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Festlegen der Behandlung von Anpassungen (SharePoint Server 2010)

 

Gilt für: SharePoint Server 2010

Letztes Änderungsdatum des Themas: 2011-09-28

Wenn Sie an Ihren Websites basierend auf Microsoft Office SharePoint Server 2007 umfangreiche Anpassungen vorgenommen haben, müssen Sie festlegen, was mit diesen Anpassungen im Falle eines Upgrades auf Microsoft SharePoint Server 2010 geschehen soll. Ihr Vorgehen ist dabei abhängig vom Umfang der Anpassungen, der Art der Anpassungen, der Komplexität der Website und den Zielen des Upgrades. Vor dem Upgrade müssen Sie die Anpassungen in Ihrer Umgebung identifizieren und auswerten und anschließend bestimmen, ob und wie sie aktualisiert werden sollen.

Inhalt dieses Artikels:

Im Rahmen des Upgradetests sollten Sie eine Bestandsaufnahme der serverseitigen Anpassungen in Ihrer Umgebung vornehmen (Lösungen, Features, Webparts, Ereignishandler, Gestaltungsvorlagen, Seitenlayouts, CSS-Dateien usw.). Weitere Informationen zum Identifizieren von Anpassungen finden Sie unter Verwenden eines Testupgrades zur Ermittlung möglicher Probleme (SharePoint Server 2010). Mit dem Arbeitsblatt für die Upgradeplanung können Sie bestimmte Anpassungen auflisten und die Ergebnisse der Auswertung im nächsten Abschnitt aufzeichnen. Dieses Arbeitsblatt können Sie von der Webseite http://go.microsoft.com/fwlink/?linkid=179928&clcid=0x407 herunterladen.

Nachdem Sie die Anpassungen identifiziert haben, können Sie über das weitere Vorgehen entscheiden. Die folgenden Fragen können beim Auswerten der Anpassungen nützlich sein:

  • Ist die Anpassung noch hilfreich?

    • Dient sie einer sinnvollen Unternehmensanforderung?

    • Wird sie auf breiter Front bereitgestellt und verwendet?

  • Weist die Anpassung einen guten Entwurf auf?

    • Basiert sie auf unterstützten, vordefinierten Websitedefinitionen?

    • Hält sie sich an bewährte Methoden für Anpassungen?

    • Handelt es sich um einen unterstützten Anpassungstyp oder stellt sie ein Risiko für Ihre Umgebung dar?

Beim Auswerten der einzelnen Anpassungen können Sie auch die allgemeine Vorgehensweise bei Anpassungen berücksichtigen. Folgende Möglichkeiten stehen zur Auswahl:

  1. Beibehalten der Anpassungen   Verwenden Sie ein visuelles Upgrade, um für bestimmte Websites weiterhin die Benutzeroberfläche der vorherigen Version zu verwenden. Mit dieser Methode können Sie zwar weiterhin dieselbe Funktionalität verwenden, können aber die neue Benutzeroberfläche (z. B. die Fluent-Benutzeroberfläche, die auch als Menüband bezeichnet wird) und in der neuen Version verfügbare Funktionen nicht nutzen.

  2. Ersetzen oder erneutes Ausführen von Anpassungen   Wenn Sie neue Funktionen verwenden möchten, die Websites vollständig umgestalten möchten oder wenn Sie die Datenarchitektur deutlich ändern, dann ist das Upgrade Ihre Chance, mit neuen Features, einem neuen Erscheinungsbild oder einer neuen Struktur von vorn zu beginnen. Wenn Sie Anpassungen ersetzen oder erneut ausführen, können Sie die neuen Funktionen nutzen, den Websiteentwurf bei Bedarf geringfügig ändern und auf einen leichter zu verwaltenden Entwurf umstellen.

    Weitere Informationen zum erneuten Erstellen oder Bereitstellen von Lösungen finden Sie unter Erneutes Bereitstellen von Anpassungen und Lösungen in SharePoint Foundation 2010 und SharePoint Server 2010 (http://go.microsoft.com/fwlink/?linkid=182335&clcid=0x407).

