(0) exportieren Drucken
Alle erweitern

Handbuch "Active Directory-Domänendienste und DNS-Servermigration"

Letzte Aktualisierung: April 2009

Betrifft: Windows Server 2008 R2

Informationen zum Handbuch

Dieses Dokument enthält Anleitungen zum Migrieren der AD DS-Serverrolle (Active Directory® Domain Services, Active Directory®-Domänendienste) und der DNS-Serverrolle (Domain Name System) von einem x86- oder x64-basierten Server unter Windows Server® 2003, Windows Server 2008 oder Windows Server 2008 R2 zu einem neuen Server unter Windows Server 2008 R2.

In diesem Dokument werden bewährte Methoden für die Migration von AD DS-Server und DNS-Server von alter Hardware zu neuer Hardware beschrieben. Welche Elemente einer vorhandenen Installation migriert werden, hängt vollständig vom Serveradministrator ab. Zusammen mit der Serverrolle umfassen diese Elemente jedoch i. d. R. die Konfigurations-, Daten-, Systemidentitäts- und Betriebssystemeinstellungen. In diesem Dokument werden keine Annahmen über potenzielle Abhängigkeiten zwischen Serverrollen getroffen. Stattdessen wird für dieses Handbuch davon ausgegangen, dass Sie AD DS-Server und DNS-Server von einem Computer zu einem anderen Computer im Netzwerk migrieren, ohne Änderungen an der Topologie oder den Einstellungen für Standort, Standortverknüpfungen oder Subnetze vorzunehmen.

Zielgruppe

Dieses Dokument ist für IT-Administratoren, IT-Experten und andere Fachleute vorgesehen, die für den Betrieb und die Bereitstellung von AD DS-Servern oder DNS-Servern in einer verwalteten Umgebung verantwortlich sind. Um einige der in diesem Handbuch enthaltenen Migrationsschritte auszuführen, sind möglicherweise Skriptingkenntnisse erforderlich.

Nicht in diesem Handbuch enthaltene Informationen

Die folgenden Szenarien werden in diesem Handbuch nicht unterstützt:

  • Dieses Handbuch enthält keine Verfahrensanweisungen für ein direktes Upgrade, bei dem das neue Betriebssystem bei Windows Setup mithilfe der Option Upgrade auf der vorhandenen Serverhardware installiert wird.

  • In diesem Handbuch sind keine Anweisungen zum Migrieren von anderen Serverrollen als AD DS-Server und DNS-Server enthalten.

  • Dieses Handbuch enthält keine Anweisungen für das Bestimmen, welche auf dem Quellserver ausgeführte Software mit dem Windows Server 2008 R2-Zielserver kompatibel ist. Informationen zu den unterstützten Betriebssystemen finden Sie in der Softwaredokumentation.

  • Der in diesem Handbuch erläuterte Migrationsprozess gilt für die Migration innerhalb eines einzelnen Standorts. In diesem Handbuch werden keine Migrationsszenarien erläutert, bei denen sich Quell- und Zielserver an unterschiedlichen Standorten befinden. Nicht behandelt werden außerdem einige migrationsbezogene Replikationsaspekte im Zusammenhang mit der Migration von Serverrollen auf einem Bridgeheadserver.

Unterstützte Migrationsszenarien

Dieses Handbuch enthält Anweisungen zum Migrieren eines vorhandenen Servers mit AD DS Server oder DNS Server zu einem Server, auf dem Windows Server 2008 R2 ausgeführt wird. In diesem Handbuch sind keine Anweisungen für eine Migration enthalten, bei der auf dem Quellserver mehrere Rollen ausgeführt werden. Wenn auf Ihrem Server mehrere Rollen ausgeführt werden, wird empfohlen, ein benutzerdefiniertes Migrationsverfahren zu entwerfen, das auf Grundlage der in anderen Rollenmigrationshandbüchern enthaltenen Informationen auf Ihre Serverumgebung zugeschnitten ist. Migrationshandbücher für weitere Rollen finden Sie auf der TechCenter-Website zu Windows Server 2008 R2 (http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkID=128554).

CautionVorsicht
Wenn auf dem Quellserver mehrere Rollen ausgeführt werden, können einige Migrationsschritte in diesem Handbuch, z. B. die Migrationsschritte für die Konfiguration von Computername und IP-Adresse, dazu führen, dass bei anderen auf dem Quellserver ausgeführten Rollen Fehler auftreten.

