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Grundlegendes zur Exchange-Leistung

Gilt für: Exchange Server 2010

Letztes Änderungsdatum des Themas: 2010-01-26

Die Feinabstimmung eines Systems auf seine optimale Leistung ist ein iterativer Prozess. Sie müssen sich die Zeit nehmen, alle Variablen nachzuvollziehen, die sich auf Ihr System auswirken. Hierzu gehören Benutzerprofile, Architektur und Hardware. Mit diesen Kenntnissen können Sie Richtwerte für Ihre Systeme erstellen und Anpassungen vornehmen, um die Systemleistung zu steigern.

Grundsätzlich wird die höchstmögliche Leistung eines Servers durch die Komponente mit der geringsten Leistung festgelegt. Diese bildet den Engpass des Systems. Um die Leistung zu verbessern, müssen solche Engpässe erkannt, deren Gründe ermittelt und die richtigen Maßnahmen zu ihrer Beseitigung durchgeführt werden.

Während Sie Ihre Microsoft Exchange Server 2010-Bereitstellung planen, können Sie Ihre Umgebung anhand der Themen in diesem Abschnitt für eine hohe Leistung entwerfen und optimieren:

Die Leistung und die Skalierbarkeit eines Systems stehen in einem engen Zusammenhang. Wenn Sie die Faktoren, von denen die Leistung der Systemkomponenten abhängt, genau kennen, können Sie die Komponenten mit Skalierbarkeit bereitstellen, sodass sie hohen Belastungen standhalten.

Im vorliegenden Thema finden Sie folgende Informationen:

Zur Verwendung mit Exchange 2010 stehen mehrere Tools zum Messen der Leistung zur Verfügung, einschließlich Jetstress und Load Generator (LoadGen). Das Betriebssystem Windows Server 2008 umfasst außerdem einige allgemeine Leistungstools wie den Windows-Systemmonitor.

Zusätzlich zur Verwendung dieser Tools sollten Sie auch die aktuelle Benutzerlast analysieren, um eine Baseline für die minimalen Serveranforderungen zu erstellen. Eine der größten Herausforderungen besteht darin nachzuvollziehen, wie die Benutzer das System verwenden. Der Exchange Server Profile Analyzer kann Ihnen für die Analyse der aktuellen Benutzerlasten hilfreiche Daten bereitstellen. Nach dem Ermitteln der Hardware-Anforderungen sollten Sie einen Pilotversuch durchführen, um ein zufrieden stellendes Leistungsniveau sicherzustellen.

Weitere Informationen finden Sie unter Tools für die Bewertung von Leistung und Skalierbarkeit.

Bei der Auswahl der Hardware für Ihre Exchange-Server müssen Sie viele Aspekte berücksichtigen. Die für Ihre Exchange-Bereitstellung ausgewählte Hardware hat den stärksten Einfluss auf die Leistung. Zwei der wichtigsten auszuwertenden Ressourcen sind Prozessor und Arbeitsspeicher. Da die Gesamtleistung von zahlreichen Variablen abhängig ist, kann die genaue Auswirkung einer hohen Serverauslastung auf die Leistung einer bestimmten Hardwarekomponente kaum vorausgesagt werden. Die folgenden Definitionen gelten für die Begriffe "Minimum", "Maximum" und "Empfohlen":

Minimum   Dies ist die minimale Prozessor- und Speicherkonfiguration, die für bestimmte Exchange 2010-Serverrollen geeignet ist (auch in den Systemanforderungen definiert). Die Mindesthardwareanforderungen müssen erfüllt sein, um Anspruch auf Microsoft Customer Service and Support zu haben.

Maximum   Dies ist die maximal empfohlene Prozessor- und Speicherkonfiguration für bestimmte Exchange 2010-Serverrollen. Das Maximum stellt die obere Begrenzung für geeignete Prozessor- und Speicherkonfigurationen für Exchange 2010 in Hinsicht auf Preis und Leistung dar. Das Maximum ist eine Richtlinie und kein Supportkriterium. Die Ressourcenanforderungen von Drittanbieteranwendungen werden hierbei nicht berücksichtigt. Das empfohlene Maximum kann sich im Lauf der Zeit aufgrund von Preisänderungen und technologischen Weiterentwicklungen ändern.

Empfohlen   Dies ist die empfohlene Prozessor- und Speicherkonfiguration für bestimmte Exchange 2010-Serverrollen. Bei der empfohlenen Konfiguration handelt es sich um diejenige, die im Hinblick auf Preis und Leistung optimal ist. Außerdem sind bei der empfohlenen Konfiguration die Prozessor- und Speicherkapazität aufeinander abgestimmt. Das Ziel ist es, die Speicherkonfiguration so auf die Prozessorkonfiguration abzustimmen, dass die Prozessoren effektiv vom System genutzt werden, ohne dass ein Engpass aufgrund des Arbeitsspeichers entsteht oder umgekehrt.

Exchange 2010 zeigt deutliche Vorteile, wenn es auf Multi-Core-Prozessoren ausgeführt wird. Der durch die Multi-Core-Technologie erzielte Leistungsvorteil für Exchange hängt von dem jeweiligen genutzten Prozessor ab. Multi-Core-Prozessoren stellen aufgrund von Preis und Leistung eine attraktive Option für Exchange 2010-Server dar. Sie sollten sich unbedingt bei Ihrem Anbieter für Serverhardware zu den Vorteilen von Multi-Core-Prozessoren für Exchange mit einer bestimmten Hardwarearchitektur erkundigen.

