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Planen von Postfachservern

 

Gilt für: Exchange Server 2007 SP3, Exchange Server 2007 SP2, Exchange Server 2007 SP1, Exchange Server 2007

Letztes Änderungsdatum des Themas: 2008-04-29

Die Microsoft Exchange Server 2007-Serverfunktion Mailbox hostet Postfachdatenbanken und stellt E-Mail-Speicherung und erweiterte Zeitplanungsdienste für Benutzer von Microsoft Office Outlook zur Verfügung. Die Serverfunktion Mailbox kann auch eine Öffentliche Ordner-Datenbank hosten, die ein Fundament für Workflow, gemeinsame Nutzung von Dokumenten und andere Formen der Zusammenarbeit bereitstellt. Server, auf denen die Serverfunktion Mailbox installiert ist, werden als Postfachserver bezeichnet.

Es wird empfohlen, sich vor der Installation Zeit zum Planen der Bereitstellung der Serverfunktion Mailbox zu nehmen. Dieses Thema stellt die folgenden Planungserwägungen zur Verfügung:

  • Festlegen der Größe von Datenbanken   Sie müssen beim Planen der Größe der Postfachdatenbanken mehrere Faktoren in Betracht ziehen. Dieser Abschnitt bietet Ihnen Informationen zum Verständnis dieser Faktoren sowie eine Entscheidungshilfe, welcher Grenzwert für die Datenbank erzwungen werden sollte.

  • Planen Öffentlicher Ordner   Zwar können Sie entscheiden, ob Sie eine Öffentliche Ordner-Datenbank hosten möchten, in einigen Szenarien müssen Sie jedoch eine solche Datenbank hosten. Sie müssen z. B. eine Öffentliche Ordner-Datenbank hosten, wenn Office Outlook 2003-Clients in Ihrer Organisation vorhanden sind oder Ihr Servercomputer mit Exchange mit Lotus Notes zusammenarbeiten soll. Dieser Abschnitt unterstützt Sie bei der Entscheidungsfindung, ob Sie Öffentliche Ordner in Ihrer Organisation verwenden möchten.

  • Gemeinsames Hosting mit anderen Serverfunktionen   Unter der Voraussetzung, dass Sie keine Postfachclusterserver bereitstellen, können Sie die Serverfunktion Mailbox auf Computern bereitstellen, auf denen auch eine beliebige Kombination der Serverfunktionen ClientAccess, Hub-Transport und UnifiedMessaging (UM) installiert ist. Dieser Abschnitt unterstützt Sie bei der Entscheidungsfindung, welche Kombination aus Serverfunktionen die Anforderungen Ihrer Organisation am besten erfüllt.

  • Planen von Postfachclusterservern   Wenn Sie die Bereitstellung von Postfachclusterservern planen, unterstützt Sie dieser Abschnitt bei der Entscheidungsfindung, welche der beiden Exchange-Clusterlösungen für Ihre Organisation am besten geeignet ist.

Die empfohlene maximale Datenbankgröße für Exchange 2007 ist größer als die empfohlene maximale Größe in früheren Versionen von Exchange Server. Weitere Informationen zu den empfohlenen Datenbankgrößen in Exchange 2007 finden Sie im Abschnitt "Datenbankgröße und fortlaufende lokale Replikation" unter Planen von Datenträgerspeicher.

Im Allgemeinen gibt es einige triftige Gründe, die Größe einzelner Datenbanken zu beschränken:

  • Streamingsicherung und -wiederherstellung   Wenn Streamingsicherungen verwendet werden, dauert die Sicherung und Wiederherstellung größerer Datenbanken länger. Dies kann sich negativ auf die Wiederherstellungszeitziele auswirken.

  • Offlinedatenbankwartung oder -reparatur   Es kann erforderlich sein, die Exchange Server-Datenbankdienstprogramme (Eseutil.exe) zum Defragmentieren, Reparieren oder Überprüfen der Konsistenz einer Datenbank zu verwenden. Je größer die Datenbank ist, desto länger dauern diese Vorgänge.

  • Onlinewartung   Für optimale Datenbankeffizienz ist es wichtig, dass sichergestellt ist, dass die Onlinewartung, die die Onlinedefragmentierung und andere Aufgaben beinhaltet, für jede Datenbank mindestens einmal im Abstand von zwei Wochen durchgeführt wird.

Neben den erheblichen Architekturänderungen in Exchange 2007 beeinflusst eine weiteres Feature namens fortlaufende Replikation die Empfehlungen für die maximale Datenbankgröße ebenfalls. Exchange 2007 verfügt über zwei Arten der fortlaufenden Replikation: fortlaufende lokale Replikation (Local Continuous Replication, LCR) und fortlaufende Clusterreplikation (Cluster Continuous Replication, CCR). LCR und CCR ändern die Empfehlungen für die Datenbankgröße im Vergleich zu früheren Versionen von Exchange Server in erheblichem Umfang. Weitere Informationen zu den Auswirkungen von LCR und CCR auf die Datenbankgröße finden Sie unter Planen der fortlaufenden lokalen Replikation und Planen der fortlaufenden Clusterreplikation.

Weitere Informationen zur Datenträgerspeicherung finden Sie unter Planen von Datenträgerspeicher.

Wenn Sie die Größe Ihrer Datenbanken planen, sollten Sie außerdem berücksichtigen, wie Grenzwerte der Datenbankgröße erzwungen werden sollen: auf Datenbankebene oder auf der Ebene des einzelnen Postfachs. Weitere Informationen zu Postfachbeschränkungen finden Sie unter Set-MailboxDatabase und Set-Mailbox.

