nicht berücksichtigt.
  • Die Nähe des Ziels zum sendenden Server   Das Routing bevorzugt den nächstgelegenen Server in der folgenden Reihenfolge: lokaler Server, Server am gleichen Active Directory-Standort, Server an einem Active Directory-Remotestandort oder Routinggruppe.

Wie bereits zuvor erläutert, verwendet Exchange 2007 einen deterministischen Algorithmus, um den kostengünstigsten Routingpfad auszuwählen. Die folgende Logik wird zum Auswählen des Routingpfads verwendet:

  • Zuerst wird der kostengünstigste Routingpfad berechnet, indem die Kosten der IP-Standortverknüpfungen und ggf. der Routinggruppenconnectors addiert werden, die zum Erreichen des Ziels durchlaufen werden müssen. Wenn das Ziel ein Connector ist, werden die dem Adressraum zugewiesenen Kosten zu den Kosten addiert, die zum Erreichen des ausgewählten Connectors erforderlich sind. Wenn mehrere Routingpfade möglich sind, wird nur der Routingpfad mit den geringsten Gesamtkosten verwendet.
  • Wenn mehrere Routingpfade die gleichen Gesamtkosten aufweisen, wird die Anzahl der Hops in jedem Pfad ausgewertet, und der Routingpfad mit der geringsten Anzahl von Hops wird verwendet.
  • Wenn noch immer mehrere Routingpfade verfügbar sind, wird der Name berücksichtigt, der den Active Directory-Standorten oder Routinggruppenconnectors vor dem Ziel zugewiesen wurde. Der Routingpfad, dessen Active Directory-Standort in größter Nähe zum Ziel in der alphanumerischen Reihenfolge am niedrigsten ist, wird verwendet. Wenn der Standort in größter Nähe zum Ziel für alle ausgewerteten Routingpfade identisch ist, wird ein früherer Standortname berücksichtigt.

Abbildung 4 zeigt die Routingtopologie für eine Exchange-Organisation. Diese Topologie wird in den folgenden Beispielen verwendet, um die Logik zu zeigen, die vom Routingalgorithmus zum Auswählen des kostengünstigsten Routingpfads verwendet wird.

Abbildung 4   Eine Exchange 2007-Routingtopologie

Auswahl der kostengünstigsten Route für Exchange-Routing

Beispiel 1   Eine Nachricht, die mittels Relay von Standort A an Standort D weitergeleitet wird, kann zwei möglichen Routingpfaden folgen: Standort A - Standort B - Standort D und Standort A - Standort C - Standort D. Die den IP-Standortverknüpfungen in jedem Routingpfad zugewiesenen Kosten werden addiert, um die Gesamtkosten für das Routing der Nachricht zu ermitteln. In diesem Beispiel besitzt der Routingpfad Standort A - Standort B - Standort D die Gesamtkosten von 20. Der Routingpfad Standort A - Standort C - Standort D weist Gesamtkosten von 10 auf. Das Routing wählt den Pfad Standort A - Standort C - Standort D aus.

Beispiel 2   Eine Nachricht wird mittels Relay von Standort B an Standort D weitergeleitet. Es gibt drei mögliche Routingpfade: Standort B - Standort D mit Kosten von 15, Standort B - Standort E - Standort C - Standort D mit Kosten von 15 und Standort B - Standort A - Standort C - Standort D mit Kosten von 15. Da mehrere Routingpfade die gleichen Kosten ergeben, wählt das Routing den Routingpfad Standort B - Standort D aus. Dieser weist die niedrigste Anzahl von Hops auf.

Beispiel 3   Eine Nachricht wird mittels Relay von Standort A an Standort E weitergeleitet. Es gibt zwei mögliche Routingpfade: Standort A - Standort B - Standort E mit Kosten von 10 und Standort A - Standort C - Standort E mit Kosten von 10. Beide Routingpfade weisen die gleichen Kosten und die gleiche Anzahl von Hops auf. Die alphanumerische Reihenfolge der Active Directory-Standorte unmittelbar von Standort E wird verglichen. Standort B besitzt einen niedrigeren alphanumerischen Wert als Standort C. Daher wählt das Routing den Routingpfad Standort A - Standort B - Standort E aus.

