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Clientzugriffsserver

 

Gilt für: Exchange Server 2013

Letztes Änderungsdatum des Themas: 2012-10-13

Bei Microsoft Exchange 2013 wurden größere Änderungen an der Architektur von Exchange-Serverrollen vorgenommen. Anstelle der fünf Serverrollen, die in Exchange 2010 und Exchange 2007 vorhanden waren, wurde die Anzahl von Serverrollen in Exchange 2013 auf zwei verringert: den Clientzugriffsserver und den Postfachserver.

HinweisAnmerkung:
Exchange 2013 kann mit der Exchange 2010-Edge-Serverrolle verwendet werden.

Der Postfachserver umfasst alle traditionellen Serverkomponenten aus Exchange 2010: die Clientzugriffsprotokolle, den Transportdienst, die Postfachdatenbanken und Unified Messaging (der Clientzugriffsserver leitet den von eingehenden Anrufen generierten SIP-Datenverkehr an den Postfachserver um). Der Postfachserver verarbeitet alle Vorgänge für die aktiven Postfächer auf diesem Server. Weitere Informationen zum Exchange 2013-Postfachserver finden Sie unter Postfachserver.

Der Clientzugriffsserver stellt Authentifizierung, eingeschränkte Umleitung und Proxydienste bereit und bietet alle üblichen Clientzugriffsprotokolle: HTTP, POP und IMAP und SMTP. Der Clientzugriffsserver ist ein zustandsloser Thin-Server, auf dem kein Datenrendering durchgeführt wird. Auf einem Clientzugriffsserver werden keine Daten gespeichert oder in Warteschlangen gestellt. Weitere Informationen zur neuen Exchange 2013-Architektur finden Sie unter Neues in Exchange 2013.

WarnungAchtung:
Jeder Active Directory-Standort, der einen Postfachserver umfasst, muss auch einen Clientzugriffsserver aufweisen.

Aufgrund dieser Architekturänderungen gab es Änderungen in Bezug auf die Clientkonnektivität. Erstens wird RPC nicht länger als Protokoll für den Direktzugriff unterstützt. Das bedeutet, dass die gesamte Outlook-Konnektivität mithilfe von RPC über HTTPS erfolgen muss (auch bekannt als Outlook Anywhere). Auf den ersten Blick mag dies als Einschränkung erscheinen, tatsächlich bieten sich jedoch einige zusätzliche Vorteile. Der offensichtlichste Vorteil liegt darin, dass sich der RPC-Clientzugriffsdienst nicht auf dem Clientzugriffsserver befinden muss. Für eine Lösung mit Ausfallsicherheit für Standorte sind zwei Namespaces weniger erforderlich als in Exchange 2010, und es ist nicht länger nötig, Affinitätseinstellungen für den RPC-Clientzugriffsdienst bereitzustellen. Außerdem stellen Outlook-Clients nicht länger eine Verbindung mit dem vollqualifizierten Domänennamen (Fully Qualified Domain Name, FQDN) eines Servers her, wie dies in allen vorherigen Versionen von Exchange der Fall war. Mithilfe der AutoErmittlung findet Outlook einen neuen Verbindungspunkt, der sich aus der Benutzerpostfach-GUID + @ + dem Domänenanteil der primären SMTP-Adresse des Benutzers zusammensetzt. Durch diese Änderung werden Benutzer wesentlich seltener mit der Meldung konfrontiert, dass der Administrator eine Änderung am Postfach vorgenommen hat. die einen Neustart erfordert. Nur Outlook 2007 und höhere Versionen werden mit Exchange 2013 unterstützt.

Der Clientzugriffsserver in Exchange 2013 übernimmt gewissermaßen die Funktion einer Eingangstür, durch die alle Clientanforderungen eingelassen und an die richtige aktive Postfachdatenbank weitergeleitet werden. Der Clientzugriffsserver stellt Netzwerksicherheitsfunktionen wie SSL (Secure Sockets Layer) und Clientauthentifizierung bereit und verwaltet Clientverbindungen durch Umleitungs- und Proxyfunktionalität. Der Clientzugriffsserver authentifiziert Clientverbindungen und leitet eine Anforderung in den meisten Fällen an den Postfachserver, auf dem sich die derzeit aktive Kopie der Datenbank mit dem Benutzerpostfach befindet. In manchen Fällen kann der Clientzugriffsserver die Anforderung an einen passenderen Clientzugriffsserver weiterleiten, der sich entweder an einem anderen Standort befindet oder eine aktuellere Version von Exchange Server ausführt.

Der Clientzugriffsserver besitzt folgende Merkmale:

  • Zustandsloser Server In vorherigen Versionen von Exchange war für viele Clientzugriffsprotokolle Sitzungsaffinität erforderlich. Beispielsweise verlangte Outlook Web App, dass alle Anforderungen eines bestimmten Clients von einem bestimmten Clientzugriffsserver innerhalb eines Lastenausgleichsarrays von Clientzugriffsservern verarbeitet wurden. In Exchange 2013 ist der Clientzugriffsserver zustandslos. Mit anderen Worten: Da die gesamte Verarbeitung für das Postfach auf dem Postfachserver stattfindet, spielt es keine Rolle, welcher Clientzugriffsserver in einem Array von Clientzugriffsservern die einzelnen Clientanforderungen erhält. Diese Änderung an der Funktionalität hat zur Folge, dass auf Lastenausgleichsebene keine Sitzungsaffinität mehr erforderlich ist. Hierdurch können eingehende Verbindungen mit Clientzugriffsservern anhand einfacher Techniken ausgeglichen werden, die durch eine Lastenausgleichstechnologie wie DNS-Roundrobin bereitgestellt werden können. Außerdem können Hardware-Lastenausgleichsgeräte erheblich mehr gleichzeitige Verbindungen unterstützen.

  • Verbindungspooling Die Clientzugriffsserver verarbeiten die Clientauthentifizierung und senden die AuthN-Daten an den Postfachserver. Bei dem Konto, das von den Clientzugriffsservern für die Verbindung mit den Postfachservern verwendet wird, handelt es sich um ein privilegiertes Konto, das Mitglied der Gruppe "Exchange-Server" ist. Auf diese Weise können die Clientzugriffsserver Verbindungen mit den Postfachservern effektiv in Pools zusammenfassen. Ein Array mit Clientzugriffsservern kann Millionen Clientverbindungen aus dem Internet verarbeiten; es werden jedoch wesentlich weniger Verbindungen zur Umleitung der Anforderungen an die Postfachserver als in Vorgängerversionen von Exchange verwendet. Dies verbessert die Verarbeitungseffizienz und die End-to-End-Latenz.

In Exchange 2013 gibt es mehrere wichtige Aufgaben, die auf dem Clientzugriffsserver durchgeführt werden können. Die Verwaltung digitaler Zertifikate wird hauptsächlich auf dem Clientzugriffsserver durchgeführt, ebenso wie ein Teil der Clientprotokollverwaltung für Exchange ActiveSync, POP3 und IMAP4.

 
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