
Supportrichtlinie und Empfehlungen für Exchange Server 2007
Microsoft unterstützt Exchange Server 2007 in der Produktion mit Hardwarevirtualisierungssoftware nur, wenn die folgenden Bedingungen ausnahmslos erfüllt sind:
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Die Hardwarevirtualisierungssoftware ist Windows Server 2008 mit Hyper-V-Technologie, Microsoft Hyper-V Server oder ein Hypervisor eines Drittanbieters, der gemäß dem Windows Server Virtualization Validation Program überprüft wurde.
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Für den virtuellen Exchange Server-Gastcomputer gilt Folgendes:
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Er führt Microsoft Exchange Server 2007 mit Service Pack 1 (SP1) oder höher aus.
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Er wird mit dem Betriebssystem Windows Server 2008 bereitgestellt.
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Auf ihm ist nicht die Serverfunktion UnifiedMessaging installiert. Alle Exchange 2007-Serverfunktionen mit Ausnahme der Funktion UnifiedMessaging werden in einer Virtualisierungsumgebung unterstützt.
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Er erfüllt alle Anforderungen, die unter Exchange 2007 – Systemanforderungen genannt werden.
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Der vom Exchange Server-Gastcomputer verwendete Speicher kann virtueller Speicher mit einer festen Größe (z. B. feste VHDs (Virtual Hard Drives, virtuelle Festplattenlaufwerke) in einer Hyper-V-Umgebung), SCSI-Passthroughspeicher oder iSCSI-Speicher (Internet SCSI) sein. Passthroughspeicher ist auf Hostebene konfigurierter Speicher, der für einen Gastcomputer reserviert ist.
Hinweis: |
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In einer Hyper-V-Umgebung muss jedes VHD kleiner als 2.040 GB sein. Wenn Sie unterstützte Hypervisors von Drittanbietern verwenden, setzen Sie sich mit dem betreffenden Hersteller in Verbindung, um sich zu informieren, ob Größenbeschränkungen hinsichtlich des Datenträgers bestehen.
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Virtuelle Datenträger, die dynamisch erweitert werden, werden von Exchange nicht unterstützt.
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Virtuelle Datenträger, die Differenzierungs- oder Deltamechanismen verwenden (z. B. differenzierende VHDs von Hyper-V oder Snapshots) werden nicht unterstützt.
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Nur Verwaltungssoftware (z. B. Antivirussoftware, Sicherungssoftware, Software für die Verwaltung virtueller Computer usw.) kann auf dem physikalischen Stammcomputer bereitgestellt werden. Auf dem Stammcomputer dürfen keine anderen serverbasierten Anwendungen (z. B. Exchange Server, SQL Server, Active Directory, SAP usw.) installiert sein. Der Stammcomputer sollte für die Ausführung der virtuellen Gastcomputer reserviert sein.
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Microsoft unterstützt keine Kombination von Exchange-Clusterlösungen (d. h. fortlaufende Clusterreplikation (Cluster Continuous Replication, CCR) und Einzelkopiecluster (Single Copy Clusters, SCC)) mit hypervisorbasierten Clustern, Hochverfügbarkeits- oder Migrationslösungen (z. B. die Schnellmigration von Hyper-V). CCR und SCC werden in Hardwarevirtualisierungsumgebungen unterstützt, wenn in der Virtualisierungsumgebung keine geclusterten Stammserver bereitgestellt werden.
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Einige Hypervisors enthalten Funktionen zum Erstellen von Snapshots virtueller Computer. Snapshots virtueller Computer erfassen den Status eines virtuellen Computers, während dieser ausgeführt wird. Diese Funktion ermöglicht das Erstellen mehrerer Snapshots eines virtuellen Computers und das anschließende Zurücksetzen des virtuellen Computers auf einen vorherigen Status, indem der Snapshot auf den virtuellen Computer angewendet wird. Snapshots virtueller Computer sind jedoch nicht anwendungsaktiviert. Ihre Verwendung kann zu nicht beabsichtigten und unerwarteten Folgen für eine Serveranwendung führen, die Statusdaten verwaltet – wie z. B. Exchange Server. Aus diesem Grund wird das Erstellen von Snapshots eines virtuellen Exchange-Gastcomputers nicht unterstützt.
