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Grundlegendes zu Prozessorkonfigurationen und Exchange-Leistung

Exchange 2010
 

Gilt für: Exchange Server 2010 SP3, Exchange Server 2010 SP2

Letztes Änderungsdatum des Themas: 2011-02-10

Drei der wichtigsten bei der Auswahl der Hardware für Microsoft Exchange Server 2010 zu berücksichtigenden Faktoren sind die Wahl des Prozessors, die Menge an Arbeitsspeicher und die Auswahl der Speicherlösung. Dieses Thema enthält Richtlinien für Prozessorkonfigurationen, die gute Leistung und eine leistungsfähige Plattform für Exchange bieten.

Ausführliche Anleitungen und empfohlene Konfigurationen für Arbeitsspeicher finden Sie unter Grundlegendes zu Speicherkonfigurationen und Exchange-Leistung. Weitere Informationen zur Auswahl von Speicher finden Sie unter Grundlegendes zur Speicherkonfiguration.

Inhalt

Auswählen des geeigneten Prozessors

Hyperthreading

Empfohlene Prozessorkonfigurationen

Virtuelle Bereitstellung

Für Produktionsumgebungen müssen Sie einen mit der 64-Bit-Edition des Windows Server-Betriebssystems kompatiblen Prozessor auswählen.

Die RTM-Version (Release to Manufacturing) von Exchange 2010 wird nur in Produktionsumgebungen unterstützt, wenn die x64-Version von Exchange 2010 auf einem Computer mit x64-kompatiblen Prozessoren installiert ist, auf dem eine x64-Edition von Windows Server 2008 oder Windows Server 2008 R2 ausgeführt wird.

Sie können Prozessoren von Intel wählen, die Intel Extended Memory 64 Technology unterstützen, oder Prozessoren von AMD, die AMD64 unterstützen. Weitere Informationen zu diesen Prozessoroptionen finden Sie auf der Website zur Intel 64-Architektur oder auf der Website der AMD Opteron-Prozessorfamilie unter http://www.amd.com/us-en/Processors/ProductInformation/0,,30_118_8825,00.htm (möglicherweise in englischer Sprache).

Exchange 2010 ist ausschließlich für x64-fähige Prozessoren, wie die oben aufgeführten, ausgelegt und kann nicht auf Itanium-basierten Systemen ausgeführt werden.

Ungeachtet des gewählten Pozessors muss beim Serverprodukt das Logo "Designed for Windows" unterstützt werden. Weitere Informationen finden Sie unter Windows-Logoprogramm: Übersicht (möglicherweise in englischer Sprache). Zum Sicherstellen der Unterstützung müssen Sie einen Server auswählen, der im Windows-Serverkatalog (möglicherweise in englischer Sprache) aufgeführt ist. Wenn Ihr Server nicht aufgelistet ist, sollten Sie sich beim Hardwarelieferanten vergewissern, dass er sich in der Testphase befindet.

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Hyperthreading stellt Herausforderungen an die Kapazitätsplanung und -überwachung, und daher ist die erwartete Verringerung des CPU-Aufwands wahrscheinlich nicht gerechtfertigt. Hyperthreading sollte für Exchange-Produktionsserver standardmäßig deaktiviert werden und nur aktiviert werden, wenn es als vorübergehende Maßnahme zur Steigerung der CPU-Kapazität absolut notwendig ist, bis zusätzliche Hardware vorhanden ist.

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Die folgende Tabelle kann Ihnen bei der Auswahl von Serverhardware für Exchange 2010 helfen. In dieser Tabelle sind die Mindestanforderungen und empfohlenen maximalen Konfigurationen für Exchange 2010 basierend auf den folgenden Definitionen aufgelistet.

  • Minimum   Dies ist die minimale Prozessor- und Speicherkonfiguration, die für bestimmte Serverrollen geeignet ist. Die Mindesthardwareanforderungen müssen erfüllt sein, um Unterstützung vom Kundendienst und Support von Microsoft zu erhalten.

  • Empfohlene maximale aufgefüllte Prozessorsockets   Dies ist die empfohlene maximale Anzahl an Prozessorsockets auf der Hauptplatine, die für die aufgelisteten Rollen basierend auf Preis und erwarteter Leistung verwendet werden sollte. Bei der empfohlenen maximalen Konfiguration handelt es sich um einen Richtwert, der sich im Lauf der Zeit aufgrund von Preisänderungen und technologischen Weiterentwicklungen ändern kann. Sie ist kein Supportkriterium.