Nachdem der kostengünstigste Routingpfad bestimmt wurde, berücksichtigt die Exchange 2007-Routingkomponente keine alternativen Routingpfade.

Ein Active Directory-Standort, an dem keine Hub-Transport-Server bereitgestellt wurden, wird vom Routing nicht erkannt und nimmt nicht an der Exchange-Topologie teil. Wenn ein solcher Standort jedoch entlang des kostengünstigsten Routingpfads zwischen Standorten vorhanden ist, an denen Hub-Transport-Server bereitgestellt wurden, werden die IP-Standortverknüpfungskosten der Verknüpfungen, die diesen Standort verbinden, bei der Berechnung des kostengünstigsten Routingpfads berücksichtigt.

Dieser Abschnitt bietet eine Übersicht darüber, wie der kostengünstigste Routingpfad ermittelt werden kann. Auführliche Informationen zur Auswahl von Routingpfaden für bestimmte Nachrichtenflussszenarios finden Sie in den folgenden Themen:

Exchange 2007-Hub-Transport-Server führen kein Relay an jeden Active Directory-Standort entlang des kostengünstigsten Routingpfads aus. Nachdem der Routingpfad bestimmt wurde, wird die Nachricht mittels Relay direkt vom Quellserver an den nächsten Hop weitergeleitet. Die Auswahl des nächsten Hops versucht, die Nachrichten so nah wie möglich an das Endziel zuzustellen. Zusätzliches Relay innerhalb des Standorts ist ggf. erforderlich, um den Endzielort zu erreichen. Findet Routing an Legacyroutinggruppen statt, wird direktes Relay an den Active Directory-Standort, an dem sich der Quellserver für den Routinggruppenconnector für den ersten Hop befindet, durchgeführt. Nachdem eine Nachricht mittels Relay an die Legacyumgebung weitergeleitet wurde, findet Standardlegacyrouting statt.

Abbildung 5 zeigt eine einfache Exchange-Topologie und stellt viele der Exchange-Routingkomponenten dar.

Abbildung 5   Exchange-Topologie und Routingkomponenten

Topologie und Komponenten für Auswahl des nächsten Hops

Gemäß Abbildung 5 wird eine Nachricht, die aus Postfach1 an Standort A an den externen Empfänger joe@contoso.com gesendet wird, folgendermaßen verarbeitet:

  1. Der Postfachübermittlungsdienst von Microsoft Exchange, der für Postfach1 ausgeführt wird, benachrichtigt einen Hub-Transport-Server, der sich am gleichen Active Directory-Standort befindet, über das neue E-Mail-Element für den Transport.
  2. Mithilfe von RPC ruft die Informationsspeichertreiber-Komponente auf einem Hub-Transport-Server am gleichen Active Directory-Standort die Nachricht ab und speichert sie in der Übermittlungswarteschlange auf dem lokalen Server.
  3. Aus der Übermittlungswarteschlange durchläuft die Nachricht die Kategorisierung. Das Kategorisierungsmodul führt zuerst die Empfängerauflösung durch und bestimmt, dass joe@contoso.com ein externer Empfänger ist.
  4. Die Routingkomponente wählt den besten Connector aus, über den die Nachricht weitergeleitet wird, und berechnet den kostengünstigsten Routingpfad zu diesem Connector. In diesem Beispiel besitzt ein Sendeconnector den Adressraum *.contoso.com und ist der Connector, der von der Routingkomponente ausgewählt wurde. Alle Quellserver für diesen Sendeconnector befinden sich an Standort B.
  5. Die Routingkomponente bestimmt den nächsten Hop, der zum Erreichen eines Quellservers für den Sendeconnector erforderlich ist. Der Hub-Transport-Server an Standort A speichert die Nachricht für die SMTP-Zustellung an Standort B in einer Warteschlange.
  6. Wenn der empfangende Server an Standort B ein Quellserver für den Sendeconnector ist, speichert er die Nachricht für die Zustellung an diesen Sendeconnector in einer Warteschlange. Wenn der empfangende Server kein Quellserver für den Sendeconnector *.contoso.com ist, wird die Nachricht mittels Relay mithilfe von SMTP an einen Hub-Transport-Server an Standort B weitergeleitet, der Quellserver für den Connector ist.

