(0) exportieren Drucken
Alle erweitern

Schrittweise Anleitung für verteilte Dateisysteme unter Windows Server 2008

Letzte Aktualisierung: Mai 2010

Betrifft: Windows Server 2008

Mit den DFS-Technologien (Distributed File System, verteiltes Dateisystem) werden WAN-freundliche (Wide Area Network) Replikation sowie vereinfachter, hoch verfügbarer Zugriff auf geografisch verteilte Dateien ermöglicht. In Windows Server® 2008 wird DFS als Rollendienst der Dateidienste-Rolle implementiert. Der DFS-Rollendienst besteht aus zwei untergeordneten Rollendiensten:

  • DFS-Namespaces

  • DFS-Replikation

Wenn Sie mit DFS-Namespaces und DFS-Replikation in Windows Server 2008 nicht vertraut sind, sollten Sie das Dokument mit der Übersicht über das verteilte Dateisystem in Microsoft Windows Server 2003 R2 auf der Microsoft®-Website lesen (http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=46801, möglicherweise in englischer Sprache). In der Übersicht werden die Vorteile der DFS-Replikation und die Verbesserungen gegenüber dem Dateireplikationsdienst (File Replication Service, FRS) beschrieben. Informationen zu Verbesserungen im verteilten Dateisystem, die unter Windows Server 2008 eingeführt wurden, finden Sie unter "Verteiltes Dateisystem" auf der Microsoft-Website (http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=108012, möglicherweise in englischer Sprache).

Informationen zu dieser Anleitung

Diese schrittweise Anleitung enthält Systemanforderungen, Installationsanweisungen und detaillierte Vorgehensweisen für die Bereitstellung von DFS-Namespace- und DFS-Replikationsfeatures in Windows Server 2008 in einer Testumgebung.

Anforderungen an die Testumgebung

Dieses Handbuch enthält zwei Abschnitte mit schrittweisen Anleitungen. In den folgenden Aufzählungen sind die Anforderungen für die jeweilige schrittweise Anleitung beschrieben.

Anforderungen an die Testumgebung für die schrittweise Anleitung zum Bereitstellen eines Namespaces

Zum Ausführen aller Aufgaben in diesem Abschnitt müssen in der Testumgebung mindestens zwei Server mit der nachfolgenden Konfiguration vorhanden sein:

  • Auf einem Server muss Windows Server 2008 ausgeführt werden. Auf diesem Server installieren Sie das DFS-Verwaltungs-Snap-In, um die Aufgaben in dieser Anleitung auszuführen.

  • Auf dem zweiten Server muss entweder Windows® Server 2003 SP1 oder Windows Server 2003 R2 oder Windows Server 2008 ausgeführt werden.

  • Zum Erstellen domänenbasierter Namespaces in diesen Aufgaben müssen Sie Active Directory®-Domänendienste (Active Directory Domain Services, AD DS) in der Testumgebung bereitstellen. Sie müssen zudem Mitglied der Gruppe Domänen-Admins sein, oder die Funktion zum Erstellen von domänenbasierten Namespaces muss an Sie delegiert worden sein. Weitere Informationen zum Delegieren finden Sie im Thema über das Delegieren von Verwaltungsberechtigungen für DFS-Namespaces in der Hilfe des DFS-Verwaltungs-Snap-Ins.

  • Zum Bereitstellen der DFS-Replikation im Namespace müssen Sie das Schema so erweitern, dass die neuen DFS-Replikationsobjekte in AD DS eingeschlossen sind. Spezielle Konfigurationsanforderungen finden Sie im Abschnitt "Installieren von Windows Server 2008 und DFS" weiter unten in dieser Anleitung.

Wenn in der Testumgebung nur ein Server zur Verfügung steht oder AD DS nicht bereitgestellt wird, können Sie auch eine Teilmenge der Aufgaben durchführen.

Anforderungen an die Testumgebung für die schrittweise Anleitung zum Bereitstellen von DFS-Replikation

Zum Ausführen aller Aufgaben in diesem Abschnitt muss die Testumgebung folgendermaßen konfiguriert werden:

  • Es müssen mindestens drei Dateiserver vorhanden sein. Auf jedem der drei Server müssen Windows Server 2003 R2 oder Windows Server 2008 und der DFS-Replikationsdienst installiert sein. Auf einem der Server muss das DFS-Verwaltungs-Snap-In installiert sein. Befolgen Sie die Anweisungen im Abschnitt "Installieren von Windows Server 2008 und DFS" weiter unten in dieser Anleitung, um den Dienst und das Snap-In zu installieren.

  • In der Testumgebung muss AD DS installiert sein. Je nachdem, welche Schemaversion Sie verwenden, müssen Sie das Schema möglicherweise erweitern. Die Anweisungen dazu sind im Abschnitt "Aktualisieren des AD DS-Schemas" weiter unten in dieser Anleitung beschrieben.

Sie sollten die folgenden Anforderungen und Beschränkungen der DFS-Replikation prüfen, bevor Sie mit einem der Abschnitte mit schrittweisen Anleitungen beginnen.

  • Server in einer Replikationsgruppe müssen sich in derselben Gesamtstruktur befinden. Sie können keine Replikation über Server in verschiedenen Gesamtstrukturen hinweg aktivieren.

  • Replizierte Ordner müssen auf NTFS-Volumes gespeichert werden.

  • Antivirussoftware muss mit der DFS-Replikation kompatibel sein. Wenden Sie sich an den Hersteller der Antivirussoftware, um die Kompatibilität zu überprüfen.

  • Die DFS-Replikation funktioniert möglicherweise nicht über Firewalls hinweg, wenn die Replikation zwischen Zweigstellen ohne VPN-Verbindung (Virtual Private Network) erfolgt, da sie die dynamische RPC-Endpunktzuordnung (Remote Procedure Call, Remoteprozeduraufruf) verwendet. Darüber hinaus funktioniert die DFS-Replikation mithilfe des DFS-Verwaltungs-Snap-Ins nicht, wenn eine Firewall aktiviert ist. Zum Aktivieren der DFS-Replikation über eine Firewall hinweg können Sie mithilfe des Befehlszeilentools Dfsrdiag.exe einen statischen Port definieren. Weitere Informationen zum Verwenden der DFS-Replikation über eine Firewall hinweg finden Sie im Abschnitt zu Beschränkungen und Anforderungen auf der Seite mit häufig gestellten Fragen zur DFS-Replikation auf der Microsoft-Website (http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=93056, möglicherweise in englischer Sprache).

Erste Schritte

Die nachfolgenden Abschnitte enthalten Anweisungen zum Installieren von Windows Server 2008 und des DFS-Verwaltungs-Snap-Ins.

Aktualisieren des AD DS-Schemas

Wenn Sie die DFS-Replikation verwenden möchten, muss das AD DS-Schema auf die entsprechende Version für Windows Server 2003 R2 oder Windows Server 2008 aktualisiert werden, damit die von der DFS-Replikation verwendeten AD DS-Klassen und -Attribute enthalten sind.

noteHinweis
Wenn Sie das Schema bereits auf die Version für Windows Server 2003 R2 erweitert haben, können Sie Server für die DFS-Replikation bereitstellen. Das Schema muss nicht auf die Version für Windows Server 2008 erweitert werden, um die DFS-Replikation zu verwenden.

Anweisungen zum Aktualisieren des AD DS-Schemas finden Sie in den Informationen zum Erweitern des Schemas auf der Microsoft-Website (http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=64262, möglicherweise in englischer Sprache).

Nachdem die erforderliche Aktualisierung des Schemas durchgeführt wurde, können Sie die DFS-Komponenten mithilfe der folgenden Verfahren installieren.

Installieren von Windows Server 2008 und DFS

Folgen Sie während des Setups den Aufforderungen auf dem Bildschirm, um Windows Server 2008 zu installieren. Im Abschnitt "Anforderungen an die Testumgebung" weiter oben in dieser Anleitung finden Sie Informationen darüber, auf welchen Servern Windows Server 2008 ausgeführt werden muss und auf welchen Servern Windows Server 2003 R2 oder Windows Server 2003 SP1 ausgeführt werden kann.

Nach dem Installieren von Windows Server 2008 können Sie die DFS-Komponenten installieren und das DFS-Verwaltungs-Snap-In öffnen. Verwenden Sie dazu die nachfolgenden Verfahren.

noteHinweis
Die Methode mithilfe des Tools Server-Manager ermöglicht Ihnen, DFS als Teil der Dateiserverrolle zu installieren. Mit dieser Methode werden noch weitere Dateiservertools wie der Ressourcen-Manager für Dateiserver und Dateiserververwaltung installiert.

So installieren Sie DFS als Teil der Dateiserverrolle

  1. Klicken Sie auf Start, zeigen Sie auf Alle Programme, zeigen Sie auf Verwaltung, und klicken Sie anschließend auf Server-Manager.

  2. Klicken Sie in der Konsolenstruktur des Server-Managers mit der rechten Maustaste auf Rollen, und klicken Sie dann auf Rollen hinzufügen.

  3. Folgen Sie den Anweisungen des Assistenten zum Hinzufügen von Rollen, und geben Sie die Informationen an, die in der nachfolgenden Tabelle beschrieben sind.

 

Seite des Assistenten zum Hinzufügen von Rollen Eingabe

Vorbemerkungen

Prüfen Sie, ob die auf der Seite aufgelisteten Anforderungen erfüllt sind, und klicken Sie dann auf Weiter.

Serverrollen auswählen

Aktivieren Sie das Kontrollkästchen Dateidienste.

Dateidienste

Klicken Sie auf Weiter.

Rollendienste auswählen

Aktivieren Sie das Kontrollkästchen Verteiltes Dateisystem (DFS), um sowohl DFS-Namespaces als auch DFS-Replikation zu installieren.

Wenn Sie DFS-Namespaces oder DFS-Replikation einzeln installieren möchten, aktivieren Sie jeweils das Kontrollkästchen für die entsprechende DFS-Komponente.

Erstellen eines DFS-Namespaces

Aktivieren Sie das Kontrollkästchen Namespace später mit dem DFS-Verwaltungs-Snap-In im Server-Manager erstellen.

Bestätigung

Klicken Sie auf Installieren, um die Dateiserverrolle und DFS zu installieren.

Installationsstatus

Diese Seite wird automatisch durch die Seite Installationsergebnisse ersetzt, wenn die Installation abgeschlossen ist.

Installationsergebnisse

Achten Sie auf mögliche Fehlermeldungen, und klicken Sie dann auf Schließen, um den Assistenten zu beenden.

Gehen Sie folgendermaßen vor, wenn die Dateiserverrolle bereits hinzugefügt wurde.

So installieren Sie DFS, wenn die Dateiserverrolle bereits hinzugefügt wurde

  1. Klicken Sie auf Start, zeigen Sie auf Alle Programme, zeigen Sie auf Verwaltung, und klicken Sie anschließend auf Server-Manager.

  2. Klicken Sie in der Konsolenstruktur des Server-Managers mit der rechten Maustaste auf den Knoten Dateidienste, und klicken Sie dann auf Rollendienste hinzufügen.

  3. Folgen Sie den Anweisungen des Assistenten zum Hinzufügen von Rollendiensten, und geben Sie die Informationen an, die in der nachfolgenden Tabelle beschrieben sind.

 

Seite des Assistenten zum Hinzufügen von Rollendiensten Eingabe

Rollendienste auswählen

Aktivieren Sie das Kontrollkästchen Verteiltes Dateisystem (DFS), um sowohl DFS-Namespaces als auch DFS-Replikation zu installieren.

