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Richtlinienergebnissatz (Übersicht für die Gruppenrichtlinienkonsole)

Letzte Aktualisierung: Januar 2005

Betrifft: Windows Server 2003, Windows Server 2003 R2, Windows Server 2003 with SP1, Windows Server 2003 with SP2

Richtlinienergebnissatz

Richtlinienergebnissatz (Resultant Set of Policy, RSoP) ist eine Funktion von Gruppenrichtlinie, die die Implementierung, Problembehandlung und Planung von Gruppenrichtlinien erleichtert. Wenn mehrere Gruppenrichtlinienobjekte (Group Policy Objects, GPOs) für einen bestimmten Benutzer oder Computer gelten, können sie Richtlinieneinstellungen enthalten, die im Konflikt zueinander stehen. Für die meisten Richtlinieneinstellungen wird der endgültige Wert der Richtlinieneinstellung nur durch das höchste vorangegangene Richtlinienobjekt festgelegt, das diese Einstellung enthält. Richtlinienergebnissatz erleichtert das Verstehen und Identifizieren des angewendeten endgültigen Richtliniensatzes sowie der aufgrund von Richtlinienvererbung nicht angewendeten Einstellungen.

Richtlinienergebnissatz hilft beim Ermitteln folgender Aspekte:

  • Der endgültige Wert der Einstellung, der als Ergebnis aller Gruppenrichtlinienobjekte angewendet wird.

  • Das endgültige Gruppenrichtlinienobjekt, das den Wert dieser Einstellung festgelegt hat (wird auch als das Gewinner-Gruppenrichtlinienobjekt bezeichnet).

  • Rangfolgendetails, in denen alle anderen Gruppenrichtlinienobjekte angezeigt werden, die diese Einstellung festzulegen versucht haben, sowie der Wert, den das jeweilige Gruppenrichtlinienobjekt für diese Richtlinieneinstellung festzulegen versucht hat.

Beispiel für die Rangfolge

Nehmen wir an, dass die drei Gruppenrichtlinienobjekte GPO-A, GPO-B und GPO-C vorhanden sind und alle für denselben Benutzer gelten. GPO-A hat Vorrang vor GPO-B, welches Vorrang vor GPO-C hat. Jedes GPO wurde so konfiguriert, dass ein Desktophintergrund festgelegt wird. GPO-A legt den Wert auf "Wüstenmond" fest. GPO-B legt ihn auf "Grüne Idylle" fest. GPO-C legt ihn auf "Windows XP" fest. Die Richtlinienergebnissatzdaten in diesem Beispiel zeigen, dass beim Anwenden dieser drei Gruppenrichtlinienobjekte auf einen Benutzer folgende Ergebnisse eintreten:

  • Der Hintergrund wird auf "Wüstenmond" festgelegt.

  • Dieser Hintergrundwert wurde von GPO-A festgelegt, da dieses die höchste Rangfolge hatte.

  • GPO-B versuchte, den Hintergrund auf "Grüne Idylle" festzulegen, und GPO-C versuchte, ihn auf "Windows XP" festzulegen. GPO-A hatte Vorrang vor GPO-B, das Vorrang vor GPO-C hatte.

Richtlinienergebnissatz in der Gruppenrichtlinienkonsole

Die Gruppenrichtlinienkonsole (Group Policy Management Console, GPMC) legt zwei verschiedene von Windows bereitgestellte Richtlinienergebnissatzfunktionen offen:

Gruppenrichtlinienergebnisse

Hierbei handelt es sich um die tatsächlichen Richtliniendaten, die auf einen bestimmten Computer und Benutzer angewendet werden. Sie werden bezogen durch Abfragen des Zielcomputers und Abrufen der Richtlinienergebnissatzdaten, die auf diesen Computer angewendet wurden. Die Gruppenrichtlinienergebnis-Funktion wird vom Clientbetriebssystem bereitgestellt und erfordert Windows XP, Windows Server 2003 oder höher. Außerhalb der Gruppenrichtlinienkonsole wird Gruppenrichtlinienergebnisse als Richtlinienergebnissatz-Protokollierungsmodus bezeichnet.

