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Was ist ein DFÜ-Netzwerk?

Betrifft: Windows Server 2008

Was ist der DFÜ-Remotezugriff?

Beim DFÜ-Remotezugriff handelt es sich um eine Remotezugriffstechnologie, die unter Windows Server® 2008 als Teil von Routing und RAS bereitgestellt wird.

Unternehmen benötigen eine einfache Lösung, die es ihren Mitarbeitern ermöglicht, außerhalb des Büros – von zuhause oder von anderen Standorten außerhalb des Firmennetzwerks aus – auf ihre Firmen-E-Mail-Konten und freigegebenen Dateien zuzugreifen. Der DFÜ-Remotezugriff stellt solch eine Lösung bereit, indem er einem RAS-Client das Herstellen einer Verbindung mit einem RAS-Server über die WAN-Infrastruktur (Wide Area Network) ermöglicht.

DFÜ- oder VPN-Remotezugriff

Unter Windows Server 2008 stehen für den Remotezugriff zwei verschiedene Typen von RAS-Konnektivität zur Verfügung: der DFÜ-Remotezugriff und der VPN-Remotezugriff.

  • Beim DFÜ-Remotezugriff verwendet ein RAS-Client die Telekommunikationsinfrastruktur, um eine temporäre physische Verbindung oder eine virtuelle Verbindung mit einem Port auf einem RAS-Server herzustellen. Nach dem Aufbau der physischen oder virtuellen Verbindung können die restlichen Verbindungsparameter ausgehandelt werden.

  • Beim VPN-Remotezugriff (virtuelles privates Netzwerk) verwendet ein VPN-Client ein IP-Netzwerk, z. B. das Internet, um eine virtuelle Punkt-zu-Punkt-Verbindung mit einem als VPN-Server fungierenden RAS-Server herzustellen. Nach dem Aufbau der virtuellen Punkt-zu-Punkt-Verbindung können die restlichen Verbindungsparameter ausgehandelt werden.

Routing für Wählen bei Bedarf

Routing für Wählen bei Bedarf ist keine Technologie, sondern ein Prozess, bei dem Pakete über eine PPP-Verbindung (Point-to-Point-Protokoll) weitergeleitet werden. Routing für Wählen bei Bedarf wird von RAS-Technologien (DFÜ-Remotezugriff und VPN) sowie von Routingtechnologien (Unicastrouting, Multicastrouting und Netzwerkadressübersetzung) verwendet. Weitere Informationen zum Routing für Wählen bei Bedarf finden Sie unter Was ist bei Bedarf wählendes Routing?

Komponenten einer DFÜ-RAS-Verbindung

Eine DFÜ-RAS-Verbindung umfasst die folgenden Komponenten:

  • RAS-Client

  • RAS-Server

  • WAN-Infrastruktur

Komponenten einer DFÜ-RAS-Verbindung

Komponenten einer DFÜ-RAS-Verbindung

RAS-Client

RAS-Clients unter Windows Server 2008, Windows Server 2003, Windows XP, Windows 2000, Windows NT 4.0, Windows Millennium Edition und Windows 98 können eine Verbindung mit einem RAS-Server unter Windows Server 2008 herstellen. Fast jeder PPP-RAS-Client, einschließlich UNIX und Macintosh, kann eine Verbindung mit einem RAS-Server unter Windows Server 2008 herstellen.

RAS-Server

Der RAS-Server unter Windows Server 2008 akzeptiert DFÜ-Verbindungen und leitet Pakete zwischen RAS-Clients und dem Netzwerk weiter, mit dem der RAS-Server verbunden ist.

DFÜ-Geräte und die WAN-Infrastruktur

Die physische oder logische Verbindung zwischen dem RAS-Server und dem RAS-Client wird durch DFÜ-Geräte ermöglicht, die auf dem RAS-Client, auf dem RAS-Server und in der WAN-Infrastruktur installiert sind. Die Art der DFÜ-Geräte und der WAN-Infrastruktur variiert je nach Verbindungstyp. Die folgenden Methoden werden am häufigsten für den DFÜ-Remotezugriff verwendet:

  • Public Switched Telephone Network (PSTN)

  • Integrated Services Digital Network (ISDN)

PSTN

PSTN, das auch als Plain Old Telephone Service (POTS) bezeichnet wird, ist das analoge Telefonsystem. Es wurde für die Übertragung der Frequenzen entwickelt, die zur Unterscheidung von menschlichen Stimmen mindestens erforderlich sind.

Als DFÜ-Geräte werden ein analoges Modem für den RAS-Client und mindestens ein analoges Modem für den RAS-Server benötigt. In großen Unternehmen ist der RAS-Server mit einer Modembank verbunden, die hunderte Modems umfasst. Da PSTN nicht für die Datenübertragung entwickelt wurde, ist die Übertragungsbitrate im Vergleich zu anderen Verbindungsmethoden eingeschränkt.

Standard-PSTN-Verbindung

Standard-PSTN-Verbindung
Digitale Verbindungen und V.90

Die maximale Bitrate von PSTN ist vom Bereich der Frequenzen, die von den PSTN-Schaltern weitergegeben werden, und vom Signal-Rauschabstand der Verbindung abhängig. Beim modernen analogen Telefonsystem ist nur das Zugangsnetz analog. Dies sind die Leitungen, die den Kunden mit dem PSTN-Schalter der Zentralvermittlungsstelle verbinden. Nachdem das analoge Signal den PSTN-Schalter erreicht hat, wird es in ein digitales Signal umgewandelt. Bei der Umwandlung von analog zu digital entsteht ein Rauschen in der Leitung, das so genannte Quantisierungsrauschen.

Ist ein RAS-Server über einen T-Carrier- oder ISDN-Digitalschalter anstatt über einen analogen PSTN-Schalter mit einer Zentralvermittlungsstelle verbunden, erfolgt keine Umwandlung von analog zu digital, wenn der RAS-Server Informationen an den RAS-Client sendet. Da der Pfad zurück zum RAS-Client kein Quantisierungsrauschen aufweist, ist der Signal-Rauschabstand größer. Dadurch ist auch die maximale Bitrate höher.

Mithilfe dieser Technologie, die als V.90 bezeichnet wird, können RAS-Clients Daten mit 33,6 KBit/s senden und mit 56 KBit/s empfangen. In den USA beträgt die maximale Bitrate für den Empfang aufgrund der FCC-Bestimmungen (Federal Communications Commission) 53 KBit/s.

Damit die Bitraten von V.90 erreicht werden, müssen die folgenden Bedingungen erfüllt sein:

  • Für den RAS-Client muss ein V.90-Modem verwendet werden.

  • Für den RAS-Server muss einen V.90-Digitalschalter verwendet werden, und er muss über eine digitale Verbindung mit dem PSTN verbunden sein (z. B. T-Carrier oder ISDN).

  • Im Pfad vom RAS-Server zum RAS-Client darf keine Umwandlung von analog zu digital erfolgen.

PSTN-Verbindung mit V.90

PSTN-Verbindung mit V.90
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