  • Empfohlene maximale Anzahl an Prozessorkernen (Annahme: 6-Kern-Prozessoren) – Beispiel   In diesem Beispiel wird die maximale empfohlene Prozessor- und Speicherkonfiguration für bestimmte Serverrollen beschrieben. Das Maximum stellt die obere Begrenzung für geeignete Speicherkonfigurationen in Hinsicht auf Preis und Leistung dar. Bei der empfohlenen maximalen Konfiguration handelt es sich um einen Richtwert. Dies ist kein Supportkriterium, und der Wert berücksichtigt nicht die Ressourcenanforderungen für Anwendungen von Drittanbietern, die möglicherweise auf den Server zugreifen oder auf diesem installiert sind. Die empfohlene maximale Konfiguration kann sich im Lauf der Zeit aufgrund von Preisänderungen und technologischen Weiterentwicklungen ändern.

HinweisAnmerkung:
Bei den folgenden Angaben wird von einem durchschnittlichen Parallelitätsprofil ausgegangen. Parallelität ist als der Prozentsatz der Gesamtanzahl von Benutzern auf einem Server definiert, die verbunden sind und den Server zu einer bestimmten Spitzenauslastungszeit verwenden. Bei einem vollständig ausgelasteten Server beträgt die Parallelität in der Regel 75 bis 80 Prozent.

Prozessorkonfigurationen für Exchange 2010-Serverrollen

Exchange 2010-Serverrolle Minimum Empfohlene maximale aufgefüllte Prozessorsockets Empfohlene maximale Anzahl an Prozessorkernen (Annahme: 6-Kern-Prozessoren) – Beispiel

Edge-Transport

1 Prozessorkern

2

12 Prozessorkerne

Hub-Transport

1 Prozessorkern

2

12 Prozessorkerne

Clientzugriff

2 Prozessorkerne

2

12 Prozessorkerne

Unified Messaging

HinweisAnmerkung:
Empfehlungen basierend auf in Standardkonfiguration bereitgestelltem Unified Messaging (Voicemailvorschau aktiviert).

2 Prozessorkerne

2

12 Prozessorkerne

Postfach

2 Prozessorkerne

2

12 Prozessorkerne

Kombination der Clientzugriffs-/Hub-Transport-Serverrolle (Clientzugriffs- und Hub-Transport-Rollen werden auf demselben physikalischen Server ausgeführt)

2 Prozessorkerne

2

12 Prozessorkerne

Mehrere (Clientzugriffs-, Hub-Transport- und Postfachserverrollen werden auf demselben physikalischen Server ausgeführt)

2 Prozessorkerne

4

24 Prozessorkerne

WichtigWichtig:
Einige Servervirtualisierungsplattformen unterstützen möglicherweise nicht die maximale Anzahl an Prozessoren, die in der Tabelle oben aufgelistet ist. Wenn Sie die Bereitstellung von Exchange-Serverrollen auf einer Virtualisierungsplattform planen, überprüfen Sie die Dokumentation der Plattform, um die maximale Anzahl unterstützter virueller Prozessoren zu bestimmen.
HinweisAnmerkung:
Die auf der Website Standard Performance Evaluation Corporation (möglicherweise in englischer Sprache) verfügbaren Bewertungen können verwendet werden, um schwer vergleichbare Prozessor- und Serverkonfigurationen in ein Verhältnis zu setzen.

Es wird eine Konfiguration für die Hub-Transport-Serverrolle empfohlen, die 8 Prozessorkerne in Organisationen umfasst, in denen Hub-Transport-Server mit mehreren Postfachservern und tausenden von Postfächern bereitgestellt werden. Server mit großen Prozessorkernen können effizient verwendet werden, wenn der Hub-Transport-Server für die Verwendung von Antivirus- und Antispamtools konfiguriert ist. Die Prozessorauslastung basiert auf verschiedenen Faktoren, wie z. B. Nachrichtenrate, durchschnittliche Nachrichtengröße, Anzahl aktivierter Transport-Agents, Antiviruskonfiguration und Anwendungen von Drittanbietern.