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Bei vielen Hardwarevirtualisierungsprodukten können Sie die Anzahl der virtuellen Prozessoren angeben, die jedem virtuellen Gastcomputer zugewiesen werden sollen. Die virtuellen Prozessoren auf dem virtuellen Gastcomputer verwenden eine feste Anzahl logischer Prozessoren im physikalischen System gemeinsam. Exchange unterstützt ein Verhältnis von virtuellen zu logischen Prozessoren von maximal 2:1. Ein Dualprozessorsystem mit Quad-Core-Prozessoren enthält z. B. insgesamt 8 logische Prozessoren im Hostsystem. Weisen Sie in einem System mit dieser Konfiguration der Kombination aller virtuellen Gastcomputer nicht mehr als insgesamt 16 virtuelle Prozessoren zu.
Leistungs- und Skalierbarkeitserwägungen
Wenn Exchange 2007 SP1 auf einem virtuellen Gastcomputer ausgeführt wird, ändern sich die Exchange Server-Entwurfsanforderungen aus Anwendungssicht nicht. Die Größe des virtuellen Exchange Server-Gastcomputers muss ausreichen, um die Arbeitslast verarbeiten zu können. Die Skalierung eines virtualisierten Servercomputers mit Exchange erfolgt analog zur Skalierung eines nicht virtualisierten Servercomputers mit Exchange. Die Serverfunktionen Mailbox, ClientAccess und Transport müssen immer unter Leistungs-, Kapazitäts- und Zuverlässigkeitsaspekten geplant werden. Außerdem müssen ihnen basierend auf den Auslastungsprofilen des Systems Ressourcen zugewiesen werden, die für die Verarbeitung der Systemlast ausreichend sind. Details zu und Anweisungen zum Skalieren der Exchange-Serverfunktionen finden Sie in den folgenden Dokumenten:
Erwägungen für virtuelle Computer
Die folgenden Erwägungen beziehen sich auf virtuelle Exchange-Gastcomputer:
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Wenn Sie die Gesamtanzahl der zugewiesenen virtuellen Prozessoren berechnen, müssen Sie die Anforderungen des Stammbetriebssystems berücksichtigen. Viele Hardwarevirtualisierungsprodukte (z. B. Hyper-V) weisen dem Betriebssystem des Stammcomputers virtuelle Prozessoren zu. Die Anzahl der verfügbaren virtuellen Prozessoren, die dem Stammcomputer zugewiesen werden, ist unterschiedlich und basiert auf der Anzahl der physikalischen Prozessoren und Cores im Stammcomputer sowie anderen Konfigurationseinstellungen. Im Fall von Hyper-V ist die Anzahl der dem Stammcomputer zugewiesenen virtuellen Prozessoren mit der Anzahl der physikalischen Prozessor-Cores im Stammcomputer identisch. Diese Anzahl stellt häufig einen Wert dar, der im Allgemeinen größer als in den meisten Exchange-Konfigurationen erforderlich ist.
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Wenn Sie die Gesamtanzahl der virtuellen Prozessoren berechnen, die für den Stammcomputer erforderlich sind, müssen Sie E/A- und Betriebssystemanforderungen berücksichtigen. In den meisten Fällen ist die Anzahl der virtuellen Prozessoren, die im Stammbetriebssystem für ein System erforderlich sind, das virtuelle Exchange-Computer hostet, 2. Dieser Wert sollte als Basis für den virtuellen Prozessor des Stammbetriebssystems verwendet werden, wenn das Gesamtverhältnis von physikalischen Cores zu virtuellen Prozessoren berechnet wird. Wenn die Leistungsüberwachung des Stammbetriebssystems anzeigt, das eine größere Prozessorauslastung als das Äquivalent von 2 Prozessoren vorliegt, sollten Sie die Anzahl der virtuellen Prozessoren entsprechend verringern, die virtuellen Gastcomputern zugewiesen sind. Stellen Sie außerdem sicher, dass das Gesamtverhältnis von virtuellen Prozessoren zu physikalischen Cores nicht größer als 2:1 ist.