Wenn Sie DFS-Namespaces oder DFS-Replikation einzeln installieren möchten, aktivieren Sie jeweils das Kontrollkästchen für die entsprechende DFS-Komponente.

Erstellen eines DFS-Namespaces

Aktivieren Sie das Kontrollkästchen Namespace später mit dem DFS-Verwaltungs-Snap-In im Server-Manager erstellen.

Bestätigung

Klicken Sie auf Installieren, um die Dateiserverrolle und DFS zu installieren.

Installationsstatus

Diese Seite wird automatisch durch die Seite Installationsergebnisse ersetzt, wenn die Installation abgeschlossen ist.

Installationsergebnisse

Achten Sie auf mögliche Fehlermeldungen, und klicken Sie dann auf Schließen, um den Assistenten zu beenden.

noteHinweis
Beim Installieren der DFS-Verwaltung wird zugleich Microsoft .NET Framework 2.0 installiert, das zum Ausführen des DFS-Verwaltungs-Snap-Ins erforderlich ist.

So öffnen Sie das DFS-Verwaltungs-Snap-In

  • Klicken Sie auf Start, zeigen Sie auf Alle Programme, zeigen Sie auf Verwaltung, und klicken Sie anschließend auf DFS-Verwaltung.

Sie können zum Verwalten von DFS-Namespaces und DFS-Replikation auch das DFS-Verwaltungs-Snap-In verwenden, das vom Server-Manager gehostet wird.

Übersicht über das DFS-Verwaltungs-Snap-In

Das DFS-Verwaltungs-Snap-In ist ein Tool mit einer grafischen Benutzeroberfläche (Graphical User Interface, GUI) für die Verwaltung von DFS-Namespaces und DFS-Replikation. Dieses Snap-In ist neu und unterscheidet sich von dem DFS-Snap-In unter Windows Server 2003. Bevor Sie mit der Verwendung von DFS-Namespaces und DFS-Replikation beginnen, sollten Sie sich daher mit den Komponenten dieses Snap-Ins vertraut machen, die nachfolgend abgebildet und in den folgenden Abschnitten beschrieben sind.

Grafik

Konsolenstruktur

Die Konsolenstruktur enthält zwei Knoten, Namespaces und Replikation, über die Sie entsprechend Namespaces und DFS-Replikation verwalten können.

Knoten "Namespaces"

Die folgende Abbildung veranschaulicht die Elemente unter dem Knoten Namespaces in der Konsolenstruktur.

Grafik

Wie in der Abbildung dargestellt, enthält der Knoten Namespaces die von Ihnen erstellten Namespaces sowie vorhandene Namespaces, die Sie zur Konsolenanzeige hinzufügen. In der vorherigen Abbildung wird ein Namespace angezeigt: \\Contoso.com\Public. Unter jedem Namespace befindet sich eine hierarchische Ordneransicht. Ordner mit Zielen haben ein spezielles Symbol, um sie von den Ordnern ohne Ziel zu unterscheiden.

noteHinweis
Wenn Sie mit der Namespaceterminologie nicht vertraut sind, lesen Sie weiter unten in dieser Anleitung den Abschnitt "Einführung in Namespaces".

Knoten "Replikation"

Die folgende Abbildung veranschaulicht die Elemente unter dem Knoten Replikation in der Konsolenstruktur.

Grafik

Wie in der Abbildung dargestellt, enthält der Knoten Replikation die von Ihnen erstellten Replikationsgruppen sowie vorhandene Replikationsgruppen, die Sie zur Konsolenanzeige hinzufügen. Eine Replikationsgruppe repräsentiert eine Gruppe von Servern, die an der Replikation von Daten beteiligt ist. Weitere Informationen zu Replikationsgruppen finden Sie weiter unten in dieser Anleitung unter "Einführung in die DFS-Replikation".

Detailfenster

Welcher Inhalt im Detailfenster angezeigt wird, hängt davon ab, was Sie in der Konsolenstruktur ausgewählt haben. Wenn Sie z. B. einen Namespace in der Konsolenstruktur auswählen, werden die Registerkarten Namespace, Namespaceserver, Delegierung und Suchen im Detailfenster angezeigt. Wenn Sie eine Replikationsgruppe auswählen, werden die Registerkarten Mitgliedschaften, Verbindungen, Replizierte Ordner und Delegierung angezeigt. Sie können auf Objekte im Detailfenster doppelklicken, um ihre Eigenschaften anzuzeigen.

Aktionsbereich

Im Aktionsbereich werden zwei Arten von Tasks angezeigt: allgemeine Tasks und Tasks, die für das ausgewählte Objekt gelten. Wird der Aktionsbereich nicht angezeigt, können Sie ihn wie folgt öffnen: Klicken Sie im Menü Ansicht auf Anpassen, und klicken Sie dann auf die Option Aktionsbereich im Dialogfeld Ansicht anpassen.

Schrittweise Anleitung zum Bereitstellen eines Namespaces

In den folgenden Abschnitten werden Namespaces vorgestellt, und Sie werden Schritt für Schritt durch den Prozess der Bereitstellung eines Namespaces in einer Testumgebung geleitet. Die Aufgaben in diesen Abschnitten sind für Administratoren gedacht, die mit DFS-Namespaces noch nicht vertraut sind, sowie für Administratoren, die bereits über Erfahrung mit der Verwendung von DFS in Windows Server 2003 und Windows® 2000 Server verfügen. Diese Aufgaben führen Sie durch die Bereitstellungsschritte und heben Aspekte des DFS-Verwaltungs-Snap-Ins hervor, die neu oder wesentlich anders sind als bei früheren DFS-Verwaltungstools.

Wenn Sie DFS in Windows Server 2003 oder Windows 2000 Server noch nicht verwendet haben, sollten Sie den folgenden Einleitungsabschnitt lesen, um mehr über Namespaces zu erfahren, bevor Sie mit den Aufgaben beginnen.

Einführung in Namespaces

Mit DFS-Namespaces können Sie freigegebene Ordner gruppieren, die sich auf verschiedenen Servern befinden. Diese Gruppierung geschieht durch das transparente Verbinden der Ordner mit einem oder mehreren Namespaces. Ein Namespace ist eine virtuelle Ansicht von freigegebenen Ordnern in einer Organisation. Wenn Sie einen Namespace erstellen, wählen Sie aus, welche freigegebenen Ordner zum Namespace hinzugefügt werden sollen, entwerfen die Hierarchie, in der die Ordner angezeigt werden, und legen die Namen für die freigegebenen Ordner im Namespace fest. Wenn der Namespace von einem Benutzer angezeigt wird, werden die Ordner so auf dem Bildschirm angezeigt, als ob sie auf einer einzelnen Festplatte mit hoher Kapazität gespeichert wären. Benutzer können im Namespace navigieren, ohne die Namen der Server oder der freigegebenen Ordner kennen zu müssen, die jeweils als Host für die Daten verwendet werden.

Der Pfad eines Namespaces ähnelt einem UNC-Pfad (Universal Naming Convention, Universelle Namensgebung) eines freigegebenen Ordners, z. B. \\Server1\Public\Software\Tools. Wenn Sie mit UNC-Pfaden vertraut sind, wissen Sie, dass in diesem Beispiel der freigegebene Ordner Public und seine Unterordner Software und Tools auf Server1 gehostet werden. Nehmen wir an, Sie möchten Benutzern eine zentrale Stelle zum Auffinden von Daten bieten, jedoch sollen die Daten zu Verfügbarkeits- und Leistungszwecken auf verschiedenen Servern gehostet werden. Hierzu können Sie einen Namespace wie den in der folgenden Abbildung gezeigten bereitstellen. Die Elemente dieses Namespaces werden nach der Abbildung beschrieben.

DFS Namespaces-Technologieelemente
  • Namespaceserver Ein Namespaceserver hostet einen Namespace. Der Namespaceserver kann ein Mitgliedsserver oder ein Domänencontroller sein.

  • Namespacestamm Der Stamm ist der Ausgangspunkt des Namespaces. In der vorherigen Abbildung lautet der Name des Stamms Public, und der Namespacepfad lautet \\Contoso\Public. Dieser Namespacetyp wird als domänenbasierter Namespace bezeichnet, da er mit einem Domänennamen beginnt (z. B. Contoso) und seine Metadaten in AD DS gespeichert werden. Obwohl in der vorherigen Abbildung ein einzelner Namespaceserver dargestellt ist, kann ein domänenbasierter Namespace auf mehreren Namespaceservern gehostet werden.

  • Ordner Ordner tragen zum Aufbau der Namespacehierarchie bei. Ordner können optional Ordnerziele haben. Wenn Benutzer einen Ordner mit Zielen im Namespace durchsuchen, empfängt der Clientcomputer einen Verweis, der ihn an eines der Ordnerziele umleitet.

  • Ordnerziele Ein Ordnerziel ist ein UNC-Pfad eines freigegebenen Ordners oder ein anderer Namespace, der einem Ordner in einem Namespace zugeordnet ist. In der vorherigen Abbildung hat der Ordner Tools zwei Ordnerziele, eines in London und eines in New York, und der Ordner Training Guides hat ein einziges Ordnerziel in New York. Ein Benutzer, der zu \\Contoso\Public\Software\Tools wechselt, wird je nach seinem Standort transparent an den freigegebenen Ordner \\LDN-SVR-01\Tools oder \\NYC-SVR-01\Tools umgeleitet.

Zum Anzeigen einer Onlinedemo, in der Verwendungszweck und Vorteile von DFS in Windows Server 2003 beschrieben werden, klicken Sie auf den Link zur DFS-Demo im Technologiecenter für das verteilte Dateisystem auf der Microsoft-Website (http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=39468, möglicherweise in englischer Sprache).

Bereitstellen eines Namespaces

Die Aufgaben in diesem Abschnitt führen Sie durch den Prozess der Bereitstellung eines Namespaces ähnlich dem Namespace, der in der Abbildung weiter oben in dieser Anleitung unter "Einführung in Namespaces" angezeigt wird.

Aufgabe 1: Erstellen eines Namespaces

In dieser Aufgabe erstellen Sie einen neuen Namespace mithilfe des DFS-Verwaltungs-Snap-Ins.

So erstellen Sie einen Namespace

  1. Klicken Sie in der Konsolenstruktur des DFS-Verwaltungs-Snap-Ins mit der rechten Maustaste auf den Knoten Namespaces, und klicken Sie dann auf Neuer Namespace.

  2. Folgen Sie den Anweisungen des Assistenten für neue Namespaces, und geben Sie die Informationen an, die in der nachfolgenden Tabelle beschrieben sind.

 

Seite des Assistenten für neue Namespaces Eingabe

Namespaceserver

Geben Sie den Namen des Servers ein, der den Namespace hosten soll. Der Server kann ein Domänencontroller oder ein Mitgliedsserver sein.

Namespace – Name und Einstellungen

Geben Sie Public im Feld Name ein.

Namespacetyp

Wenn AD DS in der Testumgebung bereitgestellt wird und Sie Mitglied der Gruppe Domänen-Admins sind oder die Berechtigung zum Erstellen domänenbasierter Namespaces an Sie delegiert wurde, wählen Sie Domänenbasierter Namespace aus. Wählen Sie andernfalls Eigenständiger Namespace aus.

Informationen über das Delegieren von Berechtigungen zum Erstellen domänenbasierter Namespaces durch ein Mitglied der Gruppe Domänen-Admins finden Sie im Thema über das Delegieren von Verwaltungsberechtigungen für DFS-Namespaces in der Hilfe zur DFS-Verwaltung.

