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Grundlegendes zu Quorumkonfigurationen in einem Failovercluster

Betrifft: Windows Server 2008 R2

Dieses Thema enthält die folgenden Abschnitte:

Informationen zum Konfigurieren der Quorumoptionen finden Sie unter Auswählen von Quorumoptionen für einen Failovercluster.

Auswirkungen der Quorumkonfiguration auf den Cluster

Mit der Quorumkonfiguration in einem Failovercluster wird die Anzahl der Ausfälle bestimmt, die vom Cluster toleriert werden können. Wenn ein weiterer Ausfall eintritt, darf der Cluster nicht mehr ausgeführt werden. Die in diesem Kontext relevanten Ausfälle sind Knotenausfälle oder – in einigen Fällen – Ausfälle eines Zeugendatenträgers (der eine Kopie der Clusterkonfiguration enthält) oder einer Zeugendateifreigabe. Es ist unbedingt erforderlich, dass der Cluster nicht mehr ausgeführt wird, wenn zu viele Ausfälle eintreten oder wenn ein Problem bei der Kommunikation zwischen den Clusterknoten vorliegt. Eine detailliertere Erläuterung dazu finden Sie unter Gründe für die Notwendigkeit des Quorums weiter unten in diesem Thema.

ImportantWichtig
Verwenden Sie für die meisten Situationen die Quorumkonfiguration, die von der Clustersoftware als für den Cluster geeignet identifiziert wird. Ändern Sie die Quorumkonfiguration nur, wenn Sie ermittelt haben, dass die Änderung für den Cluster angemessen ist.

Beachten Sie, dass die vollständige Funktionsfähigkeit eines Clusters nicht nur vom Quorum abhängt, sondern auch von der Kapazität der einzelnen Knoten, die Dienste und Anwendungen zu unterstützen, für die ein Failover zu diesem Knoten ausgeführt wurde. Beispielsweise kann für einen Cluster, der fünf Knoten besitzt, nach dem Ausfall von zwei Knoten weiterhin ein Quorum vorhanden sein. Der Umfang der Dienste, den die verbleibenden Clusterknoten bereitstellen, hängt jedoch davon ab, über welche Kapazitäten der jeweilige Knoten verfügt, um die Dienste und Anwendungen zu unterstützen, für die ein Failover zu diesem Knoten ausgeführt wurde.

Auswahlmöglichkeiten für die Quorumkonfiguration

Sie haben die Wahl zwischen vier möglichen Quorumkonfigurationen:

  • Knotenmehrheit (für Cluster mit einer ungeraden Anzahl von Knoten empfohlen)

    Kann den Ausfall der Hälfte der Knoten (aufgerundet) abzüglich eines Knotens tolerieren. Beispielsweise kann ein Cluster mit sieben Knoten drei Knotenausfälle tolerieren.

  • Knoten- und Datenträgermehrheit (für Cluster mit einer geraden Anzahl von Knoten empfohlen)

    Kann den Ausfall der Hälfte der Knoten (aufgerundet) tolerieren, wenn der Zeugendatenträger online geschaltet bleibt. Beispielsweise kann ein Cluster mit sechs Knoten, in dem der Zeugendatenträger online geschaltet ist, drei Knotenausfälle tolerieren.

    Kann den Ausfall der Hälfte der Knoten (aufgerundet) abzüglich eines Knotens tolerieren, wenn der Zeugendatenträger offline geschaltet wird oder ausfällt. Beispielsweise kann ein Cluster mit sechs Knoten mit einem fehlerhaften Zeugendatenträger zwei (3-1=2) Knotenausfälle tolerieren.

  • Knoten- und Dateifreigabemehrheit (für Cluster mit besonderen Konfigurationen)

    Funktioniert ähnlich wie Knoten- und Datenträgermehrheit, doch anstelle eines Zeugendatenträgers wird für diesen Cluster eine Zeugendateifreigabe verwendet.

    Wenn Sie Knoten- und Dateifreigabemehrheit verwenden, muss mindestens einer der verfügbaren Clusterknoten eine aktuelle Kopie der Clusterkonfiguration enthalten, damit Sie den Cluster starten können. Andernfalls müssen Sie das Starten des Clusters über einen bestimmten Knoten erzwingen. Weitere Informationen finden Sie unter "Weitere Überlegungen" im Thema Starten oder Beenden des Clusterdiensts auf einem Clusterknoten.

  • Keine Mehrheit: Nur Datenträger (nicht empfohlen)

    Kann den Ausfall aller Knoten bis auf einen tolerieren (wenn der Datenträger online geschaltet ist). Diese Konfiguration wird jedoch nicht empfohlen, da es sich bei dem Datenträger um eine einzelne Fehlerquelle handeln kann.

