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Grundlegendes zur Unterstützung von Exchange 2010 für autoritative X.400-Domänen

Exchange 2010
 

Gilt für: Exchange Server 2010 SP3, Exchange Server 2010 SP2

Letztes Änderungsdatum des Themas: 2010-01-18

In diesem Thema wird die von Microsoft Exchange Server 2010 bereitgestellte Unterstützung für X.400-Domänen beschrieben. Exchange 2010 ermöglicht die Konfiguration von Namespaces autoritativer X.400-Domänen mithilfe der Befehle der Exchange-Verwaltungsshell.

Möchten Sie wissen, welche Verwaltungsaufgaben es im Zusammenhang mit Transportservern gibt? Weitere Informationen finden Sie hier: Verwalten von Transportservern.

Inhalt

X.400-Adressen

Konfigurieren von autoritativen X.400-Domänen

Empfängerauflösung und Routing für autoritative X.400-Domänen

Eine X.400-Adresse ist eine Adresse, die als Teil einer Suite von E-Mail-Standards definiert ist, die im Rahmen der Empfehlungen der ITU-T (International Telecommunication Union – Telecommunication [Standardization Sector]) festgelegt werden. X.400-Adressen basieren auf einem hierarchischen Benennungssystem, und sie setzen sich aus einer Reihe von Attributen zusammen, deren Summe die X.400-Adresse ergibt. Mit einigen Attributen in der Adresse wird die Organisation angegeben. Mit anderen Attributen wird der Empfänger festgelegt. Aus der Summe aller Organisationsattribute ergibt sich ein eindeutiger Knoten in der X.400-Adresshierarchie.

Exchange 2010 bietet keine Unterstützung für die folgenden X.400-Szenarien:

  • Gemeinsame Nutzung eines X.400-Adressknotens mit einem anderen E-Mail-System: In Exchange 2010 können Sie einen SMTP-Domänennamespace durch Konfigurieren einer internen akzeptierten Relaydomäne für die gemeinsame Nutzung freigeben. Diese Konfiguration kann nicht für einen X.400-Namespace verwendet werden. Für die X.400-Domäne muss Exchange 2010 autoritativ sein. Alternativ muss die X.400-Domäne als externe Relayunterdomäne einer autoritativen X.400-Domäne konfiguriert werden.

  • Konfigurieren einer autoritativen X.400-Domäne auf dem Edge-Transport-Server

  • Konfigurieren einer autoritativen X.400-Domäne in der Exchange-Verwaltungskonsole. Zum Konfigurieren von autoritativen X.400-Domänen müssen Sie die Shell verwenden.

  • Routing oder direkte Weiterleitung an einen X.400-MTA (Message Transfer Agent): In Exchange 2010 muss das Routing über einen Quellserver, auf dem Microsoft Exchange Server 2003 ausgeführt wird und der als Host für einen X.400-Connector fungiert, oder über den Exchange 2010-X.400-Connector eines Drittanbieters erfolgen.

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Eine autoritative X.400-Domäne wird für die Hub-Transport-Serverrolle konfiguriert. Wenn eine Organisation für eine bestimmte Domäne als autoritativ konfiguriert wurde, wird davon ausgegangen, dass die Organisation als Host für sämtliche Postfächer der Empfänger in dieser Domäne fungiert. Nach der Erstellung eines Namens für die autoritative X.400-Domäne können Sie eine E-Mail-Adressrichtlinie erstellen, mit der die Domäne in der E-Mail-Proxyadresse festgelegt wird. Die Exchange-Organisation akzeptiert E-Mail-Nachrichten, die an Empfänger adressiert sind, denen eine X.400-E-Mail-Proxyadresse zugewiesen wurde, bei der der Namespace der autoritativen X.400-Domäne verwendet wird. Alle X.400-Empfängeradressen im autoritativen Namespace, die in Active Directory nicht als Postfach oder Kontakt aufgelöst werden können, werden als Fehler behandelt und bewirken, dass für die Nachrichten ein Unzustellbarkeitsbericht (Non-Delivery Report, NDR) erstellt wird. Wenn es sich bei der Nachricht, die den Fehler verursacht, um eine Benachrichtigung über den Zustellungsstatus (Delivery Status Notification, DSN) wie einen Unzustellbarkeitsbericht handelt, wird sie gelöscht.

