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Einführung in Windows-Bereitstellungsdienste

Letzte Aktualisierung: Mai 2008

Betrifft: Windows Server 2008, Windows Server 2008 R2

Informationen zu diesem Handbuch

Beachten Sie folgende Informationen zu dieser Dokumentation:

  • Dieses Handbuch trifft nur auf die Serverrolle der Windows-Bereitstellungsdienste für Windows Server 2008 zu, nicht jedoch auf das Update für die Windows-Bereitstellungsdienste (enthalten in Windows AIK und Windows Server 2003 SP2). Weitere Informationen zum Update für die Windows-Bereitstellungsdienste erhalten Sie unter http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=81031.

  • In diesem Handbuch wird hauptsächlich auf die Funktionen der vollständigen Installation der Microsoft® Windows®-Bereitstellungsdienste (Bereitstellungsserver-Rollendienst) eingegangen. Informationen zum Konfigurieren und Verwenden des Transportserver-Rollendiensts finden Sie unter Verwenden des Transportservers.

  • Informationen zum Installieren und Konfigurieren dieser Rolle finden Sie unter Schrittweise Anleitung für die Windows-Bereitstellungsdienste in Windows Server 2008.

  • Wenn Sie Feedback zu dieser Dokumentation geben möchten, senden Sie eine E-Mail an wdsdoc@microsoft.com.

Inhalt dieses Themas

Was sind Windows-Bereitstellungsdienste?

Bei der Windows-Bereitstellungsdiensterolle in Windows Server 2008 handelt es sich um die aktualisierte und neu entwickelte Version der Remoteinstallationsdienste (Remote Installation Services, RIS). Mit den Windows-Bereitstellungsdiensten können Sie Windows-Betriebssysteme, insbesondere Windows Vista® und Windows Server 2008, bereitstellen. Sie können sie verwenden, um neue Computer mithilfe einer netzwerkbasierten Installation einzurichten. Daher müssen Sie nicht selbst an jedem Computer anwesend sein und die einzelnen Betriebssysteme auch nicht direkt von einer CD oder DVD installieren. Die Komponenten der Windows-Bereitstellungsdienste sind in die folgenden drei Kategorien unterteilt:

  • Serverkomponenten Diese Komponenten umfassen einen PXE-Server (Pre-Boot Execution Environment) und einen TFTP-Server (Trivial File Transfer Protocol) zum Starten eines Clients über das Netzwerk, um ein Betriebssystem zu laden und zu installieren. Zudem schließen sie ein Repository für freigegebene Ordner und Abbilder ein, das Startabbilder, Installationsabbilder und Dateien enthält, die insbesondere für den Netzwerkstart erforderlich sind. Außerdem umfassen sie eine Netzwerkschicht, eine Multicastkomponente und eine Diagnosekomponente.

  • Clientkomponenten . Diese Komponenten schließen eine grafische Benutzeroberfläche ein, die in der Windows-Vorinstallationsumgebung (Windows Pre-Installation Environment, Windows PE) ausgeführt wird. Wenn ein Benutzer ein Betriebssystemabbild auswählt, kommunizieren die Clientkomponenten zum Installieren des Abbilds mit den Serverkomponenten.

  • Verwaltungskomponenten Diese Komponenten umfassen eine Gruppe von Tools, mit denen Sie den Server, Betriebssystemabbilder und Clientcomputerkonten verwalten.

Neuigkeiten bei Windows-Bereitstellungsdiensten

Die Windows-Bereitstellungsdienste für Windows Server 2008 enthalten viele Änderungen bezüglich der Features der Remoteinstallationsdienste (Remote Installation Services, RIS). Außerdem gibt es Änderungen der Windows-Bereitstellungsdienste, die Sie auf Computern unter Windows Server 2003 installieren können. Beide Arten von Änderungen werden auch in der folgenden Tabelle beschrieben.