Einstellungen überprüfen und Namespace erstellen

Klicken Sie auf Erstellen, um den Namespace zu erstellen.

Bestätigung

Klicken Sie auf Schließen, um den Assistenten zu beenden.

Nach dem Fertigstellen des Assistenten wird der neue Namespace zur Konsolenstruktur hinzugefügt. Doppelklicken Sie ggf. auf den Knoten Namespaces, um den Namespace anzuzeigen, der der folgenden Abbildung entsprechen sollte.

Grafik

Geben Sie zum Durchsuchen des neuen Namespaces den folgenden Befehl in das Dialogfeld Ausführen ein, und ersetzen Sie entweder den Servernamen (falls Sie einen eigenständigen Namespace erstellt haben) oder den Domänennamen (falls Sie einen domänenbasierten Namespace erstellt haben):

\\ Server_oder_Domäne \Public

Aufgabe 2: Hinzufügen eines Namespaceservers

Wenn Sie einen domänenbasierten Namespace erstellt haben, führen Sie diese Aufgabe durch, um einen zusätzlichen Server zum Hosten des Namespaces anzugeben. Dadurch wird die Verfügbarkeit des Namespaces erhöht, und Sie können Namespaceserver an denselben Standorten platzieren wie die Benutzer. Wenn Sie einen eigenständigen Namespace erstellt haben, müssen Sie diese Aufgabe überspringen, da eigenständige Namespaces nur einen einzigen Namespaceserver unterstützen.

So fügen Sie einen Namespaceserver hinzu

  1. Klicken Sie in der Konsolenstruktur des DFS-Verwaltungs-Snap-Ins mit der rechten Maustaste auf \\Domäne\Public, und klicken Sie dann auf Namespaceserver hinzufügen.

  2. Geben Sie im Feld Namespaceserver den Namen eines anderen Servers ein, auf dem der Namespace gehostet werden soll, und klicken Sie dann auf OK.

Klicken Sie im Anschluss an dieses Verfahren auf den Namespace \\Domäne\Public in der Konsolenstruktur, und prüfen Sie den Inhalt der Registerkarte Namespaceserver im Detailfenster, der ähnlich wie in der folgenden Abbildung aussehen sollte. Beachten Sie, dass zwei UNC-Pfade aufgelistet sind. Der jeweilige Standort der Namespaceserver wird ebenfalls angezeigt.

Grafik

Aufgabe 3: Delegieren von Verwaltungsberechtigungen

Sie können Verwaltungsberechtigungen delegieren, damit Benutzer, die nicht Mitglied der Gruppe Domänen-Admins sind, domänenbasierte Namespaces erstellen können. Außerdem können Sie Verwaltungsberechtigungen delegieren, damit Benutzer oder Gruppen vorhandene Namespaces verwalten können. In diesem Abschnitt delegieren Sie Berechtigungen zum Verwalten des Namespaces, den Sie in der vorherigen Aufgabe erstellt haben.

So delegieren Sie Berechtigungen zum Verwalten eines vorhandenen Namespaces

  1. Klicken Sie in der Konsolenstruktur des DFS-Verwaltungs-Snap-Ins mit der rechten Maustaste auf \\Server_oder_Domäne\Public, und klicken Sie dann auf Verwaltungsberechtigungen delegieren.

  2. Geben Sie den Namen eines Benutzers oder einer Gruppe ein, der bzw. die den Namespace verwalten soll, und klicken Sie dann auf OK.

Prüfen Sie im Anschluss an dieses Verfahren den Inhalt der Registerkarte Delegierung im Detailfenster. Er sollte wie in der folgenden Abbildung aussehen.

Grafik

Beachten Sie, dass für den Benutzer oder die Gruppe, den bzw. die Sie hinzugefügt haben, in der Spalte Erteilung der Berechtigung der Wert Explizit angezeigt wird. Explizit bedeutet, dass Sie den Benutzer bzw. die Gruppe aus der Delegierungsliste entfernen können, indem Sie mit der rechten Maustaste auf den Benutzer bzw. die Gruppe klicken und dann auf Entfernen klicken. Benutzer oder Gruppen, für die Vererbt angezeigt wird, haben Verwaltungsberechtigungen aus AD DS geerbt. Sie können nicht mithilfe des DFS-Verwaltungs-Snap-Ins aus der Delegierungsliste entfernt werden.

noteHinweis
Informationen darüber, wie die Funktion zum Erstellen domänenbasierter Namespaces delegiert wird, finden Sie im Thema über das Delegieren von Verwaltungsberechtigungen für DFS-Namespaces in der Hilfe zur DFS-Verwaltung.

Aufgabe 4: Hinzufügen von Ordnern zum Namespace

In dieser Aufgabe fügen Sie drei Ordner zum Namespace hinzu. Zwei der Ordner haben Ordnerziele. Die Hierarchie der Ordner, die Sie hinzufügen, wird weiter oben in dieser Anleitung in der Abbildung mit den Elementen eines Namespaces angezeigt.

So erstellen Sie einen Ordner "Software" im Namespace

  1. Klicken Sie in der Konsolenstruktur des DFS-Verwaltungs-Snap-Ins mit der rechten Maustaste auf \\Server_oder_Domäne\Public, und klicken Sie dann auf Neuer Ordner.

  2. Geben Sie Software im Feld Name ein, und klicken Sie dann auf OK.

Beachten Sie, dass durch das vorherige Verfahren ein neuer Ordner im Namespace erstellt wird, um die Namespacehierarchie zu vertiefen. Sie geben keinen Namen eines vorhandenen Ordners ein und speichern auch keine Daten in diesem Ordner. Dieser Ordner hat keine Ordnerziele, die Clients an andere Server weiterleiten.

Nach dem Abschließen dieses Verfahrens wird der Ordner Software wie in der folgenden Abbildung dargestellt zur Konsolenstruktur hinzugefügt. (Möglicherweise müssen Sie auf den Stamm \\Server_oder_Domäne\Public doppelklicken, um den Ordner Software anzuzeigen.)

Grafik

Als Nächstes fügen Sie zwei Ordner mit Zielen zum Namespace hinzu. Sie erstellen innerhalb des Ordners Software einen Ordner Tools. Außerdem erstellen Sie direkt unter dem Stamm Public einen weiteren Ordner Training Guides.

So erstellen Sie einen Ordner "Tools" im Namespace

  1. Klicken Sie in der Konsolenstruktur des DFS-Verwaltungs-Snap-Ins mit der rechten Maustaste auf den Ordner Software, und klicken Sie dann auf Neuer Ordner.

  2. Geben Sie Tools im Feld Name ein.

  3. Klicken Sie auf Hinzufügen, um ein Ordnerziel hinzuzufügen.

  4. Klicken Sie auf Durchsuchen, um das Dialogfeld Nach freigegebenen Ordnern suchen zu öffnen.

  5. Geben Sie in Server den Namen des Servers ein, der Host des freigegebenen Ordners Tools sein soll.

  6. Klicken Sie auf Neuer freigegebener Ordner.

  7. Geben Sie im Dialogfeld Freigabe erstellen im Feld Freigabename den Namen Tools ein, und geben Sie dann den lokalen Pfad ein, in dem der freigegebene Ordner erstellt werden soll. Ist der Ordner nicht vorhanden, werden Sie dazu aufgefordert, ihn zu erstellen. Klicken Sie auf OK, um alle Dialogfelder zu schließen.

Nach dem Abschließen dieses Verfahrens wird der Ordner Tools wie in der folgenden Abbildung dargestellt zur Konsolenstruktur hinzugefügt. (Möglicherweise müssen Sie auf den Ordner Software doppelklicken, um den Ordner Tools anzuzeigen.) Beachten Sie, wie sich das Symbol neben dem Ordner Tools vom Symbol des Ordners Software unterscheidet. Dieses Symbol wird neben allen Ordnern mit Zielen angezeigt, um sie von Ordnern ohne Ziele zu unterscheiden.

Grafik

Wählen Sie jetzt den Ordner Tools aus, und prüfen Sie den Inhalt der Registerkarte Ordnerziele im Detailfenster. Beachten Sie, dass nur ein Pfad angezeigt wird. Das bedeutet, dass das zum Ordner Tools gehörende Ordnerziel nur auf einem Server gehostet wird. Ist dieser Server nicht verfügbar, ist auch der freigegebene Ordner nicht verfügbar.

Zum Erhöhen der Verfügbarkeit des Ordners Tools können Sie ein zweites Ordnerziel hinzufügen.

So fügen Sie ein zweites Ordnerziel zum Ordner "Tools" hinzu

  1. Klicken Sie in der Konsolenstruktur des DFS-Verwaltungs-Snap-Ins mit der rechten Maustaste auf den Ordner Tools, und klicken Sie dann auf Ordnerziel hinzufügen.

  2. Klicken Sie auf Durchsuchen, um das Dialogfeld Nach freigegebenen Ordnern suchen zu öffnen.

  3. Geben Sie in Server den Namen eines anderen Servers ein, der Host des freigegebenen Ordners Tools sein soll. Achten Sie darauf, einen anderen Server anzugeben als den, den Sie im vorherigen Verfahren angegeben haben.

  4. Klicken Sie auf Neuer freigegebener Ordner.

  5. Geben Sie im Dialogfeld Freigabe erstellen im Feld Freigabename den Namen Tools ein, und geben Sie dann den lokalen Pfad ein, in dem der freigegebene Ordner erstellt werden soll. Ist der Ordner nicht vorhanden, werden Sie dazu aufgefordert, ihn zu erstellen. Klicken Sie auf OK, um alle Dialogfelder zu schließen.

  6. Sie werden aufgefordert, auszuwählen, ob eine Replikationsgruppe für diese Ordnerziele erstellt werden soll. Klicken Sie vorerst auf Nein. Die DFS-Replikation für diesen Ordner wird in einer späteren Aufgabe aktiviert.

So erstellen Sie einen Ordner "Training Guides" im Namespace

  1. Klicken Sie in der Konsolenstruktur des DFS-Verwaltungs-Snap-Ins mit der rechten Maustaste auf \\Server_oder_Domäne\Public, und klicken Sie dann auf Neuer Ordner.

  2. Geben Sie Training Guides im Feld Name ein.

  3. Klicken Sie auf Hinzufügen, um ein Ordnerziel hinzuzufügen.

  4. Klicken Sie auf Durchsuchen, um das Dialogfeld Nach freigegebenen Ordnern suchen zu öffnen.

  5. Geben Sie in Server den Namen des Servers ein, der Host des freigegebenen Ordners Training Guides sein soll.

  6. Klicken Sie auf Neuer freigegebener Ordner.

  7. Geben Sie im Dialogfeld Freigabe erstellen im Feld Freigabename den Namen Training Guides ein, und geben Sie dann den lokalen Pfad ein, in dem der freigegebene Ordner erstellt werden soll. Ist der Ordner nicht vorhanden, werden Sie dazu aufgefordert, ihn zu erstellen. Klicken Sie auf OK, um alle Dialogfelder zu schließen.

Nach dem Abschließen dieser Verfahren sieht der Namespace wie in der folgenden Abbildung dargestellt aus.

Grafik

Aufgabe 5: Ändern der Reihenfolge von Zielen in Verweisen

In dieser Aufgabe ändern Sie Einstellungen, die die Reihenfolge von Zielen in Verweisen optimieren. Wenn Sie mit Verweisen nicht vertraut sind: Ein Verweis ist eine Zielliste, die ein Clientcomputer von einem Domänencontroller oder Namespaceserver empfängt, wenn der Benutzer auf einen Namespacestamm oder Ordner mit Zielen im Namespace zugreift. Durch den Verweis erkennt der Client, auf welchen Servern das zugehörige Stammziel oder Ordnerziel gehostet wird. Wenn also ein Client z. B. zu \\Server_oder_Domäne\Public navigiert, erhält er einen Stammverweis mit einer Liste der Stammziele auf den Namespaceservern. Navigiert der Client dann zum Ordner Tools, der über Ordnerziele verfügt, erhält der Client einen Ordnerverweis mit einer Liste der zum Ordner Tools gehörenden Ordnerziele.