Tabelle 2 stellt weitere Beispiele für die Auswahl des nächsten Hops für mehrere Empfänger basierend auf der in Abbildung 5 gezeigten Topologie zur Verfügung.

Tabelle 2   Beispiele für die Auswahl des nächsten Hops in Abbildung 5

 

Empfangender Server Endziel Nächster Hop Warteschlangenzustellungstyp

Hub1

Postfach1

Postfach1

MAPI-Zustellung

Hub1

Postfach2

Standort B

SMTP-Relay an einen Active Directory-Remotestandort

Hub1

Postfach3

Routinggruppenconnector 1

SMTP-Relay an eine Legacyroutinggruppe

Hub1

Empfänger@fourthcoffee.com

Hub3

SMTP-Relay an einen Active Directory-Standort

Hub1

Empfänger@contoso.com

Standort B

SMTP-Relay an einen Active Directory-Remotestandort

Hub2

Postfach1

Standort A

SMTP-Relay an einen Active Directory-Remotestandort

Hub2

Postfach2

Postfach2

MAPI-Zustellung

Hub2

Postfach3

Standort A

SMTP-Relay an einen Active Directory-Remotestandort

Hub2

Empfänger@contoso.com

Sendeconnector 2

DNS-Connectorzustellung

Hub2

Empfänger@fourthcoffee.com

Standort A

SMTP-Relay an einen Active Directory-Remotestandort

Hub3

Postfach1

Postfach1

MAPI-Zustellung

Hub3

Empfänger@fourthcoffee.com

Sendeconnector 1

Smarthost-Connectorzustellung

Nachdem der kostengünstigste Routingpfad berechnet und das nächste Hopziel ausgewählt wurde, versucht das Exchange 2007-Routing, die Nachricht mittels Relay direkt an das Ziel weiterzuleiten. In einigen Konfigurationsszenarien findet jedoch kein direktes Relay statt. Ein Exchange-Administrator kann z. B. einen Active Directory-Hubstandort so konfigurieren, dass die Nachrichtenzustellung mittels Relay über einen bestimmten Active Directory-Standort unter gewissen Voraussetzungen erzwungen wird, wenn die direkte Kommunikation zwischen Active Directory-Standorten aus Gründen der Netzwerksicherheit oder aufgrund von Verbindungseinschränkungen nicht möglich ist. Weitere Informationen finden Sie unter "Implementieren von Hubstandorten".

Eine Nachricht, die mehreren Empfängern zugestellt wird, kann ebenfalls mittels Relay über einen Zwischenstandort weitergeleitet werden. Exchange 2007 wurde dafür konzipiert, die Verwendung der Netzwerkbandbreite zu minimieren. Ein Feature dieses Entwurfs ist die Möglichkeit, die Generierung mehrerer Kopien einer Nachricht für die Zustellung an Empfänger an verschiedenen Zielen zu verzögern, bis eine Gabelung im Zustellpfad erreicht wird. Dieses Feature wird auch als verzögerte Auffächerung bezeichnet. Weitere Informationen finden Sie weiter unten in diesem Thema unter "Verzögerte Auffächerung".

