Schrittweise Anleitung für die Windows Server-Sicherung unter Windows Server 2008
Letzte Aktualisierung: Mai 2007
Betrifft: Windows Server 2008
Mit dem Feature Windows Server-Sicherung wird eine einfache Sicherungs- und Wiederherstellungslösung für Computer unter dem Betriebssystem Windows Server® 2008 bereitgestellt. Die Windows Server-Sicherung stellt eine neue Sicherungs- und Wiederherstellungstechnologie bereit und ersetzt das vorherige Windows-Sicherungsfeature (Ntbackup.exe) aus früheren Versionen des Windows-Betriebssystems.
Was ist Windows Server-Sicherung?
Das Feature Windows Server-Sicherung in Windows Server 2008 besteht aus einem MMC-Snap-In (Microsoft Management Console) sowie Befehlszeilentools, die zusammen eine vollständige Lösung für tägliche Sicherungs- und Wiederherstellungsaufgaben darstellen. Sie werden von vier Assistenten durch die Ausführung der Sicherungen und Wiederherstellungen geleitet. Mit der Windows Server-Sicherung können Sie einen vollständigen Server (alle Volumes), ausgewählte Volumes oder den Systemstatus sichern. Sie können Volumes, Ordner, Dateien, bestimmte Anwendungen und den Systemstatus wiederherstellen. In Notfällen, z. B. bei Festplattenausfall, können Sie zudem eine Systemwiederherstellung ausführen, mit der das gesamte System auf einer neuen Festplatte wiederhergestellt wird. Dazu werden eine vollständige Serversicherung und die Windows-Wiederherstellungsumgebung verwendet.
Mit der Windows Server-Sicherung können Sie Sicherungen für den lokalen Computer oder einen Remotecomputer erstellen und verwalten. Sie können auch die automatische Ausführung von Sicherungen planen und einmalige Sicherungen ausführen, um die geplanten Sicherungen zu erweitern.
Wichtig |
|---|
| Die Windows Server-Sicherung ist in allen Editionen von Windows Server 2008 verfügbar (32-Bit- und 64-Bit-Versionen). Für die Server Core-Installationsoption von Windows Server 2008 ist das Snap-In Windows Server-Sicherung jedoch nicht verfügbar. Zum Ausführen von Sicherungen für Computer mit einer Server Core-Installation müssen Sie die Befehlszeile verwenden oder die Sicherungen von einem Remotecomputer aus verwalten. Zudem ist Windows PowerShell nicht für die Server Core-Installationsoption verfügbar, sodass die cmdlets für die Windows Server-Sicherung für diesen Installationstyp ebenfalls nicht verfügbar sind. |
Neuigkeiten bei der Windows Server-Sicherung
Die Windows Server-Sicherung weist die folgenden Verbesserungen auf:
-
Schnellere Sicherungstechnologie Für die Windows Server-Sicherung werden VSS (Volume Shadow Copy Service, Volumeschattenkopie-Dienst) und Sicherungstechnologien auf Blockebene verwendet, um Ihr Betriebssystem, Dateien und Ordner sowie Volumes zu sichern und wiederherzustellen. Nach dem Erstellen der ersten vollständigen Sicherung können Sie die Windows Server-Sicherung für die automatische Ausführung inkrementeller Sicherungen konfigurieren, bei denen nur die Daten gesichert werden, die seit der letzten Sicherung geändert wurden. Selbst wenn Sie die Option aktivieren, um stets vollständige Sicherungen zu erstellen, ist für diesen Vorgang weniger Zeit erforderlich als in früheren Versionen von Windows.
