Grundlegendes zu Offlineadressbüchern

 

Gilt für: Exchange Server 2010 SP2, Exchange Server 2010 SP3

Letztes Änderungsdatum des Themas: 2016-11-28

Ein Offlineadressbuch (OAB) ist eine Kopie einer Sammlung von Adressbüchern, die heruntergeladen wurde, damit ein Benutzer von Microsoft Outlook auf die darin enthaltenen Informationen zugreifen kann, während keine Verbindung zum Server besteht. Microsoft Exchange generiert die neuen OAB-Dateien, komprimiert die Dateien und speichert die Dateien dann auf einer lokalen Freigabe. Exchange-Administratoren können auswählen, welche Adresslisten Benutzern zur Verfügung gestellt werden, die offline arbeiten, und sie können auch die Methode konfigurieren, mit der die Adressbücher verteilt werden.

Weitere Informationen zu Adresslisten finden Sie unter Grundlegendes zu Adresslisten.

Wichtig

OAB-Daten werden vom Microsoft Exchange-Systemaufsichtsdienst erzeugt, der als Lokales System ausgeführt wird. Wenn ein Administrator die Sicherheitsbeschreibung verwendet, um zu verhindern, dass Benutzer bestimmte Empfänger in Active Directory sehen, können Benutzer, die das OAB herunterladen, diese verborgenen Empfänger anzeigen. Deshalb legen Sie den Parameter HiddenFromAddressListsEnabled für die Cmdlets Set-PublicFolder, Set-MailContact, Set-MailUser, Set-DynamicDistributionGroup, Set-Mailbox und Set-DistributionGroups fest, um einen Empfänger einer Adressliste zu verbergen. Alternativ können Sie ein neues Standard-OAB erstellen, das den verborgenen Empfänger nicht enthält. Weitere Informationen zum Hinzufügen oder Entfernen von Adresslisten aus einem OAB finden Sie unter Hinzufügen oder Entfernen einer Adressliste aus einem Offlineadressbuch.

Möchten Sie wissen, welche Verwaltungsaufgaben es im Zusammenhang mit der Verwaltung von Postfachservern gibt? Informationen hierzu finden Sie unter Verwalten von Postfachservern.

Inhalt

Verschieben von OABs zwischen Exchange-Versionen

Outlook-Clients und OAB-Version

OAB-Verteiltungsmethoden

OAB-Überlegungen

Verschieben von OABs zwischen Exchange-Versionen

Exchange unterstützt das Verschieben von OABs nur in den folgenden Konfigurationen:

  • Zwischen Servern mit Microsoft Exchange Server 2010

  • Von Exchange 2010-Servern zu Exchange Server 2007-Servern

  • Von Exchange 2007-Servern zu Exchange 2010-Servern

  • Von Exchange Server 2003-Servern zu Exchange 2010-Servern

Exchange bietet keine Unterstützung für das Verschieben von OABs von Exchange 2010-Servern zu Exchange 2003-Servern.

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Outlook-Clients und OAB-Version

Sie können die OAB-Versionen angeben, die für den Clientdownload generiert werden. Die folgenden Optionen sind verfügbar:

  • OAB Version 2 (ANSI-Offlineadressbuch)   Dieses OAB-Format wird sowohl für Microsoft Exchange 2000 Server als auch für Exchange Server, Version 5.5 verwendet. Exchange 2003 unterstützt auch ANSI-Offlineadressbücher. Die folgenden Versionen von Outlook unterstützen OAB Version 2:

    • Outlook 2010

    • Office Outlook 2007

    • Office Outlook 2003

    • Outlook 2002

    • Outlook 2000

    • Outlook 98

  • OAB Version 3 (Unicode-Offlineadressbuch)   Dieses OAB wird für Exchange 2003 verwendet. Dieses OAB verfügt über zusätzliche Informationen, die Outlook dabei helfen, die Server-RPCs (Remote Procedure Calls) zu verringern. Zusätzlich besitzt das Unicode-OAB neue Funktionen, die sich auf Sortierregeln für verschiedene Gebietsschemas beziehen. Diese Funktionen ermöglichen es den folgenden Versionen von Outlook, die richtige Sortierregel für das Gebietsschema mit dem OAB zu verwenden:

    • Outlook 2010

    • Outlook 2007

    • Outlook 2003

  • OAB version 4 (Unicode-Offlineadressbuch)   Dieses OAB wurde in Exchange 2003 Service Pack 2 (SP2) eingeführt und wird von Outlook 2003 (SP2), Outlook 2007 und Outlook 2010 unterstützt. Dieses Unicode-OAB ermöglicht Clientcomputern den Empfang differenzieller Updates anstelle von vollständigen OAB-Downloads.