  3. Verwerfen der Anpassungen   Ersetzen Sie die Anpassungen durch Standardfunktionalität. Sie können Seiten auf die standardmäßigen Websitedefinitionen zurücksetzen und alle Webparts oder Features entfernen, die nicht mehr unterstützt werden sollen. Wenn Sie beschließen, alle Anpassungen zu verwerfen, müssen Sie Probleme beheben, die sich aus der Entfernung der Anpassungen in Websites ergeben, in denen diese Anpassungen verwendet wurden. Anhand der Bestandsaufnahme der Anpassungen können Sie bestimmen, um welche Websites Sie sich diesbezüglich vor oder nach dem Upgrade kümmern müssen.

Neben der allgemeinen Entscheidung bezüglich der Behandlung von Anpassungen in Ihrer Umgebung während des Upgrades müssen Sie bestimmte Anpassungstypen untersuchen und entscheiden, ob zusätzliche Schritte erforderlich sind, damit sie in der aktualisierten Umgebung ordnungsgemäß ausgeführt werden.

In der folgenden Tabelle werden einige häufige Anpassungen und Empfehlungen zur Verwendung dieser Art von Anpassung aufgeführt.

 

Anpassungstyp Empfehlung

Websitevorlagen (STP-Dateien)

Websitevorlagen (STP-Dateien) sind ein veraltetes Feature in SharePoint Server 2010. Neue Websitevorlagen in SharePoint Server 2010 werden als WSP-Dateien (Lösungspakete) gespeichert.

Eine Website, die mithilfe einer Websitevorlage bereitgestellt wurde, wird zwar aktualisiert, aber Sie können keine neuen Websites basierend auf dieser Vorlage erstellen. Wenn Sie in der Lage sein möchten, neue Websites zu erstellen, können Sie stattdessen ein Lösungspaket erstellen und bereitstellen. Weitere Informationen finden Sie unter Beheben von Problemen beim Upgrade (SharePoint Server 2010).

Websitedefinition

Migrieren Sie Websites nach einer unterstützten, vordefinierten Websitedefinition, und wenden Sie anschließend mithilfe der Lösungsbereitstellung benutzerdefinierte Features an.

Sie können auch weiterhin eine benutzerdefinierte Websitedefinition verwenden. Sie müssen keine neue Websitedefinition basierend auf SharePoint Server 2010 erstellen.

Wenn Sie allerdings benutzerdefinierte Upgradeaktionen für die Definition ausführen müssen, kann es sein, dass Sie eine Upgradedefinitionsdatei für diese Websitedefinition erstellen müssen. Weitere Informationen finden Sie unter Upgradedefinitionsdateien (http://go.microsoft.com/fwlink/?linkid=182339&clcid=0x407) auf MSDN.

"Fabulous 40"-Anwendungsvorlagen

Microsoft wird keinen neuen Versionen dieser Vorlagen erstellen. Für Websites, die auf diesen Vorlagen basieren, kann zwar ein Upgrade ausgeführt werden. Sie sollten jedoch jede Website testen, bevor Sie ein Upgrade der Produktionsumgebung durchführen. Weitere Informationen finden Sie unter Beheben von Problemen beim Upgrade (SharePoint Server 2010).

Feature

Nehmen Sie eine Auswertung vor, und anschließend bei Bedarf einen Neuentwurf oder eine erneute Bereitstellung.

Workflows und Serversteuerelemente

Hängt von der Lösung ab. Wenden Sie sich wegen einer aktualisierten Lösung an den Hersteller. Falls ein Workflow mit der neuen Version kompatibel ist, nehmen Sie eine erneute Bereitstellung vor.

Ereignishandler

Schreiben Sie den Ereignishandler neu, und stellen Sie ihn erneut als Feature bereit.

Verwaltete Pfade (Ein-/Ausschlüsse)

Erstellen Sie Einschüsse für ein Upgrade durch Datenbankanfügungen erneut. Von Ausschlüssen wird ausgegangen, sie müssen nicht neu erstellt werden.

