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Windows Vista-Aufgabenplanung

Veröffentlicht: 3. März 2006

Zusammenfassung
Windows Vista enthält einen neuen Aufgabenplanungsdienst, mit dem Sie auch unbeaufsichtigt ausgeführte Aufgaben kontrollierbar verwalten können. Die Aufgaben können zeitgesteuert oder als Reaktion auf Ereignisse oder Systemstatusänderungen gestartet werden.

Durch das vom Auftreten eines Ereignisses abhängige Durchführen von Aktionen ist eine proaktive Ad-hoc-Systemverwaltung möglich. Dadurch können IT-Experten Computer so konfigurieren, dass sie auf potenzielle Systemprobleme (z. B. auch auf selten auftretende, schwer zu reproduzierende Fehler) automatisch reagieren. Außerdem können sie komplexere und anspruchsvollere Aufgaben einrichten, die nacheinander oder als Reaktion auf verschiedene Auslöser und Bedingungsänderungen ausgeführt werden. Mithilfe einer Aufgabe können ein IT-Experte per E-Mail von einem Problem auf einem Desktop benachrichtigt sowie ein Diagnoseprogramm oder sogar eine automatisierte Problembehebung gestartet werden.

Mit der Windows Vista-Aufgabenplanung können IT-Fachleute für administrative Routineaufgaben Aufgaben definieren, die selbst dann ausgeführt werden, wenn sich der Computer im Standbymodus oder im Ruhezustand befindet. Um Energie zu sparen und trotzdem sicherzustellen, dass wichtige Aufgaben rechtzeitig ausgeführt werden, wird der Computer hierbei zum Ausführen der Aufgaben von der Aufgabenplanung reaktiviert und nach deren Abschluss wieder in den Standbymodus oder Ruhezustand zurückversetzt.

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Einführung Einführung
Terminologie Terminologie
Aufgabenplanung vor Vista Aufgabenplanung vor Vista
Verbesserungen und neue Features in Windows Vista Verbesserungen und neue Features in Windows Vista
Schlussbemerkung Schlussbemerkung

Einführung

Im heutigen kostenbewussten Geschäftsleben müssen IT-Experten den zuverlässigen Betrieb einer steigenden Zahl von Clientcomputern sicherstellen. Damit diese Computer problemlos funktionieren, müssen Standardvorgänge wie Sicherungen, Virenprüfungen und Festplattendefragmentierungen vorhersehbar und zuverlässig ausgeführt werden. Aufgrund strikter Vereinbarungen zum Servicelevel (Service Level Agreements, SLAs) müssen IT-Experten in der Lage sein, kurzfristig auf Systemereignisse zu reagieren, proaktiven Support zu bieten und Datenverluste zu vermeiden.

Im Vergleich zu den „Geplanten Aufgaben“ in früheren Windows-Versionen bietet die Aufgabenplanung von Windows Vista viele neue Funktionen. Er bietet die für Administratoren erforderliche Flexibilität, um allgemeine administrative Desktopaufgaben zuverlässiger und sicherer zu automatisieren, und erleichtert den Support für eine größere Zahl von Clientcomputern. Die Verbesserungen dieses Tools eröffnen völlig neue Verwendungsmöglichkeiten.

Das automatisierte Ausführen von allgemeinen Desktopaufgaben hat für Unternehmen zahlreiche Vorteile: Die Supportkosten sinken, Datenverluste werden minimiert und Programme werden häufiger wie erwartet ausgeführt. Durch den sichereren und stabileren Betrieb der Clientcomputer können sich die IT-Mitarbeiter mit Fragestellungen beschäftigen, die den Geschäftswert steigern.

In diesem Whitepaper erhalten Sie einen Überblick über die neuen Features der Windows Vista-Aufgabenplanung, z. B. automatische Reaktionen auf Ereignisse und Systembedingungen, Planung, Überwachung und Verwaltung von Aufgaben sowie Verbesserungen der Zuverlässigkeit und Sicherheit. Außerdem wird beschrieben, wie IT-Experten Desktops mit der Aufgabenplanung effektiver verwalten können.