Outlook-Clients, die OAB Version 3 und Version 2 verwenden

Für Outlook-Clients, die OAB Version 3 und Version 2 verwenden, leitet Outlook einen vollständigen OAB-Download ein, falls die Größe der Datei Changes.oab mindestens einem Achtel der Größe der gesamten OAB-Datei entspricht.

Outlook ruft z. B. die Größe der komprimierten Datei Changes.oab ab. Outlook ruft dann die Gesamtgröße aller komprimierten vollständigen OAB-Dateien auf dem Server ab, einschließlich der Vorlagen. Wenn die Größe der Datei Changes.oab mehr als einem Achtel der Größe der vollständigen OAB-Dateien entspricht, lädt Outlook das vollständige OAB anstelle der inkrementellen Dateien herunter.

Kleinere Änderungen an den Empfängerattributen führen dazu, dass alle Empfängerinformationen in die Datei Changes.oab einbezogen werden. Im Folgenden sind Beispiele für diese kleineren Änderungen aufgeführt:

  • Aktualisieren von Telefonnummern, um für eine große Anzahl von Empfängern eine neue Vorwahl wiederzugeben

  • Hinzufügen einer zusätzlichen Proxyadresse zu einer großen Anzahl von Empfängern

Daher können minimale Änderungen bei der Hälfte der Empfänger zu einer Changes.oab-Datei führen, die größer ist als ein Achtel der vollständigen OAB-Datei.

Outlook-Clients, die OAB Version 4 verwenden

Für Outlook 2010-, Outlook 2007- und Outlook 2003 SP2-Clients, die OAB Version 4 verwenden, leitet Outlook einen vollständigen OAB-Download ein, falls die Größe der Datei Changes.oab mindestens der Hälfte der Größe der gesamten OAB-Dateien entspricht. Weitere Informationen über Verbesserungen, die in OAB Version 4 durchgeführt wurden, finden Sie unter "Verbesserungen in Exchange 2003 SP2 und Outlook 2003 SP2" in Verbesserungen der Offlineadressbücher.

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OAB-Verteiltungsmethoden

Sie können auswählen, welche Adressbücher Benutzern zur Verfügung stehen, die offline arbeiten. Wenn die OAB-Generierung (OABGen) auftritt, generiert Exchange neue OAB-Dateien, komprimiert die Dateien und speichert die Dateien dann auf einer lokalen Freigabe. Anschließend können Sie die Methode konfigurieren, mit der die Adressbücher verteilt werden. Zwei Methoden sind verfügbar, mit denen das OAB auf Clientcomputer verteilt wird:

  • Webbasierte Verteilung

  • Verteilung in Öffentlichen Ordnern

Webbasierte Verteilung

Die webbasierte Verteilung ist die Methode, über die Outlook 2010- oder Outlook 2007-Clients, die offline arbeiten oder eine DFÜ-Verbindung nutzen, auf das OAB zugreifen. Wenn Sie die webbasierte Verteilung verwenden, ist die Verwendung Öffentlicher Ordner nicht erforderlich.

Wenn Sie die webbasierte Verteilung verwenden, repliziert der Clientzugriffsserver die Dateien, nachdem das OAB generiert wurde. Die webbasierte Verteilung verwendet HTTPS und BITS (Background Intelligent Transfer Service). Weitere Informationen zur Funktionsweise von BITS finden Sie unter About BITS.