Abbildungen von Quorumkonfigurationen

Mit den folgenden Abbildungen wird die Funktionsweise von drei Quorumkonfigurationen veranschaulicht. Eine vierte Konfiguration wird mit Worten beschrieben, da sie mit der Abbildung für die Konfiguration Knoten- und Datenträgermehrheit vergleichbar ist.

noteHinweis
Stellen Sie bei den Abbildungen für alle Konfigurationen außer Nur Datenträger fest, ob die Mehrheit der relevanten Elemente kommuniziert (unabhängig von der Anzahl der Elemente). Wenn dies zutrifft, funktioniert der Cluster weiterhin. Wenn die Elemente nicht kommunizieren, funktioniert der Cluster nicht mehr.

Cluster mit Hauptquorumkonfiguration des Knotens

Wie in der obigen Abbildung veranschaulicht, werden in einem Cluster mit der Konfiguration Knotenmehrheit für die Berechnung einer Mehrheit nur Knoten gezählt.

Cluster mit Knoten- und Hauptdatenträgerquorum

Wie in der vorherigen Abbildung veranschaulicht, werden in einem Cluster mit der Konfiguration Knoten- und Datenträgermehrheit für die Berechnung einer Mehrheit die Knoten und der Zeugendatenträger gezählt.

Quorumkonfiguration "Knoten- und Dateifreigabemehrheit"

In einem Cluster mit der Konfiguration Knoten- und Dateifreigabemehrheit werden für die Berechnung einer Mehrheit die Knoten und die Zeugendateifreigabe gezählt. Dies ist mit der Quorumkonfiguration Knoten- und Datenträgermehrheit vergleichbar, die in der vorherigen Abbildung veranschaulicht wurde. Der Unterschied besteht darin, dass es sich bei dem Zeugen um eine Dateifreigabe handelt, auf die alle Knoten im Cluster zugreifen können, und nicht um einen Datenträger im Clusterspeicher.

Clusterkonfiguration mit Datenträger als einzigem Quorum

In einem Cluster mit der Konfiguration Nur Datenträger wirkt sich die Anzahl der Knoten nicht darauf aus, wie das Quorum erreicht wird. Der Datenträger ist das Quorum. Wenn jedoch die Kommunikation mit dem Datenträger verloren geht, ist der Cluster nicht mehr verfügbar.

Gründe für die Notwendigkeit des Quorums

Wenn Netzwerkprobleme auftreten, kann sich dies auf die Kommunikation zwischen Clusterknoten auswirken. Eine kleine Knotengruppe kann möglicherweise über einen funktionierenden Teil eines Netzwerks miteinander kommunizieren, sie können jedoch nicht mit einer anderen Knotengruppe in einem anderen Teil des Netzwerks kommunizieren. Dadurch können schwerwiegende Probleme entstehen. In dieser "geteilten" Situation muss für mindestens eine Knotengruppe die Ausführung als Cluster angehalten werden.

Wenn Sie die Probleme vermeiden möchten, die durch eine Teilung im Cluster verursacht werden, muss in der Clustersoftware für jede Knotengruppe, die als Cluster ausgeführt wird, ein Abstimmungsalgorithmus verwendet werden, um zu bestimmen, ob diese Gruppe zu einer bestimmten Zeit ein Quorum aufweist. Da ein angegebener Cluster eine bestimmte Anzahl von Knoten und eine bestimmte Quorumkonfiguration aufweist, steht für den Cluster fest, aus wie vielen "Stimmen" eine Mehrheit (ein Quorum) besteht. Wenn die Anzahl unterhalb der Mehrheit liegt, wird der Cluster nicht mehr ausgeführt. Die Knoten fragen weiterhin das Vorhandensein weiterer Knoten ab, falls ein anderer Knoten erneut im Netzwerk auftritt. Die Knoten können jedoch erst wieder als Cluster verwendet werden, wenn das Quorum wieder vorhanden ist.

Stellen Sie sich beispielsweise die Situation vor, wenn in einem Cluster mit fünf Knoten, für den eine Knotenmehrheit verwendet wird, die Knoten 1, 2 und 3 miteinander kommunizieren können, jedoch nicht mit den Knoten 4 und 5. Die Knoten 1, 2 und 3 bilden eine Mehrheit, und sie werden weiterhin als Cluster ausgeführt. Die Knoten 4 und 5 stellen eine Minderheit dar und werden daher nicht mehr als Cluster ausgeführt. Wenn für Knoten 3 die Kommunikation mit anderen Knoten verloren geht, werden keine Knoten mehr als Cluster ausgeführt. Alle funktionierenden Knoten fragen jedoch weiterhin die Kommunikation ab, sodass der Cluster gebildet und ausgeführt werden kann, wenn das Netzwerk wieder verwendet wird.

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