Terminologie

Aufgabenplanung definiert eine Aufgabe als eine Einheit des Betriebs eines Computers. Eine Aufgabe besteht aus dem Starten von Bedingungen einschließlich Auslösern,, Bedingungenund Einstellungensowie einem oder mehreren Ausführungsvorgängen, die als Aktionen bezeichnet werden..

Auslöser sind Kriteriensätze, bei deren Erfüllung eine Aufgabe ausgeführt wird. Sie können zeit- oder ereignisabhängig sein, und es können Parameter wie Startzeitpunkte und Wiederholungskriterien angegeben werden.

Bedingungen dienen dazu, Aufgaben so einzuschränken, dass sie nur ausgeführt werden, wenn sich der Computer in einem bestimmten Zustand befindet. Eine Aufgabe wird nur ausgeführt, wenn ein Auslöser erfüllt ist und alle für die Aufgabe definierten Bedingungen wahr sind. Beispielsweise können Sie mithilfe von Bedingungen erreichen, dass ein Programm beim Eintreten eines Ereignisses nur gestartet wird, wenn das Netzwerk verfügbar ist, oder dass eine Aktion zu einem bestimmten Zeitpunkt nur gestartet wird, wenn der Computer im Leerlauf ist.

Einstellungen stellen Ausführungsoptionen bereit. Dadurch können Sie beispielsweise angeben, wie häufig eine fehlschlagende Aktion wiederholt werden soll.

Aktionen sind jene Befehle, die ausgeführt werden sollen, wenn die Auslöser und die Bedingungen erfüllt sind. Mit einer Aktion können Sie beispielsweise ein Programm starten oder eine E-Mail senden.

Aufgabenplanung vor Vista

Zwar bietet der in Windows XP und Windows Server 2003 verfügbare Taskplaner (so der frühere Name der Aufgabenplanung) viele Funktionen für regelmäßige geplante Verwaltungsaufgaben, in den Bereichen Zuverlässigkeit, Sicherheit sowie Überwachen und Steuern der Ausführung ist er jedoch recht eingeschränkt.

Besonders die Verwaltung von Anmeldeinformationen war in Bezug auf Zuverlässigkeit in Windows XP problematisch. Da Anmeldeinformationen für Aufgaben lokal gespeichert wurden, konnte eine Aufgabe bei jeder Änderung eines Domänenkennworts oder eines lokalen Kennworts ungültig werden. In den meisten Unternehmen werden Kennwörter regelmäßig geändert und IT-Experten dadurch gezwungen, die Anmeldeinformationen sämtlicher Aufgaben regelmäßig zu aktualisieren.

Beim Verbessern der Sicherheit von Windows Server 2003 war Microsoft aufgrund mehrerer potenzieller Schwachstellen gezwungen, den Aufgabenplanungsdienst nur noch Administratoren zur Verfügung zu stellen. Dadurch gab es weniger Szenarios, in denen er hilfreich sein konnte.

Beim Fehlschlagen einer Aufgabe wurde lediglich eine Nachricht mit dem Fehlercode der zuletzt ausgeführten Aufgabe angezeigt. Wenn mehrere Aufgaben ausgeführt wurden, bevor auf die Aufgabenplanung zugegriffen werden konnte, gingen alle Fehlercodes bis auf den letzten verloren und konnten nicht mehr auf einfache Weise abgerufen werden. Ein Aufgabenverlauf wurde nicht aufgezeichnet.

Vor Windows Vista konnte die Aufgabenplanung nur so konfiguriert werden, dass in einer geplanten Aufgabe eine einzelne Aktion gestartet wurde. IT-Experten konnten keine Aktionssequenzen definieren. Stattdessen mussten sie bestimmen, wie lange eine Aktion einer Aktionssequenz dauern wird, und den passenden Zeitraum zwischen den einzelnen Aufgaben „schätzen“, um so sicherzustellen, dass die vorherige Aktion abgeschlossen wurde, bevor die folgende startet. Durch diese fehlende Flexibilität wurde eine Aufgabe möglicherweise nicht ordnungsgemäß oder gar nicht ausgeführt. Die Ausführung einer Berichtsanwendung schlägt beispielsweise fehl, wenn die Aufgabe zum Abrufen der Berichtsdaten nicht rechtzeitig abgeschlossen ist.