In der Exchange 2010-Architektur wurden die meisten clientspezifischen Funktionen vom Postfachserver auf den Clientzugriffsserver verlagert. In Exchange 2010 werden Nachrichten auf dem Clientzugriffsserver konvertiert, wenn von einem Nicht-MAPI-Client (z. B. POP3 und IMAP4) darauf zugegriffen wird. Darüber hinaus wird das Rendering für Microsoft Office Outlook Web App auf dem Clientzugriffsserver ausgeführt, im Gegensatz zum Microsoft Exchange-Informationsspeicherdienst in früheren Versionen von Exchange.

Aufgrund dieser Architekturänderungen kann der Clientzugriffsserver einen bedeutenden Teil der Verarbeitung vom Postfachserver übernehmen und ist dadurch in der Lage, 8 Prozessorkerne effektiv zu nutzen. Server mit 2 Prozessorkernen können für Clientzugriffsserver in Organisationen verwendet werden, die nicht genügend Postfächer oder einen zu geringen Nicht-MAPI-Clientverkehr aufweisen, um einen Server mit 4 Prozessorkernen zu rechtfertigen.

Es wird eine Konfiguration für die Unified Messaging-Serverrolle empfohlen, die 8 Prozessorkerne umfasst. Auf dem Unified Messaging-Server werden mehrere Kerne für verschiedene Architekturfunktionen verwendet, wie Konvertierungen von WAV in Microsoft Windows Media Audio (WMA) für Voicemailnachrichten. Server mit 2 Prozessorkernen können für Unified Messaging-Server in Organisationen verwendet werden, die nicht genügend Postfächer oder eine zu geringe Aktivität des Unified Messaging-Servers aufweisen, um einen Server mit 4 Prozessorkernen zu rechtfertigen.

Es wird eine Konfiguration für die Postfachserverrolle empfohlen, die in erster Linie auf der Anzahl der Postfächer und dem Benutzerprofil basiert. Ein Server mit 4 Prozessorkernen bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und sollte als Host für mehrere tausend Postfächer geeignet sein. Zur Skalierung für den Postfachserver sind Kenntnisse über das durchschnittliche Clientbenutzerprofil erforderlich. Für dieses Profil werden Daten mithilfe des Transportleistungsindikators aufgezeichnet, der den Gesamtnachrichtendurchsatz im Exchange-System festlegt. Sie können auch Tools von Drittanbietern verwenden.

Weitere Informationen zu Prozessoranforderungen für bestimmte Benutzerprofile (basierend auf dem Nachrichtendurchsatz) finden Sie unter Kapazitätsplanung für den Postfachserverprozessor.

Als allgemeine Richtlinie gilt, dass ein Server für mehrere Rollen so groß sein sollte, dass die Hälfte der verfügbaren Prozessorkerne für die Postfachserverrolle und die andere Hälfte für die Clientzugriffs- und Hub-Transport-Serverrolle zur Verfügung stehen. Die empfohlene maximale Prozessorkern-Konfiguration ist mit 24 Prozessorkernen für die Konfiguration für mehrere Serverrollen angegeben, womit indirekt die maximale Anzahl der Benutzer festgelegt ist, für die ein Server mit mehreren Serverrollen als Host dienen soll. Zwar können in dieser Konfiguration mehr als 24 Prozessorkerne verwendet werden, dies wird jedoch nicht empfohlen. Weitere Informationen finden Sie unter Grundlegendes zur Konfiguration mehrerer Serverrollen bei der Kapazitätsplanung. Weitere Informationen zur Kombination von Hub-Transport- und Clientzugriffs-Serverrollen finden Sie unter Grundlegendes zur kombinierten Konfiguration der Clientzugriffs- und Hub-Transport-Serverrollen bei der Kapazitätsplanung.

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Der einer Ausführung eines Gastbetriebssystems auf einem virtuellen Computer zugeordnete CPU-Aufwand lag bei Tests zwischen 9 und 12 Prozent. Ein Gastbetriebssystem auf einem virtuellen Computer konnte normalerweise zwischen 88 und 91 Prozent der CPU-Ressourcen für ein ähnliches Betriebssystem auf physikalischer Hardware zur Verfügung stellen. Es wird empfohlen, die Benutzerkapazität von Postfachservern um 10 Prozent zu reduzieren, um dem Hypervisor-Prozessor-Aufwand gerecht zu werden.

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