Die Berechnung des kostengünstigsten Routingpfads wird zum Bestimmen eines Backoffpfads verwendet, wenn ein Fehler bei der Nachrichtenzustellung an den nächsten Hop auftritt. Backoff ist in Exchange 2007 ein Mechanismus, der zum Übermitteln von Nachrichten an einen Zwischenhop im kostengünstigsten Routingpfad verwendet wird, wenn aus einem bestimmten Grund ein Fehler beim direkten Relay auftritt, z. B. aufgrund von Netzwerkproblemen oder weil Server offline geschaltet werden. Die Routingkomponente versucht, die Nachrichten mithilfe des Backoffmechanismus Hop für Hop entlang des kostengünstigsten Routingpfads so nah wie möglich an das Ziel zu übermitteln, bis eine Verbindung hergestellt werden kann. Zuerst wird ein Verbindungsversuch mit jedem Hub-Transport-Server am Active Directory-Zielstandorts unternommen. Wenn keiner der Hub-Transport-Server am Active Directory-Standort antwortet, wird der kostengünstigste Routingpfad überprüft, um zu bestimmen, wie das Backoff vom Zustellungsstandort begonnen werden kann. Das Ziel besteht darin, die Nachricht so nah wie möglich an den Zielstandort zu übermitteln und auf einem Hub-Transport-Server an diesem Active Directory-Standort in einer Warteschlange zu speichern. Dieses Verhalten wird auch als Warteschlangenbildung am Fehlerpunkt bezeichnet. Wenn die Nachricht an dem Punkt im Zustellungspfad in einer Warteschlange gespeichert wird, an dem der Kommunikationsfehler aufgetreten ist, können Sie feststellen, warum der Fehler bei der Nachrichtenzustellung aufgetreten ist.

In Abbildung 6 wird eine Nachricht gezeigt, die von Standort A nach Standort D zugestellt wird. Der kostengünstigste Routingpfad ist möglicherweise Standort A - Standort B - Standort C - Standort D. Zuerst wird die direkte Zustellung von Standort A nach Standort D versucht. Wenn kein Hub-Transport-Server an Standort D antwortet, wird die Zustellung an die Hub-Transport-Server an Standort C versucht. Dieser Vorgang wird fortgesetzt, bis ein Hub-Transport-Server die Nachricht akzeptiert. Wenn alle Zwischenstandorte nicht verfügbar sind, wird die Nachricht am Quellstandort in einer Warteschlange gespeichert. Wenn die Nachricht an Standort C in einer Warteschlange gespeichert wurde, können Sie den Fehler auf den Hub-Transport-Servern an Standort D oder die Netzwerkverbindung zwischen Standort C und Standort D untersuchen. Wenn die Nachricht am Fehlerpunkt in einer Warteschlange gespeichert wurde, befindet sich die Warteschlange im Status "Wiederholungsversuch", und die Zustellungsversuche werden basierend auf den Wiederholungsversuchintervallen für Nachrichten fortgesetzt, bis die Zustellung erfolgreich war oder die Nachricht abläuft. Die Warteschlange wird nach einem Standardintervall von 12 Stunden automatisch für die erneute Kategorisierung erneut übermittelt. Warteschlangen, die einen Connector als nächstes Hopziel aufweisen, werden nur dann automatisch erneut übermittelt, wenn eine Konfigurationsänderung auftritt, die die erneute Übermittlung verursacht. Weitere Informationen finden Sie unter Erneutes Routing von Nachrichten und die Nicht erreichbar-Warteschlange.

Sie können die Nachrichtenübermittlungs-Problembehandlung von Exchange zur Unterstützung bei der Diagnose von Nachrichtenübermittlungsproblemen verwenden. Dieses Tool ist eine Komponente des Microsoft Exchange-Problembehandlungs-Assistenten und kann aus der Toolbox der Exchange-Verwaltungskonsole ausgeführt werden.

In Abbildung 6 wird eine Nachricht von Standort A für die Zustellung an Standort D gesendet. Die Hub-Transport-Server an Standort D sind offline. Aus diesem Grund wird die Nachricht an Standort C in einer Warteschlange gespeichert.