Letztlich konnte die Aufgabenplanung vor Windows Vista nur zum Starten von Aufgaben zu einem bestimmten Zeitpunkt oder als Reaktion auf einige wenige Systembedingungen (Abbildung 1) verwendet werden. Es konnten keine Aufgaben auf Grundlage von Ereignissen ausgelöst werden. Deshalb konnte die Aufgabenplanung lediglich geplante Aufgaben regelmäßig ausführen.

Die Aufgabenplanung war auf die periodische Ausführung geplanter Aufgaben beschränkt.

Der Windows XP-Taskplaner konnte geplante Aufgaben (z. B. Sicherungen) regelmäßig starten

Abbildung 1.  Der Windows XP-Taskplaner konnte geplante Aufgaben (z. B. Sicherungen) regelmäßig starten.

Verbesserungen und neue Features in Windows Vista

In Windows Vista können Sie Aufträge so planen, dass sie zu angegebenen Zeitpunkten vorhersehbarer, zuverlässiger und sicherer ausgeführt werden. Mit der Windows Vista-Aufgabenplanung können Sie jedoch mehr als lediglich Aufgaben planen: Neue Features der Aufgabenplanung erfüllen auch die Anforderungen einer komplexeren und proaktiven System- und Anwendungsverwaltung, insbesondere Aufgabensynchronisierung und Aktivierung durch Ereignisse. Die Windows Vista-Aufgabenplanung stellt eine Plattform für eine einfache, sichere Ad-hoc-Verwaltung von Clientcomputern zur Verfügung.

Neue Auslöser. Eines der leistungsstärksten neuen Features der Windows Vista-Aufgabenplanung ist die Möglichkeit, Aufgaben durch ein beliebiges, im Ereignisprotokoll aufgezeichnetes Ereignis auszulösen. Mit dieser neuen Funktion können Administratoren beim Auftreten eines bestimmten Ereignisses automatisch eine E-Mail senden oder ein Programm starten lassen. Auf diese Weise kann beim Auftreten eines wichtigen Ereignisses auf einem Clientcomputer (z. B. bei einem potenziellen Festplattenausfall) automatisch ein Supportmitarbeiter benachrichtigt werden. Auch komplexere Szenarios sind möglich, z. B. das Nachverfolgen eines selten (und meist nur nachts) auftretenden Problems. Sie können die Aufgabenplanung so konfigurieren, dass beim Auftreten eines Problems ein Administrator per E-Mail benachrichtigt wird. Ein Administrator kann mit der Aufgabenplanung auch automatisch ein Programm starten, um beim Auftreten eines Fehlers weitere Daten zu sammeln.

In Windows Vista können Sie Aufgaben, die in Abhängigkeit vom Auftreten von Ereignissen gestartet werden sollen, sehr einfach mit dem neuen Aufgabenplanungs-Assistenten (Abbildung 2) einrichten. Ein Administrator kann in der Ereignisanzeige einfach das als Auslöser zu verwendende Ereignis auswählen und mit nur einem Klick den Aufgabenplanungs-Assistenten starten, um die Aufgabe einzurichten. Durch die nahtlose Integration der Aufgabenplanungs-Benutzeroberfläche in die Ereignisanzeige können Sie eine durch ein Ereignis ausgelöste Aufgabe mit nur fünf Mausklicks erstellen.

Der Aufgabenplanungs-Assistent von Windows Vista kann aus der Ereignisanzeige heraus gestartet werden

Abbildung 2.  Der Aufgabenplanungs-Assistent von Windows Vista kann aus der Ereignisanzeige heraus gestartet werden.