Fordert ein Client einen Verweis an, berücksichtigt der DFS-Dienst den Standort des Clients und den Standort des Ziels und stellt einen Verweis mit Zielen bereit, die entsprechend der aktuellen Sortiermethode für Verweise geordnet sind. Standardmäßig werden in einem Verweis zunächst Ziele am Standort eines Clients in zufälliger Reihenfolge aufgelistet, dann folgt eine Liste der Ziele, die außerhalb des Clientstandorts liegen, sortiert nach den niedrigsten Kosten.

Zum genauen Bestimmen der Reihenfolge, in der Ziele außerhalb des Standorts eines Clients geordnet sind können Sie die Sortiermethode für einen ganzen Namespace oder für einzelne Ordner mit Zielen ändern. Das Ändern der Sortiermethode ist eine wichtige Überlegung bei Namespaces, deren Ziele standortübergreifend sind. So gibt es z. B. Situationen, in denen der Client daran gehindert werden sollte, auf Ziele außerhalb des eigenen Standorts zuzugreifen. In diesem Fall können Sie den Namespacestamm oder Ordner mit Zielen so konfigurieren, dass Clients nur Verweise für Ziele innerhalb des eigenen Standorts erhalten.

Sie können die Zielpriorität festlegen, die die Sortiermethode außer Kraft setzt, um die Auflistung von Zielen in Verweisen weiter zu optimieren. Sie können z. B. ein Ziel angeben, das, unabhängig vom Standort des Clients, in einem Verweis stets zuerst oder zuletzt aufgeführt wird, oder Sie können ein Ziel angeben, das unter den Zielen mit denselben Verbindungskosten stets zuerst oder zuletzt aufgeführt wird. Zu den Fällen, in denen Zielprioritäten hilfreich sind, gehören Szenarien mit unmittelbar betriebsbereiten Standbyservern ("Hot Standby"), in denen ein Server als letztes Mittel bei Problemen angesehen wird. In diesem Szenario können Sie angeben, dass der Standbyserver immer als letzter Eintrag in Verweise aufgenommen wird und dass Clients nur dann ein Failover zu diesem Server ausführen, wenn alle anderen Server nicht mehr funktionsfähig sind oder wegen Netzwerkausfällen nicht mehr zur Verfügung stehen.

In den folgenden Verfahren überprüfen Sie die Verweissortiermethode für den Namespace und wählen die Zielpriorität eines Ordnerziels aus.

So überprüfen Sie die Verweissortiermethode für einen Namespace

  1. Klicken Sie in der Konsolenstruktur des DFS-Verwaltungs-Snap-Ins mit der rechten Maustaste auf \\Server_oder_Domäne\Public, und klicken Sie dann auf Eigenschaften.

  2. Stellen Sie auf der Registerkarte Verweise unter Sortiermethode sicher, dass Niedrigste Kosten ausgewählt ist.

Bei der Sortiermethode für die niedrigsten Kosten, früher auch als Auswahl des kostengünstigsten Ziels bzw. der niedrigsten Standortkosten bezeichnet, werden Ziele in einem Verweis wie folgt sortiert:

  1. Ziele im gleichen Standort wie der Client werden in zufälliger Reihenfolge ganz oben im Verweis aufgelistet.

  2. Ziele außerhalb des Standorts des Clients werden in der Reihenfolge von den niedrigsten zu den höchsten Kosten aufgelistet. Verweise mit gleichen Kosten werden gruppiert, und innerhalb der einzelnen Gruppen werden die Ziele in zufälliger Reihenfolge aufgelistet.

Mit dieser Methode wird sichergestellt, dass Clients für den Zugriff auf Ziele keine teuren WAN-Verbindungen (Wide Area Network) verwenden, wenn kostengünstigere Ziele zur Verfügung stehen. Diese Sortiermethode ist für eigenständige wie domänenbasierte Namespaces geeignet, sofern auf allen Namespaceservern und allen Domänencontrollern Windows Server 2003 oder Windows Server 2008 ausgeführt wird.

noteHinweis
Wenn Sie nicht möchten, dass Clients auf Ordnerziele außerhalb ihres Standorts zugreifen, können Sie die Sortiermethode für einzelne Ordner außer Kraft setzen. Klicken Sie dazu in der Konsolenstruktur mit der rechten Maustaste auf einen Ordner mit Zielen, klicken Sie auf Eigenschaften, klicken Sie auf die Registerkarte Verweise, und klicken Sie dann auf Ziele außerhalb des Clientstandortes ausschließen. Beachten Sie, dass der Client nicht auf den Ordner zugreifen kann, wenn keine Ziele für denselben Standort zur Verfügung stehen, da im Verweis keine Ordnerziele zurückgegeben werden.

Im nächsten Verfahren ändern Sie die Priorität eines der Ordnerziele im Ordner Tools.

So ändern Sie die Priorität eines Ordnerziels

  1. Klicken Sie in der Konsolenstruktur des DFS-Verwaltungs-Snap-Ins auf den Ordner Tools.

  2. Klicken Sie im Detailfenster auf der Registerkarte Ordnerziele mit der rechten Maustaste auf eines der Ordnerziele, und klicken Sie dann auf Eigenschaften.

  3. Klicken Sie auf der Registerkarte Erweitert auf Folgende Verweisreihenfolge außer Kraft setzen, und klicken Sie dann auf Das letzte von allen Zielen.

Aufgabe 6: Umbenennen und Verschieben eines Ordners

Mithilfe des DFS-Verwaltungs-Snap-Ins können Sie Ordner umbenennen oder Ordner an einen anderen Standort im Namespace verschieben. Dies ist hilfreich, wenn Sie einen Ordnernamen ändern oder den Namespace neu strukturieren müssen.

In dieser Aufgabe benennen Sie den Ordner Training Guides um in Training Demos und verschieben ihn in den Ordner Software. Derzeit sollte der Namespace aussehen wie in der folgenden Abbildung.

Grafik

So benennen Sie den Ordner "Training Guides" um

  1. Klicken Sie in der Konsolenstruktur des DFS-Verwaltungs-Snap-Ins mit der rechten Maustaste auf den Ordner Training Guides, und klicken Sie dann auf Ordner umbenennen.

  2. Geben Sie im Dialogfeld Ordner umbenennen im Feld Neuer Name den Namen Training Demos ein.

So verschieben Sie den Ordner "Training Demos"

  • Klicken Sie in der Konsolenstruktur des DFS-Verwaltungs-Snap-Ins auf den Ordner Training Demos, und ziehen Sie ihn dann in den Ordner Software.

Nach dem Abschließen dieser Verfahren sollte der Namespace wie folgt aussehen:

Grafik

Aufgabe 7: Replizieren eines Ordners im Namespace mithilfe der DFS-Replikation

In dieser Aufgabe aktivieren Sie die DFS-Replikation für den Ordner Tools. Unter "Aufgabe 4: Hinzufügen von Ordnern zum Namespace" haben Sie zwei Ordnerziele im Ordner Tools erstellt. Da Benutzer an beide Ordnerziele geleitet werden können, müssen Sie sicherstellen, dass der Inhalt der Ordner stets synchron ist.

Wenn Sie mit dem Dateireplikationsdienst (File Replication Service, FRS) in Windows Server 2003 vertraut sind, wissen Sie, dass FRS nur in domänenbasierten Namespaces unterstützt wird. In Windows Server 2008 können Sie die DFS-Replikation für eigenständige und domänenbasierte Namespaces verwenden. Sie können diese Aufgabe deshalb unabhängig von der Art des Namespaces ausführen, den Sie in "Aufgabe 1: Erstellen eines Namespaces" erstellt haben.

ImportantWichtig
Zum Ausführen dieser Aufgabe muss AD DS in der Testumgebung bereitgestellt sein, und Sie müssen Mitglied der Gruppe Domänen-Admins sein, oder die Funktion zum Erstellen von Replikationsgruppen muss an Sie delegiert worden sein.

ImportantWichtig
Nach dem Ausführen dieser Aufgabe wird die Replikation nicht sofort gestartet. Die Topologie- und DFS-Replikationseinstellungen müssen zu allen Domänencontrollern repliziert werden, und jedes Mitglied der Replikationsgruppe muss seinen nächstgelegenen Domänencontroller abfragen, um diese Einstellungen abzurufen. Der dafür erforderliche Zeitaufwand hängt von der AD DS-Replikationswartezeit und vom langen Abfrageintervall (60 Minuten) auf den einzelnen Mitgliedern ab.

So aktivieren Sie die DFS-Replikation für den Ordner "Tools"

  1. Klicken Sie in der Konsolenstruktur des DFS-Verwaltungs-Snap-Ins mit der rechten Maustaste auf den Ordner Tools, und klicken Sie dann auf Ordner replizieren.

  2. Folgen Sie den Anweisungen des Assistenten für die Ordnerreplikation, und geben Sie die Informationen an, die in der nachfolgenden Tabelle beschrieben sind.

 

Seite des Assistenten für die Ordnerreplikation Eingabe

Replikationsgruppe und Name des replizierten Ordners

Akzeptieren Sie die Standardeinstellungen.

Replikationsberechtigung

Akzeptieren Sie die Standardeinstellungen.

Primäres Mitglied

Sind beide Ordnerziele leer, wählen Sie eines der Mitglieder aus. Verfügen beide Ordnerziele über Inhalt, wählen Sie das Mitglied aus, das über den aktuellsten Inhalt verfügt.

Topologieauswahl

Wählen Sie Full-Mesh aus.

Replikationsgruppenzeitplan und Bandbreite

Wählen Sie Fortwährend mithilfe der angegebenen Bandbreite replizieren aus.

Einstellungen überprüfen und Replikationsgruppe erstellen

Klicken Sie auf Erstellen, um die Replikationsgruppe zu erstellen.

Bestätigung

Klicken Sie auf Schließen, um den Assistenten zu beenden.

Replikationsverzögerung

Klicken Sie auf OK, um das Dialogfeld zu schließen, mit dem Sie über die Verzögerung bei der ersten Replikation informiert werden.

Wenn Sie das vorherige Verfahren beendet haben, navigieren Sie in der Konsolenstruktur zum Knoten Replikation. Wie Sie in der folgenden Abbildung sehen können, wurde eine neue Replikationsgruppe erstellt.

Grafik

Falls Sie nicht mit der DFS-Replikationsterminologie vertraut sind: Eine Replikationsgruppe besteht aus einer Reihe von Servern, so genannte Mitglieder, die an der Replikation eines oder mehrerer replizierter Ordner beteiligt sind. Ein replizierter Ordner ist ein Ordner, der auf den einzelnen Mitgliedern synchron gehalten wird. Wenn Sie die DFS-Replikation für einen Ordner mit Zielen aktivieren, werden die Server, die Host der Ordnerziele sind, Mitglieder der Replikationsgruppe, und die Ordnerziele werden dem replizierten Ordner zugeordnet. Der Name der Replikationsgruppe stimmt mit dem Namespacepfad (Contoso.com\Public\Software\Tools) überein und der Name des replizierten Ordners mit dem Ordnernamen (Tools).