Abbildung 6   Warteschlange am Fehlerpunkt

Warteschlange am Fehlerpunkt

In komplexeren Topologien kann der kostengünstigste Routingpfad zwischen zwei Active Directory-Standorten zahlreiche Active Directory-Zwischenstandorte enthalten. Wenn ein Netzwerkproblem an einem frühen Punkt im Routingpfad auftritt, kann es zu ineffizient sein, das Backoff standortweise vom Ende her durchzuführen und die Zustellung an jeden der Zwischenstandorte durchzuführen. Wenn der Routingpfad länger als vier Hops ist, wird binäres Backoff implementiert, bis vier oder weniger Standorte verbleiben. Binäres Backoff bedeutet, dass der nächste Verbindungsversuch in der Mitte des Routingpfads durchgeführt wird. Wenn der kostengünstigste Routingpfad vom Active Directory-Standort A zum Standort Q beispielsweise A - B - C - D - E - F - G - H - I - J - K - L - M - N - O - P- Q ist und der Netzwerkfehler an der Verknüpfung zwischen Standort B und Standort C auftritt, wird der erste Verbindungsversuch mit allen Hub-Transport-Servern an Standort Q unternommen. Wenn ein Fehler bei diesem Verbindungsversuch auftritt, findet der nächste Versuch mit allen Hub-Transport-Servern an Standort I statt. Dies ist der halbe Weg bis zu Standort Q. Wenn ein Fehler dieses Verbindungsversuchs auftritt, findet der nächste Verbindungsversuch mit allen Hub-Transport-Servern an Standort E statt. Dies ist der halbe Weg zwischen Standort A und Standort I. Wenn ein Fehler dieses Verbindungsversuchs auftritt, werden Verbindungsversuche mit dem Standort D, dem Standort C und dem Standort B unternommen, weil diese näher als vier Verknüpfungen am Quellstandort liegen. Die Nachricht wird auf einem Hub-Transport-Server an Standort B in einer Warteschlange gespeichert, bis die Verbindung zwischen den Verknüpfungen B und C wiederhergestellt wurde.

In der Exchange-Organisation müssen Sie ggf. erzwingen, dass die gesamte Nachrichtenzustellung mittels Relay über einen speziellen Active Directory-Standort erfolgt. In diesem Szenario verhindert die Konnektivität ggf. das direkte SMTP-Relay zwischen Standorten. Daher müssen Nachrichten über einen Zwischenstandort weitergeleitet werden, bevor sie an ihr Ziel gesendet werden. Aufgrund der internen Richtlinien einer Exchange-Organisation möchte der Administrator ggf. auch alle Nachrichten über einen bestimmten Standort weiterleiten. Sie können die Tasks der Exchange-Verwaltungsshell zum Definieren eines Active Directory-Standorts als Hub-Standort verwenden. Indem Sie einen Active Directory-Standort als Hub-Standort festlegen, kann zusätzlicher Gesamtmehraufwand verursacht werden, weil eine größere Anzahl von Servern an der Nachrichtenzustellung beteiligt ist. Angenommen, eine Nachricht wird von Standort A an Standort E gesendet. Wenn der kostengünstigste Routingpfad Standort A - Standort B - Standort C - Standort D - Standort E lautet, und Sie legen Standort C als Hub-Standort fest, wird die Nachricht mittels Relay von Standort A an Standort C weitergeleitet und dann von Standort C an Standort E weitergeleitet.

Sie verwenden das Cmdlet Set-ADSite, um einen Active Directory-Standort als Hub-Standort zu definieren. Wenn entlang des kostengünstigsten Routingpfads für die Nachrichtenzustellung ein Hub-Standort vorhanden ist, werden die Nachrichten in einer Warteschlange gespeichert und dann von den Hub-Transport-Servern am Hub-Standort verarbeitet, bevor sie mittels Relay an ihr Endziel weitergeleitet werden. Um Standort C als einen Hub-Standort festzulegen, führen Sie den folgenden Befehl in der Exchange-Verwaltungsshell aus: 

Set-AdSite -Identity "Site C" -HubSiteEnabled $true

Nachdem der kostengünstigste Routingpfad ausgewählt wurde, bestimmt das Routing, ob ein Hub-Standort in diesem Routingpfad vorhanden ist. Wenn ein Hub-Standort konfiguriert wird, werden die Nachrichten auf einem Hub-Transport-Server am Hub-Standort angehalten, bevor sie mittels Relay an das Ziel weitergeleitet werden. Wenn in kostengünstigsten Routingpfad mehrere Hub-Standorte vorhanden sind, werden die Nachrichten an jedem Hub-Standort im Routingpfad angehalten.