Wichtig

Die webbasierte Verteilung ist zwar standardmäßig aktiviert und erfordert keine weitere Konfiguration, es wird jedoch empfohlen, SSL (Secure Sockets Layer) für den OAB-Verteilungspunkt zu aktivieren. Weitere Informationen finden Sie unter Anfordern von SSL für die Offlineadressbuchverteilung.

Die Verwendung der webbasierten Verteilung weist verschiedene Vorteile auf, einschließlich:

  • Unterstützung einer größeren Anzahl gleichzeitiger Clientcomputer.

  • Verringerung der Bandbreitennutzung.

  • Umfassendere Kontrolle über die OAB-Verteilungspunkte. Bei der webbasierten Verteilung ist der Verteilungspunkt die HTTPS-Webadresse, an der die Clientcomputer das OAB herunterladen können.

Damit die webbasierte Verteilung optimal genutzt wird, müssen die Clientcomputer Outlook 2010 oder Outlook 2007 ausführen. Organisationen, die auch über Clientcomputer verfügen, die Outlook 2003 oder frühere Versionen ausführen, können sowohl die Verteilung über Öffentliche Ordner als auch die webbasierte Verteilung verwenden. Clients mit Outlook 2003 Service Pack 1 (SP1) oder früheren Versionen können weiterhin über Öffentliche Ordner auf ihre OABs zugreifen, während Outlook 2010- oder Outlook 2007-Clients die neue Methode der webbasierten Verteilung nutzen.

Die ordnungsgemäße Funktion der webbasierten Verteilung ist von den folgenden Komponenten abhängig:

  • OAB-Generierung   Dies ist der Prozess, durch den das OAB von Exchange erstellt und aktualisiert wird. Der OABGen-Dienst wird auf dem Server für die OAB-Generierung ausgeführt, um das OAB zu erstellen und zu aktualisieren. Dieser Server muss ein Exchange-Postfachserver sein, damit er die OAB-Verteilung unterstützt.

  • Microsoft Exchange-Dateiverteilungsdienst   Der Microsoft Exchange-Dateiverteilungsdienst wird auf Clientzugriffsservern ausgeführt und ist für das Erfassen des OABs sowie die Synchronisierung mit dem Inhalt auf dem Postfachserver zuständig.

  • Virtuelles OAB-Verzeichnis   Das virtuelle OAB-Verzeichnis ist der Verteilungspunkt, der von der webbasierten Verteilungsmethode verwendet wird. Bei der Installation von Exchange wird standardmäßig ein neues virtuelles Verzeichnis mit dem Namen OAB in der internen Standardwebsite von IIS (Internetinformationsdienste) erstellt. Wenn clientseitige Benutzer außerhalb der Firewall Ihrer Organisation Verbindungen mit Outlook herstellen, können Sie eine externe Website hinzufügen. Alternativ dazu wird ein neues virtuelles Verzeichnis mit dem Namen OAB auf der IIS-Standardwebsite auf dem lokalen Exchange-Clientzugriffsserver erstellt, wenn Sie das Cmdlet New-OABVirtualDirectory in der Exchange-Verwaltungsshell ausführen. Informationen finden Sie unter Erstellen eines virtuellen Offlineadressbuch-Verzeichnisses.

  • AutoErmittlungsdienst   Dies ist eine Funktion, die in Outlook 2010 oder Outlook 2007 sowie auf einigen Mobilgeräten zur Verfügung steht und den Client automatisch für den Zugriff auf Exchange konfiguriert. Der Dienst wird auf einem Clientzugriffsserver ausgeführt und gibt die richtige OAB-URL für eine bestimmte Clientverbindung zurück. Weitere Informationen zum AutoErmittlungsdienst finden Sie unter Grundlegendes zum AutoErmittlungsdienst.

Die folgende Abbildung veranschaulicht den Workflow für die webbasierte OAB-Verteilungsmethode. In der Abbildung wird davon ausgegangen, dass alle Clientbenutzer dasselbe OAB besitzen, das an alle Clientzugriffsserver verteilt wird.

