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Verteiltes Dateisystem

Veröffentlicht: September 2007

Letzte Aktualisierung: Juli 2009

Betrifft: Windows Server 2008

Mit DFS-Namespaces (Distributed File System, verteiltes Dateisystem) und der DFS-Replikation wird vereinfachter, hoch verfügbarer Zugriff auf Dateien, Lastenausgleich und WAN-freundliche Replikation ermöglicht. Im Betriebssystem Windows Server® 2003 R2 hat Microsoft DFS-Namespaces (früher als DFS bekannt) überarbeitet und umbenannt, das DFS-Snap-In durch das DFS-Verwaltungs-Snap-In ersetzt und das neue Feature DFS-Replikation eingeführt. Im Betriebssystem Windows Server® 2008 wurden der Windows Server 2008-Modus für domänenbasierte Namespaces sowie eine Reihe von Verbesserungen hinsichtlich der Benutzerfreundlichkeit und Leistung hinzugefügt.

Wozu dient das verteilte Dateisystem (DFS)?

Mit den DFS-Technologien werden WAN-freundliche (Wide Area Network) Replikation sowie vereinfachter, hoch verfügbarer Zugriff auf geografisch verteilte Dateien ermöglicht. DFS enthält diese zwei Technologien:

  • DFS-Namespaces. Mithilfe von DFS-Namespaces können Sie freigegebene Ordner, die sich auf verschiedenen Servern befinden, in einen oder mehrere logisch strukturierte Namespaces gruppieren. Jeder Namespace wird Benutzern als einzelner freigegebener Ordner mit einer Reihe von Unterordnern angezeigt. Mit dieser Struktur wird die Verfügbarkeit erhöht, und für Benutzer werden automatisch Verbindungen mit freigegebenen Ordnern auf derselben Active Directory-Domänendienste-Website hergestellt, sofern sie verfügbar ist. Die Benutzer werden also nicht über WAN-Verbindungen geroutet.

  • DFS-Replikation Bei der DFS-Replikation handelt es sich um ein effizientes Replikationsmodul mit mehreren Mastern, mit dem Ordner zwischen Servern über Netzwerkverbindungen mit begrenzter Bandbreite fortlaufend synchronisiert werden können. Damit wird der Dateireplikationsdienst (File Replication Service, FRS) als Replikationsmodul für DFS-Namespaces ersetzt sowie für die Replikation des AD DS-Ordners SYSVOL in Domänen, für die die Windows Server 2008-Domänenfunktionsebene verwendet wird.

Für wen ist dieses Feature von Interesse?

Dieses Feature ist von Interesse für Administratoren großer Netzwerke, die durch Erstellen eines Namespaces die Verfügbarkeit freigegebener Ordner organisieren und erhöhen möchten, sowie Administratoren, die mithilfe der DFS-Replikation Ordner zwischen Servern auf effiziente Weise fortlaufend synchronisieren möchten.

Welche neue Funktionalität wird mit diesem Feature bereitgestellt?

DFS wird in Windows Server 2008 als Rollendienst der Dateidiensterolle implementiert. Der DFS-Rollendienst besteht aus zwei untergeordneten Rollendiensten:

  • DFS-Namespaces

  • DFS-Replikation

Zum Verwalten von DFS-Namespaces und DFS-Replikation auf einem Computer unter Windows Server 2008 können Sie das DFS-Verwaltungs-Snap-In verwenden, das vom Server-Manager gehostet wird, oder Sie können das DFS-Verwaltungs-Snap-In aus dem Ordner Verwaltung verwenden.

In den folgenden Abschnitten werden die einzelnen Änderungen bei DFS-Namespaces und bei der DFS-Replikation für Windows Server 2008 beschrieben.

Welche neue Funktionalität wird durch DFS-Namespaces bereitgestellt?

DFS-Namespaces in Windows Server 2008 enthalten die folgenden Änderungen.

Zugriffsbasierte Aufzählung

Bei der zugriffsbasierten Aufzählung können Benutzer nur die Dateien und Ordner auf einem Dateiserver sehen, für die sie eine Zugriffsberechtigung haben. Dieses Feature ist standardmäßig für Namespaces nicht aktiviert (für neu erstellte freigegebene Ordner in Windows Server 2008 wird es jedoch standardmäßig aktiviert). In einem DFS-Namespace wird es nur unterstützt, wenn es sich um einen eigenständigen Namespace handelt, der auf einem Computer unter Windows Server 2008 gehostet wird, oder um einen domänenbasierten Namespace, in dem der Windows Server 2008-Modus verwendet wird.