Designs

Aufgrund der umfangreichen Änderungen an der Benutzeroberfläche können benutzerdefinierte Designs basierend auf Office SharePoint Server 2007 nicht in SharePoint Server 2010 verwendet werden. Verwenden Sie ein visuelles Upgrade, um die Websites weiterhin in der alten Benutzeroberfläche zu verwenden, bis Sie ein neues Design basierend auf SharePoint Server 2010 erstellen und anwenden können.

Symbolleistenaktionen

Gehen Sie zum Menüband (Fluent-Benutzeroberfläche).

Gestaltungsvorlagen und CSS-Dateien

Gestalten Sie sie um, um die neue Benutzeroberfläche zu integrieren.

JavaScript

Testen Sie, um zu bestimmen, ob Aktionen erforderlich sind. In einigen Fällen müssen Sie möglicherweise die Skripts an das neue Seitenmodell anpassen. Stellen sie sicher, dass JavaScript auf einer aktualisierten Website sowie in beiden visuellen Upgrademodi problemlos ausgeführt wird.

Suchanbieter oder Security Trimmer

Testen Sie, um zu bestimmen, ob Aktionen erforderlich sind.

Webparts

Testen Sie, um zu bestimmen, ob Aktionen erforderlich sind. Möglicherweise müssen Sie die Webparts für den strikten XHMTL-Modus anpassen.

Wenn sich ein Webpart auf einer Seite, aber nicht in einer Webpartzone befindet (also im Prinzip direkt auf einer Seite eingebetteter HTML-Code), ist es nicht funktionsfähig, falls Sie die Seite auf die Standardvorlage zurücksetzen.

Dienste

Testen Sie, um zu bestimmen, ob Aktionen erforderlich sind. Ändern oder passen Sie den Code bei Bedarf an.

Authentifizierungsanbieter

Testen Sie, um zu bestimmen, ob Aktionen erforderlich sind. Stellen Sie den Anbieter in einer Testfarm erneut bereit, und stellen Sie sicher, dass er zusammen mit der Anspruchsauthentifizierung ordnungsgemäß ausgeführt wird.

Die folgenden Anpassungstypen werden nicht unterstützt. Falls in Ihrer Umgebung derartige Anpassungen vorhanden sind, müssen Sie sie durch eine unterstützte Anpassung ersetzen, um das Upgrade ausführen zu können. Andernfalls könnten nicht behebbare Upgradeprobleme auftreten:

  • Vordefinierte Dateien, Features oder Websitedefinition, die geändert wurden.

    WarnungWarning
    Einige vordefinierte Dateitypen (z. B. Dokumentsymbole oder -aktionen) können geändert werden, und auch wenn sie nicht aktualisiert werden, können die Änderungen übernommen werden. Änderungen an anderen vordefinierten Dateien, wie z. B. serverseitige ASPX-Seiten, gehen während des Upgrades verloren, wenn Sie auf die Websitevorlage zurücksetzen. In Abhängigkeit von den geänderten Dateien und dem Umfang dieser Änderungen kann das Upgradeverhalten stark variieren. Es empfiehlt sich, alle Änderungen in allen Dateien auf dem Datenträger zurückzusetzen.
  • SharePoint-Datenbanken, die durch direktes Bearbeiten der Daten oder des Schemas geändert wurden, einschließlich Hinzufügen oder Entfernen von Triggern, Tabellen, Sichten oder Indizes.

Wenn derartige Anpassungen vorhanden sind, entfernen Sie diese, und ersetzen Sie sie durch unterstützte Anpassungen, bevor Sie das Upgrade vornehmen. Mit dieser bewährten Methode wird sichergestellt, dass nicht nur das aktuelle Upgrade problemlos ausgeführt wird, sondern dass auch zukünftige Upgrades reibungsloser ablaufen. Das Ändern vordefinierter Dateien und Datenbanken wird auch weiterhin nicht unterstützt.

Stellen Sie sicher, dass in Ihrer Umgebung keine Probleme auftreten und bewährte Methoden eingehalten werden. Stellen Sie nur Anpassungen bereit, die die in den folgenden Artikeln auf MSDN und im TechNet beschriebenen bewährten Methoden erfüllen:

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