Über den Knoten Replikation können Sie Aspekte der DFS-Replikation verwalten, z. B. Zeitplan und Bandbreitenauslastung, Datei- und Unterordnerfilter und die Topologie (ein Framework aus Replikationspfaden zwischen Mitgliedern). Auf der Registerkarte Replizierte Ordner im Detailfenster können Sie auch den zum replizierten Ordner gehörenden Namespacepfad anzeigen, wie in der folgenden Abbildung dargestellt.

Grafik

Wenn Sie wieder zum Ordner Tools im Knoten Namespaces wechseln, können Sie auf der Registerkarte Replikation im Detailfenster sehen, dass der Ordner Tools mithilfe der DFS-Replikation repliziert wird.

Grafik

Wenn in einem der Ordnerziele Daten vorhanden waren, als Sie die DFS-Replikation aktiviert haben, können Sie überprüfen, ob die Replikation ausgeführt wurde. Klicken Sie dazu auf die Registerkarte Ordnerziele, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Ordnerziel, in dem ursprünglich keine Daten vorhanden waren, und klicken Sie dann auf Im Explorer öffnen. Nach der anfänglichen Replikationsverzögerung sollten die Dateien in diesem Ordner mit den Dateien im Ziel übereinstimmen, in dem die Daten ursprünglich vorhanden waren.

Eine andere Möglichkeit zum Anzeigen des Status einer Replikation ist das Erstellen eines Diagnoseberichts. Dies werden Sie in der folgenden Aufgabe ausführen.

Aufgabe 8: Erstellen eines Diagnoseberichts

In dieser Aufgabe erstellen Sie einen Diagnosebericht, um den Status einer Replikation zu überprüfen. Der in dieser Aufgabe erstellte Diagnosebericht ist vom Typ Statusbericht. Beim Statusbericht handelt es sich um eine HTML-Datei, die den Status der Replikation und die Replikationseffizienz anzeigt. Dieser Bericht enthält Fehler- und Warnereignisse, Replikationsstatistiken, noch nicht verarbeitete Dateien und andere Informationen für die einzelnen Mitglieder der Replikationsgruppe.

So erstellen Sie einen Diagnosebericht

  1. Klicken Sie in der Konsolenstruktur des DFS-Verwaltungs-Snap-Ins unter dem Knoten Replikation mit der rechten Maustaste auf die Replikationsgruppe \\Domäne\Public\Software\Tools, und klicken Sie dann auf Diagnosebericht erstellen.

  2. Folgen Sie den Anweisungen des Diagnoseberichts-Assistenten, und geben Sie die Informationen an, die in der nachfolgenden Tabelle beschrieben sind.

 

Seite des Diagnoseberichts-Assistenten Eingabe

Typ des Diagnoseberichts oder Tests

Akzeptieren Sie die Standardeinstellungen.

Pfad und Name

Akzeptieren Sie die Standardeinstellungen.

Mitglieder einbeziehen

Akzeptieren Sie die Standardeinstellungen.

Optionen

Stellen Sie sicher, dass Ja, noch nicht verarbeitete Dateien in diesem Bericht zählen aktiviert ist. Wählen Sie unter Referenzmitglied den Server mit den aktuellsten Dateien aus, und aktivieren Sie auch das Kontrollkästchen Replizierte Dateien und deren Größe auf jedem Mitglied zählen.

Einstellungen überprüfen und Bericht erstellen

Klicken Sie auf Erstellen, um den Diagnosebericht zu erstellen.

Bestätigung

Der Assistent wird automatisch geschlossen, und der Diagnosebericht wird angezeigt.

Überprüfen Sie den Statusbericht, der für die Replikationsgruppe Tools erstellt wurde. Überprüfen Sie insbesondere die folgenden Abschnitte:

  • Achten Sie auf die Bandbreiteneinsparungen der DFS-Replikation. Diese Einsparungen ändern sich mit dem Hinzufügen und Ändern von Dateien.

  • Überprüfen Sie ggf. Fehler oder Warnungen für die Mitglieder. Dabei handelt es sich in der Regel um Ereignisprotokollfehler, die im Ereignisprotokoll der DFS-Replikation des jeweiligen Mitglieds angezeigt werden.

  • Überprüfen Sie im Informationsabschnitt für die einzelnen Mitglieder den Status des replizierten Ordners (der Status lautet nach Ausführen der ersten Replikation "Normal") und andere Informationen. Die Statistik des primären Mitglieds ist anders als die des nicht primären Mitglieds. Das liegt daran, dass die Daten vom primären Mitglied stammen und bei der ersten Replikation zum nicht primären Mitglied repliziert werden.

Standardmäßig erstellt der Diagnoseberichts-Assistent einen Statusbericht. Beachten Sie, dass Sie für den Assistenten auch festlegen können, dass die folgenden Vorgänge ausgeführt werden:

  • Ausführen eines Propagierungstests.

  • Erstellen eines Propagierungsberichts.

Ein Propagierungstest misst den Replikationsfortschritt, indem eine Testdatei in einem replizierten Ordner erstellt wird. Ein Propagierungsbericht enthält Informationen über den Replikationsfortschritt für die bei einem Propagierungstest erstellte Testdatei.

Aufgabe 9: Durchsuchen des Namespaces

In dieser Aufgabe durchsuchen Sie den von Ihnen erstellten Namespace und zeigen die Verweise im Weiterleitungscache des Clients an, während Sie in den verschiedenen Bereichen des Namespaces suchen. Das Anzeigen von Verweisen, die auf dem Client zwischengespeichert sind, ist bei Problembehandlungsszenarien nützlich. In den folgenden Verfahren wird vorausgesetzt, dass Sie die Aufgaben auf einem Clientcomputer unter Windows XP oder Windows Server 2003 ausführen.

So wechseln Sie zum Namespacestamm und zeigen die Stammweiterleitung an

  1. Klicken Sie auf Start, klicken Sie auf Ausführen, geben Sie \\Server_oder_Domäne\Public ein, und klicken Sie dann auf OK.

    Windows-Explorer wird geöffnet. Die Ansicht des Namespaces entspricht der folgenden Abbildung:

    Grafik
  2. Klicken Sie in Windows-Explorer auf die Schaltfläche Ordner, um den Stamm Public in der Ordnerstruktur anzuzeigen.

  3. Klicken Sie in der Ordnerstruktur mit der rechten Maustaste auf Public, und klicken Sie dann auf Eigenschaften, um das Dialogfeld Eigenschaften zu öffnen.

  4. Prüfen Sie auf der Registerkarte DFS die unter Referenzliste aufgeführten Pfade. Dabei handelt es sich um die Stammziele in der Stammweiterleitung, die der Client beim Zugriff auf \\Server_oder_Domäne\Public erhalten hat. Diese sollten mit den Stammzielen übereinstimmen, die Sie weiter oben in dieser Anleitung erstellt haben. Bei dem Ziel, das als Aktiv gekennzeichnet ist, handelt es sich um das gegenwärtig mit dem Clientcomputer verbundene Ziel.

  5. Klicken Sie auf OK, um das Dialogfeld zu schließen.

So wechseln Sie zu den Ordnern "Tools" und "Training Demos" und zeigen ihre Ordnerverweise an

  1. Doppelklicken Sie in Windows-Explorer auf den Ordner Software. Die beiden Ordner Tools und Training Demos sollten nun angezeigt werden.

  2. Doppelklicken Sie auf den Ordner Tools, um ihn zu öffnen.

  3. Klicken Sie in der Ordnerstruktur auf den Ordner Tools, und klicken Sie dann auf Eigenschaften.

  4. Prüfen Sie auf der Registerkarte DFS die unter Referenzliste aufgeführten Pfade. Dabei handelt es sich um die Ordnerziele in dem Ordnerverweis, den der Client beim Zugriff auf \\Server_oder_Domäne\Public\Software\Tools erhalten hat. Diese sollten mit den Ordnerzielen übereinstimmen, die Sie weiter oben in dieser Anleitung erstellt haben. Bei dem Ziel, das als Aktiv gekennzeichnet ist, handelt es sich um das gegenwärtig mit dem Clientcomputer verbundene Ziel. Es sollte nicht mit dem Ziel übereinstimmen, das Sie beim Festlegen der Zielpriorität als Das letzte von allen Zielen gekennzeichnet haben.

  5. Klicken Sie auf OK, um das Dialogfeld zu schließen.

  6. Klicken Sie in der Ordnerstruktur auf den Ordner Training Demos, um ihn zu öffnen.

  7. Klicken Sie in der Ordnerstruktur mit der rechten Maustaste auf den Ordner Training Demos, klicken Sie auf Eigenschaften, und klicken Sie dann auf die Registerkarte DFS. Beachten Sie, dass in der Verweisliste nur ein Ordnerziel aufgeführt ist. Der Clientcomputer ist aktuell mit diesem Ordnerziel verbunden.

Aufgabe 10: Testen des Failovers

In dieser Aufgabe deaktivieren Sie die Netzwerkkarte oder schalten den Server aus, auf dem eines der Stammziele für den Namespace \\Domäne\Public gehostet wird. Führen Sie dasselbe für einen Server aus, auf dem eines der Ordnerziele für den Ordner Tools gehostet wird. Sind die Netzwerkkarten deaktiviert bzw. die Server ausgeschaltet, wiederholen Sie die Verfahren in "Aufgabe 9: Durchsuchen des Namespaces". Die Verfahren sollten funktionieren, da nun ein anderer Server den Namespace \\Domäne\Public und den Ordner Tools hostet.

Schrittweise Anleitung zum Bereitstellen von DFS-Replikation

In diesem Abschnitt werden Sie durch die Bereitstellung der DFS-Replikation in einer Testumgebung geleitet. Es ist nicht notwendig, die Aufgaben in "Schrittweise Anleitung zum Bereitstellen eines Namespaces" auszuführen. Es ist jedoch hilfreich, zunächst den vorherigen Abschnitt zu beenden, damit ein Namespace vorhanden ist, in dem ein replizierter Ordner veröffentlicht werden kann.

Einführung in die DFS-Replikation

Die DFS-Replikation ist das statusbasierte Multimaster-Replikationsmodul in Windows Server 2008. Einige der Konzepte und Prozesse der DFS-Replikation entsprechen zwar den Konzepten und Prozessen im Dateireplikationsdienst, aber es gibt einige wichtige Unterschiede, die vor dem Bereitstellen der DFS-Replikation zu beachten sind.

Konzepte der DFS-Replikation

Zunächst sollen die Grundkonzepte der DFS-Replikation erläutert werden. Diese Konzepte (Replikationsgruppen, Verbindungen, Mitglieder und replizierte Ordner) werden in der folgenden Abbildung veranschaulicht.

Grafik

Wie in dieser Abbildung gezeigt, ist eine Replikationsgruppe ein Satz aus als Mitglieder bezeichneten Servern, der an der Replikation eines oder mehrerer replizierter Ordner teilnimmt. Ein replizierter Ordner ist ein Ordner, der auf den einzelnen Mitgliedern synchron gehalten wird. Die vorherige Abbildung enthält zwei replizierte Ordner, Projekte und Vorschläge. Werden in einem der replizierten Ordner Datenänderungen vorgenommen, werden die Änderungen über Verbindungen zwischen den Mitgliedern repliziert. Die Verbindungen zwischen allen Mitgliedern bilden die Topologie der Replikation.