 

Änderungen der Remoteinstallationsdienste Änderungen der Windows-Bereitstellungsdienste unter Windows Server 2003
  • Die Möglichkeit zur Bereitstellung von Windows Vista und Windows Server 2008

  • Windows PE als Startbetriebssystem

  • Abbildbasierte Installation mithilfe der Windows-Abbilddatei (.wim)

  • Die Fähigkeit zum Übertragen von Daten und Abbildern mithilfe der Multicastfunktionalität

  • Die Möglichkeit zum Übertragen von Daten und Abbildern mithilfe der Multicastfunktionalität auf einem eigenständigen Server (wenn der Transportserver installiert wird)

  • Eine erweiterbare und leistungsfähigere PXE-Serverkomponente

  • Ein neues Startmenüformat zum Auswählen von Startbetriebssystemen

  • Eine neue grafische Benutzeroberfläche zum Auswählen und Bereitstellen von Abbildern sowie zum Verwalten von Windows-Bereitstellungsdiensteservern und -clients

  • Die Fähigkeit zum Übertragen von Daten und Abbildern mithilfe der Multicastfunktionalität

  • Die Möglichkeit zum Übertragen von Daten und Abbildern mithilfe der Multicastfunktionalität auf einem eigenständigen Server (wenn der Verwenden des Transportservers installiert wird)

  • Keine Unterstützung für RISETUP-Abbilder oder OSChooser-Bildschirme

  • Verbesserter TFTP-Server

  • Unterstützung für Netzwerkstarts von x64-basieren Computern mit erweiterbarer Firmwareschnittstelle (Extensible Firmware Interface, EFI)

  • Metrische Berichterstattung für Installationen (siehe Protokollierung und Ablaufverfolgung)

Vorteile der Windows-Bereitstellungsdienste

Die Windows-Bereitstellungsdienste bieten folgende Vorteile bei Installation und Bereitstellung:

  • Reduzierung der Komplexität von Bereitstellungen sowie der Kosten aufgrund ineffizienter manueller Installationsvorgänge

  • Die Möglichkeit zur Durchführung einer netzwerkbasierten Installation von Windows-Betriebssystemen wie Windows Vista und Windows Server 2008

  • Bereitstellung von Windows-Abbildern für Computer ohne Betriebssysteme

  • Unterstützung gemischter Umgebungen, einschließlich Windows Vista, Windows Server 2008, Microsoft Windows XP und Microsoft Windows Server 2003

  • Umfassende Lösung für die Bereitstellung von Windows-Betriebssystemen an Clientcomputer und Server

  • Verwendet Windows Server 2008-Standardinstallationstechnologien (einschließlich Windows PE, WIM-Dateien und imagebasierte Installation)

Verwaltungstools

  • MMC-Snap-In Windows-Bereitstellungsdienste. Eine Konsole zur einfachen Verwaltung von Abbildern, Computern und allgemeinen Servereinstellungen. Sie können nahezu alle Aufgaben über das MMC-Snap-In durchführen (Sie können darüber zwar keine Clientcomputer vorab bereitstellen, jedoch die Richtlinie für das automatische Hinzufügen festlegen und ausstehende Computer genehmigen oder ablehnen). Das Snap-In ist nicht verfügbar, wenn Sie den Transportserver-Rollendienst verwenden.

  • WDSUTIL-Befehlszeilentool. Ein Tool, mit dem Sie die gesamte Funktionalität des Servers verwalten können. Außerdem können Sie mit WDSUTIL Skripts für allgemeine Aufgaben erstellen; die erforderlichen Befehle können von einfachen Batchdateien ausführt werden, weil kein Befehl eine interaktive Benutzersitzung erfordert.

Häufige Verwendungsszenarien

Im Folgenden handelt es sich um häufige Verwendungsszenarien für die Windows-Bereitstellungsdienste.

Szenario eins: Kleine Unternehmen

Fabrikam, Inc. ist Hersteller von Handtüchern mit individuellen Designs. Es handelt sich um ein kleines Unternehmen mit nur einer Niederlassung. Monica Brink, IT-Beauftragte von Fabrikam, ist verantwortlich für die Wartung der IT-Infrastruktur des Unternehmens. Diese setzt sich zusammen aus 25 Clientcomputern unter Windows XP SP2 Professional und einem einzelnen Server unter Windows Server 2003 mit SP2. Der Server dient als Dateidruckserver, Webserver, Exchange-Server, DNS-Server (Domain Name System), DHCP-Server (Dynamic Host Configuration Protocol, Dynamic Host Configuration-Protokoll) und als Domänencontroller. Die Computer sind über eine Ethernetverbindung mit 100 MBit/s verbunden.

