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BranchCache

Letzte Aktualisierung: November 2009

Betrifft: Windows Server 2008 R2

Mit BranchCache™ kann die Auslastung von WANs (Wide Area Networks) durch Windows 7 und Windows Server 2008 R2 verringert und gleichzeitig das Reaktionsverhalten von Netzwerkanwendungen an Remoteniederlassungen verbessert werden. Durch das Aktivieren von BranchCache in Windows 7 und Windows Server 2008 R2 werden von Web- und Dateiservern im WAN des Unternehmens abgerufene Daten im lokalen Filialnetzwerk gespeichert. Wenn ein anderer Client an derselben Filiale den gleichen Inhalt anfordert, kann der Client direkt vom lokalen Netzwerk aus darauf zugreifen, ohne die ganze Datei über das WAN abzurufen. Clients werden stets vom Server im Datencenter autorisiert, bevor sie den Inhalt aus dem lokalen Filialnetzwerk abrufen können.

BranchCache kann in zwei verschiedenen Modi ausgeführt werden:

  • Verteilter Cache. Mithilfe einer Peer-zu-Peer-Architektur speichern Windows 7-Clients von Windows Server 2008 R2 abgerufenen Inhalt zwischen und senden diesen bei Bedarf direkt an andere Windows 7-Clients. So muss der gleiche Inhalt von diesen Clients nicht über die WAN-Verbindung abgerufen werden. Ein verteilter Cache ist am besten für Filialen geeignet, an denen kein Computer mit Windows Server 2008 R2 vorhanden ist.

  • Gehosteter Cache. Mithilfe einer Client-/Serverarchitektur kopieren Windows 7-Clients auf einen lokalen Computer (gehosteter Cache) mit Windows Server 2008 R2, auf dem BranchCache aktiviert ist. Andere Clientcomputer, die den gleichen Inhalt benötigen, rufen diesen direkt aus dem gehosteten Cache ab. Im Vergleich zum verteilten Cache bietet ein gehosteter Cache eine höhere Cacheverfügbarkeit, da der Inhalt auch dann verfügbar ist, wenn der Client, der die Daten ursprünglich angefordert hat, offline ist. Zudem steht der gehostete Cache subnetzübergreifend zur Verfügung und reduziert Multicastdatenverkehr im lokalen Netzwerk.

    In der Regel können Administratoren einen vorhandenen Computer mit Windows Server 2008 R2 als gehosteten Cache konfigurieren, da hierfür kein dedizierter Server erforderlich ist.

Windows-Komponentenassistent – Verwaltung und Überwachung

Abbildung 2:   Vergleich der BranchCache-Modi "Verteilter Cache" und "Gehosteter Cache"

BranchCache unterstützt zurzeit die folgenden Protokolle und ist vollständig mit End-to-End-Verschlüsselung kompatibel, z. B. IPsec:

  • HTTP (einschließlich HTTPS). Das Standardprotokoll für Webübertragungen, das von Anwendungen wie Internet Explorer®, Windows Media® und Windows SharePoint® verwendet wird.

  • SMB (einschließlich signiertes SMB). Das Standardprotokoll für Netzwerkdateiübertragungen beim Herstellen einer Verbindung mit freigegebenen Ordnern von Windows-Explorer.

Wenn BranchCache sowohl auf dem Client- als auch dem Servercomputer aktiviert ist, werden die Daten folgendermaßen vom Clientcomputer über HTTP oder SMB abgerufen:

  1. Der Clientcomputer, auf dem Windows 7 ausgeführt wird, stellt eine Verbindung mit einem Computer mit Windows Server 2008 R2 im Datencenter her und fordert den Inhalt genau so an, als sei BranchCache nicht aktiviert.

  2. Der Servercomputer im Datencenter authentifiziert den Benutzer und überprüft, ob der Benutzer für den Datenzugriff autorisiert ist.

  3. Der Servercomputer im Datencenter gibt IDs (Hashwerte) für den angeforderten Inhalt an den Clientcomputer zurück, anstatt den eigentlichen Inhalt zu senden. Dies erfolgt über denselben Kanal, über den normalerweise der Inhalt gesendet würde.

  4. Mithilfe der abgerufenen IDs werden auf dem Clientcomputer die folgenden Aktionen ausgeführt:

    1. Wenn der Clientcomputer für die Verwendung von verteiltem Cache konfiguriert ist, werden per Multicast andere Clients im lokalen Netzwerk gesucht, die den Inhalt bereits heruntergeladen haben.

    2. Wenn die Verwendung von gehostetem Cache konfiguriert ist, überprüft der Clientcomputer die Verfügbarkeit des Inhalts im gehosteten Cache.

  5. Wenn der Inhalt an der Filiale verfügbar ist (auf mindestens einem Client oder im gehosteten Cache), ruft der Clientcomputer den Inhalt innerhalb der Filiale ab und stellt sicher, dass die Daten aktuell sind und nicht manipuliert oder beschädigt wurden.

  6. Wenn der Inhalt an der Filiale nicht verfügbar ist, ruft der Clientcomputer den Inhalt direkt vom Servercomputer im Datencenter ab. Anschließend wird der Inhalt entweder für andere anfordernde Clientcomputer im lokalen Netzwerk zur Verfügung gestellt oder an den gehosteten Cache gesendet, sodass andere Clientcomputer darauf zugreifen können.

Alle Inhaltsübertragungen zwischen Clientcomputern oder zwischen einem Clientcomputer und dem gehosteten Cache werden verschlüsselt.

Weitere Informationen zu BranchCache finden Sie im Thema zu BranchCache für Windows Server 2008 R2 (möglicherweise in englischer Sprache).

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