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Das Speicher- und Netzwerkdesign des Exchange-Gastcomputers macht zusätzliche Erwägungen für den Stammcomputer erforderlich. Dies gilt insbesondere für die Auswirkungen der CPUs auf den Stammcomputer. In einigen Hardwarevirtualisierungsumgebungen (wie z. B. Hyper-V) werden alle E/A-Anforderungen, die von virtuellen Gastcomputern vorgenommen werden, durch den Stammcomputer verarbeitet. In diesen Umgebungen wird empfohlen, keine weiteren E/A-intensiven Anwendungen (z. B. Microsoft SQL Server) auf Gastcomputern bereitzustellen, die auf dem gleichen Stammcomputer wie Exchange Server-Gastcomputer gehostet werden.
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Das Hinzufügen einer Virtualisierungsschicht zu einem Servercomputer mit Exchange (wobei Exchange einen virtuellen Gastcomputer ausführt) bedeutet, dass zusätzliche Komponenten vorhanden sind, die auf Leistung und Verfügbarkeit überwacht werden müssen. Die folgenden zusätzlichen Erwägungen sind beim Überwachen von Exchange in einer virtuellen Umgebung zu berücksichtigen:
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CPU-Zyklen in einem virtuellen Gastcomputer treten relativ zu CPU-Zeitscheiben auf dem Stammcomputer auf. Dieses Verhalten bewirkt, dass die Werte für CPU-bezogene Leistungsindikatoren in einem virtuellen Gastcomputer von den vom Stammcomputer gemeldeten Werten abweichen. Die von den einzelnen Systemen gemeldeten Werte sind jedoch richtig, weil sie auf der Sicht des Systems und der Art und Weise basieren, auf die Prozessorressourcen von den Stamm- und Gastcomputern gemeinsam verwendet werden. Weitere Informationen zu diesem Sachverhalt in einer Hyper-V-Umgebung finden Sie unter Hyper-V: Clocks lie... which performance counters can you trust? (englischsprachig).
Hinweis: |
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Der Inhalt jedes Blogs und die zugehörige URL kann ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Der Inhalt jedes Blogs wird "WIE BESEHEN" ohne Gewährleistungen bereitgestellt und überträgt keine Rechte. Die Verwendung der enthaltenen Skriptbeispiele bzw. des enthaltenen Codes unterliegt den in den Microsoft – Nutzungsbedingungen (englischsprachig) angegebenen Bedingungen.
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Exchange-spezifische Leistungsindikatoren sind nur auf dem Gastcomputer verfügbar. Der Stammcomputer veröffentlicht nur Leistungsdaten für Ressourcen, die er direkt verwendet, sowie Leistungsindikatoren, die sich auf die Hostumgebung beziehen (z. B. die Leistungsindikatoren von Hyper-V). Der Stammcomputer veröffentlicht keine Exchange-spezifischen Leistungsdaten.
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Virtuelle Gastcomputer auf einigen Hypervisors zeigen Prozessor-Core-Skalierbarkeitstrends an, die sich von Prozessorskalierbarkeitstrends unterscheiden, die von physikalischen Computern angezeigt werden. Es ist wichtig, die konfigurierten virtuellen Gastcomputer ausführlichen Belastungstests zu unterziehen, bevor diese in die Produktion übernommen werden.
