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Anforderungen an eine QoS-Umgebung

Communications Server 2007 R2

Letztes Änderungsdatum des Themas: 2009-07-20

Die Dienstqualität im Zusammenhang mit synchronem Datenverkehr wie Audio oder Video kann durch Verzögerungen, Jitter und Paketverluste beeinträchtigt werden. Obwohl Office Communications Server 2007 R2 nicht für die Zusammenarbeit mit QoS (Quality of Service)-Infrastrukturen konzipiert wurde, kann es in IP-Netzwerken mit QoS über differenzierte Dienste (Differentiated Services, DiffServ) bereitgestellt werden. Damit die QoS-Umgebung unterstützt wird, werden Endgeräte so konfiguriert, dass der IP-Datenverkehr, der Echtzeitaudio- und -videodaten enthält, entsprechend allgemein eingeführter Dienstklassen markiert wird. Diese Klassen sollen den Datenverkehr der Echtzeitkommunikation vor anderem asynchronen Datenverkehr im IP-Netzwerk, wie Sofortnachrichten, Anwendungsfreigabedaten und Dateidownloads, schützen. Die Markierung kann geändert werden, sodass diese den einzelnen Dienstklassen zugewiesen werden, wie für ein Unternehmen erforderlich.

Ein für differenzierte Dienste (DiffServ) aktiviertes Netzwerk stellt anhand der DSCP-Markierung (Differentiated Services Code Point) der IP-Pakete eine Priorisierung auf Klassenebene bereit. Jeder DSCP-Wert entspricht einer Dienstklasse für die Weiterleitung der Pakete vom Sender oder zwischengelagerten Router zum nächsten Router oder Empfänger im Netzwerk. Das Weiterleitungsverhalten kann mithilfe verschiedener Techniken implementiert werden, beispielsweise durch Abfragen der Priorität, Weighted-Fair-Queuing (gewichtetes faires Einreihen) oder konventionelle Leaky-Bucket-basierte Techniken. Für die Übermittlung von Audio- und Videomedienströmen relevante Klassen sind die EF (Expedited Forwarding)- und AF (Assured Forwarding)-Klassen. Eine Beschreibung der 6-Bit-Werte des DSCP-Felds im Type of Service-Byte von IP-Paketen finden Sie im IETF RFC 2474.

In Office Communicator Server 2007 R2 kann die DSCP-Markierung aktiviert werden, um Medienstapel so zu konfigurieren, dass der IP-Datenverkehr, der Echtzeitaudio- und -videodaten enthält, entsprechend allgemein eingeführter Dienstklassen markiert wird. In der Standardeinstellung ist die DSCP-Markierung nicht aktiviert. Wenn sie aktiviert ist, werden die IP-Pakete vom QoS Packet Scheduler-Dienst markiert. Die auf diese Weise markierten Pakete können nachfolgend von Netzwerkentitäten (Endsysteme und Router) erkannt werden, damit der Mediendatenverkehr den QoS-Prioritäten entsprechend verwaltet werden kann. Die QoS-Markierung gilt für alle Medienports und ist unabhängig davon, ob der Audio-Video-Datenverkehr über das Protokoll RTP (Real Time Protocol, siehe IETF RFC 3350) oder SRTP (Secure Real Time Protocol, siehe IETF RFC 3711) übertragen wird. Weil die QoS-Richtlinien häufig an UDP- oder TCP-Ports gebunden sind, beinhaltet Office Communications Server 2007 R2 auch eine Registrierungseinstellung für Gruppenrichtlinien (auf Clientplattformen) oder eine WMI-Einstellung (auf Serverplattformen) zur Angabe des Portbereichs für die UDP- und TCP-Ports, die zur Übermittlung von Mediendatenströmen verwendet werden.

Sie müssen das Netzwerk richtig einrichten, bevor Sie QoS für Office Communications Server 2007 R2 aktivieren. Folgende Klassen sind für die Übermittlung von Audio- und Videomedienströmen in Office Communications Server 2007 R2 relevant:

  • Bei Audio die EF-Klasse (Expedited Forwarding). Audioströme, die von dieser Markierung betroffen sind, sind MFV, Comfort Noise und Audio mit FEC-Strömen (Forward Error Correction).
  • Bei Video die AF-Klasse (Assured Forwarding). Zu den Videoströmen, die von dieser Markierung betroffen sind, zählen Videoströme mit FEC-Paketen.

Nachdem sichergestellt wurde, dass das Netzwerk richtig konfiguriert ist, kann in der Konfiguration von Office Communications Server 2007 R2 die DSCP-Markierung aktiviert werden, damit eine QoS-Umgebung unterstützt wird. Dies umfasst folgende Aktionen:

  • Aktivieren von QoS auf den entsprechenden Servern und Clients
  • Ausführen von QoS auf Computern
  • Sicherstellen, dass die Gruppenrichtlinieneinstellungen auf den Servern und Clientcomputern richtig sind

In den Verfahren unter Aktivieren von DSCP-Markierung wird beschrieben, wie Office Communications Server-Komponenten konfiguriert werden müssen, damit eine QoS-Umgebung unterstützt wird.

Dd441262.note(de-de,office.13).gifHinweis:
In der Regel wird eine QoS-Umgebung eingerichtet, bevor Office Communications Server bereitgestellt wird. Die Verfahren in diesem Dokument werden nach der Bereitstellung der Communications Server-Komponenten implementiert. Falls Sie dem Unternehmensnetzwerk nach der Bereitstellung von Office Communications Server 2007 R2 differenzierte Dienste hinzufügen, lesen Sie die Informationen unter Implementing Support for a QoS Environment im Dokumentationsabschnitt "Verwalten von Office Communications Server 2007 R2" (in englischer Sprache), um den Office Communications Server-Mediendatenverkehr zu aktivieren und so zu konfigurieren, dass Sie von dieser neuen Funktion profitieren können.
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