-
Vereinfachte Wiederherstellung Sie können Elemente wiederherstellen, indem Sie eine Sicherung auswählen und dann bestimmte Elemente in dieser Sicherung für die Wiederherstellung auswählen. Sie können bestimmte Dateien eines Ordners oder aber den gesamten Ordner wiederherstellen. Bisher mussten Sie bei inkrementellen Sicherungen zusätzlich eine manuelle Wiederherstellung von mehreren Sicherungen vornehmen. Diese Besonderheit gilt nicht mehr, Sie können nun das Datum der Sicherungsversion auswählen, die Sie wiederherstellen möchten.
-
Vereinfachte Wiederherstellung des Betriebssystems Für die Windows Server-Sicherung werden neue Windows-Wiederherstellungstools verwendet, die das Wiederherstellen des Betriebssystems erleichtern. Sie können die Wiederherstellung auf demselben Server ausführen oder, bei einem Ausfall von Hardware, auch auf einem anderen Server mit ähnlicher Hardware, auf dem kein Betriebssystem installiert ist.
-
Möglichkeit zum Wiederherstellen von Anwendungen Für die Windows Server-Sicherung wird die VSS-Funktion verwendet, die zum Schutz der Anwendungsdaten in einige Anwendungen integriert ist, z. B. Microsoft® SQL Server®.
-
Verbesserte Zeitplanung In der Windows Server-Sicherung ist ein Assistent enthalten, von dem Sie durch den Prozess der Erstellung täglicher Sicherungen geleitet werden. Systemvolumes werden automatisch in alle geplanten Sicherungen einbezogen, sodass Sie bei Notfällen geschützt sind.
-
Entfernung von Sicherungen aus dem System als Notfallschutz Sie können Sicherungen auf mehreren Datenträgern abwechselnd speichern. Dadurch sind Sie in der Lage, Datenträger aus dem System zu entfernen. Sie können die einzelnen Datenträger als geplanten Sicherungsspeicherort hinzufügen, sodass Sicherungen nach dem Entfernen des ersten Datenträgers aus dem System automatisch auf dem nächsten Datenträger in der Rotation gespeichert werden.
-
Remoteverwaltung Für die Windows Server-Sicherung wird ein MMC-Snap-In verwendet, mit dem Sie auf gewohnte und konsistente Weise die Sicherungen verwalten können. Wenn Sie das Snap-In installiert haben, können Sie auf dieses Tool über den Server-Manager zugreifen oder indem Sie das Snap-In einer neuen oder vorhandenen MMC-Konsole hinzufügen. Dann können Sie Sicherungen auf anderen Servern verwalten, indem Sie im Snap-In im Menü Aktion auf Verbindung mit anderem Computer herstellen klicken.
-
Automatische Verwaltung der Datenträgerverwendung Wenn Sie einen Datenträger für die geplante Sicherung konfiguriert haben, wird die Datenträgerverwendung in Windows Server-Sicherung automatisch verwaltet. Sie müssen sich um nach mehreren Sicherungen möglicherweise nicht ausreichenden Speicherplatz keine Gedanken machen. Der Speicherplatz für ältere Sicherungen wird von der Windows Server-Sicherung automatisch für neue Sicherungen verwendet. Im Verwaltungstool werden die verfügbaren Sicherungen und Informationen zur Datenträgerverwendung angezeigt. Auf diese Weise können Sie die Bereitstellung zusätzlichen Speicherplatzes für Zwecke der Wiederherstellung leichter planen.
-
Umfangreiche Unterstützung für die Befehlszeile Die Windows Server-Sicherung enthält, samt Dokumentation, den Befehl wbadmin, mit dem Sie alle Aufgaben an der Befehlszeile ausführen können, die auch über das Snap-In zur Verfügung stehen. Weitere Informationen finden Sie in der Befehlszeilenreferenz (http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=93131, möglicherweise in englischer Sprache). Durch Skripts können Sie Sicherungsaktivitäten ebenfalls automatisieren.