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Einige Hypervisors umfassen Ressourcensteuerungsfunktionen, die die gleichmäßige Verteilung von Ressourcen auf die Gastcomputer ermöglichen. In einer Hyper-V-Umgebung können Sie z. B. einen Prozentsatz der Prozessorressourcen angeben, der für jeden Gastcomputer reserviert ist. Dieser Prozentsatz wird als Reserve des virtuellen Computers bezeichnet. Sie können auch einen maximalen Prozentsatz von Prozessorressourcen angeben, der von jedem Gastcomputer verwendet werden kann. Dieser Prozentsatz wird als Grenzwert des virtuellen Computers bezeichnet. Außerdem können Sie jedem Gastcomputer eine relative Gewichtung zuweisen, die vorschreibt, wie Ressourcen zugewiesen werden sollen, wenn mehrere Gastcomputer ausgeführt werden und um Ressourcen konkurrieren. In den meisten Umgebungen können die Ressourcensteuerungs-Standardeinstellungen des Hypervisors beibehalten werden. Es wird empfohlen, die Konfigurations- und Optimierungsinformationen des Hypervisorherstellers zu beachten.
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Für die Unterstützung großer Postfächer (mindestens 1 GB) ist die Verwendung fortlaufender Clusterreplikation oder hardwarebasierter VSS-Lösungen erforderlich. Der Einsatz einer hardwarebasierten VSS-Lösung ist in einer Hardwarevirtualisierungsumgebung nicht möglich.
Erwägungen zur Hochverfügbarkeit und Notfallwiederherstellung
Exchange 2007 enthält zahlreiche Funktionen für Hochverfügbarkeit und Notfallwiederherstellung wie etwa die fortlaufende lokale Replikation (Local Continuous Replication, LCR), die fortlaufende Clusterreplikation (Cluster Continuous Replication, CCR), die fortlaufende Standbyreplikation (Standby Continuous Replication, SCR) und Einzelkopiecluster (Single Copy Cluster, SCC). Alle vier Konfigurationen werden in einer virtualisierten Umgebung unterstützt.
Hardwarevirtualisierungssoftware enthält ggf. Funktionen, die Clustering oder Portabilität virtueller Gastcomputer über mehrere physikalische Stammcomputer hinweg unterstützen. Hyper-V enthält z. B. eine Clusterlösung namens Schnellmigration, die Hyper-V-Hostcomputer mit Windows-Failoverclustern kombiniert. Laden Sie das Dokument Quick Migration with Hyper-V White Paper (englischsprachig) herunter, wenn Sie weitere Einzelheiten zur Schnellmigration erfahren möchten. Mit den Betriebssystemen Windows Server 2008 Enterprise und Windows Server 2008 Datacenter können Sie jeden Server, der Clientdienste zur Verfügung stellt, als virtuellen Gastcomputer auf einem physikalischen Server ausführen und den physikalischen Server als Knoten in einem Failovercluster (einer Gruppe verbundener Computer, die zusammenarbeiten, um Redundanz für Dienste zur Verfügung zu stellen) konfigurieren. In dieser Konfiguration sind andere physikalische Server im Cluster bereit, die virtuellen Gastcomputer bei Bedarf mittels Schnellmigration zu unterstützen. Die Auswirkungen der Schnellmigration auf einen Gastcomputer hängen von der Art des Ausfalls ab:
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Geplante Ausfälle Ein geplanter Ausfall tritt auf, wenn der Administrator Clusterressourcen manuell auf einen anderen Knoten im Cluster verschiebt. In diesem Szenario wird der Status des Gastcomputers angehalten und gespeichert, die Ressourcen werden auf den angegebenen Knoten übertragen, und der Gastcomputer wird dann aus dem gespeicherten Status auf dem angegebenen Knoten fortgesetzt. Aus der Sicht von Exchange treten für den Server im Allgemeinen nur unterbrochene TCP-Verbindungen auf. Für Clients tritt während des Migrationsvorgangs eine Dienstunterbrechung auf: Benutzer von Microsoft Office Outlook im zwischengespeicherten Exchange-Modus sowie Exchange ActiveSync-Clients werden für einen kurzen Zeitraum offline geschaltet, und Outlook-Benutzer im Onlinemodus sowie Benutzer von Office Outlook Web Access, POP3 und IMAP4 sind während des Migrationsvorgangs nicht in der Lage, auf ihre Postfächer zuzugreifen. Die Länge des Ausfalls hängt davon ab, wie lange es dauert, den virtuellen Computer anzuhalten, zu verschieben und fortzusetzen. Sie wird außerdem stark durch die Informationsspeicherverbindung und die Speichergröße des virtuellen Computers beeinflusst.
