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IPv6-Verkehr zwischen Knoten in verschiedenen Sites innerhalb des Internets (6to4)

Letzte Aktualisierung: Januar 2005

Betrifft: Windows Server 2003, Windows Server 2003 R2, Windows Server 2003 with SP1, Windows Server 2003 with SP2

IPv6-Verkehr zwischen Knoten in verschiedenen Sites innerhalb des Internets (IPv6-zu-IPv4)

IPv6-zu-IPv4 ist eine Tunneltechnik, die in RFC 3056 näher beschrieben ist. Bei Verwendung von IPv6-zu-IPv4 wird der IPv6-Datenverkehr mithilfe eines IPv4-Headers vor dem Senden über das IPv4-Internet eingekapselt.

IPv6-zu-IPv4 verwendet das globale Adresspräfix 2002:WWXX:YYZZ::/48, wobei WWXX:YYZZ sowohl die Next Level Aggregation (NLA)-Kennung einer globalen Adresse als auch die Hexadezimalschreibweise mit Doppelpunkten einer öffentlichen IPv4-Adresse (w.x.y.z) ist, die der Site oder dem Host zugewiesen ist. Die vollständige IPv6-zu-IPv4-Adresse eines IPv6-zu-IPv4-Hosts lautet 2002:WWXX:YYZZ:[SLAID]:[Schnittstellenkennung].

RFC 3056 definiert Folgendes:

  • IPv6-zu-IPv4-Host

    Ein IPv6-Host, der mit mindestens einer IPv6-zu-IPv4-Adresse konfiguriert ist.

  • IPv6-zu-IPv4-Router

    Ein IPv4/IPv6-Router, der den IPv6-zu-IPv4-adressierten Datenverkehr zwischen den IPv6-zu-IPv4-Hosts an einem Standort und anderen IPv6-zu-IPv4-Relayroutern im IPv6-Internet weiterleitet.

  • IPv6-zu-IPv4-Relayrouter

    Ein IPv4/IPv6-Router, der den IPv6-zu-IPv4-adressierten Datenverkehr zwischen IPv6-zu-IPv4-Routern im Internet und Hosts im IPv6-Internet weiterleitet.

Bei Verwendung von IPv6-zu-IPv4-Hosts, einer IPv6-Routinginfrastruktur innerhalb von IPv6-zu-IPv4-Standorten, einem IPv6-zu-IPv4-Router an den Standortgrenzen und einem IPv6-zu-IPv4-Relayrouter sind die folgenden Kommunikationsformen möglich:

  1. Ein IPv6-zu-IPv4-Host kann mit einem anderen IPv6-zu-IPv4-Host innerhalb desselben Standorts kommunizieren.

    Diese Kommunikationsform wird über die IPv6-Routinginfrastruktur bereitgestellt, die für die Erreichbarkeit aller Hosts innerhalb des Standorts sorgt.

  2. Ein IPv6-zu-IPv4-Host kann mit anderen IPv6-zu-IPv4-Hosts an anderen Standorten im IPv4-Internet kommunizieren.

    Diese Kommunikationsform ist gegeben, wenn ein IPv6-zu-IPv4-Host den an einen IPv6-zu-IPv4-Host in einem anderen Standort gerichteten IPv6-Datenverkehr an den standortlokalen IPv6-zu-IPv4-Router weiterleitet. Der standortlokale IPv6-zu-IPv4-Router kapselt den IPv6-Datenverkehr mithilfe eines IPv4-Headers ein und sendet die Daten an den IPv6-zu-IPv4-Router am Zielstandort im Internet. Der IPv6-zu-IPv4-Router am Zielstandort entfernt den IPv4-Header und leitet das IPv6-Paket an den richtigen IPv6-zu-IPv4-Host mithilfe der IPv6-Routinginfrastruktur des Zielstandorts weiter.

  3. Ein IPv6-zu-IPv4-Host kann mit Hosts im IPv6-Internet kommunizieren.

    Diese Kommunikationsform ist gegeben, wenn ein IPv6-zu-IPv4-Host den an einen IPv6-Internethost gerichteten IPv6-Datenverkehr an den standortlokalen IPv6-zu-IPv4-Router weiterleitet. Der standortlokale IPv6-zu-IPv4-Router kapselt den IPv6-Datenverkehr mithilfe eines IPv4-Headers ein und sendet die Daten an einen IPv6-zu-IPv4-Relayrouter, der sowohl mit dem IPv4-Internet als dem IPv6-Internet verbunden ist. Der IPv6-zu-IPv4-Relayrouter entfernt den IPv4-Header und leitet das IPv6-Paket an den entsprechenden IPv6-Internethost mithilfe der IPv6-Routinginfrastruktur des IPv6-Internets weiter.

Alle diese Kommunikationsformen übertragen den IPv6-Datenverkehr, ohne dass eine direkte Verbindung zum IPv6-Internet oder ein globales IPv6-Adresspräfix von einem Internetdienstanbieter erforderlich ist.