Sie müssen sich bewusst machen, dass diese Variante der Weiterleitung mittels Relayrouting nur in Kraft ist, wenn sich der Hub-Standort im kostengünstigsten Routingpfad befindet. Abbildung 7 zeigt die richtige Verwendung eines Hub-Standorts. In dieser Abbildung ist Standort B als Hub-Standort konfiguriert. Nachrichten, die mittels Relay von Standort A an Standort D weitergeleitet werden, werden mittels Relay an Standort B weitergeleitet, bevor sie Standort D zugestellt werden.

Abbildung 7   Nachrichtenzustellung mit einem Hub-Standort

Nachrichtenübermittlung mit Hub-Standort

Abbildung 8 zeigt, wie die Kosten für die IP-Standortverknüpfung das Routing an einen Hub-Standort beeinflussen. In diesem Szenario wurde Standort B als Hub-Standort festgelegt. Da er jedoch entlang des kostengünstigsten Routingpfads zwischen beliebigen anderen Standorten nicht vorhanden ist, werden die Nachrichten nicht an Standort B gespeichert, bevor die Zustellung an das Ziel erfolgt. Ein Active Directory-Standort wird niemals als Hub-Standort verwendet, wenn er sich nicht im kostengünstigsten Routingpfad zwischen zwei anderen Standorten befindet.

Abbildung 8   Falsch konfigurierter Hub-Standort

Falsch konfigurierter Hub-Standort

Sie können jeden beliebigen Active Directory-Standort als Hub-Standort konfigurieren. Damit diese Konfiguration ordnungsgemäß funktioniert, muss jedoch bereits mindestens ein Hub-Transport-Server am Hub-Standort bereitgestellt worden sein.

Als Exchange-Administrator sollten Sie eng mit dem Active Directory-Administrator Ihrer Organisation zusammenarbeiten, wenn Sie auswerten, wie sich die Active Directory-Standorttopologie auf das Exchange-Routing auswirkt. Da die Active Directory-IP-Standortverknüpfungskosten auf der relativen Netzwerkgeschwindigkeit im Vergleich zu allen Netzwerkverbindungen im WAN (Wide Area Network) basieren und dafür konzipiert wurden, eine zuverlässige und effiziente Replikationstopologie zu generieren, sollten die vorhandenen IP-Standortverknüpfungskosten für Exchange 2007-Nachrichtenrouting gut funktionieren. Wenn Sie nach Abschluss der Dokumentation des vorhandenen Active Directory-Standorts und der IP-Standortverknüpfungstopologie feststellen, dass die Active Directory-IP-Standortverknüpfungskosten und die Übermittlungsmuster für Exchange 2007 nicht optimal sind, können Sie die von Microsoft Exchange ermittelten Kosten anpassen. Als Exchange-Administrator können und sollten Sie die einer IP-Standortverknüpfung zugeordneten Kosten nicht mit Active Directory-Tools ändern. Verwenden Sie stattdessen das Cmdlet Set-AdSiteLink in der Exchange-Verwaltungsshell, um der IP-Standortverknüpfung Exchange-spezifische Kosten zuzuweisen. Um z. B. andere Kosten für die IP-Standortverknüpfung SITELINKAB zu Nachrichtenroutingzwecken festzulegen, führen Sie den folgenden Befehl in der Exchange-Verwaltungsshell aus:

Set-AdSiteLink -Identity SITELINKAB -ExchangeCost 25

Wenn einer IP-Standortverknüpfung Exchange-Kosten zugewiesen werden, setzen die Exchange-Kosten die Active Directory-Kosten für Nachrichtenroutingzwecke außer Kraft, und das Routing berücksichtigt nur die Exchange-Kosten, wenn der kostengünstigste Routingpfad ermittelt wird. Andernfalls werden die Active Directory-Replikationskosten verwendet.

