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Erstellen einer Datenbankverfügbarkeitsgruppe

Exchange 2010
 

Gilt für: Exchange Server 2010 SP3, Exchange Server 2010 SP2

Letztes Änderungsdatum des Themas: 2013-01-09

Eine Datenbankverfügbarkeitsgruppe ist ein Satz aus bis zu 16 Microsoft Exchange Server 2010-Postfachservern, die eine automatische Wiederherstellung auf Datenbankebene nach einem Datenbank-, Server- oder Netzwerkfehler bieten. Die Postfachserver in einer DAG überwachen sich gegenseitig auf Fehler. Wenn einer Datenbankverfügbarkeitsgruppe ein Postfachserver hinzugefügt wird, wird dieser mit den anderen Servern in der Datenbankverfügbarkeitsgruppe eingesetzt, um eine automatische Wiederherstellung auf Datenbankebene nach Datenbank-, Server- oder Netzwerkausfällen zu bieten.

Beim Erstellen einer Datenbankverfügbarkeitsgruppe geben Sie einen eindeutigen Namen mit bis zu 15 Zeichen an. Neben dem Namen für die Datenbankverfügbarkeitsgruppe muss mindestens eine IP-Adresse (IPv4 oder sowohl IPv4 als auch IPv6) für die Datenbankverfügbarkeitsgruppe zugewiesen werden. Die zugewiesenen IP-Adressen müssen sich im für das MAPI-Netzwerk vorgesehenen Subnetz befinden und verfügbar sein. Sie können der DAG statische IP-Adressen mit dem Parameter DatabaseAvailabilityGroupIpAddresses zuweisen. Wenn Sie zum Erstellen der Datenbankverfügbarkeitsgruppe die Exchange-Verwaltungskonsole oder das Cmdlet New-DatabaseAvailabilityGroup ohne den Parameter DatabaseAvailabilityGroupIpAddresses verwenden, konfiguriert der Task die Datenbankverfügbarkeitsgruppe für die Verwendung von DHCP (Dynamic Host Configuration Protocol), um die erforderlichen IPv4-Adressen abzurufen. Wenn die Datenbankverfügbarkeitsgruppe nicht DHCP verwenden soll, verwenden Sie nach der Erstellung das Cmdlet Set-DatabaseAvailabilityGroup zur Konfiguration einer oder mehrerer IP-Adressen für die Datenbankverfügbarkeitsgruppe. Wenn Ihr System für die Verwendung von IPv6 konfiguriert ist, versucht der Task zudem, der Datenbankverfügbarkeitsgruppe automatisch mindestens eine IPv6-Adresse zuzuweisen.

Optional können Sie auch einen Zeugenserver und ein Zeugenverzeichnis angeben. Bei Angabe eines Zeugenservers wird die Verwendung eines Hub-Transport-Servers empfohlen. So erhält ein Exchange-Administrator Einblick in die Verfügbarkeit des Zeugenservers.

Die folgenden Kombinationen von Optionen und Verhalten sind verfügbar:

  • Es kann lediglich ein Name für die Datenbankverfügbarkeitsgruppe angegeben werden, die Kontrollkästchen Zeugenserver and Zeugenverzeichnis müssen nicht aktiviert werden. In diesem Szenario sucht der Assistent nach einem Hub-Transport-Server, auf dem die Postfachserverrolle nicht installiert ist. Der Assistent erstellt das Standardverzeichnis und die Freigabe auf diesem Hub-Transport-Server automatisch und verwendet den Server als Zeugenserver.

  • Sie können einen Namen für die Datenbankverfügbarkeitsgruppe, den Zeugenserver, den Sie verwenden möchten, sowie das Verzeichnis, das Sie erstellen und auf dem Zeugenserver freigeben möchten, angeben.

  • Sie können einen Namen für die Datenbankverfügbarkeitsgruppe und den Zeugenserver angeben, den Sie verwenden möchten, und das Kontrollkästchen Zeugenverzeichnis deaktiviert lassen. In diesem Szenario erstellt der Assistent das Standardverzeichnis auf dem angegebenen Zeugenserver.