Dieses Handbuch enthält auch separate Anweisungen für die Migration der eigenständigen DNS-Serverrolle. Weitere Informationen finden Sie unter AD DS- und DNS-Servermigration: Anhang C - Eigenständige DNS-Migration.

Dieses Handbuch bietet nur Anweisungen für das Migrieren von Daten und Einstellungen von vorhandenen Servern, die durch neue physikalische oder virtuelle x64-basierte Server ersetzt werden, auf denen ein neues Betriebssystem installiert wird. Dies wird in der folgenden Tabelle erläutert.

Unterstützte Betriebssysteme

Prozessor des Quellservers Betriebssystem des Quellservers Betriebssystem des Zielservers Prozessor des Zielservers

x86- oder x64-basiert

Windows Server 2003 mit Service Pack 2 (SP2)

Windows Server 2008 R2, sowohl vollständige als auch Server Core-Installationsoptionen

x64-basiert

x86- oder x64-basiert

Windows Server 2003 R2

Windows Server 2008 R2, sowohl vollständige als auch Server Core-Installationsoptionen

x64-basiert

x86- oder x64-basiert

Windows Server 2008, sowohl vollständige als auch Server Core-Installationsoptionen

Windows Server 2008 R2, sowohl vollständige als auch Server Core-Installationsoptionen

x64-basiert

x64-basiert

Windows Server 2008 R2

Windows Server 2008 R2, sowohl vollständige als auch Server Core-Installationsoptionen

x64-basiert

x64-basiert

Server Core-Installationsoption von Windows Server 2008 R2

Windows Server 2008 R2, sowohl vollständige als auch Server Core-Installationsoptionen

x64-basiert

Die in der vorstehenden Tabelle dargestellten Versionen von Betriebssystemen sind die frühesten unterstützten Kombinationen von Betriebssystemen und Service Packs. Neuere Service Packs werden, soweit vorhanden, unterstützt.

Die Windows Server-Editionen Foundation, Standard, Enterprise und Datacenter werden als Quell- und Zielserver unterstützt. Die Version Foundation Server wird lediglich in einigen wenigen Szenarien als Zielserver unterstützt. Machen Sie sich mit den Einschränkungen der Version Foundation Server vertraut, bevor Sie diese als Zielserver verwenden.

Migrationen zwischen physikalischen und virtuellen Betriebssystemen werden unterstützt.

Eine Migration von einem Quellserver zu einem Zielserver, auf dem ein Betriebssystem mit einer anderen Benutzeroberflächensprache des Systems (d. h. einer anderen installierten Sprache) als der des Quellservers ausgeführt wird, wird nicht unterstützt. Bei der Benutzeroberflächensprache des Systems handelt es sich um die Sprache des lokalisierten Installationspakets, das zum Einrichten des Windows-Betriebssystems verwendet wurde. Beispielsweise können Sie keine Rollen, Betriebssystemeinstellungen, Daten oder freigegebene Ressourcen von einem Computer, auf dem Windows Server 2008 mit der System-Benutzeroberflächensprache Französisch ausgeführt wird, zu einem Computer migrieren, auf dem Windows Server 2008 R2 mit der System-Benutzeroberflächensprache Deutsch ausgeführt wird.

Übersicht über die AD DS- und DNS-Servermigration

Es wird davon ausgegangen, dass vor Beginn der Verfahren und Vorbereitungen für die Migration die folgenden Bedingungen zutreffen:

  • Der Quellserver ist ein funktionsfähiger Domänencontroller, auf dem DNS Server installiert ist.

  • Auf dem Zielserver ist Windows Server 2008 R2 installiert. Außerdem wurde der Zielserver dem Netzwerk als Mitgliedsserver mit einer eindeutigen (statischen) IP-Adresse und einem eindeutigen Servernamen hinzugefügt.

  • Nach Abschluss der Migration von Rollen vom Quellserver auf den Zielserver werden auf dem Zielserver die Funktionen des Quellservers ausgeführt. Der Quellserver wird zu einem Mitgliedsserver, deaktiviert und aus dem Netzwerk entfernt, oder er bleibt ein zusätzlicher Domänencontroller.

Übersicht über den Migrationsprozess für diese Rollen

Bei einer Migration führen Sie folgende Schritte aus:

Details zu diesen Schritten finden Sie in den anderen Themen dieses Handbuchs.

Der Migrationsprozess ist in der folgenden Abbildung dargestellt.