Der Prozessor sollte bei seiner Verwendung auf einem Server zu Spitzenzeiten eine Auslastung von etwa 60 Prozent aufweisen. Dieses Auslastungsniveau gewährleistet Spielraum für Zeiten mit extremer Auslastung. Wenn die Auslastung des Prozessors ständig über 75 Prozent liegt, wird die Prozessorleistung als Engpass angesehen.

Die Server-CPU beeinflusst die Leistung anhand verschiedener Faktoren. Hierzu gehören:

  • Der Prozessortakt, angegeben in Megahertz (MHz) oder Gigahertz (GHz)
  • Die Anzahl der Prozessoren
  • Der Prozessortyp

Für eine optimale Leistung empfiehlt sich die Auswahl des schnellsten Prozessors. Den meisten Unternehmen sind hierbei jedoch finanzielle Grenzen gesetzt.

Exchange kann mehrere Prozessoren vollständig nutzen. Durch die Verwendung von Servern mit mehreren Prozessoren wird die Leistung gesteigert. Die Wechselwirkung zwischen der Prozessoranzahl, der Anzahl der Prozessor-Cores und der Systemleistung ist jedoch sehr komplex. Die optimale Anzahl von Prozessoren und Cores hängt teilweise von der Exchange-Rolle ab, die auf dem Server bereitgestellt wird.

Weitere Informationen zur Leistung verschiedener Prozessoren finden Sie unter Understanding Processor Configurations and Exchange Performance.

Nachdem die erforderliche Anzahl von Prozessor-Cores für eine bestimmte Serverrolle ermittelt wurde, können grundlegende Empfehlungen für den Arbeitsspeicher angewendet werden. Exchange 2010 kann auf den 64-Bit-Versionen des Windows Server 2008-Betriebssystems effektiv mehr als 64 GB Arbeitsspeicher nutzen (Postfachserverrolle).

Mit einer effektiven Planung und Kenntnissen der grundlegenden Prozessor- und Arbeitsspeicheranforderungen für bestimmte Exchange 2010-Serverrollen kann eine ausgewogene und kosteneffektive Topologie erzielt werden.

Weitere Informationen zur Leistung verschiedener Arbeitsspeicherkonfigurationen finden Sie unter Grundlegendes zu Speicherkonfigurationen und Exchange-Leistung.

Viele Optimierungen des Netzwerkschnittstellen-Subsystems werden automatisch vorgenommen. Serverbasierte Netzwerkadapter sind in der Lage, den Typ und die Menge des Datenverkehrs auf der Netzwerkschnittstelle zu erkennen. Unter Verwendung dieser Informationen werden sie automatisch für den jeweiligen Datenverkehr optimiert. Es empfiehlt sich, Betriebsmethoden einzurichten, um sicherzustellen, dass die neuesten Gerätetreiber auf dem Server verwaltet werden.

Für Postfachserver empfiehlt sich ein Gigabit-Ethernet (1.000 Megabits pro Sekunde (Mbit/s) oder 1 Gigabit pro Sekunde (Gbit/s)).

Mehrere Switched-Fast-Ethernet-Netzwerke mit Gigabit-Ethernet-Verbindungen werden empfohlen.

Probleme mit der Leistung können auftreten, wenn Hardware-, Firmware- oder Softwaretreiber nicht für den Betrieb in einer bestimmten Konfiguration entwickelt wurden. Weitere Informationen zu Produkten, die für die Verwendung mit Microsoft Windows entwickelt wurden, finden Sie auf der Website Products Designed for Microsoft Windows (möglicherweise in englischer Sprache).

Da die Anforderungen an die Speicherkapazität ständig steigen und Unternehmen ihre Server konsolidieren, müssen bei der Entwicklung eines Speichersystems finanzielle Erwägungen ebenso wie die erforderliche Verfügbarkeit und Leistung des Systems berücksichtigt werden. Nehmen Sie sich Zeit, um ein Speichersystem sorgfältig zu planen, bevor Sie es implementieren. Während Prozessoren und Arbeitsspeicher bei aktivem Netzwerk skaliert werden können, muss das Netzwerk bei einer Speicherumgestaltung stillgelegt werden. Die Optimierung Ihres Exchange-Speichers ist ein wichtiger Aspekt für die Gesamtleistung Ihrer Exchange-Umgebung.

Es gibt wenige Richtlinien, die bei der Auswahl einer Speicherkonfiguration befolgt werden können, um eine gute Leistung und eine starke Grundlage für Exchange 2010 zu erzielen. Kapazität und Leistung stehen bei der Wahl einer Speicherlösung häufig in Konflikt, weshalb beide Elemente vor einer Kaufentscheidung berücksichtigt werden müssen. Im Allgemeinen sollten für die Entscheidung folgende Faktoren analysiert werden:

  • Sicherstellen, dass für die Speicherung aller Daten genügend Speicherplatz vorhanden ist. Das Bestimmen der benötigten Kapazität ist ein relativ einfacher Prozess.
  • Sicherstellen, dass die Lösung eine akzeptable Datenträgerlatenz und reaktionsschnelle Benutzerumgebung bereitstellt. Grundlage hierfür ist die Messung oder Prognose der von der Lösung gebotenen transaktionalen E/A (Eingabe/Ausgabe).
  • Gewährleisten, dass die nicht transaktionale E/A schnell genug abgeschlossen wird und der Datenträgerdurchsatz ausreicht, um die Vereinbarungen zum Servicelevel (Service Level Agreements, SLAs) zu erfüllen.

Ziel ist ein Gleichgewicht dieser Faktoren, damit Sie eine geeignete Hardwarelösung für Ihre Server entwerfen können.

Weitere Informationen zur Auswahl einer Speicherlösung für Exchange 2010 finden Sie unter Speicherentwurf für Postfachserver.

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