Webbasierter OAB-Verteilungsworkflow

In dieser Abbildung verfügt ein Unternehmen über Büros in London und Sao Paolo. Die Postfachserver für das gesamte Unternehmen befinden sich in der Firmenzentrale in London. Sao Paolo besitzt eine langsame Verbindung und verfügt über Clientzugriffsserver, mit denen sich die Sao Paolo-Clientbenutzer mit Outlook verbinden. Zusätzlich zählen zum Unternehmen Benutzer, die remote arbeiten und sich über das Internet mit dem Unternehmensnetzwerk verbinden.

Bevor ein Benutzer die Verbindung zu einem MAPI-basierten Clientcomputer wie Outlook herstellt, geschieht Folgendes:

  1. Das OAB wird auf einem der Postfachserver der Londoner Filiale generiert.

  2. Der Microsoft Exchange-Dateiverteilungsdienst kopiert die neuen OAB-Dateien vom OAB-Postfachserver in London auf jeden der Clientzugriffsserver in London.

  3. Der Microsoft Exchange-Dateiverteilungsdienst kopiert die Dateien über die langsame Verbindung vom Postfachserver in London auf den Clientzugriffsserver in San Paolo. In Abhängigkeit von der Geschwindigkeit der langsamen Verbindung kann der Kopiervorgang mehrere Minuten bis hin zu mehreren Stunden dauern. Das neue OAB wird den Clientcomputern erst zur Verfügung gestellt, wenn es vollständig kopiert und überprüft wurde.

    Hinweis

    Nicht alle Clientzugriffsserver kopieren das neue OAB exakt zur gleichen Zeit. Es gibt ein Abrufintervall (die Standardeinstellung beträgt 8 Stunden), das den Kopiervorgang startet, wenn neue differenzielle Dateien vorhanden sind. Der erste Abrufvorgang erfolgt, wenn der Microsoft Exchange-Dateiverteilungsdienst gestartet wird. Sofern die Clientzugriffsserver daher nicht gleichzeitig gestartet wurden, erfolgen die Serverabrufvorgänge auf den einzelnen Clientzugriffsservern zu unterschiedlichen Zeiten.

Nachdem alle Clientzugriffsserver den OAB-Inhalt kopiert haben, gibt es verschiedene Szenarien zum Herunterladen des OABs durch den Clientbenutzer:

  • Szenario 1   Benutzer vor Ort

    In diesem Szenario erfolgen alle Aktionen in der Londoner Filiale:

    1. Benutzer A, der sich in der Londoner Filiale befindet und dessen Outlook auf den Exchange-Cachemodus festgelegt ist, stellt die Verbindung zu Outlook her.

    2. Outlook stellt eine Verbindung mit dem AutoErmittlungsdienst her, um die URL zum nächsten OAB-Verteilungspunkt abzurufen.

    3. Der AutoErmittlungsdienst gibt die URL zu einem der Clientzugriffsserver in London zurück.

    4. Outlook verwendet BITS, um die Verbindung zur URL herzustellen, die vom AutoErmittlungsdienst bereitgestellt wurde.

    5. Outlook lädt das OAB herunter.

  • Szenario 2   Benutzer mit langsamer Verbindung

    In diesem Szenario befindet sich das Postfach von Benutzer B in der Londoner Filiale, da sich keine Postfachserver in der Filiale in Sao Paolo befinden. Da sich Benutzer B auf eine Geschäftsreise vorbereitet und eine lokale Kopie des OABs benötigt, muss Benutzer B das OAB herunterladen. Das OAB von Benutzer B wird vom Clientzugriffsserver heruntergeladen, der die kürzeste Entfernung zur Filiale in Sao Paolo aufweist:

    1. Benutzer B, der sich in der Filiale von Sao Paolo befindet, stellt eine Verbindung zu Outlook her.

    2. Outlook stellt eine Verbindung mit dem AutoErmittlungsdienst her, um die URL zum nächsten OAB-Verteilungspunkt abzurufen.

    3. Der AutoErmittlungsdienst gibt die URL zum Clientzugriffsserver in Sao Paolo zurück.

    4. Outlook verwendet BITS, um die Verbindung zur URL herzustellen, die vom AutoErmittlungsdienst bereitgestellt wurde.

    5. Outlook lädt das OAB herunter. Da der Clientzugriffsserver in Sao Paolo das OAB über eine langsame Verbindung nach London kopiert, kann Benutzer B möglicherweise nicht die aktuellste Version des Offlineadressbuchs abrufen.