  • Sie können einen Namen für die Datenbankverfügbarkeitsgruppe angeben, das Kontrollkästchen Zeugenserver deaktiviert lassen, und das Verzeichnis angeben, das Sie erstellen und auf dem Zeugenserver freigeben möchten. In diesem Szenario sucht der Assistent nach einem Hub-Transport-Server, der die Postfachserverrolle nicht installiert hat, und erstellt automatisch das angegebene Verzeichnis auf dem Server, gibt das Verzeichnis frei und verwendet den Hub-Transport-Server als Zeugenserver.

WichtigWichtig:
Wenn der von Ihnen angegebene Zeugenserver kein Exchange 2010-Server ist, müssen Sie der lokalen Administratorgruppe auf dem Zeugenserver die universelle Exchange-Sicherheitsgruppe "Vertrauenswürdiges Subsystem" hinzufügen. Diese Sicherheitsrechte sind erforderlich, um sicherzustellen, dass mithilfe von Exchange ein Verzeichnis und eine Freigabe auf dem Zeugenserver bei Bedarf erstellt werden kann. Wenn die erforderlichen Berechtigungen nicht ordnungsgemäß konfiguriert werden, wird der folgende Fehler zurückgegeben:
Fehler: Fehler bei der Erkennung der Datenbankverfügbarkeitsgruppe-Topologie. Fehler: Fehler beim Ausführen eines Clustervorgangs. Fehler: Fehler für Cluster-API "AddClusterNode() (MaxPercentage=12) mit 0x80070005. Fehler: Der Zugriff wurde verweigert."

Beim Erstellen einer DAG mit Postfachserver mit Windows Server 2012 müssen Sie das Clusternetzwerkobjekt (Cluster Network Object, CNO) provisorisch bereitstellen, bevor Sie der DAG Mitglieder hinzufügen. Genaue Anweisungen finden Sie unter Provisorische Bereitstellung des Clusternamenobjekts für eine Database Availability Group.

Möchten Sie wissen, welche anderen Verwaltungsaufgaben es im Zusammenhang mit DAGs gibt? Weitere Informationen finden Sie hier: Verwalten von Datenbankverfügbarkeitsgruppen.

Bevor Sie dieses Verfahren ausführen können, müssen Ihnen die entsprechenden Berechtigungen zugewiesen werden. Informationen zu den von Ihnen benötigten Berechtigungen finden Sie unter "Database Availability Groups" im Thema Berechtigungen für hohe Verfügbarkeit.

  1. Navigieren Sie in der Konsolenstruktur zu Organisationskonfiguration > Postfach.

  2. Klicken Sie im Aktionsbereich auf Neu Datenbankverfügbarkeitsgruppe.

  3. Geben Sie auf der Seite Neue Datenbankverfügbarkeitsgruppe die folgenden Informationen für die neue Datenbankverfügbarkeitsgruppe an:

    • Name der Datenbankverfügbarkeitsgruppe   Geben Sie in diesem Feld einen gültigen und eindeutigen Namen für die Datenbankverfügbarkeitsgruppe mit bis zu 15 Zeichen ein. Der Name entspricht einem Computernamen, und in Active Directory wird ein entsprechendes Clusternamenobjekt (Cluster Name Object, CNO) mit dem Namen der Datenbankverfügbarkeitsgruppe erstellt. Der Name der DAG wird nicht von Endbenutzern oder Administratoren verwendet. Er wird ausschließlich vom System für die interne Kommunikation und für die Sicherheit der Datenbankverfügbarkeitsgruppe verwendet.

    • Zeugenserver   Aktivieren Sie dieses Kontrollkästchen, und geben Sie im dazugehörigen Textfeld einen Zeugenserver für die Datenbankverfügbarkeitsgruppe an. Wenn Sie dieses Kontrollkästchen nicht aktivieren, versucht das System, automatisch einen Hub-Transport-Server ohne Postfachserverrolle als Zeugenserver auszuwählen.