AD DS-/DNS-Migrationsvorgang

Unterschiede zwischen einer Migration und einem Upgrade

Es gibt drei Möglichkeiten, ein neues Windows Server 2008 R2-Betriebssystem bereitzustellen:

  • Direktes Upgrade

  • Neuinstallation

  • Migration

Das direkte Upgrade und die Neuinstallation haben jeweils Vor- und Nachteile. In diesem Handbuch wird die dritte Möglichkeit erörtert: die Migration.

Es besteht ein Unterschied zwischen einer Migration und einem direkten Upgrade. Eine Migration ist erforderlich, wenn die Unterschiede bei der Hardware kein Upgrade erlauben. Da Windows Server 2008 R2 ein ausschließlich x64-basiertes Betriebssystem ist, ist das Upgrade von x86-basierten Versionen von Windows Server 2003 oder Windows Server 2008 auf einen Computer unter Windows Server 2008 R2 nicht möglich.

Die Servermigration kann darüber hinaus in einer Reihe anderer Szenarien der bevorzugte Mechanismus für die Bereitstellung sein:

  • Wenn die Leistung des alten Servers aufgrund von zahlreichen Softwareinstallationen, Aktualisierungen und Patches nachgelassen hat

  • Wenn ein physikalischer Server zu einem virtuellen Server migriert werden muss

  • Wenn Ihr Szenario eine Migration von einer vollständigen Installationsoption zu einer Server Core-Installationsoption verlangt

Sie können die Anweisungen in diesem Handbuch verwenden, um alte Einstellungen und Daten zu dem neuen Betriebssystem zu migrieren.

noteHinweis
Wenn Ihre vorhandene Hardware x64-basiert ist, aber ein x86-basiertes Betriebssystem ausgeführt wird, müssen Sie zum Migrieren der Serverrollen dennoch die Anweisungen in diesem Handbuch verwenden.

Upgrade- und Migrationsmethoden

Methode Vorteil Nachteil

Direktes Upgrade (in diesem Handbuch nicht beschrieben)

Alle aktuellen Einstellungen und Konfigurationen werden beibehalten.

Auf dem aktualisierten Server werden alle alten Daten beibehalten.

Beim direkten Upgrade ist die Ausfallzeit höher, da das vorhandene Betriebssystem durch das neue Betriebssystem ersetzt wird.

Wenn das direkte Upgrade nicht erfolgreich ist, ist das Rollback komplexer.

Neuinstallation (in diesem Handbuch nicht beschrieben)

Alle alten, nicht mehr benötigten Daten und Konfigurationen werden entfernt.

Sie müssen den neuen Computer neu konfigurieren.

Migration (in diesem Handbuch beschrieben)

Alle aktuellen Einstellungen und Konfigurationen werden beibehalten, während alle alten, nicht mehr benötigten Daten und Konfigurationen entfernt werden.

Bietet einen Übergang von einer physikalischen Umgebung zu einer virtuellen Umgebung und von einer vollständigen Installation zu einer Server Core-Installation.

Erfordert weniger Ausfallzeit, da der alte Server während des Migrationsprozesses zum großen Teil in Betrieb bleibt.

Es sind mehr Planungen und Überprüfungen erforderlich, um eine erfolgreiche Migration zu gewährleisten.

Auswirkungen der Migration

Das Ziel des Migrationsprozesses ist, dass der Zielserver die gleichen Funktionen ausführt wie zuvor der Quellserver, ohne dass bei Diensten für Clientcomputer im Netzwerk Unterbrechungen auftreten. Nach Abschluss der Migration sollte auf dem Zielserver die Authentifizierung von Benutzern und Computern möglich sein. Auf Clientcomputern, die die Dienste des Quellservers verwenden, sollten keine Änderungen erforderlich werden. Außerdem sollte auf den Clientcomputern kein oder nur ein kurzer Dienstausfall bemerkbar sein. Der Ersatzzielserver für AD DS Server oder DNS Server verarbeitet alle LDAP-Abfragen (Lightweight Directory Access Protocol) wie zuvor der Quellserver.

In Umgebungen, in denen die Clientcomputer mit einem einzelnen DNS-Server konfiguriert sind, der auch der Quellserver ist, muss beachtet werden, dass die DNS-Dienste während der Migration vorübergehend unterbrochen werden können. In dieser Situation können die Clientcomputer keine Domänennamen in IP-Adressen auflösen. Es wird empfohlen, dass für diese Zeit ein oder mehrere zusätzliche DNS-Server konfiguriert werden, damit die Clients weiterhin Namen auflösen können, während der primäre Quellserver migriert wird.

Zum Durchführen der Migration erforderliche Berechtigungen

Für den Zugriff auf alle Tools, Daten und Einstellungen, die für die Migration erforderlich sind, benötigen Sie Domänenadministratorrechte.