  • Szenario 3   Internetbenutzer

    Da der Benutzer in diesem Szenario die Verbindung über das Internet herstellt, kann Exchange nicht den Clientzugriffsserver ermitteln, der die kürzeste Entfernung zur physischen Position des Benutzers aufweist. Daher verwendet Exchange standardmäßig einen Clientzugriffsserver, der sich in der Nähe des Postfachservers des Benutzers befindet:

    1. Benutzer C, dessen Postfachserver sich in London befindet, stellt die Verbindung zu Outlook über das Internet her.

    2. Outlook stellt eine Verbindung mit dem AutoErmittlungsdienst her, um die URL zum nächsten OAB-Verteilungspunkt abzurufen.

    3. Da sich das Postfach von Benutzer C auf dem Postfachserver in London befindet, gibt der AutoErmittlungsdienst die URL zu einem der Clientzugriffsserver in London zurück.

    4. Outlook stellt die Verbindung zur URL her, die vom AutoErmittlungsdienst mithilfe von BITS bereitgestellt wurde.

    5. Outlook lädt das OAB herunter.

Verteilung in Öffentlichen Ordnern

Die Verteilung in Öffentlichen Ordnern ist die Methode, über die Clients mit Outlook 2003 SP1 oder einer früheren Version, die offline arbeiten oder eine DFÜ-Verbindung nutzen, auf das OAB zugreifen. Wenn Sie Verteilung in Öffentlichen Ordnern verwenden, speichert der OAB-Generierungsprozess die Dateien direkt in einem der Öffentlichen Ordner, und die Exchange-Informationsspeicherreplikation kopiert die Daten dann in andere Öffentliche Ordner-Verteilungspunkte. 

Bei der Verteilung in Öffentlichen Ordnern wird jede Anforderung nach einem vollständigen OAB-Download sofort erledigt. Wenn z. B. ein Öffentlicher Ordner, der 10.000 Benutzer versorgt, 1.000 Anforderungen in einer Stunde erhält und die Größe des OABs 5 MB (Megabyte) entspricht, dann überträgt der Server sofort 5 GB (Gigabyte) an Daten. In Abhängigkeit von der Netzwerkgeschwindigkeit und der verfügbaren Bandbreite könnte dieses Netzwerkverkehrsvolumen eventuell das Netzwerk für einen längeren Zeitraum überlasten.

Damit diese Überlastung vermieden wird, können Sie einen Schwellenwert für die Bandbreite festlegen, um die Netzwerkbandbreite einzuschränken, die sich durch die OAB-Downloads ergibt. Dieser Prozess wird als Beschränkung bezeichnet.

Standardmäßig ist die Beschränkung deaktiviert. Sie können die Beschränkung durch Hinzufügen des folgenden Eintrags zur Registrierung auf allen Öffentliche Ordner-Servern aktivieren, die Hosts für OAB-Systemordner darstellen.

VorsichtAchtung:
Eine fehlerhafte Bearbeitung der Registrierung kann zu schwerwiegenden Problemen führen, die eine Neuinstallation des Betriebssystems erforderlich machen kann. Durch fehlerhafte Bearbeitung der Registrierung verursachte Probleme können unter Umständen nicht mehr behoben werden. Sichern Sie alle wichtigen Daten, bevor Sie die Registrierung bearbeiten.

HKEY_LOCAL_MACHINE\System\CurrentControlSet\Services\MSExchangeIS\ParametersSystem

Type: DWORD

Value: OAB Bandwidth Threshold (KBps)

Value Data: bandwidth threshold setting (Range: 0 to 4194304 (decimal))

Die Einstellung für den Schwellenwert der Bandbreite wird in KB/s (Kilobyte pro Sekunde) angegeben und sollte mit einem Dezimalwert konfiguriert werden. Wenn für den Registrierungsschlüssel z. B. der Dezimalwert 5.000 festgelegt wird, verwendet der Öffentliche Ordner-Server 5.000 KB/s als Bandbreitenschwellenwert für OAB-Downloads, was ungefähr 40.960 KBit/s (Kilobit pro Sekunde) oder 40,96 MBit/s entspricht (Megabit pro Sekunde). Nachdem die Einstellung hinzugefügt und konfiguriert wurde, erkennt Exchange den Registrierungseintrag dynamisch und beginnt mit der Durchführung der Bandbreitenbeschränkung, ohne dass der Microsoft Exchange-Informationsspeicherdienst neu gestartet werden muss.