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Nicht geplante Ausfälle Ein nicht geplanter Ausfall tritt auf, wenn ein Fehler bewirkt, dass Clusterfailoverrichtlinien für einen aktiven Knoten ausgelöst werden. Dies ist der Fall, wenn ein Stromausfall den aktiven Knoten betrifft oder ein schwerwiegender Software- oder Hardwarefehler auftritt. In diesem Szenario ist der Gastcomputer von einem unerwarteten Stromausfall betroffen. Auf einem Exchange-Gastcomputer, der die Serverfunktion Mailbox hostet, werden die Datenbanken durch den unerwarteten Stromausfall in den Status "Dirty Shutdown" versetzt. Wenn der Exchange-Gastcomputer neu gestartet wird, führt Exchange die integrierten Wiederherstellungsprozesse nach Abstürzen aus und gibt alle Protokolldateien für alle Datenbanken wieder. Die Zeitspanne, die für den Abschluss der Wiederherstellung erforderlich ist, hängt davon ab, wie viele Protokolldateien wiedergegeben werden müssen. Alle nach dem Prüfpunkt generierten Protokolldateien müssen wiedergegeben werden. Im Allgemeinen können Sie damit rechnen, eine Wiedergaberate von mindestens zwei Protokolldateien pro Sekunde zu erzielen.
Auswählen einer Hochverfügbarkeitslösung für einen virtualisierten Computer mit Exchange Server
Es wird empfohlen, die integrierten Exchange Server-Hochverfügbarkeitslösungen für virtualisierte Servercomputer mit Exchange anstelle der durch den Hypervisor zur Verfügung gestellten Cluster- und Portabilitätslösungen (wie etwa die Schnellmigrationsfunktion von Hyper-V) zu verwenden. Die in Exchange Server enthaltenen Funktionen (insbesondere die fortlaufende Clusterreplikation (Cluster Continuous Replication, CCR)) bieten größere Vorteile als Hypervisorlösungen, die virtuelle Computer zwischen physikalischen Stammcomputern verschieben.
Der integrierte Datenreplikationsmechanismus in Exchange (fortlaufende Replikation) kann mit Windows-Failoverclustern in einer Konfiguration kombiniert werden, die als fortlaufende Clusterreplikation (Cluster Continuous Replication, CCR) bezeichnet wird. CCR kann in einer Hardwarevirtualisierungsumgebung bereitgestellt werden. Auf diese Weise wird eine Dienst- und Datenverfügbarkeitslösung für Exchange 2007 in einer virtualisierten Umgebung zur Verfügung gestellt. In einer virtualisierten CCR-Umgebung (oder SCC-Umgebung) muss jeder Gastcomputer, der ein Knoten im Cluster ist, auf separaten physikalischen Stammcomputern gehostet werden, damit echte Redundanz und Hochverfügbarkeit zur Verfügung gestellt werden.
Hinweis: |
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Die Bereitstellung von CCR oder SCC mithilfe einer Kombination aus physikalischen und virtuellen Knoten wird unterstützt. Wie bei allen Exchange-Hochverfügbarkeitskonfigurationen müssen Sie sicherstellen, dass alle Knoten groß genug sind, um die gesamte Arbeitslast während geplanten und ungeplanten Ausfällen zu verarbeiten.