Über Ereignisse hinaus unterstützt die Aufgabenplanung von Windows Vista auch weitere neue Auslösertypen, beispielsweise Auslöser, die Aufgaben starten, wenn der Computer startet, sich ein Benutzer anmeldet oder sich der Computer im Leerlauf befindet. Mithilfe weiterer zusätzlicher Auslöser können Administratoren Aufgaben einrichten, die in Abhängigkeit vom Sitzungsstatus gestartet werden, z. B. beim Herstellen oder Trennen einer Verbindung mit einem Terminalserver oder beim Sperren und Entsperren einer Arbeitsstation. Mit der Aufgabenplanung können Sie Aufgaben weiterhin in Abhängigkeit von Datum und Uhrzeit auslösen. Sie stellt eine einfache Verwaltung geplanter regelmäßiger Aufgaben zur Verfügung.

In der neuen Aufgabenplanung können Auslöser genauer angepasst werden, und es kann dadurch detaillierter festgelegt werden, wann Aufgaben gestartet und wie häufig sie ausgeführt werden sollen. Ein Administrator kann einem Auslöser eine Verzögerung hinzufügen oder eine Aufgabe einrichten, die nach dem Auftreten des Auslösers in regelmäßigen Intervallen wiederholt wird. Außerdem können Administratoren Einschränkungen für Aufgaben festlegen, durch die eine Aufgabe angehalten wird, nachdem sie über einen festgelegten Zeitraum ausgeführt wurde. Außerdem können ein Aktivierungs- und ein Ablaufdatum angegeben werden.

In Abbildung 3 werden die im Dialogfeld zur Erstellung neuer Auslöser verfügbaren Steuerelemente zum Erstellen und Anpassen von Auslösern dargestellt. In diesem Dialogfeld können Sie einen neuen Auslöser einrichten oder einen mit dem Aufgabenplanungs-Assistenten erstellten Ereignisauslöser anpassen.

Erweiterte Optionen ermöglichen Administratoren das Anpassen von Auslösern

Abbildung 3.  Erweiterte Optionen ermöglichen Administratoren das Anpassen von Auslösern.

Bedingungen und Einstellungen. Die Kombination von Auslösern, Bedingungen, Einstellungen und Aktionen ermöglicht ein leistungsstarkes und umfangreiches Aktivierungsmodell.

Für jede Aufgabe können mehrere Bedingungen definiert werden. Durch Bedingungen können Sie Aufgaben so einschränken, dass sie nur ausgeführt werden, wenn sich der Computer in einem bestimmten Zustand befindet. Beispielsweise können Sie mit der neuen Aufgabenplanung erreichen, dass ein Programm beim Eintreten eines Ereignisses nur gestartet wird, wenn das Netzwerk verfügbar ist, dass eine Aktion zu einem bestimmten Zeitpunkt nur gestartet wird, wenn der Computer im Leerlauf ist, oder dass eine Aktion beim Anmelden nur gestartet wird, wenn sich der Computer nicht im Akkubetrieb befindet.

In Windows Vista können Administratoren Bedingungen definieren, die von der Leerlaufzeit des Computers, der Stromquelle des Computers (Netzteil oder Akku), der Netzwerkverbindung oder dem Betriebszustand des Computers (eingeschaltet oder Standbymodus) abhängig sind. Beispielsweise können Sie Aufgaben so konfigurieren, dass sie nur ausgeführt werden, wenn der Computer über das Netzteil betrieben wird, dass sie angehalten werden, wenn der Computer auf Akkubetrieb umschaltet, oder dass sie nur ausgeführt werden, wenn der Computer mit dem Netzwerk verbunden ist. Der möglicherweise wichtigste Aspekt besteht darin, dass Sie eine Aufgabe so konfigurieren können, dass der Computer zum Ausführen der Aufgabe aus dem Ruhezustand oder dem Standbymodus reaktiviert wird. Abbildung 4 zeigt das Dialogfeld zum Einstellen von Bedingungen für eine Aufgabe.

Administratoren können die zum Starten einer Aufgabe erforderlichen Bedingungen festlegen

Abbildung 4.  Administratoren können die zum Starten einer Aufgabe erforderlichen Bedingungen festlegen.