Das Anpassen der IP-Standortverknüpfungskosten kann sinnvoll sein, wenn die Nachrichtenroutingtopologie von der Active DirectoryReplikationstopologie abweichen muss. Die Exchange-Kosten können verwendet werden, um zu erzwingen, dass alle Nachrichtenrouten einen Hub-Standort verwenden. Die Exchange-Kosten können auch zum Steuern verwendet werden, wo Nachrichten in Warteschlangen gespeichert werden, wenn ein Kommunikationsfehler mit einem Active Directory-Standort auftritt. Abbildung 9 zeigt eine Active Directory-Topologie mit vier Standorten.

Abbildung 9   Topologie mit für IP-Standortverknüpfungen konfigurierten Exchange-Kosten

Topologie mit Exchange-Kosten zu IP-Standortverknüpfungen

In Abbildung 9 ist die Netzwerkverbindung zwischen Standort C und Standort D eine Verbindung mit geringer Bandbreite, die nur für die Active Directory-Replikation verwendet wird und nicht für Nachrichtenrouting eingesetzt werden sollte. Die Active Directory-IP-Standortverknüpfungskosten bewirken jedoch, dass diese Verknüpfung in den kostengünstigsten Routingpfad von allen anderen Active Directory-Standorten zu Standort D eingeschlossen werden. Aus diesem Grund werden die Nachrichten in die Warteschlange für den Standort D an Standort C zugestellt. Der Exchange-Administrator zieht es vor, dass der kostengünstigste Routingpfad stattdessen Standort B berücksichtigt, damit die Nachrichten an Standort B in Warteschlangen gespeichert werden, wenn Standort D nicht verfügbar ist. Durch das Konfigurieren hoher Exchange-Kosten für die IP-Standortverknüpfung zwischen Standort C und Standort D wird verhindert, dass die IP-Standortverknüpfung in den kostengünstigsten Routingpfad zu Standort D eingeschlossen wird.

Exchange 2007 Service Pack 1 (SP1) bietet Unterstützung für die Konfiguration zur Beschränkung der maximalen Nachrichtengröße auf einer Active Directory-IP-Standorverknüpfung. Standardmäßig wendet Exchange 2007 keine maximale Nachrichtengröße für Nachrichten an, die mittels Relay zwischen Hub-Transport-Servern an verschiedenen Active Directory-Standorten weitergeleitet werden. Wenn Sie mit dem Cmdlet Set-AdSiteLink eine maximale Nachrichtengröße für einen Active Directory-IP-Standortlink konfigurieren, wird beim Routing ein Unzustellbarkeitsbericht (NDR, Non-Delivery Report) für alle Nachrichten generiert, deren Größe die für den Active Directory-Standortlink auf dem kostengünstigsten Routingpfad konfigurierte, maximal zulässige Nachrichtengröße überschreitet. Diese Konfiguration ist nützlich, um die Größe von Nachrichten zu beschränken, die über Verbindungen mit niedriger Bandbreite an Active Directory-Remotestandorte gesendet werden. Weitere Informationen finden Sie unter Konfigurieren von Nachrichtengrößenbeschränkungen für das interne Routing.

Eine einzelne E-Mail-Nachricht kann an mehrere Empfänger adressiert sein. Diese Empfänger verfügen ggf. über interne Postfächer, oder sie sind externe Empfänger. Um eine einzelne Nachricht an mehrere Empfänger weiterzuleiten, werden die folgenden Schritte ausgeführt:

  1. Empfängerauflösung   Jeder Empfänger der Nachricht wird in ein Zustellungsziel aufgelöst.
  2. Routing   Der kostengünstigste Routingpfad für jeden Empfänger wird bestimmt. Dabei wird auch ermittelt, ob ein Hub-Standort konfiguriert ist.
  3. Nachrichtenverteilung   Um Nachrichten an Empfänger weiterzuleiten, die verschiedene Zustellungsorte aufweisen, muss die Nachricht in mehrere Kopien aufgeteilt werden.

Nachdem jeder der Empfänger aufgelöst und ein Routingpfad zu jedem Zustellungsziel bestimmt wurde, vergleicht Exchange 2007 den Routingpfad für jeden Empfänger. Um Bandbreite zu sparen, findet die Verzeigung oder Aufteilung von Nachrichten in mehrere Kopien erst statt, wenn eine Gabelung im Routingpfad auftritt.