Nicht autoritative X.400-Domänen werden von Exchange 2010 unterstützt, sofern es sich dabei um Unterdomänen einer autoritativen Domäne handelt. Mit dem Parameter X400ExternalRelay des Cmdlets New-X400AuthoritativeDomain definieren Sie Ausnahmen für Fälle, in denen die Exchange-Organisation für eine Unterdomäne der autoritativen X.400-Domäne nicht autoritativ ist. Standardmäßig ist der Wert des Parameters X400ExternalRelay auf $false festgelegt. Schlägt die Auflösung des Empfängers einer E-Mail-Nachricht, die an einen Empfänger in der X.400-Unterdomäne gesendet wurde, also fehl, wird ein Unzustellbarkeitsbericht erstellt. Wenn der Wert des Parameters X400ExternalRelay auf $true festgelegt ist, werden erfolglose Empfängerauflösungen von Exchange nicht als Fehler behandelt, und an einen Empfänger in der X.400-Unterdomäne adressierte Nachrichten werden an eine externe Adresse weitergeleitet.

Bei der Konfiguration einer autoritativen X.400-Domäne wird die Exchange-Organisation standardmäßig für alle X.400-Adressen in der Hierarchie als autoritativ betrachtet.

Eine X.400-Adresse setzt sich aus einer Reihe von Attributen zusammen, mit denen die Organisationskomponenten definiert und die Empfänger festgelegt werden. Der im Parameter X400DomainName angegebene X.400-Namespace darf nur die X.400-Organisationskomponenten umfassen. In der folgenden Tabelle sind die Attribute aufgelistet, die zur Definition eines X.400-Domänennamespace in Exchange 2010 verwendet werden können. Die Attribute sind in hierarchischer Reihenfolge aufgeführt.

X.400-Organisationskomponenten

Attributabkürzung Organisationskomponente Erforderlich/optional Maximale Zeichenzahl

C

Country   Der Wert des Attributs Country entspricht der aus zwei Buchstaben bestehenden Bezeichnung des Landes wie in ISO 3166 (International Organization for Standardization) festgelegt.

Erforderlich

2

A

ADMD   Der Wert der Administration Management Domain (ADMD) bezeichnet normalerweise einen öffentlichen Mail-Dienstanbieter. Gültige Werte werden auf Landes- oder regionaler Ebene festgelegt.

Erforderlich

16

P

PRMD   Der Wert der Private Management Domain (PRMD)definiert die Domäne der obersten Ebene im Namespace der Exchange-Organisation.

Optional

16

O

Organisation   Der Wert des Attributs Organization ist im Kontext der PRMD oder der ADMD eindeutig, wenn keine PRMD vorhanden ist.

Optional

64

OU1

Organisationseinheit 1   Der Wert jeder Organisationseinheit identifiziert ein eindeutiges Adresselement innerhalb des Bereichs des unmittelbar übergeordneten Adresselements in der Hierarchie.

Optional

64

OU2

Organisationseinheit 2   Der Wert jeder Organisationseinheit identifiziert ein eindeutiges Adresselement innerhalb des Bereichs des unmittelbar übergeordneten Adresselements in der Hierarchie.

Optional

64

OU3

Organisationseinheit 3   Der Wert jeder Organisationseinheit identifiziert ein eindeutiges Adresselement innerhalb des Bereichs des unmittelbar übergeordneten Adresselements in der Hierarchie.

Optional

64

OU4

Organisationseinheit 4   Der Wert jeder Organisationseinheit identifiziert ein eindeutiges Adresselement innerhalb des Bereichs des unmittelbar übergeordneten Adresselements in der Hierarchie.

Optional

64

Wenn Sie den X.400-Namespace angeben, müssen die Adressattribute durch Semikola getrennt werden, und die Adresse muss in Anführungszeichen (") eingeschlossen werden (siehe nachstehendes Beispiel).

"C=US;A=ATT;P=Contoso;O=Example" 

X.400-Domänennamen dürfen nur aus den folgenden ASCII-Zeichen bestehen:

  • A bis Z

  • a bis z

  • 0–9

  • Diesen Interpunktions- und Sonderzeichen: (Leerzeichen) ' () + , - . / : = ?

Platzhalterzeichen wie ein Sternchen (*) werden im autoritativen X.400-Namespace nicht unterstützt. Jedes Attribut darf im X.400-Namespace nur einmal auftreten.

Jede Adresse in der Hierarchie, die den definierten Organisationskomponenten untergeordnet ist, muss in Active Directory als Empfänger oder Kontakt aufgelöst werden können, sofern für eine Unterdomäne keine Ausnahme definiert wurde, indem der Parameter X400ExternalRelay auf $true festgelegt wurde. Wenn das Kategorisierungsmodul einen Empfänger nicht auflösen kann, wird für die Nachricht ein Unzustellbarkeitsbericht erstellt. Wenn es sich bei der Nachricht um eine DSN (Benachrichtigung über den Zustellungsstatus) handelt, wird sie gelöscht.

