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Remotedesktop-Sitzungshost

Letzte Aktualisierung: Juni 2009

Betrifft: Windows Server 2008 R2

Worin bestehen die wichtigsten Änderungen?

Der Remotedesktop-Sitzungshost (RD-Sitzungshost)-Rollendienst (früher Terminalserver-Rollendienst) wurde in Windows Server 2008 R2 erweitert. Folgende Änderungen sind in Windows Server 2008 R2 verfügbar:

Für wen sind diese Features von besonderem Interesse?

Die Verbesserungen beim RD-Sitzungshost-Rollendienst sind von Interesse für Organisationen, die zurzeit Remotedesktopdienste verwenden oder verwenden möchten.

Die Verbesserungen beim RD-Sitzungshost-Rollendienst können auch dann für Sie von Interesse sein, wenn Sie eines der folgenden Szenarien unterstützen möchten:

  • In der Organisation werden Programme auf einem RD-Sitzungshostserver ausgeführt, für den IP-Adressen sitzungsbezogen oder programmbezogen zugewiesen werden müssen.

  • Remotedesktopbenutzer in der Organisation installieren routinemäßig Programme in RD-Sitzungshostsitzungen.

Welche neuen Funktionen werden durch diese Features bereitgestellt?

Die durch diese neuen Features im RD-Sitzungshost-Rollendienst bereitgestellten neuen Funktionen werden in den folgenden Abschnitten beschrieben.

Konfigurationsseite für die Clientumgebung

Die Konfigurationsseite für die Clientumgebung ist verfügbar, wenn der RD-Sitzungshost-Rollendienst mithilfe des Server-Managers installiert wird. Auf der Konfigurationsseite für die Clientumgebung können Sie die folgenden Funktionen konfigurieren:

  • Umleitung der Audio- und Videowiedergabe. Mithilfe der Umleitung der Audio- und Videowiedergabe können Benutzer die Audio- und Videoausgabe eines lokalen Computers an eine RD-Sitzungshostsitzung umleiten.

  • Umleitung der Audioaufnahme. Mithilfe der Umleitung der Audioaufnahme können Benutzer die Ausgabe eines Audioaufnahmegeräts, beispielsweise eines Mikrofons, vom lokalen Computer an eine RD-Sitzungshostsitzung umleiten.

  • Desktopgestaltung. Über die Desktopgestaltung werden den Benutzern die Benutzeroberflächenelemente der Windows® Aero®-Desktopumgebung innerhalb der RD-Sitzungshostsitzung bereitgestellt.

noteHinweis
Beim Konfigurieren eines dieser Features wird außerdem der Desktopdarstellungs-Rollendienst installiert und der Windows-Audiodienst auf dem RD-Sitzungshostserver gestartet.

Welche Relevanz haben diese Änderungen?

Auf dieser Seite wird die Konfiguration der Clientumgebung im Server-Manager zentralisiert.

Gibt es Abhängigkeiten?

Wenn die neuen Clientumgebungsfeatures genutzt werden sollen, muss Remotedesktopverbindung (RDC) 7.0 auf dem Client ausgeführt werden.

Benutzerbezogene RemoteApp-Filterung

In den Remotedesktopdiensten in Windows Server 2008 R2 können Sie die Liste der RemoteApp-Programme filtern, die für ein bei Web Access für Remotedesktop angemeldetes Benutzerkonto verfügbar sind.

Welche Relevanz hat diese Änderung?

Vor Windows Server 2008 R2 wurden alle RemoteApp-Programme jedem bei Web Access für Remotedesktop angemeldeten Benutzer angezeigt. Dabei spielte es keine Rolle, ob der Benutzer Zugriff auf die Ausführung des Programms hatte.

Gleichmäßige CPU-Zeitplanung

Die gleichmäßige CPU-Zeitplanung ist ein neues Feature in den Remotedesktopdiensten unter Windows Server 2008 R2. Bei der gleichmäßigen CPU-Zeitplanung wird die Prozessorzeit basierend auf der Anzahl der aktiven Sitzungen und der Last dieser Sitzungen mithilfe des in Windows Server 2008 R2 enthaltenen Mechanismus für die Zeitplanung auf Kernelebene dynamisch auf Sitzungen verteilt. Auf einem RD-Sitzungshostserver hat ein Benutzer selbst dann keine Auswirkung auf die Leistung der Sitzung eines anderen Benutzers, wenn die Last auf dem RD-Sitzungshostserver hoch ist.

Die gleichmäßige CPU-Zeitplanung ist standardmäßig aktiviert. Sie können das Feature deaktivieren, indem Sie den folgenden Registrierungseintrag auf 0 festlegen: HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Policies\Microsoft\Windows\SessionManager\DFSS\EnableDFSS.

Welche Relevanz hat diese Änderung?

Vor Windows Server 2008 R2 wurde über die Windows-Planung eine Richtlinie für die gleichmäßige Zeitplanung bereitgestellt, indem die Prozessorzeit gleichmäßig auf alle Threads mit einer bestimmten Prioritätsstufe verteilt wurde. Die Priorität konnte mithilfe von Verwaltungssoftware angepasst werden, um einem Thread Vorrang vor einem anderen zu geben. In einer Umgebung mit mehreren Benutzern eignete sich diese Zeitplanungsrichtlinie gut, um zu verhindern, dass ein Benutzer die CPU für sich allein beanspruchte. Jedoch war es bei dynamischen Lasten nicht möglich, die Prozessorzeit gleichmäßig zu verteilen.