Gruppenrichtlinienmodellierung

Hier wird simuliert, was unter bestimmten von einem Administrator angegebenen Umständen geschehen würde. Die Gruppenrichtlinienmodellierung setzt voraus, dass mindestens ein Domänencontroller unter Windows Server 2003 ausgeführt wird, da diese Simulation von einem Dienst auf einem Domänencontroller unter Windows Server 2003 durchgeführt wird. Mit der Gruppenrichtlinienmodellierung können Sie entweder die RSOP-Daten simulieren, die bei einer vorhandenen Konfiguration angewendet würden, oder Sie können "what-if"-Analysen durchführen, indem Sie hypothetische Änderungen an der Verzeichnisumgebung simulieren und dann den Richtlinienergebnissatz für diese hypothetische Konfiguration berechnen. Sie können z. B. Änderungen an der Sicherheitsgruppenmitgliedschaft oder Änderungen am Pfad des Benutzer- oder Computerobjekts in Active Directory simulieren. Außerhalb der Gruppenrichtlinienkonsole wird Gruppenrichtlinienmodellierung als Richtlinienergebnissatz-Planungsmodus bezeichnet.

In der Gruppenrichtlinienkonsole werden Richtlinienergebnissatzdaten mithilfe von Assistenten für Gruppenrichtlinienmodellierung oder Gruppenrichtlinienergebnisse bezogen. Die Gruppenrichtlinienkonsole stellt einen HTML-Bericht der Richtlinienergebnissatzdaten bereit. Dieser Bericht zeigt den endgültigen Wert der Gewinnereinstellungen und das Gewinner-Gruppenrichtlinienobjekt, das den Wert festgelegt hat. Wenn Sie einen Bericht zu Gruppenrichtlinienmodellierung oder Gruppenrichtlinienergebnisse erstellen, wird der Bericht in der Gruppenrichtlinienkonsole unter dem entsprechenden Knoten angezeigt. Wenn Sie mit der rechten Maustaste auf diesen Bericht klicken und Erweiterte Ansicht auswählen, wird das Richtlinienergebnissatz-Snap-In geöffnet. Es stellt zusätzliche Informationen bereit, mit deren Hilfe Sie die Rangfolge für eine Richtlinieneinstellung überprüfen können. Auf der Registerkarte Vorrang, die über das Dialogfeld für eine Richtlinieneinstellung zur Verfügung steht, werden alle Gruppenrichtlinienobjekte, die eine bestimmte Einstellung festzulegen versucht haben, mit ihrem jeweiligen Wert angezeigt.

Richtlinienergebnissatz und WMI

Richtlinienergebnissatz verwendet die Windows-Verwaltungsinstrumentation (Windows Management Instrumentation, WMI) für das Speichern und Verarbeiten von Informationen zu den geltenden Richtlinieneinstellungen. Wenn Gruppenrichtlinien auf einem Computer unter Windows XP oder Windows Server 2003 verarbeitet werden, werden die relevanten Daten im lokalen WMI-Repository gespeichert.

Im Protokollierungsmodus fragt die Gruppenrichtlinienergebnis-Funktion das WMI-Repository auf dem Zielcomputer ab, bezieht Informationen zu den Richtlinieneinstellungen und zeigt sie in der HTML-Darstellung oder im MMC-Snap-In für Richtlinienergebnissatz an.

Im Planungsmodus ruft die Gruppenrichtlinienmodellierungs-Funktion den Richtlinienergebnissatz-Providerdienst auf einem Domänencontroller auf. Administratoren geben mithilfe des Assistenten für die Gruppenrichtlinienmodellierung Informationen zur simulierten Richtlinienumgebung an, z. B. den Zielbenutzer und -computer, die Mitgliedschaft in Sicherheitsgruppen usw. Dann simuliert der Richtlinienergebnissatz-Providerdienst den Richtlinienergebnissatz für diese Konfiguration. Die Ergebnisse dieser Simulation werden in einer lokalen WMI-Datenbank auf dem Domänencontroller gespeichert, bevor die Informationen zurück an die Gruppenrichtlinienkonsole übertragen werden. Dort können sie vom Administrator problemlos angezeigt werden.

Siehe auch

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