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Verwenden des Application Compatibility Toolkit (ACT)

Veröffentlicht: August 2010

Letzte Aktualisierung: August 2010

Betrifft: Windows 7, Windows Vista

Mit dem Anwendungskompatibilitäts-Toolkit 5.5 (Application Compatibility Toolkit, ACT) können Softwareentwickler, unabhängige Softwarehersteller (Independent Software Vendors, ISVs) und IT-Spezialisten in Unternehmensumgebungen vor dem Rollout von Updates in der Organisation ermitteln, ob die vorhandenen Anwendungen mit einer neuen Version des Betriebssystems Windows® kompatibel sind. Außerdem kann mit ACT ermittelt werden, wie sich ein Update auf die neue Version auf vorhandene Anwendungen auswirken wird.

Die ACT-Features eröffnen folgende Möglichkeiten:

  • Sie können Anwendungen, Geräte und Computer auf Kompatibilität mit einer neuen Version des Betriebssystems Windows überprüfen und das Risiko bei der Installation bewerten.

  • Sie können die Kompatibilität eines Windows-Updates überprüfen und das Risiko bei der Installation bewerten.

  • In der ACT-Community können Sie sich mit anderen ACT-Benutzern über die Anwendungsbewertung und andere Themen austauschen.

  • Testen Sie Ihre Anwendungen mithilfe des Standardbenutzeranalyse-Tools (Standard User Analyzer, SUA) auf Probleme mit der Benutzerkontensteuerung (User Account Control, UAC).

  • Mit dem Internet Explorer-Kompatibilitätstest-Tool (Internet Explorer® Compatibility Test Tool, IECTT) können Sie Ihre Webanwendungen und Websites auf Kompatibilität mit neuen Versionen und Sicherheitsupdates für Internet Explorer® überprüfen.

Gängige Kompatibilitätsprobleme

Innovationen im Windows-Betriebssystem können gelegentlich Kompatibilitätsprobleme verursachen. Solche Probleme treten meistens im Zusammenhang mit den folgenden Technologien auf:

  • Benutzerkontensteuerung (User Account Control, UAC): Die Benutzerkontensteuerung schränkt den Administratorzugriff auf den Computer ein, sodass die meisten Benutzer nur über die Standardbenutzerrechte verfügen, was die Sicherheit von Windows verbessert. Außerdem begrenzt sie den Kontext, in dem ein Prozess ausgeführt wird, und senkt das Risiko eines Befalls des Computers mit Viren und anderer Malware. Diese Änderung wirkt sich auf alle Anwendungs-Installer und -updates aus, für die Administratorrechte erforderlich sind, die unnötige Administratorprüfungen oder -aktionen ausführen bzw. versuchen, in einen nicht virtualisierten Registrierungspfad zu schreiben.

  • Windows-Ressourcenschutz (Windows Resource Protection, WRP): Mit dem Windows-Ressourcenschutz können Anwendungen auch dann ordnungsgemäß ausgeführt werden, wenn sie versuchen, in geschützte Systemdateien oder Registrierungspfade zu schreiben. Der Windows-Ressourcenschutz erstellt einen temporären Arbeitsbereich und leitet Schreibvorgänge für die Anwendungssitzung um. Diese Änderung wirkt sich auf alle Anwendungsinstallationen aus, die versuchen, geschützte Betriebssystemdateien oder Registrierungsschlüssel zu ersetzen, zu ändern oder zu löschen. Versuche, einen solchen Vorgang auszuführen, schlagen üblicherweise mit dem Fehler "Zugriff verweigert" fehl.

  • Geschützter Modus für Internet Explorer: Dieser Modus schützt vor Angriffen durch Rechteerweiterung, denn er schränkt die Möglichkeit ein, in Ressourcen der Zone Lokaler Computer zu schreiben, mit Ausnahme der temporären Internetdateien. Diese Änderung wirkt sich auf alle Websites und Webanwendungen aus, die versuchen, Benutzerdateien bzw. Registrierungsschlüssel zu ändern oder ein neues Fenster in einer anderen Domäne zu öffnen.