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Es wird nicht empfohlen, hypervisorbasierte Migration virtueller Computer (wie z. B. die Schnellmigration von Hyper-V) für virtualisierte Servercomputer mit Exchange zu verwenden. In einer Migrationskonfiguration für virtuelle Computer kann ein nicht geplanter Ausfall zu Datenverlusten führen. In einer CCR-Umgebung wird diese Art von Datenverlust durch eine Funktion namens Transportpapierkorb weitestgehend verhindert. Der Transportpapierkorb nutzt die Redundanz in der Umgebung, um einen Teil der vom Failover betroffenen Daten erneut zur Verfügung zu stellen. Weitere Informationen finden Sie unter Fortlaufende Clusterreplikation.
Die Unterschiede zwischen Migrationslösungen für virtuelle Computer und CCR (bei Bereitstellung in einer Hardwarevirtualisierungsumgebung) werden in der folgenden Tabelle aufgeführt:
Migration virtueller Computer im Vergleich zur fortlaufenden Clusterreplikation
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Migration virtueller Computer
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Fortlaufende Clusterreplikation
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Takterkennung des Betriebssystems
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Ja
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Ja
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Takterkennung des Servercomputers mit Exchange
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Nein
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Ja
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Kopien von Exchange-Daten
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1
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2
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Erfordert freigegebenen Speicher
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Ja
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Nein
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Unterstützt Exchange-aktivierte Sicherung vom passiven Knoten
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Nein
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Ja
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Erwägungen zu Sicherung und Wiederherstellung
Exchange Server weist erhebliche E/A-Anforderungen auf. Wenn Sie große Servercomputer mit Exchange in virtuellen Gastcomputern bereitstellen, wird empfohlen, Passthroughdatenträger für die Datenspeicherung zu verwenden. Die aktuelle Implementierung von VSS in Hyper-V unterstützt keine stammbasierten Sicherungen für Passthroughdatenträger oder iSCSI-Datenträger, die mit einem iSCSI-Initiator im virtuellen Gastcomputer verbunden sind. Daher werden VSS-Sicherungen eines virtuellen Exchange-Gastcomputers, die im Stammcomputer ausgeführt werden, für Passthrough- oder iSCSI-Datenträger nicht unterstützt, die im virtuellen Gastcomputer verbunden sind.
Wenn Sie unterstützte Sicherungen eines virtualisierten Servercomputers mit Exchange mithilfe eines dieser Speichertypen ausführen möchten, müssen Sie Sicherungen aus dem virtuellen Gastcomputer ausführen. Sie können Sicherungssoftware verwenden, die die ESE-Streamingsicherungs-APIs oder eine Exchange-aktivierte, softwarebasierte VSS-Lösung (z. B. Microsoft System Center Data Protection Manager) unterstützt.
Die VSS-Sicherung eines virtuellen Exchange-Gastcomputers aus dem Stammcomputer wird unterstützt, wenn Hyper-V-VHDs (Virtual Hard Disks, virtuelle Festplatten) verwendet werden.
Einige Speicherlösungen enthalten auch vom Speicherhersteller unterstützte Methoden zum direkten Erstellen hardwarebasierter VSS-Sicherungen der Speichervolumes. Unterstützung für diese Sicherungsmethoden wird vom Speicherhersteller (nicht von Microsoft) zur Verfügung gestellt.
Speichererwägungen
Es wird empfohlen, separate LUNs, die mithilfe von RAID-Arrays (Redundant Array of Independent Disks) geschützt sind, für das Hostbetriebssystem, jeden Gastbetriebssystem-Datenträger und den gesamten Speicher des virtuellen Computers zu verwenden. Die LUNs für Datenbanken und Protokolldateien sollten gemäß den bewährten Methoden für Exchange 2007-Speicher isoliert werden. Alle Exchange 2007-Speicheranforderungen sowie die bewährten Methoden gelten für Servercomputer mit Exchange, die in einer Hardwarevirtualisierungsumgebung ausgeführt werden. Weitere Informationen zu Speicheranforderungen, Empfehlungen und bewährten Methoden für Exchange 2007 finden Sie unter Planen von Datenträgerspeicher.