Das Erstellen mehrerer replizierter Ordner in einer einzigen Replikationsgruppe vereinfacht den Prozess zum Bereitstellen replizierter Ordner, da die Topologie, der Zeitplan und die Bandbreiteneinschränkung für die Replikationsgruppe für jeden einzelnen replizierten Ordner übernommen werden. Zum Bereitstellen zusätzlicher replizierter Ordner können Sie mithilfe eines kurzen Assistenten den lokalen Pfad und die Berechtigungen für den neuen replizierten Ordner definieren. Jeder replizierte Ordner hat zudem eigene Einstellungen, z. B. Datei- und Unterordnerfilter, sodass Sie für die einzelnen replizierten Ordner verschiedene Dateien und Unterordner herausfiltern können.

Die auf den einzelnen Mitgliedern gespeicherten replizierten Ordner können sich auf verschiedenen Volumes im Mitglied befinden, und die replizierten Ordner müssen keine freigegebenen Ordner oder Teil eines Namespaces sein. Das DFS-Verwaltungs-Snap-In vereinfacht jedoch das Freigeben replizierter Ordner und das optionale Veröffentlichen dieser Ordner in einem vorhandenen Namespace. Beides werden Sie in einer der Aufgaben weiter unten in dieser Anleitung ausführen.

Weitere Informationen zur DFS-Replikation finden Sie auf der Seite mit häufig gestellten Fragen zur DFS-Replikation auf der Microsoft-Website (http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=93056, möglicherweise in englischer Sprache). Bei diesen häufig gestellten Fragen geht es zwar in erster Linie um die DFS-Replikation in Windows Server 2003 R2, die meisten Informationen gelten jedoch auch für Windows Server 2008.

Was während der ersten Replikation zu erwarten ist

Beim ersten Einrichten der Replikation müssen Sie ein primäres Mitglied auswählen. Wählen Sie das Mitglied mit den neuesten Dateien aus, die zu allen anderen Mitgliedern der Replikationsgruppe repliziert werden sollen, da der Inhalt des primären Mitglieds als "autorisierend" betrachtet wird. Das bedeutet, dass während der ersten Replikation die Dateien des primären Mitglieds Vorrang erhalten bei der Konfliktauflösung, die auftritt, wenn Dateien der empfangenden Mitglieder im Vergleich zu den entsprechenden Dateien auf dem primären Mitglied älter oder neuer sind.

Die folgenden Erläuterungen sollen Ihnen helfen, den Prozess der ersten Replikation besser zu verstehen:

  • Die erste Replikation beginnt nicht sofort. Die Topologie- und DFS-Replikationseinstellungen müssen zu allen Domänencontrollern repliziert werden, und jedes Mitglied der Replikationsgruppe muss seinen nächstgelegenen Domänencontroller abfragen, um diese Einstellungen abzurufen. Der dafür erforderliche Zeitaufwand hängt von der AD DS-Replikationswartezeit und vom langen Abfrageintervall (60 Minuten) auf den einzelnen Mitgliedern ab.

  • Die erste Replikation tritt immer zwischen dem primären Mitglied und den empfangenden Replikationspartnern des primären Mitglieds auf. Wenn ein Mitglied alle Dateien vom primären Mitglied empfangen hat, repliziert dieses Mitglied Dateien ebenfalls zu seinen empfangenden Partnern. Auf diese Weise beginnt die Replikation für einen neu replizierten Ordner beim primären Mitglied und wird dann bei den anderen Mitgliedern der Replikationsgruppe fortgesetzt.

  • Beim Empfangen von Dateien vom primären Mitglied während der ersten Replikation verschieben die empfangenden Mitglieder, die Dateien enthalten, die auf dem primären Mitglied nicht vorhanden sind, diese Dateien in ihren entsprechenden Ordner DfsrPrivate\PreExisting. Wenn eine Datei mit einer Datei auf dem primären Mitglied identisch ist, wird die Datei nicht repliziert. Wenn sich die Version einer Datei auf dem empfangenden Mitglied von der Version des primären Mitglieds unterscheidet, wird die Version des empfangenden Mitglieds in den Konfliktordner für gelöschte Dateien verschoben, und mithilfe der Remotedifferenzialkomprimierung (Remote Differential Compression, RDC) können nur die geänderten Blöcke heruntergeladen werden.

  • Die DFS-Replikation vergleicht die Dateien mithilfe eines Hashalgorithmus, um zu ermitteln, ob Dateien auf dem primären und auf dem empfangenden Mitglied identisch sind. Wenn die Dateien identisch sind, werden nur minimale Metadaten übertragen.

  • Nach dem Initialisieren des replizierten Ordners wird die Bezeichnung "primäres Mitglied" entfernt. Die Initialisierung findet statt, wenn alle Dateien, die vor der Übernahme der Konfiguration durch die DFS-Replikation vorhanden waren, zur DFS-Replikationsdatenbank hinzugefügt wurden. Das Mitglied, das zuvor primäres Mitglied war, wird dann wie jedes andere Mitglied behandelt, und seine Dateien werden nicht länger als autorisierend im Vergleich zu denen der anderen Mitglieder angesehen, die die erste Replikation abgeschlossen haben. Alle Mitglieder, die die erste Replikation abgeschlossen haben, werden gegenüber Mitgliedern ohne abgeschlossene erste Replikation als autorisierend betrachtet.

Bereitstellen der DFS-Replikation

Die Aufgaben in diesem Abschnitt führen Sie durch den Prozess zum Bereitstellen der DFS-Replikation, zum Hinzufügen eines Mitglieds zu einer Replikationsgruppe, zum Veröffentlichen eines replizierten Ordners in einem Namespace und zum Erstellen eines Diagnoseberichts.

Aufgabe 1: Erstellen einer Mehrzweckreplikationsgruppe und zweier replizierter Ordner

Legen Sie zum Aktivieren der DFS-Replikation mithilfe des Assistenten für neue Replikationsgruppen Mitglieder, Topologie sowie Standardzeitplan und Brandbreite für die Replikationsgruppe fest. In dieser Aufgabe erstellen Sie eine Replikationsgruppe Datenverteilung sowie die beiden replizierten Ordner Antivirensignaturen und Branchensystemdaten.

ImportantWichtig
Wenn Sie eine neue Replikationsgruppe erstellen, beginnt die Replikation nicht sofort. Die Topologie- und DFS-Replikationseinstellungen müssen zu allen Domänencontrollern repliziert werden, und jedes Mitglied der Replikationsgruppe muss seinen nächstgelegenen Domänencontroller abfragen, um diese Einstellungen abzurufen. Der dafür erforderliche Zeitaufwand hängt von der AD DS-Replikationswartezeit und vom langen Abfrageintervall (60 Minuten) der einzelnen Mitglieder ab.

Vor dem Aktivieren der Replikation erstellen Sie zwei Ordner auf einem der Server, die zur Replikationsgruppe hinzugefügt werden sollen. Anschließend fügen Sie Dateien zu diesen Ordnern hinzu.

Erstellen der Ordner "Antivirensignaturen" und "Branchensystemdaten"

  1. Erstellen Sie auf einem Server zwei separate (nicht überlappende) Ordner Antivirensignaturen und Branchensystemdaten.

  2. Fügen Sie zu beiden Ordnern einige Dateien hinzu. Überschreiten Sie dabei jedoch nicht die im Thema zu Skalierbarkeitsrichtlinien für die DFS-Replikation empfohlenen Beschränkungen, die auf der Microsoft-Website verfügbar sind (http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=75043, möglicherweise in englischer Sprache).

  3. Optional können Sie die Ordner auch auf dem zweiten Server erstellen. Sie können dieselben Dateien oder andere Dateien vom primären Mitglied hinzufügen. Wenn Sie dieselben Dateien hinzufügen, werden die Dateien für die Vorabbereitstellung verwendet und nicht erneut repliziert. Wenn Sie Dateien hinzufügen, die auf dem primären Mitglied nicht vorhanden sind, werden die Dateien in den Ordner PreExisting auf dem zweiten Mitglied verschoben. (Dieser Ordner befindet sich im Ordner DfsrPrivate im lokalen Pfad des replizierten Ordners.) Wenn Sie sehen möchten, wie der Inhalt des primären Mitglieds bei der ersten Replikation autorisierend wird, verwenden Sie aktualisierte Versionen der Dateien, die Sie zum primären Mitglied hinzugefügt haben. Diese aktualisierten Dateien werden in den Konfliktordner für gelöschte Dateien auf den nicht primären Mitgliedern verschoben.

Erstellen Sie als Nächstes eine Replikationsgruppe für das Replizieren von Dateien zwischen den beiden Servern.

So erstellen Sie eine Replikationsgruppe und zwei replizierte Ordner

  1. Klicken Sie in der Konsolenstruktur des DFS-Verwaltungs-Snap-Ins mit der rechten Maustaste auf den Knoten Replikation, und klicken Sie dann auf Neue Replikationsgruppe.

  2. Folgen Sie den Anweisungen des Assistenten für neue Replikationsgruppen, und geben Sie die Informationen an, die in der nachfolgenden Tabelle beschrieben sind.

 

Seite des Assistenten für neue Replikationsgruppen Eingabe

Replikationsgruppentyp

Wählen Sie Mehrzweckreplikationsgruppe aus.

Name und Domäne

Geben Sie Data Distribution im Feld Name der Replikationsgruppe ein.

Replikationsgruppenmitglieder

Klicken Sie auf Hinzufügen, um mindestens zwei Server auszuwählen, die an der Replikation teilnehmen. Auf den Servern muss der DFS-Replikationsdienst installiert sein.

Topologieauswahl

Wählen Sie Full-Mesh aus.

Replikationsgruppenzeitplan und Bandbreite

Wählen Sie Fortwährend mithilfe der angegebenen Bandbreite replizieren aus.

Primäres Mitglied

Wählen Sie das Mitglied aus, das über den aktuellsten Inhalt verfügt, den Sie zum anderen Mitglied replizieren möchten.

Zu replizierende Ordner

Klicken Sie auf Hinzufügen, um den lokalen Pfad des Ordners Branchensystemdaten einzugeben, den Sie bereits auf dem ersten Server erstellt haben. Verwenden Sie den Namen Branchensystemdaten als Namen für den replizierten Ordner. Wiederholen Sie dieses Verfahren, und geben Sie den lokalen Pfad des Ordners Antivirensignaturen ein.

Lokaler Pfad von "Branchensystemdaten" auf anderen Mitgliedern

Auf dieser Seite legen Sie den Speicherort des Ordners Branchensystemdaten auf den anderen Mitgliedern der Replikationsgruppe fest. Klicken Sie auf Bearbeiten, um den Pfad anzugeben, und klicken Sie dann im Dialogfeld Bearbeiten auf Aktiviert. Geben Sie dann den lokalen Pfad des Ordners Branchensystemdaten an.

Lokaler Pfad von "Antivirensignaturen" auf anderen Mitgliedern

Auf dieser Seite legen Sie den Speicherort des Ordners Antivirensignaturen auf den anderen Mitgliedern der Replikationsgruppe fest. Klicken Sie auf Bearbeiten, um den Pfad anzugeben, und klicken Sie dann im Dialogfeld Bearbeiten auf Aktiviert. Geben Sie dann den lokalen Pfad des Ordners Antivirensignaturen an.

Einstellungen überprüfen und Replikationsgruppe erstellen

Klicken Sie auf Erstellen, um die Replikationsgruppe zu erstellen.

Bestätigung

Klicken Sie auf Schließen, um den Assistenten zu beenden.

Replikationsverzögerung

Klicken Sie auf OK, um das Dialogfeld zu schließen, mit dem Sie über die Verzögerung bei der ersten Replikation informiert werden.