Monika erhält die Aufgabe, alle Clientcomputer mit dem Windows Vista-Betriebssystem auszustatten und den Server auf Windows Server 2008 zu aktualisieren. Da bei dieser Aktion alle Computer für den Geschäftsbetrieb ausfallen (und die Büromitarbeiter in dieser Zeit nicht arbeiten können), muss sie diesen Wechsel möglichst schnell durchführen.

Bisher hat sie ein neues Betriebssystem für jeden Computer einzeln bereitgestellt. Dabei benötigte sie für jeden Computer etwa 45 Minuten (insgesamt etwa 19 Stunden für die Einrichtung des Betriebssystems auf allen Clientcomputern). Fast drei Tage lang war Monica ausschließlich mit dieser Arbeit beschäftigt. Danach dauerte es noch einmal fast genauso lange, die Anwendungen auf allen Computern zu installieren.

Monica ist die einzige IT-Mitarbeiterin bei Fabrikam, und so ist sie auch für die Einweisung der Benutzer in das neue Betriebssystem zuständig. Es ist also wichtig, dass sie den Zeitaufwand für die Bereitstellung möglichst gering hält. Monica entscheidet sich deshalb für die Verwendung der Windows-Bereitstellungsdienste. Diese bieten ihr folgende Vorteile:

  • Zeitersparnis durch das Ausführen mehrerer Installationen gleichzeitig.

  • Verwenden eines benutzerdefinierten Installationsabbilds mit vorinstallierten Anwendungen.

  • Erstellen eines Abbilds mithilfe des Assistenten zur Abbildaufzeichnung für Windows-Bereitstellungsdienste.

Zu Beginn führt Monica folgende Schritte durch:

  1. Sie aktualisiert den Server auf Windows Server 2008.

  2. Sie installiert die Windows-Bereitstellungsdienste-Serverrolle.

  3. Sie fügt die Datei Boot.wim vom Windows Server 2008-Medium hinzu (mit Windows PE-Abbild, Setup.exe und unterstützenden Dateien).

  4. Sie fügt die Datei Install.wim vom Windows Vista-Medium mithilfe des MMC-Snap-Ins dem Windows-Bereitstellungsdiensteserver hinzu.

  5. Sie verwendet das MMC-Snap-In zum Erstellen eines Aufzeichnungsabbilds aus dem Startabbild, das sie in Schritt 3 hinzugefügt hat. Das Abbild enthält Windows PE sowie einen Assistenten, der das benutzerdefinierte Abbild in einer WIM-Datei aufzeichnet.

Alle Benutzer bei Fabrikam verfügen über dieselbe Desktophardware, die von einem einzelnen Hersteller stammt. Monica geht wie folgt vor, um auf all diesen Computern ein standardisiertes Abbild mit dem Betriebssystem und vorinstallierten Anwendungen bereitzustellen:

  1. Sie startet einen Referenzcomputer aus dem Netzwerk und installiert darauf die Datei Install.wim, welche die Standardversion von Windows Vista enthält.

  2. Sie installiert Microsoft Office, die Anwendung, mit der das Unternehmen die individuellen Handtuchdesigns anfertigt, sowie die neusten Treiber von der Website des Herstellers.

  3. Sie verwendet Sysprep, um das Betriebssystem zu generalisieren.

  4. Sie führt einen Neustart des Computers mit dem Aufzeichnungsabbild durch.

  5. Sie zeichnet das Betriebssystem mit dem Assistenten zur Abbildaufzeichnung neu auf und lädt es direkt auf den Windows-Bereitstellungsdiensteserver.

Jetzt kann Monica die neuen Betriebssysteme installieren. Sie muss keine Benutzerdaten migrieren, da alle Mitarbeiter ihre Benutzerdaten auf einem Server speichern (und nicht auf ihren Festplatten). Sie führt einen Neustart auf einem Clientcomputer durch, und drückt dann F12, um einen Netzwerkstart durchzuführen. Dadurch wird die Datei Boot.wim gestartet, die sie durch den Installationsprozess führt. Sie wählt die gewünschte Datenträgerpartition und das gewünschte Abbild aus, und die Installation beginnt. Während sie darauf wartet, dass das Abbild auf den ersten Computer angewendet wird, startet Monica einen weiteren Computer, um auch dort denselben Prozess zu starten.