Administratoren können die Aufgabenplanung mithilfe von Einstellungen anweisen, welche Aktionen durchgeführt werden sollen, wenn eine Aufgabe nicht ordnungsgemäß ausgeführt wurde. Sie können festlegen, wie oft eine fehlgeschlagene Aufgabe wiederholt werden soll. Wenn der Computer zum geplanten Zeitpunkt einer Aufgabe ausgeschaltet ist, kann ein Administrator mithilfe von Einstellungen sicherstellen, dass die Aufgabe durchgeführt wird, sobald der Computer wieder verfügbar ist. Außerdem kann ein Administrator für eine Aufgabe eine maximale Ausführungsdauer definieren und dadurch sicherstellen, dass die Aufgabe bei zu langer Ausführung angehalten wird.

Das Dialogfeld „Einstellungen“ (Abbildung 5) enthält verschiedene Ausführungsoptionen, z. B. zum Anhalten von zu lange dauernden Aufgaben oder zum Wiederholen fehlgeschlagener Aufgaben.

Flexible Einstellungen für fehlschlagende oder zu lange dauernde Aufgaben

Abbildung 5.  Flexible Einstellungen für fehlschlagende oder zu lange dauernde Aufgaben.

Flexible Aktionen und Auslöser. Vor Windows Vista wurde jede Aufgabe in Abhängigkeit von einem einzelnen Auslöser (normalerweise der Zeit) gestartet, und eine bestimmte Aufgabe konnte nur aus einer Aktion bestehen. Die Windows Vista-Aufgabenplanung ist beim Verknüpfen von Auslösern und Aktionen viel flexibler und ermöglicht IT-Administratoren eine einfache Verwaltung komplexerer Szenarios.

In Windows Vista können mit einer bestimmten Aufgabe mehrere Auslöser verbunden werden. Beispielsweise gilt eine bestimmte Fehlerbedingung möglicherweise nur beim Auftreten von drei verschiedenen Ereignissen als erfüllt. Ein Administrator kann einfach eine Aufgabe definieren, die nur gestartet wird, wenn alle drei Ereignisse auftreten.

Nicht nur können für Aufgaben mehrere Auslöser erforderlich sein, sondern mit einer einzelnen Aufgabe können auch mehrere Aktionen gestartet werden. Durch mehrere Aktionen, die nacheinander in einer einzelnen Aufgabe ausgeführt werden, oder durch ein Verketten von Aufgaben (mithilfe von Ereignissen, die eine Aufgabe auslöst, um die nächste Aufgabe zu starten) sind nun synchronisierte Vorgänge möglich. Durch diese Synchronisierung sind Szenarios möglich, in denen nacheinander beispielsweise eine Festplatte auf Fehler überprüft wird, eine Festplattenbereinigung durchgeführt wird sowie Dateien komprimiert und schließlich auf einer Freigabe gesichert werden. Alle erwähnten Vorgänge können mit einer einzelnen Aufgabe abgeschlossen werden.

Mit der neuen Aufgabenplanung müssen Sie beim aufeinander folgenden Ausführen von Aufgaben keine Vermutungen mehr anstellen. Hierzu ein Beispiel: Ein Administrator muss immer nachts um 1:00 Uhr einen bestimmten Batchprozess ausführen und nach dessen Abschluss die Ergebnisse des Prozesses drucken. Vor Windows Vista waren zum Automatisieren dieses Prozesses zwei Aufgaben erforderlich: eine um 1:00 Uhr gestartete Aufgabe zum Ausführen der Batchdatei und eine zweite Aufgabe zum Drucken der Ergebnisse. Der Administrator musste die Dauer zur Ausführung des Batchprozesses schätzen und die Druckaufgabe so einrichten, dass sie nach einem angemessenen Zeitraum gestartet wurde. Wenn der Batchprozess beim Starten des Druckprozesses noch nicht abgeschlossen war (oder sogar fehlschlug), wurden die Ergebnisse nicht gedruckt.

Mit Windows Vista ist dieses Szenario einfach zu verwalten. Es kann eine einzelne Aufgabe definiert werden, mit dem der Batchprozess um 1:00 Uhr ausgeführt wird und nach dessen Abschluss die Ergebnisse gedruckt werden. Abbildung 6 zeigt, wie ein Administrator mit einer einzelnen Aufgabe mehrere Aktionen verknüpfen kann.