Zum Aktivieren der zugriffsbasierten Aufzählung in einem Namespace öffnen Sie eine Eingabeaufforderung, und geben Sie den folgenden Befehl ein:

dfsutil property abde enable \\ <namespace_root>

Nachdem Sie die zugriffsbasierte Aufzählung aktiviert haben, legen Sie für jeden DFS-Ordner die geeignete Sicherheit fest. Ändern Sie dazu die die Zugriffssteuerungslisten (Access Control Lists, ACLs) mit dem folgenden Befehl:

dfsutil property ACL grant \\<namespace_root>\<Ordner> <Benutzername>:<Berechtigung>

Clusterunterstützung

DFS-Namespaces unter Windows Server 2008 unterstützen das Erstellen von eigenständigen Namespaces auf einem Failovercluster innerhalb des DFS-Verwaltungs-Snap-Ins. Geben Sie dazu auf der Seite Namespaceserver des Assistenten für neue Namespaces einen Failovercluster an.

noteHinweis
Der DFS-Replikationsdienst ist nicht für die Koordination mit Clusterkomponenten vorgesehen, und es wird kein Failover für den Dienst zu einem anderen Knoten ausgeführt.

Verbesserte Befehlszeilentools

DFS-Namespaces in Windows Server 2008 enthalten eine aktualisierte Version des Befehls Dfsutil sowie den neuen Befehl Dfsdiag, mit dem Sie Namespaceprobleme diagnostizieren können.

Suchen nach Ordnern oder Ordnerzielen in einem Namespace

Die DFS-Verwaltung in Windows Server 2008 enthält die Möglichkeit zum Suchen nach Ordnern oder Ordnerzielen in einem Namespace. Zum Verwenden dieses Features wählen Sie einen Namespace aus, klicken Sie auf die Registerkarte Suchen, geben Sie die Suchzeichenfolge in das Textfeld ein, und klicken Sie dann auf Suchen.

Domänenbasierte Namespaces im Windows Server 2008-Modus

In Windows Server 2008 können domänenbasierte Namespaces im Windows Server 2008-Modus erstellt werden. Dadurch wird die Unterstützung für zugriffsbasierte Aufzählung und optimierte Skalierbarkeit aktiviert. Der unter Windows® 2000 Server eingeführte domänenbasierte Namespace wird jetzt als "domänenbasierter Namespace (Windows 2000 Server-Modus)" bezeichnet.

Für die Verwendung des Windows Server 2008-Modus müssen die Domäne und der domänenbasierte Namespace die folgenden Mindestanforderungen erfüllen:

  • Für die Domäne wird die Windows Server 2008-Domänenfunktionsebene verwendet.

  • Auf allen Namespaceservern wird Windows Server 2008 ausgeführt.

Wählen Sie den Windows Server 2008-Modus aus, wenn Sie neue domänenbasierte Namespaces erstellen, sofern dieser Modus in Ihrer Umgebung unterstützt wird. Mit diesem Modus werden zusätzliche Features und Skalierbarkeit bereitgestellt, und zudem ist es nicht mehr erforderlich, einen Namespace aus dem Windows 2000 Server-Modus zu migrieren.

Welche neue Funktionalität wird durch die DFS-Replikation bereitgestellt?

Die DFS-Replikation in Windows Server 2008 enthält die folgenden Änderungen.

Aktualitätsvorrang

Die DFS-Replikation in Windows Server 2008 verfügt über das neue Feature Aktualitätsvorrang. Mit diesem wird verhindert, dass ein Server, der lange Zeit offline war und wieder online geschaltet wird, aktuelle Daten mit veralteten (nicht mehr aktuellen) Daten überschreibt.

Verbesserungen bei der Behandlung von unerwartetem Herunterfahren

In Windows Server 2008 ermöglicht die DFS-Replikation jetzt die schnellere Wiederherstellung nach unerwartetem Herunterfahren. Unerwartetes Herunterfahren kann aus den folgenden Gründen auftreten:

  • Unerwartetes Herunterfahren der DFS-Replikation: Dieses Problem kann auftreten, wenn der DFS-Replikationsprozess abstürzt, beendet wird oder aufgrund nicht ausreichender Ressourcen angehalten wird.

  • Unerwartetes Herunterfahren des Computers: Dieses Problem kann auftreten, wenn der Computer abstürzt oder der Strom ausfällt, während die DFS-Replikation ausgeführt wird.

  • Unerwartetes Herunterfahren des Volumes: Dieses Problem kann auftreten, wenn für das Volume, auf dem ein DFS-Replikationsinhalt gehostet wird, der Strom ausfällt, das Volume getrennt wird oder das Aufheben der Bereitstellung des Volumes erzwungen wird.

Unerwartetes Herunterfahren des Computers und des Volumes kann dazu führen, dass noch nicht auf den Datenträger kopierte Änderungen im NTFS-Dateisystem verloren gehen. Dadurch kann die DFS-Replikationsdatenbank mit dem Dateisystemstatus auf dem Datenträger inkonsistent werden.

Unter Windows Server 2003 R2 kann durch unerwartetes Herunterfahren eine vollständige Neuerstellung der Datenbank durch die DFS-Replikation erzwungen werden. Dies kann sehr Zeit raubend sein. Da bei der DFS-Replikation in Windows Server 2008 normalerweise keine Neuerstellung der Datenbank nach unerwartetem Herunterfahren notwendig ist, erfolgt die Wiederherstellung erheblich schneller.

noteHinweis
Diese Verbesserungen stehen nur zur Verfügung, wenn auf allen Mitgliedern der Replikationsgruppe Windows Server 2008 ausgeführt wird.