Szenario zwei: Mittlere Unternehmen

Northwind Traders ist eine Speditionsfirma mit drei Niederlassungen: einer Zentrale in Tooth City sowie Zweigstellen in Brushville und Flosston. Ron Gable ist einer von sechs IT-Mitarbeitern bei Northwind Traders. Er ist zuständig für die Wartung der 250 Clientcomputer der Unternehmensmitarbeiter. Dabei handelt es sich zumeist um Desktopcomputer; im Vertrieb werden jedoch auch Laptops für Kundenpräsentationen verwendet. In der Zentrale in Tooth City gibt es 200 Computer, an den Zweigstellen in Brushville und Flosston jeweils 25. Jeder Standort verfügt über ein internes Netzwerk mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von 100 MBit/s. Die Zweigniederlassungen sind über T1 mit der Zentrale verbunden. Ron ist verantwortlich für drei Server in der Zentrale in Tooth City und jeweils einen Server in den Niederlassungen, die remote verwaltet werden.

Von seinem Vorgesetzten wurde Ron beauftragt, Windows Vista für das gesamte Unternehmen bereitzustellen. Dazu wären früher viele kostenaufwändige Reisen nach Brushville und Flosston erforderlich gewesen, und Ron hätte für diese Arbeit Wochen gebraucht. Er möchte die Windows-Bereitstellungsdienste für die Remotebereitstellung von Windows Vista verwenden. Die Firmenpolitik sieht jedoch vor, dass sich jeweils nur ein DHCP-Server im Unternehmensnetzwerk befinden darf, und dieser Server befindet sich in der Zentrale in Tooth City. Die Remotebereitstellung von Abbildern an die 50 Computer in den Zweigniederlassungen würde eine immense Überlastung der Verbindung bedeuten.

Ron entscheidet sich für die Verwendung der Windows-Bereitstellungsdienste mit einer unbeaufsichtigten Installation. Damit kann er Folgendes tun:

  • Bereitstellen von Windows Vista auf Computern in den Zweigniederlassungen, ohne physisch präsent sein zu müssen

  • Verwenden der vorhandenen Replikationslösung für die Bereitstellung von Abbildern an die Zweigstellenstandortserver.

  • Verwenden des PXE-Startverweissystems zur Minimierung des Netzwerkverkehrs zwischen den Zweigniederlassungen und der Zentrale.

Ron konfiguriert den Windows-Bereitstellungsdiensteserver in der Zentrale, um alle Netzwerkstartanfragen von den Zweigniederlassungen an die lokalen Server zu übergeben, die die Startprogramme und nachfolgenden Abbilder bereitstellen. Auf diese Weise wird der Verkehr über die Verbindung zwischen den Büros minimiert.

Ron verfügt über zwei Standardbetriebssystemkonfigurationen – eine für die Desktopcomputer und eine für Laptops, die die Verkaufspräsentationen und Treiber für Projektoren beinhaltet. Er erstellt deshalb zwei Abbilder: eines mit der Desktopkonfiguration und eines mit der Laptopkonfiguration (ohne Anwendungen). Er speichert alle Benutzerdaten auf einem der Server, sodass er Windows Vista bereitstellen kann, ohne vorhandene Daten auf den Clientcomputern bewahren zu müssen.

Ron verwendet Windows System Image Manager (Windows SIM) zum Erstellen zweier Dateien für die unbeaufsichtigte Installation von Abbildern – eine für die Desktopcomputer und eine für die Laptops. Mit diesen Dateien lässt sich die Installation automatisieren, sodass Ron bei der Installation auf den einzelnen Computern nicht vor Ort sein muss. Außerdem werden auch Microsoft Office und die Branchenanwendung, die das Unternehmen zur Paketverfolgung verwendet, automatisch installiert. Er verwendet die Verwaltungstools der Windows-Bereitstellungsdienste, um diese den Abbildern zuzuordnen.