Für eine einzelne Aufgabe können mehrere Aktionen definiert werden

Abbildung 6.  Für eine einzelne Aufgabe können mehrere Aktionen definiert werden.

Sicherheit. In der Windows Vista-Aufgabenplanung wurde die Sicherheit erheblich verbessert. Die Aufgabenplanung unterstützt ein Sicherheitsisolationsmodell, in dem jeder Satz von in einem bestimmten Sicherheitskontext ausgeführten Aufgaben in einer getrennten Sitzung gestartet wird. Für verschiedene Benutzer ausgeführte Aufgaben werden in getrennten Sitzungen gestartet, vollständig voneinander und von Aufgaben isoliert, die im Kontext des Computers (Systemkontext) ausgeführt werden. Bei Bedarf werden Kennwörter über verschlüsselte Schnittstellen im Anmeldeinformations-Manager (CredMan) gespeichert. Durch die Verwendung des Anmeldeinformations-Managers wird verhindert, dass Malware gespeicherte Kennwörter abrufen kann. Dadurch wird die Sicherheit weiter erhöht.

In Windows Vista ist die Verwaltung der Anmeldeinformationen in der Aufgabenplanung weniger problematisch. Anmeldeinformationen werden in den meisten Szenarios nicht mehr lokal gespeichert, was zur Folge hat, dass Aufgaben bei einer Kennwortänderung weiterhin funktionieren. Administratoren können in Abhängigkeit davon, ob die Aufgabe auf Remoteressourcen oder lokale Ressourcen zugreifen muss, Sicherheitsdienste wie Service for Users (S4U) und CredMan konfigurieren. Mit S4U müssen Kennwörter nicht mehr lokal auf dem Computer gespeichert werden. Für CredMan müssen Kennwörter zwar für jeden Computer einmal aktualisiert werden, der Dienst aktualisiert jedoch die für bestimmte Benutzer geplanten Aufgaben automatisch mit dem neuen Kennwort.

Zuverlässigkeit. Die Windows Vista-Aufgabenplanung verbessert Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit auf mehreren Ebenen. Zunächst enthält die neue Aufgabenplanung eine Option zum Wiederholen fehlgeschlagener Aufgaben. Dabei können Administratoren flexibel festlegen, wie oft und in welchen Abständen eine Aufgabe wiederholt werden soll.

Die Aufgabenplanung stellt die Ausführung von Aufgaben auch dann sicher, wenn sich ein Computer zum geplanten Zeitpunkt im Standbymodus befindet. Durch diese neue Funktionalität (durch die die Aufgabenplanung einen Computer zum Ausführen einer Aufgabe aus dem Standbymodus oder Ruhezustand reaktivieren kann) können Administratoren die Vorteile der verbesserten Stromsparmodi von Windows Vista nutzen, ohne darauf achten zu müssen, ob wichtige Aufgaben pünktlich ausgeführt werden.

Neben dem Reaktivieren eines Computers zum Ausführen einer Aufgabe können Administratoren nun durch eine Option festlegen, dass eine Aufgabe ausgeführt wird, sobald der Computer verfügbar ist. Wenn Sie diese Option aktivieren und der geplante Ausführungszeitpunkt einer Aufgabe nicht eingehalten wurde, wird die Aufgabe beim nächsten Einschalten des Computers von der Aufgabenplanung ausgeführt. Wenn beispielsweise um 3:00 Uhr eine Virenprüfung durchgeführt werden sollte, der Laptop zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht eingeschaltet war, wird die Virenprüfung von der Aufgabenplanung beim nächsten Einschalten des Computers durchgeführt. Windows Vista stellt IT-Experten Optionen zur Verfügung, mit denen sie sicherstellen können, dass wichtige Aufgaben so schnell wie möglich ausgeführt werden.