Bei jeder OAB-Downloadanfrage werden die Administratorrechte für den Requestor auf dem Exchange-Server überprüft. Wenn der für die Anforderung verwendete Sicherheitskontext das Äquivalent zum lokalen Administrator auf dem Exchange-Server darstellt, wird angenommen, dass der Download von einer internen Funktion angefordert wird. In diesem Fall darf der Requestor mit einem vollständigen OAB-Download fortfahren. Die zum administrativen Client übertragenen Byte werden jedoch weiterhin als Teil der durchschnittlich heruntergeladenen Byte des vollständigen OABs berechnet. Wenn der Requestor keine Administratorrechte besitzt, werden die über die letzten 10 Sekunden durchschnittlich heruntergeladenen Byte des vollständigen OABs ermittelt. Wenn dieser Wert kleiner als der konfigurierte Schwellenwert ist, kann das vollständige OAB heruntergeladen werden.

Hinweis

Wenn für den Registrierungsschlüssel der Wert 0 festgelegt wird, darf maximal ein Client zur Zeit ohne Administratorrechte in Intervallen von 10 Sekunden das vollständige OAB herunterladen.

Wenn Sie den Bandbreitenschwellenwert für den OAB-Download festlegen, wird empfohlen, dass Sie für die Schwellenwerte auf den einzelnen Servern Werte konfigurieren, die nicht zur Überlastung der Netzwerkkarte oder des Netzwerks des Exchange-Servers führen. Wenn Sie die Leistungsdaten für das Netzwerk und den Exchange-Server noch nicht erfasst und analysiert haben, sollten Sie dies vor dem Konfigurieren des Registrierungseintrags tun.

Auswirkungen von OAB-Downloads auf das Netzwerk bei Verwendung der Öffentliche Ordner-Verteilung

Da es verschiedene Fälle gibt, die zu einer großen Anzahl von vollständigen OAB-Downloads führen können, sollten Sie die Auswirkung auf die Bandbreite kennen, die ein großer OAB-Download auf das Netzwerk hat.

Der Exchange-Server kann problemlos zahlreiche Downloadanforderungen für das OAB verarbeiten. Daher können mehrere Versuche zum Herunterladen eines vollständigen OABs über eine langsame Verbindung dazu führen, dass ein Netzwerk überlastet wird. (Es wird die gesamte verfügbare Bandbreite verwendet.) In diesem Fall gibt es zwei wesentliche Auswirkungen:

  • Anwendungen, die das WAN (Wide Area Network) verwenden müssen, arbeiten sehr langsam. Der Grund hierfür ist, dass sie darauf warten müssen, bis ihre Netzwerkanforderungen die überlastete WAN-Verbindung durchquert haben.

  • Der tatsächliche im WAN erforderliche Datenverkehr nimmt zu, da einzelne Netzwerkanforderungen möglicherweise ablaufen und dadurch zu zusätzlichen Anforderungen führen.

Wenn das Netzwerk überlastet ist, erhöht sich durch die Wartezeit nicht nur die Dauer, die für die einzelnen Clientcomputer zum Herunterladen des OABs erforderlich ist, sondern auch die Gesamtdauer des Downloadvorgangs. Normalerweise bedeutet dies, dass die Datenrate für die einzelnen Clientcomputer niedriger ist. Wenn die Wartezeit zu hoch ist, laufen die RPC-Pakete ab, wodurch zusätzliche RPC-Anforderungen für dieselben Daten abgerufen werden müssen. Auch wenn ein Outlook-Benutzer versucht, das OAB herunterzuladen und der Download abgebrochen oder nicht erfolgreich durchgeführt wird, löscht Outlook die Daten, die heruntergeladen wurden und versucht dann einen erneuten Download des OABs. Dadurch werden mehr Daten angefordert, die wiederum die Gesamtdauer für eine große Anzahl von OAB-Downloads erhöhen.