Zudem ist in Windows Server 2008 eine Sammlung von Windows PowerShell™-Befehlen (cmdlets) für die Windows Server-Sicherung enthalten. Mit deren Hilfe können Sie Skripts für die Ausführung von Sicherungen schreiben. Weitere Informationen finden Sie unter http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=93317 (möglicherweise in englischer Sprache). -
Unterstützung für optische Medienlaufwerke und Wechselmedien Sie können Volumes manuell direkt auf Laufwerken für optische Medien, z. B. DVD-Laufwerken, und auch auf Wechselmedien sichern. Mit dieser Lösung werden Sicherungen erstellt, die problemlos einzeln aus dem System entfernt werden können. In der vorliegenden Version der Windows Server-Sicherung wurde die Unterstützung für manuelle Sicherungen in freigegebenen Ordnern und auf Festplatten beibehalten.
Zielgruppe der Windows Server-Sicherung
Die Windows Server-Sicherung ist für alle Benutzer vorgesehen, die eine einfache Sicherungslösung benötigen, von Besitzern kleinerer Firmen bis hin zu IT-Professionals in großen Unternehmen. Seine Struktur macht das Tool jedoch besonders für kleinere Organisationen oder Einzelpersonen geeignet, die keine IT-Professionals sind.
Spezielle Überlegungen
Sie müssen Mitglied der Gruppe Administratoren oder Sicherungs-Operatoren sein, um die Windows Server-Sicherung verwenden zu können.
Unter Windows Server 2008 ist die Windows-Firewall standardmäßig aktiviert. Wenn Sie die Sicherungen eines anderen Computers über das Snap-In Windows Server-Sicherung verwalten, kann Ihre Verbindung mit dem Remotecomputer beeinträchtigt werden. Dieses Problem kann durch Änderungen in den Firewallregeln behoben werden. Bei der Arbeit auf dem lokalen Computer entstehen keine Beeinträchtigungen.
Wenn Sie derzeit das vorherige Sicherungsfeature (Ntbackup.exe) verwenden, das im Umfang früherer Versionen von Windows enthalten war, und planen, zum neuen Tool Windows Server-Sicherung zu wechseln, können zudem die folgenden Probleme und Änderungen eine Rolle spielen:
-
Die Einstellungen für das Erstellen von Sicherungen werden bei der Aktualisierung auf Windows Server 2008 nicht aktualisiert. Sie müssen die Einstellungen erneut konfigurieren.
-
Für die Ausführung geplanter Sicherungen benötigen Sie einen eigenen, ausschließlich für diesen Zweck vorgesehenen Datenträger.
-
Es können nur mit NTFS formatierte Volumes auf einem lokal angeschlossenen Datenträger gesichert werden.
-
Auf Bändern können keine Sicherungen mehr gespeichert werden. (Bandspeicherlaufwerke werden unter Windows Server 2008 jedoch weiterhin unterstützt.) Von der Windows Server-Sicherung wird das Sichern auf externen und internen Datenträgern, DVDs und in freigegebenen Ordnern unterstützt.
Mit Ntbackup.exe erstellte Sicherungen können Sie nicht mit der Windows Server-Sicherung wiederherstellen. Eine Version von Ntbackup.exe ist jedoch als Download für Windows Server 2008-Benutzer verfügbar, die Daten aus Sicherungen wiederherstellen möchten, die mit Ntbackup.exe erstellt wurden. Die herunterladbare Version von Ntbackup.exe ist ausschließlich zum Wiederherstellen von mit früheren Versionen von Windows erstellten Sicherungen geeignet und kann nicht zum Erstellen neuer Sicherungen unter Windows Server 2008 verwendet werden. Ntbackup.exe können Sie unter folgender Adresse herunterladen: http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=82917 (möglicherweise in englischer Sprache).
