
Auf Active Directory-Standorte basierende Routingtopologie
Exchange 2007 verwendet die Active Directory-Standorttopologie, um zu ermitteln, wie Nachrichten in der Organisation transportiert werden. In diesem Abschnitt werden Änderungen beschrieben, die sich auf Active Directory beziehen.
Active Directory-Standorte und IP-Standortlinks Exchange 2007 nutzt die Vorteile der bestehenden Active Directory-Standorttopologie, sodass keine separate Exchange-Routingtopologie definiert werden muss. Die Active Directory-IP-Standortlinks und die ihnen zugeordneten Kosten dienen zur Berechnung der günstigsten Kostenroute zwischen Hub-Transport-Servern in verschiedenen Active Directory-Standorten. Jeder Active Directory-Standort, der mindestens einen Exchange 2007-Postfachserver enthält, benötigt mindestens einen Hub-Transport-Server. Der Hub-Transport-Server nutzt den Active Directory-Topologiedienst, um die Konfigurationsinformationen der Exchange-Organisation abzurufen und berechnet einen impliziten Sendeconnector innerhalb der Organisation, der beim Transport von Nachrichten zwischen Standorten verwendet wird. Diese Topologie wird nur dann aktualisiert, wenn Konfigurationsänderungen vorgenommen werden. Das Ergebnis ist minimierter Datenverkehr im Zusammenhang mit Exchange.
Kein Linkstatus Anders als frühere Versionen von Exchange verwendet Exchange 2007 keine Linkstatus-Routingtabelle und versucht nicht, eine alternative Route zu berechnen, wenn keine Verbindung verfügbar ist. Hierdurch entfällt die Linkstatuskommunikation zwischen Exchange-Servern, und es wird eine deterministerischere Routingtopologie erstellt.
Direkte Weiterleitung (Relay) Exchange 2007 nutzt die zugrunde liegende Netzwerkinfrastruktur zum Transport von Nachrichten. In der Exchange 2007-Organisation werden Nachrichten direkt vom Quellserver an den Zielserver weitergeleitet. Dadurch wird die Anzahl der Hops, die eine Nachricht während der Übermittlung ausführen kann, reduziert. Bei der Routingauflösung werden der Name und die IP-Adresse des Zielservers aufgelöst. Wenn zwischen Quelle und Ziel mehrere IP-Standortlinks vorhanden sind, dient die Routenberechnung zur Ermittlung des optimalen Punkts für die Nachrichtenverzweigung und des Punkts, ab dem Nachrichten in eine Warteschlange aufgenommen werden, wenn sie nicht erfolgreich zugestellt werden konnten. Bei der direkten Weiterleitung werden Nachrichten nicht durch zwischengeschaltete Hub-Transport-Server verarbeitet.
Hub-Standorte Für Administratoren, die weitergehende Kontrolle über das Routing in Exchange benötigen, stehen Features zur Verfügung, die es Ihnen ermöglichen, das Standardverhalten bei der direkten Weiterleitung zu ändern. Sie können einen Active Directory-Standort als Hub-Standort festlegen. Bei einem Hub-Standort handelt es sich um einen Active Directory-Standort, den alle Nachrichten, die über die Hub-Transport-Server weitergeleitet werden sollen, durchlaufen müssen. Der Hub-Standort muss sich entlang des kostengünstigsten Routingpfads zwischen dem Quell- und dem Zielserver befinden. Diese Konfiguration ist insbesondere für Netzwerkumgebungen nützlich, in denen sich Firewalls zwischen den Standorten befinden, die möglicherweise die direkte Weiterleitung verhindern.
Außerkraftsetzung von Standortlinkkosten Noch mehr Kontrolle über das Nachrichtenroutingverhalten lässt sich erzielen, wenn Sie Active Directory-IP-Standortlinks Exchange-spezifische Kosten zuweisen. Standardmäßig berechnet Exchange die günstigste Kostenroute zwischen Active Directory-Standorten anhand der Kosten, die diesen Standortlinks zugewiesen wurden, um die Active Directory-Replikationstopologie zu bestimmen. Wenn unter Zugrundelegung dieser Kosten kein optimales Routingverhalten in Exchange zustande kommt, können Sie mithilfe der Cmdlets in der Exchange-Verwaltungsshell einen Exchange-spezifischen Wert für den IP-Standortlink festlegen.
Übernahme in Warteschlange am Fehlerpunkt Wenn ein Zielserver nicht erreichbar war, wurde in früheren Versionen von Exchange der heruntergefahrene Status des Connectors mithilfe von Aktualisierungen des Linkstatus überall in der Exchange verbreitet, und es wurde eine alternative Route berechnet. Wenn eine Nachricht aufgrund von Netzwerkproblemen nicht direkt an den Zielserver weitergeleitet werden kann, wird in Exchange 2007 keine alternative Route berechnet. Die Nachricht wird an einem Standort, der dem Fehlerpunkt am nächsten ist, auf einem Hub-Transport-Server in eine Warteschlange übernommen. Bei Verwendung des beim Start berechneten kostengünstigsten Routingpfads wird die Nachrichtenübermittlung entlang des Pfads zwischengeschalteter Standorte so lange aufgeschoben, bis die Nachrichten an einen Hub-Transport-Server übermittelt werden können. Nachdem das Netzwerkproblem behoben ist oder die Routingtabelle durch Konfigurationsänderungen aktualisiert wurde, wird die Nachrichtenübermittlung an den Zielstandort wieder aufgenommen. Dieses Verfahren hilft Administratoren bei der Ermittlung der Ursache für die Netzwerkprobleme.
Verzögerte Auffächerung Eine an mehrere Empfänger gesendete Nachricht muss verzweigt oder aufgeteilt werden, damit sie an mehrere Ziele zugestellt wird. Exchange 2007 verzögert die Verzweigung, bis eine Gabelung in den Routingpfaden erreicht wird. Durch die Verzögerung der Verzweigung einer Nachricht wird der Bandbreitenverbrauch verringert.