Klicken Sie nach Fertigstellen des Assistenten für neue Replikationsgruppen in der Konsolenstruktur unter dem Knoten Replikation auf die neue Replikationsgruppe Datenverteilung, wie in der folgenden Abbildung dargestellt:

Grafik

Beachten Sie die vier Registerkarten im Detailfenster: Mitgliedschaften, Verbindungen, Replizierte Ordner und Delegierung. Auf diesen Registerkarten werden unterschiedliche Details zur ausgewählten Replikationsgruppe, ihren Mitgliedern und ihren replizierten Ordnern angezeigt. Überprüfen Sie die folgenden Details zu den einzelnen Registerkarten.

  • Beachten Sie auf der Registerkarte Mitgliedschaften, dass die Einträge auf der Registerkarte nach repliziertem Ordner sortiert und dass zwei replizierte Ordner aufgelistet sind. In den Zeilen unter der Überschrift Replizierter Ordner: Antivirensignaturen sind z. B. die Mitglieder aufgeführt, die den replizierten Ordner Antivirensignaturen hosten. Doppelklicken Sie auf ein Mitglied, um die Eigenschaften pro Mitglied und pro repliziertem Ordner auf den Registerkarten Allgemein, Replizierter Ordner, Wird bereitgestellt und Erweitert anzuzeigen. Auf der Registerkarte Erweitert können Sie z. B. Speicherort und Größe des Stagingordners und des Konfliktordners für gelöschte Dateien auf dem ausgewählten Mitglied anzeigen.

  • Auf der Registerkarte Verbindungen sind zwei Verbindungen aufgelistet. Jede Verbindung ist ein einseitiger Replikationspfad, sodass für die Replikation zwischen zwei Mitgliedern zwei Verbindungen erforderlich sind, die Daten in der jeweiligen Gegenrichtung replizieren. Jede Verbindung verfügt über einen Zeitplan und andere Einstellungen, z. B. ein Kontrollkästchen zum Aktivieren oder Deaktivieren der Remotedifferenzialkomprimierung. Doppelklicken Sie auf eine Verbindung, um die zugehörigen Einstellungen anzuzeigen.

  • Beachten Sie auf der Registerkarte Replizierte Ordner, dass zwei replizierte Ordner aufgelistet sind, die nicht in einem Namespace veröffentlicht sind. Doppelklicken Sie auf einen replizierten Ordner, um die zugehörigen Eigenschaften wie Datei- und Unterordnerfilter anzuzeigen.

  • Überprüfen Sie auf der Registerkarte Delegierung die Standardbenutzer und -gruppen, denen Berechtigungen zum Verwalten der Replikationsgruppe erteilt wurden. Benutzer oder Gruppen, für die Vererbt angezeigt wird, haben Verwaltungsberechtigungen aus AD DS geerbt. Sie können nicht mithilfe des DFS-Verwaltungs-Snap-Ins aus der Delegierungsliste entfernt werden.

Aufgabe 2: Hinzufügen eines neuen Mitglieds zu einer Replikationsgruppe

In dieser Aufgabe fügen Sie zur Replikationsgruppe Datenverteilung einen dritten Server hinzu. Außerdem legen Sie fest, wo einer der beiden replizierten Ordner, Antivirensignaturen, auf dem neuen Mitglied gespeichert werden soll. Sie verwenden ein neues Feature in der DFS-Replikation, um festzulegen, dass der replizierte Ordner Branchensystemdaten nicht zum neuen Mitglied repliziert wird. Außerdem erstellen Sie einen benutzerdefinierten Zeitplan, der nur für die Verbindungen vom und zum neuen Mitglied gilt.

ImportantWichtig
Die Replikation auf dem neuen Mitglied beginnt nicht sofort. Die DFS-Replikationseinstellungen für das neue Mitglied müssen zu allen Domänencontrollern repliziert werden, und jedes Mitglied der Replikationsgruppe muss seinen nächstgelegenen Domänencontroller abfragen, um diese Einstellungen abzurufen. Der dafür erforderliche Zeitaufwand hängt von der AD DS-Replikationswartezeit, vom kurzen Abfrageintervall (5 Minuten) auf dem neuen Mitglied und vom langen Abfrageintervall (60 Minuten) auf vorhandenen Mitgliedern ab.

So fügen Sie ein neues Mitglied zur Replikationsgruppe "Datenverteilung" hinzu

  1. Klicken Sie in der Konsolenstruktur des DFS-Verwaltungs-Snap-Ins mit der rechten Maustaste auf die Replikationsgruppe Datenverteilung, und klicken Sie dann auf Neues Mitglied.

  2. Folgen Sie den Anweisungen des Assistenten für neue Mitglieder, und geben Sie die Informationen an, die in der nachfolgenden Tabelle beschrieben sind.

 

Seite des Assistenten für neue Mitglieder Eingabe

Neues Mitglied

Geben Sie den Namen des Servers ein, der zur Replikationsgruppe hinzugefügt werden soll. Auf dem Server muss der DFS-Replikationsdienst installiert sein.

Verbindungen

Klicken Sie unter Verfügbare Mitglieder auf ein Mitglied, und klicken Sie dann auf Hinzufügen. Wiederholen Sie diesen Schritt, um das zweite Mitglied hinzuzufügen. Das neue Mitglied repliziert direkt mit den beiden vorhandenen Mitgliedern.

Replikationszeitplan

Wählen Sie Benutzerdefinierter Verbindungszeitplan aus, und klicken Sie dann auf Zeitplan bearbeiten. Klicken Sie im Dialogfeld Zeitplan bearbeiten auf Details, um den Zeitplan zu erweitern. Wählen Sie dann den Eintrag aus, der mit Sonntag 00:00 beginnt, und klicken Sie dann auf Bearbeiten. Klicken Sie im Dialogfeld Zeitplan bearbeiten unter Bandbreitenauslastung auf 128 MBit/s.

Lokaler Pfad der replizierten Ordner

Wählen Sie den replizierten Ordner Antivirensignaturen aus, klicken Sie auf Bearbeiten, klicken Sie auf Aktiviert, und geben Sie dann den lokalen Pfad des replizierten Ordners ein, der auf dem neuen Mitglied erstellt werden soll. Wenn Sie das Dialogfeld zum Bearbeiten des lokalen Pfads schließen, beachten Sie, dass der replizierte Ordner Branchensystemdaten die Einstellung <Deaktiviert> aufweist. Dieser replizierte Ordner wird demnach nicht zum neuen Mitglied repliziert. Da nur der Ordner Antivirensignaturen zum neuen Mitglied repliziert werden soll, können Sie die angezeigte Warnmeldung ignorieren.

Einstellungen überprüfen und Mitglied erstellen

Klicken Sie auf Erstellen, um das neue Mitglied zur Replikationsgruppe Datenverteilung hinzuzufügen.

Bestätigung

Klicken Sie auf Schließen, um den Assistenten zu beenden.

Replikationsverzögerung

Klicken Sie auf OK, um das Dialogfeld zu schließen, mit dem Sie über die Verzögerung bei der ersten Replikation informiert werden.

Klicken Sie nach Fertigstellen des Assistenten in der Konsolenstruktur auf Datenverteilung, und überprüfen Sie dann den Inhalt der Registerkarte Verbindungen. Er sollte wie in der folgenden Abbildung aussehen:

Grafik

Beachten Sie, dass in der Spalte Zeitplantyp für Verbindungen zum und vom neuen Mitglied Benutzerdefinierter Zeitplan anstatt Replikationsgruppenzeitplan angezeigt wird. Benutzerdefinierter Zeitplan wird deshalb angezeigt, weil Sie beim Hinzufügen des neuen Mitglieds einen benutzerdefinierten Zeitplan ausgewählt haben. Durch das Erstellen benutzerdefinierter Zeitpläne für einzelne Verbindungen ist es möglich, Replikationsintervall und Bandbreite beim Replizieren zu bestimmten Mitgliedern genau abzustimmen. Auch wenn dies nicht aus der Benutzeroberfläche hervorgeht, handelt es sich bei jeder Verbindung, die mit Benutzerdefinierter Zeitplan gekennzeichnet ist, jeweils um einen separaten Zeitplan. Sie können einen Zeitplan ändern, der als Benutzerdefinierter Zeitplan gekennzeichnet ist. Dies wirkt sich jedoch nicht auf die anderen benutzerdefinierten Zeitpläne aus.

noteHinweis
Klicken Sie zum Ändern der Gruppierung der Elemente auf eine Spaltenüberschrift. Klicken Sie zum Gruppieren der Elemente, z. B. nach Zeitplantyp, auf die Überschrift Zeitplantyp.

Einträge, die als Replikationsgruppenzeitplan gekennzeichnet sind, verwenden den Standardreplikationszeitplan. Dieser Zeitplan wird auf alle Verbindungen in der Replikationsgruppe angewendet, für die kein benutzerdefinierter Zeitplan besteht. Klicken Sie zum Ändern des Standardreplikationszeitplans mit der rechten Maustaste in der Konsolenstruktur auf die Replikationsgruppe Datenverteilung, klicken Sie auf Eigenschaften, und klicken Sie dann auf Zeitplan bearbeiten. Doppelklicken Sie zum Ändern eines Verbindungszeitplans von einem benutzerdefinierten Verbindungszeitplan in einen Replikationsgruppenzeitplan (oder umgekehrt) im Detailfenster auf der Registerkarte Verbindungen auf die Verbindung, klicken Sie auf die Registerkarte Zeitplan, und klicken Sie dann auf Replikationsgruppenzeitplan oder Benutzerdefinierter Verbindungszeitplan.

Aufgabe 3: Freigeben und Veröffentlichen replizierter Ordner in einem Namespace

Wenn Sie in den vorherigen Aufgaben replizierte Ordner erstellt haben, haben Sie den lokalen Pfad eines Ordners auf jedem Mitglied der Replikationsgruppe festgelegt. Benutzer können nach dem Erstellen der replizierten Ordner nur dann auf diese zugreifen, wenn der lokale Pfad auf dem jeweiligen Server vorher freigegeben war. Damit Sie replizierte Ordner für Benutzer verfügbar machen können, müssen Sie die Ordner freigeben und optional in einem vorhandenen Namespace veröffentlichen.

In dieser Aufgabe veröffentlichen Sie den replizierten Ordner Branchensystemdaten im Namespace \\Server_oder_Domäne\Public, den Sie im Abschnitt mit der schrittweisen Anleitung für DFS-Namespaces erstellt haben. Überspringen Sie dieses Verfahren, wenn Sie den Abschnitt mit der schrittweisen Anleitung nicht ausgeführt haben oder wenn in der Testumgebung kein Namespace vorhanden ist.

So geben Sie den replizierten Ordner "Branchensystemdaten" frei und veröffentlichen ihn in einem Namespace

  1. Klicken Sie in der Konsolenstruktur des DFS-Verwaltungs-Snap-Ins unter dem Knoten Replikation auf die Replikationsgruppe Datenverteilung.

  2. Klicken Sie im Detailfenster auf die Registerkarte Replizierte Ordner, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den replizierten Ordner Branchensystemdaten, und klicken Sie dann auf Freigeben und in Namespace veröffentlichen.

  3. Folgen Sie den Anweisungen des Assistenten zum Freigeben und Veröffentlichen von replizierten Ordnern, und geben Sie die Informationen an, die in der nachfolgenden Tabelle beschrieben sind.

 

Seite des Assistenten zum Freigeben und Veröffentlichen von replizierten Ordnern Eingabe

Veröffentlichungsmethode

Wählen Sie Replizierten Ordner in einem Namespace freigeben und veröffentlichen aus.