Als Nächstes verwendet Ron Active Directory®-Domänendienste (Active Directory Domain Services, AD DS), um ein Startprogramm für alle Computer bereitzustellen. Der Computer wird gestartet, ohne dass die Benutzer F12 drücken müssen. Außerdem wird allen Desktops und Laptops das richtige Abbild zugewiesen. Er hat alle Computer so konfiguriert, dass diese bei einem Neustart automatisch aus dem Netzwerk gestartet werden und das entsprechende Abbild angewendet wird. Nachdem das Abbild auf die einzelnen Computer angewendet wurde, werden diese automatisch der Unternehmensdomäne hinzugefügt und neu gestartet. Dieses Mal wird ein anderes Startprogramm bereitgestellt, bei dem F12 gedrückt werden muss (sodass der Computer von der Festplatte gestartet und der Installationsprozess fertig gestellt wird). Auf diese Weise wird eine Startschleife verhindert, in der der Computer kontinuierlich Setup startet. Nach Fertigstellen der Installation kann sich der Benutzer an den Computer anmelden.

Szenario drei: Große Unternehmen

Flemming Nielsen ist Netzwerkarchitekt bei Wide World Importers, einem großen Unternehmen mit 5.000 Mitarbeitern in Niederlassungen weltweit. Die wichtigsten Mitarbeiterzentralen befinden sich in den Vereinigten Staaten und Deutschland, außerdem gibt es 13 Zweigstellen in anderen Ländern. Flemming hat Zugriff auf fünf Server in der US-Zentrale, zwei in der deutschen Zentrale und jeweils einen Server in den Zweigstellen. Die Server der Zentralen sind über Netzwerkschnittstellenkarten mit 1 GBit/s mit dem Ethernet des Unternehmens verbunden, die anderen Computer über Netzwerkschnittstellenkarten mit 100 MBit/s. Die Zentralen sind über T3 miteinander verbunden, die anderen Standorte über T1. Alle Server sind für zwei Jahre geleast.

Wide World Importers ersetzt die 200 Computer der Buchhaltung durch Computer mit Windows Vista. Flemming möchte außerdem ein Windows Server 2008-Abbild an alle neu geleasten Server in der US-amerikanischen Niederlassung bereitstellen. Die Server in der deutschen Niederlassung und den Zweigstellen unterstehen der Verantwortung der lokalen Administratoren. Derzeit erfolgen alle Bereitstellen bei Wide World Importers mithilfe von RIS. Flemming möchte sicherstellen, dass die vorhandenen Computererstellungsprozesse bewahrt werden, und wechselt deshalb zu den Windows-Bereitstellungsdiensten. Darüber hinaus ist es wichtig, dass jeder Computer mit einem Betriebssystem in der Sprache bereitgestellt wird, die für die Benutzer in dem jeweiligen Land bzw. der jeweiligen Region geeignet ist.

Flemming entscheidet sich für die Verwendung der Windows-Bereitstellungsdienste, weil er damit Folgendes tun kann:

  • Verwenden der entsprechenden Sprachpakete zur Reduzierung der erforderlichen Anzahl von Abbildern

  • Verwalten aller Windows-Bereitstellungsdiensteserver von einem einzelnen Computer aus

  • Schreiben von Skripts für die Automatisierung häufiger Verwaltungsaufgaben

Flemming aktualisiert seine Server auf Windows Server 2008. Dadurch hat er die Möglichkeit, die Windows-Bereitstellungsdiensteserver mithilfe der Verwaltungstools remote zu initialisieren und zu konfigurieren. Dann beginnt er mit dem Erstellen der Abbilder. Die überwiegende Mehrheit der Bereitstellungen erfolgt auf Englisch oder Deutsch, und so erstellt er jeweils ein Windows Vista-Abbild in diesen Sprachen. Andere Sprachen werden mithilfe externer Sprachpakete installiert und Anwendungen mithilfe von Systems Management Server (SMS) heruntergeladen. Zunächst führt Flemming ein Upload der Abbilder und Sprachpakete auf den Windows-Bereitstellungsdiensteserver durch. Als Nächstes erstellt er das Windows Server 2008-Abbild.