Die folgende Abbildung zeigt die Speicherkonfiguration von Exchange 2007 in einer Hyper-V-Umgebung.
Speicherkonfiguration von Exchange 2007 in einer Hyper-V-Umgebung.gif)
Speicheranforderungen des virtuellen Gastcomputers
Das Betriebssystem für einen Exchange-Gastcomputer muss einen Datenträger mit fester Größe verwenden, der eine Mindestgröße besitzt, die 15 GB zuzüglich der Größe des virtuellen Speichers aufweist, der dem Gastcomputer zugewiesen wird. Diese Anforderung muss erfüllt werden, um die Datenträgeranforderungen des Betriebssystems und der Auslagerungsdatei zu berücksichtigen. Wenn dem Gastcomputer z. B. 16 GB Speicher zugewiesen werden, beträgt der Mindestspeicherplatz des Datenträgers für das Gastbetriebssystem 31 GB.
Außerdem besteht die Möglichkeit, dass verhindert wird, dass virtuelle Gastcomputer direkt mit im Stammcomputer installierten Fibre Channel- oder SCSI-Hostbusadaptern (HBAs) kommunizieren. In diesem Fall müssen Sie die Adapter im Betriebssystem des Stammcomputers konfigurieren und die LUNs für die virtuellen Gastcomputer als virtuelle Datenträger fester Größe oder Passthroughdatenträger darstellen.
Speicheranforderungen des Stammcomputers
Jeder Stammcomputer weist Mindestanforderungen an den Speicherplatz auf dem Datenträger auf, die erfüllt werden müssen:
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Stammcomputer in einigen Hardwarevirtualisierungsanwendungen erfordern ggf. Speicherplatz für ein Betriebssystem und seine Komponenten. Wenn z. B. Windows Server 2008 mit Hyper-V ausgeführt wird, benötigen Sie mindestens 10 GB, um die Windows Server 2008 – Systemanforderungen für das Betriebssystem zu erfüllen. Außerdem ist weiterer Speicherplatz erforderlich, um die Auslagerungsdatei des Betriebssystems, Verwaltungssoftware und Dateien für die Wiederherstellung nach einem Systemabsturz (Abbilddateien) zu unterstützen.
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Einige Hypervisors verwalten Dateien auf dem Stammcomputer, die für jeden virtuellen Gastcomputer eindeutig sind. In einer Hyper-V-Umgebung wird z. B. eine temporäre Arbeitsspeicherdatei (BIN-Datei) für jeden Gastcomputer erstellt und verwaltet. Die Größe jeder BIN-Datei ist mit der Größe des Arbeitsspeichers identisch, der dem Gastcomputer zugewiesen wurde. Außerdem werden ggf. weitere Dateien auf dem Hostcomputer für jeden Gastcomputer erstellt und verwaltet.
Exchange Server-Speicheranforderungen und -empfehlungen
Die folgenden Anforderungen und Empfehlungen gelten für Speicher, der mit einem virtualisierten Servercomputer mit Exchange verbunden ist:
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Jedem Exchange Server-Gastcomputer muss ausreichender Speicherplatz auf dem Stammcomputer für den Datenträger mit fester Größe zugewiesen werden, der das Betriebssystem des Gastcomputers, temporäre Arbeitsspeicherdateien in Gebrauch und zugehörige Dateien des virtuellen Computers enthält, die auf dem Hostcomputer gehostet werden. Außerdem müssen Sie jedem Exchange-Gastcomputer ausreichenden Speicherplatz für die Nachrichtenwarteschlangen auf Hub-Transport- und Edge-Transport-Servern sowie für die Datenbanken und Protokolldateien auf Postfachservern zuweisen.
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Von Exchange verwendeter Speicher sollte in Datenträgerspindles gehostet werden, die von dem Speicher getrennt sind, der das Betriebssystem des virtuellen Gastcomputers hostet.