Outlook lädt das OAB vom Exchange-Server über eine Reihe von RPC-Paketen herunter. Jedes Paket wird empfangen und bestätigt und anschließend wird das nächste Paket gesendet. Auf Grundlage der Wartezeit zwischen Outlook und Exchange ist ein einzelner Outlook-Client darin eingeschränkt, wie schnell er die jeweiligen Pakete empfangen und bestätigen kann. Aufgrund dieser Verzögerung ist ein einzelner Outlook-Client möglicherweise nicht in der Lage, eine einzelne Netzwerkverbindung zu überlasten. Wenn jedoch mehrere Outlook-Clients mit dem Download des OABs beginnen, kann die kombinierte Downloadrate aller Clients die Verbindung überlasten. Die Verbindung bleibt überlastet, bis die OABs vollständig heruntergeladen sind.

Die Beziehung ist in der Hinsicht linear, dass mit zunehmender Wartezeit zwischen Outlook-Client und Exchange-Server immer weniger Pakete empfangen werden können. Es sind weniger Clients in der Lage, ein OAB herunterzuladen, bevor eine langsame Verbindung überlastet ist. Umgekehrt gilt dies ebenfalls. Wenn die Wartezeit kurz ist, sind mehr Clients erforderlich, um eine langsame Verbindung zu überlasten. Die Anzahl der Outlook-Clients, die gleichzeitig das OAB herunterladen können, ohne das WAN zu überlasten, nimmt zu, wenn entweder die Netzwerkwartezeit abnimmt oder die Netzwerkbandbreite zunimmt.

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OAB-Überlegungen

Berücksichtigen Sie als bewährte Methode die folgenden Faktoren beim Planen und Implementieren der OAB-Strategie, unabhängig davon, ob Sie ein einzelnes oder mehrere OABs verwenden:

  • Die Größe der einzelnen OABs im Unternehmen. Weitere Informationen finden Sie weiter unten in diesem Thema unter "Überlegungen zur OAB-Größe".

  • Die Anzahl der OAB-Downloads.

  • Die Anzahl und die Häufigkeit von übergeordneten DN-Änderungen (Distinguished Name).

  • SMTP-Adressenkonflikte.

  • Die Gesamtanzahl von Änderungen, die am Verzeichnis vorgenommen wurden.

Überlegungen zur OAB-Größe

Bei einigen Unternehmen ist das OAB eine kleine Datei, die gelegentlich von Remotebenutzern heruntergeladen wird. Für diese Unternehmen ist das Herunterladen des OABs normalerweise nicht von Bedeutung. Für einige große Unternehmen mit umfassenden Verzeichnissen oder für Unternehmen, die Outlook 2003 im Exchange-Cachemodus bereitgestellt haben, kann dies von Bedeutung sein, insbesondere, wenn die Unternehmen Exchange-Server in ein regionales Datacenter zusammengefasst haben.

Die Größe der OABs kann zwischen einigen Megabyte und mehreren hundert Megabyte variieren. Folgende Faktoren können die Größe des OABs beeinflussen:

  • Die Verwendung von Zertifikaten im Unternehmen. Je mehr PKI-Zertifikate (Public-Key-Infrastruktur) verwendet werden, desto größer ist das OAB. PKI-Zertifikate sind zwischen 1 KB und 3 KB groß. Sie haben den größten Einzelanteil an der Größe des OABs.

  • Die Anzahl der E-Mail-Empfänger in Active Directory.

  • Die Anzahl der Verteilergruppen in Active Directory.

  • Die Informationen, die ein Unternehmen für jedes postfachaktivierte oder E-Mail-aktivierte Objekt zu Active Directory hinzufügt. Einige Organisationen füllen beispielsweise die Adresseigenschaften für jeden Benutzer aus, während andere diese auslassen.

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