Wenn mehrere Empfänger einer einzelnen Nachricht z. B. den kostengünstigsten Routingpfad teilweise oder vollständig gemeinsam verwenden, wird eine einzelne Kopie der Nachricht gesendet, bis die Nachricht den Punkt im Routingpfad erreicht, an dem eine Gabelung vorliegt. Sobald die Abweichung der Routingpfade erreicht wird, wird die Nachricht aufgeteilt, um eine separate Kopie für jeden Empfänger zu erstellen.

In Abbildung 10 wird eine einzelne Nachricht von Standort A an Empfänger an Standort C, Standort D und Standort E gesendet. Der kostengünstigste Routingpfad wird gemeinsam verwendet, bis die Nachricht Standort B erreicht. In diesem Szenario wird eine einzelne Kopie der Nachricht, die alle Empfänger enthält, mittels Relay an Standort B weitergeleitet. Dies ist die erste Gabelung im Routingpfad. Von Standort B wird eine einzelne Nachrichtenkopie an den Empfänger an Standort D weitergeleitet, und eine Kopie wird mittels Relay an Standort C weitergeleitet. An Standort C wird die Nachricht erneut aufgeteilt. Eine Kopie der Nachricht wird dem Empfänger an Standort C zugestellt. Eine weitere Kopie der Nachricht wird mittels Relay an Standort E weitergeleitet, um dem Empfänger an diesem Standort zugestellt zu werden.

Abbildung 10   Verzögerte Nachrichtenauffächerung

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Wenn das Routing aus bestimmten Gründen keine Route für einen gültigen Empfänger bestimmen kann, werden die Nachrichten in der Nicht erreichbar-Warteschlange gespeichert. Nachrichten in dieser Warteschlange werden erneut weitergeleitet, wenn die Konfigurationsänderungen verarbeitet und die Routingtabellen erneut berechnet werden. In den folgenden Szenarien erfolgt kein erneutes Routing von Nachrichten. Stattdessen werden Unzustellbarkeitsberichte an den Absender zurückgegeben:

  • Der Empfänger ist eine Nicht-SMTP-Adresse, und ein entsprechender Connector für den Adressraum konnte nicht gefunden werden.
  • Die Nachricht entspricht nicht den Beschränkungen der Nachrichtengröße eines passenden Connectors.

Der Informationsspeichertreiber übermittelt die Nachricht erneut für erneutes Routing, wenn die folgenden Bedingungen erfüllt sind:

  • Eine Nachricht befindet sich in der MAPI-Zustellungswarteschlange.
  • Im Zeitraum zwischen der Auswahl des nächsten Hops und der Zustellungsbereitschaft der Nachricht wurde das Postfach auf einen anderen Postfachserver verschoben.

Während der erweiterten DNS-Auflösung versucht das Routing zu erkennen, ob eine Warteschlange erneut weitergeleitet werden muss. Während dieser Phase wird das Attribut NextHopSolutionKey in eine Liste von Zielen aufgelöst. Auf diese Weise kann das Routing automatisch Konfigurationsänderungen erkennen, die das Attribut NextHopSolutionKey ungültig machen oder ändern. Wenn das Routing erkennt, dass durch Konfigurationsänderungen ein erneutes Routing von Nachrichten in einer Warteschlange erforderlich wird, werden die Nachrichten in der betroffenen Warteschlange erneut an das Kategorisierungsmodul zum erneuten Routing übermittelt.

Nicht alle Konfigurationsänderungen erfordern das erneute Routing der Nachrichten in der Warteschlange. Eine Änderung der Liste der Smarthosts für einen Connector wird z. B. automatisch erkannt. Weitere Informationen zum erneuten Routing von Nachrichten finden Sie unter Erneutes Routing von Nachrichten und die Nicht erreichbar-Warteschlange.

Um zu gewährleisten, dass Sie die neuesten Informationen lesen, und zusätzliche Exchange Server 2007-Dokumentation zu finden, besuchen Sie das Exchange Server TechCenter.
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