Bevor Sie Öffentliche Ordner bereitstellen, sollten Sie sich unbedingt mit den Funktionen vertraut machen, die Öffentliche Ordner bereitstellen, damit gewährleistet ist, dass Sie die Anforderungen Ihrer Organisation erfüllen.

Öffentliche Exchange Server-Ordner dienen als Repository für Informationen, die von zahlreichen Benutzern gemeinsam verwendet werden. Sie sollten Öffentliche Ordner verwenden, wenn Ihr Unternehmen die Datenreplikation auf mehrere Server erfordert. Der Zugriff auf Öffentliche Ordner ist über das MAPI-Protokoll in den normalen Postfachzugriff integriert.

Sie müssen Öffentliche Ordner verwenden, wenn Ihre Exchange 2007-Organisation die folgenden Kriterien erfüllt:

  • Sie verwenden Outlook 2003-Clients in Ihrer Organisation.

  • Ihr Servercomputer mit Exchange arbeitet mit Lotus Notes zusammen.

Öffentliche Ordner werden im Allgemeinen für die folgenden Zwecke verwendet:

  • Freigegebene Kommunikation. Öffentliche Ordner können z. B. für Diskussionen über Nachrichtenposts, freigegebene E-Mail-Nachrichten, Kontakte, Gruppenkalender und die Archivierung von Verteilerlistenposts verwendet werden.

  • Freigegebenes Content Management. Ähnlich wie Dateifreigaben können Öffentliche Ordner zum Speichern von Inhalten wie etwa Dokumentation verwendet werden. Öffentliche Ordner sind außerdem beim Freigeben von Inhalten sinnvoll, wenn keine Versionskontrolle erforderlich ist.

  • Repositoryzwecke. Wenn Sie Offlinespeicherung von Informationen oder replizierte Speicherung von Informationen benötigen, stellen Öffentliche Ordner ein ideales Repository dar.

Öffentliche Ordner wurden jedoch nicht für die folgenden Funktionen konzipiert:

  • Archivierung von Daten. Benutzer, die Postfachbeschränkungen beachten müssen, verwenden manchmal Öffentliche Ordner anstelle von PST-Dateien zum Archivieren von Daten. Diese Vorgehensweise wird nicht empfohlen, weil sie Speicherplatz auf Servern für Öffentlichen Ordner belegt und dem Sinn von Postfachbeschränkungen nicht Rechnung trägt.

  • Gemeinsame Nutzung von Dokumenten und Zusammenarbeit. Öffentliche Ordner stellen keine Versionskontrolle oder andere Dokumentverwaltungsfunktionen wie z. B. gesteuerte Eincheck- und Auscheckfunktionen oder automatische Benachrichtigungen bei Inhaltsänderungen zur Verfügung.

Sie sollten nicht nur die Features und Funktionen Öffentlicher Ordner von Exchange auswerten, sondern auch die Features und Funktionen, die von den Microsoft Windows SharePoint-Produkten und -Technologien für Datenrepositorys und Collaborationtools bereitgestellt werden. Weitere Informationen zu SharePoint Portal Server 2007 finden Sie im Microsoft Office SharePoint Server-TechCenter.

Vorausgesetzt, Sie stellen keine Postfachclusterserver bereit, können die Serverfunktionen ClientAccess, Hub-Transport, Mailbox und UnifiedMessaging in jeder beliebigen Kombinationen auf dem gleichen Computer vorhanden sein. Wenn Sie planen, welche Kombination aus Serverfunktionen bereitgestellt werden soll, sollte die Entscheidung auf der Kapazitäts- und Leistungsplanung sowie auf Ihren Sicherheits- und Verfügbarkeitsanforderungen basieren. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter den folgenden Themen:

Außerdem ist es sinnvoll, den Plan für die Positionierung der Servercomputer mit Exchange in einer Testumgebung zu überprüfen. Zum Zweck dieser Überprüfung können Sie Daten aus Ihrer vorhandenen Messagingumgebung zur Verwendung von Exchange durch Benutzer erfassen. Sie können auch verschiedene Tools verwenden, um die tatsächliche Nutzung in Ihrer Testumgebung zu simulieren. Weitere Informationen zu den Tools, die Sie zum Testen Ihrer Exchange-Lösungen verwenden können, finden Sie im Folgenden:

Die Entscheidung, Postfachclusterserver bereitzustellen, sollte auf der Grundlage der Verfügbarkeitsziele und der verfügbaren Ressourcen Ihrer Organisation getroffen werden. Exchange 2007 bietet zwei Clusterlösungen für Postfachserver: CCR und Einzelkopiecluster (Single Copy Cluster, SCC). Weitere Informationen zu diesen Lösungen sowie Informationen zur Definition von Verfügbarkeit, zum Verbessern der Verfügbarkeit in Ihrer Organisation und den Faktoren, die die Entscheidung für eine der Lösungen beeinflussen, finden Sie unter Hochverfügbarkeit.

noteHinweis:
In einem Failovercluster kann nur die Serverfunktion Mailbox installiert werden. Wenn Sie planen, einen Postfachclusterserver bereitzustellen, können Sie daher keine weiteren Serverfunktionen auf dem Computer installieren, auf dem die Serverfunktion Mailbox installiert ist.
 
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