  • Veraltete Objekte, GINA und Sitzung 0: Durch die neueste Version des Windows-Betriebssystems kommt es jetzt zu Problemen mit veralteten APIs oder DLLs aus Windows XP und Windows Vista®, dem neuen Anmeldeinformationsanbieter-Framework und der Dienstisolierung.

    • Veraltete Objekte: Im neuen Windows-Betriebssystem sind viele Objekte aus früheren Betriebssystemversionen veraltet. Dies gilt für DLL-Dateien, ausführbare Dateien (EXE-Dateien), COM-Objekte, Registrierungsschlüssel, Anwendungsprogrammierschnittstellen (APIs) und verschiedene andere Dateien. Diese Änderung wirkt sich auf alle Anwendungen aus, in denen veraltete APIs oder DLLs verwendet werden, sodass bestimmte Funktionen in den Anwendungen nicht mehr zur Verfügung stehen oder die Anwendungen nicht gestartet werden können.

    • GINA-DLLs (Graphical Identification and Authentication): In Betriebssystemversionen vor Windows Vista konnten unabhängige Softwarehersteller (Independent Software Vendors, ISVs) die Authentifizierung durch die Installation einer GINA-DLL ändern. Die Identifizierung und Authentifizierung von Benutzereingriffen wurde danach komplett von der GINA-DLL übernommen. In Windows Vista gibt es ein neues Authentifizierungsmodell, bei dem diese DLLs überflüssig sind und alle bisher verwendeten GINA-DLLs ignoriert werden. Diese Änderung wirkt sich auf alle Anwendungen und Hardwarekomponenten aus, die beim Anmelden benutzerdefinierte Anmeldeanwendungen verwenden, wie z. B. biometrische Geräte (Fingerabdruckleser), benutzerdefinierte Benutzeroberflächen und VPN-Lösungen (Virtual Private Network) für Remotebenutzer mit benutzerdefinierten Anmeldebenutzeroberflächen.

    • Sitzung 0: In Betriebssystemversionen vor Windows Vista arbeitete der erste Benutzer, der sich an einem Computer anmeldete, in Sitzung 0, in der auch alle Systemdienste ausgeführt werden. In Windows Vista dagegen müssen alle Benutzer in Sitzung 1 oder höher arbeiten, dürfen also nicht in der Sitzung arbeiten, in der die Systemdienste ausgeführt werden. Aufgrund dieser Änderung lassen sich Anwendungen, die interaktive Dienste benötigen, nicht mehr starten. Als interaktive Dienste werden alle Dienste bezeichnet, die versuchen, ein Meldungsfenster zu senden, ein Fenster oder einen weiteren Dienst anzufordern oder Benutzerprozesse auszuführen, die dasselbe benannte Objekt öffnen (es sei denn, es handelt sich um ein global benanntes Objekt).

  • Windows-Filterplattform (Windows Filtering Platform, WFP): Mit der WFP-API können Entwickler Code für die Interaktion mit den Filterfunktionen erstellen, die auf verschiedenen Ebenen im Netzwerkstapel und im gesamten Betriebssystem ausgeführt werden. Wenn in einer Umgebung eine frühere Version dieser API verwendet wird, kann es beim Ausführen von Netzwerküberprüfungsprogrammen, Antivirenprogrammen und Firewallanwendungen zu Fehlern kommen.

  • Änderungen an der Versionsnummer des Betriebssystems: Die Versionsnummer des Betriebssystems ändert sich bei jeder Betriebssystemversion. Die Versionsnummer von Windows Vista lautet 6, Windows 7 besitzt die Versionsnummer 6.1. Bei der Abfrage durch eine Anwendung gibt die GetVersion-Funktion diesen Wert zurück. Diese Änderung wirkt sich auf alle Anwendungen und Anwendungs-Installer aus, die die Betriebssystemversion explizit überprüfen, und kann dazu führen, dass die Installation nicht erfolgt oder die Anwendung nicht ausgeführt wird.

