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Übersicht über die Exchange-Verwaltungsshell

Gilt für: Exchange Server 2010

Letztes Änderungsdatum des Themas: 2009-09-11

Die Exchange-Verwaltungsshell, die auf der Windows PowerShell-Technologie basiert, bietet eine leistungsstarke Befehlszeilenschnittstelle für Microsoft Exchange Server 2010, die die Automatisierung von Verwaltungsaufgaben ermöglicht. Mit der Shell können Sie jeden Aspekt von Exchange verwalten. Sie können neue E-Mail-Konten aktivieren, SMTP-Connectors konfigurieren, Datenbankeigenschaften und Transport-Agents speichern und viele weitere Aufgaben ausführen. Mit der Shell können alle über die Exchange-Verwaltungskonsole und die Exchange-Webschnittstelle ausführbaren Aufgaben und auch die nicht über diese Schnittstellen ausführbaren Aufgaben ausgeführt werden. Faktisch ist es so, dass beim Ausführen einer Aufgabe über die Konsole und die Webschnittstelle die Shell von diesen Schnittstellen dazu verwendet wird.

Die Shell stellt zudem eine stabile und flexible Skriptplattform bereit, mit der die Komplexität aktueller Microsoft Visual Basic-Skripts verringert werden kann. Aufgaben, für die zuvor viele Zeilen in Visual Basic-Skripts erforderlich waren, können nun über die Shell mit nur einer Codezeile ausgeführt werden. Die Shell bietet diese Flexibilität, da in ihr nicht Text als Grundlage für die Interaktion mit dem System verwendet wird, sondern ein Objektmodell, das auf der Microsoft .NET-Plattform basiert. Dieses Objektmodell ermöglicht es den Shell-Cmdlets, die Ausgabe eines Befehls während der Ausführung für nachfolgende Befehle zu übernehmen.

Wenn Sie sofort mit der Verwendung der Shell beginnen möchten, finden Sie entsprechende Informationen unter Grundlagen der Exchange-Verwaltungsshell. Andernfalls finden Sie im vorliegenden Thema weitere Informationen zur Shell in Exchange 2010.

In der Shell von Exchange 2010 werden zwei Methoden verwendet, um Verbindungen mit Servern mit Exchange 2010 herzustellen: lokale Shell und Remoteshell. In den folgenden Abschnitten werden diese Konzepte beschrieben.

In Microsoft Exchange Server 2007 besteht die Shell aus einem Windows PowerShell-Host, einem Windows PowerShell-Snap-In, das alle Exchange-Cmdlets enthält, und einigen weiteren benutzerdefinierten Skripts. Durch das Laden dieser drei Komponenten ist es möglich, Exchange-Cmdlets auf dem Exchange-Server auszuführen, auf dem Sie die Shell geöffnet haben.

Wenn Sie Windows PowerShell auf einem Computer öffnen, erstellen Sie eine lokale Sitzung. Einfach ausgedrückt: Eine Sitzung ist eine Umgebung, in der Windows PowerShell ausgeführt wird. Cmdlets, Variablen und andere Windows PowerShell-Komponenten innerhalb derselben Sitzung können Daten gemeinsam nutzen. In Exchange 2007 werden Cmdlets immer in der lokalen Sitzung auf dem lokalen Server mit Exchange 2007 ausgeführt. Auch wenn Sie ein Objekt ändern, das sich auf einem anderen Server befindet, wird das Cmdlet immer auf dem lokalen Exchange-Server ausgeführt.

Mit Ausnahme der Edge-Transport-Serverrolle wird die lokale Shell in Exchange 2010 nicht verwendet. Stattdessen wird ein neues Konzept, die sogenannte Remoteshell, verwendet, die im nächsten Abschnitt erläutert wird.

Mit Exchange 2010 können Sie eine Verbindung zu einer Remotesitzung auf einem Remotecomputer mit Exchange 2010 herstellen, um Befehle auf diesem Remotecomputer auszuführen. Unabhängig davon, ob Sie die Shell für die Verwaltung eines Servers verwenden, zu dem eine physikalische Verbindung besteht, oder für die Verwaltung eines Servers an einem weit entfernten Standort, wird die Remoteshell verwendet, um den Vorgang in Exchange 2010 auszuführen. Nur von der Edge-Transport-Serverrolle wird die Remoteshell nicht verwendet.

Die Remoteshell verhält sich fast genauso wie die Shell in Exchange 2007. Mit Ausnahme von Funktionsänderungen, die mit der Versionsänderung vorgenommen wurden, können Sie die Shell in der Regel ebenso wie in Exchange 2007 verwenden. Wenn die Exchange-Verwaltungstools installiert sind und Sie die Shell verwenden möchten, sollten Sie sich an das im Thema Öffnen der Shell beschriebene Verfahren halten.

Wenn Sie in Exchange 2010 auf die Verknüpfung "Shell" klicken, wird Windows PowerShell geöffnet. Anders als in Exchange 2007 wird kein Windows PowerShell-Snap-In für Exchange geladen. Stattdessen wird von Windows PowerShell mithilfe einer neuen, erforderlichen Komponente, der Windows-Remoteverwaltung 2.0, eine Verbindung zum nächstgelegenen Server mit Exchange 2010 hergestellt. Danach werden Authentifizierungsprüfungen vorgenommen, und eine Remotesitzung wird erstellt, die Sie verwenden können. Beim Erstellen der Remotesitzung erhalten Sie lediglich Zugriff auf die Cmdlets und Parameter, die den Ihnen zugewiesenen Verwaltungsrollen zugeordnet sind. Weitere Informationen zu Verwaltungsrollen finden Sie unter Grundlegendes zur rollenbasierten Zugriffssteuerung.

Ein Vorteil der Remoteshell ist, dass Sie keine Exchange-spezifischen Tools auf dem Computer installieren müssen. Sofern Windows PowerShell und die Windows-Remoteverwaltung auf einem beliebigen Clientcomputer unter Windows Vista mit Service Pack 1 (SP1) oder Windows Server 2008 installiert sind, können Sie eine Verbindung zu einem Remotecomputer mit Exchange 2010 herstellen, um ihn zu verwalten. Doch obgleich es möglich ist, einen Server mit Exchange 2010 ausschließlich mit Windows PowerShell und der Windows-Remoteverwaltung zu verwalten, empfiehlt es sich, die Exchange-Verwaltungstools auf jedem Computer zu installieren, den Sie für die Verwaltung von Exchange 2010 verwenden. Wenn die Exchange-Verwaltungstools nicht installiert sind, müssen Sie manuell eine Verbindung zum Remoteserver mit Exchange 2010 herstellen. Außerdem können Sie in diesem Fall nicht auf die zusätzlichen Funktionen zugreifen, die von den Exchange-Verwaltungstools bereitgestellt werden.

Weitere Informationen zum Herstellen einer Verbindung zum Server mit Exchange 2010, ohne dass die Exchange-Verwaltungstools installiert sind, finden Sie unter Erstellen einer manuellen Remoteshellverbindung.

In Exchange 2010 wird die lokale Shell nur von der Edge-Transport-Serverrolle verwendet. Der Grund hierfür ist, dass jeder Computer, auf dem die Edge Transport-Serverrolle ausgeführt wird, separat verwaltet wird und dass die Edge-Transport-Serverrolle nicht die Active Directory-Domänendienste (Active Directory Domain Services, AD DS) verwendet. Anhand des unter Öffnen der Shell beschriebenen Verfahrens können Sie die Shell auf einem Edge-Transport-Server öffnen.

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