Geschätzte Dauer

Normalerweise können Sie davon ausgehen, dass die Migration von AD DS Server und DNS Server in einer einfachen Umgebung einschließlich Tests zwei bis drei Stunden dauert. Für das Heraufstufen des neuen Servers zum Domänencontroller muss mehr Zeit veranschlagt werden. In größeren, komplexeren Umgebungen kann das Heraufstufen zum Domänencontroller erheblich variieren, abhängig von der Menge der Daten, die auf dem neuen Server repliziert werden müssen, und der Konnektivität des Netzwerks. Es wird jedoch empfohlen, bestimmte Tools und die Option Installieren von Medium (Install From Media, IFM) zu verwenden, um die gesamte Datenbank gleichzeitig zu verschieben.

AD DS- und DNS-Servermigrationsszenario

Es wird empfohlen, ein Migrationsszenario für Ihre Server zu entwickeln, in dem alle spezifischen Umstände, Konfigurationen oder Topologien berücksichtigt werden, die sich auf die Migration auswirken können. Möglicherweise müssen Sie Fragen wie die folgenden zur Migration beantworten:

  • Werden mehrere Active Directory-Instanzen auf verschiedenen physikalischen oder virtuellen Servern repliziert?

  • Befindet sich AD DS nur auf einem physikalischen oder virtuellen Server?

Wenn Sie DNS Server migrieren, ermitteln Sie, wie AD DS in Ihrer Domäne verteilt ist. Wird DNS Server beispielsweise mit AD DS Server von demselben Computer migriert? DNS Server kann zwar separat von AD DS Server migriert werden, aber in den meisten Fällen werden beide Serverrollen auf demselben Computer gehostet und müssen gleichzeitig migriert werden. Daher wird empfohlen, ein DNS-Servermigrationsszenario zu entwickeln, in dem alle spezifischen Umstände, Konfigurationen oder Topologien berücksichtigt werden, die sich auf die DNS-Servermigration auswirken können.

Dieses Handbuch enthält jedoch auch separate Anweisungen zum Migrieren der eigenständigen DNS-Serverrolle in AD DS- und DNS-Servermigration: Anhang C - Eigenständige DNS-Migration.

Spezifische Überlegungen zur Migration

Für bestimmte Serverkonfigurationen sind vor, während oder nach der Migration spezifische Schritte erforderlich. Anweisungen zur Migration für einige dieser Konfigurationen sind zur Zeit nicht in diesem Handbuch enthalten. Diese speziellen Fälle werden im nächsten Abschnitt beschrieben.

Ordnungsgemäß funktionsfähige Server und nicht kompatible Server

Die Migration kann durch die Integrität des Quellservers beeinflusst werden. Anhand der Serverintegrität kann das Vorhandensein oder Fehlen von Serverproblemen eingeschätzt werden. Windows Server bietet verschiedene Möglichkeiten, um unterschiedliche Typen von Serverdaten zu sammeln und zu speichern. Sie können diese Daten verwenden, um eine Basis zu definieren, die einen fehlerfreien, ordnungsgemäß funktionsfähigen Server beschreibt. Wenn auf einem Server Fehler auftreten, können Sie die Veränderung ermitteln, indem Sie aktuelle Messdaten mit den Basisdaten vergleichen, die Sie gesammelt haben, als der Server fehlerfrei funktioniert hat.

Wenn in den Ereignisprotokollen des Quellservers angezeigt wird, dass dieser nicht fehlerfrei ist, gibt es zwei Möglichkeiten zum Migrieren des Quellservers:

  • Verwenden des neuen Zielservers und Ignorieren der Probleme auf dem Quellserver.

  • Beheben aller Probleme auf dem Quellserver und anschließendes Migrieren sämtlicher Einstellungen zum Zielserver.

Wenn auf dem Quellserver bekannte Probleme vorliegen, sollten Sie die möglichen Auswirkungen dieser Probleme auf die Migration bedenken. Eine bewährte Methode ist das Migrieren von einem fehlerfreien Quellserver zu einem fehlerfreien Zielserver. Es können jedoch Umstände eintreten, in denen Sie eine Migration von einem fehlerhaften Quellserver durchführen müssen. Diese speziellen Fälle erfordern eine sorgfältige Analyse.

Siehe auch

Fanden Sie dies hilfreich?
(1500 verbleibende Zeichen)
Vielen Dank für Ihr Feedback.

Community-Beiträge

HINZUFÜGEN
Anzeigen:
© 2014 Microsoft