  • 64-Bit-Version von Windows Vista: Die 64-Bit-Version von Windows Vista verwendet den WOW64-Emulator (Windows on Windows 64). Mit diesem Emulator können 32-Bit-Anwendungen unter Windows Vista ausgeführt werden. Durch den Emulator kann es jedoch dazu kommen, dass Anwendungen oder Komponenten mit 16-Bit-EXE-Dateien oder -Installern bzw. 32-Bit-Kerneltreibern nicht starten oder nicht ordnungsgemäß ausgeführt werden.

In Reaktion auf mehrere dieser bekannten Probleme können Sie mit dem Anwendungskompatibilitäts-Toolkit die betroffenen Anwendungen ausfindig machen, die Auswirkungen auf Ihre Organisation identifizieren und eine Lösung erstellen, mit der sich das Problem weitgehend oder vollständig beheben lässt.

Inhalt dieses Abschnitts

 

Name des Themas

Beschreibung

Konfigurieren des Anwendungskompatibilitäts-Toolkits

Hier finden Sie Informationen und Anweisungen zum Konfigurieren des Anwendungskompatibilitäts-Toolkits (Application Compatibility Toolkit, ACT), Empfehlungen zu Datenbankkonfigurationen und Änderungen sowie Informationen über unterstützte Topologien.

Phase 1: Sammeln von Kompatibilitätsdaten

Hier finden Sie Informationen und Anweisungen zum Erstellen und Konfigurieren von Datensammlungspaketen (Data Collection Package, DCP). Außerdem enthält dieser Abschnitt Informationen darüber, wann und wo Datensammlungspakete bereitgestellt werden sollten, sowie Informationen über die bei der Datensammlung häufig auszuführenden Aufgaben wie das Importieren bzw. Exportieren von DCP-Einstellungen.

Phase 2: Analysieren der Kompatibilitätsdaten

Hier finden Sie Informationen und Anweisungen zum Filtern und Organisieren der Daten, also zum Kategorisieren und Priorisieren der Daten und zum Auswählen der Bewertung. Außerdem wird in diesem Abschnitt erläutert, wie Sie Anwendungskompatibilitätsberichte anzeigen, Probleme und Lösungen hinzufügen, Berichte und Berichtsdaten speichern, öffnen und exportieren sowie Daten über Microsoft Compatibility Exchange austauschen.

Phase 3: Testen und Beheben von Kompatibilitätsproblemen

Hier finden Sie Richtlinien und Anweisungen zu Entwicklungstools wie der Standardbenutzeranalyse (Standard User Analyzer, SUA), dem Setupanalysetool (Setup Analyzer Tool, SAT), dem Internet Explorer-Kompatibilitätstest-Tool (Internet Explorer Compatibility Test Tool, IECTT) und Compatibility Administrator, mit denen Sie Anwendungen testen und Kompatibilitätsprobleme beheben können. Außerdem enthält dieser Abschnitt detaillierte Informationen über die Bibliothek mit den Anwendungsfixes (bisher als "Shims" bezeichnet) und bekannte Probleme mit den Sicherheitsfeatures in Internet Explorer.

ACT - Übungen mit schrittweisen Anleitungen

Hier finden Sie Informationen und schrittweise Anleitungen zu allen wichtigen ACT-Szenarien. So wird beispielsweise Schritt für Schritt erläutert, wie Sie ein neues Betriebssystem oder Service Pack in einer vorhandenen Umgebung bereitstellen, ein Windows-Sicherheitsupdate anwenden und Probleme mithilfe des Standardbenutzeranalyse-Tools und des Compatibility Administrators testen und beheben.

Siehe auch

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