Replizierte Ordner freigeben

Wählen Sie alle Mitglieder aus, für die in der Spalte Aktion der Eintrag [Freigegebener Ordner ist erforderlich] angezeigt wird, und klicken Sie dann auf Bearbeiten, um den neuen freigegebenen Ordner zu erstellen und die Berechtigungen für den freigegebenen Ordner ggf. anzupassen. Wenn in der Spalte Aktion der Eintrag Freigegebenen Ordner erstellen: Branchensystemdaten oder der Eintrag für einen vorhandenen freigegebenen Ordner angezeigt werden, können Sie auf Weiter klicken.

Namespacepfad

Geben Sie im Feld Übergeordneter Ordner im Namespace den Pfad \\Server_oder_Domäne\Public\Software ein.

Einstellungen überprüfen und replizierten Ordner freigeben

Klicken Sie auf Freigeben, um die replizierten Ordner freizugeben und den replizierten Ordner Branchensystemdaten im Namespace zu veröffentlichen.

Bestätigung

Klicken Sie auf Schließen, um den Assistenten zu beenden.

Überprüfen Sie nach dem Fertigstellen des Assistenten die Konsolenstruktur und die Registerkarte Replizierte Ordner im Detailfenster. Beachten Sie in der Konsolenstruktur, dass der Ordner Branchensystemdaten zum Namespace hinzugefügt wurde. Das Ordnersymbol zeigt an, dass der Ordner repliziert wurde, wie in der folgenden Abbildung dargestellt.

Grafik

Überprüfen Sie als Nächstes den auf der Registerkarte Replizierte Ordner aufgelisteten Namespacepfad, der wie in der folgenden Abbildung dargestellt aussehen sollte.

Grafik

Wie Sie sehen können, ist der replizierte Ordner Branchensystemdaten in einem Namespace veröffentlicht, der replizierte Ordner Antivirensignaturen jedoch nicht. Geben Sie \\Server_oder_Domäne\Public\Software\LOB Data im Dialogfeld Ausführen ein, um auf den Ordner Branchensystemdaten im Namespace zuzugreifen.

noteHinweis
Wenn Sie die Veröffentlichung des replizierten Ordners Branchensystemdaten im Namespace beenden möchten, können Sie mit der rechten Maustaste auf den replizierten Ordner klicken und dann auf Von Namespace entfernen klicken.

Aufgabe 4: Erstellen einer Replikationsgruppe für Sammlungszwecke

Bei dieser Aufgabe wird vorausgesetzt, dass Sie über einen Hubserver an einem zentralen Hub oder in einem Datacenter und über einen Teilstrukturserver in einem Remotebüro verfügen. Der Teilstrukturserver enthält die Ordner Projekte und Vorschläge, die für die Zweigstelle äußerst wichtig sind. Es gibt jedoch Bedenken, dass die an der Zweigstelle vorgenommenen Sicherungen nicht richtig ausgeführt werden. Sie möchten die Ordner Projekte und Vorschläge vom Datacenter sichern, um zu gewährleisten, dass die Sicherungen erfolgreich sind.

Richten Sie zu diesem Zweck eine Replikationsgruppe für Datensammlungszwecke ein. Dieser Replikationsgruppentyp besteht aus zwei Mitgliedern und einem replizierten Ordner für jeden Ordner, den Sie vom Hubserver im Datacenter sichern möchten. Die für die replizierten Order auf dem Teilstrukturserver festgelegten Berechtigungen werden auf die replizierten Ordner auf dem Hubserver angewendet. Sie geben einen Ordner auf dem Hubserver an, unter dem Unterordner für die replizierten Ordner erstellt werden sollen. Auf diese Weise können Sie mehrere replizierte Ordner von einem einzigen Speicherort auf dem Hubserver sichern.

ImportantWichtig
Wenn Sie eine neue Replikationsgruppe erstellen, beginnt die Replikation nicht sofort. Die Topologie- und DFS-Replikationseinstellungen müssen zu allen Domänencontrollern repliziert werden, und jedes Mitglied der Replikationsgruppe muss seinen nächstgelegenen Domänencontroller abfragen, um diese Einstellungen abzurufen. Der dafür erforderliche Zeitaufwand hängt von der AD DS-Replikationswartezeit und vom langen Abfrageintervall (60 Minuten) der einzelnen Mitglieder ab.

So erstellen Sie eine Replikationsgruppe zum Replizieren der Ordner "Projekte" und "Vorschläge" von einem Teilstrukturserver zu einem Hubserver

  1. Erstellen Sie in Windows-Explorer oder über die Eingabeaufforderung auf einem Server, der als Teilstrukturserver dienen soll, einen Ordner Projekte und einen Ordner Vorschläge. Dabei sollte es sich um separate Ordner handeln (die nicht ineinander verschachtelt sind).

  2. Fügen Sie einige Dateien zu den Ordnern Projekte und Vorschläge auf dem Teilstrukturserver hinzu.

  3. Erstellen Sie in Windows-Explorer oder über die Eingabeaufforderung auf einem Server, der als Hubserver dienen soll, den Ordner Branch_Backups. Speichern Sie keine Daten in diesem Ordner.

  4. Klicken Sie in der Konsolenstruktur des DFS-Verwaltungs-Snap-Ins mit der rechten Maustaste auf den Knoten Replikation, und klicken Sie dann auf Neue Replikationsgruppe.

  5. Folgen Sie den Anweisungen des Assistenten für neue Replikationsgruppen, und geben Sie die Informationen an, die in der nachfolgenden Tabelle beschrieben sind.

 

Seite des Assistenten für neue Replikationsgruppen Eingabe

Replikationsgruppentyp

Wählen Sie Replikationsgruppe für Datensammlung aus.

Name und Domäne

Geben Sie Branch_Backups im Feld Name der Replikationsgruppe ein.

Teilstrukturserver

Geben Sie den Namen eines Servers ein, der als Teilstrukturserver dienen soll.

Replizierte Ordner

Klicken Sie auf Hinzufügen. Geben Sie im Dialogfeld Zu replizierenden Ordner hinzufügen den lokalen Pfad des in Schritt 1 erstellten Ordners Projekte ein. Wiederholen Sie diesen Schritt für den lokalen Pfad des Ordners Vorschläge.

Hubserver

Geben Sie den Namen eines Servers ein, der als Hubserver dienen soll. Dabei handelt es sich um den Server, auf dem Sie die Ordner Projekte und Vorschläge mithilfe von Sicherungssoftware sichern können.

Zielordner auf dem Hubserver

Geben Sie in Zielordner den Pfad des in Schritt 3 erstellten Ordners ein.

Replikationsgruppenzeitplan und Bandbreite

Wählen Sie Fortwährend mithilfe der angegebenen Bandbreite replizieren aus.

Einstellungen überprüfen und Replikationsgruppe erstellen

Klicken Sie auf Erstellen, um die Replikationsgruppe zu erstellen.

Bestätigung

Klicken Sie auf Schließen, um den Assistenten zu beenden.

Replikationsverzögerung

Klicken Sie auf OK, um das Dialogfeld zu schließen, mit dem Sie über die Verzögerung bei der ersten Replikation informiert werden.

Klicken Sie nach Fertigstellen des Assistenten in der Konsolenstruktur auf die Replikationsgruppe Branch_Backups, und zeigen Sie dann die Registerkarte Mitgliedschaften im Detailfenster an. Wie Sie in der folgenden Abbildung sehen können, wurden zwei replizierte Ordner erstellt, Projekte und Vorschläge.

Grafik

Beachten Sie in der vorherigen Abbildung, dass sich der Pfad der replizierten Ordner Projekte und Vorschläge auf dem Server BO-08 (dem Hubserver) jeweils im Ordner C:\Branch_Backups befindet. Auf diese Weise können Sie die beiden replizierten Ordner von einem einzigen Speicherort auf dem Hubserver sichern.

Aufgabe 5: Erstellen eines Diagnoseberichts

In dieser Aufgabe erstellen Sie einen Diagnosebericht, um den Status einer Replikation zu überprüfen. Der in dieser Aufgabe erstellte Diagnosebericht ist vom Typ Statusbericht. Beim Statusbericht handelt es sich um eine HTML-Datei, die den Status der Replikation und die Replikationseffizienz anzeigt. Dieser Bericht enthält Fehler- und Warnereignisse, Replikationsstatistiken, noch nicht verarbeitete Dateien und andere Informationen für die einzelnen Mitglieder der Replikationsgruppe.

So erstellen Sie einen Diagnosebericht

  1. Klicken Sie in der Konsolenstruktur des DFS-Verwaltungs-Snap-Ins unter dem Knoten Replikation mit der rechten Maustaste auf die Replikationsgruppe Branch_Backups, und klicken Sie dann auf Diagnosebericht erstellen.

  2. Folgen Sie den Anweisungen des Diagnoseberichts-Assistenten, und geben Sie die Informationen an, die in der nachfolgenden Tabelle beschrieben sind.

 

Seite des Diagnoseberichts-Assistenten Eingabe

Typ des Diagnoseberichts oder Tests

Akzeptieren Sie die Standardeinstellungen.

Pfad und Name

Akzeptieren Sie die Standardeinstellungen.

Mitglieder einbeziehen

Akzeptieren Sie die Standardeinstellungen.

Optionen

Stellen Sie sicher, dass Ja, noch nicht verarbeitete Dateien in diesem Bericht zählen aktiviert ist. Wählen Sie unter Referenzmitglied den Server mit den aktuellsten Dateien aus, und aktivieren Sie auch das Kontrollkästchen Replizierte Dateien und deren Größe auf jedem Mitglied zählen.

Einstellungen überprüfen und Bericht erstellen

Klicken Sie auf Erstellen, um den Diagnosebericht zu erstellen.

Bestätigung

Der Assistent wird automatisch geschlossen, und der Diagnosebericht wird angezeigt.

Überprüfen Sie den Statusbericht, der für die Replikationsgruppe Branch_Backups erstellt wurde. Überprüfen Sie insbesondere die folgenden Abschnitte:

  • Achten Sie auf die Bandbreiteneinsparungen der DFS-Replikation. Diese Einsparungen ändern sich mit dem Hinzufügen und Ändern von Dateien.

  • Überprüfen Sie ggf. Fehler oder Warnungen für die Mitglieder. Dabei handelt es sich in der Regel um Ereignisprotokollfehler, die im Ereignisprotokoll der DFS-Replikation des jeweiligen Mitglieds angezeigt werden.

  • Überprüfen Sie im Informationsabschnitt für die einzelnen Mitglieder den Status des replizierten Ordners (der Status lautet nach Ausführen der ersten Replikation "Normal") und andere Informationen. Die Statistik des primären Mitglieds ist anders als die des nicht primären Mitglieds. Dies liegt daran, dass die Daten vom primären Mitglied stammen und bei der ersten Replikation zum nicht primären Mitglied repliziert werden.

Standardmäßig erstellt der Diagnoseberichts-Assistent einen Statusbericht. Beachten Sie, dass Sie für den Assistenten auch festlegen können, dass die folgenden Vorgänge ausgeführt werden:

  • Ausführen eines Propagierungstests.

  • Erstellen eines Propagierungsberichts.

Ein Propagierungstest misst den Replikationsfortschritt, indem eine Testdatei in einem replizierten Ordner erstellt wird. Ein Propagierungsbericht enthält Informationen über den Replikationsfortschritt für die bei einem Propagierungstest erstellte Testdatei.

Siehe auch

Fanden Sie dies hilfreich?
(1500 verbleibende Zeichen)
Vielen Dank für Ihr Feedback.

Community-Beiträge

HINZUFÜGEN
Anzeigen:
© 2014 Microsoft