Leistung. Die Aufgabenplanung von Windows Vista enthält Optionen zur Sicherstellung, dass Aufgaben weder die Systemleistung beeinflussen noch wichtige Arbeiten unterbrechen. IT-Experten können die Aufgabenplanung so einrichten, dass Aufgaben nur aktiviert werden, wenn sich der Computer im Leerlauf befindet. Durch dieses Feature und die Möglichkeit zur Priorisierung von Aufgaben können Hintergrundvorgänge ohne Leistungseinbußen gestartet werden.

Skripterstellung und Befehlszeilenoptionen. Die Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit ist eines der wesentlichen Ziele der Windows Vista-Aufgabenplanung. Für IT-Experten, die statt mit der grafischen Oberfläche bevorzugt über die Befehlszeile arbeiten, wurde das Befehlszeilendienstprogramm „schtasks.exe“ so erweitert, dass es auch die in Windows Vista hinzugekommenen, neuen Funktionen umfasst. Die Anwendungsprogrammierschnittstelle (Application Programming Interface, API) ist jetzt auch skriptfähig.

Überwachung und Verwaltung von Aufgaben. Damit Aufgaben überwacht, synchronisiert und kontrolliert werden können, protokolliert die Aufgabenplanung seinen Ausführungsstatus durch mehrere vordefinierte Ereignisse im Ereignisprotokoll. In der neu überarbeiteten Benutzeroberfläche (die als MMC-Snap-In zur Verfügung steht) können Sie Aufgaben mithilfe von Zusammenfassungsseiten, Aufgabenverlauf und ausführlichen Aufgabenansichten detailliert überwachen und kontrollieren. Die Zusammenfassungsseite (Abbildung 7) bietet einen schnellen Überblick über die Aufgaben, die in einem konfigurierbaren Zeitraum ausgeführt wurden, sowie über alle auf dem Computer derzeit aktiven Aufgaben. Bei abgeschlossenen Aufgaben können Sie schnell erkennen, ob sie erfolgreich abgeschlossen wurden oder fehlgeschlagen sind.

Die Zusammenfassungsseite bietet einen schnellen Überblick über die letzten und die ausstehenden Aufgaben

Abbildung 7.  Die Zusammenfassungsseite bietet einen schnellen Überblick über die letzten und die ausstehenden Aufgaben.

Über die Verlaufsseite (Abbildung 8) können Administratoren alle Instanzen von Aufgaben analysieren, die in einem konfigurierbaren Zeitraum ausgeführt wurden. Sie enthält Informationen zu ihrem Ausführungsstatus sowie Datum und Uhrzeit der Ausführung.

In Windows Vista sind ausführliche Informationen zu den letzten geplanten Aufgaben verfügbar

Abbildung 8.  In Windows Vista sind ausführliche Informationen zu den letzten geplanten Aufgaben verfügbar.

Eine ausführliche Ansicht aller geplanten Aufgaben finden Sie in den Details zu geplanten Aufgaben (Abbildung 9). Der obere Fensterbereich enthält eine Liste der auf dem Computer geplanten Aufgaben. Im unteren Fensterbereich werden Details zu der in der Liste markierten Aufgabe angezeigt. Klicken Sie zum Anzeigen der Auslöser, Aktionen, Bedingungen und Einstellungen für eine Aufgabe auf die entsprechenden Registerkarten.

Die Seite „Geplante Aufgaben“ mit Details zu den ausstehenden Aufgaben

Abbildung 9.  Die Seite „Geplante Aufgaben“ mit Details zu den ausstehenden Aufgaben.

Schlussbemerkung

Mit der Aufgabenplanung können IT-Experten schneller, effektiver und sicherer arbeiten. Sie bietet größere Flexibilität beim Definieren, Planen und Automatisieren von einzelnen, wiederholten oder sequenziellen Aufgaben. Sie reagiert proaktiv auf Fehlerbedingungen. Sie ist einfach im Zugriff und in der Verwendung. Sie bietet eine transparente, umfassende Ansicht zu Aufgaben und Ereignissen in einem Unternehmenssystem. Kurz gesagt, ist die Windows Vista-Aufgabenplanung eine zuverlässige, leistungsstarke Erweiterung für Ihren IT-Werkzeugkasten.

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