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Die Leistung virtueller Datenträger ist ggf. nicht so gut wie die anderer Datenträgertypen. Lesen Sie die Leistungs- und Skalierbarkeitsdokumentation Ihres Hypervisorherstellers, um sich zu informieren, wie die Exchange-E/A durch die Verwendung anderer Speicheroptionen ggf. beeinflusst wird.
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Es wird empfohlen, SCSI-Passthroughspeicher zum Hosten von Transport- und Postfachdatenbanken sowie Transaktionsprotokolldateien zu verwenden. Die Verwendung von Passthroughdatenträgern schränkt zwar die Portabilität virtueller Computer ein, diese Konfiguration stellt jedoch erfahrungsgemäß die beste Leistung aller Speicheroptionen für einen virtualisierten Servercomputer mit Exchange zur Verfügung.
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Bei der Verwendung von iSCSI-Speicher wird die beste Leistung erzielt, wenn die iSCSI-Initiator-Komponente auf dem Hostcomputer konfiguriert wird und die Datenträger für den Gastcomputer als Passthroughdatenträger dargestellt werden. Es wird empfohlen, Gigabit-Ethernet-Geschwindigkeiten oder schneller für den iSCSI-Speicher zu verwenden und das iSCSI-Speichernetzwerk vom gesamten anderen Datenverkehr zu isolieren. Außerdem wird empfohlen, dedizierte physikalische Netzwerkschnittstellenkarten für den iSCSI-Netzwerkdatenverkehr zu verwenden. In einer Hyper-V-Umgebung wird zudem empfohlen, die dedizierten physikalischen iSCSI-Netzwerkkarten für die Verwendung von Jumbo-Frames zu konfigurieren und nicht an einen virtuellen Netzwerk-Switch zu binden.
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Die Konfiguration von iSCSI-Speicher für die Verwendung eines iSCSI-Initiators in einem virtuellen Exchange-Gastcomputer wird unterstützt. In dieser Konfiguration ist jedoch die Leistung verringert, weil der Netzwerkstack in einem virtuellen Computer nicht den vollen Funktionsumfang wie ein nicht virtualisierter Netzwerkstack aufweist (ein virtueller Netzwerkstack unterstützt z. B. keine Jumbo-Frames). Da der iSCSI-Speicher jedoch direkt mit dem iSCSI-Initiator des Gastsystems verbunden und nicht als Passthroughdatenträger konfiguriert ist, besitzt der virtuelle Computer eine höhere Portabilität.
Netzwerkaspekte
Es werden spezifische Netzwerkkonfigurationen empfohlen, wenn Exchange 2007 in einer Hardwarevirtualisierungsumgebung ausgeführt wird. Diese Konfigurationen basieren darauf, ob Exchange für hohe Verfügbarkeit bereitgestellt wird.
In Umgebungen, die nicht für hohe Verfügbarkeit bereitgestellt sind (z. B. keine CCR, keine SCC, keine Schnellmigration), empfiehlt sich die Einhaltung der Planungs- und Bereitstellungsrichtlinien des Hypervisor-Anbieters. Im Falle von Hyper-V empfiehlt sich beispielsweise die Befolgung der Richtlinien im Hyper-V Planning and Deployment Guide (englischsprachig) sowie im Microsoft Hyper-V Server 2008 Configuration Guide (englischsprachig).
Für Umgebungen, die für hohe Verfügbarkeit bereitgestellt sind (z. B. CCR oder SCC), empfiehlt es sich, mindestens zwei physische Netzwerkschnittstellenkarten im Stammcomputer zu betreiben. Eine Netzwerkkarte muss dediziert für den Hypervisor-Stammcomputer zur Verfügung stehen, die andere dediziert für die virtuellen Gastcomputer. Zusätzliche, gesonderte Netzwerkkarten müssen für jeden iSCSI-Speicher verwendet werden, der vom Stamm- oder den Gastcomputern verwendet wird.