Wenn Sie eine autoritative X.400-Domäne beispielsweise als "C=US;A=ATT;O=Contoso" konfiguriert haben, wird die Exchange-Organisation auch für den X.400-Namespace "C=US;A=ATT;O=Contoso;OU1=Tailspin Toys" als autoritativ betrachtet. Wenn sich alle Empfänger bei Tailspin Toys in einer anderen Organisation befinden, muss jeder dieser Empfänger als Kontakt im Verzeichnisdienst Active Directory der Contoso-Organisation vorhanden sein. Wenn dies nicht möglich ist, muss der Namespace von Tailspin Toys als externe Relayunterdomäne definiert werden.

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Zur Ermittlung, wie das Routing von E-Mail-Nachrichten erfolgen soll, vergleicht das Exchange 2010-Kategorisierungsmodul die Empfängeradressen mit der Liste der Domänen, für die die Exchange-Organisation autoritativ ist. Auf diese Weise kann das Kategorisierungsmodul ermitteln, wann eine an eine X.400-Adresse gerichtete Nachricht an ein externes System weitergeleitet werden muss und wann ein Unzustellbarkeitsbericht für eine Nachricht generiert werden muss, wenn der Empfänger im autoritativen Namespace nicht gefunden werden kann. Wenn eine Nachricht an eine Empfängeradresse in einer X.400-Domäne gesendet wird, für die die Exchange-Organisation autoritativ ist, wird die Nachricht den gültigen Empfängern zugestellt. Zudem wird für jeden Empfänger, der in Active Directory nicht vorhanden ist, ein Unzustellbarkeitsbericht an den Sender übermittelt. Wird eine Nachricht an eine X.400-Domäne gesendet, für die die Exchange-Organisation nicht autoritativ ist, wird die Nachricht extern über einen X.400-Connector geroutet.

Nachdem ein autoritativer X.400-Namespace definiert worden ist, wird die Exchange-Organisation als für die Nachrichtenzustellung an alle Empfänger verantwortlich angesehen, die über dem Namespace entsprechende E-Mail-Proxyadressen verfügen. Daher werden X.400-adressierte Nachrichten, die von einem Exchange 2010-Hub-Transport-Server empfangen werden, wie folgt verarbeitet:

  • Wenn die Empfängeradresse als Empfänger in Active Directory aufgelöst werden kann, wird die Nachricht zugestellt.

  • Wenn alle nachstehenden Bedingungen zutreffen, wird ein Unzustellbarkeitsbericht an den Sender zurücksendet:

    • Die Empfängeradresse wird nicht zu einem Empfänger in Active Directory aufgelöst.

    • Die Empfängeradresse entspricht einem X.400-Namespace, für den Exchange autoritativ ist.

    • Bei der E-Mail handelt es sich um eine Nachricht.

  • Die E-Mail wird gelöscht, wenn alle folgenden Bedingungen zutreffen:

    • Die Empfängeradresse wird nicht zu einem Empfänger in Active Directory aufgelöst.

    • Die Empfängeradresse entspricht einem X.400-Namespace, für den Exchange autoritativ ist.

    • Bei der E-Mail handelt es sich eine Benachrichtigung zum Übermittlungsstatus.

  • Die E-Mail wird an einen X.400-Connector weitergeleitet, wenn alle folgenden Bedingungen zutreffen:

    • Die Empfängeradresse wird nicht zu einem Empfänger in Active Directory aufgelöst.

    • Die Empfängeradresse entspricht nicht einem X.400-Namespace, für den Exchange autoritativ ist.

    • Die E-Mail wird an einen X.400-Connector weitergeleitet.

Sie können zwar Empfänger für den Empfang von E-Mail-Nachrichten konfigurieren, die an einen X.400-Namespace adressiert sind, Exchange 2010 bietet jedoch keine systemeigene Transportunterstützung für X.400. Zum Senden oder Empfangen von X.400-E-Mail-Nachrichten an bzw. von X.400-Remotedomänen müssen Sie auf einem Exchange 2003-Server mindestens einen X.400-Connector verwalten oder einen fremden Connector für den X.400-Backbone konfigurieren.

Exchange 2010 verfügt nicht über einen X.400-MTA. Daher können Nachrichten in Exchange 2010 nicht in das X.400-Format konvertiert werden. Die Nachricht muss von einem auf einem Exchange 2003-Server gehosteten X.400-Connector oder von einem fremden Connector verarbeitet werden, damit eine Konvertierung in eine X.400-Nachricht erfolgen kann. Zum Übertragen von X.400-Nachrichten wird die Nachricht von Exchange 2010 als MIME-gekapselte TNEF-Nachricht (Transport Neutral Encapsulation Format) über SMTP weitergeleitet.

Weitere Informationen zum Erstellen eines X.400-Connectors in Exchange 2003 finden Sie unter Erstellen eines X.400-Connectors. Weitere Informationen zum Erstellen eines fremden Connectors finden Sie unter Erstellen eines fremden Connectors.

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