Flemming erstellt mit Windows SIM Dateien für die unbeaufsichtigte Installation. Dann verwendet er den Dateireplikationsdienst (File Replication Service, FRS), um die Abbilder, Sprachpakete und Dateien für die unbeaufsichtigte Installation auf die weltweiten Windows-Bereitstellungsdiensteserver zu kopieren. Von den Buchhaltungscomputern, die bei Wide World Importers im Einsatz sind, befinden sich 150 im US-amerikanischen Büro, 30 im deutschen Büro, und die verbleibenden 20 sind in der ganzen Welt verteilt. Um den Status und die Daten auf den vorherigen Computern zu bewahren, verwendet Flemming Windows-EasyTransfer, um alle Daten und Benutzerkonfigurationen in einem freigegebenen Ordner auf dem primären Windows-Bereitstellungsdiensteserver zu sichern. Dann richtet er alle Computer so ein, dass diese vom jeweiligen lokalen Windows-Bereitstellungsdiensteserver starten und mithilfe der Dateien für die unbeaufsichtigte Installation ein automatisiertes Setup durchführen. Nach Fertigstellen der Installation führt Flemming mit Windows-EasyTransfer einen Task für die Migration der Benutzerdaten auf die einzelnen Computer aus.

Wenn der Leasingvertrag für einen Server abläuft und dieser ersetzt wird, kann Flemming die Windows-Bereitstellungsdienste verwenden, um das Windows Server 2008-Abbild auf dieselbe Weise bereitzustellen wie über RIS.

Szenario vier: Benutzerdefinierte Bereitstellung mit dem Transportserver

Herbert Dorner ist Serverwartungsingenieur des Rechnungszentrums der A. Datum Corporation. Er ist verantwortlich für die Wartung der 200 Server, die von den wichtigsten Kunden der A. Datum Corporation genutzt werden. Eine dieser Kunden ist Adventure Works.

Adventure Works nutzt 40 Server für ein Karriereportal für Zirkusartisten (mit einer Datenbank im Hintergrund). Nach Erscheinen eines erfolgreichen Films über das Zirkusleben erwartet man aufseiten von Adventure Works steigende Benutzerzahlen für die Website. Das Unternehmen bestellt 20 weitere Server, um den voraussichtlichen Verkehr zu bewältigen.

Herbert möchte die Windows-Bereitstellungsdienste verwenden, um Betriebssysteme an diese Server bereitzustellen. Da in seiner Umgebung jedoch keine Active Directory-Domänendienste (Active Directory Domain Services, AD DS) ausgeführt werden, kann er nicht auf die Standardlösung für Windows-Bereitstellungsdienste zurückgreifen. Stattdessen speichert er die Konfigurationsinformationen für seine Computer in einer SQL Server-Datenbank. Außerdem möchte er die Datenträger in einer Standardkonfiguration partitionieren und auch Daten kopieren (einige für Datenbankserver, einige für Webserver), bevor die unbeaufsichtigte Installation beginnt. Herbert entscheidet sich für die Verwendung der Windows-Bereitstellungsdienste, weil er damit Folgendes tun kann:

  • Schreiben eines Plug-Ins, dass Konfigurationsdaten für die Computer aus einem anderen Datenspeicher als AD DS lesen kann (im Allgemeinen eine Datenbank oder eine Flatfile)

  • Schreiben von Skripts (für die Ausführung in Windows PE), die Vorinstallationstasks ausführen und dann Setup für die Installation des Betriebssystems aufrufen

Herbert erstellt in seiner Datenbank zehn Computerkonten für seine zehn neuen Server und füllt diese mit den erforderlichen Informationen aus. Dann schreibt er einen PXE-Anbieter (ein Plug-In, das Informationen aus der Datenbank liest und an die Windows-Bereitstellungsdienste übergibt). Er erstellt ein benutzerdefiniertes Startabbild, das Windows PE sowie Startskripts für die Partitionierung der Datenträger und das Kopieren der Daten enthält. Dann zeichnet er mithilfe von ImageX einen der vorhandenen Server als Installationsabbild auf.

Nach der Durchführung dieser ersten Aufgaben verbindet Herbert die Server mit dem Netzwerk und startet sie. Sie starten unter Verwendung der in der Datenbank gespeicherten Konfiguration in Windows PE. Seine Skripts werden ausgeführt, um die einzelnen Computer auf die Bereitstellung vorzubereiten. Die Skripts enden mit der Ausführung von ImageX für die Anwendung des Betriebssystemabbilds auf allen Computern.

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