      HinweisAnmerkung:
      Bei Angabe eines Zeugenservers müssen Sie einen Hostnamen oder einen vollqualifizierten Domänennamen angeben. Die Verwendung einer IP-Adresse oder eines Platzhalternamens wird nicht unterstützt. Ferner darf der angegebene Server kein Mitglied der Datenbankverfügbarkeitsgruppe sein.
    • Zeugenverzeichnis   Aktivieren Sie dieses Kontrollkästchen, und geben Sie im dazugehörigen Textfeld den Pfad zu einem Verzeichnis an, das zum Speichern von Zeugendaten verwendet wird. Wenn das Verzeichnis nicht vorhanden ist, wird es durch das System auf dem Zeugenserver erstellt. Wenn Sie dieses Kontrollkästchen nicht aktivieren, wird das Standardverzeichnis auf dem Zeugenserver erstellt.

  4. Klicken Sie auf Neu, um die Datenbankverfügbarkeitsgruppe zu erstellen.

  5. Überprüfen Sie Folgendes auf der Seite Fertigstellung, und klicken Sie dann zum Schließen des Assistenten auf Fertig stellen:

    • Der Status Abgeschlossen zeigt an, dass der Assistent den Task erfolgreich abgeschlossen hat.

    • Der Status Fehler zeigt an, dass der Task nicht abgeschlossen wurde. Wenn beim Ausführen des Tasks ein Fehler auftritt, suchen Sie in der Zusammenfassung nach einer Erklärung, und klicken Sie dann auf Zurück, um Konfigurationsänderungen vorzunehmen.

  6. Klicken Sie auf Fertig stellen, um den Assistenten zu schließen.

Nach dem Erstellen einer Datenbankverfügbarkeitsgruppe wird diese für die Verwendung von DHCP konfiguriert. Wenn die Datenbankverfügbarkeitsgruppe nicht DHCP verwenden soll, verwenden Sie das Cmdlet Set-DatabaseAvailabilityGroup zur Konfiguration einer oder mehrerer IP-Adressen für die Datenbankverfügbarkeitsgruppe.

Bevor Sie dieses Verfahren ausführen können, müssen Ihnen die entsprechenden Berechtigungen zugewiesen werden. Informationen zu den von Ihnen benötigten Berechtigungen finden Sie unter "Database Availability Groups" im Thema Berechtigungen für hohe Verfügbarkeit.

In diesem Beispiel wird eine Datenbankverfügbarkeitsgruppe namens "DAG1" erstellt, die für die Verwendung des Zeugenservers "EXHUB1" und eines lokalen Verzeichnisses "C:\DAG1" konfiguriert ist. Die Datenbankverfügbarkeitsgruppe "DAG1" wird zudem für die Verwendung von DHCP für ihre IP-Adressen konfiguriert.

New-DatabaseAvailabilityGroup -Name DAG1 -WitnessServer EXHUB1 -WitnessDirectory C:\DAG1

In diesem Beispiel wird eine Datenbankverfügbarkeitsgruppe "DAG2" erstellt. Das System wählt automatisch einen Hub-Transport-Server ohne die Postfachserverrolle am selben Standort wie die Datenbankverfügbarkeitsgruppe als Zeugenserver. "DAG2" wird eine einzelne statische IP-Adresse zugewiesen, da alle Mitglieder sich im selben Subnetz befinden.

New-DatabaseAvailabilityGroup -Name DAG2 -DatabaseAvailabilityGroupIPAddresses 10.0.0.8

In diesem Beispiel wird eine Datenbankverfügbarkeitsgruppe "DAG3" erstellt. Die Datenbankverfügbarkeitsgruppe "DAG3" wird für die Verwendung des Zeugenservers "EXHUB2" und eines lokalen Verzeichnisses "C:\DAG3" konfiguriert. "DAG3" werden mehrere statische IP-Adressen zugeordnet, da seine Mitglieder sich in verschiedenen Subnetzen befinden.

New-DatabaseAvailabilityGroup -Name DAG3 -WitnessServer EXHUB2 -WitnessDirectory C:\DAG3 -DatabaseAvailabilityGroupIPAddresses 10.0.0.8,192.168.0.8

In diesem Beispiel wird eine Datenbankverfügbarkeitsgruppe "DAG4" erstellt, die für die Verwendung von DHCP konfiguriert ist. Der Zeugenserver wird darüber hinaus durch das System automatisch ausgewählt, und das Standardzeugenverzeichnis wird erstellt.

New-DatabaseAvailabilityGroup -Name DAG4
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