Leistungsverbessungen bei der DFS-Replikation

Die DFS-Replikation in Windows Server 2008 enthält die folgenden Leistungsverbessungen:

  • Schnellere Replikation für kleine und große Dateien

  • Schnelleres Abschließen der ersten Synchronisierung

  • Bessere Nutzung der Netzwerkbandbreite in LANs und Netzwerken mit häufiger Latenz, wie beispielsweise WANs

Die folgende Tabelle enthält zusätzliche Details zu den Leistungsverbesserungen der DFS-Replikation.

 

Windows Server 2003 R2 Windows Server 2008

Mehrere RPC-Aufrufe

Asynchrone RPC-Pipes (beim Replizieren mit anderen Servern unter Windows Server 2008)

Synchrone Eingaben/Ausgaben (E/As)

Asynchrone E/As

Gepufferte E/As

Ungepufferte E/As

E/As mit normaler Priorität

E/As mit niedriger Priorität (reduzierte Systemlast als Replikationsergebnis)

4 gleichzeitige Dateidownloads

16 gleichzeitige Dateidownloads

Propagierungsbericht

Die DFS-Verwaltung in Windows Server 2008 enthält einen neuen Diagnosebericht, den Propagierungsbericht. In diesem Bericht wird der Replikationsfortschritt für die bei einem Propagierungstest erstellte Testdatei angezeigt.

Jetzt replizieren

In der DFS-Verwaltung kann jetzt das sofortige Auftreten der Replikation erzwungen werden. Der Replikationszeitplan wird dabei vorübergehend ignoriert.

So erzwingen Sie die Replikation umgehend

  1. Wählen Sie in der Konsolenstruktur unter dem Knoten Replikation die entsprechende Replikationsgruppe aus.

  2. Klicken Sie auf die Registerkarte Verbindungen.

  3. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Mitglied, das Sie für die Replikation verwenden möchten, und klicken Sie dann auf Jetzt replizieren.

Unterstützung für schreibgeschützte Domänencontroller

In Windows Server 2008 werden von der DFS-Replikation schreibgeschützte Domänencontroller (Read-Only Domain Controllers, RODCs) unterstützt. Weitere Informationen zu RODCs finden Sie unter http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=96517 (möglicherweise in englischer Sprache).

Auf einem RODC werden alle auf dem Domänencontroller vorgenommenen Änderungen durch die DFS-Replikation zurückgesetzt.

noteHinweis
Bei der DFS-Replikation werden mit Ausnahme des Ordners SYSVOL auf Domänencontrollern schreibgeschützte Replikationsgruppen nicht unterstützt, und es werden nur RODCs in Blattknoten unterstützt.

SYSVOL-Replikation mithilfe der DFS-Replikation

Bei der DFS-Replikation wird der Dateireplikationsdienst (File Replication Service, FRS) als Replikationsmodul für DFS-Namespaces ersetzt sowie für die Replikation des AD DS-Ordners SYSVOL in Domänen, für die die Windows Server 2008-Domänenfunktionsebene verwendet wird.

Zur Erleichterung der Migration vorhandener SYSVOL-Ordner zur DFS-Replikation enthält Windows Server 2008 ein Tool, das beim Migrieren der Replikation vorhandener SYSVOL-Ordner von FRS zur DFS-Replikation hilft. Dieses Tool ermöglicht Folgendes:

  • Es ermöglicht Administratoren das Initiieren der Migration von SYSVOL-Ordnern zum DFS-Replikationsdienst durch Angeben aller erforderlichen Optionen und verfügt über intelligente vordefinierte Standardeinstellungen.

  • Es enthält Mechanismen, mit denen Administratoren potenzielle Probleme behandeln können, die während der Migration auftreten können.

  • Es enthält Überwachungsfunktionen, mit denen Administratoren den Fortschritt des Migrationsprozesses überwachen können.

Die Ergebnisse der Verwendung des Tools Dcpromo auf einem Computer unter Windows Server 2008 hängen von der Domänenfunktionsebene ab:

  • Wenn die Domänenfunktionsebene Windows Server 2008 entspricht, wird auf dem Server für die Replikation von SYSVOL die DFS-Replikation verwendet.

  • Wenn die Domänenfunktionsebene Windows Server 2003 entspricht, wird SYSVOL auf dem Server mithilfe von FRS repliziert.

Weitere Informationen zum Replizieren von SYSVOL mit der DFS-Replikation finden Sie unter http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=93057 (möglicherweise in englischer Sprache).

noteHinweis
Wenn Sie einen DFS-Namespace verwalten möchten, der FRS zum Replizieren von Inhalten verwendet, öffnen Sie das DFS-Snap-In auf einem Computer unter Windows Server 2003 oder Windows 2000 Server. Als einzige FRS-Verwaltungsvorgänge der DFS-Verwaltung in Windows Server 2008 können Replikatsätze angezeigt und gelöscht werden.

Weitere Verweise

Weitere Informationen zu anderen Features in Dateidienste finden Sie im Thema Dateidiensterolle.

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