Installation der Windows Server-Sicherung
Wenn Sie auf Sicherungs- und Wiederherstellungstools für Windows Server 2008 zugreifen möchten, müssen Sie die im Assistenten zum Hinzufügen von Features im Server-Manager verfügbaren Elemente Windows Server-Sicherung, Befehlszeilentools und Windows PowerShell installieren. Auf diese Weise werden die folgenden Tools installiert:
-
MMC-Snap-In (Microsoft Management Console) Windows Server-Sicherung
-
Wbadmin-Befehlszeilentool
-
Windows PowerShell-Befehle (cmdlets) für Windows Server-Sicherung
Hinweis |
|---|
| Wenn Sie die Windows Server-Sicherungsfeatures im Server-Manager installieren möchten, müssen Sie Mitglied der Gruppe Sicherungs-Operatoren oder Administratoren sein. Unter dem Knoten Speicherung können Sie auch über den Server-Manager auf Windows Server-Sicherung zugreifen. |
So installieren Sie Sicherungs- und Wiederherstellungstools
-
Klicken Sie im Startmenü auf Server-Manager und anschließend im linken Bereich auf Features. Klicken Sie dann im rechten Bereich auf Features hinzufügen. Daraufhin wird der Assistent zum Hinzufügen von Features geöffnet.
-
Erweitern Sie im Assistenten zum Hinzufügen von Features auf der Seite Features auswählen den Eintrag Windows Server-Sicherungsfeatures, und aktivieren Sie dann die Kontrollkästchen Windows Server-Sicherung und Befehlszeilentools.
Es wird eine Meldung angezeigt, dass Windows PowerShell ebenfalls mit diesen Features installiert werden muss.
Hinweis Wenn Sie nur das Snap-In und das Wbadmin-Befehlszeilentool installieren möchten, erweitern Sie Windows Server-Sicherungsfeatures, und aktivieren Sie das Kontrollkästchen Windows Server-Sicherung. In diesem Fall ist Windows PowerShell nicht erforderlich. -
Klicken Sie auf Erforderliche Features hinzufügen, und klicken Sie anschließend auf Weiter.
-
Bestätigen Sie auf der Seite Installationsauswahl bestätigen die ausgewählten Optionen, und klicken Sie dann auf Installieren. Sollte während der Installation ein Fehler auftreten, wird dieser auf der Seite Installationsergebnisse angezeigt.
-
Wenn Sie dann auf die Sicherungs- und Wiederherstellungstools zugreifen möchten, gehen Sie wie folgt vor:
-
Klicken Sie zum Zugreifen auf das Snap-In Windows Server-Sicherung im Startmenü auf Verwaltung und dann auf Windows Server-Sicherung.
-
Wenn Sie auf die Syntax für Wbadmin zugreifen und diese anzeigen möchten, klicken Sie auf Start, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Eingabeaufforderung, und klicken Sie anschließend auf Als Administrator ausführen. Geben Sie an der Eingabeaufforderung Folgendes ein: wbadmin /?
-
Anweisungen zum Öffnen und Anzeigen der Hilfe für die Windows Server-Sicherung-cmdlets finden Sie in der Datei GettingStarted.rtf unter: <Systemlaufwerk>:\Windows\System32\WindowsPowerShell\v1.0\Documents\<Sprache>.
-
Klicken Sie zum Zugreifen auf das Snap-In Windows Server-Sicherung im Startmenü auf Verwaltung und dann auf Windows Server-Sicherung.
Schrittweise Anleitungen
Für die wichtigsten Sicherungs- und Wiederherstellungsaufgaben können Sie die folgenden Links verwenden:
-
Anweisungen für das Sichern eines Servers unter Windows Server 2008 finden Sie unter http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=110462 (möglicherweise in englischer Sprache).
-
Anweisungen für das Wiederherstellen eines Servers unter Windows Server 2008 finden Sie unter http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=110463 (möglicherweise in englischer Sprache).
-
Anweisungen für das Sichern und Wiederherstellen eines Servers mit Active Directory-Domänendiensten (Active Directory Domain Services, AD DS) finden Sie unter http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=110466 (möglicherweise in englischer Sprache).


Wichtig