Die Unterstützung von IPv6-zu-IPv4-Hosts und -Routern wird über den IPv6-Hilfsdienst bereitgestellt, der Teil des IPv6-Protokolls für die Windows Server 2003-Produktfamilie und Windows XP ist. Der IPv6-Hilfsdienst:

  • Automatisches Konfigurieren von IPv6-zu-IPv4-Adressen über die Schnittstelle (bezeichnet als IPv6-zu-IPv4-Pseudoschnittstelle oder Schnittstellenindex 3), die für alle öffentlichen IPv4-Adressen verwendet wird, die Schnittstellen auf dem Computer zugewiesen sind. Weitere Informationen finden Sie unter Einzelsubnetz mit verknüpfungslokalen Adressen.

  • Automatisches Erstellen einer 2002::/16-Route, die den gesamten IPv6-zu-IPv4-Datenverkehr mithilfe der IPv6-zu-IPv4-Pseudoschnittstelle (Schnittstellenindex 3) weiterleitet. Der gesamte von diesem Host an IPv6-zu-IPv4-Ziele gerichtete Datenverkehr wird mithilfe eines IPv4-Headers eingekapselt.

  • Automatisches Ausführen einer DNS-Abfrage (Domain Name System) nach dem Namen 6to4.ipv6.microsoft.com, um die IPv4-Adresse des Microsoft IPv6-zu-IPv4-Relayrouters im Internet abzurufen. Sie können den abzurufenden DNS-Namen mithilfe des Befehls netsh interface ipv6 6to4 set relay angeben. Weitere Informationen finden Sie unter IPv6-Dienstprogramme.

Mithilfe der IPv6-Hilfsdienstkonfiguration werden Computer in den folgenden Situationen automatisch als IPv6-zu-IPv4-Host konfiguriert:

  • Der Host führt das IPv6-Protokoll aus.

  • Der Host ist mit einer öffentlichen IPv4-IP-Adresse konfiguriert.

  • Der Host empfängt keine Routerankündigung von einem IPv6-Router.

Ein IPv6-zu-IPv4-Host kann eigene Tunnelfunktionen ausführen, um IPv6-zu-IPv4-Hosts an anderen Standorten oder Hosts im Internet zu erreichen.

Weitere Informationen zum Herstellen einer Verbindung zum IPv6-Internet finden Sie unter Herstellen einer Verbindung mit dem IPv6-Internet.

Wenn ICS (Internet Connection Sharing) für eine Schnittstelle aktiviert ist, die einer öffentlichen IPv4-Adresse zugewiesen ist, übernimmt der IPv6-Hilfsdienst folgende Aufgaben:

  • Aktivieren des Routings an der privaten Schnittstelle.

  • Senden von Routerankündigungen mit IPv6-zu-IPv4-Adresspräfixen, die auf der öffentlichen IPv4-Adresse der öffentlichen Schnittstelle basieren. Die SLA-Kennung im IPv6-zu-IPv4-Adresspräfix wird auf die Schnittstellenkennung der Schnittstelle eingestellt, über die die Ankündigungen gesendet werden.

Durch die Aktivierung von ICS können Sie einen Computer, der das IPv6-Protokoll für Windows XP ausführt, als IPv6-zu-IPv4-Router verwenden. Dieser ist in der Lage IPv6-zu-IPv4-Datenverkehr sowohl einzukapseln als auch an andere IPv6-zu-IPv4-Hosts oder Sites im Internet weiterzuleiten sowie Datenverkehr des IPv6-Internets an einen IPv6-zu-IPv4-Relayrouter im Internet weiterzuleiten.

In der folgenden Abbildung wird die Verwendung von IPv6-zu-IPv4 für die Datenübertragung zwischen zwei IPv6-zu-IPv4-Standorten veranschaulicht.

Verwendung von 6to4 zur Kommunikation zwischen zwei 6to4-Standorten

An jedem Standort wird ein Computer verwendet, auf dem ICS für die öffentliche Schnittstelle aktiviert ist, um einen IPv6-zu-IPv4-Router zu erstellen. Hostcomputer in den privaten Netzwerkabschnitten empfangen die vom IPv6-zu-IPv4-Router an ihrem Standort gesendete Routerankündigung, die ein IPv6-zu-IPv4-Adresspräfix enthält. Folglich können zwei IPv6-zu-IPv4-Hosts mithilfe von IPv6-zu-IPv4-Adressen über das Internet kommunizieren.

Weitere Informationen zu Konfigurationen finden Sie unter IPv6-Konfigurationen.

Weitere Informationen zur Verwendung von IPv6 in einem Testlabor finden Sie unter Einrichten eines IPv6-Testlabors.

Hinweis

  • „Gemeinsame Nutzung der Internetverbindung“ und „Netzwerkbrücke“ sind in Windows Server 2003 Web Edition, Windows Server 2003 Datacenter Edition und den Itanium-basierten Versionen der ursprünglichen Version der Betriebssysteme der Windows Server 2003-Produktfamilie nicht enthalten.

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