RDS-Kompatibilität von Windows Installer

Die RDS-Kompatibilität von Windows Installer ist ein neues Feature der Remotedesktopdienste in Windows Server 2008 R2. Mit den Remotedesktopdiensten in Windows Server 2008 R2 werden benutzerbezogene Anwendungsinstallationen vom RD-Sitzungshostserver in eine Warteschlange gestellt und dann von Windows Installer behandelt.

Sie können in Windows Server 2008 R2 ein Programm auf dem RD-Sitzungshostserver genauso installieren wie ein Programm auf einem lokalen Desktop. Stellen Sie jedoch sicher, dass Sie das Programm für alle Benutzer installieren und dass alle Komponenten des Programms lokal auf dem RD-Sitzungshostserver installiert sind.

Die RDS-Kompatibilität von Windows Installer ist standardmäßig aktiviert. Sie können das Feature deaktivieren, indem Sie den folgenden Registrierungseintrag auf 0 festlegen: HKEY_LOCAL_MACHINE\Software\Policies\Microsoft\Windows NT\Terminal Services\TSAppSrv\TSMSI\Enable.

Welche Relevanz hat diese Änderung?

Vor den Remotedesktopdiensten in Windows Server 2008 R2 wurde jeweils nur eine Windows Installer-Installation unterstützt. Bei Anwendungen, für die benutzerbezogene Konfigurationen erforderlich sind, beispielsweise Microsoft Office Word, musste ein Administrator die Anwendung vorinstallieren, und Anwendungsentwickler mussten diese Anwendungen sowohl auf dem Remotedesktopclient als auch auf dem RD-Sitzungshostserver testen. Durch die RDS-Kompatibilität von Windows Installer werden die Installationsanforderungen in eine Warteschlange gestellt und nacheinander verarbeitet.

Cacheverwaltung für servergespeicherte Benutzerprofile

Für die Remotedesktopdienste in Windows Server 2008 R2 ist eine neue Gruppenrichtlinieneinstellung verfügbar, mit der die Größe des gesamten Profilcaches begrenzt werden kann. Wenn die Größe des Profilcaches den konfigurierten Wert überschreitet, werden durch die Remotedesktopdienste die am längsten nicht verwendeten Profile gelöscht, bis das Kontingent für den Gesamtcache unterschritten wird.

Sie können die maximale Größe des Caches für servergespeicherte Benutzerprofile auf einem RD-Sitzungshostserver konfigurieren, indem Sie die Gruppenrichtlinieneinstellung Gesamtgröße des Caches für servergespeicherte Benutzerprofile begrenzen anwenden. Diese Gruppenrichtlinieneinstellung befindet sich unter Computerkonfiguration\Richtlinien\Administrative Vorlagen\Windows-Komponenten\Remotedesktopdienste\Remotedesktop-Sitzungshost\Profile. Wenn Sie diese Richtlinieneinstellung aktivieren, müssen Sie ein Überwachungsintervall (in Minuten) und eine maximale Größe (in GB) für den gesamten Cache für servergespeicherte Benutzerprofile angeben. Durch das Überwachungsintervall wird bestimmt, wie oft die Größe des Caches für servergespeicherte Benutzerprofile überprüft wird.

noteHinweis
Wenn Sie den Editor für lokale Gruppenrichtlinien verwenden, ist Richtlinien nicht Teil des Knotenpfads.

Welche Relevanz hat diese Änderung?

In einer Umgebung mit den Remotedesktopdiensten sind theoretisch Hunderte einzelner Benutzer möglich. Während die Zwischenspeicherung servergespeicherter Benutzerprofile aus Gründen der Benutzerfreundlichkeit aktiviert ist, kann dieser Profilcache stark anwachsen und möglicherweise den verfügbaren Speicherplatz auf dem Server überschreiten.

Remotedesktop-IP-Virtualisierung

Mithilfe der Remotedesktop-IP-Virtualisierung können IP-Adressen Remotedesktopverbindungen sitzungsbezogen oder programmbezogen zugewiesen werden. Die Remotedesktop-IP-Virtualisierung wird auf der Registerkarte Remotedesktop-IP-Virtualisierung des Tools Konfiguration des Remotedesktop-Sitzungshosts konfiguriert.

Wenn Sie IP-Adressen für mehrere Programme zuweisen, verwenden diese eine gemeinsame Sitzungs-IP-Adresse. Wenn auf dem Computer mehrere Netzwerkadapter vorhanden sind, müssen Sie außerdem einen Netzwerkadapter für die Remotedesktop-IP-Virtualisierung auswählen.

Welche Relevanz hat diese Änderung?

Bei manchen Programmen muss jeder Instanz der Anwendung eine eindeutige IP-Adresse zugewiesen werden. Vor Windows Server 2008 R2 wurde für alle Sitzungen auf einem RD-Sitzungshostserver gemeinsam die IP-Adresse verwendet, die dem RD-Sitzungshostserver zugewiesen war. In Windows Server 2008 R2 geben Sie eine Netzwerk-ID an, die von der Remotedesktop-IP-Virtualisierung verwendet wird, um IP-Adressen sitzungsbezogen oder programmbezogen zuzuweisen.

In welchen Editionen sind diese Features enthalten?

Der RD-Sitzungshost ist in den folgenden Editionen von Windows Server 2008 R2 verfügbar:

  • Windows Server 2008 R2 Standard

  • Windows Server 2008 R2 Enterprise

  • Windows Server 2008 R2 Datacenter

Der RD-Sitzungshost ist in den folgenden Editionen von Windows Server 2008 R2 nicht verfügbar:

  • Windows Web Server 2008 R2

  • Windows Server 2008 R2 für Itanium-basierte Systeme

Weitere Verweise

Weitere Informationen zu anderen neuen Features in den Remotedesktopdiensten finden Sie unter Neues zu den Remotedesktopdiensten.

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